Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste

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1 Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste Funktion. Allgemeine wissenschaftliche Bibliothek. Sammelgebiete. 1.Allgemeine Sammelgebiete: alle Wissenschaftsgebiete (Wissenschaftspolitik, Wissenschaftsorganisation, Wissenschaftsgeschichte) einschliesslich auch Kunstgebiete (darstellende und angewandte Kunst, Musik) Veröffentlichungen ausländischer Akademien, wissenschaftlicher Einrichtungen, slavistischer Zentren ; Fachliteratur der Geschichte, Byzantinistik, Sprach- und Literaturwissenschaft (Romanistik, Anglistik, Germanistik, Slavistik), ferner Literatur über die Prinzipien der naturwissenschaftlichen Forschung (Chemie, Geologie, Biologie, Mathematik, Physik), Literatur der technischen und medizinischen Wissenschaften ; hervorragende Sammlung der fundamentalen Nachschlagwerke.- 2. Besondere Sammelgebiete, alte seltene Bücher, Nachlässe. Benutzungsmöglichkeiten. Ausleihbibliothek nur für die Mitglieder der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie für die Mitarbeiter der Akademie.- Öffnungszeiten: Lesesaal, Kataloge und bibliographischer Apparat : Montag bis Freitag 8-20 Uhr ; Bibliothekarische Auskunft : Montag bis Freitag 8-14 Uhr.- Leihverkehr : einheimischer und internationaler Leihverkehr. Gedruckte Informationen: Stotrideset godina Biblioteke SANU (Festschrift zum 130- Jubiläum der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste), 1974 ; Vodič kroz Biblioteku (Fürer durch die Bibliothek), Technische Einrichtungen für die Benutzer. Kopiergeräte. Mikrofilmgeräte, PC, CD- ROM-und computergestützter Fachliteratur-Informationsdienst. Hinweise für anreisende Benutzer. Von dem Bahnhof und dem Hauptbusstation Strassenbahnverbindung (Linien 3,11,13) bis Kalemegdan. Vom Flughafen bis Slavija und davon Autobuslinie 31 und Troleybusse (Linien 19,29) bis Studentski trg. 1. Bestandsgeschichte 1.1. Auf Vorschlag von Jovan Sterija Popović, Atanasije Nikolić und Dimitrije Isailović wurde nach der Verfassung vom 7.XI 1841 Serbische Gesellschaft zur Literaturpflege (Društvo srpske slovesnosti) gegründet, seit 1864 Gesellschaft Serbischer Gelehrter (Srpsko učeno društvo), seit 1886

2 Königliche Serbische Akademie (Srpska kraljevska akademija), die Vorbote der heutigen Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Srpska akademija nauka i umetnosti) sind. Fast alle bedeutenden Namen der serbischen Wissenschsft und Literatur jener Zeit um sich versammelnd, begann die Serbische Gesellschaft zur Literturpflege ihre Tätigkeit mit der Arbeit an der Terminologie, und zwar zur Förderung der serbischen Sprache sowie zur Sammlung der Archivmaterialien, die eng mit der Kulturgeschichte der Serben verbunden waren, indem man sich dabei bemühte, diese Arbeit nach dem Vorbild mancher Wissenschaftler, wissenschaftlichen Institutionen, Akademien der europäischen Völker jener Zeit zu richten und eigenen Möglichkeiten anzupassen. Diese Zielsetzungen waren die Hauptwegweiser bei der Gründung der Bibliothek und des Archivs der Akademie. Der Anfang der Gründung der Bibliothek ist jedoch mit dem Jahr 1842 verbunden, als der grosse Wohltäter des serbischen Volkes und der bekannte, hochgebildete Kulturarbeiter Dimitrije Tirol, einer der ersten Mitglieder der Gesellschaft seine 14 und dazu noch 75 für die zukünftige Bibliothek bestimmte Bücher zweimal als Geschenk der Gesellschaft übergab. Dieser bescheidene Bücherbestand wurde bis 1847 ausgeschlossen durch Geschenke und durch nicht destoweniger bescheidene Verlagstätigkeit der Gesellschaft selbst vermehrt. Erst mit der Gründung der Glasnik (1847), eines sehr wichtigen Organs der Gesellschaft, wurde die Möglichkeit geboten, Tauschbeziehungen mit entsprechenden in- und ausländischen Institutionen zu knüpfen Unter den ersten Büchern, die, wie gesagt, im grossen und ganzen als Geschenk die Bibliothek erreicht haben, gab es am meisten russische und deutsche Bücher. Nach einem Bericht aus dem Jahre 1856 wurde folgendes festgestellt : im Besitz der Gesellschaft zur Literaturpflege sind die Bücher in Deutsch 98, in slavischen Sprachen 65, in Italienisch 64, in English, Französisch und Ungarisch 37, in Russisch 135, in Serbisch 174, in Altkirchenslavisch 26, in Griechisch 27, in Bulgarisch 4, in Armenisch 1, in Latein 29, alles zusammen mit den Veröffentlichungen der Gesellschaft 683. Seit dem Jahr 1851 wurden die Bestände auch durch Ankäufe und Subskriptionen vermehrt. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts pflegte die Serbische Gesellschaft zur Literaturpflege fast rege Tauschbeziehungen unter anderen auch mit folgenden Partnern: Preussischer Akademie der Wissenschaften in Berlin, Bayerischer Akademie der Wissenschaften in München, Österreichischer Akademie der Wissenschaften in Wien, Geographischer Gesellschaft in Wien, Sorbischer Gesellschaft in Bautzen. Das könnte man allerdings als erste bescheidene Tauschversuche in der Geschichte der Bibliothek bezeichnen, die gleichzeitig zu den ältesten Tauschpartnern gezählt werden können, was man nach den um die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts erworbenen Publikationen und anderen Dokumenten schliessen kann Mit dem Namen des serbischen Kultusministers Stojan Novaković sind sehr nützliche Betriebsamkeiten an der Förderung der Tätigkeit der Bibliothek der Serbischen Gesellschaft zur Literaturpflege, d.h. der Gesellschaft Serbischer Gelehrter verbunden. Der Berreich der Büchererwerbung wird während der 2/18

3 60er Jahre beträchtlich vermehrt, gerade zu der Zeit als die Bibliothek unter der Leitung von Stojan Novaković, dem ersten serbischen Bibliographen stand. Er erwarb vor allem Serbica, und zwar ungeachtet dessen, wo sie gedruckt worden war. Er setzte sich besonders dafür ein, dass für die Bibliothek die Veröffentlichungen der Gelehrter-Gesellschaften und wissenschaftlichen Institute angeschaft werden sollten sowie leitende wissenschaftliche Zeitschriften, Nachschlagwerke (vor allem Wörterbücher und Enzyklopädien), sprach- und literaturhistorische Werke, und zwar nicht nur durch den Tauschverkehr, der jahraus jahrein immer lebhafter wurde, sondern auch durch Ankäufe. Auf seine Initiative arbeiteten zur Förderung der Bibliothek sogar die bekannten Schriftsteller Milovan Glišić und Laza Lazarević Königliche Serbische Akademie erbte die Bibliothek der Gesellschaft Serbischer Gelehrter. Sie war systematisiert und zählte etwa 5000 Bücher, einschliesslich auch Monographien in den Reihen. Im Jahre 1899 trat die Akademie der Aufstellung, Katalogisierung und Systematisierung des Gesamtbestandes zu, da sie bereits 1888 den Beschluss fasste, Tauschbeziehungen mit 17 Akademien, einer Universität und 10 Gesellschaften der Gelehrter fortzusetzen. Im Jahre 1937 belief sich die Zahl der Tauschkontakte auf 184 ausländische Universitäten und 309 Akademien und Gesellschaften der Gelehrten. Besonders stiegen diese Zahlen, als die Akademie ihre Bulletins in fremden Sprachen gegründet hatte, die an 700 Adressen verschiedener Akademien, Universitäten und ihrer Institute übersandt wurden. Zu der Zeit zählte die Bibliothek Titel mit Einheiten. Da die Könogliche Serbische Akademie der Wissenschaften zur höchsten wissenschaftlichen Institution des Landes geworden war, stellte auch ihre Bibliothek ihrer Kollektion nach eine einheitliche Institution Serbiens dar, die als solche vor der Öffentlichkeit keineswegs geschlossen werden durfte Die engsten gegenseitigen Kulturverbindungen zwischen Nationen schufen einzelne, meistens angesehene und hochgebildete Persönlichkeiten, am öftesten Mitglieder der Gesellschaft, die gleichzeitig Mitglieder mancher ausländischen Gesellschaften und Akademien waren und die ihre kulturelle Mission als Vermittler zwischen beiden Kulturen mit Erfolg durchgeführt haben. Das beste Beispiel dafür bei uns ist der Name von Vuk Stefanović Karadžić, der Mitglied auch folgender Institutionen war: der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1848), der Preussischen Akademie der Wissenschaften in Berlin (1850), der Göttingischen-Gelehrten Gesellschaft (1824), der Universität in Jena (1823), der Türingisch- Sachsonischen Gesellschaft in Halle (1824), so dass es auch natürlich war, dass die Türen aller erwähnten Einrichtungen der Serbischen Gesellschaft zur Literaturpflege auch für Tauschkontakte offen standen, und dass es in ihren Organen auch den Platz für die Neuigkeiten aus unserer Wissenschaft gab. So findet man, z.b. in der Publikation Göttingische Gelehrte Anzeigen fast regelmässig J. Grimms Rezensionen auf Vuk Karadžićs Werke. 3/18

4 1.6. Neben vielen Slavisten des 19.Jahrhunderts, die als Mitglieder der Gesellschaft die Bestände ihrer Bibliothek, direkt oder indirekt, viel bereichert haben, seien hier manche der deutschen und österreichischen Slavisten und Erforscher erwähnt, die auf diese Weise der serbischen Kultur und Wissenschaft jener Zeit viel beigebracht haben, und zwar nicht nur dadurch, dass sie die Ergebnisse ihrer Forschungen, d.h. sowohl verschiedene Dokumente als auch ihre Werke der Gesellschaft geschenkt haben, sondern überhaupt gesamte relevante Literatur ihres Wissensgebiets und des deutschsprachigen Raumes. Unter 18 grossen Namen der Mitglieder der Serbischen Gesellschaft zur Literaturpflege, d.h. der Gesellschaft Serbischer Gelehrter oder der Königlichen Serbischen Akademie seien nur folgende erwähnt: Siegfried Kapper, Alexander Brückner, Jacob Grimm, Felix Kanitz, Theodor Mommsen, Leopold Ranke, Jan Arnošt Schmaler Die Anfänge der intensiveren und wahrhaften Interessen für slawische einschliesslich auch für südslawische Völker sind eng mit Wien verbunden und sie gehen in das 18. Jahrhundert zurück, als die Arbeit der Buchdruckerei Josef Kurzböcks ( ) zur illyrischen und orientalischen Dokumenten genehmigt worden war. Durch den politischen Beschluss Maria Theresias, das Privilegium zum Drucken der serbischen Bücher im Jahre 1770 an Josef Kurzböck in Wien zu erlassen, wurden die Serben gezwungen, nächste zwei Jahrzehnte nach Wien zu fahren, um dort ihre Bücher drucken zu lassen. Das erste in dieser Druckerei veröffentlichte Buch ist Буквар (1770) und das letzte Стихи о недели чест суботи пријемшеј (1792). Inzwischen wurden bei Kurzböck 151 Bücher gedruckt, und zwar viele religiöse Ausgaben (die schönste unter ihnen ist Јован Георгијевић, Собрание изабраних молитв (1771)), danach politische Werke, manche philosophische Ausgaben, viele Nachschlagwerke wie auch Wörterbücher zum Deutschlernen (Немецкиј и сербскиј словар,1790 z.b.). Hier wurden auch der erste in Serbisch übersetzte Roman (Marmontel, Велизариј, ), erste serbische politische Zeitung (Серпскија новини), alle zu dieser Zeit für die Serben in Österreich erlassene Gesetze sowie auch Schulbücher gedruckt. Man weiss nicht genau, warum Kurzböck gezwunden war, seine Druckerei zu verkaufen, wegen der schwachen Gesundheit, oder aus finanziellen Gründen. - Im Jahre 1792 wurde diese Buchdruckerei von Stefan Novaković abgekauft. Dadurch erwarben die Serben zum ersten Mal einen bevollmächtigten Buchdrucker, dessen Muttersprache Serbisch war. Während der Dauer des Privilegiums zum Buchdrucken schenkte Novakovićs Buchdruckerei bis zu ihrer Umsiedlung nach Budapest im Jahre 1796 über 200 serbische, in kyrillischer Schrift gedruckte Bücher und Broschüren, und man muss dazu im Auge behalten, dass sie auch Lehrbücher für das ganze Schulprogramm für serbische Schulen versorgt hatte. Das erstgedruckte Buch ist Буквар ради серпскаго јуношества в Хунгарском Кралевстве (1792), und das letzte Требник (1795). Unter den besten Ausgaben dieser Druckerei werden folgende gezählt : Ј.Рајић, Историја разних славенских народов најпаче Болгар, Хорватов и Сербов ( ) ; Д.Обрадовић, Собраније нравоучителних вешчеј (1793). Sonst liess Dositej Obradović seine Werke in Deutschland bei Johann Gottlob Immanuel Breitkopf drucken, während 4/18

5 Emanuel Janković seine Werke bei Johann Christian Teubel drucken liess. - Zur gleichen Zeit versuchten manche angesehenen Serben des 18. Jahrhunderts ihre eigene Buchdruckerei zu bekommen. In der Volksversammlung in Temeswar 1790 konnte man ihre Ansprüche hören, so dass es Emanuel Janković gelang, dass er in Novi Sad ohne kaiserliche Genehmigung etwa 20 Bücher veröffentlicht und ganze Auflagen verkauft.- Kein Wunder, dass sich die meisten Ausgaben der erwähnten Buchdruckereien in der Bibliothek der Gesellschaft Serbischer Gelehrten fanden Die geschichtliche Entwicklung der serbischen Presse ist mit der kulturellen und politischen Geschichte des serbischen Volkes eng verbunden. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die serbische Nation stark zu gestalten. Es entstand im Rahmen der Österreichischen Monarchie junge serbische Bürgerklasse, die günstige Bedingungen zur Kultur-und Nationalwiedergeburt auszunutzen bemüht war, und deren Zentren in Wien und Buda sich befanden. Die Zeitungen wurden Vorboten des Romantismus in der europäischen Literatur. Ihre ersten Zeitungen bekamen die Serben zehn Jahre nach den Ungaren und zwei Monate nach den Griechen. Das erste serbische Blatt Сербскија повседневнија новина wurde am 14.März 1791 in Wien gegründet, und zwar in der griechischen Buchdruckerei von Brüdern Pullio. Es erschien zweimal wöchentlich (am Dienstag und Freitag) in altkirchslavischer Sprache von Das Blatt wurde nicht mit Erfolg verkauft und es gab sehr wenige Abonnenten daran. Da diese Zeitung streng zensuriert war, brachten ihre einzelnen Nummern meistens politische Nachrichten, die Übersetzungen aus österreichischen und deutschen Zeitungen, besonders aus der Wiener Zeitung. Am meisten gab es da die Nachrichten über die Kriegsbegebenheiten dieser Zeit in Europa und nur bescheidene Nachrichten über die Serben aus Belgrad, Zemun, Karlovci, Dubrovnik, Osijek. Das einzige Ereignis, wovon umfangreich geschrieben wurde, ist die Eröffnung des Gymnasiums in Karlovci im Jahre In seiner schon erwähnten Buchdruckerei gründete Stefan Novaković seine Zeitung Славеносербскија вједомости посвјаштене Роду и Свјаштенству. Dieses Blatt erschien auch zweimal wöchentlich, in etwa reinerer Sprache, es war unter guter Schriftleitung und hatte viele Abonnenten von Pesth bis Venedig. Jedoch musste es schon 1794 aus finanziellen Gründen eingestellt werden. Da sie mehrere Mitarbeiter auf den serbischen Gebieten hatten, brachten Вједомости mehrere Nachrichten. Aus Europa waren es bewegende Ereignisse bezüglich der Französischen Revolution und Napoleon, aber auch die Nachrichten über die Serben, sogar auch jene, die Kultur betreffen, z.b. über die Eröffnung der serbischen Schulen, über die Reisen des Metropoliten Stefan Stratimirović, über die Schulprüfungen, uber die slavischen Kämpfer usw. Es ist interessant zu erwähnen, dass das Novakovićs Blatt nur einige literarische Beiträge gebracht hat, dass es aber viele Buchbesprechungen und Anzeigen für neue Bücher verzeichnet.- In der Druckerei der Mechitaristen in Wien wurde seit die Zeitschrift Световид (Herausgeber Aleksandar Andrić) herausgegeben. (Der Svetovid begann sein Erscheinen in Temeschwar, von erschien er in Belgrad. 5/18

6 Regelmässige Rubrik Bečkij vestnik-berichte aus Wien) ; Србадија, Serbisches illustriertes Blatt für Unterhaltung und Belehrung (1875), herausgegeben und redigiert von Stevan Ćurčić ; Српска зора (Serbische Morgenröte), Illustriertes Blatt für Unterhaltung und Wissen ( ) (im Besitz von Teodor Stefanović Vilovski). In derselben Druckerei wurden auch manche bedeutende Kalender herausgegeben wie : Забавник ( ), Herausgeber Dimitrije Davidović; Даница (für die Jahre ), Herausgeber Vuk Karadžić; Србска зора (Serbische Morgenröte), Војвођанин (Der Vojvodiner. Serbischer Volkskalender für die Jahre ), Herausgeber Milan Rajić.- Eine der wichtigsten Zeitungen, die in Wien von herausgegeben wurde, ist ohne Zweifel Новине сербске из( Царству((ега града В(енне (Herausgeber Dimitrije Davidović und Dimitrije Frušić), und zwar bei Johann Schnürrer. Sie erschien jeden Tag ausser am Sonntag und an Festtagen. In dieser Zeitung wurden neben politischen auch literarische Nachrichten dargeboten. Die Arbeit an der Zeitung wurde viel von Kopitar beeinflusst. Die Zeitung bestimmte sich über seine Redaktur für Vuksche sprachliche Reformen, so dass V.Karadžić eine lange Zeit Problemen mit seinen Gegnern darin zu führen pflegte. Das ist gleichzeitig die erste serbische Zeitschrift, die ihre Aufmerksamkeit auf das Slaventum überhaupt systematisch zu lenken begann, und dass darin, es ist sehr wichtig zu betonen, im Keim die Ideen erschienen, die im serbischen Volk vor dem Jahr 1848 unter dem Namen Panslavismus die Macht ergriffen. Eine besondere Aufmerksamkeit lenkt aber die Zeitschrift auch auf die Schulen und Ausbildung der Jungen. Fast diese ganze Periodika ist in den Beständen der Akademiebibliothek umfasst Sehr wertvolle und viele slavische Sprachen und Schriften umfassende Druck-und Verlagstätigkeit der Mechitaristen in Wien begann im Jahre 1811 und ist nicht nur an Periodika bekannt. Im Jahre 1818 kam Vuk Karadžić ins Kloster der Mechitaristen mit einer umfangreichen Handschrift. Er schlug den Mechitaristen vor, die Schrift seiner reformierten kyrillischen Schrift ausgiessen zu lassen, um seine Handschrift (Serbisches Wörterbuch) drucken zu können. Das Wörterbuch wurde in kurzer Zeit auf fast 1000 Seiten gedruckt. Es wurde von den Mönchen gesetzt, die kein Wort verstanden, und trotzdem gab es nicht viele Fehler. Die kyrillische Schrift der Mechitaristendruckerei ist ausserordentlich schön und es wurden darin 160 serbische, 40 kroatische, 6 slovensische Bücher gedruckt, aber auch altkirchenslavische, bulgarische, tschechische, slowakische, polnische, ruthenische, russische und andere Ausgaben (alles zusammen 360 Titel) der slavischen Völker. Von ausserordentlicher Bedeutung war die Mechitaristendruckerei für die serbische Literatur- und Kulturgeschiche. Vuk Karadžić war einer ihrer besten Klienten, was durch die Tatsache bewiesen wird, dass er seine 24 wertvolle Werke eben in dieser Druckerei drucken liess, vom epochenmachendem Wörterbuch (1818), über sein sprachschöpferisches Lebenswerk, die Übersetzung des Neuen Testaments in die serbische reformierte Volkssprache bis zum letzten dort gedruckten Werk Правителствујушчи Совјет Сербскиј (1860). Es gibt auch andere in dieser Druckerei veröffentlichte und für unsere Kultur sehr wichtige Ausgaben wie: 6/18

7 П.П.Његош, Горски вијенац (1847) ; Б.Радичевић, Песме (1847) ; Ђ.Даничић, Приче из Старог и Новог завјета usw. Von den Büchern, die in lateinischer Schrift in derselben Druckerei erschienen, seien Slavjanska antologija iz rukopisa dubrovačkih pjesnika von Medo Pucić (1844), Teuta von Dimitrije Demeter (1844) und Ilirska čitanka von Ivan Mažuranić erwähnt. Die meisten Werke dieser Druckerei werden auch heute in der Bibliothek d.sawk aufbewahrt Der Anfang des 19. Jahrhunderts bezeichnet die Blütezeit der Slavistik vor allem in Wien. Die Hofbibliothek in Wien, eine echte Schatzkammer der Werke des europäischen Humanismus und der universellen Barockkultur, stellt gleichzeitig ein Zentrum dar, wo führende Slavisten wie Franz Miklošič, Bartholomäus Kopitar, Vuk Stefanović Karadžić leben und wirken, die mit ihrer rastlosen Arbeit an der komparativen Philologie, durch ihre qualifizierte wissenschaftlich-publizistische Tätigkeit auf dem Gebiet der Linguistik, Literatur, Historiographie, Ethnologie auch andere Slavisten Europas aufsuchen und ihnen geistgen Antrieb geben und zusammen mit ihnen den Ruhm unserer kulturhistorischen Werte durchdringen lassen. Vuks Lebenswerk literarische Erschliessung des Volksguts und die Reform der serbischen Sprache (Alphabet, Phonetische Schrift), die Ausarbeitung und Veröffentlichung des ersten serbischen Wörterbuchs, die Konzeption und die Herausgabe der ersten Serbischen Grammatik, seine Übersetzung des Neuen Testaments in serbische Sprache, alles das spielte sich aus und in Wien ab, und zwar nach den Plänen, an denen B.Kopitar, J.Grimm und J.Herder rege teilgenommen haben Ein besonderes Interesse für serbische Volkspoesie taucht bei den Deutschen in der ersten Hälfte des XIX Jahrhunderts auf (Johann Severin Vater, Johann Wolfgang von Goethe und vor allen Jacob Grimm und Therese Albertine Louise von Jacob). Grimm hat während seines Aufenthaltes in Wien 1814/15 Serbisch gelernt. Begeistert von der Schönheit dieser Sprache übersetzte er Vuks Grammatik der serbischen Sprache in Deutsch, die 1824 in Wien veröffentlicht wurde. Die Erscheinung mancher bedeutenden Werke auf dem Gebiet der Slawistik in Deutschland wie: Johann Leonhard Frisch, Historia Linguae Sclavonicae, ; Johann Peter Kohl, Introductio in et rem litterariam Slavorum, 1729 ; L.G.Stritter, Servica, Croatica, Bosnica, Bulgarica ; J.Thunmann, Untersuchungen über die Geschichte der östlichen europäischen Völker, 1774 ; Johann Christian Engel, Geschichte von Serben (als ein Teil der Allgemeinen Welthistorie) und Geschichte von Serbien und Bosnien desselben Autors; Karl Gottlob von Anton, Erste Linien eines Versuches über der Alten Slaven Ursprung, Sitten, Gebräuche, Meinungen und Kenntnisse, Leopold von Ranke, Die Serbische Revolution; Johann Daniel Ferdinand Neigebaur, Die Südslawen und deren Länder in Beziehung auf Geschichte, Cultur und Verfassung, Otto Dubislav von Pirch,Reise in Serbien im Spätherbst 1829, aber auch die Ausgaben der im Jahre 1779 gegründeten Oberlausitischen Gesellschaft der Wissenschaften und vieler anderen slavistischen Zentren stellen für serbische Wissenschaftler ein bedeutendes Vorbild dar. Einen grossen Einfluss werden auf die Mitglieder der Gesellschaft 7/18

8 auch die Werke von August Ludwig von Schlötzer sowie auch sowohl die Werke als auch die Hinweise von Herder auf den Wert der Muttersprache und auf die Nationalität als selbständigen Träger der allgemeinen Humanität, auf eine spezifische Rolle jedes Volkes aber auch zukünftige Bedeutung der slawischen Völker auf serbische Wissenschaftler jener Zeit ausüben, die in diesem Sinne auch ihre Bibliothek zu vermehren bemüht waren Die Räume der Gesellschaft Serbischer Gelehrter befanden sich in der Kapetan Miša-Stiftung (Kapetan-Mišino zdanje), wo sich die Hochschule (Velika škola) befand. Die Königliche Serbische Akademie befand sich seit 1909 bis 1952 in der Sima Igumanov-Stiftung (Zadužbina Sime Igumanova) in Brankova Strasse 15, und seit dem Jahr 1952 befindet sie sich in der Knez Mihailova Strasse 35, in dem Gebäude, das eben zum Bedarf der Akademie gegründet worden war. 2. Bestandsbeschreibung 2.1. Die Bibliothek der Königlichen Serbischen Akademie wurde im Jahre1886 gegründet und erst 1932 erschlossen, als auch Vorschriften zur Benutzung der Buchbestände abgefasst worden waren (Годишњак СКА XXLI, 1932,107,278). Die Beschaffung von zahlreichen Büchern vor allem durch Tausch sowohl aus In- als auch aus Ausland bedingte noch grösseren Bedarf, dass die Bestände der Bibliothek der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden, so dass es bereits zu der Zeit zur Eröffnung der Frage kam, die Akademie-Bibliothek einem breiteren Kreis der Benutzer zu eröffnen. Trotzdem blieb die Bibliothek bis zum Jahre 1952 für das öffentliche Publikum geschlossen, und sie diente den Mitgliedern der Akademie und nur ausnahmsweise anderen Wissenschaftlern. Heute ist in der Geschäftsordnung der Bibliothek ( Пословник о организацији и раду Библиотеке) vorgesehen, dass ihre Dienste auch andere Wissenschaftler, Universitäts- und Hochschulprofessoren, Mitglieder der ausländischen wissenschaftlichen und Fachorganisationen, Fachleute, Doktoranden sowie Studenten mit besonderen Bescheinigungen ihrer Professoren nutzen können. Die Organisation der Bibliothek ist in fünf Abteilungen verteilt: Erwerbungs-und Tauschabteilung, Abteilung für Büchererschliessen, Informationsabteilung, Bibliographiesche Abteilung und Magazindiensteabteilung. Die Aufgabe der Bibliothek ist, der Förderung der Wissenschaft der Akademie zu dienen, die Vervollkommnung ihrer wissenschaftlichen Kader zu unterstützen und allen Forrschern und Fachleuten den Zutritt zu ihren Beständen zu ermöglichen. In dem Sinne die Bibliothek sammelt, bewahrt und stellt den Benutzern alle Ausgaben der Akademie und ihrer Institute, sowie auch den ganzen Bestand zur Verfügung. Die Bibliothek erwirbt bedeutende Fundamental- und wichtige laufende Werke aus allen Wissensgebieten, die ihr von den Mitgliedern der sieben Abteilungen der Akademie empfohlen werden, aber auch alte und seltene Bücher, vor allem die Serbica. Im Rahmen der Bibliographischen Abteilung der Bibliothek werden wissenschaftliche Dokumentation und Informationen als Hilfe für wissenschaftliche und künstlerische Arbeit der 8/18

9 Akademie gesammelt und Personalbibliographien der Mitglieder der Akademie vorbereitet. In derselben Abteilung wird reiche Photothek gepflegt. Seit Dezember 1991 organisiert die Bibliothek die Darstellung der Akademieausgaben sowie der Werke ihrer Mitglieder Heute umfasst der Bestand etwa Einheiten, die sich auf etwa Monographien und Bände Periodika verteilen, etwa alte und seltene Bücher und über Aufnahmen der Mikrofilme, die im grossen und ganzen Veröffentlichungen fast aller Akademien in der Welt, vieler Universitäten (darunter werden slawistische Zentren verstanden) wissenschaftlicher Gesellschaften darstellen. Die wichtigste Zuwachsquelle ist nach wie vor der Schriftentausch mit in- und ausländischen Institutionen. Ca 80 Prozent der Monographien und Ca 70 Prozent der laufenden Periodika werden auf diese Weise erworben. Die Zahl der Tauschbeziehungen beläuft sich heute auf Tauschpartner und verteilt sich auf 58 Ländern. Mit deutschen Institutionen bestehen 103 Tauschbeziehungen. Dazu kommen Nachlässe und Spenden, die in der letzten Zeit immer heufiger werden. - Aus dem Gesamtbestand der Rara 567 Monographien stammen aus dem 18. und 19.Jahrhundert und wurden auf dem deutschsprachigen Raum gedruckt. Was Periodika aus demselben Zeitabschnitt betrifft, bestehen in der Bibliothek 158 Titel, wovon 54 Titel (5.350 Hefte) im Besitz der Bibliothek sind, die vor 1867 auf dem deutschsprachigen Raum erschienen sind. Dazu kommen fast komplette Reihen (über 40 Titel) aller deutschen und österreichischen Akademien und mancher wissenschaftlichen Gesellschaften des deutschsprachigen Raumes, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen Da in der Bibliothek keine sprachliche Gliederung des Bestandes besteht, kann kein Überblick über andere Sprachen gegeben werden. Es wurden auch keine Inventarien nach Fachgruppen geführt, so dass nur nach dem UDC Katalog eine systematische Übersicht des Allgemeinbestandes möglich ist. Die aktuelle Fachordnung umfasst folgende Gruppen: Wissenschaft überhaupt ( Einheiten) ; Philosophie und Psychologie (8.000) ; Religion (4.000) ; Jura, Ökonomie und Soziologie (65.000) ; Ausbildung (7.000) ; Ethnologie und Folklore (7.000) ; Mathematik (14.000) ; Astronomie (6.000) ; Physik (19.000) ; Chemie (27.000) ; Geologie (38.000) ; Biologie (52.000) ; Medizin (24.000) ; Technik (20.000) ; Landwirtschaft (19.000) ; Technologie (15.000) ; Industrie und Gewerbe (1.000) ; Kunst (17.000) ; Schöne Literatur und Sprach- und Literaturwissenschaft (50.000) ; Geschichte (45.000) ; Geographie (5.000) ; Geographische Karten und Atlanten (2.220) ; Nachschlagwerke (23.000) ; Mikrofilme (50.000). Legate (36 an der Zahl) sowie auch Periodika ( etwa Titel). Der Anteil der Germanica überhaupt beträgt schätzungsweise zwischen 15-20% des ganzen Bestandes. 9/18

10 Sondersammlungen 2.4. Früher unter der Obhut der Bibliothek gestandene Serbische Handschriften, Wiegendrucke und alte Serbica wird heute mit noch drei grossen Sammlungen im Akademie-Archiv aufbewahrt : 1. Stara zbirka ili Zbirka rukopisnih i starih štampanih knjiga (Alte Sammlung, d.h. Handschriften-und Wiegendruckesammlung). Nach der Verünglückung der Nationalbibliothek 1941 ist diese Sammlung ihrem Umfang nach eine der grössten Sammlungen alter serbischen Handschriften und Wiegen- und Altdrucke. Im Inventar der Sammlung sind 515 Einheiten verzeichnet, deren Entstehungszeit zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert fällt. Viele wurden im Каталог рукописа и старих штампаних књига (Љубомир Стојановић) beschrieben, wo sich auch fünf deutsche Handschriften befinden.- 2. Istorijska zbirka (Geschichtssammlung) ist sowohl ihrem Inhalt als auch ihrem Umfang nach sehr verschiedenartig. Sie besteht aus Einheiten und enthält Dokumente angefangen vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Urkunden, Briefwechsel, Protokolle, Memoireliteratur, Noten, Photoalbume usw.). Darin sind auch viele Nachläasse mancher serbischen angesehensten Persönlichkeiten, z.b. von Vuk Karadžić, Jovan Cvijić, Nikola Pašić, Ivo Andrić, Milutin Milanković, der Familie Obrenović und vieler anderen zu finden. Die Sammlung hat einen allgemeinen Sachkatalog sowie die Kartothek des Vukschen Nachlasses. Die Akten dieser Sammlung sind am öftesten in serbischer Sprache, aber es gibt viele auch in : Latein, Russisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Ungarisch, Türkisch, Griechisch usw Etnografska zbirka (Ethongraphische Sammlung) enthält 477 Einheiten von kleineren oder grösseren Volksdichtung- und Märchensammlungen sowie von ethnographischen Materialien verschidener Sammler fast aus allen serbischen Gebieten und die Nachlässe von: Veselin Čajkanović, Jovan Erdeljanović, Dena Debeljaković und Radoslav Pavlović. Die Sammlung umfasst die Zeitperiode des 19. und 20.Jahrnunderts. Sie hat zwei Inventare und eine Kartothek nach der Erforschern und Sammlern der Volkslieder und -- märchen geordnet.- 4. Orijentalna zbirka (Orientalsammlung) besteht aus 262 Handschriften und gedruckten Büchern und aus 92 Dokumenten in türkischer und ungarischer Sprache. Sie umfasst den Zeitabschnitt vom 15. bis 20. Jahrhundert. Alte und seltene Bücher 2.5. Der Bestand der alten und seltenen Bücher umfasst etwa Titel, d.h. über Bände, die in 12 Gruppen verteilt worden sind. Die zahlreichste stellt die Gruppe der serbischen bis zum Jahr 1867 gedruckten Bücher dar, die 1119 Titel (2500 Bände) umfasst und unter anderen Raritäten auch das Weltunikat Превозв(шеному господину ђенералу М. и кавалеру Неранчићу, на брегу Адр((тике Г...Б..., gedruckt um 1788, allem Anschein nach bei Johann Christian Teubel in Leipzig (R20-1) beherbergt. Im Besitz der Bibliothek ist leider nur eine fremde Inkunabel (Appianius Alexandrius, Historia romana. De bellis civilibus. Venetiis,1477) zu finden. Bis /18

11 wurden serbische Bücher in Venedig ( bei Pane Theodosie ), in Wien (in der Mechitaristedruckerei, bei Johann Schnürrer, Johan Kurzböck, Martin Christian Adolf), in Budim (am öftesten in der Kaiserelichen Universitätsbuchdruckerei), in Leipzig (bei Johann Gottlob Immanuel Breitkopf, in der Typographie von Karl Christoph Traugott Tauchnitz), in Karlovac (bei Joh.Nep.Pretner), und zwar in Religion, Literatur (Reisebeschreibungen und Übersetzungen am öftesten aus Deutsch, Russisch und Griechisch), Ausbildung, Geschichte herausgegeben. Von 249 Einheiten sind 101 auf dem deutschsprachigen Raum erschienen und sie stammen aus dem 18., d.h. 19.Jahrhundert. Noch eine Kuriosität dieser Sammlung ist zu erwähnen, d.h. Е((ракт( или извод( п(нктов( привилег(алн(х. У Бечу 1745 ( напечататс( от.хр.жефаровича). Das Dokument wurde von Maria Theresia unterzeichnet. Das Original war noch vom Grafen Bačanji und F.Koller unterzeichet. Von 51 Punkten aus dem Original sind in dieser, einst dem bekannten serbischen Archimandriten Dimitrije Ruvarac gehörenden Exemplar der Übersetzung 33 Punkte gegeben.- Kleinere Gruppen alter und seltener Bücher machen kroatische und slowenische Bücher sowie Slovenica aus, während Croatica 194 (davon 63 in deutscher Sprache ) Einheiten beträgt und die Bücher aus dem 17.,18. und 19. Jahrhundert in Venedig, Ragusa, Zara, Agram, Fiume, Spalato und Buda veröffentlichte Werke (Codizes, Gesetzbücher, Lexika usw.) in Kroatisch, Latein, Italienisch und Deutsch enthält.- In der sogenannten Slavica-Gruppe sind 262 Einheiten zu finden, von denen 66 die Übersetzungen deutscher Autoren und die Werke bedeutender Slavisten des 18. und 19.Jahrhunderts darstellen, während die anderen am meisten aus St.Petersburg stammen.- Die Gruppe ausländischer Bücher besteht aus 102 Einheiten. Darunter befinden sich meistens holländische Bücher aus dem 17. Jahrhundert, dann gibt es manche in Französisch in Zürich gedruckte Bücher und 20 in deutscher oder lateinischer Sprache auf dem deutschsprachigen Raum vom 16. bis 18. Jahrhundert veröffentlichte Werke (das älteste Buch : Caspar Huberinus, Spiegel der Hauszucht. Nürnberg, Johann von Berg und Ulrich Neuber, 1555, R8;33).- Die zahlreiche Gruppe Varia beträgt 351 Einheiten meistens aus dem 19.Jahrhundert, unter denen sich nur 33 auf dem deutschsprachigen Raum gedruckte Bücher oder Übersetzungen deutscher Autoren befinden. Unter der Signatur R10;128 ist ein hebreisches in Wien im Jahre 1818 herausgegebenes Buch (Hamishah Hamischei Torah. Wien, Georg Holzinger).- Die Gruppe Faximilienausgaben enthält 161 Einheiten, darunter sind 40, die einmal auf dem deutschsprachigen Raum erschienen. Miroslavs Evangeliar (erschienen in Wien ) und Der Serbische Psalter (erschienen in München) sind die wertvolsten und schönsten Exemplare dieser Sammlung Den besonderen Wert der ganzen Sammlung stellen jedoch 48 Bücher aus dem Nachlass von Vuk Stefanović Karadžić dar, die dem Ausschus der Königlichen Serbischen Akademie zur Herausgabe der Gesammelten Werke von Karadžić abgetreten worden waren. Es handelt sich um Karadžićs Handexemplare aus seiner Privatbibliothek, und zwar mit vielen Marginalien. Das bekannte unliebe Geschick der Vukschen für damalige Zeit reichen Privatbibliothek entdeckt uns, dass nach seinem Tode im Jahre 1864 nur ein 11/18

12 Drittel seiner in Wien bewahrten Bibliothek von 1300 Titeln zusammen mit seinem Nachlass Ende des vorigen Jahrhunderts nach Belgrad gebracht worden war (49 kostbare mittelalterliche Handschriften hat Vuk schon bei Lebzeiten der Preussischen Bibliothek in Berlin verkauft, wo sie auch heute mit grosser Sorgfalt aufbewahrt werden, während der Rest der Bibliothek an die Akademie-Bibliothek in Sankt-Petersburg von Vuks Sohn Dimitrije verkauft worden war). Da die grösste Zahl davon im bekannten Brand der Nationalbibliothek 1941 vernichtet wurde, ist der Wert dieser durch Zufall übriggebliebeben Sammlung umdesto grösser. In dieser kleinen Sammlung sind 40 Bücher auf dem deutschsprachigen Raum meistens in deutscher Sprache veröffentlicht, die zahlreiche Kommentare von Karadžić enthalten. Interessant zu bemerken ist auch die Tatsache, dass sich auch im Verzeichnis der verbrannten und verlorengegangenen Bücher der Vukschen Bibliothek viele deutsche Ausgaben befanden (Владан Недић, Библиотека Вука Караџића, Библиотекар, 1956,63-74). Von Karadžićs Randbemerkungen in dieser Sammlung seien jene im Exemplar seines im Jahre 1818 in Wien gedruckten Serbischen Wörterbuchs erwähnt, wo er ein paar Hunderte neuer Wörter notiert hat. Neben Vukschen Anmerkungen ist an der letzten innerlichen Umschlagseite ein Papier mit L.v. Rankes Anmerkungen geklebt, während sich an der vorderen innerlichen Umschlagseite, mit einer anderen Hand geschrieben, zwei Rezepte befinden. In den deutschen Übersetzungen seiner Volksliedersammlungen hat er auch viele bedeutende Anmerkungen notiert, viele Absätze unterstrichen Sondersammlungen einzelner Persönlichkeiten (meistens Mitglieder der Akademie), die nach der Bestimmungen der Akademie als separate Bestände aufbewahrt werden, stellen meistens Legate dar. Sie sind 36 an der Zahl. Die grösste und wertvollste dieser Sondersammlungen ist von Ljubomir Nikić ( ), die nach seinem Tod der Bibliothek geschenkt wurde und die über Bände zählt. In erster Linie enthält sie literarische, sprachwissenschaftliche, historische, juristische, kunsthistorische, kirchengeschichtliche und politische Werke, grösstenteils Monographien in serbischer Sprache und kleinere Zahl seltener Zeitschriften. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch die Zahl der Werke in deutscher Sprache, besonders aus dem 19. Jahrhundert. Die Sammlung beherbergt auch 875 meistens serbische Altdrucke sowie drei Handschriften. Eine davon (ein Stammbuch) entstand in Wien und gehörte Sidonija Ilić, in der viele Beiträge auch ihrer österreichischen und deutschen Freunde zu finden sind.- Die Bibliothek von Viktor Novak von etwa Bänden enthält sehr komplette Sammlungen in Paläographie, Epigraphik, Heraldik, Diplomatik, Freimauerei in Vatikan- und Konkordatgeschichte, einschliesslich auch deutsche Ausgaben.- Die Bibliothek von Sima Simić enthält fast komplette Literatur des 19.Jahrhunderts in im grossen und ganzen südslawiche Geschichte und Politik.- Reich an deutschen Ausgaben vor allem in Klimalehre und in Theorie der Eiszeiten ist die Bibliothek von Milutin Milanković, obwohl sie nur etwa 700 Einheiten zählt.- Die Bibliothek des Vaters und Sohns Nikola und Svetozar Radojčić besteht aus Bänden der Literatur in Geschichte und Kunstgeschichte auch in der deutschen Sprache.- Die Sammlung von 12/18

13 Ljubomir-Durković Jakšić vefügt uber Bände der Literaturwerke in Bibliothekswesen, Polonistik und Njegošforschungen. In der neueren Zeit sind noch drei wertvolle Legate die Bibliothek bereichert, d.h die Bibliothek von Marko Ristić, Danilo Kiš und Vasko Popa Von kleineren Sammlungen ist auch Geographische Sammlung interessant, die auch deutsche Karten, Pläne und Atlanten enthält. Aus dem 18.Jahrhundert ist eine in Wien gestochene Karte (J.K.Kindermann, Die Provinz Inner-Österreich: oder die Herzogtümer Steyermark, Kaertnen und Krain, die Grafschaften Goerz und Gradisca und das deutsch-oesterreichische Litorale (entworfen und gezeichnet von Jos. Karl Kindermann, gestochen zu Wien von Christoph Junker). Graetz : Verlegt bey Franz Hagel Miller, 1794) zu erwähnen. In der Sammlung werden noch 38 über südslawische Völker meistens aus dem 19.Jahrhundert stammende und in Österreich-Ungarischen Monarchie gedruckte oder gestoche Karten und Pläne aufbewahrt. Vom Anfang dieses Jahrhunderts stammen 225 auf demselben Territorium gedruckte Karten, die in den Beständen der Akademie-Bibliothek ihren Platz fanden. Zeitschriftensammlung 2.9. Von einem Gesamtbestand von etwa Titeln sind 3000 noch laufende Zeitschriften und Serien. Mikrofilmsammlung Die Mikrofilmsammlung umfasst Aufnahmen der alten und seltenen Bücher und der Bibliothek von Vuk Stefanović Karadžić, die im Jahre 1989 aufgenommen wurden. Ausserdem sind 90 Einheiten seltener Urkunden, die bis 10 Aufnahmen enthalten, zu finden, 320 Einheiten mit mehr als 10 Aufnahmen verschiedenen Inhalts und 320 Mikrofische (meistens deutsche Dissertationen). Viele sehr bedeutende Mikrofilme für serbische Kultur befinden sich unerschlossen in manchen Akademie-Ausschüssen, die Eigentum der Bibliothek sind. 3. Kataloge Allgemeiner alphabetischer Katalog in Zettelform verzeichnet den ganzen von 1952 bis 1990 bearbeiteten Bestand der Akademiebibliothek EDV-Katalog in der Datenbasis seit 1990 Kumulativer EDV-Katalog (in Buchform) EDV-Kataloge für die Jahre 1995,1996 (in Buchform) 13/18

14 Kumulativer EDV-Katalog (in Buchform) Sachkatalog in Zettelform verzeichnet die ab 1952 neubearbeiteten Bestand im Dezimalsystem Periodika-Katalog verzeichnet die Zeitschriften Serien, Kalender, Almanache und Jahrbücher des ab bearbeiteten Bestandes in alphabetischer Ordnung nach den Titeln der Zeitschriften, d.h.der Serien werden jeweils die Titel der einzelnen Nummern angegeben Sachkatalog der Nachschlagwerke verzeichnet Enzyklopädien, Wörterbücher, Informastionshandbücher, die Werke in Bibliothekswesen Standortkatalog des gesamten Bestandes Sonderkataloge Katalog der alten und seltenen Bücher verzeichnet den Bestand der alten und seltenen Drucke vor 1867 nach 12 Gruppen (Zettelkatalog) Mikrofilmkatalog verzeichnet Mikrofilme, meistens der alten serbischen Bücher Handschriften, ausländischen Dissertationen und periodischen Publikationen Geographischer Katalog verzeichnet den Pläne-, Karten- und Atlantenbestand Katalog der Legate Muzikalienkatalog verzeichnet musikalische Werke, Schallplatten Katalog der Photographien sowohl der in- als auch ausländischen Mitglieder der Gesellschaft, d.h. der Akademie (in Zettelform - ein Katalog) 4. Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Bibliothek Archivalien 4.1. Dokumente zur Geschichte und Tätigkeit der Bibliothek befinden sich im Akademischen Archiv, das im Zentralgebäude der Akademie untergebracht ist. 14/18

15 Darstellungen Zusammenfassende Werke 4.2. Vera Branković, Centralna biblioteka Srpske akademije nauka (Zentralbibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften). In: Enciklopedija Jugoslavije 1 (A-Bosk), Zagreb 1955, S Ђуза Радовић, Стотридесет година Библиотеке Српске академије наука и уметности ( Hundertunddreissig Jahre der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste). In : Библиотекар 1, Споменица посвећена 130-годишњици живота и рада библиотеке Српске академије наука и уметности ( Festschrift zum 130-Jubiläum der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste). -Београд, (Посебна издања САНУ ; књ Споменице ; књ.65) Љиљана Којић-Богдановић, Библиотека Српске академије наука и уметности (Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste) (Dissertation - Handschrift) Татјана Филиповић-Радулашки, Неки видови сарадње између Библиотеке Матице српске и Библиотеке Српске академије наука и уметности од њиховог оснивања до почетка овог века (Skizzen zur Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek der Matica srpska und der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste seit ihrer Gründung bis zum Beginn dieses Jahrhunderts). In: Годишњак Матице српске 1, 1977 Bojana Šinžar, The Book Exchange of the Library of the Serbian Academy of Sciences and Art. in: Проблеми на книгообменното с(трудничество между балканските страни. Материали от симпозиума, с(сто(л в Софи( ноември 1976 г.), Татјана Филиповић-Радулашки, Некотор(е проблем( организации в специализованн(х библиотеках и в часности в Библиотеке Сербско( академии наук и искусств (Manche Fachprobleme in den Spezialbibliotheken mit besonderer Rücksicht auf die Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste). In: Проблем( академических библиотек социалистических стран при научно информативном обслуживании. Сборник стате(. Софи(, БАН,1980 Olgica Momčilović, Razmena Biblioteke Srpske akademije nauka i umetnosti kao izvor nabavke ( Tauschbeziehungen der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste als Quelle der Erwerbung). In : Informatika 3, 1984 Татјана Филиповић - Радулашки, О сарадњи Српске Краљевске академије и Матице српске између два рата ( Über die Beziehungen zwischen der 15/18

16 Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste und Matica srpska zwischen zwei Kriegen). In : Свеске Матице српске 5, 1985 Olgica Momčilović, Tauschbeziehungen der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste zu den Partnern in den deutschsprachigen Ländern. In : Veröffentlichungen der Staatsbibliothek Berlin 9, 1987 Olgica Momčilović, Die Serbische Gelehrte Gesellschaft und ihre Tausch-und andere Beziehungen zum damaligen Ungarn. In : Veröffentlichungen der Staatsbibliothek Berlin 14, 1991 Tatjana Filipović-Radulaški, Biblioteka na Internetu - korak ka biblioteci budućnosti (Die Bibliothek am Internet - ein Schritt weiter zur Bibliothek der Zukunft. In: Internet u Jugoslaviji, Jugoslavija na Internetu. VII Naučni skup o sistemu naučnih, tehnoloških i poslovnih informacija, Beograd, maj Beograd,1997 Tatjana Filipović-Radulaški, Biblioteka SANU - problemi evolucije Informacionog sistema ( Die Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste - Probleme zur Entwicklung des Informationssystems): In Cooperation mit Nenad Amodaj. In: SYMOPIS '97.- Beograd, Veröffentlichungen zu den Beständen Љубомир Стојановић, Каталог рукописа и старих штампаних књига : збирка Српске Краљевске академије ( Handschriften- und Altdruckekatalog. Sammlung der Königlichen Serbischen Akademie). Београд : Српска краљевска академија, 1901, S.267 Владан Недић, Библиотека Вука Караџића (Die Bibliothek von Vuk Karadžić). In : Библиотекар 1954, 4, ; 1955, 1-2, 15-24, ; 1956,1-2, Татјана Филиповић-Радулашки, Посебне библиотеке у Библиотеци Српске академије наука и уметности (Legate in der Bibliothek der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste. In : Библиотекар 3-4, Олгица Момчиловић, Библиотека академика Милутина Миланковића (Die Bibliothek von Milutin Milanković). In : Изабрана дела Милутина Миланковића, књ.5, : Списи из историје науке, 1997, Veröffentlichungen der Bibliothek 7.1. Издања Библиотеке САНУ (Veröffentlichungen der Bibliothek d.sawk) erscheint unregelmäassig seit 1978 und bringt meistens bibliographische 16/18

17 Werke wie: Преглед издања САНУ (Verzeichnis der Akademie-Ausgaben - früher erschien in der Akademie-Reihe Посебна издања) wird jedes zweite Jahr herausgegeben ; Јоана Павковић, Библиографија научних радова академика Дејана Медаковића (Die Bibliographie der wissenschaftlichen Arbeiten des Akademiemitglieds Dejan Medaković); Љубомир Никић, Олгица Момчиловић / Библиографија часописа Страни преглед I, X, 1939 (Die Bibliographie der Zeitschrift Strani pregled I,19927-X,1939). Каталог Фототеке САНУ (Katalog der Fotothek der Serischen Akademie der Wissenschaften ) Примљене књиге Библиотеке САНУ (Neuerscheinungen der Bibliothek d.sawk) erschienen bis 1991 dreimonatlich. Da die Daten seit dieser Zeit per EDV erfasst werden, wird auch diese Publikation als jährliche Ausgabe herausgegeben und sowohl in der Basis als auch in gedruckter Form aufbewahrt Годишњак САНУ (Jahrbuch d.sawk) stellt die Hauptquelle zur Information über die Arbeit der Akademie und ihrer Mitglieder dar. In der Bibliothek werden für diese Publikation alle Angaben zu Mitgliedern der Akademie (Aufbau der Akademie, Biobibliographien ihrer Mitglieder) sowie die Berichte für die Bibliothek vorbereitet. Olgica Momčilović 17/18

18 Transliterierte Titel: Seite 4: o Bukvar o Stihi o nedeli čest suboti prijemšej o Jovan Georgijević, Sobranie izabranih molitv o Nemeckij i serbskij slovar o Velizarij o Serpskija novini o Bukvar radi serpskago junošestva v Hungarskom Kralevstve o Trebnik o J.Rajić, Istorija raznih slavenskih narodov najpače Bolgar, Horvatov i Serbov o D.Obradović, Sobranije nravoučitelnih veščej Seite 5: o Serbskija povsednevnija novina o Slavenoserbskija vjedomosti posvjaštene Rodu i Svjaštenstvu o Vjedomosti o Svetovid o Srbadija Seite 6: o Srpska zora o Zabavnik o Danica o Vojvodjanin o Novine serbske iz'' Carstvujuščega grada Vìenne o Pravitelstvujušči Sovjet Serbskij o P.Petrović-Njegoš, Gorski vijenac o B.Radičević, Pesme o Dj.Daničić, Priče iz Starog i Novog zavjeta Seite 8: o Godišnjak SKA o Poslovnik o organizaciji i radu Biblioteke Seite 10: o Katalog rukopisa i starih štampanih knjiga (Ljubomir Stojanović) o Prevozvyšenomu djeneralu M.i kavaleru Nerančiću, na bregu Adrìjatike G...B... o Ekstrakt'' ili izvod'' punktov'' privilegïalnyh.- U Beču 1745 (napečatatsja ot Hr.Žefaroviča) Seite 11: o Vladan Nedić, Biblioteka Vuka Karadžića, Bibliotekar. 18/18

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