Disruptive technologies in business mit technischen Revolutionen gewinnen oder verlieren. IT-Forum Rhein-Neckar. Bernhard Kölmel

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1 mit technischen Revolutionen gewinnen oder verlieren IT-Forum Rhein-Neckar Bernhard Kölmel

2 Agenda Motivation Themenüberblick Dilemma Lösungsansäzte Reale Beispiele Fazit Fragen und Diskussion 2

3 Hintergrund Hochschule Pforzheim Lehre: Global Process Management, Foresight / Roadmapping, Value Chain, Technologiemanagement, Innovationsmanagement Forschung: IoS³ - Institute of Smart Systems and Services Experte für die Europäische Kommission Unternehmen Innovations-Management (Auszeichungen: Top 100 mehrfach Top Innovator) Strategiemanagement, Portfolio-Management Forschungsmanagement (EU/BMBF/BMWI) Business Design/Corporate Entrepreneurship 3

4 Motivation Fortune Bitte beachten: Apple Platz 17 IBM Platz 19 Ihre Einschätzung: Wo läge Daimler? Wo läge BASF? Wo läge Bosch? Source: 4

5 Motivation - Fragen Welches Unternehmen war ca. 100 Jahre Weltmarktführer in seiner Branche? Welches Unternehmen lag 1990 auf Platz 18 der Fortune 500 Liste? in der Größenordnung von Daimler und Apple (2012) Welches Unternehmen war Technologieführer und entwickelte das Produkt, welches seinen Untergang einläutete? Welches Unternehmen meldete 2012 Insolvenz an? Quelle: Kodak 5

6 Motivation road mapping Nur ca. 10% der Firmen sind länger als 50 Jahre in den Fortune 500! Source: adapted from University of Notre Dame, Mendoza College of Business: Foresight in Business & Society 6

7 Motivation Erkennst du klar, dass sich alle Dinge verändern, dann wirst du an nichts festhalten wollen. Laotze, Das Buch vom Sinn und Leben, aufgeschrieben vor 2500 Jahren 7

8 Disruptionen Definition: Disruptionen werden verstanden als nicht-lineare Abweichungen vom Status Quo, also als Diskontinuitäten, externe Schocks, die nicht auf einer bewussten Entscheidung der betroffenen Akteure beruhen. Eine Disruption ist irreversibel, sie überrascht die Akteure und sie beeinflusst in hohem Maße ihre Zukunft. Gabilliet, Philippe (1999): Savoir anticiper. Les outils pour maîtriser son futur. Paris Charakteristika von Disruptionen: Hohe Veränderungsdynamik Hohe Wirkungsstärke Neuartige Wirkungen 8

9 Disruptionen disruptive technologies that may underperform today, relative to what users in the market demand, may be fully performance-competitive in that same market tomorrow. Disruptive innovations are products and services that initially aren't as good as those that historically have been used by customers in mainstream markets, and therefore can take root only in new or lessdemanding applications, amongst non-traditional customers Source: Clayton Christensen, The Innovator's Dilemma: When New Technologies Cause Great Firms to Fail, Disruptive technologies in business

10 Disruptionen Die Entwicklung der Menschheit ist durch viele technologische Innovationen geprägt worden, welche den wirtschaftlichen Fortschritt unterbrochen und beschleunigt haben. Beispiel für solche sogenannten Basistechnologien sind die Dampfkraft, die Elektrizität und der Verbrennungsmotor. Source: Brynjolfsson und McAfee

11 Innovation Innovation ist die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre Erfindung. Joseph Alois Schumpeter, 1911 Innovation findet immer dann statt, wenn eine neue Idee erfolgreich in ein marktreifes Produkt umgesetzt wird. Dabei ist es sekundär, ob es sich um ein neues Produkt oder eine Technologie handelt, ob es Prozesse, Verfahren oder Dienstleistungen betrifft. Entscheidend ist der Mut, neue Wege zu gehen. Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger,

12 Innovation Innovation Inkrementell: stetige, kleine Verbesserungen an bestehenden Produkten Kommerziell diskontinuierlich: neue Produkteigenschaften bei gleicher Technologie Technologisch diskontinuierlich: neue Technologie bei gleichen Produkteigenschaften Disruptiv: kommerziell und technologisch diskontinuierlich, neue Produkteigenschaften und neue Technologie Source: INNO-Grips Policy Brief No. 4: Disruptive Innovation: Implications for Competitiveness and Innovation Policy 12

13 Innovation Innovation Sustaining / Incremental Innovation: generally small innovations in products and processes aimed at existing customers. Disruptive / Discontinuous Innovation: significant innovations generally aimed at unknown or non-existent customers. 13

14 The Innovator s Dilemma The best of conventional good business practices can ultimately weaken a great firm from The Innovator s Dilemma, by Clayton M. Christensen, Harvard Business School Professor, on technological innovation and disruptive technologies 14

15 Dilemma 1. Companies depend on customers and investors for resources. 2. Small markets don t solve the growth needs of large companies. 3. Markets that don t exist can t be analysed. 4. An organisation s capabilities define its disabilities. 5. Technology supply may not equal market demand. Source: adapted from Christensen (1997) If you listen to your high end customers, you are vulnerable Sustaining Technologies: provide better performance for demanding, high end customers Source: INNO-Grips Policy Brief No. 4: Disruptive Innovation: Implications for Competitiveness and Innovation Policy 15

16 Dilemma Begrenzte Ressourcen Companies depend upon customers and investors for resources Unternehmen ist zu gut organisiert bzw. zu groß Companies whose investment processes demand quantification of market sizes and financial returns before they can enter a market get paralyzed or make serious mistakes when faced with disruptive technologies Small markets don t solve the growth needs of large companies Markets that don t exist can t be analyzed the larger and more successful and organization becomes, the weaker the argument that emerging markets can remain useful engines for growth 16

17 Dilemma Stärken werden zu Schwächen Leading firms most profitable customers generally don t want, and initially can t use, products based upon disruptive technologies Kurzsichtige Stakeholder (Aktionäre) Small markets don t solve the growth needs of large companies Incremental Innovations lead to quick ROI Erfolg macht überheblich Established firms stay atop wave after wave of sustaining technologies (technologies that their customers need), while consistently stumbling over simpler, disruptive ones. Festhalten am Status-Quo- und Verlustangst Megatrends vs. Black Swans/Wildcards/Weak Signals 17

18 Innovationsgrad Lösungsansätze Inkrementelle und disruptive Innovationen umsetzen 90% 10% Technologie-Fit 18

19 Lösungsansätze - Inkrementelle und disruptive Innovationen Inkrementelle und disruptive Innovationen umsetzen Inkrementelle Innovationen KLAR ORGANISIERTE PROZESSE INTENSIVE VERNETZUNG ÜBER ALLE BETRIEBLICHEN FUNKTIONEN SCHUTZ DER AKTUELLEN PRODUKTE UND MÄRKTE ZIELE KLAR DEFINIERT, ABBRUCHKRITERIEN, MEILENSTEINE F&E ALS TEIL DER ORGANISATION, GERINGE AUTONOMIE HARTER GESCHÄFTSPLAN, ZIELE, MEILENSTEINE SCHUSTER BLEIB BEI DEINEN LEISTEN Disruptive Innovationen ORGANISIERTES CHAOS WENIGER VERNETZUNG NACH INNEN ( BITTE NICHT STÖREN ) KANNIBALISIERUNG ERLAUBT FESTLEGUNG DER ZIELE ALS TEIL DES PROZESSES ( TRIAL & ERROR ) HOHES MASS AN AUTONOMIE WEICHER ANSATZ FÜR PLANUNG, WELPENSCHUTZ BZGL. ERGEBNISBEITRAG AUF DER SUCHE NACH NEUEN GRENZEN 19

20 Lösungsansätze - Zukunftsforschung Source: Dana Mietzner 2009: Strategische Vorausschau und Szenarioanalysen 20

21 Lösungsansätze - szenariobasierte Strategieentwicklung Source: Dana Mietzner 2009: Strategische Vorausschau und Szenarioanalysen Modell der szenariobasierten Strategieentwicklung nach Schoemaker 21

22 Lösungsansätze - 22

23 Lösungsansätze Foresight Methoden Source: Michael Keenan: Overview of Foresight Methods, University of Manchester,

24 Lösungsansätze Foresight Methoden Source: Michael Keenan: Overview of Foresight Methods, University of Manchester,

25 Lösungsansätze Foresight Methoden Source: Michael Keenan: Overview of Foresight Methods, University of Manchester,

26 Lösungsansätze Szenario Ansätze Source: adapted from Andreas Neef, 2008: Megatrends. Auf der Suche nach den Märkten von Morgen 26

27 Lösungsansätze - Roadmapping Source: adapted from M. Garcia / O. Bray: Fundamentals of Technology Roadmapping

28 Lösungsansätze - Roadmapping Source: Adapted from University of Cambridge IfM: Roadmapping for strategy and innovation, 28

29 Lösungsansätze Externalisierung Corporate Entrepreneurship Displacement Net New Growth Established Business Disruptive Business 29 Starts Outside Established Business

30 Beispiel - Megatrends GESELLSCHAFT Demographischer Wandel Frauen auf dem Vormarsch Kulturelle Vielfalt Neue Mobilitätsmuster KONSUMENTEN Nächste Stufe der Individualisierung Neue Konsummuster Boomende Gesundheit BUSINESS Wissensbasierte Ökonomie Wandel der Arbeitswelt Business-Ökosysteme TECHNOLOGIE Digitales Leben Konvergenz von Technologien Lernen von der Natur Ubiquitäre Intelligenz GLOBALISIERTE WELT Globalisierung 2.0 Urbanisierung Neue politische Weltordnung Wachsende Sicherheitsbedrohungen UMWELT Umsteuern bei Energie und Ressourcen Klimawandel und Umweltbelastung 30

31 Paradigmenwechsel Paradigmenwechsel werden verstanden als durch das Zusammenspiel verschiedener Disruptionskontexte / Einzeldisruptionen hervorgerufene neue Muster der industriellen Wertschöpfung auf nationaler und globaler Ebene. Die damit verbundene Änderung von Wertschöpfungsketten und das Entstehen neuer Wertschöpfungscluster erfordert eine vorausschauende Anpassung. Burmeister 2012: Deutschland 2030 Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung Zentrale Ergebnisse der Studie 31

32 Beispiel Paradigmenwechsel total vernetzte Welt Die nächste technologische Revolution wird sich von den vorangehenden unterscheiden. Dieses Mal ist Technologie stark in unser Alltagsleben eingebunden. Technologien verschmelzen um schnellere Prozesse zu erzielen und damit einhergehend schnellere und bessere Geschäftsergebnisse. Brynjolfsson and McAfee 2012 Die IP-Fähigkeit der uns umgebenden Dinge steigt stetig. Bereits 2017 wird der weltweite Datenverkehr über das Internet deutlich über ein Zettabyte (21 Nullen) pro Jahr liegen. Cisco

33 Konkretes Umsetzungsbeispiel Vision Strategic Vision Strategic Inno-Mgmt. SLIM Goals Inno- Culture Radical/Open Innovation New Business Unit Joint Venture Operative Goals Incremental Inno-Mgmt. 33

34 Business Design Source: Business Model Canvas: Business Model Innovation Hub, authors: Yves Pigneur and Alex Osterwalder 34

35 Fazit Source: Tim Volkmann, Framing Future Studies: Science, Technology and Global Challenges Corporate Foresight, Aachen

36 Fazit Wirtschaft und Gesellschaft stehen in der kommenden Dekade vor tiefgreifenden Herausforderungen. Unternehmen müssen sich vorbereiten: Von der Betrachtung einzelner (Mega-)Trends zur Analyse vernetzter Wechselwirkungen (Kombination von Megatrends) Robustheit der Strategie bzw. des Portfolios unter der Bedingung potenzieller Umbrüche (Kombination von Disruptionen) unter Berücksichtigung der kurz-, mittel- und langfirstigen Perspektive Ableitung von Geschäftsmodell-Innovationen & Besetzung nachhaltiger Zukunftsmärkte (Neue organisatorische Ansätze) 36

37 Herzlichen Dank 37

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