Große Kreisstadt Stollberg

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1 Große Kreisstadt Stollberg Bebauungsplan Nr. 29 der Stadt Stollberg Gewerbegebiet westlich der Autobahn Vorentwurf: Stand Stadtverwaltung Stollberg Hauptmarkt Stollberg Tel.: / Fax: /

2 Bebauungsplan Nr. 29 der Stadt Stollberg Gewerbegebiet westlich der Autobahn Begründung Inhaltsverzeichnis Kapitel Inhalt Seite 1. Planungsanlass, Ziele und Zweck der Planung Bedarfsnachweis tabellarische Darstellung Planverfahren / Rechtsgrundlagen Planverfahren Rechtsgrundlagen 5 3. Räumlicher Geltungsbereich des Bebauungsplanes Lage und Größe des Plangebietes Geltungsbereich des B-Planes Naturschutzobjekte/Schutzgebiete Bisherige Nutzung des Plangebietes Nutzungsstruktur der Umgebung Besitz- und Eigentumsverhältnisse Altlasten Bergbau Archäologie Geologisch-hydrologische Verhältnisse Baugrunduntersuchung Untersuchungen mit geologischem Belang und Lagerstättengesetz Radonbelastung Klimaverhältnisse Planungsgrundlage Überregionale Planungen Landesentwicklungsplan Sachsen/ Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge 5. Städtische Planungen Flächennutzungsplan - Entwurf Planinhalt Art der baulichen Nutzung Maß der baulichen Nutzung Überbaubare Grundstücksflächen Höhe der baulichen Anlagen Verkehrsflächen Ver- und Entsorgungsleitungen Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von 16 Boden, Natur und Landschaft 6.9. Flächenbilanz Erschließung Verkehr Äußere Verkehrserschließung Innere Erschließung Geländeprofilierung Ver- und Entsorgung Elektroenergieversorgung Gasversorgung Fernwärmeversorgung Wasserversorgung/ Löschwasserversorgung Versorgung mit Telekommunikationsleitungen Abwasserentsorgung Müllentsorgung 19 1

3 Kapitel Abwasserentsorgung Seite 8. Auswirkungen der Planung/ Umweltbeeinflussung Natur und Landschaft Bodenschutz Immissionsschutz Umweltbericht Einleitung Kurzdarstellung des Inhalts und der wichtigsten Ziele des 21 Bauleitplanes Ziele des Umweltschutzes Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen Bestandsbeschreibung und -bewertung des Umweltzustandes Mensch, menschliche Gesundheit Flora, Fauna, biologische Vielfalt Boden Klima, Luft Wasser Landschaft Kulturgüter und sonstige Sachgüter Wechselwirkungen und Gesamteinschätzung Prognose bei Nichtdurchführung des Plans (Status-Quo- Prognose) Prognose der Umweltauswirkungen bei Durchführung des Plans Mensch, menschliche Gesundheit Flora, Fauna, biologische Vielfalt Boden Klima, Luft Wasser Landschaft Kulturgüter und sonstige Sachgüter Wechselwirkungen und Gesamteinschätzung Anderweitige Planungsmöglichkeiten (Alternativenprüfung) FFH-Verträglichkeit Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich Eingriffsbewertung Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen Ausgleichsmaßnahmen und Eingriffs-Ausgleichs-Bilanz Maßnahmen zum Schutz des Menschen und von Kulturgütern und sonstigen Sachgütern Grünordnerisches Konzept 9.3. Weitere Angaben Methodik Geplante Überwachungsmaßnahmen Allgemeinverständliche Zusammenfassung* * die hellgrau dargestellten Inhalte des Umweltberichts werden parallel zur Entwurfsfassung des Bebauungsplanes erarbeitet. 2

4 1. Planungsanlass, Ziele und Zweck der Planung In der Großen Kreisstadt Stollberg wurde seit 1993 an der Autobahn BAB 72 das Gewerbegebiet Stollberger Tor entwickelt. Mit der Ansiedlung zahlreicher Firmen wurden rund 2000 Arbeitsplätze in diesem Gebiet geschaffen. Die bisher ausgewiesenen Gewerbeflächen der Stadt Stollberg sind weitgehend belegt. Für Gewerbeansiedlungen stehen derzeit nur noch einzelne Flächen unter 3 ha in der Stadt Stollberg zur Verfügung. Für das Plangebiet bestehen bereits konkrete Anfragen von produzierenden Unternehmen und von Logistikunternehmen mit einem größeren Flächenbedarf ab 3 ha. Aktuell können diese Anfragen nicht bedient werden. Die Überplanung der Fläche ist erforderlich. Aufgrund der Lage, der bestehenden Verkehrsanbindung und der Flächengröße eignet sich der Standort sehr gut für eine gewerbliche Entwicklung. Die Stadt Stollberg verfolgt das Ziel, die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Stadt im Verdichtungsraum weiter zu erfüllen. Das Vorhaben dient der gewerblichen Eigenentwicklung des Mittelzentrums Stollberg im Rahmen der kommunalen Planungshoheit und der Schaffung von einem differenzierten Arbeitsplatzangebot und stärkt gleichzeitig die mittelzentrale Funktion der Stadt Stollberg und den Gewerbe- und Industriestandort Erzgebirge. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 29 der Stadt Stollberg Gewerbegebiet westlich der Autobahn sollen die Voraussetzungen für die Bereitstellung entsprechender Gewerbeflächen für Neuansiedlungen geschaffen werden. Das Plangebiet weist durch seine sehr gute verkehrstechnische Anbindung eine besondere Standortgunst auf. Mit der unmittelbaren Nähe zur Autobahn A 72 mit der Anschlussstelle Stollberg-West, der B 169, dem angrenzenden Autobahnzubringer, der B 180 einschl. Auer Straße, ist bereits eine optimale überregionale Verkehrsanbindung gegeben. Weiterhin bereitet der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen die Planfeststellungsunterlagen für die Erweiterung der City-Bahn Strecke Chemnitz Stollberg bis nach Oelsnitz über das Stollberger Gewerbegebiet vor. Mit einem Baubeginn der Bahnstrecke wird im Frühjahr 2021 gerechnet Bedarfsnachweis tabellarische Darstellung Die Stadt Stollberg hat in der Vergangenheit mehrere Gewerbegebiete entlang der A 72 und im Stadtgebiet entwickelt. Diese sind zum überwiegenden Teil belegt: Bauleitplanung Genehmigung Wirksamkeit Auslastung Bebauungsplan Nr. 1 in Kraft % Mischgebiet Stollberg Bebauungsplan Nr. 2 Gewerbegebiet I in Kraft % Bebauungsplan Nr. 4 in Kraft % Gewerbegebiet I südöstlicher Teil Bebauungsplan Nr. 16 in Kraft % Gewerbegebiet III Bebauungsplan Nr. 17 in Kraft % Gewerbegebiet An der Bahnhofstraße Bebauungsplan Nr. 18 in Kraft % 3

5 Stollberger Tor Bauleitplanung Genehmigung Wirksamkeit Auslastung Bebauungsplan Nr. in Kraft % 18a Gewerbe- und Sondergebiet Bebauungsplan Nr. in Kraft % 18b Gewerbegebiet Stollberger Tor Bebauungsplan Nr. 21 in Kraft % Westlich Auer Straße Bebauungsplan Nr. 22 in Kraft % Gewerbegebiet IV Erweiterung in Kraft % Schilderwerk Beutha Gewerbegebiet OT Raum in Kraft % 2. Planverfahren/ Rechtsgrundlagen 2.1. Planverfahren Das Verfahren wird nach BauGB im zweistufigen Verfahren durchgeführt. Der Aufstellungsbeschluss wurde vom Stadtrat am beschlossen und durch Veröffentlichung im Stollberger Stadtanzeiger 9/2017 vom bekannt gemacht. Die von der Planung betroffenen Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung gemäß 4 Abs. 1 BauGB zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert sowie um Bekanntgabe des Detailierungsgrades der Umweltprüfung gebeten. Die Stadt Stollberg wird die Öffentlichkeit im Rahmen einer öffentlichen Auslegung frühzeitig gemäß 3 Abs. 1 BauGB über die Ziele der Planung und deren Auswirkungen informieren. Die Veröffentlichung erfolgt im Stollberger Stadtanzeiger. Der Inhalt der Bekanntmachung und die auszulegenden Unterlagen werden gemäß 4a Abs. 4 Satz 1 BauGB zusätzlich ins Internet eingestellt und über ein zentrales Internetportal des Landes zugänglich gemacht. Die Stellungnahmen der frühzeitigen Beteiligung werden in den Entwurf des Bebauungsplanes mit Umweltbericht eingearbeitet, ein Grünordnungsplan wird erstellt und durch den Stadtrat gebilligt und zur Auslegung bestimmt. Die von der Planung betroffenen Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange werden im Rahmen der Entwurfsplanung erneut zur Abgabe einer Stellungnahme nach 4 Abs. 2 BauGB aufgefordert. Die öffentliche Auslage des Entwurfes nach 3 Abs. 2 BauGB wird durch Veröffentlichung im Stollberger Stadtanzeiger bekannt gemacht. Der Inhalt der Bekanntmachung und die auszulegenden Unterlagen werden gemäß 4a Abs. 4 Satz 1 BauGB zusätzlich ins Internet eingestellt und über ein zentrales Internetportal des Landes zugänglich gemacht. Der Stadtrat wird gemäß 1 Abs. 7 BauGB die vorgebrachten Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit abwägen. Ist keine erneute Auslage erforderlich, wird der Stadtrat die Satzung über den Bebauungsplan beschließen und zur Genehmigung im Landratsamt Erzgebirgskreis einreichen. Nach Bekanntgabe der Genehmigung im Stollberger Anzeiger ist die Satzung rechtskräftig. 4

6 2.2. Rechtsgrundlagen Bundesrecht Baugesetzbuch (BauGB) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 3634) Baunutzungsverordnung (BauNVO) - Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 3786) Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) - Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 1274), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2771) Planzeichenverordnung 1990 (PlanZV 90) - Verordnung über die Ausarbeitung der Bauleitpläne und die Darstellung des Planinhalts vom (BGBl. I S. 58), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 1057) Raumordnungsgesetz (ROG) - vom (BGBl. I S. 2986), zuletzt geändert durch Artikel 2 Abs.14b des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2808) Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) - Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege vom (BGBl. I S.2542), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 3434) Wasserhaushaltsgesetz (WHG) - Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts vom (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2771) Landesrecht Sächsische Bauordnung (SächsBO) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (SächsGVBl. S. 186), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 706) Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (SächsGVBl. S. 62) Sächsisches Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) - vom (SächsGVBl.S. 229), zuletzt geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom (SächsGVBl.S. 630) Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) - vom (SächsGVBl.S. 415), zuletzt geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom (SächsGVBl.S. 782) Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) - vom (SächsGVBl. S. 503), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 287) Landesplanungsgesetz (SächsLPlG) - vom (SächsGVBl. S. 706) Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) vom (SächsGVBl. S. 582) Auf die Beachtlichkeit weiterer Gesetzlichkeiten wird hingewiesen. 5

7 3. Räumlicher Geltungsbereich des Bebauungsplanes 3.1. Lage und Größe des Plangebietes Das Plangebiet befindet sich im Land Sachsen, im Erzgebirgskreis, in der Gemarkung Stollberg. Es befindet sich an der BAB 72, direkt an der Autobahnanschlussstelle Stollberg-West und grenzt im Norden an landwirtschaftliche Flächen, im Süden an die B 180 (Autobahnzubringer) und an die K 8851, im Osten an die A 72 und im Westen an die Gemarkungsgrenze der Stadt Stollberg. Das Plangebiet nimmt eine Fläche von ca. 21 ha ein Geltungsbereich des Bebauungsplanes Im Geltungsbereich des Plangebietes liegen folgende Flurstücke. 894/4, 895/3, 907/4, 907/5, 907/3, 908/5, 908/6, 908/7, 908/9, 919/13, 919/16, 921/4, 921/5, 921/6, 921/7, 921/8, 921/9, 921/10, 922/1, 922/2, 924, 925/2, 925/3, 925/5, 926/1, 930/1, 930/2, 930/5, 951/1, 951/2, 951/3, 951/4, 951/5, 952, 954/1, 954/2, 954/4, 955, 957/3, 957/4, 971/2, 971/3, 972/2, 972/3, 975/1, 990/1, 992/2, 994/2, 1001/1, 1004/2, 1005, 1006, 1007/1, 1017/1, 1019, 1021/2, 1030/1, 1031/3, 1032, 1034/2, 1351/12, 1351/13, 1351/14 und 1354/1 sowie Teilflächen der Flurstücke 919/15, 908/1, 908/8 und 907/1 der Gemarkung Stollberg Naturschutzobjekte / Schutzgebiete Innerhalb der Grenzen des Bebauungsplanes befinden sich keine Flächen von Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten, Natura 2000-Gebieten, keine Naturdenkmale, Flächennaturdenkmale, Nationalparks oder Biosphärenreservate. Im Nordosten der Fläche befindet sich nach Auskunft des Raumplanungsinformationssystems Sachsen (Rapis) ein gesetzlich geschütztes Biotop gemäß 21 SächsNatSchG in Form eines Teiches. 1 Die Quelle dieser Information ist die Offenlandbiotopkartierung mit Stand vom Tatsächlich ist dieser Teich aber inzwischen ganzjährig trocken und entspricht daher nicht mehr den Schutzkriterien des 21 SächsNatSchG. Um diesen trockengefallenen Teich befindet sich wertvoller Gehölzbestand. Bei den Gewässern im Westen des Planbereiches handelt es sich um Fischzuchtteiche. Das Standgewässer im Osten des Gebietes ist ein Regenrückhaltebecken. Lt. Karte 1 Raumnutzung des Regionalplanes Südwestsachsen befindet sich im nördlichen Teil des Plangebietes ein Vorbehaltsgebiet Natur- und Landschaft (Arten- und Biotopschutz), welches derzeit als Weideland genutzt wird. Der Umweltbericht wird sich im Rahmen der Entwurfsplanung mit dem Thema näher auseinandersetzen. 1 Abfrage am , auf 6

8 3.4. Bisherige Nutzung des Plangebiet Rund 16 ha des Plangebietes wurden bisher durch die Landwirtschaft bewirtschaftet; der nördliche Teil davon als Weidefläche. landwirtschaftliche Nutzung, Weideland Fischzucht landwirtschaftliche Nutzung, Feldbewirtschaftung 7

9 2,5 ha wurden als Ausgleichsflächen für die Bebauungspläne 21; 18b und 18 a festgesetzt. Durch die Einordnung eines neuen Regenrückhaltebeckens und der dazu notwendigen Leitungsverbindungen ergibt sich die Notwendigkeit der teilweisen Überplanung der Ausgleichsflächen. Die sich daraus ergebenden Eingriffe in Natur und Landschaft werden in der Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung (vgl. Kap ) berücksichtigt. Die Ausgleichsflächen sind folgenden Bebauungsplänen der Stadt Stollberg zugeordnet: Fläche I: Bebauungsplan Nr. 21 Fläche II: Bebauungsplan Nr. 21 Fläche III: Bebauungsplan Nr. 18b Fläche IV: Bebauungsplan Nr. 18a Fläche V: Bebauungsplan Nr. 18b Die verbleibenden Restflächen werden derzeit als Verkehrs- bzw. Grünflächen genutzt Nutzungsstruktur der Umgebung Das Plangebiet grenzt: westlich an die Gemarkungsgrenze Stollberg/ Niederwürschnitz/ Oelsnitz/ OT Neuwürschnitz. Die Flächen werden vorrangig landwirtschaftlich bzw. als Weideland genutzt. Weiterhin befinden sich westlich des Plangebietes Fischzuchtteiche und eine Kleingartenanlage. südlich an die Autobahnauffahrt Stollberg West und an die K 8851 östlich an die A 72 und darüber hinaus an das bestehende Gewerbegebiet Stollberger Tor nördlich an einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemarkung Niederwürschnitz 8

10 3.6. Besitz- und Eigentumsverhältnisse Das Plangebiet umfasst eine Größe von rund 21 ha. Folgende Flurstücke befinden sich im Eigentum der Stadt Stollberg: 895/3, 907/5, 908/5, 908/6, 908/7, 921/5, 921/6, 921/7, 921/8, 921/9, 921/10, 922/1, 922/2, 924, 925/2, 925/3, 925/5, 930/1, 930/2, 951/1, 951/2, 951/3, 951/4, 951/5, 952, 954/1, 954/2, 954/4, 955, 957/3, 957/4, 971/2, 971/3, 972/2, 972/3, 990/1, 992/2, 994/2, 1001/1, 1005, 1017/1, 1019, 1021, 1030/1, 1031/3, 1032, 1034/2, 1351/12, 1351/13, 1351/14, 1354/1 Folgende Flurstücke befinden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland: 894/4, 907/4, 907/3, 908/9, 919/13, 919/16, 926/1, 930/5, 919/15, 908/8, 907/1 Folgende Flurstücke befinden sich im Privateigentum: 975/1, 1004/2, 1006, 1007/1 Übersicht Eigentumsanteile: Gesamtfläche 100,0 % davon Eigentum Stadt 89,2 % Eigentum BRD 4,4 % Eigentum Privat 6,4 % 3.7. Altlasten Im Bereich des Bebauungsplanes sind keine Altlastenverdachtsflächen bekannt. Sollten während der Tiefbauarbeiten Altlastenverdachtsflächen aufgefunden werden, sind diese gemäß Sächsischen Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz unverzüglich dem Landratsamt Erzgebirgskreis zu melden Bergbau Es ist nicht bekannt, dass im Plangebiet bergbauliche Arbeiten durchgeführt wurden. Lt. Sächsischer Hohlraumkarte sind keine Hohlräume in diesem Gebiet bekannt/ vorhanden. Da das Vorhandensein nichtrisskundiger Grubenbaue in Tagesoberflächennähe nicht ausgeschlossen werden kann, wird dem Bauwilligen empfohlen, alle Baugruben vom zuständigen Bauverantwortlichen visuell auf Spuren alten Bergbaus überprüfen zu lassen. Sollten Spuren alten Bergbaues angetroffen werden, ist gemäß 5 Sächsischer Hohlraumverordnung das Sächsische Oberbergamt unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen. 9

11 3.9. Archäologie Im Plangebiet fand noch keine Besiedlung statt. Es ist davon auszugehen, dass keine archäologischen Funde auftreten. Jedoch ist die bauausführende Firma durch den Bauherren auf die Meldepflicht von Bodenfunden gemäß 20 Sächsisches Denkmalschutzgesetzt hinzuweisen. Archäologische Funde sind z.b. auffällige Bodenfärbungen, Gefäßscherben, Gräber, Knochen, Geräte aus Stein und Metall, Münzen, bearbeitete Hölzer, Steinsetzungen aller Art. Die Fundstellen sind vor Zerstörung zu sichern. Die Funde sind unverzüglich dem Landesamt für Archäologie, Zur Wetterwarte 7, Dresden zu melden Geologisch-hydrologische Verhältnisse Lt. Information des Landesamtes für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft vom wird der wird der Planungsraum regionalgeologisch der Erzgebirgsnordrandzone zugeordnet. Der Festgesteinsuntergrund wird von metamorphen, schiefrigen Gesteinen des Ordoviziums in Form von Phylliten der Phycodengruppe und der Frauenbachgruppe gebildet. Lokal kommen basische Gesteine (Metabasite) vor. An ihrer Oberfläche liegen Festgesteine in verwitterter bis zersetzter Form als Substrate mit Lockergestein vor. Über der Phyllit-Verwitterungszone lagern geringmächtiger Gehängelehm und Hangschutt der Weichselkaltzeit. Im Bereich des namenlosen Baches lagern obeflächig lokal bergrenzter Auenlehm über Bachsand und Bachkies. Das natürliche Profil wird zuoberst durch einen Oberboden abgeschlossen. Aus hydrologischer Sicht stellen Bachsand und kies einen lokal begrenzten oberflächennahen Tal-Grundwasserleiter im Sinne eines Porengrundwasserleiters dar. Außerhalb des Bachtales wird oberflächennahes Grundwasser aus dem Zwischenabfluss im Hangschutt und der stückig ausgebildeten Verwitterungszone auftreten. Sein Abfluss folgt dem morphologischen Gefälle in Richtung Tälchen. Beide Grundwasseranteile unterliegen jahreszeitlichen und witterungsbedingten Schwankungen. Der Phylitt wirkt als Kluftgrundwasserleiter, in welchem Grundwasser auf hydraulisch wirksamen Trennflächen zirkuliert Baugrunduntersuchungen Um grundsätzlich Planungs- und Kostensicherheit für die angestrebten Neubauten und Erschließungsbauten zu erlangen, wird den Bauwilligen empfohlen, eine standortkonkrete und auf die Bauaufgabe ausgerichtete Baugrunduntersuchung nach DIN 4020 bzw. DIN EN auszuführen. 10

12 3.12. Untersuchungen mit geologischem Belang und Lagerstättengesetz Sollten im Rahmen der Erschließung und Bebauung Bohrungen für Baugrunduntersuchungen geplant und niedergebracht werden, besteht gemäß 4,5 Lagerstättengesetz Bohranzeige- und Bohrergebnismitteilungspflicht gegenüber der Abteilung Geologie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ( Radonbelastung Das Plangebiet liegt in einem Gebiet, in dem erhöhte Radonkonzentrationen in der Bodenluft wahrscheinlich kaum auftreten. Es ist jedoch nicht mit Sicherheit auszuschließen, dass auf Grund lokaler Gegebenheiten und der Eigenschaften eines Gebäudes hinsichtlich eines Radonzutrittes dennoch erhöhte Werte der Radonkonzentration in der Raumluft auftreten können. Zum Schutz vor Radon in Aufenthaltsräumen wird bei Neubauten empfohlen, generell einen Radonschutz vorzusehen oder von einem kompetenten Ingenieurbüro die radiologische Situation auf dem Grundstück und den Bedarf an Schutzmaßnahmen abklären zu lassen Klimaverhältnisse Das Klima in Stollberg/Erzgebirge ist gemäßigt. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 643 mm pro Jahr. Die meisten Niederschläge treten in den Sommermonaten zwischen Juni und August auf. Im Jahresdurchschnitt beträgt die Temperatur in Stollberg/ Erzgebirge 7,2 C. Die Winde wehen hauptsächlich aus südwestlicher Richtung. Die zu überplanende Fläche ist kaum windgeschützt, was Schneeverwehungen begünstigen kann. Innerhalb des Plangebietes verlaufen Kaltluftabzugsbahnen in Richtung des Würschnitztales. Bei Bebauung des Gebietes soll dafür Sorge getragen werden, dass dieser Luftabfluss weiterhin möglich ist. Nähere Ausführungen dazu werden im noch zu erarbeitenden Umweltbericht dargestellt Planungsgrundlage Als Grundlage für den Bebauungsplan wurde der Lage- und Höhenplan der Vermessungsbüro Ritter GmbH aus Aue vom verwendet. 4. Überregionale und überörtliche Planungen 4.1. Landesentwicklungsplan Sachsen/ Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge Aus dem Landesentwicklungsplan Sachsen 2013 leiten sich folgende Grundsätze und Ziele für den Bebauungsplan ab: Gemäß Z ist die Stadt Stollberg im Landesentwicklungsplan Sachsen 2013, Karte 1, 11

13 Raumstruktur, als Mittelzentrum eingestuft. Mittelzentren sind als regionale Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur- und Versorgungszentren, insbesondere zur Stabilisierung des ländlichen Raumes, zu sichern und zu stärken. Die Stadt Stollberg ist sich der Standortgunst durch die Lage an der A 72 bewusst und hat im Rahmen der Eigenentwicklung aber auch in Verantwortung für die angrenzende ländliche Region das Gewerbegebiet Stollberger Tor entwickelt. In Verbindung mit der Ansiedlung zahlreicher Firmen wurden mehr als 2000 Arbeitsplätze geschaffen. Somit trug die Stadt auch zur Stabilisierung der Erzgebirgsregion bei. Das Gewerbegebiet Stollberger Tor ist weitestgehend ausgelastet. Es stehen nur noch wenige kleinere Restflächen zur Verfügung. Mit der Ausweisung einer weiteren Gewerbefläche sollen u. a. große zusammenhängende Bauflächen geschaffen werden. Weiterhin bietet der Standort auch Ansiedlungsmöglichkeiten für Unternehmen mit geringem Flächenbedarf. Die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen, verbunden mit der Ansiedlung von Unternehmen und der Schaffung von Arbeitsplätzen, trägt zur Stärkung und Stabilisierung des Mittelzentrums Stollberg und des angrenzenden ländlichen Raumes bei. Dem Ziel des Landesentwicklungsplanes Sachsen 2013 wird somit entsprochen. Gemäß G soll die Neuinanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrsflächen in allen Teilräumen Sachsens vermindert werden. Bei der Neuinanspruchnahme von Flächen soll bei Kompensationsmaßnahmen vorrangig auf eine Entsiegelung hingewirkt werden. Die Möglichkeit zur Entsiegelung als Kompensationsmaßnahme wird vorrangig geprüft und in der Entwurfsplanung und im noch zu erstellenden Grünordnungsplan näher dargestellt. Gemäß Z ist die Festsetzung neuer Baugebiete außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn innerhalb dieser Ortsteile nicht ausreichend Flächen in geeigneter Form zur Verfügung stehen. Solche neuen Baugebiete sollen in städtebaulicher Anbindung an vorhandene im Zusammenhang bebaute Ortsteile festgesetzt werden. Siedlungsentwicklung hat in Stollberg schon immer an wichtigen Verkehrswegen stattgefunden. Begonnen in der historischen Innenstadt, die rund um den böhmischen Steig entstanden ist, entwickelte sich später das Stadtgebiet weiter an der Eisenbahnlinie Chemnitz-Stollberg. Nach der Wende entstanden die Gewerbegebiete an der BAB 72 sowie die neue Autobahnanschlussstelle Stollberg-West. Die Überplanung der Flächen direkt an der BAB 72 ist städtebaulich sinnvoll und nachvollziehbar, bietet das Gewerbegebiet optimale Anschlussmöglichkeiten an das übergeordnete Verkehrsnetz und führt somit zu keiner weiteren Verkehrsbelastung der Innenstadt. Dennoch wurde überprüft, ob im Stadtgebiet Stollberg (einschließlich der aktuellen Stollberger Gewerbegebiete) größere zusammenhängende Flächen von mindestens 3 ha verfügbar sind. 12

14 Folgende Flächen der Gemarkung Stollberg wurden überprüft: Freie Innerstädtische Flächen alle Flächen sind unter 3 ha Flurstück Größe Planung 632/ m² Die Fa. Murr Elektronik GmbH erweitert derzeit ihren Standort, keine weitere Gewerbeansiedlung möglich 633/ m² Vorgesehen ist die Planung eines Mischgebietes 853/2 855/2 376/8 374/ m² m² m² m² Die Ausweisung eines Gewerbegebietes ist auf dieser Fläche nicht zielführend, südöstlich grenzen an diese Flächen Wohnungsbauflächen bzw. sollen östlich weitere Wohnungsbauflächen ausgewiesen werden. Die Flächen eignen sich aufgrund der angrenzenden Wohnbebauung nicht für die Ausweisung eines Gewerbegebietes. Es ist die Ausweisung eines Wohngebietes geplant Freie Flächen im Gewerbegebiet alle freien Flächen sind unter 3 ha Flurstück im B-Plan B-Plan /9 B-Plan /11 B-Plan /13 Gemarkung Mitteldorf B-Plan /33 B-Plan /34 B-Plan /32 B-Plan /32 B-Plan /39 B-Plan /37 B-Plan /18 B-Plan /19 Größe Planung m² Fläche befindet sich im Privateigentum. Der Eigentümer möchte derzeit nicht verkaufen m² Fläche befindet sich im Privateigentum. Der Eigentümer möchte derzeit nicht verkaufen m² Fläche steht zum Verkauf m² Fläche steht zum Verkauf m² Fläche steht zum Verkauf m² Fläche befindet sich im Privatbesitz und steht zum Verkauf 1987 m² Fläche befindet sich im Privatbesitz und steht zum Verkauf m² Erweiterungsfläche für ein bereits ansässiges Unternehmen, Fläche an das Unternehmen bereits verkauft 7561 m² Erweiterungsfläche für ein bereits ansässiges Unternehmen Fläche an das Unternehmen verkauft m² Fläche verkauft, Baubeginn im Jahr m² Fläche verkauft, Baubeginn im Jahr

15 B-Plan /22 B-Plan /25 B-Plan /132 B-Plan 18 a 1009/ 143 B-Plan 18 b 935/ m² Fläche befindet sich im Privatbesitz und steht zum Verkauf. Teilfläche wird für die Umsetzung der City-Bahn-Planung benötigt 1876 m² Fläche steht zum Verkauf m² Erweiterungsfläche für ein bereits ansässiges Unternehmen Fläche an das Unternehmen verkauft m² Erweiterungsfläche für ein bereits ansässiges Unternehmen Fläche an das Unternehmen verkauft 7790 m² Erweiterungsfläche für ein bereits ansässiges Unternehmen Fläche an das Unternehmen verkauft Südlich des Gewerbegebietes IV der Stadt Stollberg wurde im aktuell gültigen Regionalplan (in Kraft seit ) sowie im Regionalplanentwurf ein regionaler Vorsorgestandort ausgewiesen. Dieser Standort ist von kommunalen Bauleitplanungen frei zu halten. Eine Überplanung der Fläche durch die Kommune ist nach der derzeitigen Rechtslage nicht möglich. Mit der Gemeinde Niederdorf besteht eine Verwaltungsgemeinschaft. Im aktuell gültigen Regionalplan wurde in der Gemeinde Niederdorf ebenfalls ein Vorsorgestandort für Industrie und Gewerbe ausgewiesen. Die Flächen wurden aus dem Regionalplan 2004 nachrichtlich übernommen und haben nach wie vor Gültigkeit. Im Regionalplan 2004 wurden die Gemeinden verpflichtet, diese Vorsorgestandorte von Bauleitplanungen frei zu halten. Sollte es dazu kommen, dass dieser Vorsorgestandort entfällt und für kommunale Planungen zur Verfügung steht, besteht bereits Interesse der Fa. SKS Kontakttechnik GmbH an der Nutzung der Fläche. Derzeit stehen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Stollberg-Niederdorf keine ausreichenden Flächen in geeigneter Form im Innenbereich zur Verfügung. Die Ausweisung zusammenhängender Flächen mit einer Größenordnung ab 3 ha auf Außenbereichsflächen ist im Rahmen der weiteren gewerblichen Eigenentwicklung der Stadt Stollberg notwendig. Gemäß Ziel ist eine Siedlungsentwicklung, die über den aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, aus den Ansprüchen der örtlichen Bevölkerung an zeitgemäße Wohnverhältnisse sowie den Ansprüchen ortsangemessener Gewerbebetriebe und Dienstleistungseinrichtungen entstehenden Bedarf (Eigenentwicklung) hinausgeht, ist nur in den zentralen Orten gemäß ihrer Einstufung und in den Gemeinden mit besonderer Gemeindefunktion zulässig. Die Stadt Stollberg ist als Mittelzentrum eingestuft. Die Funktion eines Mittelzentrums besteht u.a. darin, die Versorgung an Waren, Dienstleistungen und Infrastrukturangeboten für die Region zu sichern. Die Stadt Stollberg hat bereits in der Vergangenheit Sorge dafür getragen um diesem Ziel gerecht zu werden. Die Schaffung eines entsprechenden Arbeitsplatzangebotes stand dabei immer an erster Stelle derzeit bietet die Stadt Stollberg rund 6000 Arbeitsplätze. Es besteht eine hohe Nachfrage von Firmen, die sich aufgrund der verkehrsgünstigen Lage in Stollberg ansiedeln wollen und somit weitere Arbeitsplätze für das Mittelzentrum und die Region bieten werden. 14

16 Durch die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes kann die weitere Nachfrage nach Gewerbeflächen gedeckt werden und somit das Angebot an Arbeitsplätzen verstärkt und der Verdichtungsraum rund um das Mittelzentrum Stollberg gestärkt werden. Durch den Ausbau der City-Bahn Strecke wird auch das Stollberger Gewerbegebiet noch besser an den ÖPNV angebunden. Lt. aktuellem Regionalplan (in Kraft seit ) liegt das Plangebiet außerhalb der Siedlungsfläche und wird im Osten durch die BAB 72 tangiert. Die BAB 72 ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region und verbindet und vernetzt diese mit den Oberzentren Chemnitz, Zwickau und Dresden. Der Ausbau bis nach Leipzig wird durch den Freistaat Sachsen derzeit vorangetrieben. Die BAB 72 verbindet die Städte untereinander. Durch die räumliche Nähe und die schnelle Erreichbarkeit der A 72 mit der Anschlussstelle Stollberg-West stellt diese vor allem bei Neuansiedlungen von Industrie- und Gewerbe einen signifikanten Standortvorteil dar. Die angrenzenden Ortschaften einschließlich Chemnitz sind auf kurzem Wege, teilweise unter 5-15 min zusätzlich auch über die K 8851, die B 180 und die B 169 zu erreichen. Durch diese Vernetzung bietet das Plangebiet gute Voraussetzungen für eine weitere gewerbliche Entwicklung und entspricht damit auch bereits den Zielen des Entwurfes für den Landesverkehrswegeplan 2030 Aufgrund der von der BAB 72 ausgehenden Emissionen, wie Lärm und Staub werden andere Nutzungen benachteiligt bzw. sind diese ausgeschlossen. Im Norden des Plangebietes befindet sich ein Teil eines Vorbehaltsgebietes für Natur und Landschaft (Arten- und Biotopschutz). Im Rahmen eines Artenschutzgutachtens wird dieser Teil des Plangebietes näher betrachtet. Notwendige Maßnahmen werden daraus abgeleitet und im Entwurf ausgeführt (vgl. Kapitel und des Umweltberichts). 5. Städtische Planungen 5.1. Flächennutzungsplanentwurf Die Stadt Stollberg besitzt keinen wirksamen Flächennutzungsplan sondern lediglich einen Flächennutzungsplanentwurf vom Mai Darin wird die Fläche des Geltungsbereichs als Grünfläche ausgewiesen. Im Rahmen der Fortführung der Flächennutzungsplanung erfolgt eine Anpassung. 6. Planinhalt 6.1. Art der baulichen Nutzung Das Plangebiet wird als Gewerbegebiet entsprechend 8 Abs. 1 und 2 BauNVO festgesetzt. Die ausnahmsweise Zulässigkeiten gemäß 8 Abs. 3 BauNVO sowie Einzelhandelsbetriebe und Anlagen für sportlichen Zwecke gemäß 8 Abs. 2; Nr. 4 BauNVO werden nicht zugelassen. Planungsziel ist vorrangig die Bereitstellung von Flächen für großflächige Gewerbeansiedlungen. Dabei wird der Ansiedlung von produzierendem Gewerbe und Logistikunternehmen besondere Bedeutung beigemessen. Mit dem Ausschluss von Einzelhandel und Anlagen für sportliche Zwecke soll im Plangebiet diesem Ziel Rechnung getragen werden. 15

17 6.2. Maß der baulichen Nutzung Die Festsetzungen für das Maß der baulichen Nutzung entsprechen den Obergrenzen für die Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung gemäß 17 Abs. 1 BauNVO. Die Grundflächenzahl (GRZ) beträgt demnach 0,8 und die Baumassezahl (BMZ) 10,0 bezogen auf die Grundstücksfläche. Mit den vorstehenden Festsetzungen soll ein Optimum der Ausnutzung der vorhandenen Gewerbeflächen erreicht werden. Es besteht kein Anlass für eine Reduzierung der möglichen GRZ Überbaubare Grundstücksflächen Die Gestaltung der Gebäudeanordnung soll nicht zusätzlich zur Sächsischen Bauordnung (Abstandsflächen) eingeschränkt werden. Es werden Baugrenzen festgelegt. Die Stellung und Dachform baulicher Anlagen wird nicht festgeschrieben Höhe der baulichen Anlagen Die Höhe der baulichen Anlagen wird in den Baufeldern 1/1 und 1/2 auf eine Höhe von 15 m über der Geländeoberkante 465 m ünn und im Baufeld 1/3 auf eine Höhe von 20 m über Geländeoberkante festgesetzt. Die Geländeoberkante befindet sich im Baufeld 1/3 bei 457 m ünn. Die Festsetzung erfolgt, um der Einordnung der Gebäude in das Landschaftsbild gerecht zu werden und im Baufeld 1/3 u.a. auch die Ansiedlung von Großhandelsunternehmen mit automatisierten Hochregallagern zu ermöglichen. Um den Eingriff in das Landschaftsbild zu minimieren sind Gehölzpflanzungen auf den westlichen Böschungen vorgesehen. Die konkreten Maßnahmen sollen in einem Grünordnungsplan nach der Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Behörden zum Vorentwurf in der Entwurfsplanung festgesetzt werden Verkehrsflächen Die Verkehrsanbindung in das Gewerbegebiet westlich der Autobahn erfolgt über die bereits vorhandene noch auszubauende Zufahrt von der B 180/ K Die innere Erschließungsstraße ist als Stichstraße mit Wendehammer vorgesehen. Mit der geplanten Erschließungsstraße wird die im Baufeld 1/ 3 vorgesehene großflächige Gewerbeansiedlung gewährleistet. In den Baufeldern 1/2 und 1/1 ist eine kleinflächige Parzellierung entlang der Erschließungsstraße möglich Ver- und Entsorgungsleitungen Die Ver- und Entsorgungsleitungen werden in den Grünflächen und den öffentlichen Flächen (Straßenverkehrsflächen) verlegt. Dazu wurden im B-Plan Leitungstrassen eingetragen. Die dingliche Sicherung der Leitungsrechte erfolgt erst durch Grundbucheintragungen Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft Die Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft sollen einen Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft erbringen. 16

18 Die konkreten Maßnahmen sollen in einem Grünordnungsplan nach der Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Behörden zum Vorentwurf in der Entwurfsplanung festgesetzt werden Flächenbilanz Bruttofläche m² davon Verkehrsfläche m² davon Grünfläche m² Fläche zum Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen Fläche mit Bindung für Bepflanzungen und für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie von Gewässern m² m² Baufläche gesamt: m² davon im Baufeld 1/ m² Baufeld 1/ m² Baufeld 1/ m² 7. Erschließung 7.1. Verkehr Äußere Verkehrserschließung Das Plangebiet weist durch seine gute verkehrstechnische Anbindung eine besondere Standortgunst auf. Mit der unmittelbaren Nähe zur Autobahn A72 mit der Anschlussstelle Stollberg-West ist ein optimale überregionale Verkehrsanbindung gegeben. Aufgrund des bestehenden Pendlerparkplatzes und der Landwirtschaftsfläche besteht eine genutzte Straßenanbindung mit den notwendigen Abbiegespuren auf der B 180 in das Gebiet. Bei Bedarf wird nach der Beteiligung zum Vorentwurf eine Knotenpunktuntersuchung mit Betrachtung der zu erwartenden Verkehrsflüsse in Auftrag gegeben Innere Verkehrserschließung Die innere Erschließungsstraße ist als Stichstraße mit Wendehammer vorgesehen. 7.2 Geländeprofilierungen Für die Gestaltung der Gewerbefläche muss der hangartige Charakter des natürlichen Geländes beseitigt und für die einzelnen Baufelder ein gleichmäßiges Geländeniveau geschaffen werden. Dieses einheitliche Geländeniveau wird mit vor Ort vorhandenen Erdmassen durch Geländeregulierung erzielt werden. Dafür werden in den südöstlichen Bebauungsplanflächen Boden- und Fels gelöst und die Erdmassen auf nordwestlichen Flächen eingebaut und verdichtet. Die Neigung der Auf- und Abtragsböschung beträgt 1:2. 17

19 Für die einzelnen Baufelder stellt sich die Geländeprofilierung wie folgt dar: Baufeld 1/1 und Baufeld 1/2 Im Baufeld 1/1 erfolgt, beginnend bei der Geländehöhe 465 m ünn bis zur maximalen Geländehöhe von 473 m ünn Bodenabtrag. Der entstehende Bodenabtrag wird für das Baufeld 1/2 von der Geländehöhe 455 m ünn bis zu einer Geländehöhe 465 m ünn aufgetragen. Baufeld 1/3 Im Südosten des Baufeld 1/3 erfolgt, beginnend bei der Geländehöhe 456 m ünn, bis zur maximalen Geländehöhe von 466 m ünn Bodenabtrag. Die gelösten Bodenmassen werden im nordwestlichen Baufeld aufgetragen. Die maximale Höhe der Auffüllung beträgt 12 m und liegt zwischen den derzeit vorhandenen Geländehöhen von 444 m ünn bis zur 456 m ünn Ver- und Entsorgung Elektroenergieversorgung Im nordöstlichen Bereich des Baufeldes 1/3 quert eine 30 kv-stromleitung das Baufeld. Diese Leitung muss für die Geländeregulierung und für die Baufeldfreimachung umverlegt werden. Die neue mögliche Trasse wurde im Bebauungsplan eingezeichnet. Die Umverlegung ist mit dem Versorgungsträger abzustimmen. Über diese 30 kv-trasse wäre eine Versorgung des Gewerbegebietes denkbar. Aussagen zur möglichen Versorgung des Gebietes bzw. Alternativmöglichkeiten werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von den zuständigen Trägern erbeten Gasversorgung Es ist angedacht das Gebiet mit Gas über die bestehende Leitung in der Auer Straße/ Zwickauer Straße zu versorgen. Dazu ist die Querung der BAB 72 mit einer neuen Versorgungsleitung in ausreichender Dimension erforderlich. Hierzu wird ein Schutzrohr unter der Autobahn A 72 gepresst. Aussagen zur möglichen Versorgung des Gebietes bzw. Alternativmöglichkeiten werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von den zuständigen Trägern erbeten Fernwärmeversorgung Aussagen zur möglichen Versorgung des Gebietes werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung vom Versorgungsträger erbeten Wasserversorgung/ Löschwasserversorgung Die trinkwasserseitige Versorgung sowie die Löschwasserversorgung des Gebietes ist nur durch Anschluss an die Hochzone Stollberg (HB Wischberg) im Bereich der Auer Straße/ Zwickauer Straße möglich. Dazu ist die Querung der BAB 72 mit einer neuen Versorgungsleitung in ausreichender Dimension erforderlich. Hierzu wird ein Schutzrohr unter der Autobahn A 72 gepresst. Aussagen zur möglichen Löschwasserversorgung des Plangebietes werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung vom Regionalen Zweckverband Wasserversorung in Glauchau erbeten. 18

20 Versorgung mit Telekommunikationsleitungen Um das Plangebiet mit Telekommunikationsleitungen zu versorgen, ist es vorgesehen die BAB 72 zu queren und die notwendigen Leitungen in Schutzrohren zu legen. Genauere Aussagen zur Versorgung des Plangebietes mit Telekommunikationsleitungen von der Auer Straße/ Zwickauer Straße aus bzw. Alternativmöglichkeiten werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von den zuständigen Trägern erbeten Abwasserentsorgung Im Bereich des Plangebietes existieren zurzeit Anlagen der Regenwasserableitung und Regenrückhaltung, die von der WAD GmbH betrieben werden. Dafür besteht ein wasserrechtlicher Bescheid mit der Registriernummer VI/230/006/04. Für die Entsorgung der Oberflächenwasser des Plangebietes ist der Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens geplant, das die Wassermengen des bestehenden Regenrückhaltebeckens, der neuen Gewerbeflächen und der geplanten Erschließungsstraße aufnimmt. Weiter wird die Wiederkehrzeit des Bemessungsregens von 10 Jahren (Lt. o.g. bestehenden Bescheid) auf 30 Jahre erhöht. Das Becken wird ein Speichervolumen von m³ fassen. Der Spitzenabfluss aus dem neu zu errichtenden Regenrückhaltebecken wird unvermindert bei 70 l/ s belassen. Zusätzlich wird ein Abscheider eingebaut um die Fischzuchtteiche vor Verunreinigung zu schützen. Die geplanten Maßnahmen zur Regenrückhaltung leisten einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Hochwassermanagement des Ortsteiles Neuwürschnitz der Stadt Oelsnitz. Das ankommende Oberflächenwasser, welches bis heute ungedrosselt in der Vorflut ankommt, wird mit dem Bau und der Nutzung des Beckens kontrolliert in das Gewässer abgegeben werden. Schmutzwasserseitig ist dieser Bereich nicht erschlossen. Entsprechende Entsorgungsanlagen sind neu herzustellen. Es ist vorgesehen, das anfallende Schmutzwasser über eine zu errichtende, zentrale Schmutzwasserpumpstation und Druckleitung in den Hauptsammler, der östlich der BAB 72 liegt, abzuleiten. Hierfür muss die Autobahn im Vortriebesverfahren gequert werden Müllentsorgung Die Entsorgung der dem Anschluss- und Benutzungszwang sowie der Überlassungspflicht unterliegenden Abfälle obliegt derzeit dem Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen gemäß dessen Abfallwirtschaftssatzung in der jeweils gültigen Fassung. 8. Auswirkungen der Planungen/ Umweltbeeinflussung 8.1. Natur- und Landschaft Die geplanten Maßnahmen stellen einen Eingriff in Natur und Landschaft im Sinne des Naturschutzgesetzes dar. Bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche wird versiegelt, im Voraus erfolgt eine Geländeregulierung. Mit dem noch zu erarbeitenden Umweltbericht werden die Auswirkungen der Planung auf die Umwelt eingehend untersucht und bewertet. Im Ergebnis dieser Prüfung werden Empfehlungen zum Ausgleich- bzw. zur Minimierung der Umweltbeeinflussung ermittelt und im Umweltbericht dargestellt. Die konkreten Maßnahmen sollen in einem Grünordnungsplan nach der Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Behörden zum Vorentwurf in der Entwurfsplanung festgesetzt werden. 19

21 8.2. Boden Die Überplanung des Gebietes ist zwangsläufig mit einer Beeinträchtigung des Schutzgut Bodens verbunden. Mit der Ausweisung von Gewerbeflächen und der damit zulässigen Bebauung werden umfangreiche Bodenversiegelungen stattfinden. Mit dem noch zu erarbeitenden Umweltbericht werden die Auswirkungen der Planung auf die Umwelt eingehend untersucht und bewertet. Im Ergebnis dieser Prüfung werden Empfehlungen zum Ausgleich- bzw. zur Minimierung der Umweltbeeinflussung ermittelt und im Umweltbericht dargestellt. Die konkreten Maßnahmen sollen in einem Grünordnungsplan nach der Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Behörden zum Vorentwurf in der Entwurfsplanung festgesetzt werden Immissionsschutz Im Rahmen des noch zu erarbeitenden Umweltberichtes werden auch die Belange des Lärmschutzes betrachtet. Es wird aber davon ausgegangen, dass die Entwicklung des Plangebietes sich nicht negativ auf die angrenzenden Bebauungen auswirkt. Das westlich an das Plangebiet angrenzende Gehöft sowie die sich daran anschließende Kleingartenanlage auf Neuwürschnitzer Flur werden zwar prinzipiell durch die Gewerbegebietsausweisung beeinflusst. Beides befindet sich jedoch im Außenbereich, der grundsätzlich nicht für eine Bebauung bestimmt ist. Der Schutzanspruch im Außenbereich ist dem eines Mischgebietes gleichzusetzen. Gemäß TA Lärm sind hier Immissionsrichtwerte von tags 60 db(a) sowie nachts von 45 db(a) einzuhalten. Die in Gewerbegebieten höchstzulässigen Immissionsrichtwerte nach der TA Lärm liegen um 5 db (A) über den Richtwerten für Mischgebiete. Überschreitungen der Lärmwerte im Bereich des Gehöftes und der Kleingartenanlage sind aufgrund der Entfernung von 150 m 200 m zum Gewerbegebiet nicht zu erwarten. Die Bebauung an der Zwickauer Straße auf Stollberger Flur hat als Splittersiedlung im Außenbereich ebenfalls Schutzanspruch wie ein Mischgebiet. Unter Berücksichtigung der Entfernung von rund 200 m und der nur um 5 db(a) abweichenden Immissionsrichtwerte gemäß TA Lärm sind Überschreitungen der Lärmwerte im Bereich der Zwickauer Straße nicht zu erwarten. Aus vorgenannten Gründen soll auf eine weitergehende Untersuchung der Lärmschutzbelange verzichtet werden. Der Umweltbericht ist als separater Teil der Begründung beigefügt. Aus Gründen der Praktikabilität erfolgt eine durchgehende Kapitelnummerierung. 20

22 9. Umweltbericht 9.1. Einleitung Am wurde in der Sitzung des Stadtrates der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Gewerbegebiet westlich der Autobahn gefasst. In Anpassung des nationalen Baurechts an die Vorgaben von EU-Richtlinien sind gemäß 2a des Baugesetzbuches (BauGB) seit dem 21. Juli 2004 alle Bauleitpläne einer Umweltprüfung zu unterziehen, in der die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen ermittelt und in einem Umweltbericht nach der Anlage 1 zum BauGB beschrieben und bewertet werden. Die Festsetzungen des Bebauungsplanes 29 Gewerbegebiet westlich der Autobahn bilden dabei die Grundlage des Umweltberichts, in dem die zu erwartenden unvermeidbaren Beeinträchtigungen im Sinne der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung erfasst und bewertet werden. Um mehrmalige Überarbeitungen des Umweltberichtes im Verlauf des Verfahrens zu vermeiden, sollen im Zuge der frühzeitigen Beteiligung des B-Plans entsprechend 4 BauGB, die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt und zur Äußerung im Hinblick auf den erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung aufgefordert werden. Parallel zur Erarbeitung des Bebauungsplanentwurfes werden dann die Auswirkungen der Planung auf die Umwelt eingehend untersucht und bewertet. Im Ergebnis dieser Prüfung werden Empfehlungen zu Ausgleich, Ersatz oder zur Minimierung der Umweltbeeinflussung ermittelt und in einem Grünordnungsplan dargestellt. Die konkreten Maßnahmen werden schließlich durch Übernahme in den Bebauungsplan festgesetzt Kurzdarstellung des Inhalts und der wichtigsten Ziele des Bauleitplanes Durch die Aufstellung des Bebauungsplanes sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche unmittelbar an der Bundesautobahn 72 als Gewerbegebiet zu entwickeln. Das Vorhaben dient der gewerblichen Eigenentwicklung der Stadt Stollberg entsprechend ihres Bedarfs und stärkt zugleich die mittelzentrale Funktion der Stadt innerhalb des Gewerbe- und Industriestandortes Erzgebirge. Die vorgesehene Bebauung bildet unter dem Aspekt einer geordneten städtebaulichen Entwicklung die Fortsetzung der bereits vorhandenen gewerblichen Bebauung östlich der Autobahn. Aufgrund der besonderen Standortgunst in unmittelbarer Nähe zur BAB 72 mit der Anschlussstelle Stollberg-West, der Bundesstraßen 169 und 180 sowie dem angrenzenden Autobahnzubringer ist eine optimale überregionale Verkehrsanbindung gegeben, die auf schnellstem Weg ins Erzgebirge und zu den nahegelegen Oberzentren Chemnitz und Zwickau führt. Damit erscheint die Fläche prädestiniert für eine gewerbliche Nutzung und sollte in Verantwortung für den gesamten Planungsraum, auch als solche entwickelt werden. Es ist geplant drei Baufelder zu schaffen und diese über eine Stichstraße mit Wendehammer zu erschließen. Im Zentrum des Bebauungsplangebietes wird eine großflächige Grünfläche festgesetzt, in der neben Flächen zur Kompensation der Eingriffsfolgen auch die vorhandenen Stillgewässer mit Fischzucht, sowie ein nicht mehr benötigtes und ein neu zu errichtendes Regenrückhaltebecken liegen. Der Geltungsbereich erstreckt sich auf mehrere Flurstücke der Gemarkung Stollberg (s. Kapitel 3.2 der Begründung, S. 6) und misst insgesamt rund 21 ha. 21

23 Ziele des Umweltschutzes Umweltschutzziele aus Fachgesetzen Innerhalb der Fachgesetze sind folgende Umweltschutzziele formuliert, die im Rahmen der nachfolgenden Prüfung der relevanten Schutzgüter von Natur und Landschaft Berücksichtigung finden müssen: Tabelle1: Ziele des Umweltschutzes Schutzgut Quelle Zielaussage Mensch Baugesetzbuch Bundesimmissionsschutzgesetz inkl. Verordnungen TA Lärm DIN18005 Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes bei der Aufstellung der Bauleitpläne, insbesondere die Vermeidung von Emissionen. Schutz des Menschen, der Tiere und Pflanzen, des Bodens, des Wassers, der Atmosphäre sowie der Kultur- und Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen (Immissionen) sowie Vorbeugung hinsichtlich des Entstehens von Immissionen (Gefahren, erhebliche Nachteile und Belästigungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Erscheinungen). Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche sowie deren Vorsorge. Als Voraussetzung für gesunde Lebensverhältnisse für die Bevölkerung ist ein ausreichender Schallschutz notwendig, dessen Verringerung insbesondere am Entstehungsort aber auch durch städtebauliche Maßnahmen in Form von Lärmvorsorge und -minderung bewirkt werden soll. Tiere und Pflanzen Bundesnaturschutzgesetz / Sächsisches Naturschutzgesetz Natur und Landschaft sind als Lebensgrundlagen des Menschen sowie aufgrund ihres eigenen Wertes auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass * die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, * die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, * die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie die biologische Vielfalt * die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind. Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind insbesondere folgende Belange des Schutzgutes Tiere und Pflanzen zu beachten: * die Vermeidung und der Ausgleich voraussichtlich erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes * Einhaltung der europarechtlichen Vorgaben für SPA und FFH-Gebiete 22

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