Mitteilung Nr. 5 / Juli 2010

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1 Mitteilung Nr. 5 / Juli 2010 Erdbebenversicherung in der Schweiz Das vorläufige Aus für eine gesamtschweizerische Lösung [aktualisiert] Die Jahre dauernde, ursprünglich vom Bund angestossene und später von den Versicherungen übernommene Diskussion für eine gesamtschweizerische Erdbebenversicherung ist vorläufig beendet. Zwischen dem Hauseigentümerverband, dem Versicherungsverband und dem Pool für Erdbeben-Deckung konnte kein Konsens erreicht werden, das ergab ein Gespräch am Montag. Insbesondere der obligatorische Charakter einer solchen Institution sei umstritten geblieben, sagte Peter W. Schneider, Direktor des Interkantonalen Rückversicherungsverbandes. Hauseigentümer und Politik hätten ihm die Unterstützung versagt. Das Prinzip der Erdbebenversicherung hätte eine einheitliche Prämie und einen ebensolchen Selbstbehalt für die Eigentümer im ganzen Land vorgesehen. Die Schweiz weist eine mässige bis mittlere Erdbebengefährdung auf. Vor allem im Wallis und in der Region Basel ist diese aber erhöht. Als gefährdet gelten zudem das St. Galler Rheintal, die Zentralschweiz und das Engadin. Wir empfehlen weiterhin die private Abdeckung des Erdbebenrisikos. 1 1 Quelle: Bund, Juli 2010

2 Mitteilung Nr. 2 / März 2009 Erdbebenversicherung in der Schweiz Obligatorische Versicherung kurz vor dem Aus [aktualisiert] Bislang gibt es noch keinen vorgeschriebenen Versicherungsschutz für Erdbeben. Der Versicherungsverband hat dem Bundesrat zwar einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, doch die vor eineinhalb Jahren heiss diskutierte Obligatorische Versicherung scheint kurz vor dem Aus. Der Bundesrat werde den Vorschlag der Versicherer gar nicht erst diskutieren, solange der Hauseigentümerverband nicht mit von der Partie sei, heisst es im Finanzdepartement. Die Versicherung eines Hauses im Wert von einer Million Franken soll etwa 80 Franken im Jahr kosten. Der Selbstbehalt läge bei 10 Prozent und die maximale Deckungssumme bei 20 Milliarden Franken. Diese Konditionen lehne die Mehrzahl der Hauseigentümer ab, sagt Rudolf Steiner, Präsident des Hauseigentümerverbandes. Die Solidarität sei begrenzt. Die Bewohner der weniger gefährdeten Gebiete seien kaum bereit, höhere Risiken von anderen Versicherten zu tragen. 2 2 Quelle: Bund, 2. April 2009

3 Mitteilung Nr. 10 / November 2007 Erdbebenversicherung in der Schweiz [aktualisiert] Die geplante schweizerische Erdbebenversicherung verzögert sich um mindestens ein Jahr. Der Wunschtermin vom sei nicht mehr realistisch, neuer Zieltermin ist der , wie die Vereinigung kantonaler Feuerversicherer (VKF) mitteilte. Die Abklärungen der letzten Monate hätten zwar ergeben, dass eine landesweite Erdbebenversicherung machbar sei und für die Kunden die günstigste Lösung darstelle. Nun stehe die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen an. Dies und die damit verbundene politische Meinungsbildung könnten Verzögerungen zur Folge haben und mehr Zeit in Anspruch nehmen als vorgesehen, heisst es. Die flächendeckende Erdbebenversicherung ist ein gemeinsames Projekt von VKF und des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Privatversicherungen (BPV). 3 3 Quelle: Borsalino.ch vom

4 Mitteilung Nr. 6 / Juli 2007 Erdbebenversicherung in der Schweiz [aktualisiert] Unter der Beteiligung des Bundesamts für Privatversicherungen als Moderator haben die von den kantonalen Gebäudeversicherern, den Privatversicherern (SVV) und dem Hauseigentümerverband (HEV) gemeinsam vorangetriebenen Projektarbeiten zur Schaffung einer Schweizer Erdbeben- Versicherung offenbar einiges an Kontur gewonnen. Die Hauseigentümer betonen, weder der Einführungszeitpunkt die Rede ist vom 1. Januar 2009 noch die Prämiensätze seien definiert. Gleichzeitig wird die Forderung erhoben, dass die Versicherungsprämie deutlich unter 0.1 o/oo des versicherten Werts zu liegen kommen müsse. Während der SVV von einer jährlichen Prämie von rund 50 Fr. für ein Einfamilienhaus mit einem Gebäudewert von 0.5 Mio. Fr. spricht, tritt der HEV für einen niedrigeren Betrag im Falle einer obligatorischen Erdbebenversicherung ein. Die wichtigsten Eckpunkte für eine Schweizerische Erdbeben-Versicherung dürften damit wohl gesetzt sein. Dazu gehört zwingend, dass sich die 19 kantonalen Gebäudeversicherer und die privaten Versicherer, die in den sieben Gustavo-Kantonen (Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Wallis und Obwalden) aktiv sind, am selben Strick ziehen. Da Erdbeben enorme Schäden verursachen können, ist das Design einer Versicherung ziemlich anspruchsvoll. Ab einer gewissen Obergrenze wird der Staat bereitstehen müssen. Einig sind sich die drei Parteien jedenfalls, dass die Öffentlichkeit für die Erdbeben-Gefahr stärker sensibilisiert werden und die Investitionen in erdbebensichere Bauten sich auszahlen müssen. Immer noch gehen viele Schweizer von der irrigen Annahme aus, ihre Feuer-Police enthalte eine Erdbeben-Deckung. Abgesehen von einer Verstärkung der präventiven Massnahmen sieht das auf eine landesweite Versicherungsdeckung von rund 10 Mrd. Fr. zielende Modell einheitliche Selbstbehalte und uniforme Prämiensätze für alle vor. Ob und wann in den einzelnen Kantonen dieses Projekt den nötigen politischen Sukkurs finden wird, ist schwierig zu prognostizieren. 4 4 Quelle: NZZ vom

5 Mitteilung Nr. 4 / Oktober 2006 Erdbebenversicherung in der Schweiz Ein heftiges Erdbeben kommt in der Schweiz selten vor, doch es kann riesige Schäden anrichten. In der Öffentlichkeit wird das Thema Erdbeben kaum wahrgenommen. Besonders sorglos zeigen sich Privatpersonen. In einer Studie des Forschungsinstituts Gfs Bern von 2005 im Auftrag des Schweizerischen Versicherungsverbandes räumten rund 73 % der Befragten einem solchen Ereignis eine kleine bis gar keine Wahrscheinlichkeit ein. Erschwerend kam dazu, dass nur 22% der Befragten wussten, dass herkömmliche Hausratversicherungen oder die Elementarschadenversicherung keine Erdbebenschäden abdecken. Ähnlich wie Private beschäftigt sich auch das Gewerbe kaum mit dem Thema Erdbeben. Zwar hat der Gewerbeverband via Branchenzeitung kürzlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht, doch das Feedback der Unternehmen war gering. Selbst Grosskonzerne sind teilweise nicht gegen Erdbeben versichert. So hat z.b. Roche laut Sprecherin Martina Rupp keine Versicherung abgeschlossen. Dass die Schweiz auch der Kategorie Erdbebenland zuzuteilen ist, bestätigt auch der Erdbebendienst der ETH Zürich. Obwohl das letzte grosse Beben in Basel (1356) und kleinere Beben in Rawil (1946) und Stans (1964) schon einige Zeit zurückliegen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass morgen oder 2007 ein starkes Beben eintritt, tief. In den nächsten 100 bis 150 Jahren ist aber ein heftigeres Beben der Stärke 6 oder grösser zu erwarten. Die Privatversicherer haben aus den grossen Unwetterschäden gelernt. Parallel zu den Bemühungen, den Elementarschadenpool zu vervierfachen, laufen die Bemühungen per Anfang 2008 eine flächendeckende Erdbeben Versicherung zu lancieren. Der Pool soll rund 10 Mrd. Fr (heute 3 Mrd. Fr) umfassen. Aber auch ein Pool von 10 Mrd. Fr dürfte aber bei einem Grossereignis unterdotiert sein. Was ist also zu tun? Prävention ist der erste Schritt. Neue Gebäude sollten den Risiken entsprechend erdbebensicher gebaut werden. Zwar gibt es heute verschärfte Baunormen, doch diese können wegen kantonaler Regelungen schwer umgesetzt werden. Im Weitern ist der Abschluss einer Erdbebenversicherung in jedem Fall zu empfehlen. Umso mehr wenn man bedenkt, dass heute Wohneigentum zu grossen Teilen aus Guthaben der beruflichen Vorsorge finanziert oder Hypotheken mittels Verpfändung des Vorsorgeguthabens abgesichert werden. Die Prämie beläuft sich auf ca % der Versicherungssumme. FAKTEN Die Versicherungen Derzeit existiert keine flächendeckende Versicherung gegen Erdbebenschäden. Kantonale Gebäude- und Privatversicherer haben auf freiwilliger Basis Reserven von ca. 4 Mrd. Fr bereitgestellt. Bedingung für eine Deckung ist eine gewisse Erdbebenstärke. Leistungsbezüger haben nicht automatisch Anspruch auf Schadenszahlung. Versicherungsangebote internationaler Anbieter sind relativ teuer. Die Versicherten Die meisten Privatpersonen und KMU sind nicht gegen Erdbeben versichert. Grosskonzerne verfügen vielfach über ein internationales Assekuranzprodukt 5 5 Quelle: Handelszeitung Nr. 33 August 2006

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