Herzlich willkommen zum Impulsvortrag. Zukunftsmotor Ausbildung. Betriebliche Ausbildung zeitgemäß gestalten und organisieren

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1 Herzlich willkommen zum Impulsvortrag Zukunftsmotor Ausbildung Betriebliche Ausbildung zeitgemäß gestalten und organisieren Referent: Harald Beltz, Itzehoe

2 Zur Person Name: Harald Beltz Beruf: Lehrbeauftragter und Personaltrainer Ausbildungsaffinität: - Aufbau der Ausbildung bei der Itzehoer - Dozent und Prüfer seit > 25 Jahren - Betreuung einschlägiger Diplom(Bachelor)arbeiten - Beratung/Betreuung div. Firmen

3 Warum eine zeitgemäße Ausbildung? Fachkräftemangel/Demografischer Wandel Qualifizierter Nachwuchs für das Unternehmen Image in entsprechender Zielgruppe aufbauen Formaljuristische Anforderungen Zielgruppe an der Schwelle zur Berufstätigkeiten Motivation/Begeisterung/Identifikation der Zielgruppe

4 Formale Basis für die Ausbildung Ausbildungsordnung o Hauptziel der Ausbildung: z. B. 3 AO zu Industriekaufleuten Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass der Auszubildende zur Ausübung einer qualifizierten, an Geschäftsprozessen ausgerichteten kaufmännischen Berufstätigkeit... befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. o Richtlernziele im Ausbildungsberufsbild: z. B. 4 zu G. u. A. Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten... 4 (1) Ziff. 4.2 Teamarbeit, Kommunikation und Arbeitsorganisation o Groblernziele im Ausbildungsrahmenplan: 4 (1) Ziff. 4.2 a) Handlungskompetenzen von Mitarbeitern, Information, Kommunikation und Kooperation für Geschäftserfolg, Arbeitsleistung und Betriebsklima nutzen b) die eigene Arbeit systematisch planen, durchführen und kontrollieren c) Aufgaben im Team planen und bearbeiten, Ergebnisse abstimmen und auswerten d) Arbeits- und Organisationsmittel sowie Lern- und Arbeitstechniken einsetzen..

5 Kompetenzen Handlungskompetenz/Schlüsselqualifikationen Fachkompetenz Soziale Kompetenz Methodenkompetenz

6 Methoden Die üblichen Verdächtigen: Vier-Stufen-Methode Die Vier-Stufen-Methode wird schwerpunktmäßig bei der Unterweisung am Arbeitsplatz eingesetzt, wenn es um das Erlernen von Fertigkeiten/Techniken im psychomotorischen Lernbereich geht. Vorteile: Zielorientiert, zeitsparend und logisch durch schrittweisen Aufbau Nachteile: Ausbilderzentriert und lässt den Auszubildenden geringe Freiräume Lehrgespräch Über das Lehrgespräch wird das benötigte Wissen des kognitive Lernbereichs im gezielten Gespräch mit einzelnen Auszubildenden oder Gruppen vermittelt. Im Mittelpunkt steht dabei die Fragetechnik. Vorteile: Aktivierung zum selbstständigen Denken, kommunikative Fähigkeiten werden gefördert Nachteile: Ausbilder gibt die Richtung vor, Selbstständigkeit nicht gefördert

7 Methoden II... schon deutlich besser: Die Leittext-Methode (ähnlich: Die Projektmethode) Mit Hilfe der Leittext-Methode lässt sich das Modell der vollständigen Handlung in die Ausbildungspraxis übertragen. - Informieren: Leitfragen führen zu Kenntnissen, um die Aufgaben zu bearbeiten - Planen: Es werden Unterlagen für die Arbeitsmittel und materialien zur Verfügung gestellt - Entscheiden: Jetzt tritt der Ausbilder auf den Plan und bespricht mit den Auszubildenden die weitere Vorgehensweise ab - Ausführen: Die Auszubildenden setzen jetzt die geplanten Schritte um. Hier nimmt der Ausbilder die Rolle eines Beraters ein - Kontrollieren: In Selbstkontrolle ermitteln die Auszubildenden Abweichungen in einem Soll-/Ist-Vergleich. Dabei werden Kontrollbögen und mittel bereitgestellt - Auswerten: In einem Feedback- und Fördergespräch tauschen die Auszubildenden und der Ausbilder Erkenntnisse aus und besprechen ggf. Optimierungsmöglichkeiten

8 Methoden III Die Verbund- oder Rotationsausbildung (Triales Ausbildungssystem) Der Grundgedanke dabei ist es, dass sich verschiedene Ausbildungsunternehmen zu einem lockeren Verbund zusammenschließen, um in angemessenen Intervallen ihre Auszubildenden tage- oder wochenweise auszutauschen. Das Ziel ist es, dass die Auszubildenden über den Tellerrand ihres eigenen Ausbildungsbetriebs sehen. Beispiele: I II Bank - Versicherung - Immobilienhandel - Bausparkasse Autovermietung - Kfz. Handel - Autowerkstatt III Produktionsfirma, Metall - Gießerei - Montagebetrieb mit eigenem Vertrieb Dabei sollte es sich allerdings um Betriebe handeln, die sich fachlich ergänzen.

9 Methode IV Die Juniorfirma In der Ausbildungsform Juniorfirma wird die Ablauforganisation des Ausbildungsbetriebs in der Juniorfirma abgebildet. Dabei ist eine Gruppe von Auszubildenden dafür verantwortlich, bestimmte vergleichbare Produkte herzustellen, bzw. Dienstleistungen anzubieten, wie es das Ausbildungsunternehmen im Großen macht. Ein Beispiel: Die Auszubildenden einer Fahrradmanufaktur erhalten den Auftrag, ein spezielles Fahrrad zu entwickeln und zu produzieren. Die Auszubildenden gehen vergleichbar zur Leittext-Methode vor. Das Ergebnis:

10 Kombinierte Aus- und Weiterbildung Um die Attraktivität der Ausbildung zu erhöhen, bieten verschiedene Kammern und/oder Ausbildungsbetriebe den Auszubildenden einen sogenannten Kombi- Vertrag an. Kombiniert wird dabei ein Ausbildungsberuf nach dem Dualen System mit einer IHK-Weiterbildung zum Industriemeister oder Fachwirt an. Beispiele: Bei der Kammer Nord Westfalen kann z.b. ein Kombi-Vertrag zum Gepr. Industriemeister/-in, kompakt über 4 ½ Jahre abgeschlossen werden. Diese Aus und Weiterbildung ist nicht an ein bestimmtes Unternehmen gebunden. Die Firma Dänisches Bettenlager bietet eine dreijährige Ausbildung zum/zur Handelsfachwirt /-in an. Nach 1 ½ Jahren wird eine Prüfung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel abgelegt und anschließend im unternehmenseigenen Bildungszentrum auf die IHK-Prüfung vorbereitet.

11 Ausbildungskompetenz Um diese Formen der Ausbildung zu gewährleisten, bedarf es geeigneter Ausbilderinnen und Ausbilder, die diese Methoden auch transferieren können. Die einmalige Ausbildung nach der AEVO reicht hier in aller Regel nicht aus, bzw. die Ausbildungsverantwortlichen benötigen die entsprechenden Freiräume, sich diese Methoden näher zu bringen und die notwendigen Materialien zu erstellen. Das muss Gegenstand der Unternehmensphilosophie sein. Fachkompetenz Soziale Kompetenz Methodenkompetenz Erfolgreich sind die Menschen (Unternehmen), die das, was sie wissen, auch tun! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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