Mitteilung zur Kenntnisnahme

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1 17. Wahlperiode Drucksache 17/ Mitteilung zur Kenntnisnahme Lehrerversorgung in Berlin verbessern (I): Möglichkeiten für Quereinsteiger/-innen im Lehrerberuf verbessern Drucksachen 17/0334 und 17/0473

2 Abgeordnetenhaus von Berlin 17. Wahlperiode Seite 2 Drucksache 17/0768

3 Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft - I B Tel.: (9227) An das Abgeordnetenhaus von Berlin über Senatskanzlei - G Sen - Mitteilung - zur Kenntnisnahme - über Lehrerversorgung in Berlin verbessern (I): Möglichkeiten für Quereinsteiger Innen im Lehrerberuf verbessern - Drucksachen 17/0334 und 17/ Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft legt nachstehende Mitteilung dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor: Das Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am Folgendes beschlossen: Der Senat wird aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, wie gezielt und verstärkt für den Lehrerberuf pädagogisch geeignete Bewerberinnen und Bewerber zur Besetzung freier Lehrerstellen insbesondere in so genannten Mangelfächern gewonnen werden können. Dabei ist insbesondere darzustellen, nach welchen Kriterien die pädagogische Eignung festgestellt wird und wie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger pädagogisch und didaktisch qualifiziert und weitergebildet werden können, um sie für die hohen Anforderungen an den Lehrerberuf zu qualifizieren z.b. als Bachelor mit berufsbegleitender Fortbildung zum Master. Außerdem soll der Zugang durch ein einheitliches Internetportal erleichtert, die Zugangsvoraussetzungen transparent gestaltet und eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit entwickelt werden. In der Berliner Verwaltung ist eine einheitliche Ansprechstelle für derartige Bewerberinnen und Bewerber für den Lehrerberuf einzurichten. Des Weiteren soll geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, Lehrkräften mit einem anerkannten naturwissenschaftlichen Diplomlehrer-Abschluss der DDR bzw. fristgerechter Bewährungsfeststellung die Laufbahnbefähigung für ein Lehramt in Berlin z.b. als Bachelor mit berufbegleitender Fortbildung zum Master zu erteilen. Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum zu berichten.

4 2 Hierzu wird berichtet: Die Zielsetzung und Forderung nach Erschließung des möglichen Potentials an Quereinsteigern und Quereinsteigerinnen wird aus Sicht des Senats grundsätzlich unterstützt. Hinsichtlich der Erteilung der Laufbahnbefähigung an Lehrkräfte mit Abschlüssen der DDR sind der rechtlichen Umsetzbarkeit bundesrechtliche Grenzen gesetzt. Zur Lehrerversorgung in Berlin tragen zunehmend sogenannte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bei. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger werden dann in Schulen als Lehrkräfte beschäftigt, wenn ein bestehender Fachbedarf nicht durch Laufbahnbewerberinnen und Laufbahnbewerber (mit Erster Staatsprüfung für ein Lehramt bzw. lehramtsbezogener Master of Education und Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt) gedeckt werden kann. Im Bedarfsfall werden entsprechende Stellenausschreibungen veröffentlicht. Mit dem Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes (13.LBiGÄndG) vom 04. Mai 2005 wurden in 9 Abs. 4 und 5 Lehrerbildungsgesetz (LBiG) die Möglichkeit für einen Quereinstieg in den Lehrerberuf aufgenommen, wenn nicht genügend Laufbahnbewerberinnen und Laufbahnbewerber zur Verfügung stehen. Dabei wurde der Quereinstieg verbunden mit der Aufnahme in den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst und dem Ziel der Zweiten Staatsprüfung, um auf diese Weise eine berufsqualifizierende Ausbildung für diesen Personenkreis zu sichern. Nach 9 Abs. 5 LBiG kommen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für diesen Vorbereitungsdienst in Frage, die über einen einschlägigen Diplom-, Magister- oder Masterabschluss in einem sog. Mangelfach verfügen, dieses Fach also als Hauptfach studiert haben. Die Hochschulprüfungen der einzustellenden Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger werden der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichgesetzt, wenn sich ein zweites Fach mit angemessenem Studienumfang feststellen lässt. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber erhalten unbefristete Arbeitsverträge, die mit einer auflösenden Bedingung für den Fall versehen sind, dass die Zweite Staatsprüfung nicht erfolgreich absolviert wird. In diesem Fall ist eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit einer Auslauffrist von 2 Wochen nach der schriftlichen Bekanntgabe des endgültigen Nichtbestehens der Zweiten Staatsprüfung vorgesehen. Die Ausbildung der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger erfolgt im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst, der in den inhaltlichen Anforderungen und bei der äußeren Gestaltung dem herkömmlichen Vorbereitungsdienst entspricht. Die Lehrkräfte werden Schulpraktischen Seminaren zur Ausbildung zugewiesen. Die Ausbildung erfolgt durch die Seminarleiterinnen und Seminarleiter sowie in den Fachseminaren. Die eingestellte Lehrkraft muss im Rahmen des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes selbständig Ausbildungsunterricht im Umfang von 10 Unterrichtsstunden wöchentlich erteilen. Diese Unterrichtsverpflichtung ergibt sich aus 10 der Lehrerausbildungsverordnung (LAusBO) bzw. 6 der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung vom 28. Oktober Für die Teilnahme am berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst erhält die Lehrkraft 7 Anrechungsstunden wöchentlich. Mit den darüber hinausgehenden Stunden wird die Lehrkraft mit zusätzlichem Unterricht in der Schule eingesetzt.

5 3 Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst knüpft dabei an die Erfahrungen und den Kenntnisstand der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger an. Durch das erfolgreiche Ablegen der Zweiten Staatsprüfung weisen die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger nach, dass sie den für den Lehrerberuf notwendigen Kenntnis- und Kompetenzstand erreicht haben. Die Anforderungen bei Zweiten Staatsprüfungen entsprechen den Anforderungen, die sich die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter stellen müssen, die ein lehramtsbezogenes Studium absolviert haben. Die Anzahl der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger stieg von 10 Einstellungen 2009, dann 2010 auf 25 und Zum Sommer 2012 befinden sich im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst in Berlin 121 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Diplomlehrerinnen und Diplomlehrern steht die Möglichkeit eines Quereinstiegs in den Lehrerberuf grundsätzlich auch offen. Diplomlehrerinnen und Diplomlehrer mit Bewährungsfeststellung verfügen aber bereits über eine Laufbahnbefähigung für ein Lehramt. Diplomlehrerinnen und Diplomlehrer mit einem Abschluss in zwei Fächern, aber ohne Bewährungsfeststellung, können sich um Aufnahme in den regulären Vorbereitungsdienst oder - im Falle eines Quereinstiegs - auch für den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst für das Amt des Lehrers mit fachwissenschaftlicher Ausbildung in zwei Fächern bewerben, um mit bestandener Zweiter Staatsprüfung die Laufbahnbefähigung für ein Lehramt zu erwerben. Auch in den kommenden Jahren werden weiterhin Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in den Schuldienst aufgenommen werden, um die Lehrerversorgung im Land Berlin zu sichern. Die bewährte Ausbildung in Schulpraktischen Seminaren und die Orientierung auf die Ausbildungsinhalte des Vorbereitungsdienstes hilft, die qualitativen Ansprüche an diese Lehrkräfte zu sichern. Durch die Umstellung der Ausbildung im Vorbereitungsdienst auf eine modularisierte Form mit der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung vom 28. Oktober 2011 wird es auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern erleichtert, bei den Modulen die Ausbildungsschwerpunkte so zu setzen, dass ihre individuellen Wünsche zur Berufsqualifizierung berücksichtigt werden können. Neben der Teilnahme an Pflichtveranstaltungen in der modularisierten Ausbildung im Allgemeinen Seminar der Schulpraktischen Seminare besteht die Möglichkeit, Wahlveranstaltungen zu besuchen. Entsprechende Angebote dazu werden von den Seminarleiterinnen und Seminarleitern schrittweise entwickelt. Aufgrund der Zunahme des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes ist es vorgesehen, zusätzliche Schulpraktische Seminare einzurichten, die vorrangig Teilnehmerinnen und Teilnehmer am berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst ausbilden. So werden drei Schulpraktische Seminare für die Ausbildung mit dem Ziel der Studienratslaufbahn und ein Schulpraktisches Seminar für die Ausbildung mit Ziel der Lehrerlaufbahn eingerichtet werden. Dies wird dazu beitragen, die Anzahl der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger erhöhen zu können. Entsprechende Stellen sind im Haushalt 2012/2013 ausgewiesen. Bei der anstehenden Diskussion um die Neugestaltung des Lehrerbildungsgesetzes werden die bewährten Regelungen für den Quereinstieg fortgeschrieben.

6 4 Den am Quereinstieg in den Lehrerberuf interessierten Personen steht für Bewerbungen die Internet-Homepage der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unter der Internetadresse zur Verfügung. Sowohl schulbezogene Stellenausschreibungen wie Stellenausschreibungen zur zentralen Nachsteuerung sind unter dieser Internetadressen zu finden. Ein Konzept für ein einheitliches Internetportal für alle Bewerbungen um Einstellung in den Berliner Schuldienst wird derzeit erarbeitet und anschließend technisch realisiert werden. In diesem Zusammenhang wird eine Verbesserung und Erweiterung der Informationen für interessierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger angestrebt. Eine einheitliche Ansprechstelle ist durch die zentrale Bewerbungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft bereits vorhanden. An der Optimierung der Bearbeitung von Bewerbungen wird kontinuierlich gearbeitet. Ferner beschäftigt sich zurzeit in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft eine Arbeitsgruppe mit der Verbesserung von Verfahrensabläufen bei Bewerbungsverfahren. Hierbei wird auch das Thema Quereinstieg behandelt. Ich bitte, den Beschluss damit als erledigt anzusehen. Berlin, den 12. Januar 2013 Sandra Scheeres Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft

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