Angehörigenberatung am Beispiel der Pflegeberatung in der IKK Niedersachsen

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1 Angehörigenberatung am Beispiel der Pflegeberatung in der IKK Niedersachsen Schulungsmodul 3 Landesagentur Generationendialog Niedersachsen Niedersachsen 1

2 Pflege- und Angehörigenberatung Gesetzliche Vorgaben Aufgaben Umsetzung in der IKK Niedersachsen Erfahrungen 2

3 Was verstehen Sie unter Angehörigenberatung? 3

4 Pflegeberatung gemäß 7 a SGB XI seit einklagbarer Individualanspruch auf Pflegeberatung ( 7 a SGB XI) angelegt als Fallmanagement gilt für alle Pflegebedürftigen und Antragsteller mit erkennbarem Hilfebedarf richtet sich vornehmlich an den Betroffenen selbst Gesetzgeber hat definiert, wie und von welchem Personal die Pflegeberatung nach 7a SGB XI zu erfolgen hat 4

5 Gesetzliche Vorgaben Anforderungsprofil Pflegeberater Laut Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes zur Anzahl und Qualifikation der Pflegeberater/Pflegeberaterinnen v abgeschlossene Berufsausbildung als Altenpfleger/in Gesundheits- und Krankenpfleger/in Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in Sozialversicherungsfachangestellte/r oder ein abgeschlossenes Studium der Sozialen Arbeit Andere geeignete Berufe oder Studienabschlüsse wie Sozialpädagogen oder Heilpädagogen kommen auch in Betracht Personen, die bereits vor dem mindestens drei Jahre in der Pflegeberatung nach 7 SGB XI tätig sind und in einem der o.g. Berufe Kenntnisse erworben haben können auch als Pflegeberater tätig werden 5

6 Gesetzliche Vorgaben Weiterbildungsanforderungen Pflegeberater laut Empfehlungen des GKV- Spitzenverbandes Modul 1: Pflegefachwissen Mindestumfang 100 Stunden Modul 2: Case Management Mindestumfang 180 Stunden Modul 3: Recht Mindestumfang 120 Stunden Soweit erforderlich, Kenntnisse in Kommunikation, Moderation, Verhandlungstechniken Praktika 1 Woche in einem ambulanten Pflegedienst 2 Tage in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung Bereits erworbene Qualifikationen sollen nach Vorlage entsprechender Nachweise anerkannt werden 6

7 Aufgaben der Pflegeberatung nach 7a SGB XI Hilfe bei der Auswahl von Sozialleistungen sowie sonstiger Hilfsangebote Systematische Erfassung und Analyse des Hilfebedarfs unter Berücksichtigung des MDK- Gutachtens Erstellung eines individuellen Versorgungsplans (über die erforderl. Sozialleistungen, gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen, medizinischen, pflegerischen sowie sozialen Hilfen, Hinweise auf das dafür vorhandene örtliche Leistungsangebot) Koordinierung und Steuerung der notwendigen Hilfe- und Unterstützungsleistungen 7

8 Aufgaben der Pflegeberatung nach 7 a SGB XI Durchführung des Versorgungsplans über- wachen Nachsteuerung bei Veränderungen des Hilfebedarfs Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Beratung kann zu Hause, in einer Einrichtung, im Pflegestützpunkt, im Kundencenter oder auch telefonisch erfolgen 8

9 Konzept der Pflegeberatung in der IKK Nds. IKK PflegeService als Zentraleinheit in Osnabrück Bis Pflegeberatung als individuelle Schulung im häuslichen Umfeld nach 45 SGB XI Seit Pflegeberatung nach 7a SGB XI und 45 SGB XI als Fallmanagement Aufsuchende Beratung und Schulung vor Ort mit dem Ziel, den Versicherten und seine Angehörigen so zu beraten, dass die erforderlichen Hilfen geleistet und finanziert werden können 7 Pflegeberaterinnen 9

10 Ziele der Pflegeberatung Auffangen des Beratungsbedarfs von hilfebedürftigen Personen Feststellung des Hilfebedarfs Erschließung von Ressourcen Informationsvermittlung Erleichterung der Pflege und Betreuung Prävention gesundheitlicher Gefahren bei den Pflegepersonen Unterstützung bei der Konfliktbewältigung Einleitung von Lösungsansätzen Kompetenzerhöhung der Kunden Stärkung des Selbstbestimmungsrecht des Pflegebedürftigen 10

11 Kontaktaufnahme Beratungsablauf Prüfung vorliegender Daten Bei Bedarf Hausbesuch Situationsanalyse Bedarfsermittlung Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen Erstellung eines individuellen Versorgungsplans Einleitung der erforderlichen Maßnahmen Überwachung der eingeleiteten Maßnahmen Nachkontakt Dokumentation 11

12 Fallbeispiel Frau S. Frau S., 79 Jahre, verwitwet, lebt mit behindertem Sohn zusammen in einer kleinen 3-Zimmer-Mietwohnung Pflegestufe II, Kombi-Leistungen Hinweis im MDK-Gutachten, dass zur Entlastung des Sohnes eine Erhöhung der Einsätze des Pflegedienstes erforderlich sind Bisher kommt der PD 3 x wöchentlich zur Grundpflege und alle 14 Tage zum Putzen Lt.MDK drei Einsätze täglich erforderlich Hausbesuch durch IKK-Pflegeberatung Kontakt zu: Pflegedienst Sanitätshaus Sozialamt Hausarzt Sicherstellung der häuslichen Versorgung zunächst durch 2 Einsätze des Pflegedienstes möglich; Einsatz von Hilfsmitteln erleichtern die Pflege; Familie fühlt sich gut betreut: Sohn äußert seine Wünsche, Versicherte stimmt höheren Einsätzen zu 12

13 Vorteile einer umfassenden Beratung Anwalt des Versicherten Wegweiser im Paragraphen-Dschungel Aufbau tragfähiger Beziehungen und langwährender Kontakte Erläuterung der Rahmenbedingungen führt zu: Kompetenzerhöhung Entscheidungsfindung Kontakt-Netzwerk entsteht 13

14 Grenzen der Beratung Bereitschaft / Interesse an Hilfe Voraussetzung Fehlende Mitwirkung Ablehnung andere (Sozial-) Systeme arbeiten nicht mit 14

15 Netzwerk der IKK-Pflegeberatung regional unterschiedlich Selbsthilfegruppen, Behindertenverbände Pflegedienste Tagespflege, vollstationäre Einrichtungen Anbieter niedrigschwelliger Betreuungsangebote Sanitätshäuser Sozialamt Seniorenbeauftragter Städtische Arbeitskreise Krankenhaussozialdienst Handwerk Fachstelle für Wohnberatung Ehrenamtliche Wohnberatungsstelle der Stadt Osnabrück Hospiz... 15

16 Erfahrungen Beratung wird von IKK-Kunden durchweg positiv angenommen Hausbesuch von großem Nutzen! Schaffung von Vertrauen und Verlässlichkeit sind dafür erforderlich Zusammenarbeit mit anderen Stellen inzwischen gewachsen Netzwerkaufbau dauert, ist aber für die praktische Arbeit unverzichtbar Mitarbeit in regionalen Gremien fördert den Kontakt Pflegeberatung ist sowohl Beratung des Pflegebedürftigen als auch der Angehörigen 16

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