Entwicklungen des österreichischen Lehrstellenmarktes Politische Zielsetzungen Rechtliche Rahmenbedingungen

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1 Lehrausbildung in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen gem. 30b Berufsausbildungsgesetz Vortrag im Rahmen des Kontaktseminars der deutschsprachigen Berufsbildungsforschungseinrichtungen Roland Löffler Wien,

2 Übersicht Entwicklungen des österreichischen Lehrstellenmarktes Politische Zielsetzungen Rechtliche Rahmenbedingungen Organisatorische Strukturen Erste Erfahrungen aus dem Ausbildungszyklus 2009/13 in Wien

3 Der Lehrstellenmarkt seit den 90er Jahren I Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren seit den achtziger Jahren in Österreich rückläufig Lehrlingsbeschäftigung stagniert seit den neunziger Jahren. Erst in den letzten Jahren Anstieg durch Lehrstellenförderung Zahl der Lehrstellensuchenden seit Mitte der neunziger Jahre relativ stabil Zahl der offenen Lehrstellen seit Anfang der neunziger Jahre stark rückläufig, leichter Anstieg erst seit 2005 Seit Mitte der neunziger Jahre Lehrstellenlücke, die sich in den letzten Jahren zunehmend schließt

4 Der Lehrstellenmarkt seit den 90er Jahren II Lehrstellensuchende* und offene Lehrstellen* in Österreich 1988 bis 2009 (jeweils Monatsende Juni) Lehrstellensuchende Offene Lehrstellen * Jeweils sofort und nicht sofort verfügbar

5 Der Lehrstellenmarkt seit den 90er Jahren III Lehrstellenüberhang und -lücke in Österreich 1988 bis 2009 (jeweils Monatsende Juni)

6 Der Lehrstellenmarkt in Wien Lehrstellensuchende* und offene Lehrstellen* in Wien 1988 bis 2009 (jeweils Monatsende Juni) Lehrstellensuchende Offene Lehrstellen * Jeweils sofort und nicht sofort verfügbar

7 Ursachen für die Lehrstellenlücke Wegfall großbetrieblicher Lehrstellen Klein- und Mittelbetriebe können den Ausfall nicht wettmachen Ungleich verteilte Nachfrage nach Lehrstellen: rund die Hälfte aller Lehrstellensuchenden wollen Lehrstellen in den zehn beliebtesten Lehrberufen Lehrbetriebe klagen über mangelndes Ausbildungsniveau und mangelnde persönliche Eignung der Lehrstellensuchenden

8 Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik Neunziger Jahre: Förderung der Integration von Jugendlichen in das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem in vier Bereichen: Erhöhung des Angebots an Lehrstellen und Ausbildungsplätzen (Neue Lehrberufe, Vorlehre, Integrative Berufsausbildung, Lehrstellenförderung, Blum-Bonus) Erleichterung des Einstiegs Jugendlicher in eine Berufsausbildung (Berufsorientierung, nachträglicher Erwerb des Hauptschulabschlusses) Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramme für Jugendlichen zwischen 19 und 24 (Sonderprogramm SPJU, JOBS FOR YOU(TH)) Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz (JASG), auch Auffangnetz 2008 Vereinbarung der Bundesregierung mit dem Sozialpartnern Arbeitsmarkt 2010 : Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen bis 18 Jahre Arbeitsplatz oder Ausbildungsplatz für alle Jugendlichen

9 Novellierung des Berufsausbildungsgesetzes Schaffung der rechtlichen Grundlage für eine überbetriebliche Berufsausbildung: 30. (1) Das Ausbilden von Personen in einem Lehrberuf in Ausbildungseinrichtungen, die weder von einem Lehrberechtigten geführt werden noch Schulen oder im 29 angeführte Anstalten sind, bedarf einer Bewilligung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, soweit nicht die Voraussetzungen des 30b vorliegen. 30b. (1) Hat das Arbeitsmarktservice entsprechend den Richtlinien des Verwaltungsrates für die überbetriebliche Lehrausbildung, die den Bestimmungen des 30 vergleichbare Qualitätsstandards enthalten, eine Ausbildungseinrichtung mit der überbetrieblichen Lehrausbildung beauftragt, so ist für den Zeitraum der Beauftragung keine Bewilligung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit gemäß 30 Abs. 1 erforderlich. (2) Abs. 1 gilt auch, wenn im Auftrag des Arbeitsmarktservice einzelne Personen zusätzlich auf einem Ausbildungsplatz in einer Ausbildungseinrichtung in einem bestimmten Lehrberuf ausgebildet werden und dadurch die Anzahl der für diesen Lehrberuf gemäß 30 bewilligten oder ursprünglich vertraglich vereinbarten Ausbildungsplätze überschritten wird.

10 Bedeutung der Novelle Lehrausbildung erstmals auch außerhalb von Betrieben möglich (im JASG zwar bis zu 12-monatige Lehrgänge, aber in der Regel nur Vorbereitung für betriebliche Lehre) Ausbildung neben der Vermittlung ein gleichwertiges Ziel der Maßnahme (im JASG hatte Vermittlung Priorität) Gleichwertige Ausbildung zu betrieblicher Lehre: Kombination von Berufsschule und Ausbildung in Lehrwerkstätten von Bildungseinrichtungen Zielgruppe: Jugendliche, die ihre Schulpflicht beendet haben und auf dem ersten Lehrstellenmarkt keine geeignete Lehrstelle gefunden haben

11 Organisatorische Strukturen (Beispiel Wien) Festlegung der Berufe und der Ausbildungskontingente durch den Regionalbeirat (Sozialpartner, Landesgeschäftsstelle, Regionale Geschäftsstelle) Ausbildungszyklus 2009/13: Ausbildungsplätze in 42 Berufen Ausschreibung und Vergabe der überbetrieblichen Berufsausbildung durch die Landesgeschäftsstelle des AMS Organisatorische Betreuung der Trägereinrichtungen und Zuweisung der TeilnehmerInnen durch die RGS Jugendliche Kontrollen der Bildungseinrichtungen durch LGS möglich Enge Abstimmung zwischen Trägereinrichtungen und RGS hinsichtlich TeilnehmerInnen, Drop-outs, Vermittlung

12 Qualitätssicherung Vorlaufende Berufsorientierungs- und Coachingmaßnahmen: Berufswahl und Zuweisung der TeilnehmerInnen zu Berufsausbildungsgängen, begleitende sozialpädagogische Betreuung Zieldefinition: Vermittlung der Lehrinhalte, Integration in den Arbeitsmarkt durch Bearbeitung und Beseitigung von Defiziten im schulischen und sozialen Bereich, Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, Lehrabschlussprüfung Genaue Vorgabe hinsichtlich der Ausbildungspläne (verbindliche Berufsbilder, Zahl der Berufsschulstunden, Betriebspraktika) Strenge Eignungskriterien für Trägereinrichtungen und TrainerInnen in den Verdingungsunterlagen Klare Bewertungskriterien: Qualität des eingesetzten Personals, Konzeptive Qualität, Gleichstellungsorientierung, Ausstattung, Preis

13 Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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