KLAUSUR zum MODUL Jahresabschluss nach HGB und IFRS. 04. März 2014, 14:00 16:00 Uhr PRÜFER: Univ.-Prof. Dr. Gerrit Brösel

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1 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL I F E R N U N I V E R S I T Ä T I N H A G E N FAKULTÄT FÜR WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT KLAUSUR zum MODUL Jahresabschluss nach HGB und IFRS 04. März 2014, 14:00 16:00 Uhr PRÜFER: Univ.-Prof. Dr. Gerrit Brösel Aufgabe Summe Maximale Punktzahl Erreichte Punktzahl Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie die Übersetzung und des Nachdrucks, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Kein Teil dieses Werks darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der FernUniversität reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet werden.

2 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL II Aufgabe 1 (Buchführung) 18 Punkte Bilden Sie die Buchungssätze in der Hagen GmbH zu nachfolgenden Sachverhalten (der Umsatzsteuersatz beträgt 19 %; das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr): a) Die Hagen GmbH kauft Waren i. H. v. (netto) zzgl. (netto) für den Transport der Waren. Der Unternehmer erhält 2 % Skonto auf den Warenwert bei einer Zahlung innerhalb von 14 Tagen. Er zahlt dementsprechend nach fünf Tagen per Banküberweisung. (7 Punkte) b) Die umsatzsteuerpflichtige Hagen GmbH überweist die Miete für die gewerblich genutzten Geschäftsräume i. H. v. (brutto) am für den Zeitraum bis im Voraus. Bilden Sie die Buchungssätze für die Jahre 02 und 03 (Buchung der Kontenabschlüsse ist nicht erforderlich)! (4 Punkte) c) Durch einen Wasserschaden im Jahr 02 muss eine Lagerhalle der Hagen GmbH renoviert werden. Die Renovierung i. H. v. voraussichtlich muss aus technischen Gründen auf das nächste Jahr (03) verschoben werden und soll innerhalb der ersten drei Monate erfolgen. Im Jahr 03 überweist die Hagen GmbH die Renovierungskosten, welche sich auf (netto) belaufen. Buchen Sie wiederum für die Jahre 02 und 03 (nicht aber den Abschluss der Konten)! (4 Punkte) d) Die Hagen GmbH besitzt eine Maschine, auf welcher für den Kunden A spezielle Erzeugnisse hergestellt werden. Der Kunde A hat jedoch den Fertigungsbereich, für den die Maschine der Hagen GmbH Zulieferungsstoffe hergestellt hat, komplett eingestellt, sodass die Maschine im Jahr 03 i. H. v außerplanmäßig abgeschrieben werden muss. (1 Punkt) e) Die Hagen GmbH vermietet einen Parkplatz an ein Nachbarunternehmen i. H. v. monatlich (brutto) 100. Das Nachbarunternehmen begleicht die Miete für den Monat Dezember 02 erst im Januar 03. Wie lautet der Buchungssatz im Jahr 02? (2 Punkte)

3 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL III Aufgabe 2 (Geschäfts- oder Firmenwert nach HGB) 17 Punkte a) Die Hagen AG erwirbt die Haspe GmbH im Rahmen eines sog. Asset-Deals für 11,0 Mio.. Aus folgenden ungeordneten Posten von Bestands- und Stromgrößen lässt sich das Nettovermögen der Haspe GmbH ermitteln. Grundstücke Personalaufwendungen Vorräte Umsatzerlöse Kasse Verbindlichkeiten Maschinen Buchwert Die Zeitwerte der Aktivposten übersteigen (soweit theoretisch möglich) die Buchwerte einheitlich jeweils um 15 %, während die Zeitwerte der Passivposten die Buchwerte um 10 % übersteigen. Berechnen Sie das Nettovermögen (Eigenkapital) nach Buch- und nach Zeitwerten! (6 Punkte) b) Berechnen Sie den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert auf Basis der Daten aus Teilaufgabe a)! Berechnen Sie diesen auch unter der alternativen Annahme, dass die Hagen AG im Rahmen der Übernahme ein originäres immaterielles Anlagevermögen der Haspe GmbH i. H. v. 1,0 Mio. erworben hat! (2 Punkte) c) Was versteht man unter einem Asset-Deal sowie unter einem Share-Deal? (2 Punkte) d) Inwiefern gestaltet sich ein Asset-Deal erfolgsneutral? (2 Punkte) e) Nehmen Sie zur Aussage des Rechnungswesensleiters Stellung: Ich habe für den Goodwill eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ermittelt! (5 Punkte)

4 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL IV Aufgabe 3 (Bewertungsverfahren nach HGB) 15 Punkte a) Ermitteln Sie den Gesamtverbrauch und den Endbestand nach I.) dem periodisch gewogenen Durchschnittsverfahren, II.) dem permanenten LIFO-Verfahren und III.) der permanenten FIFO-Methode! Legen Sie Ihren Berechnungen folgende Daten zugrunde: Bewegungen (chronologisch) Anfangsbestand Zugang 1 Abgang 1 Zugang 2 Abgang 2 Menge Preis je Stück 20,00 25,00 18,00 (10 Punkte) b) Wie lassen sich Ihre Endergebnisse aus den verschiedenen Bewertungsverfahren aus Teilaufgabe a) plausibilisieren? Führen Sie eine entsprechende Kontrollrechnung durch! (3 Punkte) c) Welche Bedeutung erfährt das Niederstwertprinzip im Rahmen der Bewertungsverfahren? (2 Punkte) Aufgabe 4 (Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB) 10 Punkte a) Nennen und erläutern Sie die alternativen Darstellungsformen für Gewinn- und Verlustrechnung! (6 Punkte) b) Erläutern Sie, inwiefern die beiden Verfahren der Gewinn- und Verlustrechnung in der deutschen Bilanzierungspraxis angewandt werden! (1 Punkt) c) Welche Arten der Herstellungskostendefinitionen sind im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung möglich? Bei welchem Verfahren ist diese Definition von Bedeutung? (3 Punkte)

5 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL V Aufgabe 5 (Bilanzansatz nach IFRS) 20 Punkte a) Wie ist zu prüfen, wenn nach IFRS über den Ansatz einer immateriellen Vermögenskomponente zu entscheiden ist? (3 Punkte) b) Erläutern Sie kurz die Ermittlung eines originären Goodwills! (2 Punkte) c) Ein Unternehmen MU erwirbt 80 % der Anteile an einem börsennotierten Unternehmen TU für 480 GE. Im Rahmen der Kaufpreisallokation werden die Vermögenswerte und Schulden des TU identifiziert und zum Fair Value bewertet. Insgesamt ergibt sich hierfür ein Betrag von 300 GE. Die Marktkapitalisierung des TU beläuft sich auf 540 GE. Ermitteln Sie die Höhe des Goodwills nach IFRS 3 nach den beiden möglichen Alternativen! (5 Punkte) d) Erläutern Sie die Rolle der Wahrscheinlichkeitsbetrachtung bei der Ansatzentscheidung im Zusammenhang mit der Rückstellungsbilanzierung und das damit einhergehende bilanzpolitische Potential! (5 Punkte) e) Ein Immobilienunternehmen erwirbt ein Gebäude. Erläutern Sie, nach welchen Standards dieses Gebäude in Abhängigkeit vom Verwendungszweck bilanziert werden könnte! (5 Punkte)

6 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL VI Aufgabe 6 (Bewertung nach IFRS) 20 Punkte a) Im Geschäftsjahr sind 100 Mengeneinheiten (ME) des Erzeugnisses X hergestellt worden. Der Lagerbestand beläuft sich zum Anfang des Geschäftsjahres auf 0 ME und laut Inventur zum Ende des Geschäftsjahres auf 20 ME. Laut Kostenrechnung liegen folgende Daten vor: - Fertigungslöhne 100 GE, - Abschreibungen auf Maschinen 220 GE (davon kalkulatorisch: 20 GE), - Vertriebskosten 20 GE, - Gehälter des Verwaltungspersonals 80 GE. Bewerten Sie den Lagerbestand des Erzeugnisses X nach den Regelungen des IAS 2! (6 Punkte) b) Überprüfen Sie die unter a) vorgenommene Bestandsbewertung unter der Annahme, dass das betreffende Erzeugnis X für 6 GE pro ME veräußert werden kann und pro ME Vertriebskosten von 1 GE anfallen! (2 Punkte) c) Überprüfen Sie die unter a) vorgenommene Bestandsbewertung unter der Annahme, dass das betreffende Erzeugnis X für 4 GE pro ME veräußert werden kann und pro ME Vertriebskosten von 3 GE anfallen! (2 Punkte) d) Die Herstellungskosten eines Sendemastes belaufen sich vor Inbetriebnahme zum auf GE. Für die Entfernung und Entsorgung des Sendemastes nach drei Jahren Nutzungsdauer werden die zusätzlich anfallenden Kosten auf GE geschätzt. Der für die Bewertung der betreffenden Rückstellung relevante Zinssatz beträgt 10 %. Stellen Sie unter Angabe der jeweiligen Buchungssätze die Bilanz- und GuV-Wirkung nach dem Gesamtkostenverfahren im IFRS- Abschluss zum eines jeden Geschäftsjahres (00 bis 03) dar. Schreiben Sie hierbei linear ab! (10 Punkte)

7 Klausur zum Modul AUFGABENTEIL VII Aufgabe 7 (Grundlagen und Konzeption der IFRS) 20 Punkte a) Skizzieren Sie das Ergebniskonzept der IFRS! (3 Punkte) b) Warum soll gemäß IFRS-Rahmenkonzept hinsichtlich der Entscheidungsnützlichkeit eines Sachverhaltes zuerst die Relevanz und dann erst die glaubwürdige Darstellung geprüft werden? (4 Punkte) c) Welche Idee steht hinter dem Informationskonzept eines prognoseorientierten oder nachhaltigen Gewinns? Wie sollte die Gewinnermittlung nach diesem Konzept ausgestaltet werden? (4 Punkte) d) Stellen Sie die bestehenden Anwendungspflichten und -möglichkeiten hinsichtlich der IFRS in Deutschland dar! (4 Punkte) e) Die Z AG ist im MDAX notiert und hat drei Tochtergesellschaften. Ist die Z AG grundsätzlich zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS verpflichtet? Welche Möglichkeiten ergeben sich hinsichtlich der Abschlusserstellung für die Z AG, wenn es sich insgesamt um unwesentliche Tochterunternehmen handelt? (5 Punkte) Ende des AUFGABENTEILS

8 Klausur zum Modul LÖSUNGSTEIL 1 F E R N U N I V E R S I T Ä T I N H A G E N FAKULTÄT FÜR WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT KLAUSUR zum MODUL Jahresabschluss nach HGB und IFRS 04. März 2014, 14:00 16:00 Uhr PRÜFER: Univ.-Prof. Dr. Gerrit Brösel Matrikelnummer: Name: Vorname: Aufgabe Summe Maximale Punktzahl Erreichte Punktzahl PROZENTPUNKTE: NOTE: Datum: Unterschriften der Prüfer Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie die Übersetzung und des Nachdrucks, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Kein Teil dieses Werks darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der FernUniversität reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet werden.

9 Klausur zum Modul LÖSUNGSTEIL 2 Lösungsbogen Name: Matrikelnummer:

10 Klausur zum Modul LÖSUNGSTEIL 3 Lösungsbogen Name: Matrikelnummer: Ende des LÖSUNGSTEILS

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