Asset Management bei Pensionskassen Internationale Benchmarkstudie

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1 Asset Management bei Pensionskassen Internationale Benchmarkstudie Eine Analyse im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung / / 1

2 Inhaltsverzeichnis ZUSAMMENFASSUNG AUSGANGSSITUATION DER BERUFLICHEN VORSORGE STRUKTUR DER BERUFLICHEN VORSORGE IN DEN UNTERSUCHTEN LÄNDERN AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN FÜR PENSIONSKASSEN IN DER SCHWEIZ KONZEPTION DER STUDIE HYPOTHESEN VORGEHEN IM RAHMEN DER STUDIE ERGEBNISSE DER STUDIE ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESEN ASSET ALLOKATION Durchschnittliche Asset Allokation und Bandbreiten Heimische Währung und Fremdwährungspositionen Zusammensetzung der Alternativen Anlagen Heterogenität der Asset Allokation RENDITE Bruttorendite Nettorendite KOSTEN Entwicklung und Höhe der Kosten Zusammenhang zwischen Asset Allokation, Land und Kosten APPENDIX A. GLOSSAR ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS C. FRAGEBOGEN / EINE ANALYSE IM AUFTRAG DER SCHWEIZERISCHEN BANKIERVEREINIGUNG / II

3 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Wertschöpfungskette von Pensionskassen... 5 Abbildung 2: Assets under Management in Mrd. USD für die Jahre 2000 und Abbildung 3: Assets under Management im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt für die Jahre 2000 und 2010 in %... 9 Abbildung 4: Anteil Leistungsprimat vs. Beitragsprimat im Jahre 2010 gemessen am verwalteten Vermögen Abbildung 5: Asset Allokation Abbildung 6: Asset Allokation nach heimischer und Fremdwährung in Abbildung 7: Asset Allokation nach Klassen und Heimischer sowie Fremdwährung in Abbildung 8: Asset Allokation in Alternative Anlagen in Abbildung 9: Anteil der Pensionskassen mit Alternativen Anlagen in Abbildung 10: Durchschnittliche jährliche Bruttorendite ( ) Abbildung 11: Entwicklung der Bruttorenditen in % ( ) Abbildung 12: Entwicklung ausgewählter Indizes ( ) Abbildung 13: Überschuss nach risikolosem Zins und Kosten in % nach Ländern (Ø ) Abbildung 14: Überschuss nach risikolosem Zins pro Jahr und Land Abbildung 15: Überschuss nach risikolosem Zins und Kosten pro Jahr und Land Abbildung 16: Durchschnittliche Gesamtkosten in bp ( ) Abbildung 17: Kostenentwicklung von Pensionskassen in bp ( ) Abbildung 18: Kosten in bp pro Kostenart und Land in Abbildung 19: Verteilung der Vermögensverwaltungskosten nach Anlageklasse in der CH und NL in Abbildung 20: Verteilung der Vermögensverwaltungskosten nach Anlageklasse in den UK und USA Abbildung 21: Kosten in bp der AuM pro Kostenart und Land in / EINE ANALYSE IM AUFTRAG DER SCHWEIZERISCHEN BANKIERVEREINIGUNG / III

4 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Anlagevorschriften nach BVV2 Alt und Neu (ab mit Übergangsfrist von 2 Jahren) Tabelle 2: Anzahl ausgewertete Pensionskassen unterteilt nach Land und AuM Tabelle 3: Bandbreite der Asset Allokationen nach Ländern in Tabelle 4: Einjahres-Libor in der jeweiligen Währung / EINE ANALYSE IM AUFTRAG DER SCHWEIZERISCHEN BANKIERVEREINIGUNG / IV

5 Zusammenfassung In der Schweiz und anderen entwickelten Ländern geraten Pensionskassen zunehmend unter Druck, um den Erwartungen ihrer Anspruchsgruppen wie Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Regulatoren, Behörden und Öffentlichkeit gerecht zu werden. Der Leistungsdruck bezieht sich insbesondere auf die durch Pensionskassen erzielten Anlagerenditen, die dazu eingegangen Anlagerisiken sowie die Kosten. Wesentliche Treiber hinter diesem Leistungsdruck sind u.a. die demographische Entwicklung, die Unsicherheit betreffend der langfristig erzielbaren Anlagerenditen wie auch das aktuell tiefe Zinsniveau. Vor diesem Hintergrund ist es interessant zu untersuchen, ob die Leistungsfähigkeit von Pensionskassen in der Schweiz höher als in anderen entwickelten Ländern ist und, wenn ja, wie solche Unterschiede erklärt werden können. Zu diesem Zweck wurde die vorliegende Studie durchgeführt. Im Untersuchungsumfang der Studie ist im Wesentlichen ein Vergleich der Asset Allokation, Renditen und Kosten von Pensionskassen zwischen den Ländern Schweiz, Grossbritannien, Niederlanden und USA im Zeitraum Wie die Studie zeigt, behaupten sich die Schweizer Pensionskassen im internationalen Vergleich gut in Bezug auf den Zielkonflikt zwischen Rendite, Risiko und Kosten. Im Detail sind die Ergebnisse der Studie wie folgt. Asset Allokation Traditionell stellen Obligationen und Aktien die wichtigsten Anlageklassen der Pensionskassen dar. Dies bestätigt sich auch für die untersuchten Pensionskassen. Der Anteil von Obligationen und Aktien fällt je nach Land aber unterschiedlich hoch aus. So hielten Schweizer Pensionskassen im internationalen Vergleich mit 68% ihres Portfolios in Obligationen oder Aktien den niedrigsten Anteil. In Grossbritannien hingegen lag dieser Anteil mit 83% am höchsten. Anlagen in Immobilien nahmen bei Schweizer Pensionskassen eine relativ bedeutende Stellung ein. International lag die Schweiz damit an erster Stelle. Mit knapp 18% lagen Schweizer Pensionskassen um mehr als das Doppelte über dem entsprechenden Wert der Niederlande von 8%. Grossbritannien und die USA hatten einen noch geringeren Anteil mit 5% bzw. knapp 7%. Bei den Cash- und Geldmarktpositionen fällt im internationalen Vergleich der grosse Portfolioanteil bei Schweizer Pensionskassen auf. Mit knapp 7% war dieser mehr als doppelt so hoch wie in den anderen Ländern. 1

6 Positionen in einheimischer Währung dominierten die Asset Allokation in allen Ländern. So bestanden in der Schweiz knapp 70% aller Anlagen in CHF. Ein ähnlicher Wert ergibt sich für die Niederlande. Lediglich in Grossbritannien und den USA fielen die jeweiligen Anteile an ausländischen Währungspositionen mit 24% bzw. 19% geringer aus. Die Schweiz zeigte die geringste Heterogenität der Asset Allokation, d.h. die Asset Allokationen von Schweizer Pensionskassen waren untereinander relativ ähnlich. Eine vergleichbar niedrige Abweichung konnte für die Niederlande festgestellt werden. Die grösste Heterogenität wiesen Pensionskassen in Grossbritannien aus. Die Schweizer Pensionskassen diversifizierten das Anlageportfolio relativ stärker und erreichten so eine niedrigere Volatilität der Rendite als Kassen anderer Länder; Schweizer Pensionskassen waren im Vergleich zu anderen Ländern durchschnittlich in einer grösseren Anzahl Anlageklassen investiert und zeigten einen vergleichsweise hohen Diversifikationsgrad. Renditen Die von Pensionskassen erwirtschafteten Nettorenditen 1 lagen in Grossbritannien auf einem höheren Niveau als in der Schweiz, den Niederlanden und den USA. Was die Bruttorendite betrifft, so war diese in der Schweiz am geringsten, wobei wir der Nettorendite die grössere Relevanz beimessen. Die Pensionskassen, welche eine breit diversifizierte Anlagestrategie verfolgten, beispielsweise auch durch den Einsatz alternativer Anlagen, erreichten ein besseres Verhältnis von Rendite zu Risiko. Obwohl die Zeitreihe der Daten zu kurz ist, um Kennzahlen zu der Risiko-/ Rendite-Relation wie z.b. den Sharpe Ratio zu berechnen, fällt die im internationalen Vergleich relativ geringe Volatilität der Rendite von Schweizer Pensionskassen auf. Es liegt nahe, dass diese tiefe Volatilität u.a. begründet ist in der im Vergleich zu ausländischen Leitindizes in der Betrachtungsperiode relativ geringen Volatilität des Swiss Market Index (SMI) sowie in dem bei Schweizer Pensionskassen relativ hohen Anteil an (Schweizer) Immobilien, welche in der Betrachtungsperiode vergleichsweise wertstabil waren; sicher hat auch die unabhängig davon hohe Diversifikation der Anlagen von Schweizer Pensionskassen einen Beitrag zur geringen Volatilität geleistet. 1 Nach Abzug des risikolosen Zinssatzes und den Gesamtkosten einer Pensionskasse 2

7 Kosten Die von Pensionskassen generierten Kosten 2 waren in der Schweiz auf einem tieferen Niveau als in den Niederlanden, Grossbritannien und den USA; auch war die Schweiz das einzige der vier Länder mit einem in der Betrachtungsperiode sinkenden Kostenniveau. Treiber der Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind im Wesentlichen: Die Vermögensverwaltungskosten sind unterschiedlich hoch pro Anlageklasse, beispielsweise führen Alternative Anlagen zu höheren Vermögensverwaltungskosten als Obligationen Die länderspezifische Asset Allokation führt zu höheren Kosten, wenn stärker in teure Anlageklassen investiert wird z.b. sind US-Amerikanische Pensionskassen eher als Schweizer Pensionskassen in relativ kostenintensive Private Equity Anlagen investiert Unabhängig von der Anlageklasse sind die Vermögensverwaltungskosten unterschiedlich hoch pro Land beispielsweise sind diese in den USA deutlich höher als in der Schweiz 2 Gesamtkosten, d.h. Vermögensverwaltungskosten, Verwaltungskosten, Marketing- und Werbekosten, soweit diese zuverlässig ermittelt werden konnten. Vgl. dazu auch die Ausführungen in Absatz auf Seite 31 f. dieser Studie. 3

8 1. Ausgangssituation der beruflichen Vorsorge Das Geschäftsmodell von Pensionskassen besteht in der Generierung von Einnahmen (oder Mittelzuflüssen) hauptsächlich aus Beiträgen und Einlagen 3 sowie den Nettoerträgen aus Kapitalanlagen. Die Ausgaben (oder Mittelabflüsse) bestehen aus unterschiedlichsten Komponenten wie Rentenzahlungen und Austritts- sowie Kapitalleistungen. Kostentreiber sind die administrativen Aufwendungen, Vermögensverwaltungskosten und Rückversicherungskosten. Am Anfang der Wertschöpfungskette einer Pensionskasse (siehe Abbildung 1) steht die Beratung der Arbeitgeber bzw. Arbeitnehmer und damit letztlich vor allem bei den Sammelvorsorgeeinrichtungen auch die Gewinnung von Kunden. In der Betreuung bestehender Kunden spielt der Bereich der Versichertenadministration eine wichtige Rolle; dieser Bereich beinhaltet u.a. die Bearbeitung administrativer Geschäftsvorfälle wie Dienstein- / Austritt, Kapitalbezug, Erreichung des Rentenalters etc. Die nachgelagerten Wertschöpfungsstufen der Vorsorgebuchhaltung, Aktuariat, Kapitalanlage sowie Reporting & Compliance sind die wesentlichen Elemente, welche für die Netto-Performance einer Pensionskasse ausschlaggebend sind sei es als Kostentreiber oder im Falle der Kapitalanlage auch als Treiber der Anlagerendite. Eine wesentliche Wertschöpfungsstufe stellt das Aktuariat dar, da es sicherstellt, dass die technischen Rückstellungen (Deckungskapital) ausreichend bemessen sind, um den Verpflichtungen gegenüber den Destinatären jederzeit nachzukommen. Aufgrund von Effizienz- und Qualitätsvorteilen haben viele Pensionskassen einzelne Aspekte letztgenannter Wertschöpfungsstufen ausgelagert oder nehmen externe Unterstützung in Anspruch. Bereiche, welche häufig durch externe Unterstützung betrieben werden sind z.b.: Definition der strategischen und taktischen Asset Allokation (Beispielsweise durch externe Mitglieder des Anlageausschusses) Selektion externer Asset Manager (durch Vergabe von entsprechenden Selektionsaufträgen an externe Berater) Betrieb der Anlagebuchhaltung und des Investment Controllings (Vergabe an Externe im Sinne eines Outsourcings) Betrieb des Portfoliomanagements (oftmals vergeben an Externe Vermögensverwalter, separat pro Anlageklasse) Am Ende der Wertschöpfungskette steht die Auszahlung der Leistungen. Weitere Erklärungen der einzelnen Wertschöpfungsstufen finden sich in Abbildung 1. 3 Einmaleinlagen und Freizügigkeitseinlagen 4

9 Wertschöpfungskette von Pensionskassen Beratung der Arbeitgeber / -nehmer Versicherten- Administration Vorsorge- Buchhaltung Asset Allokation Risk Management Portfolio Mgmt. Kapitalanlage Operations Aktuariat Anlagebuchhaltung Controlling Reporting & Compliance Auszahlung der Leistungen Erarbeitung der richtigen Vorsorgelösung für das Unternehmen, diesbezügliche Beratung Beratung der Mitarbeiter betreffend allfälliger Wahlmöglichkeiten (z.b. Vorsorgepläne), oft in Zusammenarbeit mit HR Verarbeitung von Mitarbeiter Zu- und Abgängen Buchführung über Versicherte Beantwortung von administrativen Anfragen der Versicherten Erstellung Versicherungsaus weis Führung technischer Buchhaltung und Fakturierung der Beiträge / Verrechnung der Beitragszahlungen Buchhaltung über Beiträge, Vorsorge- Vermögen, Leistungen Definition der strategischen und taktischen Asset- Allokation in Abhängigkeit der Verpflichtungen (häufig unterstützt durch Berater) Verfassung / Aktualisierung der Anlagerichtlinien Selektion externer Asset Manager bzw. Betrieb eines eigenen Portfolio-Managements Betrieb der typischen Operations-Prozesse wie Stammdatenpflege, Corporate Actions, Bewertung, Trade Processing, Cash Processing (oftmals in Zusammenarbeit mit externen Depotstellen / Banken) Betrieb der Wertschriftenbuchhaltung mit typischen Prozessen wie Abschluss, Kontoabstimmung, Positions-Buchhaltung (teilweise ausgelagert) Betrieb des Investment-Controllings mit typischen Bestandteilen wie Rendite- & Performancekalkulation, Performane-Attribution, Analyse der Anlagerisiken, Analyse der Asset- Allokation, Überprüfung der Einhaltung der Anlagerichtlinien etc. (oftmals ausgelagert) Berichterstattung gegenüber Versicherten, Arbeitgeber und Behörden Erstellung des Geschäftsberichts und der Jahresrechnung Sicherstellung der Einhaltung der regulatorischen und rechtlichen Vorschriften Abwicklung der Auszahlungen (z.b. Renten, Kapitalleistungen) Abbildung 1: Wertschöpfungskette von Pensionskassen In der Schweiz und anderen entwickelten Ländern geraten Pensionskassen zunehmend unter Druck, um den Erwartungen ihrer Anspruchsgruppen wie Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Regulatoren, Behörden und Öffentlichkeit gerecht zu werden. Der Leistungsdruck bezieht sich insbesondere auf die durch Pensionskassen erzielten Anlagerenditen, die dazu eingegangen Anlagerisiken sowie die Kosten. Wesentliche Treiber hinter diesem Leistungsdruck sind u.a. die demographische Entwicklung, die Unsicherheit betreffend der langfristig erzielbaren Anlagerenditen wie auch das aktuell tiefe Zinsniveau Struktur der beruflichen Vorsorge in den untersuchten Ländern Im Untersuchungsumfang der vorliegenden Studie ist ein Vergleich von Kosten und Renditen von 116 Pensionskassen in den Ländern Schweiz, Grossbritannien, Niederlanden und USA. Betreffend der beruflichen Vorsorge bestehen aber Unterschiede zwischen diesen Ländern, beispielweise in Bezug auf das Anlageuniversum, die Deckungserfordernisse oder Vorschriften zur Bewertung von Aktiven und Passiven. Damit dennoch Vergleiche zwischen Pensionskassen in den vier Ländern angestellt werden konnten, wurden die wesentlichen Unterschiede zwischen den Ländern analysiert; in diesem Kapitel wird als Basis dazu die Struktur der beruflichen Vorsorge in den unterschiedlichen Ländern beschrieben und anschliessend verglichen. Schweiz In der Schweiz ist die berufliche Vorsorge obligatorisch für alle Arbeitnehmenden, welche einen Lohn von aktuell über CHF pro Jahr erwirtschaften. Diese berufliche Vorsorge wird auch als 2. Säule bezeichnet. Obligatorisch versichert ist der Lohn bis zu einer Höhe von aktuell CHF , wobei die meisten Pensionskassen auch einen Teil des allfällig darüber liegenden Lohnanteils einbeziehen. Die zu leistenden Beiträge variieren je nach 5

10 Alter und Geschlecht des Arbeitnehmenden und dürfen eine vom Gesetzgeber festgelegte Mindestquote des Lohnes nicht unterschreiten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, mindestens denselben Beitrag wie der Arbeitnehmer zu leisten. Die Leistungspläne der meisten Pensionskassen gehen weiter als das oben beschriebene gesetzliche Obligatorium. Die berufliche Vorsorge beginnt am 1. Januar nach der Vollendung des 17. Altersjahres mit dem Schutz auf Invalidität und Tod und wird ergänzt mit dem Alterssparen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres. Sie endet mit dem Eintritt des ordentlichen Rentenalters von derzeit 65 Jahren für Männer und 64 Jahren für Frauen. Grundsätzlich gibt es wie in vielen Ländern üblich auch in der Schweiz zwei Arten von Pensionskassenplänen, solche die nach dem Leistungsprimat oder dem Beitragsprimat organisiert sind, sowie hybride Formen, als Kombination dieser beiden Basisformen. Beim Leistungsprimat hängt die Altersleistung von der Höhe des versicherten Lohnes ab. Die Pensionskasse garantiert eine fixe Rente in Form eines Prozentsatzes des versicherten Lohnes bei gutem Anlageergebnis teils auch mit zusätzlicher Leistungserhöhung unabhängig von der allfällig schlechten Anlagerendite und der demographischen Entwicklung. Beim Beitragsprimat bemisst sich die Altersleistung nach dem vorhandenen Sparguthaben, d.h. die während der aktiven Erwerbszeit erwirtschaftete Anlagerendite und die versicherungstechnischen Grundlagen zur Lebenserwartung haben einen grossen Einfluss auf den Vorsorgeanspruch der versicherten Person. In der Schweiz wird nur eine Minderheit der Pensionskassenpläne nach dem Leistungsprimat geführt. Die überwiegende Mehrheit 4 der Schweizerischen Pläne werden nach einem hybriden Modell geführt; denn die durch den Bundesrat festgelegte Mindestverzinsung des Vorsorgekapitals von aktuell mindestens 2% p.a. sowie der gesetzlich vorgeschriebene Umwandlungssatz zur Berechnung der Rente bei gegebenem Vorsorgekapital lassen sich nicht mit den Grundzügen eines reinen Beitragsprimats vereinbaren, gehen allerdings auch nicht so weit wie ein reines Leistungsprimat. Niederlande Anders als in der Schweiz besteht in den Niederlanden für die Mehrheit der Arbeitstätigen kein gesetzliches Obligatorium zur beruflichen Vorsorge; stattdessen wird die berufliche Vorsorge in weit verbreiteten Gesamtarbeitsverträgen geregelt und ist dadurch quasiobligatorisch. Für bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise Ärzte, existiert ein gesetzliches Obligatorium, sich einem Pensionskassenplan anschliessen zu müssen. Die Höhe der Beiträge in die Vorsorgeeinrichtung ist eine Frage der Verhandlung der Gesamtarbeitsverträge. Im Allgemeinen beträgt der Beitrag seitens des Arbeitgebers 75%, die Arbeitnehmenden tragen die restlichen 25%. Das offizielle Rentenalter für Männer und Frauen liegt derzeit bei 65 Jahren. 4 Bundesamt für Statistik: Pensionskassenstatistik auf 6

11 In den Niederlanden werden über 90% der Pensionskassenpläne nach dem Leistungsprimat geführt. Allerdings gewinnen Beitragsprimatpläne und hybride Modelle zunehmend an Bedeutung. Grossbritannien In Grossbritannien wird die berufliche Altersvorsorge durch den Arbeitgeber oft auf freiwilliger Basis angeboten, um entweder die staatliche obligatorische Leistung 5 aufzustocken oder aus dem vom Staat angebotenen Schema auszusteigen ( Contracting out ). Bei letzterem müssen die Arbeitgeber eine Bewilligung der Aufsichtsbehörde erteilt bekommen und Leistungen sicherstellen, die mindestens den staatlichen Mindestrenten entsprechen. Das offizielle Rentenalter liegt für Männer bei 65 und für Frauen bei 60 Jahren. Rund 60% der Vorsorgepläne sind nach dem Leistungs- und rund 40% nach dem Beitragsprimat geführt. USA In den USA ist die berufliche Vorsorge zwar freiwillig, die meisten Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitenden jedoch Vorsorgeleistungen an. Die Pläne werden entweder durch Versicherungsverträge oder Treuhandarrangements des Arbeitgebers organisiert. Die Anlagestrategie wird vom Arbeitgeber bestimmt. Im Normalfall muss der Arbeitnehmende in den USA keine Beiträge leisten, ausser beim 401(k) Beitragsprimatsplan. Dabei handelt es sich um einen Plan, der nach dem entsprechenden Paragraphen des Einkommensteuergesetzes benannt wurde. Der 401(k) Plan ist ein reiner Sparplan, der bis zur Höchstgrenze für den Arbeitnehmer steuerlich abzugsfähig ist. Der Arbeitgeber ergänzt diese Beiträge um 50% der vom Arbeitnehmenden geleisteten Beiträge, jedoch maximal bis zu einer Höhe von 6% des jeweiligen Lohnes des Arbeitnehmenden. Im Rahmen verschiedener Anlagefonds kann der Arbeitnehmende bis zu einem gewissen Grad selbst über die Höhe des eingegangenen Anlagerisikos entscheiden. Der Arbeitgeber hat aber die Pflicht, den Arbeitnehmenden über das Anlagerisiko zu informieren. Der Arbeitnehmende ist dabei nicht geschützt gegen allfällige Verluste seines Sparguthabens und trägt somit das volle Anlagerisiko. Das normale Renteneintrittsalter liegt in den USA bei 65 Jahren. Rund 60% der Vorsorgepläne sind nach dem Beitrags- und rund 40% nach dem Leistungsprimat geführt. Vergleich zwischen den vier Ländern In der Schweiz, den Niederlanden, Grossbritannien und den USA gibt es aufgrund der oben beschriebenen Ausgangslage signifikante strukturelle Unterschiede. In den folgenden Abschnitten werden Unterschiede in den folgenden Themenbereichen beschrieben: 5 Staatlich obligatorisches Schemata ist die State Second Pension (S2P), welche eine staatliche Mindestrente gewährleistet 7

12 Freiwilligkeit vs. Obligatorium Assets under Management Leistungs- vs. Beitragsprimat Regulatorische Vorschriften in Bezug auf Asset Allokation Freiwilligkeit vs. Obligatorium Ein bedeutendes Charakteristikum der beruflichen Vorsorge besteht in einem gesetzlich geschaffenen Obligatorium bis hin zur vollständigen Freiwilligkeit. Die Pensionskassenmärkte in der Schweiz und den Niederlanden haben gemeinsam, dass sie ein Obligatorium oder Quasiobligatorium für den Arbeitgeber darstellen. In den USA und Grossbritannien gelten die Vorsorgeeinrichtungen als freiwillig für den Arbeitgeber. Assets under Management Die durch Pensionskassen verwalteten Vermögen ( Assets under Management, Abkürzung AuM) fallen in den untersuchten Ländern unterschiedlich gross aus. Dies erklärt sich zum einen durch die hohen Unterschiede bezüglich der Anzahl der Arbeitnehmenden je Land, zum anderen aber auch durch die Höhe der jeweils geleisteten Beiträge. In Abbildung 2 werden die AuM pro Land für die Jahre 2000 und 2010 aufgeführt. Die Schweiz weist die geringsten AuM auf, die USA die mit grossem Abstand höchsten. +51% 15,265 10, % +134% +113% 1, ,256 2,279 CH NL UK USA AuM 2000 (USD Mrd.) AuM 2010 (USD Mrd.) Abbildung 2: Assets under Management in Mrd. USD für die Jahre 2000 und Daten aus: Towers Watson: Global Pension Asset Study

13 Setzt man die AuM der Pensionskassen ins Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt des jeweiligen Landes, zeigt sich ein anderes Bild (siehe Abbildung 3). Die Niederlande hat mit 134% das relativ grösste Vorsorgevermögen, gefolgt von der Schweiz mit 126% bis zu den USA mit 104%. Mögliche Treiber hinter diesen Unterschieden sind unterschiedliche Systeme der beruflichen Vorsorge wie oben beschrieben die in der Schweiz und den Niederlanden im Vergleich zu Grossbritannien und den USA leicht höhere Lebenserwartung und das leicht höhere durchschnittliche Alter der Bevölkerung 134% 124% 126% 114% 101% 102% 104% 85% CH NL UK USA AuM in BIP % im 2000 AuM in BIP % im 2010 Abbildung 3: Assets under Management im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt für die Jahre 2000 und 2010 in % 7 7 Daten aus: Towers Watson: Global Pension Asset Study

14 Leistungs- vs. Beitragsprimat Die Systeme der beruflichen Vorsorge in den vier Ländern unterscheiden sich auch in Bezug auf die Verbreitung von Leistungs- und Beitragsprimatspläne (siehe Abbildung 4). In den USA überwiegt das Beitragsprimat. In der Schweiz dominiert ein beitragsprimatsähnliches hybrides Modell, welches im Gegensatz zum reinen Beitragsprimat eine Mindestverzinsung sowie einen vorgeschriebenen Umwandlungssatz vorsieht. In Grossbritannien überwiegt mit knapp 60% das Leistungsprimat. In den Niederlanden dominiert das Leistungsprimat mit über 90%. 100% 8% 39% 60% 56% 50% 92% 61% 40% 44% 0% CH NL UK USA Leistungsprimat in % (Defined Benefit) Beitragsprimat in % (Defined Contribution) Abbildung 4: Anteil Leistungsprimat vs. Beitragsprimat im Jahre 2010 gemessen am verwalteten Vermögen 8 Regulatorische Vorschriften in Bezug auf Asset Allokation Die regulatorischen Vorschriften für die Asset Allokation variieren in den untersuchten Ländern erheblich. Es bestehen zwei Arten der Regulierung: Prudent Man Rule oder In Zahlen definierte Vorgaben für die Asset Allokation. Gemäss der Prudent Man Rule muss das anvertraute Vermögen mit derselben Sorgfalt verwaltet werden, wie sie der Beauftragte für sich selbst anwenden würde. Diese Art der Einschränkung verzichtet auf eine strikte Limitierung von Anlageklassen, sondern regelt das Verhalten des Asset Managers. Dieses Prinzip gelangt in den Niederlanden, Grossbritannien und den USA zur Anwendung. Die Methode Vorgaben für die Asset Allokation basiert auf (maximal) erlaubten Anteilen pro Anlageklasse und Position. 8 Towers Watson: 2010 Global Pension Asset Study 10

15 Die Schweiz hat einen Mittelweg zwischen der Prudent Man Rule und einer Begrenzung der Anteile gewählt. Sie legt zwar in Art. 47ff. BVV 2 Limiten pro Anlageklasse (siehe auch Tabelle 1), diese verstehen sich aber als Rahmenbedingungen und es kann davon abgewichen werden, sofern dies im Anlagereglement der Pensionskasse vorgesehen ist und im Anhang der Jahresrechnung begründet wird. De facto sind die Pensionskassen in ihrer Anlagestrategie also frei, solange die Vorsorgesicherheit gewährleistet ist. Anlagevorschriften nach BVV 2 Einzellimiten Kategorilimiten Anlagen beim Arbeitgeber Art. 54 Art. 55 Art. 54 / 55 Art. 57 Neu Alt Neu Alt Neu Alt Forderungen Schuldner mit Sitz in der Schw eiz 10% 15% 100% Forderungen Schuldner mit Sitz im Ausland pro 5% 30% Forderungen in Fremdw ährung Schuldner 5% 20% Grundpfandtitel, Pfandbriefe 50% 75% Immobilien Schw eiz 5% 30% davon 50% Immobilien Ausland pro Immobilie max. 1/3 Ausland 5% Belehnung Immobilien 30% Verkehrsw ert Aktien Schw eiz 5% 10% 50% 30% Aktien Ausland pro Beteiligung 5% 25% Alternative Anlagen (nur Kollektiv- 15% anlagen ohne Nachschusspflichten) Nominalw erte 100% Sachw erte 70% Auslandschuldner 30% Aktien 50% Fremdw ährungen ohne Währungssicherung 30% 30% Ungesicherte Anlagen beim Arbeitgeber 5% 5% Immobilien, die dem Arbeitgeber zu 5% mehr als 50% zu Geschäftszw ecken dienen Anzahl zu beachtende Limiten Total Neu 12 Total Alt 19 Tabelle 1: Anlagevorschriften nach BVV2 Alt und Neu (ab mit Übergangsfrist von 2 Jahren) Aktuelle Herausforderungen für Pensionskassen in der Schweiz Laut Gesetzgeber (Art. 113 Abs. 2 Bundesverfassung) ist das Ziel der beruflichen Vorsorge, dass pensionierte Arbeitnehmende die gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise fortführen können. Die Begriffe gewohnte Lebenshaltung und angemessene Weise sind zwar nicht klar definiert, hinter ihnen steht jedoch eine klare Vorstellung: mit der 1. Säule (AHV) und der 2. Säule (berufliche Vorsorge) zusammen sollen rund 60% des letzten Lohnes erreicht werden. Während der Erwerbszeit werden Beitragszahlungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer angespart und verzinst, wie durch den Bundesrat festgelegt zu aktuell mindestens 2% p.a.; dadurch wird das bei Pensionierung zur Verfügung stehende Alterskapital angespart. Zur Berechnung der jährlichen Rente wird bei Renteneintritt auf das angesparte Vermögen im Rahmen der obligatorischen Vorsorge mindestens der von Gesetz festgelegte 9 Pensionskassenstatistik 2008: Die berufliche Vorsorge in der Schweiz; Abbildung leicht abgeändert übernommen 11

16 Umwandlungssatz angewendet (Art. 14 BVG). Dieser Mindestumwandlungssatz beträgt zurzeit 6.8% für das ordentliche Rentenalter von 65 Jahren von Mann und Frau (Art. 14 Abs. 2 BVG). Hat ein Rentner in seiner Erwerbstätigkeit beispielsweise CHF angespart, beträgt seine jährliche Rente 6.8% bzw. CHF davon. Der Mindestumwandlungssatz resultiert aus versicherungsmathematischen Berechnungen kombiniert mit einem politischen Entscheidungsprozess. Ausschlaggebend für die Berechnung sind zwei Faktoren: die zugrundeliegende durchschnittliche Lebenserwartung der Versicherten und die an den Kapitalmärkten erzielbaren Renditen, welche langfristig wenigstens der Sollrendite entsprechen müssen; die von einer Vorsorgeeinrichtung angestrebte Sollrendite dient dazu, den Deckungsgrad konstant zu halten (bei gegebenen Leistungsversprechen). Werden das ordentliche Pensionierungsalter und der Umwandlungssatz bei aktuell steigender Lebenserwartung beibehalten oder wird die Sollrendite nicht erwirtschaftet, führt dies zur Auflösung von etwaigen freien Mitteln bis hin zu einer Unterdeckung der Pensionskasse. Um diesen Umständen entgegenzuwirken, gäbe es grundsätzlich verschiedene Massnahmen: 1. Erhöhung des ordentlichen Pensionierungsalters 2. Erhöhung der obligatorischen Beitragspflicht von Arbeitnehmer und/oder Arbeitgeber 3. Reduktion des Umwandlungssatzes und somit Verzicht auf die Aufrechterhaltung der gewohnten Lebenshaltung der Pensionierten 4. Optimierung der Anlagestrategie sowie Kostensenkung in der beruflichen Vorsorge und somit Erhöhung der Nettorendite Die wesentliche Herausforderung bei den Massnahmen 1 bis 3 liegen in der politischen und volkswirtschaftlichen Durchsetzbarkeit. 12

17 2. Konzeption der Studie 2.1. Hypothesen Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob die Leistungsfähigkeit von Pensionskassen in der Schweiz höher ist als in anderen entwickelten Ländern, und, wenn ja, wie solche Unterschiede erklärt werden können. Der zu Grunde liegende Untersuchungsumfang der Studie ist im Wesentlichen ein Vergleich von Kosten- und Renditeinformationen (und in diesem Zusammenhang auch der Asset Allokation) von 116 Pensionskassen in den Ländern Schweiz, Grossbritannien, Niederlanden und USA im Zeitraum Der gewählte Zeitraum beinhaltet eine gute Durchmischung verschiedener Phasen des Konjunkturzyklus; die (späte) Wachstumsphase von 2005 bis 2007, die Krisenphase in Form der Finanzmarktkrise in 2008 sowie die Erholungsphase in der zweiten Hälfte von Konkret wurden im Rahmen der vorliegenden Studie die folgenden Hypothesen untersucht: 1. Hypothese: Die in der Schweiz geltenden gesetzlichen Anlagevorschriften im Bereich der beruflichen Vorsorge sind ausreichend flexibel ausgestaltet. Sie erlauben den Führungsgremien der Pensionskassen, den vorhandenen Handlungsspielraum sinnvoll und auf die Bedürfnisse ihrer Vorsorgeeinrichtungen abgestimmt zu nutzen. 2. Hypothese: Die Pensionskassen, welche die Möglichkeiten der Anlagevorschriften ausschöpfen und eine breit diversifizierte Anlagestrategie verfolgen, erreichen tendenziell höhere (risikoadjustierte) Renditen als weniger breit diversifizierte Pensionskassen. 3. Hypothese: Die Vermögensverwaltungskosten von Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz sind im internationalen Vergleich (Niederlande, Grossbritannien und USA) tendenziell tiefer. 4. Hypothese: Die um die unterschiedlichen Zinssatzniveaus bereinigten Anlagerenditen von Pensionskassen der Schweiz sind vergleichbar mit den Einrichtungen in den Ländern Niederlande, Grossbritannien und USA Vorgehen im Rahmen der Studie Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens wurden Informationen für den Zeitraum von 2005 bis 2009 von Pensionskassen in den Ländern Schweiz, den Niederlanden, Grossbritannien und USA zusammengetragen (siehe Fragebogen im Anhang). Der Rücklauf 13

18 umfasst die Daten von 116 Pensionskassen. Nähere Informationen zur Datenbasis finden sich in der untenstehenden Tabelle. Die erhobenen Daten beinhalten neben Angaben aus den Jahresabschlüssen und Angaben zur Aufteilung der Vermögensverwaltungskosten auch detaillierte Informationen zur Renditeentwicklung und Asset Allokation der betreffenden Pensionskasse. Die Höhe der insgesamt verwalteten Vermögen für das Jahr 2009 der an der Studie teilnehmenden Pensionskassen beträgt für die Schweiz ca. CHF 140 Mrd./ USD 136 Mrd. 10, die Niederlanden ca. EUR 490 Mrd. / USD 701 Mrd. 11, Grossbritannien ca. GBP 124 Mrd. / USD 200 Mrd. 12 und die USA ca. USD Mrd. Damit werden rund ein Viertel der in der Schweiz verwalteten Pensionskassenvermögen erfasst. Der entsprechende Anteil liegt für die Niederlanden bei knapp 70%, Grossbritannien bei ca.11% und den USA bei ca. 8%. 13 Land Anzahl PK pro Land Gesamt AuM in Mrd. USD Anzahl PK nach Grösse unterteilt und gesamthaft verwaltetes Vermögen (vv) in der jew eiligen Kategorie >5.000 Anzahl PK vv in Mrd. USD Anzahl PK vv in Mrd. USD Anzahl PK vv in Mrd. USD CH NL UK USA 25 1,098 n/a n/a ,087.5 Total PK Tabelle 2: Anzahl ausgewertete Pensionskassen unterteilt nach Land und AuM USD / CHF am , Quelle Bloomberg USD / EUR am , Quelle Bloomberg USD / GBP am , Quelle Bloomberg Vgl. auch Abbildung 2. Assets under Management in Mrd. USD für die Jahre 2000 und 2010 Kategorie USA beinhaltet 8 Pensionskassen aus Kanada 14

19 3. Ergebnisse der Studie In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Studie dargestellt. Zunächst wird in Kapitel 3.1. zusammenfassend festgehalten, welche der in Kapitel 2.1. beschriebenen Hypothesen bestätigt bzw. widerlegt werden konnten. In den darauf folgenden Kapiteln werden dann die detaillierten Ergebnisse der Studie erläutert, gegliedert nach den Themen Asset Allokation, Rendite und Kosten Überprüfung der Hypothesen Die Auswertung der in der Studie erhobenen Informationen über die 116 teilnehmenden Pensionskassen in den Ländern Schweiz, Niederlande, Grossbritannien und USA ermöglichen die Bestätigung bzw. Widerlegung der in Kapitel 2.1. beschriebenen Hypothesen. 1. Hypothese: Die in der Schweiz geltenden gesetzlichen Anlagevorschriften im Bereich der beruflichen Vorsorge sind ausreichend flexibel ausgestaltet. Sie erlauben den Führungsgremien der Pensionskassen, den vorhandenen Handlungsspielraum sinnvoll und auf die Bedürfnisse ihrer Vorsorgeeinrichtungen abgestimmt zu nutzen. Resultat der Überprüfung: Die Hypothese kann bestätigt werden. Im internationalen Vergleich behaupten sich die Schweizer Pensionskassen gut in Bezug auf den Zielkonflikt zwischen Rendite, Risiko und Kosten. Regulatorische Vorschriften nach BVV 2 betreffend Asset Allokation wirken sich nicht negativ auf die Performance aus. Sie geben viel eher den Rahmen vor und wirken richtungsweisend auf die Pensionskassen. Schliesslich kann von der Verordnung abgewichen werden, sofern im Anlagereglement vorgesehen und im Anhang des Jahresberichtes ausgewiesen, was den Pensionskassen den nötigen Freiraum bietet, um den Vorsorgezweck in ihrer konkreten Situation bestmöglich zu erfüllen. Betreffend der Alternativen Anlagen schöpfen die meisten Schweizer Pensionskassen die Schranke von 15% nicht aus, so dass eine allfällige Reduktion der Schranke praktisch wirkungslos wäre. 15

20 2. Hypothese: Die Pensionskassen, welche die Möglichkeiten der Anlagevorschriften ausschöpfen und eine breit diversifizierte Anlagestrategie verfolgen, erreichen tendenziell höhere (risikoadjustierte) Renditen als weniger breit diversifizierte Pensionskassen. Resultat der Überprüfung: Die Hypothese kann bestätigt werden. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Schweizer Pensionskassen das Anlageportfolio relativ stärker diversifizieren und eine niedrigere Volatilität der Rendite aufweisen als Kassen anderer Länder; Schweizer Pensionskassen sind im Vergleich zu anderen Ländern durchschnittlich in einer grösseren Anzahl Anlageklassen investiert und besitzen einen vergleichsweise hohen Diversifikationsgrad. 3. Hypothese: Die Vermögensverwaltungskosten von Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz sind im internationalen Vergleich (Niederlande, Grossbritannien und USA) tendenziell tiefer. Resultat der Überprüfung: Die Hypothese kann bestätigt werden. Die Studie zeigt, dass sowohl die Gesamtkosten als auch die Vermögensverwaltungskosten von Schweizer Pensionskassen tiefer als in den anderen untersuchten Ländern sind. 4. Hypothese: Die um die unterschiedlichen Zinssatzniveaus bereinigten Anlagerenditen von Pensionskassen der Schweiz sind vergleichbar mit den Einrichtungen in den Ländern Niederlande, Grossbritannien und USA. Resultat der Überprüfung: Die Hypothese kann bestätigt werden. Die um den risikolosen Zinssatz bereinigte Anlagerendite von Schweizer Pensionskassen übertrifft mit 2.00% vor Kosten und 1.76% nach Kosten die durch niederländische und USamerikanische Pensionskassen erzielten Renditen klar. Mit einer Rendite von 2.89% vor Kosten respektive 2.54% nach Kosten haben Pensionskassen aus Grossbritannien allerdings besser abgeschnitten als Schweizer Pensionskassen, so dass letztere im oberen Mittelfeld liegen. 16

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