Zukunftsweisend menschlich. 10 Wahlprüfsteine Medizin und Pflege: patientennah qualitätsgesichert beziehungsreich

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1 10 Wahlprüfsteine Medizin und Pflege: patientennah qualitätsgesichert beziehungsreich Die Fachverbände von Caritas und Diakonie

2 Krankenhäuser tragen eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Gerade im Umgang mit somatischen und psychischen Krankheiten und Tod zeigt sich, in welchen Wertevorstellungen und ethischen Grundhaltungen eine Gesellschaft lebt. Patienten ebenso wie die Mitarbeitenden erwarten sichere Rahmenbedingungen für eine patientennahe und hochwertige Medizin und Pflege. Im Blick auf die bevorstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag formulieren die Christlichen Krankenhäuser die folgenden Forderungen an die Politik. Wahljahr 2013

3 Wahlprüfstein 01: Arbeitsplätze 1Wahljahr 2013 Gute Arbeitsbedingungen und ausreichende Personalausstattung in den Kliniken ermöglichen! Pflegende und Ärzte treten in Beziehung zu den ihnen anvertrauten Menschen. Sie verdienen Arbeitsbedingungen, unter denen sie ihren Beruf gerne ausüben, ihre Motivation nicht verlieren und ihre Gesundheit nicht aufs Spiel setzen. Krankenhäuser müssen gute, nicht zuletzt familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten können. Die Beschäftigten in den Krankenhäusern wollen gute Arbeit leisten können. 01 An die Politik Die Vergütung der Krankenhäuser muss die Finanzierung der Ressourcen für gute Arbeitsbedingungen und personelle Ausstattung ermöglichen.

4 Wahljahr 2013 Wahlprüfstein 02: Fachkräfte Durch Aus- und Weiterbildung dem Fachkräftemangel entgegenwirken! Damit künftig genügend Fachkräfte für die Versorgung der Patienten zur Verfügung stehen, müssen die Ausbildungskapazitäten im Fach Humanmedizin aufgestockt und eine Reform und Innovation der Ausbildung in den Pflegeberufen umgesetzt werden. Junge Menschen brauchen attraktive Anreize, sich für die Gesundheitsberufe zu entscheiden, und durchlässigere Strukturen, um sich dafür qualifizieren zu können. 02 An die Politik Ausbildungskapazitäten für Ärzte müssen erhöht werden und die Pflegeausbildungen nach EU-Standard generalistisch erfolgen.

5 Wahlprüfstein 03: Finanzierung 3Wahljahr 2013 Krankenhäuser leistungsgerecht, fair und verlässlich finanzieren! Die gegenwärtige Finanzierung der Betriebskosten der Krankenhäuser erfüllt diese Kriterien nicht. Die Krankenhäuser müssen in die Lage versetzt werden, Kosten- und vor allem Tariflohnsteigerungen zu refinanzieren. Durch weiteren Personalabbau und zunehmende Arbeitsverdichtung darf die Versorgungsqualität und Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser nicht länger gefährdet werden. 03 An die Politik Wir brauchen einen an den realen Kostenentwicklungen prospektiv orientierten Regelfinanzierungsmechanismus.

6 Wahljahr 2013 Wahlprüfstein 04: Investitionen Investitionen müssen getätigt werden können! Um eine bedarfsgerechte, flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, benötigen Krankenhäuser garantierte und kalkulierbare Mittel zur Finanzierung ihrer Investitionen in ausreichender Höhe. Eine z. B. im Rahmen des Länder-Finanzausgleichs umgesetzte bundesweite Mindestinvestitionsquote würde eine verlässliche Finanzierung der erforderlichen Investitionen ermöglichen. 04 An die Politik Bund und Länder müssen ihrer gemeinsamen Finanzierungsverantwortung für die Investitionen nachkommen und dafür geeignete Regelungen schaffen.

7 Wahlprüfstein 05: Mengendynamik 5Wahljahr 2013 Mengenentwicklungen dürfen nicht pauschal zu Lasten aller Krankenhäuser gehen! Die Entgelte für Krankenhausleistungen müssen so bemessen werden, dass Kliniken wirtschaftlich arbeiten können und nicht gezwungen sind, Mehrleistungen zu generieren. Problematischen Mengenentwicklungen muss am Ort ihrer Entstehung entgegengewirkt werden. Sie dürfen nicht zu Lasten anderer Kliniken über den Landesbasisfallwert kompensiert werden. 05 An die Politik Die Entgelte für Leistungen müssen so bemessen werden, dass Kliniken auch ohne Leistungsmengenausweitungen wirtschaftlich arbeiten können.

8 Wahljahr 2013 Wahlprüfstein 06: Morbiditätsrisiko Das Morbiditätsrisiko ist von den Kostenträgern zu übernehmen! Medizinischer Fortschritt und zunehmende Morbidität einer älter werdenden Bevölkerung führen zu steigendem Behandlungsbedarf und entsprechend steigenden Fallzahlen. Die damit verbundenen Kosten dürfen nicht den Krankenhäusern angelastet werden. Der Gesundheitsfonds muss entsprechend ausgestattet und die Beiträge für die Krankenkassen müssen sozialverträglich bemessen werden. 06 An die Politik Der Gesundheitsfonds und die Krankenkassen müssen genügend Mittel erhalten, um das Morbiditätsrisiko tragen zu können.

9 Wahljahr 2013 Wahlprüfstein 07: Pflege Die Position der Pflege im Krankenhaus nachhaltig stärken! Wir brauchen im Krankenhaus heute mehr denn je eine professionsübergreifende Zusammenarbeit und eine kooperative Neuordnung der Aufgaben und Kompetenzen. Dazu zählen rechtliche Grundlagen für die Delegation von bisher ärztlichen Aufgaben an die Pflege. Pflegepraktische Studiengänge und verpflichtende gesetzliche Vorgaben zur Fortbildung sind deshalb unerlässlich. 07 An die Politik Die nötigen Veränderungen in der Ausbildung und im Berufsrecht müssen endlich umgesetzt werden.

10 Wahljahr 2013 Wahlprüfstein 08: Sicherheit Sicherheit für Patienten und Mitarbeitende muss gewährleistet sein! Sicherheit ist ein Qualitätskriterium. Um sie gewährleisten zu können, ist ein klinisches Risikomanagement ebenso unerlässlich wie eine ausreichende Haftpflichtversicherung. Es ist sicherzustellen, dass den Krankenhäusern weiterhin ausreichend Haftpflichtschutz zur Verfügung steht und dieser finanzierbar bleibt. 08 An die Politik Haftpflichtversicherungen müssen ordnungspolitisch für alle Kliniken gewährleistet und die Kosten refinanziert werden.

11 Wahlprüfstein 09: Versorgung 9Wahljahr 2013 Flächendeckende, patientennahe Versorgung sichern! Patienten müssen auch in Zukunft im Krankenhaus ihrer Wahl behandelt werden können. Eine qualitativ hochwertige Versorgung wird durch Trägervielfalt gesichert. Diese ist zu erhalten und zu fördern. Versorgungsqualität bemisst sich auch daran, wie dem erhöhten Behandlungsaufwand für Menschen mit Behinderung und der palliativmedizinischen Versorgung Rechnung getragen wird. 09 An die Politik Eine wohnortnahe und auch die bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit erhöhtem Behandlungsaufwand müssen sichergestellt werden.

12 1 Wahljahr Wahlprüfstein 10: Verzahnung 2013 Mehr ambulante Versorgung im Krankenhaus! Bereits heute sind Krankenhäuser, zumal als Träger von Medizinischen Versorgungszentren, vielerorts unverzichtbar für die Sicherstellung der fach- und hausärztlichen Versorgung. Ihre Öffnung für ambulante Leistungen und der Ausbau integrierter Versorgungsstrukturen müssen gerade aus Patientensicht konsequent gefördert und erleichtert werden. 10 An die Politik Die Beteiligung der Krankenhäuser an der ambulanten Versorgung muss durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen erleichtert werden.

13 DIAKONIE UND CARITAS Jedes dritte deutsche Krankenhaus wird in christlicher Trägerschaft geführt, bundesweit aktuell 640 Krankenhäuser. Sie sind ein wichtiger Stützpfeiler der Krankenhausversorgung in Deutschland. Die Christlichen Krankenhäuser werden durch den Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.v. (DEKV) und den Katholischen Krankenhausverband Deutschlands e.v. (KKVD) vertreten. Die Fachverbände sind Mitglieder im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung sowie im Deutschen Caritasverband, der Wohlfahrtsorganisation der katholischen Kirche. Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. Invalidenstraße 29, Berlin Ansprechpartner: Norbert Groß Verbandsdirektor Telefon: Katholischer Krankenhausverband Deutschlands e. V. Reinhardstraße 13, Berlin Ansprechpartner: Thomas Vortkamp Geschäftsführer Telefon:

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