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1 3. Symposium Wissenschaft und Praxis "Vertrauen stärken Veränderungsprozesse gemeinsam bewältigen" Systemvertrauen durch stabil-flexible Systemstandards und partizipatives Laufzeit: Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1 1

2 Gliederung Einführung Verbundprojekt StabiFlex-3D Teilvorhaben Vertrauen durch partizipatives (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 2 2

3 Einführung Welche Problemstellung besteht? Dynamische Unternehmensumwelten (glob. Wettbewerb, technologische Umbrüche) ab September 2008: Vertrauenskrise im Bankensystem Weltwirtschaftskrise Fusionsprozesse Outsourcing/ Produktionsverlagerungen Standortschließungen Entlassungen/ Kurzarbeit Erschütterung der gewachsenen Vertrauensbeziehungen Wie kann die Bereitschaft von Mitarbeitern, Abteilungen und Unternehmen, sich in nötige Kooperations-,Veränderungs- und Innovationsprozesse zu engagieren, aufrecht erhalten werden? Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 3 3

4 Einführung Was ist Vertrauen? ist die sichere Erwartung, sich in kritischen Situationen auf den anderen verlassen zu können. beinhaltet: Verletzlichkeit: Vertrauen bezieht sich stets auf eine kritische Alternative. Vertrauenssprung: Nur wer ihn wagt, kann feststellen, ob sein Vertrauen gerechtfertigt ist. Positive Erwartungen:, dass der Vertrauensnehmer die Situation nicht zu seinen Gunsten ausnutzt. (Quellen: Osterloh & Weibel (2006); Mayer, Davis & Schoorman (1995); Rousseau, Sitkin, Burt & Camerer (1998); Berner (2003)) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 4 4

5 Einführung Wodurch wird Leistung beeinflusst? Sachliche Leistungsvoraussetzungen (external performance shaping factors) Menschliche Leistungsvoraussetzungen (internal performance shaping factors) Organisatorische Vorbedingungen Technische Vorbedingungen Leistungsfähigkeit Leistungsbereitschaft Ablauf- Aufgabenschwierigk. situative physio- psycho- physio- psychoorgan. Faktoren logische logische logische logische Arbeitssicherheit Aufbauorgan. NEUER ANSATZ: belastbare Vertrauenskultur Einflüsse durch das Management (Quelle: nach Bubb (1993)) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 5 5

6 Einführung Wodurch wird Leistung beeinflusst? Bsp. vertrauensfördernder Faktoren Sachliche Leistungsvoraussetzungen (external performance shaping factors) Organisatorische Vorbedingungen Aufgabenschwierigk. Ablauforgan. Technische Vorbedingungen Aufbauorgan. Arbeitssicherheit situative Faktoren Aufbauorganisation: Führungsstil: kooperativ, partizipativ, fair etc. Integrität der Führungskräfte großer Handlungsspielraum für Mitarbeiter Würdigung der Leistung, Anerkennung Förderung Ablauforganisation: Vertrauensgleitzeit Transparenz (Prozesse, Ziele) offene, regelmäßige Kommunikation Situative Faktoren: angenehmes Arbeitsumfeld (Ausstattung) tt betriebsnahe Dienstleistungen Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 6 6

7 Einführung Welche Effekte hat Vertrauen? fördert die Arbeitsmotivation ti ti und das Commitment t stärkt die Akzeptanz für die Information von anderen fördert die Bereitschaft für die Weitergabe von Informationen fördert den Austausch von Informationen o hat einen positiven Einfluss auf Verhandlungen unterstützt die Teilnahme in Entscheidungsprozessen und die Problemlösefähigkeit von Gruppen Organisationsentwicklungen verlaufen effizienter und mit weniger Reibungsverlusten wirkt sich positiv auf die Kündigungs- und Krankenquoten wirkt sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen aus (Quelle: Petermann, F.; Neubauer, W. & Grünheidt, B. (1992)) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 7 7

8 Einführung Welche Effekte hat Vertrauen? Eine vertrauensvolle Unternehmenskultur beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Mitarbeiterbefragung von Bertelsmann 2006 (Teilnehmer: > , Firmen: 407, weltweit) (Quelle: Netta, F. (2009)) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 8 8

9 Verbundprojekt StabiFlex-3D Welcher Forschungsansatz wird verfolgt? Drei Kulturdimensionen von Systemvertrauen: Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 9 9

10 Verbundprojekt StabiFlex-3D Welche Ziele werden verfolgt? Partizipative Einführung von stabil flexiblen Systemstandards für die Produktentwicklung Ziele: Vertrauensmodell Einführung von Systemstandards Erhöhung der Kundenzufriedenheit Verbesserung der Vertrauenskultur bzgl. Lieferanten und Kunden Vertrauen als Mittel der Kundenbindung Ziele: Vertrauensmodell Anbieter Kunden Beziehung Entwicklung und Durchführung von Schulungen zur Sensibilisierung der Vertriebsmitarbeiter Gesamtziele: Entwicklung einer Vorgehens weise zum Aufbau einer belastbaren Vertrauenskultur: Prozessmodell Systemvertrauen Ressourcen Stressoren Modell Handlungsleitfaden Entwicklung und Umsetzung stabil flexibler Standards Kompetenzentwicklung für betriebliche Akteure im Vertrauensprozess Transfer der Ergebnisse Vertrauen als Innovationstreiber in der Teamarbeit Ziele: Vertrauensmodell Interpersonelle Zusammenarbeit sehr hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen Beibehaltung/ Steigerung der hohen Innovationsfähigkeit Vertrauen durch partizipatives Ziele: Vertrauensmodell Partizipatives bewusster Umgang mit vertrauensbildenden Variablen bei Veränderungsprozessen gp Stärkung der Vertrauensbasis in Krisensituationen Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1010

11 Autoliv weltweit weltweit führender Anbieter von automobiler Sicherheit Entwicklungspartner gp nahezu aller Automobilhersteller Mitarbeiter weltweit ca. 80 Standorte t in über 30 Ländern Umsatz 5 Mrd. in 2008 Copyright Autoliv Inc., All Rights Reserved Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1111

12 Autoliv Sicherheitstechnik GmbH Komplette Sicherheitsgurtsysteme 385 Mitarbeiter produzierte Stück täglich VEB Döbelner Beschläge und Metallwarenfabrik Autoliv 27 Mitarbeiter statische Beckengurte für VW Sachsen Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1212

13 Autoliv Sicherheitstechnik GmbH Qualifikation und Engagement Weiterbildung / Personalentwicklung Vereinbarkeit von Familie und Beruf Betriebliches Gesundheitsmanagement Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1313

14 Veränderungsprozesse 2005 Änderung der Entlohnungsform (vom Akkord- zum Zeitlohn) 2006 Neue Organisations- und Führungsstrukturen innerhalb der Produktionsbereiche 2007/2008 Autonome Teams in der Produktion (neue Strukturen im Bereich der Teamleitung 2008 Autonome Teams im Logistikbereich (Schaffung neuer Teamleiterfunktionen, Anpassung der Funktionen im Logistikbereich z.t. mit Abgruppierungen verbunden) 2009 Umstrukturierung Werksinstandhaltung Umstrukturierung im administrativen Bereich als Folge der Auftragsentwicklung im Produktionsbereich Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1414

15 Organisations-/ Personalentwicklung Beispiel: Einführung autonomer Teams in der Produktion (AMT) Zusammenarbeit & Teams Erarbeitung der neuen Struktur durch Mitarbeiter verschiedener Abteilungen abteilungsübergreifende Projektgruppe zur Qualifizierung der AMT- Leiter-Bewerber Einbeziehung des Betriebsrates in die Projektgruppen Weiterbildung & Qualifizierung Schulung zum internen Beobachter für Entwicklungs-Assessment Center 3-monatiges Qualifizierungsprogramm für AMT- Leiter-Bewerber Durchführung der Schulungen haupt- sächlich durch interne Referenten Begleitung der neuen Führungskräfte durch externen Partner Strukturen & Prozesse Schaffung kleiner autonomer Teams neue Prozess- und Ablaufbeschreibungen Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1515

16 Motivation für das Projekt Krisenhafte Entwicklung im Automobilsektor seit der zweiten Jahreshälfte 2008: Autoliv Döbeln: Umsatzrückgang um 34% Konzernstrukturen: Ausrichtung seit mehreren Jahren auf Verringerung der Produktionskosten, verbunden mit Produktionsverlagerungen Erarbeitung einer neuen Perspektive für den Standort Döbeln vorhandene Potentiale anderweitig nutzen Kompetenzerweiterung e e als Mittel für neue Geschäftsfelder e Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1616

17 Motivation für das Projekt Vorhandene Potentiale am Standort Döbeln Fachwissen & Praxiserfahrung (gut trainierte Mitarbeiter in allen Bereichen) Lean Manufacturing & Prozessoptimierungen (Autoliv Produktionssystem, Six Sigma) Qualitätskompetenzzentrum (Materialprüfungen, Messmittelkalibrierungen, Bemusterungen, Auditierungen, Trainings und Beratungen) Kompetenzzentrum für Werkstoffe/ Werkzeugauslegung g g innerhalb Autoliv Europa Veranstaltungen/Events/Tagungen im Schulungszentrum Kuppelbau (www.kuppelbau-doebeln.de) de) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1717

18 Zukünftige Geschäftsfelder Produktion von Sicherheitsgurtsystemen Übertragung der Philosophie Six Sigma Vermietung von Seminarräumen Autoliv Sicherheitstechnik GmbH Operative Qualitätssicherung Prüfen, Sortieren, Nacharbeiten Wareneingangs-, Warenausgangskontrollen Schulungen Seminare Beratungen Aufbau Qualitätsmanagementsystem Vorbereitung auf Auditierungen Lean Manufacturing Logistische Prozesse Q-Dienstleistungen Materialprüfungen Kalibrierungen Erstbemusterung Püf Prüfmittelmanagement t Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1818

19 Vertrauensaspekte Vertrauen als zentraler Bestandteil dieser Veränderungsprozesse über alle Dimensionen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten Vertrauen in das Miteinander im Betrieb (interpersonale tepeso aedimension) so Vertrauen in das Management (intraorganisationale Dimension) Vertrauen potentieller Kunden gewinnen (interorganisationale Dimension) (Quelle: schule.nrw.de, ) 2009) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 1919

20 Untersuchungsgegenstand gezieltes Management von vertrauensförderlichen und vertrauensgefährdenden Handlungen, Ereignissen und Rahmenbedingungen vertrauenserhaltender und vertrauensbildender Umgang im Zuge krisenhafter Entwicklung Entwicklung und Förderung der Kreativität und Veränderungsoffenheit der Mitarbeiter Quelle: Quelle: Quelle: Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 2020

21 Erwartete Ergebnisse Handlungsleitfaden Vertrauen durch partizipatives Changemanagement Kompetenzerhöhung der Mitarbeiter Stärkung der Vertrauensbasis Erhöhung Wettbewerbsfähigkeit Quelle: Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 2121

22 Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort) Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 2222

23 Verbund- und Ansprechpartner Verbundpartner: Ansprechpartner: Jana Kunath (Autoliv Sicherheitstechnik GmbH), Ulrike Unger (TUC) 2323

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