Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf Landesplanerische Feststellung

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1 Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf Landesplanerische Feststellung zum Raumordnungsverfahren mit integrierter Prüfung der Umweltverträglichkeit gemäß 12 ff. des Niedersächsischen Gesetzes über Raumordnung und Landesplanung (NROG) vom 7. Juni 2007 Braunschweig,

2 Zweckverband Großraum Braunschweig Untere Landesplanungsbehörde Frankfurter Straße Braunschweig Tel.: Fax.: Regionalplanung Quelle Titelblatt: Auszug Topographische Karte 1 : (TK50), Blatt L3328 Hankensbüttel, Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (Hrsg.)

3 Verzeichnisse Inhaltsverzeichnis I. Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung...5 I.1 Feststellung...5 I.2 Maßgaben...7 I.2.1 Vermeidung und Minimierung von Umweltauswirkungen, Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen...7 I.2.2 Berücksichtigung raumbedeutsamer Nutzungen und Planungen...8 I.2.3 Hinweise / Abstimmung mit anderen raumbedeutsamen Planungen...8 II. Sachverhalt...9 II.1 Beschreibung des Vorhabens...9 II.2 Untersuchte Vorhabens / Standortalternativen...9 II.3 Beschreibung des Verfahrensablaufs...9 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura III.1 Zusammenfassende Beschreibung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen (Raumverträglichkeitsstudie)...12 III.1.1 Auswirkungen auf überfachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung...12 III Raumstruktur, zentralörtliche Strukturen und Funktionen...12 III Siedlungsentwicklung, Freiraumfunktionen...12 III.1.2 Auswirkungen auf fachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung...13 III Landwirtschaft...13 III Wald und Forstwirtschaft...13 III Wasserwirtschaft...13 III Rohstoffwirtschaft...13 III Wohnen, Industrie, Gewerbe, Sondernutzungen...14 III Erholung, Freizeit, Tourismus...14 III Großräumige Naturschutzplanungen...14 III Sonstige Nutzungen...15 III Verkehr...15 III Ver und Entsorgung...16 III.2 Zusammenfassende Beschreibung der Auswirkungen auf die Schutzgüter gemäß UVPG (Umwelt verträglichkeitsstudie)...17 III.2.1 Mensch...17 III.2.2 Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt...17 III.2.3 Boden...18 III.2.4 Wasser...19 III.2.5 Klima und Luft...20 III.2.6 Landschaft...21 III.2.7 Kultur und Sachgüter...21 III.2.8 Auswirkungen auf die Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern...21 III.3 Zusammenfassende Beschreibung der Auswirkungen auf das FFHGebiet DE , Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" (FFHVerträglichkeitsstudie)...22 IV. Bewertungsgrundlagen...23 IV.1 Grundsätze nach 2 (2) ROG und 2 NROG...24 IV.2 Ziele und Grundsätze des LROP 2008 und 2008 (Textliche Festlegungen)...26 IV.3 Ziele und Grundsätze des 2008 (Zeichnerische Festlegungen)...31 I

4 Verzeichnisse V. Bewertung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura V.1 Bewertung der Auswirkungen auf den Raum (Raumverträglichkeitsprüfung)...34 V.1.1 Bewertung der Auswirkungen auf überfachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung...34 V Raumstruktur, zentralörtliche Strukturen und Funktionen...34 V Siedlungsentwicklung, Freiraumfunktionen...34 V.1.2 Bewertung der Auswirkungen auf fachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung...34 V Landwirtschaft...34 V Wald und Forstwirtschaft...35 V Wasserwirtschaft...36 V Rohstoffwirtschaft...38 V Wohnen, Industrie, Gewerbe, Sondernutzungen...38 V Erholung, Freizeit, Tourismus...38 V Großräumige Naturschutzplanungen...39 V Sonstige Nutzungen...39 V Verkehr...39 V Ver und Entsorgung...40 V.2 Bewertung der Auswirkungen auf die Schutzgüter gemäß 12 UVPG (Umweltverträglichkeitsprüfung). 40 V.2.1 Mensch...40 V.2.2 Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt...40 V.2.3 Boden...42 V.2.4 Wasser...42 V.2.5 Klima und Luft...43 V.2.6 Landschaft...43 V.2.7 Kultur und Sachgüter...43 V.2.8 Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern...44 V.3 Bewertung der Auswirkungen auf das FFHGebiet Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" FFHVertäglichkeitsprüfung...44 VI. Raumordnerische Gesamtabwägung...46 VII. Begründung der Maßgaben...48 VIII. Verfahrensrechtliche Hinweise...50 IX. Anhang...51 IX.1 Rechts und Verwaltungsvorschriften...51 IX.2 Verfahrensbeteiligte...52 IX.3 Synopse der eingebrachten Stellungnahmen...52 II

5 Verzeichnisse Abkürzungsverzeichnis AllGO Allgemeine Gebührenordnung des Landes Niedersachsen FFH FaunaFloraHabitat LROP LandesRaumordnungsprogramm Niedersachsen LBEG Niedersächsisches Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie NLWKN Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz NNatG Niedersächsisches Naturschutzgesetz NROG Niedersächsisches Gesetz über Raumordnung und Landesplanung NSG Naturschutzgebiet LSG Landschaftsschutzgebiet NVwKostG Niedersächsisches Verwaltungskostengesetzes OHE Osthannoversche Eisenbahnen AG ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr ROG Raumordnungsgesetz ROV Raumordnungsverfahren Regionales Raumordnungsprogramm RVS Raumverträglichkeitsstudie TK 50 Topographische Karte im Maßstab 1: UVP Umweltverträglichkeitsprüfung UVPG Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung UVS Umweltverträglichkeitsstudie VVNROG Verwaltungsvorschriften zum Niedersächsischen Gesetz über Raumordnung und Landesplanung WaldLG Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung ZGB Zweckverband Großraum Braunschweig III

6 I Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung 4

7 I Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung I. Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung I.1 Feststellung Für den geplanten Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf ist gemäß 12 ff. Niedersächsisches Gesetz über Raumordnung und Landesplanung (NROG)1 i. V. m. 15 Raumordnungsgesetz des Bundes (ROG)2, 1 Raumordnungsverordnung (RoV)3 und 16 Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)4 auf Antrag der Firma F+M Grundbesitz (Dedelstorf) ein Raumordnungsverfahren (ROV) durchgeführt worden. Ergebnis: Als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird festgestellt, dass der geplante Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf mit den Erfordernissen der Raumordnung einschließlich der Belange des Umweltschutzes vereinbar und mit den übrigen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen öffentlicher und sonstiger Planungsträger grundsätzlich abgestimmt und unter raumordnerischen Gesichtspunkten abgewogen worden ist. Diese Feststellung schließt das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung nach 12 UVPG ein. Zeichnerische Darstellung: Das raumordnerisch abgestimmte Vorhaben "Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf" ist in der folgenden Karte im Maßstab 1 : dargestellt. Die Zeichnerische Darstellung ist Bestandteil der Landesplanerischen Feststellung. Geltungsdauer: Die Geltungsdauer der Landesplanerischen Feststellung ist auf 5 Jahre befristet. Maßgaben: Die Landesplanerische Feststellung für das Vorhaben "Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf" ergeht unter den in Kapitel I.2 festgelegten Maßgaben. 1 Niedersächsisches Gesetz über Raumordnung und Landesplanung (NROG) vom in Bekanntmachung am (Nds. GVBl. Nr. 17/2007 S. 223ff.) 2 Raumordnungsgesetz vom 18. August 1997 (BGBl. I S. 2081, 2102), zuletzt geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 9. Dezember 2006 (BGBl. I S. 2833) 3 Raumordnungsverordnung (RoV) vom 13. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2766), zuletzt geändert durch Artikel 2b des Gesetzes vom 18. Juni 2002 (BGBl. I S. 1914) 4 Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juni 2005 (BGBl. I S. 1757, 2797), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 23. Oktober 2007 (BGBl. I S. 2470) 5

8 I Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung 6

9 I Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung I.2 Maßgaben Die landesplanerische Feststellung ergeht unter folgenden Maßgaben: I.2.1 Vermeidung und Minimierung von Umweltauswirkungen, Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen 1. Die nach 1a BauGB bzw. die nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sowie dem Nds. Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) für das Vorhaben notwendigen Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen sind, wie in der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) vom Februar 2007 für das Vorhaben "Bodenabbau" (S. 152ff.) und für das Vorhaben "Erholungspark" (154f.) und in der FFHVerträglichkeitsstudie vom Februar 2007, S. 24ff. ansatzweise beschrieben, von der zuständigen Naturschutzbehörde und im Benehmen dem zuständigen Forstamt zu konkretisieren und festzulegen. Für die Vorhaben Bodenabbau und Erholungspark ist ein aufeinander aufbauendes und unter den Raumnutzern abgestimmtes Kompensationskonzept zu erstellen. Innerhalb des Vorhabensgebietes sind insbesondere Maßnahmen zur Sicherung und Aufwertung der Fledermauslebensräume sowie zur Sicherung und Entwicklung geeigneter trockenwarmer und magerer Standorte für potenziell betroffene im Bestand bedrohte Pflanzen und Tierarten umzusetzen. 2. Im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde und dem zuständigen Forstamt ist darauf hinzuwirken, dass für den rechtlich vorgeschriebenen Eingriffskompensationsumfang (Naturschutz, Wald) nur im unbedingt notwendigem Maße weitere landwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen werden. Soweit es mit den naturschutz und waldrechtlich gebotenen Anforderungen vereinbar ist, sind die Eingriffskompensationen auf dem Gelände der ehemaligen Kasernengelände zu verorten. Als eine fachliche Grundlage für das Kompensationskonzept ist der Landwirtschaftliche Fachbeitrag für den Großraum Braunschweig heranzuziehen. Die Erarbeitung des Kompensationskonzepts soll in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer und Vertretern der örtlichen Landwirtschaft sowie der Forstwirtschaft erarbeiten werden. 3. Die innerhalb des Vorhabensgebietes nicht realisierbaren Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen sind im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde und dem zuständigen Forstamt vorrangig auf Grundlage des Landschaftsrahmenplans des Landkreises Gifhorn und des Forstlichen Rahmenplans für den Großraum Braunschweig umzusetzen. 4. Die durch die Vorhaben in Anspruch genommen Wälder sind im Einvernehmen mit der zuständigen Forstbehörde gemäß 1 Satz 1 NWaldLG im Kompensationsverhältnis von mindestens 1 : 1 auszugleichen. Darüber hinausgehende Kompensationserfordernisse aufgrund des Funktionsverlustes der entfallenden Wälder sind unter Anwendung des 8 (7) NWaldLG so umzusetzen, dass ein Kompensationsumfang entsprechend einem Kompensationsverhältnis von 1 : 2 erreicht wird. Die Kompensationserfordernisse nach NWaldLG sind mit den naturschutzrechtlich geforderten Kompensationsverpflichtungen abzustimmen. Das Kompensationskonzept ist auf Grundlage des Forstlichen Rahmenplans und des Landwirtschaftlichen Fachbeitrags für den Großraum Braunschweig zu erarbeiten. 5. Bei neu zu erstellenden Gebäuden und Ferienhäusern ist ein Abstand zum Waldrand von 100 m einzuhalten. Unterschreitungen sind unter Wahrung der Waldfunktionen und im Einvernehmen mit der Forstbehörde zulässig. 6. Unter Einbindung vorhandener und neu zuschaffender Peilbrunnen ist ein wasserwirtschaftliches Monitoringsystem einzurichten. Die Grundwasserstände sind über ein Jahr hinweg zu erfassen und der Beweissicherung zur Verfügung zu stellen. Die auf dem Vorhabengelände wegfallende Messstelle (RVS, S. 32) ist in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde zu ersetzen und in das Monitoring einzubinden. 7. Das hydrologische Gutachten ist in Hinsicht auf die ökologischen Auswirkungen eines Grundwasseranstiegs insbesondere für den Bereich Kainbach und seines unbenannten Zuflusses zu vervollständigen. 8. Es ist im Benehmen mit der unteren Wasserbehörde sicherzustellen, dass über die oberflächige Sammlung des Regenwassers und die Ableitung über ein Rinnensystem in den See keine Kontamination des Oberflächenwassers mit eingelagerten bzw. abgeschwemmten schädlichen Stoffen erfolgt. 9. Für den Erholungspark und insbesondere für die sensiblen südlichen bis nordwestlichen Uferbereiche sowie der Teilbereich Kainbach und sein unbenannter Nebenbach des FFHGebiets Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" ist ein Besucher und Erholungsnutzungslenkungskonzept vorzusehen und im Rahmen eines Monitorings ggf. weiter zu optimieren. 10. Für die Erholungsnutzung auf dem Abbausee ist ein gleichermaßen auf die Belange des Naturschutzes und der Erholung / Tourismus ausgerichtetes Zonierungskonzept vorzusehen. Durch das Zonierungskonzept sind insbesondere die sensiblen südlichen bis nordwestlichen Uferbereiche zu sichern. 7

10 I Ergebnis der Landesplanerischen Feststellung 11. Der Nassabbau wird um die, im hydrologischen Gutachten dargestellte, 10 ha große reduzierte Fläche festgestellt. Auf der reduzierten Fläche ist ein Trockenabbau bis maximal 94,0 m ü. NN zulässig. Eine Überdeckung von mindestens 1 m natürlicher Deckschicht ü. GWSp ist sicherzustellen. 12. Die betriebsbedingte Kontamination des Grund und Oberflächenwassers durch Schadstoffe (Öl, Schmierstoff, Treibstoff) und die hiermit verbundene erhebliche Beeinträchtigung aquatischer und terrestischer Zönosen ist zu vermeiden. Entsprechende Sicherheitsauflagen sind in den folgenden Genehmigungsverfahren festzulegen. 13. Bei den Bauarbeiten sind die Lärm, Staub und Abgasemissionen nach dem aktuellen Stand der Technik so gering möglich zu halten. 14. Für das folgende Genehmigungsverfahren ist eine Stellungnahme des Kampfmittelbeseitigungsdienste des Landes Niedersachsen einzuholen. Der unteren Immissionsschutzbehörde und der unteren Bodenschutzbehörde des Landkreises Gifhorn ist die Unbedenklichkeit der Inanspruchnahme des Geländes darzulegen. Vorhandene Bodenbelastungen sind ggf. zu sanieren. Ebenfalls im Genehmigungsverfahren ist die Frage zu klären, inwieweit die unterirdischen Tankbehälter stillgelegt und ggf. zurückzubauen sind. 15. Auf dem Gelände ist unter Beachtung der raumordnerischen Festlegungen zur "Windenergie" im 2008, Ziffer III nur die Errichtung einer nicht raumbedeutsamen Windenergieanlage zulässig. Die Beurteilung der Raumbedeutsamkeit ist im Einzelfall im Einvernehmen mit der unteren Landesplanungsbehörde zu treffen. 16. Für das nachfolgende Genehmigungsverfahren ist eine aktualisierte Verkehrsprognose für den Betrieb des Bodenabbauvorhabens wie auch für den Betrieb des Erholungsparks vorzulegen. I.2.2 Berücksichtigung raumbedeutsamer Nutzungen und Planungen α)zur Nutzung touristischer Synergieeffekte für die Region, zur Abstimmung des regionalen Angebotsspektrums und Vermeidung tourismuswirtschaftlicher Fehlentwicklungen werden Kooperationen und Abstimmungen zwischen der Vorhabenträgerin und den touristischen Akteuren der Stadt Gifhorn, der Samtgemeinde Hankensbüttel, der Betreibergesellschaft Tankumsee sowie umliegender Gemeinden, des Oberzentrums Wolfsburg, der Teilregion Gifhorn und der Tourismusregion Südheide / Lüneburger Heide dringend angeraten. β)es wird angeregt, zu prüfen, ob zwischen dem Erholungspark und dem angrenzenden Segelfugplatz "SchnuckenheideRepke" gemeinsame touristische Angebote entwickelt werden können. χ)wenn entgegen der getroffenen raumordnerischen Abwägung der zurzeit durchgeführte Motorschlepp der Segelflugzeuge zu erheblichen Lärmbelastungen und zu massiver Beeinträchtigung der im 2008 festgelegten Erholungsfunktionen führen würde, wäre in kommenden luftfahrtrechtlichen Genehmigungsverfahren für den Segelflugplatz über Auflagen (z. B. Windenbetrieb) die Verträglichkeit beider Nutzungen wieder herzustellen. δ)der ÖPNVAnschluss des Vorhabensstandorts "Erholungspark" ist durch einen Haltepunkt und eine ver anstaltungsabhängige bedarfsgerechte Bedienungsqualität zu verbessern. ε)die Bauverbotszonen entlang der Bundesstraße B 244 sind durch den Vorhabenträger zu beachten. Die verkehrliche Anbindung des Vorhabengeländes an die B 244 bedarf der vertraglichen Regelung zwischen dem Vorhabenträger und dem Bund. Die Anbindung an die Kreisstraße K 8 erfordert eine Sondernutzungsvereinbarung, die mit dem Landkreis Gifhorn zu schließen ist. I.2.3 Hinweise / Abstimmung mit anderen raumbedeutsamen Planungen Die im Raumordnungsverfahren von einigen beteiligten Stellen für die Bauausführung gegebenen technischen Hinweise sowie die Hinweise auf noch erforderliche Einzelgenehmigungen sind zu beachten. Sie sind dem Vorhabenträger F+M Grundbesitz Dedelstorf vollständig übermittelt worden. Im Verfahren Bodenabbau und Erholungspark angeführte Bedenken und Anregungen zu eigentums und privatrechtlichen Aspekten, die sich der raumordnerischen Regelungskompetenz entziehen, werden dem weiteren Verfahren übergeben. Zur Sicherung insbesondere des Vorhabens Erholungspark sollte in Hinsicht auf die schwierige Absatzlage für den Rohstoff "Sand" ein auf den geringeren Umfang abgestimmtes Nachnutzungskonzept erstellt werden. 8

11 II. Sachverhalt II. Sachverhalt II.1 Beschreibung des Vorhabens Die F+M Grundbesitz GmbH (Dedelstorf / Duisburg; im Folgenden: Vorhabenträger) plant auf dem Geländes der ehemaligen RichthofenKaserne in Dedelstorf (Landkreis Gifhorn, Samtgemeinde Hankensbüttel) als Folgenutzung der Kasernengebäude und des Standortübungsplatzes zwei miteinander verbundene Teilvorhaben "Bodenabbau" und "Erholungspark". Im heute weitgehend landwirtschaftlich genutzten Bereich des ehemaligen Standortübungsplatzes ist ein Trockenund Nassabbau von Sanden mit einer Abgrabungsfläche von ca. 74,1 ha geplant. Der gewonnene Sand (ca. 5,7 Mio. m³) soll z.t. für den Bau des Erholungsparks verwendet werden und z.t. der Versorgung des regionalen Marktes dienen (Hochbau, Tiefbau, Straßenbau etc.). Die Abgrabung soll abschnittsweise zunächst im Trockenabbauverfahren und nach erreichen des Grundwasserspiegels im Nassabbauverfahren erfolgen, so dass sich Abbautiefen zwischen 8 und 13 m ergeben (mittlere Abbautiefe 10,5 m). Die Rekultivierung des Geländes erfolgt zeitparallel zum Abbau mit einem Nachlauf von zwei Jahren. Nach Abschluss des Abbaus und der Rekultivierung verbleibt ein Gewässer von 58,7 ha Größe mit einer durchschnittlichen Tiefe von 4 m. Die Gesamtabbaudauer (inkl. Rekultivierung) ist mit maximal 30 Jahren veranschlagt worden. Für den Abbaubetrieb soll in der Nähe des Sportplatzes auf einer Fläche von ca. 1 ha eine Aufbereitungsanlage und Verladestation errichtet werden. Die Zuund Abfahrt der LKW zum Transport der gewonnenen Sande und Kiese erfolgt von der Sortieranlage / Verladestation über einen bestehenden befestigten Weg, über die Dedelstorfer Allee hin zur Bundesstraße B 244. Über die B 244 ist neben der Anbindung an die B 4 eine Anbindung über die geplante Südumgehung Hankensbüttel an die geplante A 39 gegeben. Das Abbaugewässer ist der zentrale Bestandteil des konzipierten Erholungsparks. Die Realisierung und der Betrieb des Erholungsparks soll nach einem gewissen Vorlauf des Bodenabbaus mit diesem parallel erfolgen. Ausgehend vom nördlichen und nordöstlichen Ufer soll es vielfältige wassergebundene Freizeit und Erholungsmöglichkeiten bieten. Die südwestlichen und westlichen Gewässerbereiche sollen dem Natur und Landschaftsschutz vorbehalten bleiben. Des Weiteren werden Bereiche des ehemaligen Kasernengeländes unter Nutzung der bestehenden Gebäudesubstanz reaktiviert und unterschiedlich intensiv in den Erholungspark einbezogen. Geplant sind u. a. eine neue Wohn und Freizeitsiedlung, eine Hotelanlage, ein Restaurant, ein Campingplatz und Wassersportanlagen. Im Kern ist für die Freizeit und Erholungsnutzung eine reichhaltige, auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtete Angebotspalette angestrebt. Für den Erholungspark sind Gebäude und Anlagen geplant, für die ca. 6,7 ha Fläche neu beansprucht werden: Feriendorf im ehemaligen Kasernengelände = ca. 1 ha neu beanspruchte Fläche Ferienhäuser am nördlichen Seeufer = 1,6 ha neu beanspruchte Fläche sonstige Gebäude (Hotel, Restaurant, Kleingewerbe, Badeanstalt) = 1,8 ha, davon 0,4 ha auf bereits versiegelten Flächen Campingplatz = 0,6 ha neue Wege = 0,6 ha Rinnensystem zu Ableitung des Niederschlagswassers = 1,5 ha Parkplätze = zurzeit noch nicht räumlich verortet Die jährlichen Gesamtbesucherzahlen für den Erholungspark sind mit ca Zeit und Dauergästen, ca Tagesgästen und ca Campern (inkl. Dauercampern) kalkuliert. Unter Einbeziehung der Dauergäste werden ca Übernachtungen pro Jahr veranschlagt, wovon rd auf den Campingplatz fallen. II.2 Untersuchte Vorhabens / Standortalternativen Der Vorhabenträger stellt ausschließlich den Vorhabensstandort auf dem Gelände der ehemaligen RichthofenKaserne in Dedelstorf in das Verfahren ein, da sich die Planungsziele auf die Nachnutzung des Geländes der ehemaligen RichthofenKaserne in Dedelstorf beziehen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Antragskonferenz vom sind entsprechend des am festgelegten sachlichen und räumlichen Untersuchungsrahmens in diesem Raumordnungsverfahren (ROV) keine Standortalternativen zu prüfen. II.3 Beschreibung des Verfahrensablaufs Im Mai 1999 beantragte der Vorhabenträger beim Landkreis Gifhorn für einen Nassabbau von Sanden auf dem Gelände der ehemaligen RichthofenKaserne in Dedelstorf ein Planfeststellungsverfahren gemäß 127 NWG. Als 9

12 II. Sachverhalt berührte Behörden hatten u. a die Bezirksregierung Braunschweig und der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) in ihren Stellungnahmen den Landkreis Gifhorn als damals zuständige untere Landesplanungsbehörde auf die Erforderlichkeit eines ROV hingewiesen. Der Landkreis Gifhorn folgte der Auffassung, dass die Durchführung eines ROV mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) als planungsrechtliche Voraussetzung für den Nassabbau unabdingbar ist. Daraufhin stellte der Vorhabenträger mit Schreiben vom beim Landkreis Gifhorn den Antrag auf Durchführung eines ROV, den der Landkreis Gifhorn mit Schreiben vom bestätigte. Zur Vorbereitung der Antragskonferenz und zur Abstimmung der dafür erforderlichen Unterlagen fand am mit dem Vorhabenträger und den Verfahrensbeteiligten eine Antragsberatung statt. Die weitere Vorbereitung des ROV verzögerte sich um etwa drei Jahre. In diesem Zeitraum erfolgte die Übertragung der Aufgabenwahrnehmung als untere Landesplanungsbehörde im Großraum Braunschweig auf den ZGB, der damit auch für die Durchführung des ROV zuständig ist. Antragskonferenz Mit Schreiben vom beantragte der Vorhabenträger beim ZGB die Durchführung des ROV "Bodenabbau und Erholungspark, woraufhin am die Einladung zur Antragskonferenz gemäß 14 (1) NROG i.v.m. 5 UVPG erging. Diese wurde am in Hankensbüttel durchgeführt. Von den 47 geladenen Trägern öffentlicher Belange nahmen 28 an der Veranstaltung teil. Am erfolgte mit den zuständigen Fachbehörden5 eine vertiefende fachliche Abstimmung hinsichtlich zwingend erforderlicher hydrologischer Untersuchungen. Der ZGB hat die Ergebnisniederschrift der Antragskonferenz am an die Verfahrensbeteiligten zugestellt. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Antragskonferenz sowie ergänzender Anregungen und Abstimmungen hat der ZGB im Schreiben vom den sachlichen und räumlichen Untersuchungsrahmen festgelegt und die Verfahrensbeteiligten unterrichtet. Erarbeitung der Verfahrensunterlagen durch den Antragsteller Das Planungsbüro OEKOPLAN (ReesHaldern) legte im Auftrag des Vorhabenträgers dem ZGB mit Schreiben vom Antragsunterlagen zur Prüfung der Verwendbarkeit für das ROV vor. Mit Schreiben vom regte der ZGB an, diese um bestimmte Aspekte zu vervollständigen. Zur gleichen Zeit initiierte der Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel am einen Runden Tisch, um mit Vertretern des Bundesvermögensamtes, des Landkreises Gifhorn, der Gemeinde Dedelstorf und des ZGB die Folgenutzung zu beraten. Die vom Planungsbüro OEKOPLAN überarbeiteten Unterlagen wurden vom ZGB geprüft. Mit Schreiben vom wurden weitere Ergänzungen der Unterlagen für notwendig erachtet (u.a. Tourismusgutachten, Artenschutz). Mit Schreiben vom legte das Planungsbüro OEKOPLAN dem ZGB eine überarbeitete FFHVerträglichkeitsstudie sowie ein Gutachten zu den streng geschützten Arten im Sinne von 10 (2) Nr. 10 BNatSchG vor. Nach Prüfung der überarbeiteten Verfahrensunterlagen ergab sich aus Sicht des ZGB noch weiterer Ergänzungsbedarf (Schreiben vom ). Förmliche Einleitung des ROV / Durchführung Beteiligungsverfahren Die vollständigen Verfahrensunterlagen wurden dem ZGB mit Schreiben vom in folgenden Bestandteilen zugesandt: Teil A: Allgemeine Grundlagen Teil B: Raumverträglichkeitsstudie Teil C: Umweltverträglichkeitsstudie (mit Anhang) Gutachten: Konfliktbetrachtung: Streng geschützte Arten Gutachten: Prüfung auf FFHVerträglichkeit Gutachten: Analyse der Auswirkungen eines Sandabbaus im Bereich Dedelstorf / RichthofenKaserne auf den Wasserhaushalt des Kainbachs Fachbeitrag Tourismus: Gutachten zur Ferienwohnanlage auf dem Gelände der ehemaligen RichthofenKaserne in Dedelstorf Der ZGB hat gemäß 14 (2) NROG das ROV mit Schreiben vom förmlich eingeleitet. Den 18 Verfahrensbeteiligten (vgl. Auflistung in Anhang VIII.2) wurden die vollständigen Verfahrensunterlagen in Papierform (1 Ordner) mit der Bitte um Stellungnahme bis zum zugesandt. Daraufhin haben Teilnehmer: Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung (NLfB), Niedersächsisches Landesamt für Ökologie (NLÖ), Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK), Bezirksregierung Braunschweig (Dezernate 502 / 503).

13 II. Sachverhalt Verfahrensbeteiligte Bedenken, Forderungen, Anregungen und / oder Hinweise geäußert, die teilweise inhaltsgleich sind (Synopse der Stellungnahmen s. Anhang VIII.3). Die Stellungnahmen berührten folgende Sachverhalte: Erhebliche Bedenken haben drei Verfahrensbeteiligte geäußert: Der Glatzer GebirgsVerein Braunschweig e. V. (GGV) und die KONU Koordinationsstelle der Natur und Umweltschutzverbände im Landkreis Gifhorn sehen in dem Vorhaben einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft bzw. beanstanden die Lage des Bodenabbaus außerhalb der Vorrang oder Vorbehaltsgebiete Rohstoffgewinnung. Die Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sieht als zuständige Luftfahrtbehörde nicht entflechtbare Nutzungskonflikte zwischen dem Segelfluggelände "SchnuckenheideRepke" und dem Teilvorhaben "Erholungspark". Die Land und Forstwirtschaft befürchtet neben dem Entzug von Nutzflächen v.a. Beeinträchtigungen durch weiträumige Grundwasserbeeinflussungen und durch die touristischen Nutzungen. Verfahrensbeteiligte bemängeln die Aussagen in den Verfahrensunterlagen zu Verkehrserschließung und prognosen sowie zu Grundwassersituation und beeinflussung. Diese werden vielfach als unschlüssig bzw. als unzureichend angesehen. Keine Anmerkungen ergingen zu den Gutachten Verträglichkeitsstudie sowie zum Fachbeitrag Tourismus. Zahlreiche Äußerungen betreffen mögliche Maßgaben und Hinweise für nachfolgende behördliche und privatrechtliche Entscheidungen bzw. die technische Ausführung des Vorhabens. zu streng geschützten Arten, zur FFH Die Unterrichtung und Anhörung der Öffentlichkeit gemäß 15 (3) NROG führte die Samtgemeinde Hankensbüttel durch. Die ortsübliche öffentliche Bekanntmachung erfolgte am Die vollständigen Verfahrensunterlagen lagen ordnungsgemäß vom bis im Rathaus der Samtgemeinde Hankensbüttel, Goethestr. 2, Hankensbüttel aus. Von Seiten der Öffentlichkeit wurden keine Anregungen und Bedenken geäußert. Das ROV wird auf Grundlage des neuen LandesRaumordnungsprogramm Niedersachsen (LROP 2008) als auch des neuen Regionalen Raumordnungsprogramm ( 2008) für den Großraum Braunschweig durchgeführt. Dies gewährleistet in nachfolgenden Zulassungs bzw. Genehmigungsverfahren eine höhere Planungssicherheit, bedingt aber auch eine Verzögerung bei der Durchführung des ROV. Damit ist abweichend von 16 (1) NROG das ROV nicht binnen sechs Monaten abzuschließen. Diese Vorgehensweise wurde einvernehmlich mit der obersten Landesplanungsbehörde6 und dem Vorhabenträger7 abgestimmt. Erörterung der wesentlichen Anregungen und Bedenken Nach Sichtung und Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen (vgl. Synopse in Anhang VIII.3) hat der ZGB von den Stellunggebern Anregungen und Bedenken erhalten, die unter raumordnerischen Anforderungen in Bezug auf das Vorhaben als wesentlich einzustufen sind. Gemäß 15 (2) Satz 3 NROG wurde am ein Erörterungstermin durchgeführt. Abschluss des ROV, Bekanntmachung / Information der Öffentlichkeit Der ZGB hat die Landesplanerische Feststellung mit Datum vom 30.Mai 2008 abschließend verfasst. Die Landesplanerische Feststellung wird dem Vorhabenträger und den am Verfahren Beteiligten zugeleitet. Die Unterrichtung der Öffentlichkeit wird gemäß 16 (4) NROG durch die Samtgemeinde Hankensbüttel veranlasst. 6 Regierungsvertretung Braunschweig, Landesentwicklung und Raumordnung 7 ZGB Schreiben vom

14 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vor habensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 III.1 Zusammenfassende Beschreibung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen (Raumverträglichkeitsstudie) Bei der Betrachtung der Auswirkungen auf überfachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung wird in Kapitel III.1.1 das Gesamtvorhaben in seinen beiden Teilen "Bodenabbau" und "Erholungspark" zugrunde gelegt. Die daran anschließende Darstellung der Vorhabensauswirkungen auf fachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung in Kapitel III.1.2 erfolgt getrennt nach den Teilvorhaben "Bodenabbau" und "Erholungspark". III.1.1 III Auswirkungen auf überfachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung Raumstruktur, zentralörtliche Strukturen und Funktionen Das Vorhabensgebiet liegt im nördlichen Landkreis Gifhorn in der Samtgemeinde Hankensbüttel. Das Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne befindet sich im Ortsteil Dedelstorf. Für den Ortsteil Dedelstorf bestehen keine zentralörtlichen Festlegungen. Im unmittelbaren Einzugsbereich des Vorhabens liegt das Grundzentrum Hankensbüttel, das vorrangig die Aufgaben Sicherung und Entwicklung von Wohn und Arbeitsstätten hat und dem darüber hinaus die besonderen Entwicklungsaufgaben Erholung und Tourismus zugewiesen sind. Das ca. 16 km entfernte Mittelzentrum Stadt Wittingen hat die Aufgaben Sicherung und Entwicklung von Wohn und Arbeitsstätten sowie die besondere Entwicklungsaufgabe Erholung. Weitere Ver sorgungsfunktionen übernehmen neben dem Grundzentrum Wesendorf mit grundzentralen Teilfunktionen die Ort schaften Steinhorst und Groß Oesingen. Der Standort Sprakensehl übernimmt Versorgungsfunktion für sein Umland. Innerhalb der Samtgemeinde Hankensbüttel sind als Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung weiterhin Steinhorst, Oerrel, Knesebeck, Bokel und Hagen festgelegt. Dem Otterzentrum Hankensbüttel wird die Funktion Regional bedeutender Erholungsschwerpunkt zugewiesen. Bezüglich der prognostizierten Auswirkungen des Vorhabens ist zu differenzieren zwischen Auswirkungen auf die raumstrukturelle Entwicklung bzw. die Sicherung und Entwicklung der zentralörtlichen Funktionen vor Ort einerseits und andererseits im überörtlichen und überregionalen Zusammenhang. Auf die örtlichen wie auf die überörtlichen Gegebenheiten werden durch das Vorhaben keine negativen raumstrukturellen und zentralörtlichen Auswirkungen erwartet. Hinsichtlich der überörtlichen Auswirkungen auf die Erholungs und Tourismusentwicklung der Region sowie Nachbarregionen werden sowohl positive als auch in Teilbereichen negative Auswirkungen erwartet. Der im Rahmen des Raumordnungsverfahrens ergänzend erstellte Fachbeitrag "Tourismus" prognostiziert für den 20 km entfernten "Regional bedeutsamen Erholungsschwerpunkt Bernsteinsee" (Velten) eine Beeinträchtigung der Entwicklungsmöglichkeiten aufgrund der Ausrichtung auf gleiche Zielgruppen und z.t. gleiche Angebotsstrukturen. Gleiches wird für den ca. 30 km entfernten "Regional bedeutsamen Erholungsschwerpunkt Tankumsee" (Isenbüttel) prognostiziert. III Siedlungsentwicklung, Freiraumfunktionen Das Gesamtvorhaben unterstützt die regionale Wirtschaftsentwicklung. Insbesondere durch das Teilvorhaben "Erholungspark" werden durch Einrichtungen der Tourismus und Freizeitwirtschaft neue Arbeitsplätze geschaffen. Negative Auswirkungen durch den Bodenabbau und den Erholungspark auf die Siedlungsentwicklung werden nicht erwartet. Die Beeinträchtigungen der Freiraumfunktionen durch das Vorhaben ergehen aufgrund des Verlustes von ca. 81 ha Freiflächen durch Bodenabbau, Wasserfläche, Überbauung und Versiegelung. Durch die geplante Nutzungs intensivierung des "Erholungsparks" hinsichtlich der Naherholungs und Freizeit und SportAktivitäten kommt es teilweise weiterhin zu Auswirkungen auf einzelne bestehende Freiraumfunktionen am Standort und im Umfeld. Im einzelnen zu den Auswirkungen auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Freiraumfunktionen (z. B. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Rohstoffgewinnung, Erholung, Natur und Landschaft) siehe die Ausführungen in den folgenden Kapiteln. 12

15 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 III.1.2 III Auswirkungen auf fachliche Belange der Raumordnung und Landesplanung Landwirtschaft Der ehemalige Truppenübungsplatz wird zurzeit als landwirtschaftliche Nutzfläche genutzt und ist gemäß den Empfehlungen des Landwirtschaftlichen Fachbetrags8 im 2008 als Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft festgelegt. Durch den Bodenabbau werden der Landwirtschaft ca. 55,1 ha Nutzfläche dauerhaft entzogen. Die landwirtschaftlichen Flächen stehen im Eigentum des Vorhabenträgers und werden zurzeit von zwei Pächtern bewirtschaftet, die nach Stellungnahme des Landvolkverbandes Gifhorn vom auf die Bewirtschaftung der Flächen angewiesen sind. Über den Bodenabbaubereich hinaus werden der Landwirtschaft durch das Teilvorhaben "Erholungspark" weitere Nutzflächen dauerhaft entzogen. Im 2008 ist der Kasernensportplatz und dessen Umfeld als Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft festgelegt. Dieser Bereich wird für die touristische Erschließung bzw. Infrastruktur beansprucht. Ein Teil dieses Bereiches (Sportplatz) ist auf Grundlage des Landwirtschaftlichen Fachbeitrags im 2008 als Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft festgelegt. Aufgrund der real ermittelten Nutzung führt dieser Flächenverlust zu keinen Auswirkungen. Abzuschätzen ist noch nicht, inwieweit die Einrichtung von Parkplätzen für den Erholungspark zu einem Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen führen wird. III Wald und Forstwirtschaft Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes werden forstwirtschaftlich genutzt und sind im 2008 als Vorbehaltsgebiet Wald festgelegt. Durch den Bodenabbau werden der Forstwirtschaft dauerhaft ca. 11,6 ha Waldfläche entzogen. Betroffen sind vor allem Waldparzellen mit nicht standortgerechter Japanischer Lärche, Fichtenforste und jüngere Laubforste. Durch die Einbindung des Kasernensportplatzes und dessen Umfelds in das Teilvorhaben "Erholungspark" wird über den Bodenabbau hinaus ein Lärchenforst westlich des Sportplatzes umgewandelt. Des Weiteren werden Auswirkungen auf an das Kasernengelände angrenzende Waldrandbereiche (Laub, Kiefern, und Fichtenforste) erwartet. Im 2008 sind die Waldbereiche als Vorbehaltsgebiet Wald mit zur Bundesstraße B 244 teilweiser überlagernder besonderen Funktion Schutz vor Immissionen festgelegt. III Wasserwirtschaft Für den gesamten Untersuchungsraum ist im 2008 ein großräumiges Vorbehaltsgebiet Trinkwassergewinnung festgelegt. Die Verfahrensunterlagen treffen zu möglichen Auswirkungen auf den vorsorgenden Trinkwasserschutz keine gutachterlichen Aussagen. Die Einrichtung des Abbaugewässers wird auf den oberflächennah verlaufenden ersten Grundwasserkörper Auswirkungen in Form von Verdunstungsverlusten, Einträgen in den freien Wasserkörper und Änderungen der Grundwasserspiegellage haben. Auswirkungen auf die land und forstwirtschaftlichen Bereiche sind durch die Drainagewirkung des Abbausees im Perimeter von 250 m zu erwarten. Der gesamte Untersuchungsraum befindet sich in einem großräumigen Vorbehaltsgebiet Trinkwassergewinnung ( 2008). In den Verfahrensunterlagen werden hierzu keine Aussagen getätigt. Auswirkungen sind durch die Nutzung des Abbausees durch Tourismus und Erholung (Badebetrieb, Aktivitäten auf dem Gewässer) zu erwarten. Über eine Beeinträchtigung der bestehenden Trinkwassergewinnung durch das Vorhaben treffen die Verfahrensunterlagen keine Aussagen. III Rohstoffwirtschaft Der Vorhabensstandort ist als Rohstoffsicherungsgebiet II. Ordnung (3228 S6 und 3229 S6) gemäß Rohstoffsicherungskarte des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ausgewiesen. Die Lagerstätte birgt Sande. Das Abbauvorhaben liegt in einem Vorbehaltsgebiet Rohstoffgewinnung (G51). Nachteilige 8 Landwirtschaftlicher Fachbeitrag zum Regionalen Raumordnungsprogramm für den Großraum Braunschweig Teil I: Situation der Landwirtschaft, Hannover 1998 Teil II: Leitbilder und Potenziale zur Entwicklung und Darstellung der Landwirtschaft, Braunschweig

16 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Auswirkungen auf die raumordnerisch festgelegten Funktionen für die regionale Rohstoffsicherung sind nicht zu erwarten. Das Vorhaben Erholungspark ist als Nachnutzung des Bodenabbaus konzipiert. III Wohnen, Industrie, Gewerbe, Sondernutzungen Der unmittelbare Bodenabbaubereich befindet sich weit entfernt von bestehenden oder geplanten Wohn, Industrieund Gewerbeflächen, so dass keine negativen Auswirkungen erwartet werden. Gleiches gilt für Beeinträchtigungen öffentlicher Einrichtungen. Zu den Auswirkungen des abbaubedingten Verkehrsaufkommens (Zu und Abfahrt) auf die genannten Flächen werden keine Aussagen getätigt. Entsprechend der Ausführungen zum Teilvorhaben "Bodenabbau" werden auch beim Teilvorhaben "Erholungspark" keine negativen Auswirkungen erwartet. Der aktuell dem Kasernengelände vorgelagerte Gewerbekomplex wird unter Einbindung in das Tourismuskonzept teilweise bestehen bleiben. III Erholung, Freizeit, Tourismus Südliche und westliche Waldbereiche des Vorhabengebiets sowie die daran angrenzenden Waldbereiche sind im 2008 als Vorbehaltsgebiet Erholung festgelegt. Durch den Abbau kommt es zu zeitlich begrenzten Lärmemissionen, deren Beeinträchtigung aufgrund der Mindestentfernung von 500 m sowie der hohen Vorbelastung durch B 4 und B 244 als gering eingestuft werden. Hinsichtlich möglicher Beeinträchtigungen durch das abbaubedingte Verkehrsaufkommen (Zu und Abfahrt) werden keine Aussagen getätigt. Des Weiteren ist der im SüdWesten angrenzende Bereich des Vorhabengebietes im 2008 als Vorranggebiet Ruhige Erholung in Natur und Landschaft festgelegt. Die Verfahrensunterlagen treffen zu möglichen Auswirkungen keine Aussagen. Vergleichbar der Ausführungen zum Teilvorhaben "Bodenabbau" werden auch beim Teilvorhaben "Erholungspark" keine Beeinträchtigungen auf die raumordnerischen Festlegungen zur Erholung gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass alle umgebenden Wälder stärker durch Spaziergänger, Wanderer und Reiter zur Erholung genutzt werden. Analog zum Teilvorhaben "Bodenabbau" ist das Vorranggebiet für ruhige Erholung in Natur und Landschaft in den Verfahrensunterlagen nicht betrachtet worden. Soweit es sich um ruhige und landschaftsgebundene Erholungsnutzungen handelt, sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Vorranggebiet zu erwarten. Hinsichtlich der überörtlichen Auswirkungen auf die Erholungs und Tourismusentwicklung der Region sowie Nachbarregionen werden sowohl positive als auch in Teilbereichen negative Auswirkungen erwartet. Der im Rahmen des Raumordnungsverfahrens ergänzend erstellte Fachbeitrag "Tourismus" prognostiziert für den 20 km entfernten regional bedeutsamen Erholungsschwerpunkt "Bernsteinsee" (Velten) eine Beeinträchtigung der Entwicklungs möglichkeiten aufgrund der Ausrichtung auf gleiche Zielgruppen und z.t. gleiche Angebotsstrukturen. Gleiches wird für den 30 km entfernten regional bedeutsamen Erholungsschwerpunkt "Tankumsee" (Isenbüttel) prognostiziert. III Großräumige Naturschutzplanungen Weite Bereiche des Vorhabengebiets sind als Vorbehalts oder Vorranggebiet Natur und Landschaft festgelegt ( 1995 und 2008). Auswirkungen auf diese Bereiche durch das Teilvorhaben "Bodenabbau" werden nicht erwartet. Soweit Auswirkungen auf das angrenzende Kainbachtal, das als Naturschutzgebiet (NSG)9 und FFHGebiet10 ausgewiesen ist, sowie auf angrenzende Randbereiche und ausgedehnte Waldflächen im erweiterten Umfeld erwartet werden, erfolgt die Beschreibung in Kapitel III.3. Hierbei sind insbesondere die Auswirkungen des Abbausees auf das Grundwasserregime und die damit verbunden Folgen von Bedeutung. Durch das Teilvorhaben "Erholungspark" wird sich der Erholungsdruck auf die im 2008 festgelegten Vorbehalts und Vorranggebiete Natur und Landschaft erhöhen. Die vorhandenen naturschutzfachlich wertvollen 9 NSG BR FFHGebiet DE "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" 14

17 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Flächen konzentrieren sich auf das Kainbachtal, das als Naturschutzgebiet (NSG)11 und FFHGebiet12 ausgewiesen ist, sowie auf angrenzende Randbereiche und ausgedehnte Waldflächen im erweiterten Umfeld. Die potenziellen Auswirkungen auf das FFHGebiet werden in Kapitel III.3 beschrieben. Die Auswirkungen auf die genannten Randbereiche und Waldflächen werden als geringfügig eingeschätzt. Außerdem soll die Nutzung angrenzender Offenlandbereichen extensiviert werden. Die Wälder und Waldränder sollen durch Pflanzung naturraumtypischer Baumarten aufgewertet werden. Hinsichtlich der Nutzung des Abbaugewässers ist eine räumliche Entflechtung zwischen der intensiven Freizeitnutzung und den Naturschutzbelangen angedacht. Die Freizeitnutzung soll sich auf den nördlichen und östlichen Bereich beschränken. Die südwestlichen und westlichen Bereiche sollen als arten und strukturreiches Biotop dem Naturschutz vorbehalten bleiben. In dem Abbaugewässer wird insgesamt eine naturschutzfachliche Aufwertung des Vorhabengebiets gesehen. III Sonstige Nutzungen Die ehemalige Richthofenkaserne mit Standortübungsplatz war im 1995 als Sperrgebiet festgelegt. Die Festlegung wird im 2008 nicht getroffen, da sie seit 1995 nicht mehr militärisch genutzt wird und aus der Verwaltung des Bundes entlassen ist. Direkte Auswirkungen sind nicht zu erwarten. Durch die langjährige militärische Nutzung ist das Gelände mit Rüstungsaltlasten und Bodenverunreinigungen belastet, die beim Abbau und Betrieb Auswirkungen haben können. Weitere sonstige Nutzungen (z.b. Fernleitungen) werden durch das Teilvorhaben "Bodenabbau" nicht berührt. Durch die langjährige militärische Nutzung ist das Gelände mit Rüstungsaltlasten und Bodenverunreinigungen belastet, die beim Bau und Betrieb des Erholungsparks Auswirkungen haben können. Sonstige Nutzungen (z.b. Fernleitungen) werden durch das Teilvorhaben "Erholungspark" nicht berührt. III Verkehr Hinsichtlich des abbaubedingten Verkehrsaufkommens sind in den Verfahrensunterlagen widersprüchliche Angaben enthalten. In "Teil B: Raumverträglichkeitsstudie" scheint der Transport der Sande und Kiese vollständig über LKW zu erfolgen. Dies lasse zwar ein erhöhtes nicht weiter quantifiziertes LKWAufkommen erwarten, was jedoch zu keiner Beeinträchtigung der Funktionalität des öffentlichen Straßennetzes führen würde. Dagegen wird in "Teil A: Allgemeine Grundlagen" kalkuliert, dass jährlich etwa m³ Sand und Kies (insgesamt etwa 5,7 Mio. m³) abgebaut werden. Diese sollen zum einen für den Bau des Erholungsparks verwendet werden und zum anderen per LKW über das öffentliche Straßennetz und per Bahn über das Anschlussgleis der Kaserne an die OHEStrecke abtransportiert werden. Konkret ist für den Abtransport der Sande und Kiese kalkuliert: 40 % per Bahn 40 % sollen im geplanten Gewerbegebiet nahe der Sortieranlage / Verladestation und des Anschlussgleises zu Baumaterialien und elementen weiterverarbeitet werden. Die Baumaterialien und elemente sollen teils für den Bau des Erholungsparks verwendet werden und teils per Bahn abtransportiert werden. 20 % per LKW Für den 20 % LKWAnteil (ca m³/a) wird überschlägig ermittelt, dass für den Abtransport jährlich rd Fahrten erforderlich sind. Dem liegt folglich eine durchschnittliche Ladekapazität von rd. 18,1 m³ zugrunde. Unter Einbeziehung der Leerfahrten ergibt sich ein Verkehrsaufkommen von Fahrten pro Jahr. Bei der Ansetzung von 250 Werktagen ergibt dies ein durchschnittliches LKWAufkommen von 18 LKW pro Werktag. Diese verteilen sich bezogen auf die Haupttransportrouten schätzungsweise zu 60 % in Richtung Braunschweig, zu 30 % in Richtung Hannover und zu 10 % in Richtung Uelzen / Lüneburg. Eine Beeinträchtigung der Funktionalität des öffentlichen Straßennetzes wird darin nicht gesehen. Die Anbindung des Erholungsparks an das öffentliche Straßennetz soll von Süden aus (B 244) über die Dedelstorfer Allee sowie von Nordosten abzweigend von der K 8 mit einer Einmündung auf die Dedelstorfer Allee erfolgen. Innerhalb des Vorhabengebiets soll der Verkehr über das vorhandene Straßen und Wegenetz erfolgen, dass durch einen um das Abbaugewässer führenden Fuß und Radweg ergänzt werden soll. 11 NSG BR FFHGebiet DE "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" 15

18 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 In den Verfahrensunterlagen werden ausschließlich Verkehrseinschätzungen getätigt, die sich auf den Betrieb nicht auf den Bau des Erholungsparks beziehen. Ähnlich den Verkehrsannahmen zum Teilvorhaben "Bodenabbau" sind auch für das Teilvorhaben "Erholungspark" in den Verfahrensunterlagen unterschiedliche Aussagen angeführt. In "Teil B: Raumverträglichkeitsstudie" wird insbesondere für die Hauptsaison im Umfeld ein erhöhtes nicht weiter quantifiziertes KfzAufkommen erwartet. Dagegen wird das Verkehrsaufkommen in "Teil A: Allgemeine Grundlagen" mit ca zusätzlichen KfzBewegungen pro Jahr veranschlagt, wovon ca auf die Feriengäste und ca auf Beschäftige entfallen. Dem liegt die folgende Annahme zugrunde: 80 % der prognostizierten Gesamtbesucherzahl (ca ) reise im Mittel zu zweit mit dem Kfz an, was PKW/a entspräche. Im Durchschnitt benützten sie das Kfz zu An und Abreise sowie zu einer weiteren Fahrt, woraus dann etwa KfzBewegungen/a resultierten. 100 weitere Kfz werden für die Geschäftsinhaber/ Beschäftigten des Erholungsparks angesetzt. Diese würden im Mittel alle 2 Tage benutzt werden, woraus dann etwa KfzBewegungen/a resultierten. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch den Betrieb des Erholungsparks v. a. zu Belastungen der Ortsdurchfahrten in der näheren Umgebung führe. Unter den Voraussetzungen des Neubaus der A 39 und einer Südumgehung Hankensbüttel wird davon ausgegangen, dass das überörtliche Straßennetz diesen zusätzlichen Individualverkehr problemlos aufnehmen kann und es zu keiner signifikanten Belastung der umliegenden Bereiche und Ortschaften komme. Es wird eine Anbindung des Erholungsparks an den ÖPNV als Zielvorstellung erwähnt, mit dem das Verkehrs aufkommen weiter reduziert werden könnte. Zur Aufnahme des ruhenden Verkehrs wird die Neuanlage von zwei Parkplätzen als erforderlich erachtet. Unter Umständen könne auch ein größerer Parkplatz zwischen Abbaugewässer und Kasernenbebauung auf bereits versiegelten Flächen die Aufnahme allein gewährleisten. Ansonsten sollen die Kfz vor den Wohnanlagen geparkt werden. Prognosen zum Stellplatzbedarf sind nicht vorhanden. Ebenso sind keine Untersuchungen getätigt, wie die Verkehrsbewältigung des zeitgleich auftretenden LKWTransportverkehrs mit dem KfzErholungsverkehr erfolgen soll. Auch wurde der Lieferverkehr zur Ver und Entsorgung des Erholungsparks nicht untersucht. Seitens der zuständigen Luftfahrtbehörde werden gegenüber dem Teilvorhaben Erholungspark erhebliche Bedenken geäußert, da eine Unverträglichkeit zwischen der Nachnutzung Erholung und dem nordöstlich gelegenen und im 2008 festgelegten Segelfluggelände "SchnuckenheideRepke" gesehen wird. Der bestehende Freizeitflug verkehr könnte zu erheblichen Nutzungskonflikten führen. III Ver und Entsorgung Die Energieversorgung kann über das ggf. zu sanierende Heizkraftwerk der ehemaligen Kaserne erfolgen. Unmittelbare Auswirkungen auf die technische Infrastruktur der Energieversorgung sind nicht zu erwarten. Anfallende Abwässer werden über einen Anschluss an das bestehende Kanalisationsnetz abgeführt. Die Energieversorgung kann über das ggf. zu sanierende Heizkraftwerk der ehemaligen Kaserne erfolgen. Unmittelbare Auswirkungen auf die technische Infrastruktur der Energieversorgung sind nicht zu erwarten. Weiterhin ist die Errichtung einer Windkraftanlage geplant. Die Wasserversorgung ist durch die vorhandene Infrastruktur gewährleistet. Anfallende Abwässer werden über das bestehende ggf. zu sanierende Kanalisationsnetz abgeführt. Über dieses wurde bisher auch das im Kasernengelände anfallende Niederschlagswasser abgeführt, das zukünftig über ein Rinnensystem in das Abgrabungsgewässer eingeleitet werden soll und somit zur Reduzierung der Abwassermenge beiträgt. Sofern ein Ausbau der bestehenden Kläranlage südlich des Kasernengeländes notwendig ist, sollen vorrangig Möglichkeiten einer dezentralen Abwasserbeseitigung geprüft werden. Die Entsorgung des Abfalls, der getrennt gesammelt wird, ist sichergestellt. 16

19 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 III.2 Zusammenfassende Beschreibung der Auswirkungen auf die Schutzgüter gemäß UVPG (Umweltverträglichkeitsstudie) III.2.1 Mensch Das geplante Vorhaben hat folgende mögliche bau, anlagen und betriebsbedingte Auswirkungen für das Schutzgut Mensch (Wohn und Naherholungsfunktion): Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Schallimmissionen Staubimmissionen temporärer Funktionsverlust von Naherholungsflächen Beeinträchtigung der Wohn und Erholungsfunktion anlagenbedingte Wirkungen Flächeninanspruchnahme durch Gebäude, Wasserfläche Visuelle Wirkungen möglicher Funktionsverlust in Bereichen für die ruhige landschaftsgebundene Erholung Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes betriebsbedingte Wirkungen Schallimmissionen Staubimmissionen Beeinträchtigung der Wohn und Wohnumfeldqualität Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten und Freizeiteinrichtungen Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen bauzeitliche Schallimmissionen Staubimmissionen temporärer Funktionsverlust von (ruhigen) Naherholungsflächen Beeinträchtigung der Wohn und (ruhigen) Erholungsfunktion anlagenbedingte Wirkungen Flächeninanspruchnahme durch Gebäude, Wasserfläche möglicher Funktionsverlust in Bereichen für die ruhige landschaftsgebundene Erholung betriebsbedingte Wirkungen Schallimmissionen III.2.2 Beeinträchtigung der Wohn und Wohnumfeldqualität Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten und Freizeiteinrichtungen Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt Das geplante Vorhaben hat folgende mögliche bau, anlagen und betriebsbedingte Auswirkungen für das Schutzgut Pflanzen und Tiere: Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Rohstofftransport (LKW) Staubimmissionen Schallimmissionen Schadstoffimmissionen temporäre Bodenverdichtungen, kleinräumige Vegetationsveränderungen Beunruhigung von Lebewesen anlagenbedingte Wirkungen Flächeninanspruchnahme durch Flächenverlust geschützter Biotope gemäß 28 a u. b. NNatG 17

20 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut Bodenabbau Wege Gebäude Wirkungen durch Bodenabtrag Rohstoffentnahme neue Wasserfläche Flächen und Funktionsverlust von Lebensräumen im Bestand bedrohter Pflanzen, Vogel, Heuschrecken und Tagfalterarten und/oder Rote Liste Arten und/oder Arten nach FFH und/oder EUVogelschutzrichtlinie Verlust der Vegetations und Biotopstrukturen durch Bodenschadverdichtung kleinräumige Veränderung faunistischer Lebensgemeinschaften Verlust von Fauna und notwendiger Habitatstrukturen Zerschneidung / Unterbrechung von Austausch und Wechselbeziehungen und Wanderrouten (Erdkröten) betriebsbedingte Wirkungen Staubimmissionen Schallimmissionen Schadstoffimmissionen Einschränkung der Vitalität aquatischer und terrestrischer Lebensgemeinschaften Funktionsbeeinträchtigung von Lebensräumen und / oder Abwandern störempfindlicher Tierarten (insbesondere Vögel) durch Schall, optische Reize und Erschütterungen Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Schallimmissionen temporäre Funktionsbeeinträchtigung der Lebensräume für Fauna / Avifauna anlagenbedingte Wirkungen Flächeninanspruchnahme durch Teilverlust Grünlandflächen für Parkplätze Freizeitnutzung Ferienhäuser Funktionsänderung durch Sanierung Gebäudesubstanz Überplanung Waldsäume Flächenverlust von geschützten Biotopen gemäß 28 a u. b. NNatG Flächen und Funktionsverlust von Lebensräumen im Bestand bedrohter Pflanzen, Vogel, Heuschrecken und Tagfalterarten und / oder Rote Liste Arten und/oder Arten nach FFH und/oder EUVogelschutzrichtlinie Funktionsbeeinträchtigungen durch Trittbelastung / Bodenverdichtung Lebensraumverlust für Fledermäuse Veränderungen / Verkleinerung der Habitate / Jagdreviere für Fledermäuse Isolation und Verinselung von Lebens und Aktivitätsräumen betriebsbedingte Wirkungen Schallimmissionen, Beunruhigung durch Baden / wassergebundene Erholungsnutzungen allgemeine Erholungsnutzungen III.2.3 Funktionsbeeinträchtigung von Lebensräumen und/oder Abwandern störempfindlicher Tierarten (insbesondere Wasservögel) durch Schall, optische Reize und Erschütterungen Beeinträchtigung der Vernetzungsfunktion durch Störung der Fauna und Beeinträchtigung der Flora im namenlosen Bachtal östlich Kainbach durch Erholungssuchende Boden Durch das geplante Vorhaben können sich für das Schutzgut Boden folgende mögliche bau, anlagen und betriebsbedingte Auswirkungen ergeben: Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Vegetationsbeseitigung Bodenabtrag 18 Verlust sämtlicher Bodenfunktionen (Pflanzenstandort, Wasserspeicher, Lebensraum)

21 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Verlust der Bodengenese anlagenbedingte Wirkungen Schadstoffemissionen Beeinträchtigung der Bodenlebewelt und der Filter und Pufferfunktionen betriebsbedingte Wirkungen temporäre Bodenversiegelung Bodenschadverdichtung Bodenumlagerungen / vermischungen Schadstoffemissionen temporärer Verlust sämtlicher Bodenfunktionen (Pflanzenstandort, Wasserspeicher, Lebensraum) Beeinträchtigung der Regelungs und Lebensraumfunktionen der Böden Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Vegetationsbeseitigung Bodenabtrag Verlust sämtlicher Bodenfunktionen (Pflanzenstandort, Wasserspeicher, Lebensraum) Verlust der Bodengenese anlagenbedingte Wirkungen Schadstoffemissionen Bodenversiegelung Beeinträchtigung der Bodenlebewelt und der Filter und Pufferfunktionen Verlust sämtlicher Bodenfunktionen (Pflanzenstandort, Wasserspeicher, Lebensraum) betriebsbedingte Wirkungen Schadstoffemissionen III.2.4 Beeinträchtigung der Bodenlebewelt und der Filter und Pufferfunktionen Wasser Durch die bau, anlagen und betriebsbedingten Wirkungen des geplanten Vorhabens können sich für das Schutzgut Wasser folgende mögliche Auswirkungen ergeben: Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Schadstoffemissionen Gewässerverschmutzung durch Niederschlag, Abschwemmung, Verunreinigung anlagenbedingte Wirkungen Freilegung des Grundwasserkörpers Erhöhung / Verminderung der Grundwasserstände im Zustrom / Abstrombereich erhöhte Verdunstung durch offene Wasserfläche verminderte Grundwasserneubildung Veränderung der Grundwasserbeschaffenheit (Temperatur, Sauerstoffgehalt, Hydraulik) mit Wirkungen im Abstrombereich betriebsbedingte Wirkungen Schadstoffemissionen Gewässerverschmutzung durch Niederschlag, Abschwemmung, Verunreinigung 19

22 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Schadstoffemissionen Gewässerverschmutzung durch Niederschlag, Abschwemmung, Verunreinigung anlagenbedingte Wirkungen Freizeitnutzung am / auf dem See Flächenversiegelung Gewässerverschmutzung durch intensive Freizeitnutzung verminderte Grundwasserneubildung durch Versiegelung / Bebauung der Flächen betriebsbedingte Wirkungen Schadstoffemissionen III.2.5 Gewässerverschmutzung durch Niederschlag, Abschwemmung, Verunreinigung Klima und Luft Durch die Wirkfaktoren des geplanten Vorhabens können sich für das Schutzgut Klima / Luft folgende mögliche bau, anlagen und betriebsbedingten Auswirkungen ergeben: Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Verkehrsemissionen Schadstoffemissionen in der Bauphase lokale Lärm und Staubbelastungen anlagenbedingte Wirkungen Wasserfläche verringerte Kaltluftproduktion kleinklimatische Veränderungen im Abbaubereich betriebsbedingte Wirkungen Verkehrsemissionen Schadstoffemissionen durch Abbau lokale Lärm und Staubbelastungen Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Schadstoffemissionen in der Bauphase lokale Lärm und Staubbelastungen anlagenbedingte Wirkungen Gebäude Wasserfläche kleinklimatische Veränderungen im Bereich der bebauten Flächen verringerte Kaltluftproduktion betriebsbedingte Wirkungen Verkehrsemissionen Schadstoffemissionen durch touristische Nutzung 20 lokale Lärm und Staubbelastungen

23 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 III.2.6 Landschaft Für das Schutzgut Landschaft Landschaftsbild und naturgebundene Erholung können sich durch das geplante Vorhaben folgende mögliche bau, anlagen und betriebsbedingte Auswirkungen ergeben: Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Verkehr Schadstoffemissionen (Bau) Beeinträchtigungen der ruhigen Erholung anlagenbedingte Wirkungen Seefläche Erholungspark / Gebäude Eigenartverluste der Landschaft durch Bau von Gebäuden und Neuanlage des Sees Beeinträchtigung des Landschaftsbildes betriebsbedingte Wirkungen Verkehr Schadstoffemissionen (Betrieb) Beeinträchtigungen der ruhigen Erholung Auslösender Wirkfaktor Auswirkungen auf das Schutzgut baubedingte Wirkungen Verkehr Schadstoffemissionen (Bau) Beeinträchtigungen der ruhigen Erholung anlagenbedingte Wirkungen Seefläche Erholungspark / Gebäude Eigenartverluste der Landschaft durch Bau von Gebäuden und Neuanlage des Sees Beeinträchtigung des Landschaftsbildes betriebsbedingte Wirkungen Verkehr Schadstoffemissionen (Betrieb) III.2.7 Beeinträchtigungen der ruhigen Erholung Kultur und Sachgüter Durch das geplante Vorhaben mit den Teilvorhaben "Bodenabbau" und "Erholungspark können sich für das Schutzgut "Kultur und sonstige Sachgüter" keine bau, anlagen und betriebsbedingte Auswirkungen ergeben, da im Vorhabensbereich keine kunst und kulturhistorisch bedeutenden denkmalgeschützten Bauwerke oder Objekte vorhanden bzw. belegt sind. III.2.8 Auswirkungen auf die Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Wasser Tiere / Pflanzen Die tendenziell zunehmende jährliche Evaporationsrate des neuen Abbaugewässers wird infolge der hydraulischen Verbindung zum Grundwasser eine potenzielle Abnahme der Grundwasserneubildung bewirken. Hieraus könnten sich u.u. eine Unterversorgung des Kainbachs und seiner Auenbereiche ergeben. Hieraus würden erhebliche Beeinträchtigungen einiger Tier und Pflanzenarten folgen. Beispielhaft sind mögliche Habitatveränderungen für verschiedene aquatische Organismen wie Bachforellen und Flussperlmuscheln zu nennen. Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Boden anderen Umweltmedien Auf einer Fläche von ca. 58,7 ha wird der Boden abgetragen und sämtliche Bodenfunktionen gehen irreversibel verloren. Hierunter fallen Regelungsfunktionen der Böden (Filter, Puffer, Transformator), Funktionen für Lebensräume, Produktion für Land und Forstwirtschaft und für Kultur und Bodengeschichte. 21

24 III. Zusammenfassende Darstellung der raumbedeutsamen Vorhabensauswirkungen einschließlich der Auswirkungen auf die Umwelt und Natura 2000 Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Landschaft Erholung Durch die Einrichtung der Abbaustelle und die Umnutzung der Landschaft wird es temporär zu Beeinträchtigungen der Erholungsfunktion kommen. Ebenfalls werden abbaubedingte Staub und Lärmemissionen auf die Erholungsfunktion beeinträchtigend auswirken. Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Boden Wasser Durch Flächenversiegelung und Bebauung wird die Versickerung des Niederschlagswassers behindert bzw. verringert. Hierdurch wird der Bodenwasserhaushalt lokal beeinträchtigt und die Grundwasserneubildung eingeschränkt. Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern Boden Tiere / Pflanzen Durch Flächenversiegelung und Bebauung wird Pflanzen, Bodenorganismen und gering mobilen Tieren die Lebensgrundlage entzogen. Mobilere Arten werden durch das Vorhaben auf geeignete Habitate in der Umgebung verdrängt, wodurch dort der Populationsdruck zunehmen wird. III.3 Zusammenfassende Beschreibung der Auswirkungen auf das FFHGebiet DE , Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" (FFHVerträglichkeitsstudie) Beeinträchtigungen durch Flächeninanspruchnahme Das Vorhaben wird zu keiner direkten Flächeninanspruchnahme des FFHGebiets DE , Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" führen. Beeinträchtigungen durch indirekte Auswirkungen Durch den mit dem Bodenabbauvorhaben verbundenen Eingriff in das Grundwasserregime könnte eine Beeinträchtigung des Gewässersystems des Kainbaches eintreten. Aufgrund dieser Gefährdungsmöglichkeit ist auf Grundlage eines hydrologischen Gutachtens (Oekoplan Ingenieure 2003) die in den Grundwasserkörper eindringende Abbaufläche verringert worden. Der Bereich wird im Trockenabbau betrieben. Durch diese vorsorgende Vermeidungsmaßnahme kann eine negative Auswirkung auf die Wasserführung des Kainbachs und des unbenannten Nebenbachs ausgeschlossen werden. Beeinträchtigungen durch visuelle und akustische Störeffekte Aufgrund der Entfernung des Vorhabens zum FFHGebiet sind negative erhebliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten. Beeinträchtigungen streng geschützter Arten Das Vorhaben wird zum Verlust von landgebundenen Jagdrevieren für Fledermäuse führen. Die Flächeninanspruchnahme führt zum Verlust von Brut und Nahrungsmöglichkeiten für geschützte Vogelarten (u.a. Heidelerche, Rotmilan). Der Abbau wird Störungen für Fledermäuse und Avifauna mit sich bringen. Beeinträchtigungen durch Flächeninanspruchnahme Das Vorhaben wird zu keiner direkten Flächeninanspruchnahme des FFHGebiets DE , Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" führen. Beeinträchtigungen durch indirekte Auswirkungen Indirekte negative erhebliche Beeinträchtigungen des Vorhabens auf das FFHGebiet sind nicht zu erwarten. Beeinträchtigungen durch visuelle und akustische Störeffekte Durch das Vorhaben sind im Umfeld des Freizeitparks potenzielle visuelle und akustische Störeffekte möglich, die zu Beeinträchtigungen der wertgebenden Arten im FFHGebiet DE , Nr. 86 "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" führen können. Hierfür sind insbesondere das erhöhte Aufkommen von Erholungssuchenden / Touristen und die von ihnen ausgeführten Freizeitaktivitäten ursächlich. Beeinträchtigungen streng geschützter Arten Mit dem Vorhaben ist durch Umwidmung / Umnutzung in den Kasernengebäuden ein Verlust von geeigneten FledermausWinterquartieren verbunden. 22

25 IV. Bewertungsgrundlagen IV.Bewertungsgrundlagen Das Raumordnungsverfahren (ROV) dient der Prüfung und Abstimmung raumbedeutsamer Vorhaben unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit. Raumbedeutsam ist ein Vorhaben insbesondere dann, wenn von ihm erhebliche Auswirkungen auf die bestehende und zukünftige Raumstruktur zu erwarten sind. Dabei sind nur die überörtlichen Auswirkungen raumbedeutsamer Vorhaben unter Maßgabe der Vereinbarkeit mit den Erfordernissen der Raumordnung zu beurteilen. Örtliche Auswirkungen bzw. Auswirkungen auf private Belange sind ebenso wie fachliche Detailfragen nicht Gegenstand des Verfahrens. In diesem ROV geht es um die grundsätzliche Feststellung, ob und wie das Vorhaben auf dem in Aussicht genommene Standort mit den Erfordernissen der Raumordnung übereinstimmt oder mit ihnen nach Abstimmung bzw. Ausräumung fachlich entgegenstehender Bedenken in Übereinstimmung gebracht werden kann. Des Weiteren wird frühzeitig koordiniert, ob, wie bzw. in welchem Umfang das Vorhaben mit anderen raumbedeutsamen Vorhaben abzustimmen ist (Raumverträglichkeitsprüfung).13 Integrierter Verfahrensteil des ROV ist die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der raumbedeutsamen Auswirkungen des Vorhabens entsprechend dem Planungsstand14 auf die in 2 (1) UVPG genannten Schutzgüter (Umweltverträglichkeitsprüfung)15. Des Weiteren ist im ROV auch die Verträglichkeit des Vorhabens mit Erhaltungszielen von Natura 2000 Gebieten (FFHGebiete und europäische Vogelschutzgebiete) dem Planungsstand entsprechend zu überprüfen. In der Regel ist eine abschließende Prüfung im Sinne des 34c NNatG nicht möglich.16 Prüf und Bewertungsmaßstab für die in Kapitel V. durchgeführte Bewertung der raumbedeutsamen Auswirkungen des Vorhabens auf den Raum sowie auf die Umwelt und Natura 2000 sind die Erfordernisse der Raumordnung entsprechend 3 Nr. 1 ROG17. Im Einzelnen sind heranzuziehen: Grundsätze nach 2 (2) ROG und 2 NROG,18 LROP Niedersachsen 2008,19 für den Großraum Braunschweig Des Weiteren werden die schriftlich vorgebrachten Anregungen und Bedenken der Beteiligten, die raumbedeutsamen Aussagen der Fachplanungen unter besonderer Berücksichtigung der von den Fachbehörden im Beteiligungsverfahren abgegebenen Stellungnahmen sowie die Bewertungen der UVS, das Prüfgutachten zur FFHVerträglichkeit,20 das Gutachten über streng geschützte Arten gemäß 10 (2) Nr. 11 BNatSchG, gemäß Anlage 1 der BArtSchV sowie gemäß Anhang 1 der EU Vogelschutzrichtlinie,21 das hydrologische Gutachten zur Analyse der Auswirkungen des Vorhabens auf den Wasserhaushalt des Kainbachs22 sowie 13 vgl. 15 (1) ROG; 12 (1) NROG 14 vgl. 16 UVPG 15 vgl. 12 (2) NROG 16 vgl. Nr VVNROG; Nr Natura 2000 Runderlass 17 Ziele, Grundsätze und sonstige Erfordernisse der Raumordnung (z. B. Ergebnisse anderer Raumordnungsverfahren, in Aufstellung befindliche Ziele; vgl. 15 (1) ROG; 16 (2) NROG; Nr a VVNROG) 18 Das NROG vom ist zum in Kraft getreten. Der hier neugefasste 2 "Grundsätze der Raumordnung" ist aufgrund der Übergangsregelung in 27 (2) mit Abschluss der Novellierung des LROP 2008 anwendbar. 19 Verordnung zur Änderung der Verordnung über das LandesRaumordnungsprogramm Niedersachsen Teil II, Niedersächsischer Landtag GVBl. vom 21. Januar Oekoplan Ingenieure AG 2007a: Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf Prüfung auf FFHVerträglichkeit, ReesHaldern. 21 Oekoplan Ingenieure AG 2007b: Bodenabbau und Erholungspark auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf Konfliktbetrachtung streng geschützte Arten, ReesHaldern. 22 Oekoplan Ingenieure AG 2003: Analyse des Sandabbaus im Bereich der Richthofenkaserne / Dedelstorf auf den Wasserhaushalt des Kainbachs, Zürich. 23

26 IV. Bewertungsgrundlagen der Fachbeitrag Tourismus23 in die Prüfung und Bewertung der raumbedeutsamen Auswirkungen des Vorhabens und seiner Umweltauswirkungen einbezogen. Zur Bewertung der raumbedeutsamen Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter nach 2 (1) UVPG sind neben den Erfordernissen der Raumordnung umweltbezogene gesetzliche Zulässigkeitsvoraussetzungen für verwaltungsbehördliche Entscheidungen sowie Umweltziele aus Fachplänen heranzuziehen. IV.1 Grundsätze nach 2 (2) ROG und 2 NROG Nachstehend sind die Grundsätze nach 2 (2) ROG und 2 NROG24 aufgeführt, soweit sie für die Abwägung in diesem ROV von Belang sein können (Die Bezeichnung in Spalte 1 der nachfolgenden Tabellen kennzeichnet durchnummeriert einen Grundsatz oder ein Ziel der Raumordnung und wird mit dieser Bezifferung in der Bewertung Kapitel V benannt): 2 (2) ROG G1 Nr. 1 Im Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschland ist eine ausgewogene Siedlungs und Freiraumstruktur zu entwickeln. Die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts im besiedelten und unbesiedelten Bereich ist zu sichern. In den jeweiligen Teilräumen sind ausgeglichene wirtschaftliche, infrastrukturelle, soziale, ökologische und kulturelle Verhältnisse anzustreben. G2 NR. 2 Die dezentrale Siedlungsstruktur des Gesamtraums mit ihrer Vielzahl leistungsfähiger Zentren und Stadtregionen ist zu erhalten. Die Siedlungstätigkeit ist räumlich zu konzentrieren und auf ein System leistungsfähiger Zentraler Orte auszurichten. Der Wiedernutzung brachgefallener Siedlungsflächen ist der Vorrang vor der Inanspruchnahme von Freiflächen zu geben. G3 Nr. 3 Die großräumige und übergreifende Freiraumstruktur ist zu erhalten und zu entwickeln. Die Freiräume sind in ihrer Bedeutung für funktionsfähige Böden, für den Wasserhaushalt, die Tier und Pflanzenwelt sowie das Klima zu sichern oder in ihrer Funktion wiederherzustellen. Wirtschaftliche und soziale Nutzungen des Freiraums sind unter Beachtung seiner ökologischen Funktionen zu gewährleisten. G4 Nr. 4 Die Infrastruktur ist mit der Siedlungs und Freiraumstruktur in Übereinstimmung zu bringen. Eine Grundversorgung der Bevölkerung mit technischen Infrastrukturleistungen der Ver und Entsorgung ist flächendeckend sicherzustellen. Die soziale Infrastruktur ist vorrangig in Zentralen Orten zu bündeln. G5 Nr.6 Ländliche Räume sind als Lebens und Wirtschaftsräume mit eigenständiger Bedeutung zu entwickeln. Eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur ist zu fördern. Die Zentralen Orte der ländlichen Räume sind als Träger der teilräumlichen Entwicklung zu unterstützen. Die ökologischen Funktionen der ländlichen Räume sind auch in ihrer Bedeutung für den Gesamtraum zu erhalten. G6 Nr. 7 In Räumen, in denen die Lebensbedingungen in ihrer Gesamtheit im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt wesentlich zurückgeblieben sind oder ein solches Zurückbleiben zu befürchten ist (strukturschwache Räume), sind die Entwicklungsvoraussetzungen bevorzugt zu verbessern. Dazu gehören insbesondere ausreichende und qualifizierte Ausbildungs und Erwerbsmöglichkeiten sowie eine Verbesserung der Umweltbedingungen und der Infrastrukturausstattung. 23 Oekoplan Ingenieure AG 2007c: Ferienwohnanlage auf dem Gelände der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf Fachbeitrag Tourismus, ReesHaldern 24 Das NROG vom ist zum in Kraft getreten. Der neugefasste 2 NROG "Grundsätze der Raumordnung" ist aufgrund der Übergangsregelung in 27 (2) NROG mit der Novellierung des LROP anwendbar. 24

27 IV. Bewertungsgrundlagen G7 Nr. 8 Natur und Landschaft einschließlich Gewässer, Wald und Meeresgebiete sind dauerhaft zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, möglich und angemessen, wiederherzustellen. Dabei ist den Erfordernissen des Biotopverbundes Rechnung zu tragen. Die Naturgüter, insbesondere Wasser und Boden, sind sparsam und schonend in Anspruch zu nehmen; Grundwasservorkommen sind zu schützen. Beeinträchtigungen des Naturhaushalts sind aus zugleichen. Bei dauerhaft nicht mehr genutzten Flächen soll der Boden in seiner Leistungsfähigkeit erhalten oder wiederhergestellt werden. Bei der Sicherung und Entwicklung der ökologischen Funktionen und landschaftsbezogenen Nutzungen sind auch die jeweiligen Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Für den vorbeugenden Hochwasserschutz ist an der Küste und im Binnenland zu sorgen, im Binnenland vor allem durch Sicherung oder Rückgewinnung von Auen, Rückhalteflächen und überschwemmungsgefährdeten Bereichen. Der Schutz der Allgemeinheit vor Lärm und die Reinhaltung der Luft sind sicherzustellen. G8 Nr. 9 Zu einer räumlich ausgewogenen, langfristig wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstruktur sowie zu einem ausreichenden und vielfältigen Angebot an Arbeits und Ausbildungsplätzen ist beizutragen. Zur Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft sind in erforderlichem Umfang Flächen vorzuhalten, die wirtschaftsnahe Infrastruktur auszubauen sowie die Attraktivität der Standorte zu erhöhen. Für die vorsorgende Sicherung sowie die geordnete Aufsuchung und Gewinnung von standortgebundenen Rohstoffen sind die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. G9 Nr. 10 Es sind die räumlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen oder zu sichern, dass die Landwirtschaft als bäuerlich strukturierter, leistungsfähiger Wirtschaftszweig sich dem Wettbewerb entsprechend entwickeln kann und gemeinsam mit einer leistungsfähigen, nachhaltigen Forstwirtschaft dazu beiträgt, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen sowie Natur und Landschaft zu pflegen und zu gestalten. Flächengebundene Landwirtschaft ist zu schützen; landwirtschaftlich und als Wald genutzte Flächen sind in ausreichendem Umfang zu erhalten. In den Teilräumen ist ein ausgewogenes Verhältnis landwirtschaftlich und als Wald genutzter Flächen anzustreben. G10 Nr. 12 Eine gute Erreichbarkeit aller Teilräume untereinander durch Personen und Güterverkehr ist sicherzustellen. Vor allem in verkehrlich hoch belasteten Räumen und Korridoren sind die Voraussetzungen zur Verlagerung von Verkehr auf umweltverträglichere Verkehrsträger wie Schiene und Wasserstraße zu verbessern. Die Siedlungsentwicklung ist durch Zuordnung und Mischung der unterschiedlichen Raumnutzungen so zu gestalten, dass die Verkehrsbelastung verringert und zusätzlicher Verkehr vermieden wird. G11 Nr. 13 Die geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge sowie die regionale Zusammengehörigkeit sind zu wahren. Die gewachsenen Kulturlandschaften sind in ihren prägenden Merkmalen sowie mit ihren Kultur und Naturdenkmälern zu erhalten. G12 Nr. 14 Für Erholung in Natur und Landschaft sowie für Freizeit und Sport sind geeignete Gebiete und Standorte zu sichern. 2 NROG G13 Nr. 1 Zum Schutz der Erdatmosphäre und des Klimas sollen im Sinne langfristiger Vorsorge die Möglichkeiten der Raumordnung zur Eindämmung des Treibhauseffektes und der damit verbundenen Folgen für Mensch und Natur genutzt werden. G14 Nr.2 Die räumliche Struktur des Landes soll unabhängig von Zuständigkeitsbereichen und unter Beachtung der Bevölkerungsentwicklung, des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen sowie der wirtschaftlichen, infrastrukturellen, sozialen, ökologischen und kulturellen Zusammenhänge entwickelt werden. Die verdichteten und die ländlichen Regionen sollen gleichrangig zur Entwicklung des ganzen Landes beitragen. Die Verflechtung zwischen diesen Regionen soll verbessert und gefördert werden. Dabei sind für alle Teile des Landes dauerhaft gleichwertige Lebensverhältnisse anzustreben. G15 Nr. 5 Die Siedlungs und Freiraumstruktur soll so entwickelt werden, dass die Eigenart des Landes, seiner Teilräume, Städte und Dörfer erhalten wird. Die weitere Siedlungs und Infrastrukturentwicklung soll mit der Freiraumnutzung in Einklang gebracht werden; Freiräume und ihre Funktionen sollen erhalten werden. 25

28 IV. Bewertungsgrundlagen G16 Nr. 6 Die Standortattraktivität soll in allen Landesteilen durch Anpassung und Modernisierung in den Grundstrukturen der Arbeitsplatz, Bildungs und Versorgungsangebote gesichert und ausgebaut werden. Die Entwicklung, Sicherung und Verbesserung dieser Strukturen soll in der Regel auf die zentralen Siedlungsgebiete in den Gemeinden ausgerichtet werden. Dadurch sollen leistungsfähige Zentrale Orte gesichert und entwickelt und die Voraussetzungen für ein ausgeglichenes, abgestuftes und tragfähiges Netz der städtischen und gemeindlichen Grundstrukturen geschaffen werden. Dabei sind die regionalen Besonderheiten und die Vielfalt in den Entwicklungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Die Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft, die Wohn und Arbeitsstätten sowie die Freizeiteinrichtungen sollen auch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung einander räumlich zweckmäßig zugeordnet werden. G17 Nr. 8 Die Land und Ernährungswirtschaft sowie die Forst und Holzwirtschaft sollen fortentwickelt und gestärkt werden, um Beschäftigungs und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und zu sichern. Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sollen gesichert werden. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sowie Jagd sollen zur Pflege und zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen. G18 Nr. 10 Bewirtschaftungsziele und maßnahmen für Gewässer sollen mit raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen und den für die Teilräume des Landes aufgestellten Entwicklungszielen abgestimmt werden. Durch die Landes und Regionalplanung ist darauf hinzuwirken, dass die Bewirtschaftungsziele für oberirdische Gewässer, Küstengewässer und Grundwasser erreicht werden. G19 Nr. 11 Rohstoffvorkommen sollen langfristig gesichert und für eine Nutzung offen gehalten werden. Ersetzungs und Wiederverwendungsmöglichkeiten sollen ausgeschöpft werden. G20 Nr. 12 Der Naturhaushalt und die Landschaft sollen entsprechend ihrer naturraumtypischen Ausprägung und ihrer natürlichen Leistungsfähigkeit erhalten und entwickelt werden. Gebiete mit besonderen Funktionen zur Erhaltung der Naturgüter und der landschaftlichen Eigenart sollen bewahrt werden. Die Naturgüter und die Landschaft sollen nur in verträglicher und nachhaltiger Weise genutzt werden. IV.2 Ziele und Grundsätze des LROP 2008 und 2008 (Textliche Festlegungen) Im Folgenden sind die für die Abwägung relevanten Ziele und Grundsätze des LROP 2008 (kursiv) und des 2008 thematisch zugeordnet. Die Ziele der Raumordnung sind durch Fettdruck gekennzeichnet. Raumstruktur/ Standortfunktionen G21 LROP Planungen und Maßnahmen zur Entwicklung der räumlichen Struktur des Landes sollen zu nachhaltigem Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Es sollen die Funktionsfähigkeit der Raum und Siedlungsstruktur sowie der Infrastruktur gesichert und durch Vernetzung verbessert werden, die Raumansprüche bedarfsorientiert, funktionsgerecht, Kosten sparend und umweltverträglich befriedigt werden, flächendeckend Infrastruktureinrichtungen der Kommunikation, Voraussetzungen der Wissensvernetzung und Zugang zu Information geschaffen und weiter entwickelt werden. Dabei sollen die natürlichen Lebensgrundlagen gesichert und die Umweltbedingungen verbessert werden, belastende Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Menschen, Tieren und Pflanzen vermieden oder vermindert werden, die Folgen für das Klima berücksichtigt und die Möglichkeiten zur Eindämmung des Treibhauseffektes genutzt werden. G22 LROP Die Auswirkungen des demographischen Wandels, die weitere Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und die räumliche Bevölkerungsverteilung sind bei allen Planungen und Maßnahmen zu berücksichtigen. 26

29 IV. Bewertungsgrundlagen G23 LROP In allen Teilräumen soll eine Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums und der Beschäftigung erreicht werden. Bei allen Planungen und Maßnahmen sollen daher die Möglichkeiten der Innovationsförderung, der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, der Erschließung von Standortpotenzialen und von Kompetenzfeldern ausgeschöpft werden und insgesamt zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen. G24 LROP Bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sind die geschlechtsspezifischen Wirkungen zu berücksichtigen. G25 I 2.1 (1) Die bestehende und sich durch ein polyzentrisches Siedlungsgefüge auszeichnende Qualität der Raumstruktur im Großraum Braunschweig soll durch eine den demographischen Wandel berücksichtigende integrierte Siedlungs und Freiraumentwicklung gesichert und entwickelt werden. Daher gilt es generell, diesen gesamträumlichen Planungsansatz als übergeordnete Entwicklungsmaxime den raumwirksamen Planungen zugrunde zu legen. Diese Entwicklungsmaxime soll auch dem vorbeugenden Klimaschutz dienen. Z1 Der Ortsteil Hankensbüttel ist als Grundzentrum mit den Entwicklungsaufgaben Erholung II und Tourismus festgelegt. 06; III Siedlungs und Freiraumentwicklung G26 LROP Die nicht durch Siedlungs oder Verkehrsflächen in Anspruch genommenen Freiräume sollen zur Erfüllung ihrer vielfältigen Funktionen insbesondere bei der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, dem Erhalt der Kulturlandschaften, der landschaftsgebundenen Erholung sowie der Land und Forstwirtschaft erhalten werden. G27 LROP Die weitere Inanspruchnahme von Freiräumen für die Siedlungsentwicklung, den Ausbau von Verkehrswegen und sonstigen Infrastruktureinrichtungen ist zu minimieren. Bei der Planung von raumbedeutsamen Nutzungen im Außenbereich sollen möglichst große unzerschnittene und von Lärm unbeeinträchtigte Räume erhalten, naturbetonte Bereiche ausgespart und die Flächenansprüche und die über die direkt beanspruchte Fläche hinausgehenden Auswirkungen der Nutzung minimiert werden. G28 I 2.1 (5) Wesentliches funktionales Gliederungselement einer integrierten Siedlungs und Freiraumentwicklung ist die Sicherung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts im besiedelten und unbesiedelten Bereich. Die Auen des Fließgewässersystems stellen die wichtigste Grundlage der großräumigen ökologischen Vernetzung im Großraum Braunschweig dar. Sie sollen als gliederndes Element berücksichtigt werden. G29 III Die eigenständige Wahrnehmbarkeit von Orts und Gemeindeteilen soll durch gliedernde regionale Freiräume gesichert und weiter entwickelt werden. Naturräume G30 Die Naturräume des Großraums Braunschweig bilden mit ihrem hohen Naturpotential sowie ihrer III kulturellen und wirtschaftlichen Strukturvielfalt die Grundlage für die Sicherung und Weiterentwicklung des regionalen Freiraumverbundes und seiner Funktionen. Die Naturräume bestehen aus den Teilbereichen Lüneburger Heide und Wendland (westlicher Teil), WeserAllerFlachland, Börden, Weser und Leinebergland inklusive Harzvorland und Harz. Bei allen Planungen sollen die naturräumlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. G31 Die naturräumliche Gliederung des Großraums Braunschweig bildet mit ihrem hohen III Naturpotential sowie ihrer landschaftlichen Strukturvielfalt die Grundlage für die Sicherung und Weiterentwicklung von Natur und Landschaft. Die naturräumlichen Gegebenheiten sollen gesichert und entwickelt und bei allen Planungen weitestgehend Berücksichtigung finden. 27

30 IV. Bewertungsgrundlagen Natur und Landschaft/ Natura 2000 Z2 LROP Für den Naturhaushalt, die Tier und Pflanzenwelt und das Landschaftsbild wertvolle Gebiete, Landschaftsbestandteile und Lebensräume sind zu erhalten und zu entwickeln. Z3 LROP Zur nachhaltigen Sicherung von heimischen Tier und Pflanzenarten und deren Populationen einschließlich ihrer Lebensräume und Lebensgemeinschaften sowie zur Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehungen ist ein landesweiter Biotopverbund aufzubauen. G32 LROP Bei allen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sind die Schutzerfordernisse der folgenden Gebiete zu berücksichtigen: 1. Gebiete mit international, national und landesweit bedeutsamen Biotopen, 2. Gebiete mit Vorkommen international, national und landesweit bedeutsamer Arten 5. Gebiete mit landesweiter Bedeutung für den Fließgewässerschutz. [ ] Die Gebiete sind nach Abwägung ihrer Schutzerfordernisse in den Regionalen Raumordnungsprogrammen räumlich festzulegen und entsprechend ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung als Vorranggebiet oder Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft zu sichern. Die landesweit bedeutsamen Gebiete sollen in den Regionalen Raumordnungsprogrammen um die jeweils notwendigen Pufferzonen ergänzt werden. Z4 Aufgrund ihrer internationalen Bedeutung sind die Gebiete des europäischen ökologischen III 1.3(1f) Netzes "Natura 2000" entsprechend den jeweiligen Erhaltungszielen als "Vorranggebiet Natura 2000" festgelegt. Lineare Gebiete des europäischen Netzes Natura 2000 sind in der Zeichnerischen Darstellung als "Vorranggebiet Natura 2000 mit linienhafter Ausprägung" festgelegt. Die "Vorranggebiete Natura 2000"/ "Vorranggebiete Natura 2000 mit linienhafter Ausprägung" sind gemäß der an die Europäische Union gemeldeten Gebietskulisse in der Zeichnerischen Darstellung dargestellt. Raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen sind in den "Vorranggebieten Natura 2000"/ "Vorranggebiete Natura 2000 mit linienhafter Ausprägung" nur unter den Voraussetzungen des 34 c NNatG zulässig. G33 Natur und Landschaft sollen in den besiedelten und unbesiedelten Bereichen des Großraums III 1.4 (1) Braunschweig so geschützt, gepflegt und entwickelt werden, dass die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes nachhaltig gesichert ist. Die Nutzbarkeit der Naturgüter, die Pflanzen und Tierwelt sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft sollen als Lebensgrundlage des Menschen und als Voraussetzung für seine Erholung dauerhaft gesichert werden. Bodenschutz G34 LROP Böden sollen als Lebensgrundlage und Lebensraum, zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und in ihrer natürlichen Leistungs und Funktionsfähigkeit gesichert und entwickelt werden. Flächenbeanspruchende Maßnahmen sollen dem Grundsatz des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden entsprechen; dabei sollen Möglichkeiten der Innenentwicklung und der Wiedernutzung brachgefallener Industrie, Gewerbe und Militärstandorte genutzt werden. Böden, welche die natürlichen Bodenfunktionen und die Archivfunktionen in besonderem Maße erfüllen, insbesondere Böden mit einer hohen Lebensraumfunktion, sollen erhalten und vor Maßnahmen der Siedlungs und Infrastrukturentwicklung besonders geschützt werden. G35 III 1.7 (1) Der Boden ist als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, Teil des Naturhaushaltes und prägendes Element von Natur und Landschaft zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. Boden ist flächensparend in Anspruch zu nehmen. G36 III 1.7 (3) Insbesondere in den Wassergewinnungsgebieten und Gebieten mit geringer Grundwasserüberdeckung sind Beeinträchtigungen des Bodenwasserhaushaltes zu vermeiden. G37 III 1.7 (4) Böden mit hoher natürlicher Ertragsfähigkeit sind vor weiterer Inanspruchnahme weitgehend zu schützen und für eine umweltschonende Land und Forstwirtschaft zu nutzen. G38 III 1.7 (5) Belastete Böden sind langfristig zu sanieren und einer raumverträglichen Nutzung zuzuführen. 28

31 IV. Bewertungsgrundlagen Luftreinhaltung, Lärm und Strahlenschutz G39 LROP Nachteile und Belästigungen für die Bevölkerung durch Luftverunreinigungen und Lärm sollen durch vorsorgende räumliche Trennung nicht zu vereinbarender Nutzungen und durch hinreichende räumliche Abstände zu störenden Nutzungen vermieden werden. Reichen Lärmschutzmaßnahmen nicht aus, sind Lärmquellen soweit möglich zu bündeln und die Belastungen auf möglichst wenige Bereiche zu reduzieren. Schutz der Kulturlandschaften und der kulturellen Sachgüter G40 Die Kulturlandschaften im Großraum Braunschweig sollen erhalten und gepflegt werden. Die III 1.5 (1) historischen Landnutzungsformen und Siedlungsstrukturen sowie prägende Landschaftsstrukturen und Naturdenkmale sollen dauerhaft gesichert und bei Planungen und Maßnahmen weitestgehend berücksichtigt werden. Landwirtschaft G41 LROP Die Landwirtschaft soll in allen Landesteilen als raumbedeutsamer und die Kulturlandschaft prägender Wirtschaftszweig erhalten und in ihrer sozioökonomischen Funktion gesichert werden. G42 Die landwirtschaftlichen Flächen im Großraum Braunschweig sollen wegen ihrer Bedeutung für die III 2.1 (1) Nahrungsmittelproduktion, als natürliche Grundlage für den regionalen Wirtschaftsfaktor "Landwirtschaft", für die nachhaltige Energiegewinnung, für Natur und Klimaschutz, für Erholung und Tourismus sowie als wesentliche Elemente der Kulturlandschaft gesichert und entwickelt werden. G43 In "Vorbehaltsgebieten Landwirtschaft (aufgrund besonderer Funktionen der Landwirtschaft)" III 2.1 (7) sollen alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen so abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung möglichst nicht beeinträchtigt werden. Wald und Forstwirtschaft G44 LROP Wald soll wegen seines wirtschaftlichen Nutzens und seiner Bedeutung für die Umwelt und für die Erholung der Bevölkerung erhalten und vermehrt werden. G45 (LROP Wald soll durch Verkehrs und Versorgungstrassen nicht zerschnitten werden. Waldränder sollen von störenden Nutzungen und von Bebauung freigehalten werden. G46 Die Waldflächen im Großraum Braunschweig sollen aufgrund ihrer ökologischen, ökonomischen III 2.2 (1) und sozialen Funktion gemäß der gesetzlichen Vorgaben erhalten, vermehrt und durch eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig gesichert werden. G47 Die Waldränder und ihre Übergangszonen sollen aufgrund ihrer ökologischen Funktionen und III 2.2 (3) ihrer Erlebnisqualitäten grundsätzlich von Bebauung und sonstigen störenden Nutzungen freigehalten werden. Hinsichtlich der Bebauung und anderer konkurrierender Nutzungen soll zu den Waldrändern ein Mindestabstand von 100 m eingehalten werden. G48 In "Vorbehaltsgebieten Wald" sollen alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen so III 2.2 (4) abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung möglichst nicht beeinträchtigt werden. G49 Waldschutzgebiete gemäß Waldfunktionenkarte oder Waldflächen mit einer besonderen III 2.2 (9) Schutzfunktion als Klimaschutzwald oder für den Lärm oder Immissionsschutz sollen wegen ihrer besonderen Schutzfunktion erhalten und möglichst als Dauerwald bewirtschaftet werden. Sie sind als "Vorbehaltsgebiet Besondere Schutzfunktionen des Waldes" in der Zeichnerischen Darstellung festgelegt. Alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sollen so abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung nicht beeinträchtigt werden. G50 III 3 (3) Zum Schutz der Erdatmosphäre und des Klimaschutzes sollen die landwirtschaftlichen und forstlichen Flächen durch fachlich begründete Festlegungen gesichert und entwickelt werden. Hierfür sind in der Zeichnerischen Darstellung insbesondere "Vorbehaltsgebiet Besondere Schutzfunktionen des Waldes" und "Vorbehaltsgebiet Gebiet zur Vergrößerung des Waldanteils" 29

32 IV. Bewertungsgrundlagen festgelegt. Rohstoffgewinnung Z5 LROP Oberflächennahe und tief liegende Rohstoffvorkommen sind wegen ihrer aktuellen und künftigen Bedeutung als Produktionsfaktor der Wirtschaft und als Lebensgrundlage und wirtschaftliche Ressource für nachfolgende Generationen zu sichern. Für ihre geordnete Aufsuchung und Gewinnung sind die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. Ihre bedarfsgerechte Erschließung und umweltgerechte Nutzung sind planerisch zu sichern. Der Abbau von Lagerstätten ist auf die Gebiete zu lenken, in denen Nutzungskonkurrenzen und Belastungen für die Bevölkerung und die Umwelt am geringsten sind. Rohstoffvorkommen sind möglichst vollständig auszubeuten. G51 Die Rohstoffvorkommen sollen nachhaltig genutzt werden. Großflächige, oberflächige III 2.3 (5) Abbaubereiche sollen abschnittsweise und soweit wirtschaftlich und technisch machbar vollständig ausgebeutet werden. Der Abbau soll grundsätzlich auf den hierfür festgelegten "Vorrang und Vorbehaltsgebieten Rohstoffgewinnung" erfolgen. Tourismus und Erholung G52 LROP Touristische Einrichtungen und Großprojekte sollen dazu beitragen, die Lebens und Erwerbsbedingungen der ansässigen Bevölkerung zu verbessern, den Tourismus einer Region zu stärken und die traditionellen Formen des Fremdenverkehrs und des Städtetourismus zu ergänzen und zu beleben. Durch die Realisierung von touristischen Großprojekten dürfen historisch wertvolle Kulturlandschaften sowie gewachsene Siedlungs, Versorgungs und Nutzungsstrukturen nicht wesentlich beeinträchtigt und der Erholungswert der Landschaft nicht gefährdet werden. Die Einrichtungen sollen räumlich und infrastrukturell an Zentrale Orte angebunden sein. G53 LROP Die Voraussetzungen für Erholung und Tourismus in Natur und Landschaft sollen in allen Teilräumen gesichert und weiter entwickelt werden. Durch die Nutzung von Natur und Landschaft für Erholung und Tourismus sollen die ökologischen Funktionen des Naturhaushalts und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden. G54 Der landschaftsgebundene Tourismus soll aufgrund seiner Bedeutung für den Wirtschaftsraum III 2.4 (3) Großraum Braunschweig gesichert und entwickelt werden. Hierbei erhalten Schutz, Sicherung und Entwicklung von Natur und Landschaft ein besonderes Gewicht. Die regionsspezifischen Landschafts und Ortsbilder sollen als Potential für den Tourismus sowie für Freizeit und Erholung gepflegt und entwickelt werden. G55 Erholungs und tourismusrelevante Infrastrukturen sollen in "Vorbehaltsgebieten Erholung" III 2.4 (9) gesichert und unter Berücksichtigung der Belange von Natur und Landschaft behutsam weiterentwickelt werden. Alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sollen so abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung nicht beeinträchtigt werden. G56 III 2.2 (10) Waldflächen, die für die Erholung bedeutsam sind, sind je nach Gewichtung als "Vorranggebiet Ruhige Erholung in Natur und Landschaft" oder als "Vorbehaltsgebiet Erholung" festgelegt. Alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sollen so abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung für die Erholung nicht beeinträchtigt werden. Wasserwirtschaft/ Wasserversorgung Z6 LROP Die Einträge von Nähr und Schadstoffen in die Gewässer, insbesondere die diffusen Einträge in das Grundwasser, sind zu verringern. Z7 LROP Das Grundwasser ist so zu bewirtschaften, dass keine nachteiligen Veränderungen des mengenmäßigen Zustandes und der hieraus gespeisten oberirdischen Gewässer und grundwasserabhängigen Landökosysteme entstehen. Z8 LROP Die Deckung des gegenwärtigen und künftigen Bedarfs der öffentlichen 30

33 IV. Bewertungsgrundlagen Trinkwasserversorgung ist in allen Landesteilen sicherzustellen G57 III (6) Die Art und Intensität von Bodennutzungen sollen an die Erfordernisse des Wasserhaushaltes und der Gewässergüte angepasst werden. Dies gilt insbesondere in den "Vorrang und Vorbehaltsgebieten Trinkwassergewinnung", in Gebieten mit geringem Schutzpotential der Grundwasserüberdeckung sowie im Bereich der Gewässerrandstreifen. G58 III (1) Die Wassergüte bzw. die Qualität des Grundwassers soll im Großraum Braunschweig gemäß der Wasserrahmenrichtlinie gesichert und verbessert werden. Grundsätzlich gilt ein Verschlechterungsverbot. Darüber hinaus soll bis zum Jahr 2015 mindestens ein "guter Zustand" ("guter mengenmäßiger" sowie "guter chemischer" Zustand) erreicht werden. G59 III (4) Die Grundwasserneubildung soll im Großraum Braunschweig gefördert werden. Hierzu sollen die Gewässerauen grundsätzlich wieder ihrer natürlichen Funktion als Hochwasserrückhaltegebiet zugeführt werden; Flächenversiegelungen sollen auf das notwendige Maß reduziert, Entsiegelungen vorgenommen und Regenwasser soll möglichst vor Ort versickert werden. G60 III 2.5.2( 7) In "Vorbehaltsgebieten Trinkwassergewinnung" sollen alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen so abgestimmt werden, dass diese Gebiete in ihrer Eignung und besonderen Bedeutung möglichst nicht beeinträchtigt werden. G61 III 2.5.4( 2) In den Einzugsbereichen der Fließgewässer soll verstärkt auf einen natürlichen Rückhalt und schadlosen Abfluss des Wassers hingewirkt werden. Die Funktion der Gewässer und ihrer Auen als natürlicher Retentionsraum soll gesichert und, soweit dies möglich ist, wiederhergestellt werden. Militärische Verteidigung/ Konversion G62 IV 7.2 (4) Die Nutzung militärischer Flächen soll im Zusammenhang mit dem Abrüstungsprozess und der Truppenkonversion im Hinblick auf raumstrukturell verträgliche und entwicklungsfördernde Folgenutzungen überprüft werden. Dies gilt auch im Hinblick auf den Rückbau nicht mehr für Verteidigungszwecke benötigter militärischer Anlagen. Die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Nachteile der Truppenreduzierung und des Abrüstungsprozesses sollen durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden. Der Flächenbedarf für Verteidigungszwecke soll vorrangig mit vorhandenen militärisch genutzten Liegenschaften abgedeckt werden. G63 IV 7.2 (5) Standortübungsplätze sollen im Falle der Aufgabe militärischer Nutzungen insbesondere für Natur und Landschaft unter Einbeziehung einer gesteuerten Naherholung gesichert und entwickelt werden. Die an den Standortübungsplätzen vorhandene Infrastruktur soll im Fall der Konversion einer geeigneten zivilen Nutzung zugeführt werden. IV.3 Ziele und Grundsätze des 2008 (Zeichnerische Festlegungen) In der Zeichnerischen Darstellung des 2008 sind für das Vorhabensgebiet/ den Untersuchungsraum folgende Festlegungen dargestellt (vgl. Abb. 2)25: Natur und Landschaft / Natura 2000 Z9 LROP Vorranggebiet Natura 2000 / Natura 2000 mit linienhafter Ausprägung (FFHGebiet DE "Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)" i.v.m. Anlage 2 und III 1.3 (1f) Z10 III Vorranggebiet Natur und Landschaft (Kainbachtal, EichenMischwald) 1.4 (6) 25 Lesehinweis: In Anpassung an das ROG wurde durch die NROGNovelle vom die Bezeichnung "Vorsorgegebiet" durch die Bezeichnung "Vorbehaltsgebiet" ersetzt. 31

34 IV. Bewertungsgrundlagen G64 III Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft (über Teil nördlich der B 244, ausgenommen 1.4 (9) Kasernengebäude / Sportplatz) Rohstoffgewinnung G65 III Vorbehaltsgebiet Rohstoffgewinnung 2.3 (4) Erholung Z11 III Vorranggebiet Ruhige Erholung in Natur und Landschaft (südwestlicher Randbereich) 2.4 (4) G66 III Vorbehaltsgebiet Erholung 2.4 (5) Landwirtschaft G67 Vorbehaltsgebiet für Landwirtschaft (Teilbereiche im Norden, Südwesten und der Richthofen III 2.1 (6) kaserne / des Standortübungsplatzes) Wald G68 Vorbehaltsgebiet Wald (nahezu gesamter Bereich, ausgenommen v. a. Kasernengelände) III 2.2 (4) G69 III Vorbehaltsgebiet Besondere Schutzfunktion des Waldes (nördlich/ südlich der B 244) 2.2 (9) Verkehr Straße Z12 Vorranggebiet Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße B 244) IV 1.4 (2) Wasserwirtschaft/ Wasserversorgung G70 32 III Vorbehaltsgebiet Trinkwassergewinnung (7)

35 IV. Bewertungsgrundlagen Abb. 1: Vorhabengebiet / Untersuchungsraum Auszug Zeichnerische Darstellung