Konflikten zwischen Elternhaus und Schule

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1 Konflikten zwischen Elternhaus und Schule Walter Minder lic. phil. Fachpsychologe für Psychotherapie FSP Systemberatung Krisenmanagement Weiterbildung 5400 Baden

2 Wenn s gut läuft Kind ist begeistert von LP Kind fühlt sich wohl in der Klasse Kind bringt gute Noten nach Hause Kind fühlt sich kompetent Eltern sind begeistert von LP Beziehung zw. El und LP ist freundlich und positiv

3 Doch...manchmal Entwickeln sich Kinder nicht wie erwünscht Ist die Klassenzusammensetzung nicht günstig für ein bestimmtes Kind Sind die Regeln von Elternhaus und Schule zu verschieden Belasten verschiedene Vorkommnisse das Schulklima

4 gemeinsame Interessen Kind lernt etwas Kind entwickelt sich positiv Klassenklima ist gut Beziehung zu LP ist gut Kind entwickelt gute Kompetenzen für die Zukunft (Arbeit, Lebenstüchtigkeit, Gesundheit)

5 Anerkennen, dass Konflikte zum pädagogischen Alltag gehören Die Frage ist, WIE damit umgegangen wird

6 Anerkennen, dass Lehrpersonen manchmal ungeschickt sein können Lehrpersonen manchmal Fehler machen Lehrpersonen nicht allkompetent sind dasselbe auch für Eltern gilt

7 Was Eltern von der Schule wollen Förderung des eigenen Kindes steht im Vordergrund Noten und Bewertungen müssen mit dem Zukunftsplan übereinstimmen Kind soll angemessenen Platz in der Klasse haben Dem Kind soll es gut gehen Identifikation mit dem Kind: Eltern und Kind sollen vor der Schule gut dastehen Lerninhalte sollen nicht oder nur wenig mit den familiären Ansichten kontrastieren

8 Aufgaben der LP Klasse als Ganzes steht im Vordergrund - das einzelne Kind ist zwar auch wichtig, aber jedes ist gleich wichtig Fachgerechte Förderung und Beurteilung jedes Kindes (Objektivität, Gerechtigkeit) Zielgerichteter Unterricht, so dass alle Kinder mitkommen und etwas lernen

9 Verhältnis Schule-Elternhaus Kooperation oder Kampf? Familie Kind Schule

10 Unterschiedliche System-Kulturen von Familie und Schule können Problemlösungen erschweren Familie argumentiert mit Loyalität: Wenn die Beziehung von der LP zum Kind gut wäre, gäbe es diese Probleme nicht... Oder: Der Lehrer mag unser Kind einfach nicht...er lehnt es ab... er lässt sich nicht auf die Beziehung zu ihm ein Kind muss sich in beiden Systemen zurechtfinden Schule argumentiert mit Ordnung: Wenn das Kind gelernt hätte, sich an Regeln zu halten, hätten wir diese Probleme nicht... d.h. das Kind ist nicht richtig erzogen worden

11 Was ist zu beachten? Kooperation mit Fachstellen und Fachpersonen

12 Beizug von Fachstellen und Fachpersonen Mit dem Einbezug einer Fachperson ergibt sich eine neue Situation: Folgende Fragen sollten daher geklärt werden: 1. Wer ist wofür zuständig? 2. Wie soll die Kooperation aussehen? ( Wer arbeitet für wen? Wer hat das Recht, wem einen Auftrag zu erteilen? etc.) 3. Wer ist legitimiert, das Problem (Verhaltensauffälligkeit) abschliessend zu definieren?

13 Beizug von Fachstellen und Fachpersonen Merke: Sobald ein fremdes System (Fachperson) zugezogen wird, nimmt die Bedeutung eines Problems für alle Beteiligten zu Folgerung: Beratung der Lehrperson im Hintergrund ist die mildeste Form von Intervention. Das Problem ist weiterhin nicht offiziell. Niemand muss das Gesicht verlieren. Aber: Nicht zulange warten, bis eine Fachperson beigezogen wird, wenn das Problem schlimmer wird oder sich nichts verändert

14 Schnittstellen und Kooperation Schule - Familie - Fachstellen

15 Schnittstelle Schule - Familie Schule: optimal Kooperation Schule - Familie Schule respektiert den Erziehungsauftrag der Eltern, fördert und erwartet Kooperationsbereitschaft Eltern werden in ihren Erziehungsaufgaben nicht kritisiert, nicht in Frage gestellt und nicht abgewertet Schule stellt den Eltern notwendige Informationen bereit, damit die Eltern ihre Erziehungsaufgaben optimieren können Schule schont die Eltern nicht, sondern informiert transparent über das Verhalten des Kindes Schule überlegt sich, wie das Kind innerhalb der Schule gefördert werden kann Schule macht Grenzen ihres Auftrags und ihrer Möglichkeiten deutlich und sucht mit Eltern und Fachstellen nach neuen Lösungen

16 Schnittstelle Schule - Familie Familie: optimal Kooperation Schule - Familie Familie respektiert den Unterrichtsauftrag der Schule, die Schulregeln und die Autorität der Lehrpersonen Lehrpersonen werden in ihren Bemühungen, einen guten Schulbetrieb zu garantieren, nicht abgewertet Familie weist ihr Kind ernsthaft an, die Schulregeln zu befolgen Familie überlegt sich, wie die Entwicklung ihres Kindes gefördert werden kann und übernimmt Verantwortung für die Förderung Familie zeigt sich gegenüber den LP kooperativ, auch wenn sie nicht mit allem einverstanden ist

17 Schnittstelle Schule - Familie Kooperation Schule - Familie Kind: optimal Spürt Ernsthaftigkeit der kooperativen Bemühungen zwischen Elternhaus und Schule Ist frei, d.h. es kann sich in den beiden Systemen ohne negativen Auftrag bewegen Lässt sich mehr in die Familie ein Lässt sich mehr in die Schule ein Respektiert die Schulregeln, lernt vermehrt Verändert sein Verhalten und baut Motivation auf Verlässt die Rolle des/der Problemschülers/schülerin

18 Bausteine zu einem Präventionskonzept Elternkontakte, ohne dass Probleme vorliegen (Beziehungspflege) a. Regelmässige Elterngespräche oder Kontakte KLP-Eltern (z.b. jede LP plant für das nächste Schuljahr, wie die Elternkontakte aussehen sollen) b. Austausch über das Wohlbefinden und die Spezialitäten des einzelnen Kindes (unter LP und zwischen KLP und Eltern) c. Erreichbarkeit der KLP d. Kontakte mit FLP e. Kontakte mit SL (u.a. Oeffentlichkeitsarbeit) f. Schulische Anlässe

19 Bausteine zu einem Präventionskonzept Elternkontakte, wenn Probleme vorliegen a. Erste Ansprechperson ist KLP oder FLP b. LP sind im Konfliktmanagement geschult c. Kooperation zwischen KLP und FLP sowie zwischen KLP, FLP und SL, SL und SPF funktioniert gut d. Supervision/Intervision ist im schulischen Angebot und wird genutzt e. Können die Probleme auf der Stufe KLP/FLP- Eltern nicht behoben werden, verläuft die Problembearbeitung nach Dienstweg (SL, SPF) f. SL verfügt über Instrumente und Unterstützungstools für die Problembearbeitung: g. SL definiert das Problembearbeitungsverfahren nach Rücksprache mit den Eltern, KLP/FLP und evtl. SPF h. SL macht eine Situationsanalyse oder lässt eine Situationsanalyse erstellen: Unterrichtsgestaltung, Noten/Prüfungen, Hausaufgaben, Beziehung zu den SchülerInnen, Klassenführung, Beziehung zu den Eltern, Klassen-/Unterrichtsklima, Kooperation und Absprachen der LP untereinander u.a

20 Bausteine zu einem Präventionskonzept Elternabende/ Elternmorgen a. Erwünschte Frequenz ist definiert b. Ziele dieser Art von Kontakten ist definiert c. Lehrpersonen werden auf diese öffentlichen Auftritte hin geschult d. Schule bietet den LP Unterstützung e. Rolle SPF ist definiert

21 Bausteine zu einem Präventionskonzept Elternrat (nicht jede Schule braucht einen Elternrat!) a. Rolle und Aufgaben sind definiert und werden gelebt b. Kooperation mit der Schule ist eingerichtet und funktioniert c. Schule unterstützt Elternrat Elternrat unterstützt Schule d. Abgrenzung zu den Aufgaben der Schulpflege ist geklärt

22 Bausteine zu einem Präventionskonzept Rollen/Aufgaben von Schulleitung und Schulpflege im Bereich des Konfliktmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit (Elternkontakte) sind definiert und entsprechen den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen

23 Bausteine zu einem Präventionskonzept Indirekte Prävention a. Beziehungsgestaltung zum einzelnen Kind und zur Klasse b. Klassenführung c. Regeln, Strafen und Leistungsanforderungen d. Guter Unterricht

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