Gut vorbereitet für die E-Bilanz

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1 Gut vorbereitet für die E-Bilanz Matthias Rohr, Steuerberater WIRTSCHAFTSPRÜFER STEUERBERATER

2 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

3 1. Ziele der E-Bilanz Steuerbilanz Datenübertragung im XBRL-Format Der Begriff E-Bilanz bezeichnet die elektronische Übermittlung der Steuer-Bilanzdaten an das Finanzamt im vorgegebenen Format. Eine Abgabe in Papierform ist nicht mehr vorgesehen.

4 1. Ziele der E-Bilanz Gründe für die Einführung der E-Bilanz (Verwaltungsansicht) Optimierung der Arbeitsabläufe zwischen Unternehmen und Verwaltung Erhöhte Wirtschaftlichkeit durch Standardisierung Kostensenkung (bspw. durch weniger Papierverbrauch) Modernisierung des Verfahrensablaufs (vgl. UK, NL, AUT) E-Government-Strategie Elektronik statt Papier Gründe für die Einführung der E-Bilanz (Ansicht der Wirtschaft) Kostensenkung für die Finanzverwaltung Personelle Entlastung durch automatisierte Abläufe und Auswertungen Unterstützung von Betriebsprüfungen (Vorprüfung durch Kennzahlen) Kontrolle nicht anschlussgeprüfter Unternehmen

5 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

6 2. Begriffe XBRL-Format extensible Business Reporting Language EDV-Sprache, mit der insbesondere die Auswertung und Verarbeitung von Daten vereinfacht wird (z.b. Offenlegung Bundesanzeiger) Taxonomie Vorgegebener Datensatz der Finanzverwaltung (ähnlich Kontenrahmen) Gliederungsschema, welchem die zu übertragenden Daten entsprechen müssen Kerntaxonomie und Branchentaxonomien GAAP-Modul Jahresabschluss-Modul (insb. Bilanz, GuV, Kapitalkontenentwicklung) GCD-Modul Stammdaten-Modul (insb. Informationen zum Bericht und Unternehmen)

7 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

8 3. Folgen der E-Bilanz Vorgaben an die E-Bilanz gelten für alle bilanzierenden Unternehmen unabhängig von Größe und Rechtsform unabhängig von der Pflicht zur Bilanzierung Verpflichtende Übermittlung von: Handelsbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie steuerlicher Überleitungsrechnung oder Steuerbilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Ergebnisverwendung Sonstige Bilanzen Sonder- und Ergänzungsbilanzen Durch Umwandlungsfälle aufzustellende Bilanzen Aufgrund von Betriebsveräußerung, Betriebsaufgabe oder Wechsel der Gewinnermittlungsart erstellte Bilanzen Zwischenbilanzen bei Gesellschafterwechseln

9 3. Folgen der E-Bilanz Übermittlung der E-Bilanz erstmals für Wirtschaftsjahre, die nach dem beginnen Keine weitere Verschiebung zu erwarten Nichtbeanstandungsregelung im Erstjahr Erste taxonomie-konforme Buchungen ab Wj bzw. 2013/2014 Weitere Erleichterungen in Einzelfällen wirtschaftliche Geschäftsbetriebe Betriebe gewerblicher Art Betriebsstätten Kapitalkontenentwicklung bei Personengesellschaften Freiwillige elektronische Übermittlung von Anhang, Lagebericht, EK-Spiegel und Anlagespiegel im XBRL-Format möglich Härtefallregelung bei unbilliger Härte

10 3. Folgen der E-Bilanz Umfangreiche Anpassungsmaßnahmen für Unternehmen Insbesondere im Bereich der IT und Buchhaltung Ggfs. Schulungsmaßnahmen für Personal Rechtzeitige Suche nach einem geeigneten Softwareanbieter und Softwareimplementierung Jährliche Überprüfung der Taxonomie hinsichtlich relevanter Änderungen

11 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

12 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.1. Allgemeines Die Taxonomie ist der nach 5b EStG amtlich vorgeschriebene Datensatz, nach dem Bilanz und GuV an das Finanzamt zu übermitteln sind Grundsätzlich umfasst der Datensatz ein Stammdaten-Modul ( GCD- Modul ) und ein Jahresabschluss-Modul ( GAAP-Modul ) Der Mindestumfang des amtlichen Datensatzes wird durch die sog. Mussfelder vorgegeben Neben den Mussfeldern gibt es noch weitere Kategorien, insbesondere die Summenmussfelder und die Auffangpositionen

13 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.2. Aufbau der Taxonomie Sachanlagen Summenmussfeld Grundstücke Summenmussfelder sonstige Sachanlagen unbebaute Grundstücke Mussfeld vermietete Anlagewerte Kannfeld grundstücksgleiche Rechte Bauten auf eigenen Grdst. Mussfeld Mussfeld übrige sonstige Sachanlagen, nicht zuordenbar Auffangposition Bauten auf fremden Grdst. Mussfeld sonstige Grdst. Rechnerisch notwendige Position

14 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.3. Die Stufen der Taxonomie Mussfelder sind zwingend zu befüllen (Mindestumfang) Sofern sich ein Mussfeld nicht mit Werten füllen lässt, weil die Position in der individuellen Buchführung nicht geführt wird oder nicht ableitbar ist, ist zur erfolgreichen Datenübermittlung ein NIL-Wert zu übermitteln Die Frage, wie der Begriff ableitbar auszulegen ist, stellt die große Unbekannte der E-Bilanz dar Summenmussfelder sind Oberpositionen, welche mit Mussfeldern rechnerisch verknüpft sind. Sie dienen lediglich der rechnerischen Überprüfung und sind grundsätzlich nicht zu befüllen

15 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.3. Die Stufen der Taxonomie Kannfelder können vom Unternehmen befüllt werden sind sinnvoll, soweit die eigene Buchführung diesen Detailierungsgrad vorsieht bringen weder dem Unternehmen, noch dem Finanzamt einen erkennbaren Mehrwert

16 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.3. Die Stufen der Taxonomie Auffangpositionen dürfen genutzt werden, wenn Mussfelder-Differenzierung für einen bestimmten Sachverhalt nicht aus der Buchführung abgeleitet werden kann (BMF ). Kein Wahlrecht! Ableitbarkeit erfasst die Buchführung als Ganzes (Hauptbuch und Nebenbücher). In der Einführungszeit (5-6 Jahre) soll vorerst eine Ableitung aus dem Hauptbuch ausreichend sein Prüfung durch Finanzverwaltung nach der Einführungszeit, ob Auffangpositionen noch erforderlich Extensive Nutzung von Auffangpositionen kann zu Nachfragen des Finanzamts führen Die Finanzverwaltung äußerte sich kürzlich zur Nutzung und Dauer von Auffangpositionen widersprüchlich

17 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 4.4. Der Begriff ableitbar Begriff ist weder in Gesetz noch im BMF-Schreiben zur E-Bilanz geregelt. Hinweise hierzu gibt lediglich ein Frage-Antwort-Katalog der Finanzverwaltung auf Ein Wert ist grds. aus der Buchführung ableitbar, wenn er sich aus den Buchführungsunterlagen i.s.d. 140 AO ergibt Ableitung kann aus dem Hauptbuch oder den Nebenbüchern (Beteiligungsverzeichniss, Anlagespiegel, Buchungsschlüssel etc.) erfolgen Es ist insgesamt auf das individuelle Buchungsverhalten des jeweiligen Unternehmers abzustellen. Insbesondere sollen Eingriffe in das Buchungsverhalten vermieden werden

18 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

19 5. Umsetzung der E-Bilanz 5.1. Mapping JA vor E-Bilanz (Bilanz, GuV) Taxonomie sog. Mapping, d.h. Abgleich des derzeit verwendeten Kontenrahmens mit der Taxonomie

20 5. Umsetzung der E-Bilanz 5.1. Mapping Mehrere Konten müssen einem Mussfeld der Taxonomie zugeordnet werden = unproblematischer Fall (n:1) Ein Konto ist auf mehrere Mussfelder der Taxonomie zuzuordnen = Problemfall (1:n) Ein Konto entspricht genau einem Mussfeld der Taxonomie = Idealfall (1:1)

21 5. Umsetzung der E-Bilanz 5.1. Mapping Beispiel für 1:1 Mapping: unbebaute Grundstücke unbebaute Grundstücke Beispiel für n:1 Mapping: PKW Betriebsausstattung Andere Anlagen, BGA Einbauten Beispiel für 1:n Mapping: Erträge Beteiligungen Erträge aus Bet. an Kapitalgesellschaften Erträge aus Bet. an Personengesellschaften

22 5. Umsetzung der E-Bilanz 5.2. Anpassung des eigenen Buchungsverhaltens Ergebnisse des Mappings sind Basis für notwendige Anpassungsmaßnahmen im Bereich des eigenen Kontenplans (z.b. Unterkonten, neue Konten) des individuellen Buchungsverhaltens (Schulung der Mitarbeiter) der IT (Software zur Übermittlung) der Terminplanung hinsichtlich Übermittlung der E-Bilanz (insbesondere im Erstjahr)

23 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

24 6. Wie können wir Sie unterstützen? MSTK bucht Mandant übermittelt Verkehrszahlen (Datev) Mandant bucht selbst auf eigener Software (nicht Datev) Mapping Überleitung in E- Bilanz Übermittlung der E-Bilanz

25 1. Ziele der E-Bilanz 2. Begriffe 3. Folgen der E-Bilanz 4. Die Taxonomie der E-Bilanz 5. Umsetzung der E-Bilanz 6. Wie können wir Sie unterstützen? 7. Aktuelle Entwicklung

26 7. Aktuelle Entwicklung 7.1. Äußerungen des BMF (1) Seit Erlass des BMF-Schreibens vom hat sich weder im Gesetz noch in den Verwaltungsanweisungen eine Änderung ergeben Die E-Bilanz kommt für Wirtschaftsjahre, welche nach dem beginnen, definitiv! Am hat das BMF eine Pressemitteilung veröffentlicht. Hierin heißt es unter anderem: die versprochenen Erleichterungen bleiben auf Dauer erhalten Eine Streichung von Auffangpositionen zu einem bestimmten Stichtag war und ist nicht beabsichtigt FAQ-Katalog auf der Seite Auffangpositionen, die Eingriffe in das Buchungsverhalten vermeiden und den Einstieg in die E-Bilanz erleichtern sollen, werden wie die gesamte Taxonomie stetig evaluiert.

27 7. Aktuelle Entwicklung 7.1. Äußerungen des BMF (2) Für kleine und mittlere bilanzierende Unternehmen soll es Unterstützung seitens des BMF geben, um den Einstieg zu erleichtern Keine konkrete Informationen darüber, wie diese Unterstützung aussieht Handelsblatt am Abend vom Verbände und Regierung haben sich darauf geeinigt, dass Unternehmen nur die Felder ausfüllen müssen, zu denen sie bisher in der Steuererklärung Angaben gemacht haben. Reaktion der Finanzverwaltung steht noch aus

28 7. Aktuelle Entwicklung 7.2. BMF-Schreiben vom 5. Juni 2012 Äußerungen zu Verfahrensgrundsätzen bzgl. der Aktualisierung der Taxonomien Es ist für jedes Wirtschaftsjahr die jeweils aktuelle Taxonomie zu verwenden Im November des Vorjahres wird der jeweils gültige ELSTER-Rich- Client (ERiC) veröffentlicht um die Übermittlung zu ermöglichen Veröffentlichung der aktualisierten Taxonomie (Version 5.1.). Abruf unter

29 Ihr Ansprechpartner Kontakt: Matthias Rohr

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