KBV Qualitätszirkel Aktuell

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1 Newsletter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Ausgabe 20, Juli 2014 Liebe Leserinnen, liebe Leser, der 117. Deutsche Ärztetag liegt hinter uns und auch hier spielte wie derzeit in der Politik das Thema Qualität in der ambulanten und stationären Versorgung eine große Rolle. Verschiedene Entschließungen, z. B. zur qualitätsorientierten Krankenhausplanung und zur geplanten Qualitätsoffensive der Bundesregierung haben die Positionen der Ärzteschaft deutlich gemacht. Versorgungsqualität wird auch durch eine kompetenzsichernde Fortbildung garantiert. Mehr als Vertragsärzte und psychotherapeuten müssen zum bereits zum zweiten Mal durch ein Kammerzertifikat belegen, dass sie in den zurückliegenden Jahren ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungsverpflichtung nachgekommen sind. Verschiedene Ansätze der Qualitätsförderung im Kleinen wie im Großen sind auch Thema dieses QZ-Newsletters. So bietet die deutsche Übersetzung der WHO-Leitlinie zur medizinischen Versorgung nach häuslicher und sexueller Gewalt einen weiteren Baustein, die Abläufe und Maßnahmen im Sinne der Betroffenen zu verbessern. Ein Pilottest Test der Qualitätsindikatoren des von der KBV mit Experten entwickelten AQUIK-Sets in Kooperation mit dem Ärztenetz Gesundes Kinzigtal brachte wichtige Erkenntnisse zur Qualitätsmessung in Arztpraxen. Über diese und weitere Themen berichtet der vorliegende Newsletter Dr. Andreas Gassen Vorstandsvorsitzender der KBV Terminkalender der KBV Supervision für QZ-Tutoren (unter Vorbehalt) Berlin, 13 Uhr 07./ Nationales QZ-Tutorentreffen Berlin, 13 Uhr 21./ Ausbildungsstaffel zum Qualitätszirkel-Tutor (Teil III) Berlin, 10 Uhr

2 Sie sind gefragt: Best-Practice-Beispiele Gern würden wir in den kommenden Ausgaben des QZ-Newsletters über die erfolgreiche Arbeit Ihres Qualitätszirkels berichten. Wenn Sie anderen Lesern z. B. mitteilen wollen, wie Sie nutzbringend für die Teilnehmer ein bestimmtes Thema bearbeitet haben, wie ein Problem mit Hilfe der Kollegen im QZ gelöst wurde, welche Methoden und Techniken Sie anwenden o. ä. würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns per kontaktieren: Qualitätsindikatoren aktualisiert und im Gesunden Kinzigtal erprobt Die von der KBV 2009 veröffentlichten 48 ambulanten Qualitätsindikatoren des AQUIK-Sets wurden 2013 durch das Institut für Gesundheitssystemforschung der Universität Witten/Herdecke auf ihre Aktualität hin überprüft. Es wurde geprüft, ob eventuelle Aktualisierungen der Originalquellen weiterhin mit dem AQUIK-Indikator vereinbar sind, ob der Originalindikator seitens der Entwickler zurückgezogen worden ist oder ob andere aktuelle Belege die Evidenz des AQUIK-Indikators stützen. Das aktualisierte AQUIK-Set steht auf der Website der KBV zum Download zur Verfügung. Projektbericht Im Rahmen einer 2010 geschlossenen Kooperation der KBV mit der OptiMedis AG, dem Medizinischen Qualitätsnetz Ärzteinitiative Kinzigtal e.v. (MQNK) und der Gesundes Kinzigtal GmbH wurde getestet, wie ausgewählte AQUIK-Indikatoren IT-gestützt generiert und so nutzbringend in die ambulante Versorgung implementiert werden können. Die in 16 teilnehmenden Praxen erhobenen Daten wurden über mehrere Quartale ausgewertet, zusätzlich wurde eine Befragung der beteiligten Ärzte durchgeführt. Mit dem Pilotprojekt konnten wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Qualitätsmessung in Arztpraxen und Arztnetzen gewonnen werden. Durch die Entwicklung einer IT-Infrastruktur war es möglich, medizinische Daten aus den Praxisverwaltungssystemen so zu generieren, dass die Qualitätsindikatoren damit berechnet, ausgewertet und dargestellt werden konnten. Gleichzeitig wurden die Implementierungshürden aufgezeigt. Die Ergebnisse sind in einem Projektbericht publiziert und stehen auf der Website der KBV zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen unter: Neuer KBV-Newsletter: PraxisNachrichten informieren wöchentlich Hinterher ist man immer schlauer: Seit Mitte Mai informiert die KBV Ärzte und Psychotherapeuten wöchentlich mit dem neuen -Newsletter PraxisNachrichten über alles, was für ihre Praxis relevant ist. Zu den Themen zählen Aktuelles aus Gesundheits- und Berufspolitik, Wissenswertes zu Honorar und Abrechnung, Nachrichten aus dem Arzneimittelbereich, neue Regelungen und Richtlinien, IT-Neuerungen für die Praxis, Tipps für die Praxisorganisation, Informationen für Patienten usw. Der neue KBV-Newsletter kann kostenlos unter https://www.kbv.de/html/ssl/newsletter.php abonniert werden. 2

3 WHO-Leitlinie zur gesundheitlichen Versorgung nach häuslicher und sexueller Gewalt veröffentlicht Seit einigen Jahren gibt es ein QZ-Modul zu Möglichkeiten der Intervention nach häuslicher Gewalt. Es wurde von einem Hausarzt und einem Psychologischen Psychotherapeuten entwickelt und inzwischen in mehreren Bundesländern eingesetzt, um Ärzte und Psychotherapeuten für diese Thema zu senisbilisieren, die sog. Red Flags zur Erkennung von Opfern häuslicher Gewalt zu vermitteln und in Simulationsübungen Gesprächssituationen zu trainieren. Nun hat die Berliner S.I.G.N.A.L. e. V. Intervention im Gesundheitsbereich bei häuslicher und sexualisierter Gewalt die deutsche Fassung der WHO Leitlinie Responding to intimate partner violence and sexual violence against women WHO clinical and policy guidelines vorgelegt. Quelle: S.I.G.N.A.L. e. V. Die Übersetzung wurde von der WHO lizensiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Basis der Leitlinie sind internationale wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus der Versorgung gewaltbetroffener Frauen. Die Leitlinienentwicklungsgruppe bestand aus Wissenschaftler/innen, medizinischen Fachkräften, Regierungsmitarbeitern/innen und gesundheitspolitischen Beratern/innen sowie Personen, die direkt mit gewaltbetroffenen Frauen gearbeitet haben oder sich für Frauengesundheit und Frauenrechte einsetzen. Die WHO-Leitlinie bietet neben Hinweisen zum Umgang mit Gewaltbetroffenen auch Informationen zur Schulung von Gesundheitsfachkräften. Zudem identifiziert sie weiteren Forschungsbedarf. Quelle: S.I.G.N.A.L. e. V. Die Leitlinie im Original und in der Übersetzung, die dazugehörigen Grafiken und ein Interview mit Professor Gene Feder von der Universität Bristol (Großbritannien), Vorsitzender der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der WHO-Leitlinien, finden Sie auf der Internetseite der Berliner S.I.G.N.A.L. e. V. unter Fragen beantworten Marion Winterholler und Karin Wieners von S.I.G.N.A.L. e.v. unter der Telefonnummer 030/ oder Quelle: S.I.G.N.A.L. e. V. 3

4 Treffen der KV-Verantwortlichen für die QZ-Arbeit Anfang April trafen sich die KV-Verantwortlichen für Qualitätszirkel-Arbeit in Berlin. Zu Beginn präsentierte die KBV die (geplanten) Aktivitäten zur QZ-Arbeit für die Jahre 2013/14. Im Anschluss stellten die Teilnehmer Projekte, Themen und erfolgreiche Konzepte aus ihren KV-Bereichen vor. Fast alle Kassenärztlichen Vereinigungen bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Moderatorenfortbildung, die jedoch sehr unterschiedlich angenommen werden. QZ-Moderatoren sind aufgerufen, ihre Fortbildungsinteressen im Bereich der Qualitätszirkel-Arbeit den zuständigen Mitarbeitern ihrer KV mitzuteilen, um das Seminarprogramm darauf abzustimmen. Eine Liste der Ansprechpartner in den Kassenärztlichen Vereinigungen, aber auch eine Übersicht ausgewählter Tutoren stehen auf der Qualitätszirkel-Seite der KBV unter im Abschnitt Dokumente und Links zur Verfügung. Gute Resonanz bekommen erfahrungsgemäß die Kurse zur evidenzbasierten Internetrecherche für QZ. Darüber hinaus ist der Themenabend in Bayern sehr erfolgreich. Im Rahmen dieses Formats wird ein Thema, z. B. MRSA, mit Hilfe verschiedener didaktischer Methoden umfassend an nur einem Abend bearbeitet. 9. Nationales QZ-Tutorentreffen: Voneinander lernen Am 7. und 8. November 2014 wird in Berlin das 9. Nationale Qualitätszirkel-Tutorentreffen stattfinden, das in diesem Jahr ganz im Zeichen des voneinander Lernens steht. Geplant sind Vorträge und Diskussionen zur Einbeziehung der Niedergelassenen in die ärztliche Weiterbildung, zur QZ-Arbeit in der Schweiz sowie ein Vortrag zum Thema Qualitätssicherung unter ethischen und ökonomischen Aspekten. Am Ende des ersten Veranstaltungstages wird es den obligatorischen Erfahrungsaustausch geben, bei dem Tutoren über die QZ-Aktivitäten in den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen berichten, um Best-Practice-Beispiele aus anderen Regionen in die Breite zu tragen. Am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung neuer QZ-Module. Geplant sind hier u. a. Workshops zu den Themen Gendermedizin, Barrierefreie Praxis, Peer Review und und zur Nutzung der Technik des kollegialen Coachings. Alle Module werden durch erfahrene Tutoren bzw. Moderatoren geschult, die als Autoren die jeweiligen Themen erarbeitet haben. Die Einladungen an die Tutorinnen und Tutoren werden direkt verschickt. Andere QZ-Interessierte können ab August das Anmeldeformular auf der Qualitätszirkel-Seite der KBV im Internet (http://www.kbv.de/html/qualitaetszirkel.php) herunterladen und sich direkt anmelden. Veranstaltungen für QZ-Interessierte, Moderatoren und Tutoren An dieser Stelle möchten wir Sie auf Veranstaltungen für angehende und erfahrene Qualitätszirkel- Moderatoren aufmerksam machen. In vielen Fällen sind die Schulungen nicht nur für QZ- Moderatoren der veranstaltenden KV zugelassen, sondern ermöglichen auch Moderatoren anderer KVen eine Teilnahme. Veranstalter/Datum Ort Thema KV Bayerns Informationen: , h München Lokales Moderatorentreffen Fehler in der Psychotherapie , h Bayreuth Lokales Moderatorentreffen MRSA , 9-18 h Nürnberg Kompaktkurs für psychoth. QZ-Moderatoren 4

5 KV Bayerns (Forts.) Informationen: , h Augsburg Lokales Moderatorentreffen MRSA , h München , h Regensburg Lokales Moderatorentreffen Methoden und Techniken der Evidenzbasierten Medizin Lokales Moderatorentreffen Arzneimittelmonographie , 9-18 h München Kompaktkurs für ärztliche QZ-Moderatoren , h Nürnberg Lokales Moderatorentreffen QEP im QZ , h Würzburg Lokales Moderatorentreffen Patientensicherheit , h Nürnberg Lokales Moderatorentreffen - Hygienemanagement in Praxen/MVZ KV Brandenburg Informationen: , 9-16 h Potsdam Moderatorenfortbildung KV Niedersachsen Informationen: , h , h Hannover QZ-Moderatorengrundausbildung , h Hannover Praxisrelevante Internetrecherche (evidenzbasiert) - Workshop KV Rheinland-Pfalz Informationen: 0261/ oder per , h Koblenz , h Mainz Multimedikation, Arzneimittelmonographie und Experteninterview im QZ Häusliche Gewalt Erkennen Ansprechen - Helfen KV Schleswig-Holst , h, , 9-17 h Information: Bad Segeberg Moderatorengrundausbildung für Qualitätszirkel KV Westfalen-Lippe Information: Tel.: /1035 oder per , 10-14:30 h Dortmund Moderatorentag Moderationskompetenz steigern, Multimedikation, Patientensicherheit 5

6 QZ-Konzept der KBV: Modul "Vernetzung Früher Hilfen mit Qualitätszirkeln (Familienfallkonferenz" Das Angebot umfasst die Arbeitsziele, den Themenhintergrund, Vorgaben/Hilfen für die Moderatoren, den Phasenablauf für die Moderation des Themas sowie Moderationsmedien und unterstützende Materialien. Alles steht im Handbuch Qualitätszirkel, 3. Auflage 2013, sowohl in Papierals auch in Dateiform zur Verfügung. Nachfolgend sind die wichtigsten Aspekte der Vermittlung der Thematik in der Kurzversion dargestellt: Phase I: Einführung Vorstellung des Mitarbeiters aus der Jugendhilfe Vorstellung der Rahmenbedingungen der Arbeit der Jugendhilfe Vorstellung der Methode der Familienfallkonferenz 20 Min. Phase II: Fallgeschichte Erzählen der Fallgeschichte Reflexion zum Fall Dokumentation der Ideen zum Fall Phase III: Chronologie/ Schutz- und Risikofaktoren Phase IV: Entwicklung Maßnahmenplan Erhebung der Chronologie des Falls Sammlung von Schutz-und Risikofaktoren gemeinsame Einschätzung auf den Punkt bringen Benennen von Zielen für die Arbeit mit der Familie Festlegung der Maßnahmen zur konkreten Bearbeitung der analysierten Probleme in der Praxis oder im Jugendamt Überlegung, wie mit der betroffenen Familie über die Ergebnisse der Fallarbeit gesprochen werden kann, und wie man sie für die Annahme von Hilfen motivieren kann 20 Min. 35 Min. 15 Min. KBV, Dezernat Sektorenübergreifende Qualitätsförderung, Versorgungskonzepte, Qualitätsmanagement, Patientensicherheit Tanja Klein-Reick Tel.: Fax: Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren, Ihre -Adresse ändern oder unseren Newsletter abbestellen: https://www.kbv.de/html/ssl/newsletter.php Impressum: 6

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