Die Vorgaben des IT-Planungsrates Leitlinie für Informationssicherheit der öffentlichen Verwaltung

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1 Die Vorgaben des IT-Planungsrates Leitlinie für Informationssicherheit der öffentlichen Verwaltung Dr. Stefan Grosse Bundesministerium des Innern, Leiter Referat IT5 IT-Infrastrukturen und IT-Sicherheitsmanagement des Bundes

2 Informationssicherheit Kaspersky: Die durchschnittlichen, durch einen Cyberangriff verursachten Kosten liegen für Großunternehmen bei Euro, für kleine und mittlere Unternehmen bei Euro Spiegel: NSA knackt systematisch Verschlüsselung im Internet Check Point: 79 Prozent der Unternehmen waren letztes Jahr von einem Sicherheitsvorfall mit mobilen Geräten betroffen Heise: Die NSA baute Backdoor direkt in einen Standard für einen Pseudo-Zufallszahlengenerator ein

3 Informationssicherheit Trends / Herausforderungen Wirtschaftsspionage Geheimdienstaktivitäten Paradigma Cloud Computing (Herrschaft über eigene Daten?) Abhängigkeit von Herstellern (Herrschaft über eigene IT?) Big Data (Chancen / Risiken) Blackout (globale Vernetzung kritischer Infrastrukturen) Mobilitätstrend (Zunehmend Angriffsziel, hohe Verwundbarkeit)

4 Informationssicherheit Ausgangslage in der Verwaltung Verwaltungshandeln - ohne ITK nicht mehr denkbar Vernetzung über alle Ebenen Immer mehr Ebenen-übergreifende IT-Verfahren Das schwächste Glied in der Kette bestimmt Sicherheit aller Unterschiedliche Voraussetzungen Mix aus professionellem IT-Betrieb und Improvisieren Kein einheitliches Niveau, wenige gemeinsame Standards Zu wenig Zusammenarbeit, zu viele Einzelkämpfer

5 Beispiel 1 Windows XP ( ) Um Mitternacht endet der Support für Windows XP, doch längst nicht alle Kommunen haben sich schon von der Software gelöst. Viele wollten Kosten sparen - und könnten letztlich draufzahlen, wenn auf ihren Rechnern die Viren wimmeln. ( ) "Wer nach dem 8. April noch XP im Einsatz hat, hat keine gut organisierte IT, denn normalerweise geht man solche Risiken nicht ein."

6 Beispiel 2 Zertifizierung ( ) Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Zertifikat nach ISO auf Basis von IT-Grundschutz erhalten.. ( ) ( ) Die Zertifizierung sei ein eindeutiges Zeichen an Kommunen und Bürger und zugleich eine beispielgebende Herausforderung an andere IT- Dienstleister im öffentlichen Bereich, diesen Schritt ebenfalls zu gehen.

7 Informationssicherheit Einige Maßnahmen im Bund Kabinettbeschluss UP Bund (2007) Kabinettbeschluss IT-Steuerung Bund (2007) Änderung BSI-Gesetz (2009) Cybersicherheitsstrategie (2011) Cyber-Sicherheitsrat (2011) Nationales Cyber-Abwehrzentrum (2011) Erster Entwurf IT-Sicherheitsgesetz (2013) 8 Punkte-Plan der Bundesregierung (2013)

8 IT-Planungsrat (Aufgaben) Aufgabenspektrum des IT Planungsrats (gem. 1 IT-Staatsvertrag) IT- Koordinierung IT-Standards Projekte zur Umsetzung der Nationalen E-Government Strategie Verbindungsnetz Koordinierung der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der IT Beschluss von fachunabhängigen und übergreifenden IT-Interoperabilitätsund IT- Sicherheitsstandards Steuerung von zugewiesenen NEGS-Umsetzungs- Projekten Übernahme der in 4 Staatsvertrag genannten Aufgaben für das Verbindungsnetz

9 IT-Planungsrat (Mitglieder) IT - P l a n u n g s r a t Beratende Mitglieder Feste Mitglieder des IT-PLR

10 IT-Planungsrat (Organisation) ChefBK mit CdS IT-Planungsrat Fachministerkonferenzen Geschäftsstelle IT-Planungsrat Arbeitsgremium Verbindungsnetz Kooperations- Gruppe Strategie Arbeitsgruppe Informationssicherheit Steuerungsprojekte Koordinierungsprojekte Maßnahmen Anwendungen des IT- Planungsrats KoSIT-Beirat Koordinierung s-stelle für IT- Standards E-Government- Projekte IT-Koordinierung IT-Standards Verbindungsnetz temporär dauerhaft

11 Leitlinie Informationssicherheit Beschluss und Arbeitsgruppe Beschlossen durch IT-Planungsrat am 8. März 2013 inkl. Umsetzungsplan nach 3 Abs. 2 IT-Staatsvertrag Einrichtung dauerhafte Arbeitsgruppe Informationssicherheit Die kommunalen Spitzenverbände vertreten innerhalb der Arbeitsgruppe die Interessen der Kommunen Die Arbeitsgruppe vertritt als Ganzes die Interessen der IT- Sicherheitsbeauftragten der Verwaltung gegenüber IT-PLR

12 Leitlinie Informationssicherheit Ziel und Eckpunkte Verbindliches Mindestsicherheitsniveau in der ebenenübergreifenden Zusammenarbeit von Bund und Ländern Informationssicherheitsmanagement Absicherung der Netzinfrastrukturen der ÖV Sicherheitsstandards für Ebenen-übergreifende IT-Verfahren Gemeinsame Abwehr von IT-Angriffen (VerwaltungsCERT-Verbund) Standardisierung und Produktsicherheit

13 Leitlinie Informationssicherheit Geltungsbereich Verbindlich für Bund und Länder Empfehlung für Kommunen, Bundestag, Landesparlamente, Rechnungshöfe, Datenschutz Verbindlich über Bund und Länder hinaus bei Teilnahme an Ebenen-übergreifenden IT-Verfahren Umsetzungsplan regelt stufenweise Umsetzung mit entsprechenden Fristen Umsetzung erfolgt in eigener Verantwortung Jährlicher Bericht über Umsetzungsstand an IT-PLR

14 Leitlinie Informationssicherheit Informationssicherheitsmanagement Etablierung ISMS orientiert am IT-Grundschutz BSI. Wesentliche Maßnahmen (in dieser Priorität): Landes-/ Bundes- IT-Sicherheitsbeauftragte IT-Sicherheitsbeauftragte für die wesentlichen Behörden Verabschiedung Leitlinien für Informationssicherheit Einführung ISMS auf Basis ISO oder IT- Grundschutz Vereinheitlichung ISMS orientiert an IT-Grundschutz

15 Leitlinie Informationssicherheit Netzinfrastrukturen der ÖV Erarbeitung von Anschlussbedingungen für direkt an das Verbindungsnetz angeschlossene Netze Wesentliche Maßnahmen für Anschlussbedingungen: Umsetzung BSI-Standards 100-1, 100-2, 100-3, Festlegung Geltungsbereich und Schutzbedarf Umgang mit Abweichungen / Ausnahmeregelungen Prozess zur Qualitätssicherung (Gegenseitige Audits)

16 Leitlinie Informationssicherheit Ebenen-übergreifende IT-Verfahren Gemeinsames Mindestsicherheitsniveau für Ebenenübergreifende IT-Verfahren Wesentliche Maßnahmen: Anwendung IT-Grundschutz nach BSI bei Planung und Anpassung Ebenen-übergreifender IT- Verfahren Erfassung und Beschreibung der Ebenenübergreifenden IT-Verfahren, insbesondere der kritischen Verfahren.

17 Leitlinie Informationssicherheit Gemeinsame Abwehr von IT-Angriffen Zusammenarbeit der CERTs der öffentlichen Verwaltung im Rahmen eines VerwaltungsCERT-Verbund. Besteht aus CERT-Bund sowie LänderCERTs. Einbindung Kommunen über LänderCERTs möglich Ziele: Verbesserung Erkennung, Abwehr von IT-Angriffen sowie Zusammenarbeit und Informationsaustausch. Geschäftsordnung ist verabschiedet; Derzeit Aufbau / Ausbau der LandesCERTs (Abschluss innerhalb 3 Jahren)

18 Sonstige Maßnahmen Beispiel Roadshow Finanziert aus Mitteln des IT- Planungsrates (Bedarfsermittlung über Arbeitsgruppe Informationssicherheit) Veranstalter: Gastgebendes Land in Zusammenarbeit mit BAköV / BSI In mehreren Themenblöcken wird Wissen vermittelt, Gefährdungen durch Hackingdemonstrationen anschaulich gemacht und Verhaltensempfehlungen gegeben

19 Ausblick für Kommunen Thesen aus Sicht des Bundes Wir können die Herausforderungen nur gemeinsam lösen Leitlinie muss auch für Kommunen Pflicht sein Leitlinie kann nur der erste Schritt sein; Informationssicherheitsmanagement ist ein unverzichtbarer und dauerhafter Prozess Basis müssen die BSI-Standards mit IT-Grundschutz sein Sicherheit von IT-Sicherheitsprodukte mit Zertifizierung oder Zulassung durch / nach Anforderungen BSI gewährleisten Professionalisierung und Konsolidierung des IT-Betriebs Mehr Ebenen-übergreifende Zusammenarbeit: gemeinsame Dienstleister, Netze, Verfahren sowie ein einheitliches Informationssicherheitsmanagement für die IT

20 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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