Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz. Erzgebirgskreis FLÄCHENNUTZUNGSPLAN BEGRÜNDUNG MIT UMWELTBERICHT PLANSTAND VORENTWURF 12/2018

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1 Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis FLÄCHENNUTZUNGSPLAN BEGRÜNDUNG MIT UMWELTBERICHT PLANSTAND VORENTWURF 12/2018 Leipziger Straße Chemnitz Tel:. (0371) Fax: (0371) Internet:

2 Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz 2 Stand: Vorentwurf Dezember 2018 Gemeinde: Landkreis: Region: Land: Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis Chemnitz Freistaat Sachsen Der Flächennutzungsplan besteht aus: - Planzeichnung M 1 : (farbige Darstellung) - Begründung mit Umweltbericht Tel.: (0371) Fax: (0371) Leipziger Straße 207, Chemnitz Internet : Geschäftsführer: Leiterin Stadtplanung: Verantwortl. Bearbeiter: Stadtplaner Dipl.-Geograph. Thomas Naumann Stadtplanerin M.Sc. Simone Freiberg Stadtplanerin M.Sc. Simone Freiberg Geschäftsleitung Chemnitz, Februar 2019

3 2 Urheberrecht Das vorliegende Dokument (Städtebauliche Planung) ist urheberrechtlich geschützt gemäß 2 Abs. 2 sowie 31 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Urheberrechte. Eine (auch auszugsweise) Vervielfältigung, Weitergabe oder Veröffentlichung ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung der sowie der planungstragenden Kommune unter Angabe der Quelle zulässig.

4 3 Inhalt 1. VORBEMERKUNGEN ALLGEMEINE HINWEISE ZUR BAULEITPLANUNG RECHTSGRUNDLAGEN INHALTE UND RECHTSWIRKUNGEN DES FLÄCHENNUTZUNGSPLANES VERFAHRENSABLAUF DES FLÄCHENNUTZUNGSPLANES AUSGANGSSITUATION/ANLASS DER PLANUNG PLANWERK/ KARTENGRUNDLAGE VERFAHRENSVERMERKE GENEHMIGUNGSERLASS PLANUNGEN UND PLANUNGSZIELE ÜBERGEORDNETE PLANUNGEN LANDESPLANERISCHE ZIELVORGABEN REGIONALPLANERISCHE ZIELVORGABEN WINDENERGIE FACHPLANUNGEN PLANUNGSZIELE DES FLÄCHENNUTZUNGSPLANS SACHBEREICHE UND BEGRÜNDUNG LAGE IM RAUM NATÜRLICHE GEGEBENHEITEN NATÜRLICHE GLIEDERUNG UND OBERFLÄCHENFORM GEOLOGIE, LAGERSTÄTTEN, SCHÄCHTE UND HALDEN KLIMA GEWÄSSER BÖDEN FAUNA UND FLORA 46

5 HISTORISCHE STADT- UND ORTSENTWICKLUNG BEVÖLKERUNG BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG UND PROGNOSE ALTERSAUFBAU BEVÖLKERUNGS- UND WANDERUNGSBEWEGUNGEN ENTWICKLUNG VON HAUSHALTSSTRUKTUREN UND BEDARF NACH WOHNRAUM PENDLERBEWEGUNGEN GEWERBLICHE WIRTSCHAFT, DIENSTLEISTUNG WIRTSCHAFTSSTRUKTUR UND STANDORTBEDINGUNGEN ARBEITSMARKT NUTZUNGSEINSCHRÄNKUNGEN KULTUR- UND BODENDENKMALE ALTLASTEN UND ALTLASTENVERDACHTSFLÄCHEN SONSTIGE BAUBESCHRÄNKUNGEN SIEDLUNG VORBEMERKUNGEN STADT- UND SIEDLUNGSSTRUKTUR, ZIELSTELLUNGEN WOHNUNGSBESTAND UND ENTWICKLUNG DER WOHNGEBIETE BESTAND UND PLANUNG GEMISCHTE BAUFLÄCHEN BESTAND UND PLANUNG GEWERBLICHE BAUFLÄCHEN BESTAND UND PLANUNG VON SONDERBAUFLÄCHEN PLANUNG FLÄCHEN FÜR DEN GEMEINBEDARF FLÄCHEN NACH 5 ABS. 1 BAUGB BAUEN IM AUßENBEREICH NACH 35 BAUGB GEMEINBEDARFSEINRICHTUNGEN ÖFFENTLICHE VERWALTUNG UND SICHERHEIT SOZIALE UND GESUNDHEITLICHE EINRICHTUNGEN 117

6 EINRICHTUNGEN FÜR ERZIEHUNG UND KULTUR KIRCHEN UND RELIGIÖSE EINRICHTUNGEN EINRICHTUNGEN DES SPORTS TECHNISCHE INFRASTRUKTUR VERKEHR VER- UND ENTSORGUNG GRÜN- UND FREIFLÄCHEN GRÜNFLÄCHEN UND ÖFFENTLICHE GRÜNANLAGEN SPIELANLAGEN SPORTANLAGEN FREIBÄDER UND SCHWIMMBÄDER DAUERKLEINGÄRTEN FRIEDHÖFE NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE ALLGEMEINE ZIELE DES NATURSCHUTZES UND DER LANDSCHAFTSPFLEGE REGIONALE ZIELE DES NATURSCHUTZES UND DER LANDSCHAFTSPFLEGE LEITBILD VON NATUR UND LANDSCHAFT SCHUTZGEBIETE UND OBJEKTE NACH NATURSCHUTZRECHT ÜBERNAHME VON LEITBILD UND MAßNAHMEN AUS DEM LANDSCHAFTSPLAN FLÄCHEN FÜR MAßNAHMEN ZUM SCHUTZ, ZUR PFLEGE UND ZUR ENTWICKLUNG VON BODEN, NATUR UND LANDSCHAFT BEREICHE MIT FLÄCHEN FÜR AUSGLEICHS- UND ERSATZMAßNAHMEN TOURISMUS UND NAHERHOLUNG ANGEBOTSANALYSE DER ERHOLUNGSEINRICHTUNGEN ZIELSTELLUNGEN, ENTWICKLUNGSCHANCEN UND FÖRDERMÖGLICHKEITEN LANDWIRTSCHAFT GEGENWÄRTIGE SITUATION 161

7 ENTWICKLUNGSVORSTELLUNGEN UND KONFLIKTE FORSTWIRTSCHAFT FLÄCHENBILANZ QUELLENVERZEICHNIS 165

8 7 1. Vorbemerkungen Die Große Kreisstadt Annaberg Buchholz hat mit Ihrem Aufstellungsbeschluss vom beschlossen ihren Flächennutzungsplan aufzustellen. 1.1 Allgemeine Hinweise zur Bauleitplanung Rechtsgrundlagen Bundesrecht - Baugesetzbuch (BauGB) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 3634) - Baunutzungsverordnung (BauNVO) - Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 3786) - Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) - Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge in der Fassung der Bekanntmachung vom (BGBl. I S. 1274), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2771) - Planzeichenverordnung 1990 (PlanZV 90) - Verordnung über die Ausarbeitung der Bauleitpläne und die Darstellung des Planinhalts vom (BGBl. I S. 58), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 1057) - Raumordnungsgesetz (ROG) - vom (BGBl. I S. 2986), zuletzt geändert durch Artikel 2 Abs.14b des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2808) - Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) - Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege vom (BGBl. I S.2542), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 3434) - Wasserhaushaltsgesetz (WHG) - Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts vom (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom (BGBl. I S. 2254) Landesrecht - Sächsische Bauordnung (SächsBO) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (SächsGVBl. S. 186), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom

9 (SächsGVBl. S. 706) - Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) - in der Fassung der Bekanntmachung vom (SächsGVBl. S. 62) - Sächsisches Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) - vom (SächsGVBl. S. 229), zuletzt geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 630) - Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) - vom (SächsGVBl. S. 415), zuletzt geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 782) - Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) - vom (SächsGVBl. S. 503), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 287) - Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) - vom (SächsGVBl. S. 137), zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom (SächsGVBl. S. 349) - Landesplanungsgesetz (SächsLPlG) - vom (SächsGVBl. S. 706) - Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) vom (SächsGVBl. S. 582) Alle Rechtsgrundlagen gelten in der derzeit geltenden Fassung. Auf die Beachtlichkeit weiterer Gesetze und Richtlinien wird hingewiesen.

10 Inhalte und Rechtswirkungen des Flächennutzungsplanes Im Flächennutzungsplan ist für das ganze Stadtgebiet die sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebende Art der Bodennutzung nach den voraussehbaren Bedürfnissen der Gebietskörperschaften in den Grundzügen darzustellen ( 5 Abs. 1 BauGB). Die Inhalte des Flächennutzungsplans sind im 5 Abs. 2 BauGB im Einzelnen geregelt. Daneben sollen im Flächennutzungsplan gekennzeichnet werden: Flächen, bei deren Bebauung besondere bauliche Vorkehrungen gegen äußere Einwirkungen oder bei denen besondere bauliche Sicherungsmaßnahmen gegen Naturgewalten erforderlich sind; Flächen, unter denen der Bergbau umgeht oder die für den Abbau von Mineralien bestimmt sind; für bauliche Nutzungen vorgesehene Flächen, deren Böden erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind ( 5 Abs. 3 BauGB). Planungen und sonstige Nutzungsregelungen, die nach anderen gesetzlichen Vorschriften festgesetzt sind, sowie nach Landesrecht denkmalgeschützte Mehrheiten von baulichen Anlagen, sollen nachrichtlich übernommen werden. Sind derartige Festsetzungen in Aussicht genommen, sollen sie im Flächennutzungsplan vermerkt werden ( 5 Abs. 4 BauGB). Dem Flächennutzungsplan ist eine Begründung mit Umweltbericht (Angaben nach 2a BauGB) beizufügen. Der Flächennutzungsplan entfaltet als vorbereitender Bauleitplan gegenüber dem einzelnen Bürger noch keine unmittelbaren Rechtswirkungen. Der Flächennutzungsplan schafft kein Baurecht. Er bringt aber die interne Selbstbindung der Gemeinde zum Ausdruck. Rechtswirkungen ergeben sich aus dem Flächennutzungsplan insoweit, als aus ihm die Bebauungspläne zu entwickeln sind, die aufgrund ihres Rechtscharakters als Satzung gegenüber jedermann (gegenüber Privaten und gegenüber Trägern öffentlicher Belange) wirksam sind. Die am Verfahren beteiligten öffentlichen Planungsträger haben ihre Planungen dem Flächennutzungsplan insoweit anzupassen, als sie diesem Plan nicht widersprochen haben ( 7 BauGB). Macht eine Veränderung der Sachlage eine abweichende Planung erforderlich, so haben sie sich unverzüglich mit der Stadt ins Benehmen zu setzen. Das Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz erfolgt nach dem BauGB in der Fassung der Bekanntmachung vom Somit ist der Umweltbericht entsprechend 2a BauGB Regelbestandteil

11 10 des Bauleitplanverfahrens. Im Umweltbericht sind die nach Anlage zum BauGB auf Grund der Umweltprüfung nach 2 (4) BauGB zu ermittelten und bewerteten Belang des Umweltschutzes darzulegen. Die zeitliche Wirksamkeit des Flächennutzungsplans ist durch das BauGB nicht mehr eingeschränkt. Es wird jedoch empfohlen, den Flächennutzungsplan spätestens 15 Jahre nach seiner erstmaligen oder erneuten Aufstellung zu überprüfen und soweit erforderlich, zu ändern, zu ergänzen oder neu aufzustellen. Der Zeitrahmen für die vorliegende Planung wird bis 2030 gesteckt. Insbesondere die dem Plan zugrundeliegende Bevölkerungs- und Wohnraumprognose sollte dann angepasst bzw. neu formuliert werden. Aufgabe der Bauleitplanung ist es, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke in der Gemeinde nach Maßgabe des Baugesetzbuches vorzubereiten und zu leiten ( 1 Abs. 1 BauGB). Bauleitpläne sind der Flächennutzungsplan als vorbereitender und der Bebauungsplan als verbindlicher Bauleitplan ( 1 Abs. 2 BauGB). Die Gemeinden haben die Bauleitpläne aufzustellen, sobald und soweit es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist ( 1 Abs. 3 BauGB). Die Bauleitpläne sind von den Gemeinden in eigener Verantwortung aufzustellen ( 2 Abs. 1 Satz 1 BauGB) und den Zielen der Raumordnung und Landesplanung anzupassen ( 1 Abs. 4 BauGB). Die Bauleitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten. Sie sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln, auch in Verantwortung für den allgemeinen Klimaschutz, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln ( 1 Abs. 5 BauGB). Unter anderem sind die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege besonders zu berücksichtigen ( 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB). Dabei ist den Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechtes Bedeutung beizumessen. Ausdrücklich wird gefordert, dass mit Grund und Boden sparsam umgegangen wird

12 11 ( 1a Abs. 2 BauGB). Weiterhin sind gemäß 1a Abs. 3 BauGB die Vermeidung und der Ausgleich voraussichtlich erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie der Leistungsund Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes in der Abwägung zu berücksichtigen. Um die Belange von Natur und Landschaft hinreichend berücksichtigen zu können, müssen sie in aufbereiteter Form vorliegen - davon geht das BauGB aus, ansonsten wäre der Planungsprozess abwägungsfehlerhaft. Aus naturschutzfachlicher und - rechtlicher Sicht ist der kommunale Landschaftsplan (LP) das geeignete Instrument dafür. Ausnahmsweise kann auf einen LP verzichtet werden, wenn Umstände bzw. andere Unterlagen vorliegen, die eine sachgerechte Abwägung ermöglichen: offensichtlich keinerlei Eingriffe im FNP geplant sind, d.h. keine neue Bebauung und kein Ausbau der Infrastruktur erfolgen soll, die Belange bereits anderweitig ausreichend aufbereitet wurden, z.b. durch Schutzgebietskonzeptionen, in anderen Fachplanungen, z.b. in einer Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung, sind sämtliche Naturgüter qualifiziert aufgenommen und bewertet sowie ist ein landschaftspflegerisches Zielkonzept entwickelt und mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Prinzipiell verfolgt das Land Sachsen hinsichtlich der Landschaftspläne eine sogenannte Sekundärintegration, d. h. es wird in der Regel zunächst ein eigenständiger Landschaftsplan oder ein vergleichbarer Fachplan erarbeitet, dessen Inhalte "soweit geeignet" ( 6 SächsNatSchG) in die Bauleitplanung aufzunehmen sind. Für diese "städtebaulich begründeten" landespflegerischen Inhalte eröffnen der 5 Abs. 2 sowie 2a mit den Nummern 5, 6, 7 und 10 umfassende Darstellungsmöglichkeiten. Hierzu zählt die frühzeitige Flächensicherung für den Ausgleich und Ersatz von baulichen Eingriffen nach 8a BNatSchG, aber auch der Schutz von Flächen mit Bedeutung für das Siedlungsklima, das Ortsbild, den Biotopschutz oder die Biotopvernetzung, den Naturhaushalt, die freiraumbezogene Erholung, immer sofern sie einen städtebaulichen Bezug aufweisen (Rödel et. al. 1997). Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen ( 1 Abs. 7 BauGB). Die Bauleitpläne benachbarter Gemeinden sind aufeinander abzustimmen ( 2 Abs. 2 BauGB). Der Öffentlichkeit ist, nach Maßgabe des 3 BauGB eine Beteiligung an der Bauleitplanung zu ermöglichen. Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind die Behörden und

13 12 sonstigen Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden kann, zu unterrichten bzw. die erforderlichen Stellungnahmen einzuholen ( 4 BauGB) Verfahrensablauf des Flächennutzungsplanes Die Mitwirkenden an der Aufstellung des Flächennutzungsplanes sind im Wesentlichen: kommunale Verwaltungen / Verwaltungsgemeinschaft Gremien und Ausschüsse (v.a. Stadträte, Gemeinderäte, Ortschaftsräte) Öffentlichkeit Behörden / Träger öffentlicher Belange Genehmigungsbehörde Planungsbüro Der Verfahrensverlauf gliedert sich in folgende Schritte: 1. Prüfung des Bedürfnisses zur Aufstellung 2. Aufstellungsbeschluss mit ortsüblicher Bekanntmachung 3. Erarbeitung der Rahmenbedingungen, Ziele und Zwecke der Planung, Vorentwurf 4. frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit 5. frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange 6. Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden in den erforderlichen Gremien 7. Erarbeitung eines auslegungsreifen Planes (Entwurf) 8. Billigungs- und Auslegungsbeschluss durch den Stadtrat 9. ortsübliche Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung 10. öffentliche Auslegung über einen Zeitraum von einem Monat 11. Prüfung der Bedenken und Anregungen 12. bei Planänderungen - Wiederholung von Nr. 7 11, evt. nur zu Veränderungen 13. Feststellungsbeschluss, Mitteilung des Prüfungsergebnisses 14. Genehmigungsantrag 15. Genehmigung 16. Erfüllung der Auflagen, ggf. Beschlüsse durch Stadtrat und Gemeinschaftsausschuss 17. Bekanntmachung mit zusammenfassender Erklärung ( 6 Abs. 5 BauGB) 1.2 Ausgangssituation/Anlass der Planung Mit der Übertragung der Planungshoheit haben die Städte und Gemeinden die Verpflichtung, die bauliche und sonstige Nutzung ihres Territoriums vorzubereiten und zu

14 13 leiten. Ein wesentliches Planungsinstrument dazu bildet die Bauleitplanung. Für die Stadt Annaberg-Buchholz liegt kein wirksamer Flächennutzungsplan vor. Es liegt ein Entwurf des Flächennutzungsplanes aus dem Jahr 2001 vor. Ein förmliches Beteiligungsverfahren, im Planbereich waren Flächen für die Landwirtschaft sowie nachrichtlich die Trinkwasserschutzzonen I III dargestellt, wurde im Mai 2001 durchgeführt. Danach wurde die Planung ausgesetzt. Ein gesamtstädtisches Konzept zur Wohnbauflächenentwicklung liegt dennoch im Rahmen der aktuellen Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK2025 vor. Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans ist insbesondere deshalb erforderlich, weil sich seit Rechtswirksamkeit des Flächennutzungsplans Planvorstellungen der Stadt geändert haben, Bebauungspläne wegen der Ausnahme von Flächen nicht aus dem Flächennutzungsplan abgeleitet werden Die wurde mit der Bearbeitung beauftragt. Der Flächennutzungsplan ist insbesondere unter Beachtung sich ändernder demografischer Bedingungen, neuer wirtschaftlicher Herausforderungen, überarbeiteter Gesetze und Rechtstatbestände sowie raumordnerischer Ziele und Grundsätze zu erarbeiten. Vorhandene rechtskräftige Bebauungspläne bzw. städtebauliche Satzungen sind einzustellen. Geplante Nutzungen sowie in Aufstellung befindliche Bauleitpläne werden in der Planung berücksichtigt. Hauptanliegen der Flächennutzungsplanung ist die Sicherung einer im vernünftigen Maße abgewogenen Entwicklung der Belange Wohnen, Gewerbe, Fremdenverkehr sowie der Land- und Forstwirtschaft unter der Maßgabe der flächensparen-den Bodennutzung für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Dabei stehen der Erhalt und die Weiterentwicklung der gewachsenen historischen Siedlungsstruktur, besonders durch Verdichtung und Abrundungen im Sinne der kommunalen Eigenentwicklung im Vordergrund. Des Weiteren sollen in Annaberg-Buchholz die Wohnnutzung mit der Unterbringung von nichtstörenden Gewerbebetrieben sowie der Erhalt des Bestandes der landwirtschaftlichen Betriebe gefestigt, weiterentwickelt sowie gestärkt werden. Die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes finden durch Übernahme geeigneter Aussagen und Planinhalte des Entwurfes des Landschaftsplanes der Stadt Annaberg Buchholz mit Stand Dezember 2010 in den Flächennutzungsplan Beachtung. Der Flächennutzungsplan trifft als vorbereitender Bauleitplan keine flurstückscharfen

15 14 Festlegungen, sondern stellt die bestehende und geplante Art der Bodennutzung in der Stadt in den Grundzügen dar. Er liefert ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung der Stadt und gibt den Rahmen für die verbindliche Bauleitplanung vor. Die Planung erfolgt auf der Grundlage der geltenden Gesetzlichkeiten unter Berücksichtigung von städtebaulich-strukturellen Gesichtspunkten, den Maßgaben des Landesentwicklungsplanes Sachsen 2013 (LEP 2013), der Gesamtfortschreibung des Regionalplans Chemnitz-Erzgebirge (RPCE 2008) und des Entwurfs des Regionalplans Region Chemnitz. 1.3 Planwerk/ Kartengrundlage Die Darstellungen erfolgen auf der Grundlage der digitalen topographischen Karten DTK 10 im Maßstab 1: und wurden für den Flächennutzungsplan auf den Maßstab 1:5.000 vergrößert. Blatt-Nr.: 5343 SO - Ehrenfriedersdorf 5344 SW Thermalbad Wiesenbad 5443 NO Annaberg-Buchholz West 5443 SO - Crottendorf 5444 NW Annaberg-Buchholz 5444 SW - Königswalde 1.4 Verfahrensvermerke Die nachfolgende Übersicht vermittelt nur die wesentlichen Verfahrensschritte. Die kompletten Verfahrensvermerke sind Bestandteil der Planzeichnung. Tab. 1: Verfahrensschritte Nr. Verfahrensschritt Datum 1. Aufstellungsbeschluss frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung frühzeitige Behördenbeteiligung Billigungs- und Auslegungsbeschluss 4. förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung förmliche Behördenbeteiligung 5. Abwägungsbeschluss

16 15 6. Feststellungsbeschluss 7. Genehmigung des FNP 8. Bekanntmachung der Genehmigung 1.5 Genehmigungserlass wird nach der Genehmigung eingefügt.

17 2. Planungen und Planungsziele Übergeordnete Planungen Landesplanerische Zielvorgaben Bauleitpläne sind entsprechend 1 Abs. 4 BauGB den Zielen der Raumordnung und Landesplanung anzupassen. Dem gemeindlichen Planungsermessen werden dadurch insoweit Grenzen gesetzt, als dass Bauleitpläne den rechtsverbindlichen Zielen der höherstufigen Planungen nicht widersprechen dürfen. Es handelt sich dabei nicht um einen einmaligen Vorgang bei der Planaufstellung oder änderung. Die Gemeinden sind vielmehr verpflichtet, ihre Planung ständig auf die aktuelle Raumordnung und Landesplanung hin zu überprüfen. Die landesplanerischen Grundsätze und Ziele für das Plangebiet sind im Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) vom formuliert. Der Landesentwicklungsplan steht im engen Zusammenhang mit dem Landesverkehrsplan Sachsen Der Landesverkehrsplan ist der Fachplan für die Entwicklung der einzelnen Verkehrsträger und die Entwicklung des Gesamtverkehrssystems in Sachsen. Bedeutung "Der Landesentwicklungsplan ist das zusammenfassende, überörtliche und fach-übergreifende landesplanerische Gesamtkonzept der Staatsregierung zur räumlichen Ordnung und Entwicklung des Freistaates Sachsen. Im Landesentwicklungs-plan sind die Ziele und Grundsätze der Raumordnung für die räumliche Ordnung und Entwicklung des Freistaates Sachsen auf der Grundlage einer Bewertung des Zustandes von Natur und Landschaft sowie der Raumentwicklung festgelegt." (LEP 2013, Einleitung S. 5) "Nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege im Freistaat Sachsen (Sächsisches Naturschutzgesetz SächsNatSchG) vom 6. Juni 2013 (SächsGVBl. S. 451) übernimmt der Landesentwicklungsplan die Funktion des Landschaftspro-gramms. Durch die frühzeitige Integration wird gewährleistet, dass die raumordnerischen Festlegungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch Grundsätze und Ziele der Raumordnung gesichert werden können." (LEP 2013, Einleitung S. 6) Raumkategorien G Die Verdichtungsräume sollen in ihren Potenzialen zur Mobilisierung von Innovation und Wachstum als landesweit und überregional bedeutsame Leistungsträger

18 17 weiter gestärkt werden. G Der ländliche Raum soll unter Berücksichtigung seiner siedlungsstrukturellen Besonderheiten und seiner Vielfalt als attraktiver Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum weiterentwickelt und gestärkt werden. Zentrale Orte und Verbünde Im LEP 2013 werden die Ober- und Mittelzentren festgelegt sowie die mittelzentralen Verflechtungsbereiche dargestellt. In den Regionalplänen werden die Grundzentren und grundzentralen Verbünde ausgewiesen. Für die Stadt Annaberg-Buchholz besteht eine Einstufung als Mittelzentrum nach LEP. Siedlungswesen G Die Neuinanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll in allen Teilräumen Sachsens vermindert werden. Bei der Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll bei Kompensationsmaßnahmen vorrangig auf eine Entsiegelung hingewirkt werden. Z Die Festsetzung neuer Baugebiete außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn innerhalb dieser Ortsteile nicht ausreichend Flächen in geeigneter Form zur Verfügung stehen. Solche neuen Baugebiete sollen in städtebaulicher Anbindung an vorhandene im Zusammenhang bebaute Ortsteile festgesetzt werden. Z Eine Siedlungsentwicklung, die über den aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, aus den Ansprüchen der örtlichen Bevölkerung an zeitgemäße Wohnverhältnisse sowie den Ansprüchen ortsangemessener Gewerbebetriebe und Dienstleistungseinrichtungen entstehenden Bedarf (Eigenentwicklung) hinausgeht, ist nur in den Zentralen Orten gemäß ihrer Einstufung und in den Gemeinden mit besonderer Gemeindefunktion zulässig. Stadt- und Dorfentwicklung Z Zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Gemeinden sind integrierte Maßnahmen der Stadt- und Dorfentwicklung weiterzuführen. G Die Dorfentwicklung soll so erfolgen, dass die historisch gewachsenen Siedlungsstrukturen und typischen Baustile und Bauweisen unter Berücksichtigung zeitgemäßer Anforderungen sowie der regionaltypischen Ausstattung bewahrt und weiter-

19 18 entwickelt werden. Dabei sollen auch die Belange der Landwirtschaft in angemessener Weise berücksichtigt werden. Für die Stadt Annaberg-Buchholz liegt ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (IN- SEK 2025) mit Stand Dezember 2017 mit Aktualisierungen vom Februar 2018 vor. Die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz gehörte zum Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR ). Im Programmjahr gehört Annaberg- Buchholz der LEADER- Region des Annaberger Landes an. Bisher wurden folgende Projekte daraus finanziert: Neubau Spielplatz Cunersdorf Ausbau Jöhstädter Straße, 1.BA Ausbau Jöhstädter Straße, 2.BA Sanierung Traditionsgaststätte Frohnauer Hammer Sanierung am und um das Herrenhaus Frohnauer Hammer Gewerbliche Wirtschaft G Die räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine nachfrageorientierte Entwicklung attraktiver Industrie- und Gewerbestandorte sollen geschaffen werden und zur Ansiedlung neuer sowie zur Erhaltung, Erweiterung oder Umstrukturierung bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe beitragen." G In den Gemeinden sollen bedarfsgerecht gewerbliche Bauflächen zur Sicherung der Eigenentwicklung zur Verfügung gestellt werden." Tourismus G Für die Stärkung des Wirtschaftssektors Tourismus sollen die räumlichen Voraussetzungen verbessert werden. Hierbei sollen die Schwerpunkte auf eine Qualitätssteigerung und auf marktgerechte Tourismusangebote gelegt werden. G Das touristische Wegenetz (unter anderem Wander-, Rad- und Reitwege sowie Skiwanderwege /Loipen und Wasserstraßen) soll qualitativ verbessert und in seiner Nutzbarkeit gesichert werden. Investitionen sollen vorrangig dem Lückenschluss, aber auch der kontinuierlichen Weiterentwicklung im bestehenden Netz dienen. Bei der Weiterentwicklung des touristischen Wegenetzes sollen die länder-und grenzübergreifenden Aspekte hinsichtlich der Wegegestaltung berücksichtigt werden. Schutz und Entwicklung von Natur und Landschaft Z Naturnahe Quellbereiche und Fließgewässer bzw. Fließgewässerabschnitte

20 19 mit ihren Ufer- und Auenbereichen sowie ökologisch wertvolle Uferbereiche von Standgewässern sind in ihren Biotop- und natürlichen Verbundfunktionen zu erhalten und von jeglicher Bebauung und Verbauung freizuhalten. Notwendige Maßnahmen des Gewässerausbaus und der Gewässerunterhaltung sollen so geplant und durchgeführt werden, dass sie die Lebensraum- und Biotopverbundfunktionen des jeweiligen Fließgewässers und seiner Auen in ihrer Gesamtheit nicht beeinträchtigen. G Die Nutzungsansprüche an die Landschaft sollen mit der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter so abgestimmt werden, dass die Landnutzung die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig gewährleistet. Bereiche der Landschaft, in denen eines oder mehrere der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima, Luft, Pflanzen- und Tierwelt sowie Landschaftsbild durch Nutzungsart oder Nutzungsintensität erheblich beeinträchtigt oder auf Grund ihrer besonderen Empfindlichkeit gefährdet sind, sollen wiederhergestellt bzw. durch besondere Anforderungen an die Nutzung geschützt werden. Arten- und Biotopschutz, ökologisches Verbundsystem G Zur Sicherung der biologischen Vielfalt und Bewahrung der biologischen Ressourcen des Freistaats Sachsen sind die heimischen Tiere, Pflanzen und Pilze sowie ihre Lebensräume und Lebensgemeinschaften dauerhaft zu erhalten. Für gefährdete oder im Rückgang befindliche Pflanzen-, Pilz- und Tierarten und ihre Lebensgemeinschaften sind durch spezifische Maßnahmen der Biotoppflege, der Wiedereinrichtung von Biotopen und über die Herstellung eines Biotopverbundes die artspezifischen Lebensbedingungen zu verbessern und die ökologischen Wechselwirkungen in Natur und Landschaft zu erhalten oder wiederherzustellen. Grund- und Oberflächenwasserschutz Z Zur Verbesserung der Gewässerökologie sind verrohrte oder anderweitig naturfern ausgebaute Fließgewässer bzw. Fließgewässerabschnitte und Quellbereiche, sofern deren Ausbauzustand nicht durch besondere Nutzungsansprüche gerechtfertigt ist, zu öffnen und naturnah zu gestalten. Ihre Durchgängigkeit ist herzustellen. G Bei der Erschließung von Siedlungs- und Verkehrsflächen sollen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes (Grundwasserneubildung) und der Verringerung von Hochwasserspitzen verstärkt Maßnahmen der naturnahen Oberflächenentwässerung umgesetzt werden. G Der Hochwasserschutz soll in den Flusseinzugsgebieten Sachsens auch

21 20 grenzübergreifend abgestimmt sowie durch eine effektive Kombination von Maßnahmen der Eigenvorsorge der potenziell Betroffenen und weiteren Maßnahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes gewährleistet werden. Hierzu sollen weitgehend das natürliche Wasserrückhaltevermögen genutzt, ein uneingeengter, gefahr- und schadloser Hochwasserabfluss, insbesondere in Siedlungsbereichen, gewährleistet sowie gefährdete Bereiche von Besiedlung freigehalten werden. Soweit dies nicht ausreicht, um Menschen, Infrastruktur oder bedeutende Sachwerte in vorhandenen Siedlungsbereichen vor Hochwasser zu schützen, sollen ergänzend Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes getroffen werden. Bodenschutz, Altlasten G Bei der Nutzung des Bodens sollen seine Leistungsfähigkeit, Empfindlichkeit sowie seine Unvermehrbarkeit berücksichtigt werden. Bodenverdichtung, Bodenerosion sowie die Überlastung der Regelungsfunktion des Bodens im Wasser- und Stoffhaushalt sollen durch landschaftsgestalterische Maßnahmen und standortgerechte Bodennutzung, angepasste Flur- und Schlaggestaltung, Anlage erosionshemmender Strukturen und Verringerung von Schadstoffeinträgen und belastenden Nährstoffeinträgen vermieden werden. G Die unvermeidbare Inanspruchnahme von Flächen für Siedlung, Industrie, Gewerbe, Verkehr, Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen soll auf Flächen mit Böden, die bereits anthropogen vorbelastet sind oder die eine geringe Bedeutung für die Land- und Forstwirtschaft, für die Waldmehrung, für die Regeneration der Ressource Wasser, für den Biotop- und Artenschutz oder als natur- und kulturgeschichtliche Urkunde haben, gelenkt werden. Siedlungsklima Z Siedlungsklimatisch bedeutsame Bereiche sind in ihrer Funktionsfähigkeit zu sichern und zu entwickeln und von Neubebauung bzw. Versiegelung sowie schädlichen und störenden Emissionen freizuhalten. Dazu sind in den Regionalplänen siedlungsrelevante Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete sowie Frisch- und Kaltluftbahnen festzulegen. Land- und Forstwirtschaft Z Es ist darauf hinzuwirken, dass die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen

22 21 zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, naturnaher Lebensräume und zur Förderung der biologischen Vielfalt beiträgt. Z Es ist darauf hinzuwirken, dass der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an der landwirtschaftlichen Fläche weiter zunimmt. Z In den Regionalplänen sind Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zum Schutz des vorhandenen Waldes festzulegen. Landschaftsprogramm Die Landschaftsplanung ist eine naturschutzfachliche Planung nach dem Bundesnaturschutzgesetz und hat die Aufgabe, die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege für den jeweiligen Planungsraum zu konkretisieren und die Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Ziele auch für die Planungen und Verwaltungsverfahren aufzuzeigen, deren Entscheidungen sich auf Natur- und Landschaft auswirken können ( 9 Abs. 1 BNatSchG). Die fachplanerischen Inhalte des Landschaftsprogramms sind dem Landesentwicklungsplan als Anhang A 1 beigefügt. Vorgaben des LEP 2013 für die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz Karte 1 Raumstruktur Die Stadt Annaberg ist der Raumkategorie- Verdichtungsraum zugeordnet. Es besteht eine zentralörtliche Einstufung als Mittelzentrum. Es ist als Mittelzentrum mit siedlungsräumlichem Schwerpunkt des wirtschaftlichen, sozialen u. kulturellen Lebens und fungiert als regionales Zentrum für die Städte/ Gemeinden des Verflechtungsbereiches (Mittelbereich Annaberg). G Die Verdichtungsräume in ihren Potenzialen zur Mobilisierung von Innovation und Wachstum als landesweit und überregional bedeutsame Leistungsträger weiter gestärkt werden. Dazu sollen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie der Städtebau so erfolgen, dass verdichtungs- und verkehrsbedingte Umweltbelastungen und Standortbeeinträchtigungen vermieden beziehungsweise abgebaut, durch Koordinierung der Flächennutzungsansprüche und eine effiziente Flächennutzung die Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Infrastruktur nachhaltig gesichert, die Zusammenarbeit in den Stadt-Umland-Räumen der Zentralen Orte intensiviert sowie, die Vernetzung mit den ländlichen Teilräumen weiter ausgebaut werden. Das Stadtgebiet befindet sich an einer überregional bedeutsamer Verbindungs- und Entwicklungsachse (B95) Chemnitz - Annaberg-Buchholz Karlovy Vary/ Plzeň.

23 22 Abbildung 1 Auszug Karte Raumstruktur Landesentwicklungsplan Sachsen 2013 Karte 2 Mittelbereiche Die Stadt ist dem Mittelbereich des Oberzentrums Chemnitz zu geordnet. Karte 3 Räume mit besonderem Handlungsbedarf Die Stadt befindet sich in einer Bergbaufolgelandschaft Altbergbau sowie innerhalb der "grenznahen Gebiete" zu Tschechien.

24 23 Die Räume mit besonderem landesplanerischem Handlungsbedarf sind so zu entwickeln und zu fördern, dass sie aus eigener Kraft ihre Entwicklungsvoraussetzungen und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Dabei sind spezifische Entwicklungspotenziale dieser Räume zu stärken. Karte 4 Verkehrsinfrastruktur Die Stadt Annaberg-Buchholz hat ein Bestandsnetz der Bundesstraßen B95 und B101, ein Bestandsnetz von Staatsstraßen S218, S260, S262, S265 und S266 sowie ein Bestandsnetz regionaler Eisenbahnstruktur. Karte 7 Gebietskulisse mit großräumig übergreifenden Biotopverbunden Die Stadt Annaberg- Buchholz befindet sich im Verbindungsbereich der Entwicklung von Biotopverbundflächen. Die Biotopflächen sind Steinrücken im komplex mit frischfeuchten Grünland sowie Restwäldern u. Heiden (Stadtgebiet im Norden, Osten und Westen umgrenzt). Karte 9 Gebiete mit speziellem Bodenschutzbedarf Die Stadt Annaberg-Buchholz gehört zu den Gebieten mit Anhaltspunkten oder Belegen für großflächige schädliche stoffliche Bodenveränderungen - Gebiete >100 ha mit hoher bis sehr hoher Wassererosionsgefährdung des Ackerbodens. Karte 10 Klassifizierung der Vorkommen von Steine- und Erden-Rohstoffen, aktiver Steine-Erden-Bergbau Die Stadt Annaberg-Buchholz hat geringfügige Vorkommen von Steinen- und Erd-Rohstoffen. Es sind Festgesteine inklusive Karbonatgesteine im Stadtteil Kleinrückerswalde und nördlich über Stadtteil Geyersdorf (mittlere Sicherungswürdigkeit). Karten ohne Erwähnung enthalten keine landesplanerischen Vorgaben für das Plangebiet Regionalplanerische Zielvorgaben Die Aussagen und planerischen Umsetzungen regionalplanerischer Vorgaben in der Bauleitplanung beziehen sich auf den Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge, in Kraft getreten am Die 1. Teilfortschreibung Regionale Vorsorgestandorte ist seit dem in Kraft. Die 2. Teilfortschreibung Windenergienutzung ist seit in Kraft.

25 24 Das Planungsgebiet ist die Planungsregion Chemnitz-Erzgebirge mit der kreisfreien Stadt Chemnitz sowie Teile der Landkreise Erzgebirgskreis, Mittelsachsen und Zwickau. Die Planungsregion Chemnitz-Erzgebirge und die Planungsregion Südwestsachsen haben sich zum Planungsverband Region Chemnitz zusammengeschlossen. Ebenso werden die Regionalpläne zusammengeführt und den aktuellen Erfordernissen und Zielstellungen angepasst. Die Verbandsversammlung hat im Dezember 2015 folgender Raumnutzungskarte für einen neu aufzustellenden Regionalplan Region Chemnitz zur förmlichen Beteiligung zugestimmt. Das Hauptanliegen des Regionalplans besteht in der Rahmensetzung für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Dabei geht es gleichermaßen um die dauerhafte Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, um eine optimale Entfaltung der räumlich differenzierten wirtschaftlichen Leistungspotenziale und die Hinwirkung auf möglichst gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilen der Region. Der Regionalplan übernimmt gemäß 4 Abs. 2 Satz 3 SächsLPlG zugleich die Funktion des Landschaftsrahmenplanes nach 5 des Sächsischen Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (SächsNatSchG) Der Regionalplan enthält eine Strategische Umweltprüfung gemäß 7 Abs. 5 und 6 ROG. Der Umweltbericht ist gesonderter Teil der Begründung des Regionalplanes. Folgende regionalplanerische Ziele und Grundsätze sind für Annaberg-Buchholz von Bedeutung: Karte 1 Raumnutzung Innerhalb des Plangebietes sind folgende Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ausgewiesen: - Vorranggebiete für den Arten und Biotopschutz am Pöhlberg, nördlich ( Dörfler Höhe ) und südlich von Frohnau sowie im Humpelbachtal - zwischen Vorranggebieten entsprechende Vorbehaltsgebiete als Verbindungsbrücken außerhalb der Siedlung nachrichtlich: - Erhalt bestehender der Eisenbahninfrastruktur - Hauptstraßennetz - Wasserschutzgebiet am Pöhlberg

26 25 (Stand: Beteiligungsentwurf 12/2015) Abbildung 2 Raumnutzungskarte Regionalplan Region Chemnitz

27 26 Karte 3 Raumstruktur Annaberg- Buchholz liegt in der Raumkategorie des Verdichtungsraumes. Die zentrale Orte Funktion über die Stadt als Mittelzentrum. Annaberg-Buchholz liegt an einer bedeutsames Verbindungs- und Entwicklungsachse (B95) Chemnitz - Annaberg-Buchholz Karlovy Vary/ Plzeň. Karte 4 Tourismus und Erholung Die Stadt Annaberg-Buchholz ist eingeordnet in dem landesweiten Schwerpunkt für den Städtetourismus. Es gibt thematische Straßen und Routen: Ferienstraße Silberstraße und das SachsenNetzRad als Radfernweg. Weitere touristische Infrastruktur ist für die Stadt als Gemeinde mit Bestandteil/en der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/ Krušnohoří zum UNESCO- Welterbeantrag zugehörig. Karte 5 Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf Die Stadt Annaberg-Buchholz liegt im Bereich der grenznahen Räume gemäß LEP Karte 3. Karte 6 Gebiete mit unterirdischen Hohlräumen Annaberg-Buchholz liegt größtenteils im Hohlraumgebiet des Wismut- Altbergbaus entsprechend 2 SächsHohrVO.

28 27 Karte 8 Kulturlandschaftsschutz Die Stadt gehört zur historischen Kulturlandschaft besonderer Eigenheit gekennzeichnet durch den Altbergbau- Montanregion. Annaberg-Buchholz liegt in einem regional bedeutsam landschaftsprägenden gebiet mit Erhebungen- Pöhlberg mit Turm. Weiterhin befindet sich das regional bedeutsame freiraumrelevante Kulturdenkmal- St. Annenkirche in der Stadt. Karte 9 Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen Besondere Nutzungsanforderungen sind: - Gebiete mit besonderer potenzieller Wassererosionsgefährdung des Ackerbodens - Bereiche mit besonderen Anforderungen an den Grundwasserschutz - Gebiete zur Erhaltung und Verbesserung des Wasserrückhaltevermögens Überschwemmungsgebiete sind: - Talauen der Sehma und des Pöhlbachs (festgesetzt) Karte 10 Besondere Bodenfunktionen Vorrangig im Zentrum der Stadt Annaberg-Buchholz befinden sich Böden besonderer Funktionalität: - Seltene und naturnahe Böden, Böden mit besonderer Archivfunktion - Böden mit besonderer Biotopentwicklungsfunktion Karte 11 Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft Boden: - Gebiete mit Anhaltspunkten oder Belegen für schädliche stoffliche Bodenveränderung Grundwasser und oberirdische Gewässer: - Regionale Schwerpunkte der Grundwassersanierung - Regionale Schwerpunkte der Fließgewässersanierung (Verbesserung der Gewässerökologie Sehma) Naturschutz: - abseits der Siedlung zu schützende Moore, organische Nassstandorte und Moortypische Biotope Karte 12 Gebiete mit besonderer avifaunistischer Bedeutung Annaberg-Buchholz liegt in einem Gebiet mit regionaler/ überregionaler Bedeutung

29 28 für den Vogelschutz: - Europäisches Vogelschutzgebiet Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg - Tallebensräume des Zschopau- und des Humpelbachtals - Offenlandlebensräume für Brut und Rast ( Dörfler Höh sowie nördlich von Annaberg-Nord) Karte 13 Gebiete mit besonderer Bedeutung Fledermäuse Die Stadt liegt in einem sehr relvanten Raum mit Fledermausrelevanten Strukturen. Konzentration für Fledermäuse relevanter Strukturen entlang der Tallebensräume sowie in höhlenreichen Gebieten 2.2 Windenergie Als Planungsinstrument für die Erstellung eines abschließenden und flächendeckenden Windenergiekonzeptes ist von den Trägern der Regionalplanung in Sachsen auf der Grundlage von 8 Abs. 7 Nr. 1 und 3 ROG und in Übereinstimmung mit 2 Abs. 2 Satz 2 SächsLPlG, wonach Eignungsgebiete nur in Verbindung mit Vorranggebieten ausgewiesen werden dürfen, ausschließlich die Ausweisung von Vorrang- und Eignungsgebieten (VREG) vorzunehmen. Damit wird regelmäßig der Vorrang der Errichtung von Windenergieanlagen innerhalb des ausgewiesenen Gebiets mit dem Ausschluss von Windenergieanlagen außerhalb dieses Gebiets kombiniert. Der Ausbau der Windenergie ist in Annaberg-Buchholz nicht geplant. Im Entwurf des Regionalplans (2015) wurde in der Karte 1.1 Raumnutzung kein Vorrang-/Eignungsgebiet zur Nutzung der Windenergie für die Stadt festgelegt. Aus diesem Grund werden in der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes keine Standorte im Stadtgebiet für Windkraftanlagen ausgewiesen. 2.3 Fachplanungen Als Fachplanungen wurden bei der Erstellung des Flächennutzungsplans berücksichtigt: - Flächennutzungsplan Entwurf, Stand März Integriertes Stadtentwicklungskonzept INSEK LEADER Entwicklungsstrategie (LES), Region Annaberger Land Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung (Stadtrat vom Landschaftsplan, Büro Land + Leben, Stand Entwurf Fortschreibung Einzelhandelskonzept der Stadt Annaberg-Buchholz bis 2025, CIMA

30 29 Beratung + Management GmbH, 01/ Brachflächenkonzeption der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz, Stand 09/ Bebauungspläne der Stadt Annaberg-Buchholz 2.4 Planungsziele des Flächennutzungsplans - Aufstellung einer bedarfsorientierten Bauleitplanung unter Beachtung demografischer Veränderungen und wirtschaftlicher Erfordernisse - Bauflächenentwicklungen sollen sich bedarfsgerecht in die vorhandenen Siedlungsstrukturen und die Landschaft einfügen; eine Zersiedlung der Landschaft ist zu vermeiden - in der Gemeinde soll eine, auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmte bauliche Eigenentwicklung unter weitgehender Erhaltung und Sicherung der gewachsenen Siedlungsstrukturen vorgenommen werden; örtliche Besonderheiten sind bei der Formulierung von Entwicklungsabsichten zu beachten - Sicherung der Wohnfunktion mit der Unterbringung von nichtstörenden Gewerbebetrieben - Sicherung und bedarfsgerechte Entwicklung der Standorte von ortsansässigen landwirtschaftlichen Betrieben - Nachnutzung von brachgefallenen Bauflächen und Rückbauflächen - Sicherung und Entwicklung von Wohn-, Gewerbe-, Gemeinbedarfs-, Dienstleistungs-, Sport- und Gesundheitseinrichtungen zur Erfüllung der Aufgaben der Daseinsvorsorge für die örtliche Bevölkerung - Der Bestandserneuerung sowie der Nutzung vorhandenen Bauflächen und Reserven (Innenentwicklung) soll Vorrang vor Neuausweisungen eingeräumt werden - Berücksichtigung bestehender rechtskräftiger bzw. im Verfahren befindlicher Bauleitpläne - Beachtung der Belange des Natur- und Landschafts-, Wasser-, Klima- und Bodenschutzes sowie des Landschaftsbildes und der Ergebnisse einer Strategischen Umweltprüfung (Umweltbericht) bei der Neuausweisung von Bauflächen - Sicherung und Entwicklung der örtlichen Grünsysteme mit privaten und öffentlichen Grünflächen v.a. Sport- und Freizeitanlagen, Spielplätzen, Kleingärten, Parkanlagen, Friedhöfen, Fließ- und Stillgewässern, bebauungsfreien innerörtlichen Grünzonen, markanten Gehölzbeständen und Einzelbäumen - Sicherung von geeigneten Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei Eingriffen in den Naturhaushalt

31 30 3. Sachbereiche und Begründung 3.1 Lage im Raum Die Stadt Annaberg-Buchholz vereint auf 28,1km² die sechs Stadt- und Ortsteile Annaberg, Buchholz, Cunersdorf, Frohnau, Kleinrückerswalde und Geyersdorf. Im Norden befindet sich die Stadt Chemnitz, im Süden liegt Oberwiesenthal. Von Ost nach West liegt sie zwischen Marienberg und Schwarzenberg. Abbildung 3 Lage im Raum, Quelle: RAPIS 03/2018 Die Entfernungen (Luftlinie, gerundet) betragen nach Chemnitz 30km, nach Zwickau 40km, nach Dresden 80 km, nach Leipzig 100 km und nach Chomutov (Tschechien) 40km. Die Stadt ist direkt an die Bundesstraßen B95 und B101 angebunden. Bis zu den Anschlussstellen der A 4 Chemnitz Süd bzw. Chemnitz Mitte sind es rund 33 km. Die Anschlussstellen der A 72 Stollberg West bzw. Stollberg Nord liegen rund 30 km entfernt. Die Eisenbahnhalte in Annaberg-Buchholz sind Unterer Bahnhof, Mitte und Süd. Die nächsten Flughäfen befinden sich in Dresden, Leipzig und Prag 1. 1 Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz: Stadtporträt Zahlen & Daten.

32 31 Nachbargemeinden: - Stadt Schlettau - Gemeinde Thermalbad Wiesenbad - Gemeinde Königswalde - Gemeinde Mildenau - Gemeinde Sehmatal - Gemeinde Tannenberg Entfernungen zu den zentralen Orten in der Umgebung: - Marienberg, Mittelzentrum, ca. 18 km (25 min mit Auto) - Zentralörtlicher Verbund Silberberg (Mittelzentrum): Schwarzenberg, Lauter- Bernsbach, Aue-Bad Schlema, Schneeberg, Lößnitz, ca. 24 km (33 min mit Auto) - Stollberg, Mittelzentrum, ca. 32 km (35 min mit Auto) - Chemnitz, Oberzentrum, ca. 34 km (50 min mit Auto) 3.2 Natürliche Gegebenheiten Natürliche Gliederung und Oberflächenform Die große Kreisstadt Annaberg-Buchholz liegt im Naturraum des Erzgebirges und wird noch dem Unteren Mittelerzgebirge zugeordnet. Die Stadt gehört innerhalb der Europäischen Mittelgebirgsschwelle zur Naturregion Sächsisches Bergland und Mittelgebirge, zum Naturraum Mittleres Erzgebirge und liegt in der Mesogeochore Höhenrücken bei Annaberg-Buchholz. Die Microgeochore Pöhlberg-Königsluster Rücken erstreckt sich ab dem hervorragenden basaltischen Pöhlberg (831 m ü. NHN) südlich als Flachrücken im Gneis zwischen den Talräumen des Pöhlbachs im Osten und der Sehma im Westen, die überwiegend steilhängig um 100 m eingetiefte Sohlenkerbtäler freigeräumt haben 2 Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt auf 831 m ü. NN (Pöhlberg), der tiefste Punkt im Zschopautal bei 464,4 m ü. NN. Der Annaberger Markt liegt bei 601 m ü. NN 1. Relativ große Höhenunterschiede sind typisch für die Makrogeochore Mittleres Erzgebirge, die sich im Geltungsbereich in die Mesochoren Höhenrücken bei Annaberg-Buchholz und Wolkensteiner Riedelland. Der dominierende Geomorphotyp ist entsprechend ein Riedel-Rücken-Tal-Mosaik. Folgende Mikrogeochoren liegen innerhalb des 2 Kartierung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, AG Naturhaushalt und Gebietscharakter (Dresden,1997)

33 32 Gebietes: Arnsfeld-Mildenauer Riedelgebiet, Unteres Sehma-Tal, Pöhlberg-Königsluster Rücken, Königswalder-Pöhlbach-Tal, Buchholzer Rücken, Tannenberg- Wiesaer Zschopau-Tal-Riedelgebiet. Annaberg-Buchholz gehört zur Naturregion Sächsisches Bergland und Mittelgebirge. Lehmbestimmte Tal-Riedelgebiete des Berglandes sind der vorherrschende Naturraumtyp Geologie, Lagerstätten, Schächte und Halden Regionale Geologie Das Gebirge im Bereich des Flächennutzungsplans ist dem Annaberger Block als Teil der fichtelbergisch-erzgebirgischen Antiklinalzone zuzuordnen, das aus altpaläozoischen Gesteinen aufgebaut ist. Abbildung 4 Auszug aus der Geologischen Karte Erzgebirge/Vogtland (GK100) Im Norden des Plangebietes handelt es sich um Zweiglimmerparagneise, im Süden um Biotit-Zweiglimmerparagneise. Am nordwestlichen Rand kommen Augengneise vor. 3 Sächsisches Staatsministerium des Inneren/ Landschaftsforschungszentrum e.v.: Recherche der Naturräume und Naturraumpotentiale des Freistaates Sachsen.

34 33 Diese Festgesteine werden von unterschiedlich streichenden variskischen Gangstrukturen durchzogen. Ausgehend vom Bereich nördlich des Pöhlbergs bis Buchholz verläuft ein NE-SW streichender Rhyolithgang. Eine Besonderheit innerhalb des Plangebietes stellt der Pöhlberg dar. Hier lagern über proterozoischem Gestein tertiäre Gesteine: Kiese und Sande mit Tonlagen, die von mehreren Zehnermetern Basalt, teilweise mit Basaltsäulen, überlagert werden. Diese Gesteine werden wiederrum von weichselkaltzeitlichen Solifluktionsschuttdecken (Hanglehm/Hangschutt) und deluvialen Zinnseifen (solifluidaler Lehm und Schutt) sowie Talsedimenten der Vorfluter überlagert. Intensiver Bergbau im Gebiet von Annaberg-Buchholz haben Haldenareale mit wechselnder Lithographie zur Folge, beispielsweise zwischen Frohnau und Buchholz. Nach Aussagen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie liegt Annaberg-Buchholz im regionalgeologisch-tektonisch der fichtelgebirgisch-erzgebirgischen Antiklinalzone, hier dem Annaberger Block. Dessen Festgesteinsuntergrund wird von altpaläozoischen Gesteinen aufgebaut. Hierbei handelt es sich vornehmlich um proterozoische Gesteine. Dies sind im nördlichen Plangebiet Zweiglimmerparagneise (Osterzgebirgische-Gruppe) und im südlichen FNP-Gebiet Zweiglimmerparagneise Biotit-Zweiglimmerparagneise (Preßnitz-Gruppe). Nicht näher eingestufte proterozoische Gesteine kommen auch am nordwestlichen Rand des FNP-Gebietes (sog. Biotit-Ortho-Gneise = Augengneise) und westlich von Annaberg-Buchholz (sog. Am-phibolitschiefer/Amphibolithe) vor. Die vorgenannten Festgesteine werden von zahlreichen jüngeren und vielfach unterschiedlich streichenden, variszischen/saxonischen Gangstrukturen durchzogen. Auffällig ist ein mehrere Kilometer langer und etwa NE-SW streichender, quarz-porphyrischer Rhyolithgang (Permokarbon), welcher nördlich vom Pöhlberg bis Buchholz verläuft. Als Besonderheit ist der Pöhlberg (831 m) anzuführen. Über den proterozoischen Gesteinen lagern hier tertiäre Gesteine. Dies sind zunächst Kiese/Sande mit Tonschmitzen und -lagen (z.t. Tuff) aus dem Eozän, die von einem mehrere Zehnermeter mächtigen Mikrofoidolith ("Basalt") aus dem Oligozän-Miozän mit teilweise kennzeichnenden Basaltsäulen überlagert werden. Die vorgenannten Gesteine werden von holozänen Lockergesteinen überlagert, d.h. weich-selkaltzeitlichen Solifluktionsschuttdecken (Hanglehm/Hangschutt) und deluvialen Zinnseifen (solifluidaler Lehm und Schutt) sowie holozänen Talsedimenten (Auenlehm über Kies/Sand) der Vorfluter.

35 34 Aufgrund der intensiven bergbaulichen Aktivitäten sind zudem größere Haldenareale mit erfahrungsgemäß wechselnder lithologischer Zusammensetzung kartiert, so z.b. zwischen Frohnau und Buchholz. Hydrologie Laut der Hydrogeologischen Übersichtskarte 1: (HÜK400) des Landesamtes für Umwelt und Geologie sind für das Gebiet der Stadt Annaberg-Buchholz überwiegend Festgesteine (Kluftgrundwasserleiter) charakteristisch. Die Festgesteine weisen eine Grundwasserführung in Gesteinen mit geringen bis mäßigen oder örtlich stark wechselnden Durchlässigkeiten auf. Im Zentrum der Stadt erstrecken sich hydrologische Besonderheiten für Fließgeschehen aus gestörten Hydrodynamik durch untertägigen Bergbau/ Tiefbau (anthropogene Kommunikationsbereiche).Weiterhin sind westlich im Plangebiet Quartäre Deckschichten aus Gehängelehm/ Hangschutt anzutreffen. Abbildung 5 Ausschnitt Hydrogeologische Übersichtskarte 1: (HÜK400)

36 35 Quelle: Landesamt für Umwelt und Geologie, Abt. Boden und Angewandte Geologie, Ref. Hydrogeologie Hydrogeologisch sind verschiedene hydraulische Systeme im Bereich des FNP von Bedeutung: - Oberflächennahes Grundwasser im Bereich der Talauen, welches als Porengrundwasser in den Talsedimenten zirkuliert. Die Auen dienen als Druckentlastungszonen. Je nach Wasserführung im Vorfluter ist hier im Grundwasserleiter mit temporär

37 36 wechselhaften, häufig flurnahen Grundwasserständen, teilweise gespannten Grundwasserverhältnissen (bei flächenhafter Auelehmüberdeckung) sowie je nach Niederschlagssituation mit einem verstärktem Grundwasserzustrom zu rechnen. Aufgrund der geringen Verweildauer von Sickerwasser in der Grundwasserüberdeckung, kann dem Grundwasser im Tal nur eine geringe Geschütztheit unterstellt werden. - Im Bereich der Hangflanken (Lockergesteinsüberdeckung und Auflockerungszone des Festgesteins) ist zeitweise mit einem verstärkten Zufluss von oberflächennahem Grundwasser aus infiltrierendem Niederschlag zu rechnen, da das Festgestein als Grundwasserhemmer wirkt. Aufgrund geringer bis fehlender Retentionsfähigkeit und witterungsbedingten Schwankungen können im Hangwasserleiter sowohl gesättigte als auch ungesättigte Verhältnisse auftreten. - Das Kluftwasser im Festgesteinsaquifer wird durch gravitativ sinkende Anteile des Zwischenabflusses gebildet, folgt also Klüften, Spalten, Zerrüttungszonen, Störungen usw. in der Hauptrichtung der jeweiligen Struktur. Aufgrund der heterogenen Beschaffenheit des Kluftaquifers sind die Grundwasserverhältnisse örtlich sehr verschieden, bis hin zu gespannten Situationen. - In Bereichen von Meliorations- und Drainagemaßnahmen sowie in Bereichen des Bergbaus sind die Grundwasserverhältnisse überprägt. Dort können neue Entwässerungsregime geschaffen sein. Verwitterungsbildungen der anstehenden Gesteine stellen Grundwassergeringleiter o- der stauer dar und führen zu einem hohen Oberflächenabfluss. Die kristallinen Festgesteine im Plangebiet sind oft klüftungsfreundlich und weisen meist eine mittlere (lokal auch erhöhte) Grundwasserführung auf. Rohstoffgeologie Erläuterungskarte 10 Klassifizierung der Vorkommen von Steine- und Erden-Rohstoffen, aktiver Steine-Erden-Bergbau des Landesentwicklungsplans 2013 des Freistaates Sachsen. Dargestellt ist die Lage der als Vorkommen klassifizierten Festgesteine im Plangebiet.

38 37 Hartgestein vermutet Hartgestein gefolgert Abbildung 6 Oberflächennahe Rohstoffe (KOR 50), Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN), 2018 Ingenieurgeologie Sofern im Rechercheraum Baumaßnahmen geplant sind und keine ausreichenden Informationen zum Untergrund vorliegen, empfehlen wir, standortkonkrete Baugrunduntersuchungen in Anlehnung an die DIN 4020 / DIN EN durchzuführen. Bergbauberechtigungen Das Plangebiet liegt innerhalb des Erlaubnisfeldes Erzgebirge (Feldnummer 1680). Auswirkungen auf die Entwicklung des Flächennutzungsplans sind nicht zu erwarten.

39 38 Altbergbau und Hohlraumgebiete Im Plangebiet sind über Jahrhunderte bergbauliche Arbeiten durchgeführt worden. Für geplante Baumaßnahmen in diesen Geltungsbereichen wird deshalb empfohlen, vor Beginn entsprechend 8(1) SächsHohlrVO konkrete objektbezogene bergbehördliche Mitteilungen beim Sächsischen Oberbergamt einzuholen. Abbildung 3 zeigt, dass sich fast das gesamte Stadtgebiet über potentiellem Hohlraum befindet. Abbildung 7 Hohlraumkarte des Stadtgebietes von Annaberg-Buchholz und seiner Umgebung. (Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen: Geoportal Sachsenatlas) Besucherbergwerke Innerhalb des Plangebietes befinden sich unter Bergaufsicht stehende Besucherbergwerke. An Planungen von Bauvorhaben in diesen Bereichen ist der Betreiber zu beteiligen. Es handelt sich um folgende Objekte (Name, Nummer, Betreiber): - Markus-Röhling-Stolln (Nummer 7722, Verein Altbergbau Markus- Röhling-Stolln" Frohnau e. V.) - Im Gößner (Nummer 7723, Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz) - Dorotheastolln Cunersdorf (Nummer 7754, IG Altbergbau Dorotheastolln) - Bricciusstolln am Pöhlberg (Nummer 7780, Gewerkschaft St. Briccius e. V.)

40 39 Radioaktivität Der Geltungsbereich des Flächennutzungsplans liegt innerhalb der radioaktiven Verdachtsfläche Nr. 18 (Annaberg-Buchholz) des Katasters für Natürliche Radioaktivität in Sachsen 4. Laut Kataster befinden sich im Plangebiet eine Vielzahl radiologisch relevanter Objekte bzw. bergbauliche Hinterlassenschaften. Im überwiegenden Teil des Gebietes weist die Bodenluft wahrscheinlich erhöhte Radonkonzentration auf. Mit dem Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzgesetzes 5 am wird nach 124 StrlSchG ein Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter in Aufenthaltsräumen im Jahresmittel rechtsverbindlich. Zum vorsorgenden Schutz vor erhöhter Strahlenbelastung durch Zutritt von Radon in Aufenthaltsräumen wird empfohlen, bei geplanten Neubauten generell einen Radonschutz vorzusehen oder von einem kompetenten Ingenieurbüro die radiologische Situation auf dem Grundstück und den Bedarf an Schutzmaßnahmen abklären zu lassen. Bei geplanten Sanierungsarbeiten an bestehenden Gebäuden wird empfohlen, die Radonsituation durch einen kompetenten Gutachter ermitteln zu lassen und bei Bedarf Radonschutzmaßnahmen bei den Bauvorhaben vorzusehen. Geotope Im Untersuchungsraum befinden sich nachfolgende Geotope: - Felsengruppe Geyersdorf - Teufelskanzel - Butterfässer des Pöhlberges - Basaltsteinbruch am Pöhlberg Eine Beeinträchtigung der Geotope muss vermieden werden. Sonstiges Sofern für Baumaßnahmen im Plangebiet keine ausreichenden Informationen zum Untergrund vorliegen, wird empfohlen eine standortkonkrete Baugrunduntersuchung in Anlehnung an die DIN 4020 Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke / DIN EN Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik durchzuführen. 4 Kataster für Natürliche Radioaktivität in Sachsen, basierend auf Kenntnissen über den Altbergbau, Uranerzbergbau der Wismut und Ergebnissen aus dem Projekt Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster) des Bundesamtes für Strahlenschutz. 5 Strahlenschutzgesetz vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966), das durch Artikel 2 des Gesetzes vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966) geändert worden ist

41 Klima Nach der Klassifikation von Schwanecke & Kopp werden Teile des Plangebietes den mittleren sehr feuchten Berglagen (Mff, ND 800 bis 1.000mm, T 5,5 bis 6 C) zugeordnet, andere Teile gehören zu den weniger feuchten und etwas wärmeren mittleren feuchten Berglagen (Mf, ND 750 bis 950mm, T 5,8 bis 6,5 C). Abbildung 8 Windrose Je nach Quelle liegt die Jahrestemperatur bei 5,9 C 6 oder zwischen 6,3 C in der Mf- Klimastufe und 6,9 C in der Mff-Klimastufe 3. Ebenso verhält es sich mit dem Jahresniederschlag von 746 mm 6 bis 943 mm (Mf) oder 1008mm (Mff) 3. Die unterschiedlichen Werte basieren sicher auch auf der Wahl des Messstandortes im stark reliefierten Annaberg-Buchholz. Es kann je nach Standort von Abflusswerten in der Größenordnung zwischen 370 und 440mm ausgegangen werden 3. Das Gebiet teilt sich je nach Standort in die bioklimatischen Klassen Kaltluftentstehungsgebiet und stadtnahes Kaltlufteinzugsgebiet Gewässer Im Plangebiet fließen die beiden Gewässer I. Ordnung Pöhlbach und Sehma, beides rechte Nebenflüsse der Zschopau, die das Stadtgebiet von Annaberg-Buchholz im 6 AM Online Projects CLIMATE-DATA.ORG: Klimadiagramm für Annaberg-Bucholz.

42 41 Norden parallel zur Tannenberger Straße tangiert. Die Sehma entsteht aus den zwei Quellbächen Weiße Sehma und Rote Sehma. Sie mündet bei Wiesa in die Zschopau. Die Sehma ist als grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach klassifiziert und ist ein trinkwasserrelevantes Oberflächengewässer. In Bezug auf die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) 7 ist der Fluss in einem chemisch schlechten Zustand (Klasse 3 und 4), wobei relevante Stoffe Quecksilber(-verbindungen) und PAK 8 sind. Die Gewässerstruktur ist stark verändert bei überschrittenen Werten im Bereich Phosphor, Kupfer und Zink. Der ökologische Zustand des Gewässers ist mäßig (Klasse 3), obwohl seit 2009 eine Verbesserung des Zustandes von Makrophyten und Phytobenthos eingetreten ist. Die Zustand hinsichtlich des Fischbestandes ist ebenfalls mäßig (Klasse 3) 9. Der Pöhlbach entspringt am Keilbergmassiv in der Nähe der Stadt Boží Dar. Er durchfließt als Grenzbach den Zechengrund bei Oberwiesenthal und tritt bei Kühberg nach Sachsen über, wo er im Weiteren auch durch das Stadtgebiet von Annaberg-Buchholz fließt und schließlich bei Himmelsmühle in die Zschopau fließt. Der Fluss ist als grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach klassifiziert. In Hinsicht auf die WRRL ist der chemische Zustand des Gewässers schlecht (Klasse 3 und 4). Gründe liegen auch hier in überschrittenen Quecksilber(-verbindungs)- und PAK-Werten. Der ökologische Zustand ist mäßig und hat sich insgesamt seit 2009 nicht verändert, obwohl sich der Zustand hinsichtlich des Fischbestandes und der benthischen wirbellosen Fauna verbessert hat und in nun mit gut bewertet wird. Der Zustand der Makrophyten und des Phytobenthos bleibt mäßig. Linksseitige Nebengewässer des Pöhlbaches - Hüttenbach - Schindelbach - Luxbach 7 WRRL Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG): Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (ABl. Nr. L 327 vom 22/12/2000 S ). 8 Polycyclische aromatische Wasserstoffe 9 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Interaktive Karte und Kartenübersicht der Oberflächenwasserkörper (Stand 10/2015).

43 42 Rechtsseitige Nebengewässer des Pöhlbaches - Bílá Voda (Weißwasser) - Conduppelbach Rechtsseitige Nebengewässer der Sehma - Lampertsbach Stehende Gewässer - Löschteich der FFW Cunersdorf - Windmühlenteich - Waldschlösschenteich - Schutzteich - Teich im Tierpark - Teich 1 an der Geyersdorfer Hauptstraße - Teich 2 an der Geyersdorfer Hauptstraße - Teich südlich der Damaschkestraße - Teich an der Riesenburg - Teich 1 westlich der Riesenburg - Teich 2 westlich der Riesenburg - Teich 3 westlich der Riesenburg - Stechteiche (2 Teiche) - Teich nördlich der Siedlung des Friedens - Buschmannsteiche - Teich westlich der Buschmannsteiche Nach 38 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) bzw. 24 Sächsiches Wassergesetz (SächsWG) sind die Gewässerrandstreifen in der festgesetzten Breite von Bebauung und sonstigen Nutzungen freizuhalten. Die Gewässerrandstreifen dienen der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen der Gewässer sowie der Sicherung des Wasserabflusses. Verboten sind hier: - in einer Breite von fünf Metern die Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, ausgenommen Wundverschlussmittel zur Baumpflege sowie Wildverbissschutzmittel - die Errichtung von baulichen und sonstigen Anlagen, soweit sie nicht standortgebunden oder wasserwirtschaftlich erforderlich sind

44 43 - Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern können oder die fortgeschwemmt werden können Gemäß Karte 11 "Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" des RP-E RC sind im Gemeindegebiet Regionale Schwerpunkte der Fließgewässersanierung (Ziel Z RP-E RC) festgelegt. Dort sind Maßnahmen, die eine Verbesserung des Gewässerzustandes bewirken und die Erreichung der Qualitätsziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie unterstützen umzusetzen. Trinkwasserschutzgebiete Trinkwasserschutzgebiete befinden sich im Bereich der nordwestlich bis südwestlichen Hanglangen des Pöhlbergs und erstrecken sich in dessen Vorraum. Im Nordwesten reichen sie bis an Außengrenzen der Wohnbauflächen der Pöhlbergsiedlung im Ortsteil Annaberg. Wobei ein Teil der angrenzenden Flächen den Status einer Schutzzone I trägt. Im Westen und Südwesten des Pöhlbergs verläuft das Schutzgebiet über landwirtschaftlich genutzte Flächen bis hinein in die Wohnbauflächen von Kleinrückerswalde. Hier überschneiden sich Wohnbauflächen und Flächen von Trinkwasserschutzzonen I und II. Die Trinkwasserschutzgebiete sind zeichnerisch in den Flächennutzungsplan übernommen. Namentlich befinden sich im Bereich des Flächennutzungsplans folgende festgesetzte Trinkwasserschutzgebiete: - Beckenstollen (Porphyrstollen) T Beckenstollen (Drusenstollen) T Pöhlbergquellen (Sandquellen) T Pöhlbergquellen T Trainerstollen T Milchsteigwasser T Die Trinkwasserschutzgebiete Beckenstollen (Porphystollen) und Beckenstollen (Drusenstollen) werden für die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Die Trinkwasserschutzgebiete Pöhlbergquellen (Sandquellen). Pöhlbergquellen, Trainerstollen und Milchsteigwasser dienen nicht mehr der öffentlichen Wasserversorgung. Das Verfahren zur Aufhebung der Schutzgebiete erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Heilquellen-

45 44 schutzgebiete werden durch den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan nicht berührt. Grundwasser Für die Bewertung des Grundwassers ist als räumliche Bewertungseinheit der Grundwasserkörper FM 4-3 heranzuziehen, der nach der WRRL 10 hinsichtlich des chemischen Zustandes einen schlechten Zustand aufweist. Der mengenmäßige Zustand des Grundwasserkörpers FM 4-3 ist gut. Im Betrachtungsgebiet der Stadt befinden sich staatliche Grundwassermessstellen (Betreiber: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie).Diese können bei Interesse unter dem Link (Geologische Aufschlüsse in Sachsen) de/umwelt/geologie/16833.htm recherchiert werden. Gemäß Karte 9 "Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen" RP-E RC 11 sind im Gemeindegebiet "Bereiche mit besonderen Anforderungen an den Grundwasserschutz" festgelegt. Hierfür werden in Ziel Z RP-E RC entsprechende Formulierungen getroffen: In den Bereichen mit besonderen Anforderungen an den Grundwasserschutz soll die durch Stoffeinträge bedingte Beeinträchtigung des Grundwassers verringert werden. Der Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber Schadstoffeinträgen ist durch angepasste Bewirtschaftungsformen und Nutzungen Rechnung zu tragen. Gemäß Karte 11 "Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" des RP-E RC sind im Gemeindegebiet Regionale Schwerpunkte der Grundwassersanierung (Ziel Z RP-E RC) festgelegt. Dort sind Maßnahmen zur Erreichung der Qualitätsziele der EU- Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Überschwemmungsgebiete und Rückhalteräume Nach dem aktuellen Vorentwurf des zukünftigen Regionalplans für die Region Chemnitz 12 sind Teile des Gebietes von Annaberg Buchholz als Gebiete zur Erhaltung und Verbesserung des Wasserrückhaltevermögens festgelegt. Nach Ziel Z des Entwurfs soll hier das Retentionsvermögen verbessert werden und den Abfluss mindernde Flächennutzungen erhalten, verbessert oder wieder hergestellt werden. 10 Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Sachsen (2. Bewirtschaftungszeitraum) 11 Planungsverband Region Chemnitz: Entwurf für das Beteiligungsverfahren des Regionalplans mit den Fachplanerischen Inhalten der Landschaftsrahmenplanung (durch Verbandversammlung beschlossen am ). PDF: 12 Planungsverband Region Chemnitz: Entwurf für das Beteiligungsverfahren des Regionalplans mit den Fachplanerischen Inhalten der Landschaftsrahmenplanung (durch Verbandversammlung beschlossen am ). PDF:

46 45 Überschwemmungsgebiete befinden sich entlang des Pöhlbachs an der östlichen Stadtgrenze und im östlichen Teil von Geyersdorf. Weiterhin am Übertritt der Sehma über die südliche Stadtgrenze, an der Kreuzung Hüttengrundstraße/Sehmatalstraße und weiter im Norden des Flusslaufes, am Schießplatz, am unteren Bahnhof und im Norden flussauf- und abseitig des Industriegeländes entlang der Tannenberger Straße. Rückhalteflächen befinden sich in Kleinrückerswalde an der Robert-Blum-Straße und südlich der Wohnbauflächen entlang der Alten Schlettauer Straße. Die zuständige Wasserbehörde setzt die Überschwemmungsgebiete durch Rechtsverordnung fest ( 100 SächsWG / 32 WHG). Aus 100 Abs. 2 und 3 SächsWG resultieren entsprechende Verbote und Nutzungsbeschränkungen. Rückhalteräume und Überschwemmungsgebiete wurden nachrichtlich in den Flächennutzungsplan übernommen. Es gelten zudem die Regelungen der 72 bis 74 SächsWG. Weiterhin ist die gemeinsame Handlungsempfehlung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt (SMUL) und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) vom Mai zu beachten. Untersagt sind u.a. die Ausweisung von neuen Baugebieten nach BauGB und die Errichtung oder wesentliche Änderung baulicher Anlagen. Eine Neuausweisung von Baugebieten innerhalb der Überschwemmungsgebiete wurde nicht vorgenommen. Hochwasserentstehungsgebiet Erhebliche Teile des Plangebietes befinden sich innerhalb der ermittelten Gebietskulisse des Hochwasserentstehungsgebietes Zschopau. Das Hochwasserentstehungsgebiet ist bislang noch nicht rechtskräftig festgesetzt Böden Das Plangebiet ist geprägt von Bodengesellschaften der braunerdeartigen Böden. Die dominierende Bodenart ist Lehm. Das Gebiet liegt im Bereich hoher Bodenerosionsge- 13 Sächsisches Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und Sächsisches Staatsministeriums des Innern (SMI): Bautätigkeit in Überschwemmungsgebieten - Gemeinsame Handlungsempfehlung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) vom Mai PDF: _zum_bauen_in_ueberschwemmungsgebieten.pdf

47 46 fährdung durch Wasser (fünfthöchste von sechs Stufen nach Einschätzung des Umweltbundesamtes 14 ). Die Erosionsgefahr ergibt sich aus den naturbürtigen Umweltbedingungen am Standort und der jeweiligen Landnutzungs- und Bewirtschaftungsform. Der durchschnittliche Bodenverlust durch Wassererosion beträgt auf Ackerflächen in Deutschland 1,4 bis 3,2 Tonnen pro Hektar und Jahr. Im Gebiet der Stadt Annaberg- Buchholz sind Erosionsverluste in der Größenordnung von rund 2,4 Tonnen pro Hektar und Jahr zu erwarten 3. Karte 9 "Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen" des RP-E RC gibt Auskunft darüber, dass über die gesamte Gemeindefläche Gebiete mit besonderer potenzieller Wassererosionsgefährdung des Ackerbodens vorhanden sind. Vor allem im Hinblick auf die Festlegung von Flächen, welche für eine Bebauung vorgesehen werden sollen, sind diese zu beachten. Zudem sind über das gesamte Gemeindegebiet gemäß Karte 11 "Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" des RP-E RC Flächen mit Anhaltspunkten oder Belegen für schädliche stoffliche Bodenveränderungen (Grundsatz G ) und großflächige Gebiete (östlich im Gemeindegebiet) mit stark sauren Böden (Grundsatz G ) dargestellt Fauna und Flora Potentielle natürliche Vegetation (PNV) In einer vom Menschen überformten Landschaft weicht der Artenbestand stark von einem ursprünglichen, unbeeinflusstem Bestand an Flora und Fauna ab. Die potentielle natürliche Vegetation (PNV) beschreibt ein Konzept der Sukzession von Pflanzengesellschaften ohne menschliche Anteilnahme unter den jeweiligen Standortbedingungen (Boden, Klima etc.). Diese theoretische Vegetation gibt Aufschluss über die Standortbedingungen vor Ort. Im Plangebiet besteht die PNV aus den Gesellschaften der Bodensauren Buchen(misch)wälder und der Mesophilen Buchenmischwälder 3. Mesophile Buchenmischwälder 15 (FFH-Lebensraumtyp 9130) sind buchendominierte Laubmischwälder auf nährstoffreichen Standorten ab einer Größe von 0,5 ha. Entsprechend den unterschiedlichen Ausprägungsformen in den Höhenstufen werden zwei 14 Umweltbundesamt: Bodenbelastung Erosion Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Hrsg.): Wald und Forstwirtschaft Biotoptypen.

48 47 Untertypen unterschieden: Mesophiler Buchenwald des Tief- und Hügellandes, Mesophiler Buchenwald des Berglandes. Sie besiedeln frische, basenreiche Braunerde- o- der Lehmstandorte auf Moränen, Löss und basenreichen Vulkaniten (Basalte, Diabase). Nebenbaumarten in diesen Buchenwäldern sind u.a. Hänge-Birke, Hainbuche, Esche und Ahornarten. Im Bergland kommt die Gemeine Fichte und in Sachsen sehr selten die Weißtanne vor. Die Krautschicht ist meist gut entwickelt, arten- und oft geophytenreich. Typisch sind unter anderem Ähriges Christophskraut, Wald-Schwingel, Wald-Labkraut, Waldmeister, Leberblümchen und Wald-Veilchen. Die Biotoptypen der bodensauren Buchen(misch)wälder (FFH-Lebensraumtyp 9110) unterscheiden sich in Bodensaure Buchenwälder des Tief- und Hügellandes und Bodensaure Buchenwälder des Berglandes. Es handelt sich um von Rotbuchen beherrschte bodensaure Laubmischwälder ab einer Größe von 0,5 ha. Sie kommen auf mäßig trockenen bis feuchten Standorten über basenarmem Silikatgestein bzw. auf Sand- und Lehmstandorten vor. Als Mischbaumarten treten Stiel- und Traubeneiche auf, im montanen Bereich Gemeine Fichte und Weißtanne. In der spärlich entwickelten Krautschicht überwiegen Säurezeiger, wie z.b. Weiße Hainsimse, Drahtschmiele, Heidelbeere und Wald-Sauerklee. Laut der digitalen Karte des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie kommen räumlich konkretisiert in der Stadt Annaberg-Buchholz nachfolgende Gesellschaften der potenziell natürlichen Vegetation vor:

49 48 Abbildung 9 Gesellschaften der potenziell natürlichen Vegetation Symbolfarbe Vegetation Typischer Hainmieren-Schwarzerlen-Bachwald Submontaner Eichen-Buchenwald Zittergrasseggen-Eichen-Buchenwald Hainsimsen-(Tannen-Fichten-)Buchenwald Bergbaugebiete und Deponien Montaner Sumpfdotterblumen-Erlenwald Dichte Siedlungsgebiete Schaumkraut-(Eschen-)Erlen-Quellwald Flattergras-(Tannen-Fichten-)Buchenwald Flattergras-(Tannen-Fichten-)Buchenwald im Komplex mit Springkraut-Buchenwald Zittergrasseggen-(Tannen-Fichten-)Buchenwald im Komplex mit Schaumkraut- (Eschen-)Erlen-Quellwald Springkraut-Buchenwald Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald im Komplex mit Karpatenbirken- Ebereschen-Blockwald und Flechtengesellschaften offener Blockhalden Zwiebelzahnwurz-Buchenwald Waldmeister-Buchenwald Farn-(Tannen-Fichten-)Buchenwald Bodensaure offene Zwischen- und Niedermoore Torfmoos-Fichtenwald

50 49 Aktuelle Vegetation Eine Liste der der besonders geschützten Biotope nach 21 SächsNatSchG findet sich in Anhang 1. Avifauna und Fledermäuse Gebiete mit besonderer avifaunistischer Bedeutung (Karte 12 RP-E RC) sind im Plangebiet folgende Gebiete: - Überregional bedeutsamer Offenland-Lebensraum Brut/Rast Pöhlberggebiet - Tal-Lebensraum Unteres Pöhlbachtal mit Humpeltal und Plattenthal - Offenland-Lebensraum Brut/Rast Flur südlich Sauwald Zudem gibt es entlang von Sehma und Pöhlbach relevante Multifunktionsräume für Fledermäuse (Karte 13 RP-E RC). Artenschutzrechtliche Konflikte in Bezug zur Avi- und zur Fledermausfauna sind in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde auszuschließen Historische Stadt- und Ortsentwicklung Die lange Stadtgeschichte soll an dieser Stelle in Form einer Zeittafel (Tabelle 1) in zusammengefasst werden. Darin enthalten sind wichtige Eckdaten seit dem frühen 13. Jahrhundert. Tabelle 1 Die Entwicklung von Annaberg-Buchholz und seiner Ortsteile seit dem frühen 13. Jahrhundert Jahr Historischer Hintergrund um 1200 Besiedlung des oberen Erzgebirges durch fränkische Bauern, Gründung von Dörfern im Pöhlberggebiet 1367 Ersterwähnung von Cunersdorf 1397 Ersterwähnung von Kleinrückerswalde, Frohnau und Geyersdorf vor 1411 An der Nordseite des Pöhlbergs bestand Siedlung Borgwalde (Witzdorf) 1491 Silberfund am Schreckenberg löst das erste große Berggeschrey aus 1495 Beginn des Bergbaus im Gebiet der späteren Stadt Buchholz Herzog Georg von Sachsen veranlasst die Gründung der "Neustadt am Schreckenberg" an der Westseite des Pöhlbergs 1497 Stadt- und Bergrechte an die Neustadt am Schreckenberg verliehen Bau der St. Annenkirche 1501 Kaiser Maximilian I. verleiht der Stadt Wappen und Namen St. Annaberg Buchholz erhält durch Kurfürst Friedrich III. städtische Rechte als St. Katharinenberg im Buchenholze

51 50 Jahr Historischer Hintergrund Bau der St. Katharinenkirche in Buchholz 1520 Erste Wallfahrt zum heiligen Feld (Friedhof), später als Volksfest KÄT 1521 Aufstellung des Bergaltars in der St. Annenkirche In Annaberg lebt und arbeitet der Rechenmeister Adam Ries Rathaus zu Annaberg steinern erbaut 1537 Jahr der größten Silberförderung 1550 St. Annaberg hat angeblich ca Einwohner 1561 Niedergang des Silberbergbaus und erste Erwähnung des Spitzenklöppelns bzw. Bortenwirkens in Annaberg 1604 Ein großer Stadtbrand vernichtet fast die gesamte Stadt Annaberg 1621 Umbau der Mühle in Frohnau zum Silberhammer Frohnauer Hammer Besetzung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg 1664 Annaberg brennt bis auf wenige Häuser (Siebenhäusergasse) nieder 1696 Eröffnung der Postlinie Annaberg Leipzig 1699 Annaberg hat Einwohner 1771/72 Große Hungersnot 1801 Feuer am Buchholzer Markt zerstört Rathaus und einige Häuser 1813 Brand Turm der St. Annenkirche / Teile der oberen Stadt nach Blitzschlag 1830 Annaberg hat ca und Buchholz Einwohner 1842 Gründung des Lehrerseminars 1832 Erste Einführung von Posamentiermaschinen (Mühlstühle) 1860 Annaberg wird Sitz der Amtshauptmannschaft 1866 Eröffnung der Eisenbahnlinie Annaberg-Chemnitz befördert wirtschaftlichen Aufschwung 1871 Annaberg hat und Buchholz Einwohner 1872 Der Zugbetrieb nach Weipert (Böhmen) wird aufgenommen Konsulat der USA in Annaberg 1897 Inbetriebnahme des Pöhlberghauses mit Aussichtsturm 1900 Jaquard-Perlenwebstuhl wird eingeführt / Annaberg hat und Buchholz Einwohner 1909 Eröffnung einer Posamentenfachschule 1912 Eingemeindung von Kleinrückerswalde nach Annaberg 1930 Inbetriebnahme Krankenhaus an Chemnitzer Straße (Erzgebirgsklinikum) 1932 Annaberg hat und Buchholz ca Einwohner 1945 Vereinigung von Annaberg und Buchholz auf Befehl der SMAD Uranbergbau im Revier Annaberg-Buchholz durch die SDAG Wismut höchster Einwohnerstand von ca EW 1973 Inbetriebnahme des Busbahnhofes 1984 Eröffnung des Adam-Ries-Museums 1985 Schaubergwerk Gössner entdeckt und wieder begehbar gemacht Annaberg-Buchholz hat Einwohner 1990 Gründung des Altbergbau Markus-Röhling-Stolln Frohnau e.v.

52 51 Jahr Historischer Hintergrund 1994 Landesfest Tag der Sachsen in Annaberg-Buchholz / Annaberg-Buchholz wird große Kreisstadt 1995 Eröffnung Besucherbergwerk Im Gössner (Erzgebirgsmuseum) 1996 Eingemeindung Frohnau ( EW) 1997 Übergabe des Erzgebirgsklinikums Annaberg 1998 Eingemeindung von Cunersdorf ( EW) 1999 Eingemeindung von Geyersdorf ( EW) 2000 Einweihung Neubau des beruflichen Schulzentrums für Technik 2002 Einweihung neugestalteter Markplatz mit Babara-Uthmann-Brunnen 2003 Einweihung des rekonstruierten Annaberger Rathauses 2014 Festjahr anlässlich des 500. Geburtstages von Barbara Uthmann 3.4 Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung und prognose Der nach 1990 starke Bevölkerungsrückgang hat sich in der näheren Vergangenheit abgemildert. So konnte die Stadt im Jahr 2014 sogar einen schwachen Bevölkerungszuwachs von 14 durch Zuzüge verzeichnen, auch wenn der Schrumpfungsvorgang insgesamt anhält und auch für die Zukunft prognostiziert wird. Die 6. Regionalisierte Bevölkerungsprognose des Freistaates Sachsen 16 von 2014 beschreibt zwei Varianten der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung. Danach liegt die Einwohnerzahl im Jahr 2020 zwischen rund Einwohner und Einwohner, im Jahr 2025 zwischen rund Einwohner und Einwohner und schließlich im Jahr 2030 zwischen rund Einwohner und Einwohner (Abbildung 10). Die gegenwärtige Entwicklung verläuft innerhalb dieser Bandbreite. Die optimistischere Variante ging von Einwohnern für das Jahr 2016 aus, die alternative Variante von Einwohnern. Am hatte Annaberg-Buchholz Einwohner. Bis zum Jahr 2030 ist mit einem weiteren Bevölkerungsverlust von über zehn Prozent zu rechnen (Tabelle 2). 16 Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen 2015 bis 2030.

53 Entwicklung real Prognose-Variante 1 Prognose-Variante 2 Abbildung 10 Die reale Bevölkerungsentwicklung der Stadt Annaberg-Buchholz von 1990 bis 2016 (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS-Online Datenbank) sowie die beiden Varianten der Bevölkerungsentwicklung bis 2030 nach der 6. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Freistaates Sachsen. Tabelle 2 Die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Annaberg-Buchholz. Jahr Bevölkerung in EW Variante 1 Variante Quelle: Prognostiziert nach der 6. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Freistaates Sachsen. Gerundete städtische Einwohnerzielwerte befinden sich im Einklang mit der 6. Regionalisierten Bevölkerungsprognose (6. RBP) des Freistaats Sachsen vom Gleichzeitig formuliert die Stadt in Erwartung eines Entwicklungsschubs als Hauptstadt des Erzgebirges, eine dauerhaft stabile Einwohnerzahl von EW als stadtpolitsches Entwicklungsziel Altersaufbau Die Verteilung der Altersgruppen ähnelt in Annaberg-Buchholz der des umliegenden Erzgebirgskreises (Tabelle 3). Der Anteil der Menschen im arbeitsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren sank in den letzten Jahren stetig von 66,8% (2005) auf 60,3% (2015). Den

54 53 stärksten Anstieg verzeichnete in dieser Zeit die Gruppe der über 65-Jährigen mit einem Anstieg von 22,8% auf 27,2%, also um 19,3%. Der Anteil der jüngeren Einwohner der Stadt stieg ebenfalls um 2% in der Gruppe der unter Sechsjährigen auf 5% und um 36,4% in der Gruppe der Kinder- und Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren auf 7,5%. Tabelle 3 Entwicklung des absoluten (EW) und relativen (%) Anteils verschiedener Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung der Stadt Annaberg-Buchholz und des Erzgebirgskreises. Jahresangaben beziehen sich auf den jeweils Altersgruppe Annaberg- Buchholz Erzgebirgskreis Annaberg- Buchholz Erzgebirgskreis Annaberg- Buchholz EW % EW % EW % EW % EW % unter , , , , ,9 6 bis , , , , ,5 15 bis , , , , ,8 über , , , , ,8 Summe , , , , ,0 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen Bevölkerungs- und Wanderungsbewegungen Wie bereits im Kapitel beschrieben, hat die Bevölkerungszahl der Stadt über die letzten Jahre und Jahrzehnte abgenommen und wird noch weiter sinken. Die Bevölkerungsabnahme hat sich jedoch abgeschwächt war hinsichtlich der Bevölkerungsbewegung de facto ausgeglichen. Die Abschwächung erfolgt vorrangig aufgrund von Zuzügen, die sowohl Fortzüge als auch das negative Saldo aus Geburten und Sterbefällen teilkompensieren (Abbildung 11 und Abbildung 12). Zuzüge erfolgen fast ausschließlich aus dem Erzgebirgskreis. Fort ziehen die Menschen vorrangig in das nahe gelegene Chemnitz oder in weiter entfernte Regionen 17. Die im Verhältnis zu den Geburtenzahlen relativ hohen Sterbezahlen resultieren aus dem demographischen Wandel der Bevölkerung mit einem wachsenden Anteil von Menschen über 65 Jahren. Die derzeit letzten veröffentlichten Daten aus dem Jahr 2015 zeigen einen Überschuss an Sterbefällen von 179. Der letzte vollständige Datensatz (natürliche und räumliche Bewegungen) gilt für das Jahr 2014 mit einem negativen natürlichen Saldo von 196 bei 172 Geburten und 347 Sterbefällen sowie einem positiven räumlichen Saldo von 210 (1.112 Zuzüge und 902 Fortzüge) (Tabelle 4). 17 Bertelsmann Stiftung: wegweiser-kommune.de Annaberg-Buchholz (im Erzgebirgskreis).

55 Geburten Sterbefälle Zuzüge Fortzüge Abbildung 11 Verlauf der absoluten Geburten- und Sterbezahlen sowie der absoluten Zu- und Fortzüge in den Jahren 1990 bis 2015 (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS-Online Datenbank) Saldo gesamt Saldo (Geburten - Sterbefälle) Saldo (Zuzüge - Fortzüge) Abbildung 12 Verlauf der Bevölkerungsentwicklung (Saldo gesamt) vor dem Hintergrund der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten und Sterbefälle) und der räumlichen Bevölkerungsbewegung (Zuund Fortzüge) (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS-Online Datenbank).

56 55 Tabelle 4 Salden der natürlichen (Geburten Sterbefälle) und räumlichen (Zuzüge Fortzüge) Bevölkerungsbewegung sowie der daraus resultierende Gesamtsaldo für die Jahre 1990 bis 2015 in Fünfjahresschritten. Als letzter vollständiger Datensatz ist das Jahr 2014 extra aufgeführt Jahr Geburten Sterbefälle Saldo Zuzüge Fortzüge Saldo Saldo k.a. k.a. k.a. k.a. Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS-Online Datenbank Entwicklung von Haushaltsstrukturen und Bedarf nach Wohnraum Für die Stadt Annaberg-Buchholz wurde gemäß des Gemeindeblattes Bevölkerung, Haushalte, Familien und deren Wohnsituation am 09. Mai 2011 des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 1,9 am ermittelt. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug in Sachsen 2 Personen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße wird wesentlich von einem hohen Anteil an Ein- und Zweipersonenhaushalten bestimmt. Tabelle 5 Haushaltsstrukturen (Zensus) Stadt Einwohner Haushalte Personen Wohnfläche je Wohnfläche (EW) (HH) je Haushalt Wohnung in m² je EW Annaberg ,9 70,6 37,7 Buchholz Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen Aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit einer vorläufig weiter ansteigenden Nachfrage an Wohnungen mit geringer Haushaltsgröße (1-2 Personen Haushalte) zu rechnen. Die Haushalte mit 3 und mehr Personen werden abnehmen Pendlerbewegungen Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen sowie Pendlerbewegungen sind in Tabelle 13 für die Jahre 2008 bis 2014 dargestellt. Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Arbeitsort wohnen. Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Wohnort arbeiten. Pendlerbewegungen führen stärker zum Arbeiten in die Stadt, als aus der Stadt heraus (positives Saldo).

57 56 Tabelle 6 Pendlerbewegungen, bezogen auf den jeweils des Jahres Jahr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Personen darunter Einpendler sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort Personen darunter Auspendler Saldo Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS-Online Datenbank 3.5 Gewerbliche Wirtschaft, Dienstleistung Wirtschaftsstruktur und Standortbedingungen Die Stadt Annaberg-Buchholz stellt innerhalb des Erzgebirgskreises ein wirtschaftliches Zentrum dar, was sich auch in der Arbeitsplatzzentralität ausdrückt (siehe Kapitel Pendlerbewegungen). Sie verfügt über ein breites Branchenspektrum und eine hohe Industriedichte im sächsischen Vergleich. Die Industriedichte ist die Anzahl der Beschäftigten in Industriebetrieben je Einwohner. Tabelle 7 zeigt die Industriedichten für Annaberg-Buchholz, den Erzgebirgskreis und Sachsen im Vergleich. Die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelten sich seit den Neunzigerjahren positiv (BIP/EW +50%, Exportquote des verarbeitenden Gewerbes + 100%). Auch bei sinkender Arbeitslosigkeit (siehe Arbeitsmarkt) kam es in den letzten Jahren immer wieder zu größeren Arbeitsplatzverlusten entweder durch Insolvenzen und Rationalisierung oder durch Standortverlagerung der starken Elektroschaltgerätfertigung nach China und Heidelberg 18. Die Zunahme des Arbeits- und Fachkräftemangels wird sich in naher Zukunft noch weiter verschärfen. Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH rechnet für den Erzgebirgskreis im Jahr 2023 mit einem Mangel an Beschäftigten von rund Personen 19. Viele der heute noch Arbeitenden erreichen bald das Rentenalter. Ein weiterer Teil der Menschen verlässt die Region im Zuge von Studium oder Beruf ohne wiederzukehren. Ein weiterer Grund 18 Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH: Standort Erzgebirge - Informations-Steckbrief zum Erzgebirgskreis (Ausgabe Oktober 2016). 19 Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH: Standort Erzgebirge - Informations-Steckbrief zum Erzgebirgskreis (Ausgabe Oktober 2016).

58 57 für die zu erwartende Lücke liegt in unbesetzten Ausbildungsplätzen. Schon demographisch bedingt mangelt es an ausreichend Absolventen als Berufseinsteiger. Tabelle 7 Industriedichten von Annaberg-Buchholz für das Jahr 2017 Beschäftigte in Industriebetrieben Bevölkerung [EW] Industriedichte Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis Sachsen Quelle: Steckbrief Erzgebirge WFE, Ausgabe 2015 unter Gemäß Wirtschaftsförderung Erzgebirge gelten für Annaberg-Buchholz sowie die Region Erzgebirge folgende wirtschaftliche Standortfaktoren: Am dichtesten besiedeltes Mittelgebirge Deutschlands Gut ausgebildete Arbeits-, Fach und Führungskräfte Zuverlässigkeit der Partner und hohe Mitarbeiter-Treue Vielzahl an Branchen, Unternehmen Eine der höchsten Industriedichten im Freistaat Sachsen Moderne, gut ausgebaute Infrastruktur Moderate Gewerbesteuer- Hebesätze (durchschnittlich 391%, minimal 330%) Hohe Schöpferkraft, Solidität im Denken, Handeln und Wirtschaften Wirtschaftliche Akzente setzen das Industriegebiet an der B 101 mit einer Nettobaufläche von m², das Gewerbegebiet Bleiche/ Geyersdorf mit einer Nettobaufläche von m² und das Gewerbegebiet Oberer Bahnhof mit einer Nettobaufläche von m² Arbeitsmarkt Der Anteil der Arbeitslosen an der Bevölkerung im Erwerbsfähigen Alter hat sich seit der Jahrtausendwende um rund ein Drittel verringert. Stieg die Arbeitslosigkeit bis 2006 noch an, sinkt seitdem jedes Jahr ab und erreicht im Jahresmittel 2015 einen Wert von 10,3%. Anteilsmäßig sind unter den Arbeitslosen immer weniger Jüngere (unter 25 Jahren) und mehr ältere (über 55 Jahre). Während der geringer werdende Anteil der Jüngeren sich auch in einer sinken Arbeitslosigkeit unter Jüngeren wiederspiegelt (2015: 6,3%) bleibt die Arbeitslosigkeit unter den über 55-Jährigen bereits seit der Jahrtau-

59 58 sendwende quasi konstant und schwankt um einen Mittelwert von rund 10%. Die Zunahme des Anteils älterer Arbeitsloser erklärt sich durch das steigende Durchschnittsalter der Menschen im erwerbsfähigen Alter im Zuge des Demographischen Wandels. Um die Jahrtausendwende war der Anteil der junger Erwerbsfähiger noch höher als jener der Alten (Verhältnis 2001: 109,9%). Seitdem sank das Verhältnis der jungen zu den alten Erwerbsfähigen auf 45,9%. Die Beschäftigungsquote steigt und liegt derzeit bei 61,1%. Tabelle 8 Entwicklung Erwerbssituation in Annabergbuchholz von 2001 bis 2015 Jahr Arbeitslosigkeit Anteil jüngere Arbeitslose Jüngere Arbeitslose Anteil ältere Arbeitslose Ältere Arbeitslose Beschäftigtenquote ,8 11,7 8,8 13,9 10,8 (-) 109, ,6 13,1 10,5 11,1 9,2 48,5 92, ,4 11,3 9,5 10 8,9 47,2 91, ,2 11,4 9,5 8,7 7,4 47,4 88, ,3 13,6 11,7 11,1 9,1 45,5 93, ,9 13,3 12,4 14,1 11,5 46,1 97, ,9 11,8 10, ,6 48,4 85, ,7 10,7 9,2 19,2 11,6 49,8 76, ,1 10,4 9,9 21,6 13,1 50,4 63, ,6 8,6 7,8 22,3 11,5 52,2 45, ,2 7,1 6,2 22,2 9,5 55,4 37, ,8 8,8 7,8 23,1 9,3 55,2 35, ,4 7,2 7,1 23 9,5 57,6 35, ,9 7,4 7 22,9 8, ,7 Verhältnis junge zu alten Erwerbsfähigen ,3 7,2 6,3 23,9 9 61,1 45, ,3 16,4 32,4-19,9-15,3 (-) -14, ,9-36,9-33,2 100,5 25,8 14,6-51, ,3 1 2,1 7,7-5,2 10,1 22,5 Quelle: BBSR im BBR: INKAR Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung Arbeitslosigkeit = % der Einwohner im erwerbsfähigen Alter Anteil jüngere Arbeitslose = Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren an den Arbeitslosen in % Jüngere Arbeitslose = Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren an den Einwohnern von 15 bis unter 25 Jahren in % Anteil ältere Arbeitslose = Anteil der Arbeitslosen 55 Jahre und älter an den Arbeitslosen in % Ältere Arbeitslose = Anteil der Arbeitslosen über 55 Jahren an den Einwohnern von 55 bis 65 Jahren in % Beschäftigtenquote = Anteil der SV-Beschäftigten am Wohnort je 100 Einwohner im erwerbsfähigen Alter

60 Arbeitslosigkeit (gesamt) Arbeitslosigkeit (Jüngere) Arbeitslosigkeit (Ältere) Abbildung 13 Entwicklung der Arbeitslosigkeit insgesamt, in der Gruppe der Jüngeren (bis 25 Jahre) und in der Gruppe der Älteren (über 55 Jahre) Quelle: BBSR im BBR: INKAR Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung. 3.6 Nutzungseinschränkungen Kultur- und Bodendenkmale Nach 20(1) SächsDSchG hat derjenige der Sachen, Sachgesamtheiten, Teile oder Spuren von Sachen entdeckt, von denen anzunehmen ist, dass es sich um Kulturdenkmale handelt, dies unverzüglich einer Denkmalschutzbehörde anzuzeigen. Alle baulichen und landschaftlichen Veränderungen an Denkmalen gemäß 12 SächsDSchG bedürfen der Zustimmung durch die Untere Denkmalschutzbehörde. Kulturdenkmale im Sinne des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes sind von Menschen geschaffene Sachen, Sachgesamtheiten, Teile und Spuren von Sachen einschließlich ihrer natürlichen Grundlagen, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, städtebaulichen oder landschaftsgestaltenden Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt ( 2(1) SächsDSchG). In Anlage 2 der Begründung des Flächennutzungsplanes werden die Kulturdenkmäler gelistet. Kulturdenkmale sind gemäß SächsDSchG unabhängig vom Eintrag in eine Liste geschützt. Alle baulichen und landschaftlichen Veränderungen an Denkmalen bedürfen der Zustimmung durch die Untere Denkmalschutzbehörde. Das INSEK 2025 der Stadt Annaberg-Buchholz führt in Anlage 4 eine Adressenliste aller leerstehenden Gebäudedenkmale mit dem Stand vom Oktober 2016.

61 60 Bodendenkmale In den Ortslagen der Stadt Annaberg-Buchholz sind Archäologische Denkmale (siehe Anlage 3) ausgewiesen, in denen unterirdisch flächig Sachzeugen der Siedlungs- und Kulturgeschichte aus Jahrhunderten erhalten und bei Tiefbaumaßnahmen zu erwarten sind. Es handelt sich dabei um Funde und Fundzusammenhänge im Sinne von 2 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes (SächDSchG), die in ihren Aussagen ortgeschichtliche Entwicklungen überhaupt erst aufzuklären vermögen oder ergänzen oder stützen. Nach 14 SächsDSchG sind deshalb sämtliche Tiefbaumaßnahmen innerhalb dieser archäologischen Denkmalzonen bei der Denkmalschutzbehörde genehmigungspflichtig. Das Auftreten von Bodenfunden ist meldepflichtig. Bei Baumaßnahmen muss daher in jedem Fall eine denkmalschutzrechtliche Stellungnahme zu den archäologischen Belangen eingeholt werden Altlasten und Altlastenverdachtsflächen Altlastverdächtige Flächen im Sinne des BBodSchG sind Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit besteht. Mit dem Stand von März 2017 sind für das Stadtgebiet 147 Altlasten und Altlastenverdachtsflächen gelistet 20. Diese sind in Anlage 4 mit Bezeichnung, Flurstück und Kennziffer zu finden und in die Planzeichnung übernommen. Die im Stadtgebiet vorhandenen Halden des Altbergbaus sind derzeit nicht vollständig im Altlastenkataster enthalten. Sanierungsmaßnahmen oder anderweitige Eingriffe sind mit dem Landratsamt Erzgebirgskreisgebirge, Untere Bodenschutzbehörde im Rahmen des baurechtlichen Genehmigungsverfahrens abzustimmen. Laut 7 Abs. 2 Sächsischen Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetzen (SächsABG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Mai 1999 (SächsGVBl. S. 261), das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 6. Juni 2013 (SächsGVBl. S. 451) geändert worden ist, haben der Freistaat Sachsen, die Landkreise und Gemeinden sowie sonstige juristische Personen des öffentlichen Rechts bei Planungen, Baumaßnahmen und sonstigen Vorhaben die Ziele und Grundsätze des Bodenschutzes zu berücksichtigen. Gemäß 1 BBodSchG i. V. m. 7 SächsABG sind die Funktionen des Bodens nachhaltig zu sichern 20 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Sächsisches Altlastenkataster (SALKA) Report für die Gemeinde Annaberg-Buchholz, Stand:

62 61 oder wiederherzustellen und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen unter anderem Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen soweit wie möglich vermieden werden Sonstige Baubeschränkungen Baubeschränkungen können sich aus den im Flächennutzungsplan dargestellten nachrichtlichen Übernahmen ergeben: - Trinkwasserschutzgebiete - Überschwemmungsgebiete - Schutzgebiete im Sinne des Naturschutzrechtes - Denkmale, Bodendenkmale - Geplante überörtliche Straßentrassen - Flächen mit Altlasten - Altbergbau und Abbau von Mineralien - Versorgungsleitungen Zusätzlich zu den in vorherigen Abschnitten, auf der Grundlage bestehender Gesetzlichkeiten genannten Baubeschränkungen, ergeben sich durch die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange weitere Baubeschränkungen. Kulturlandschaft Große Teile des Gemeindegebietes sind Vorranggebiet Kulturlandschaftsschutz (Karte 1 des RP-E RC, Grundsatz G RP-E RC, Anhöhen von Markersbach bis Annaberg- Buchholz und Hecken- und Steinrückenlandschaft um Annaberg-Buchholz ). Vorhandene charakteristische Strukturen und Landschaftselemente sollen erhalten und unter Beobachtung der Gebietsspezifik ergänzt oder weiterentwickelt werden (Ziel Z RP-E RC). Dafür sind die Steckbriefe der Kulturlandschaften 21 zu beachten (Anlage 5 PDF Steckbrief10 und PDF Steckbrief11 ). Nach Karte 8 Kulturlandschaftsschutz des RP-E RC wurden folgende Elemente festgelegt: - Historische Kulturlandschaften besonderer Eigenart "Hecken- und Steinrückenlandschaft um Annaberg-Buchholz" und "Anhöhen von Markersbach bis Annaberg- Buchholz" (Grundsatz G RP-E RC) 21

63 62 - Regional bedeutsame landschaftsbildprägende Erhebungen Pöhlberg, Schreckenberg, Buchholzer Rücken und der Königslustrücken (Ziel Z RP-E RC) - Regional bedeutsame sichtexponierte Kulturdenkmale Ortskern/Silhouette mit Sankt Annen-Kirche (Grundsatz G RP-E RC) - Regional bedeutsamer Aussichtspunkt Pöhlberg (Grundsatz G RP-E RC) - Offene Täler in waldreicher Lage (Grundsatz G RP-E RC). Im Stadtgebiet befinden sich folgende drei Betandteile der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří, für welche die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes angestrebt wird: - Historische Altstadt Annaberg mit Bergbaufolgelandschaft Frohnau - Bergbaulandschaft Pöhlberg - Bergbaulandschaft Buchholz. Wald und Forst Im Planbereich liegen Grundflächen im Sinne des 2 SächsWaldG (Wald) zu rund 306,8 ha als Kommunalwaldflächen und zu 139,3 ha als Privatwaldflächen vor. Darunter befinden sich auch FFH- Gebiete, SPA- Gebiete, Wasserschutzgebiete, Schutzonen im Naturpark Erzgebirge/Vogtland sowie Wald mit besonderer Bodenschutz- oder Erholungsfunktion. Der gesetzliche Mindestabstand ( 25(3)SächsWaldG) zwischen Gebäuden (bzw. Baugrenzen) und Wald ist einzuhalten. Demnach müssen bauliche Anlagen mit Feuerstätten von Wäldern, Mooren und Heiden mindestens 30 Meter entfernt sein. Die gleiche Entfernung ist mit Gebäuden von Wäldern sowie mit Wäldern von Gebäuden einzuhalten. Ausnahmen können gestattet werden. Größere Abstände können verlangt werden, soweit dies wegen des Brandschutzes oder zur Sicherheit der Gebäude erforderlich ist. Landwirtschaft Es ist darauf hinzuwirken, dass der Entzug von landwirtschaftlich genutzter Fläche im durch Versiegelung mit Rücksicht auf den Erhalt der Existenzgrundlagen der Landwirtschaft sparsam erfolgt. Geplante überörtliche Straßentrassen Annaberg-Buchholz ist direkt an die Bundesstraßen B 95 und B 101 angebunden. Eine

64 63 geplante Verbindungstrasse zwischen den beiden Bundesstraßen verläuft auch durch das südliche Stadtgebiet. Die Trasse ist derzeit aber noch nicht festgesetzt (siehe Planzeichnung des Flächennutzungsplans: geplante Straßen nach 5(4) BauGB, siehe auch Übersicht 4 Geplante Straßenbauvorhaben in der Region Chemnitz RP-E RC). Immissionsschutz Für die Berücksichtigung des Immissionsschutzes bei der Bauleitplanung bildet der 50 BlmSchG die Grundlage. Demzufolge hat die Planung und Nutzung von Flächen so zu erfolgen, dass schädliche Umwelteinwirkungen auf die dem Wohnen dienenden Flächen möglichst vermieden werden. Grundlage für den Lärmimmissionsschutz bildet insbesondere die Einteilung der Baugebiete mit unterschiedlich hohen Schutzansprüchen nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm). Entsprechend der VDI 2718, Schallschutz im Städtebau, Punkt sollen Bauflächen so in Baugebiete eingegliedert werden, dass sich die Planungsschallpegel benachbarter Baugebiete in der Regel um nicht mehr als 5 db(a) unterscheiden bzw. ausreichende Abstände ohne schutzbedürftige Bebauung vorhanden sind. In Tabelle 9 werden die immissionsschutzrechtlich genehmigten Anlagen im Bereich des Flächennutzungsplans gelistet. Tabelle 9: Immissionsschutzrechtlich genehmigte Anlagen im Bereich des Flächennutzungsplans Betreiber Straße Bezeichnung Heizkraftwerk GETECAG Tannenberger Straße 4 Kohlenstaubfeuerung Schönfelder Papierfabrik Tannenberger Straße 4 Papierherstellung Handtmann Leichtmetallgießerei Annaberg GmbH Sehmatalstraße 16 Aluminiumgießerei Annaberger Feuerverzinkungs- GmbH An der Bleiche 1 Feuerverzinkungsanlage Annaberger Feuerverzinkungs- GmbH An der Bleiche 1 Rodagfood GmbH Gewerbering 35 Städtereinigung Annaberg GmbH Ernst-Roch-Straße 8 Vorbehandlungsanlage Herstellung von Konserven Sortieranlage für Papier und Folien Scholz Recycling GmbH Parkstraße 39 Schrottlagerplatz Städtereinigung Annaberg GmbH ehem. Deponie Himmlisch Heer Brecher- u. Klassieranlage Städtereinigung Annaberg GmbH ehem. Deponie Himmlisch Heer Holzschredderanlage

65 64 Schlettauer Schützenverein ev. Dörfler Höhe offene Schießanlage Quelle: Stellungnahme des Landratsamtes Erzgebirgskreis Stadtwerke Annaberg-Buchholz Energie AG Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz Energie AG plant in den nächsten Jahren bis 2022 keine Investitionen in Bauvorhaben im Bereich von Stromnetz, Gasnetz, Wärme/Erzeugung, Datennetz oder Straßenbeleuchtung. Deutsche Telekom Technik GmbH Im Planbereich befinden sich Telekommunikationslinien der Telekom. Der Bestand und der Betrieb der vorhandenen Telekommunikationslinien müssen weiterhin gewährleistet bleiben. Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen müssen in allen Verkehrswegen geeignete und ausreichende Trassen für die Unterbringung der Telekommunikationslinien der Telekom vorgesehen werden. Eisenbahn-Bundesamt Im Verfahrensgebiet befinden sich Eisenbahnbetriebsanlagen, die zur Eisenbahnstrecke 6644 Annaberg-Buchholz unterer Bf Flöha gehören, planfestgestellt sind ( 18 AEG) und daher öffentlich-rechtlichen Bestandsschutz genießen. Sie stehen unter eisenbahnrechtlichem Fachplanungsvorbehalt. Überplanungen, die bahnfremde Nutzungen bezwecken, die nicht im Einklang mit der besonderen Zweckbestimmung der Anlagen und Flächen stehen, sind unzulässig. Es ist sicherzustellen, dass weder die Substanz der Eisenbahnanlagen noch der darauf stattfindende Verkehr gefährdet werden. Erforderlichenfalls sind in einvernehmlicher Abstimmung mit dem Eisenbahninfrastrukturbetreiber die notwendigen Schutzvorkehrungen zu treffen. Deutsche Bahn AG, DB Immobilien Die Belange der DB RegioNetz Infrastruktur, Erzgebirgsbahn (EGB), wurden in die Stellungnahme der Deutschen Bahn AG, DB Immobilien, integriert. Teilabschnitte folgender Bahnstrecken liegen innerhalb des Geltungsbereiches des Flächennutzungsplans. Von deren Bestand ist auszugehen. - Annaberg-Buchholz unterer Bf Flöha (Streckennummer 6644) - Bärenstein Annaberg-Buchholz unterer Bf (Streckennummer 6623) - Annaberg-Buchholz Süd Schwarzenberg (Streckennummer 6624) Folgende Zugangsstellen zum Schienenverkehr befinden sich im Geltungsbereich des

66 65 Flächennutzungsplans: - Bf Annaberg-Buchholz unterer Bf (Schienenpersonennahverkehr) - Hp Annaberg-Buchholz Mitte (Schienenpersonennahverkehr) - Hp Annaberg-Buchholz Süd (Schienenpersonennahverkehr) - Annaberg-Buchholz Süd (Güterverkehr) Die ehemalige Bahnstrecke von Bärenstein nach Annaberg-Buchholz oberer Bahnhof befindet sich nicht mehr im Eigentum der DB Netz AG und ist von Betriebszwecken freigestellt. Die Planungen zum Umbau der Bahnübergangssicherungsanlage bei Bahn-km (Straße Am Haltepunkt/Hans-Hesse-Straße) am Haltepunkt Annaberg-Mitte sind in der Vorbereitung. Abstimmungen dazu gibt es im Vorfeld mit der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz. Die Bauausführung dieser Maßnahme wird voraussichtlich 2019 erfolgen. Die Stadt Annaberg-Buchholz plant seit langem die Errichtung einer ÖPNV/SPNV- Schnittstelle in Annaberg-Buchholz Unterer Bahnhof. Die EGB ist in diese Untersuchungen einbezogen worden. Konkrete Planungen liegen noch nicht vor, sollten aber wieder aktiviert werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es sich bei Bahnflächen um gewidmete Eisenbahnbetriebsanlagen handelt, die dem Fachplanungsvorbehalt des Eisenbahn- Bundesamtes (EBA) unterliegen. Änderungen unterliegen dem Genehmigungsvorbehalt des EBA nach AEG. Eine Überplanung von Bahngrund durch eine andere Fachplanung oder kommunale Planung ist daher unzulässig. Planfestgestellte Betriebsanlagen der Eisenbahn können in der Bauleitplanung nur nachrichtlich übernommen werden. Zweckverband Fernwasser Südsachsen (Verband FWS) und Erzgebirge Trinkwasser GmbH (ETW) Im Geltungsbereich des Flächennutzungsplanes befinden sich Teile von folgenden versorgungstechnischen Anlagen des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen: - Trinkwasserfernleitung Nr. 27 DN 400/350/300 St/SpB/GGG/GG Wasserwerk Cranzahl zu den Wasserbehältern Auerbach und Gelenau - Versorgungsleitung DN 100 AZ zum Unteren Wasserbehälter Frohnau Bestandteile dieser überregional bedeutsamen Trinkwasserfernleitung sind darüber

67 66 hinaus Schachtbauwerke, erdeingebaute Armaturen, Entleerungsleitungen, Fernmeldekabel sowie Hinweissäulen. Der Verlauf der Anlagen wurde in die Plandarstellung des Flächennutzungsplans übernommen. An den Standorten des Unteren WB Frohnau und WB Buchholz, welche sich im Eigentum des regionalen Versorgungsunternehmens (der ETW) GmbH befinden, erfolgt die Übergabe von Trinkwasser aus dem System des Verbandes FWS und die Weiterverteilung im Netz der ETW GmbH. Für den Anlagenbestand des Verbandes FWS wurden außerhalb öffentlicher Wege und Plätze Leitungsrechte in Form von beschränkt persönlichen Dienstbarkeiten in den Grundbüchern der betroffenen Flurstücke eingetragen. Der Kernbereich dieser Dienstbarkeit bezieht sich auf einen Schutzstreifen, dessen Breite in Abhängigkeit von der Rohrdimension und in Anlehnung an das DVGW-Regelwerk festgelegt wurde. Er beträgt für Rohrleitungen DN 300/400 6,0 m für DN 100 sowie für abzweigende Entleerungsleitungen 4,0 m. Die Mitte des Schutzstreifens entspricht dabei jeweils der Leitungsachse. Die Dienstbarkeiten umfassen das Recht, diese wasserwirtschaftlichen Anlagen zu besitzen, zu betreiben, sie instand zu setzen, sie zu erneuern und neu zu bauen. In das Mitbenutzungsrecht eingeschlossen ist auch das Recht auf Begehung und gegebenenfalls Befahrung der betroffenen Flächen. Innerhalb der Schutzstreifenflächen gelten folgende Nutzungseinschränkungen: - keine Errichtung betriebsfremder baulicher Anlagen; hierzu zählen auch Geräteschuppen, Carports, Gewächshäuser, Poolanlagen oder sonstige Anlagen, die eine Schadensbehebung behindern können - Freihaltung von Bewuchs, der die Sicherheit und Wartung der Versorgungsanlagen beeinträchtigt - die Anpflanzung störender Gehölze (auch Hecken) ist im Schutzstreifenbereich untersagt - Flächen innerhalb des Schutzstreifens dürfen nur leicht befestigt werden - das Lagern von Schüttgütern, Baustoffen sowie sonstige Lagerungen und Nutzungen (Kranstandort, Baustelleneinrichtung) sind auch kurzzeitig unzulässig - keine Geländeveränderungen insbesondere Niveauveränderungen - das Überfahren der Trinkwasserfernleitung mit schweren Baufahrzeugen ist nur mit geeigneten Schutzmaßnahmen zur Lastverteilung durch die Verlegung von Baustraßenplatten gestattet - das Versorgungsunternehmen darf den Schutzstreifen zur Ausführung von Bedien-

68 67 und Instandhaltungsarbeiten begehen und befahren - die Parallelverlegung anderer Medien im Schutzstreifen ist nicht erlaubt - Querungen der Anlagen der Fernwasserversorgung sind möglichst rechtwinklig unter Einhaltung eines vertikalen Mindestabstandes von 0,4m auszuführen - Abwasserleitungen haben die Trinkwasserfernleitung zu unterqueren - alle Handlungen im Schutzstreifen der Fernwasserleitung sind mit dem Leitungseigentümer abzustimmen Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH Geschäftsbereich Touristische Infrastruktur Im Geltungsbereich des Flächennutzungsplans befinden sich folgende Reit-, Wander- und Radwege. Reitwege - Fernreitweg im Bereich Buchholz und Frohnau - Regionaler Reitweg im Bereich Geyersdorf - Regionaler Reitweg im Bereich Kleinrückerswalde Wanderwege - Fern- und Gebietswanderwege ("blau" und "rot" markiert in der Planzeichnung) - Internationaler Fernwanderweg "E3" - Internationaler Fernwanderweg "Eisenach-Budapest" - Nationaler Fernwanderweg "Görlitz-Greiz" (identischer Verlauf mit E3) - "blau" markierte Wanderwege (Anbindung E3 - Pöhlberg) - "rot" markierte Wanderwege (Firstenweg) - Orts-, Verbindungs- und Rundwanderwege ("grün" und "gelb" markiert in der Planzeichnung) - "grün" (Strich) markierte Wanderwege - "gelb" (Strich) markierte Wanderwege - Lehrpfade - "grün" (Schräg-Strich) markierte Naturlehrpfade - Bergbaulehrpfade Annaberg-Buchholz (Hammer und Schlegel) - Themenwanderwege (unterschiedliche Markierung) - "Jakobsweg Silberberg", Abschnitt Annaberg-Lößnitz (Markierung: Jakobsmuschel)

69 68 Radrouten - Bestandteile der sächsischen Radverkehrskonzeption (2014) - Radfernweg "Radfernweg Sächsische Mittelgebirge" (1-6) - Regionale Hauptradroute "Radroute An der Silberstraße" (11-08) - Regionale Hauptradroute "Thermalbad Wiesenbad - Oberwiesenthai" (11-25) Weitere - MTB-Route "Stoneman Miriquidi" Aktuell ist ein Wanderwegeprojekt "Kern-Wanderwege" in Planung, welches vorsieht, aus dem derzeitigen Wanderwegenetz die "touristisch besonders attraktiven" Wege auszuwählen. Möglicherweise wird in diesem Zusammenhang auch das bestehende Wanderwegenetz überarbeitet. Aktuell wird eine "Radwegkonzeption Erzgebirgskreis" erarbeitet, welche später durch den Kreistag des Erzgebirgskreises beschlossen werden soll. Im Rahmen der Erarbeitung wurden viele Radrouten, Radwege und Verbesserungsbedarfe vorhandener Radrouten vorgeschlagen, die z. T. auch die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz betreffen. 3.7 Siedlung Vorbemerkungen Die Darstellungen des Bestandes und der geplanten Bauflächen erfolgt im Flächennutzungsplan überwiegend nach der allgemeinen Art der baulichen Nutzung (Bauflächen). Diese Darstellungsform ordnet sich dem Prinzip der gebotenen planerischen Zurückhaltung unter. Die vorbereitende Bauleitplanung (Flächennutzungsplanung) gibt somit den erforderlichen Rahmen gemäß BauGB bzw. BauNVO vor, ohne der nachfolgenden verbindlichen Bauleitplanung (Bebauungsplanung) vorzugreifen. Somit bleibt die Festsetzung der besonderen Art der baulichen Nutzung (Baugebiete) i.d.r. der verbindlichen Bauleitplanung vorbehalten. Sämtliche Gebietsabgrenzungen sind nicht grundstücksscharf dargestellt. Rechtskräftige Satzungen gemäß 34 BauGB sowie Bebauungspläne wurden mit der größtmöglichen Exaktheit übertragen bzw. absehbaren künftigen Erfordernissen angepasst. Die Grundzüge der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung sind somit ablesbar und lassen eine angemessene Ausgestaltung im Verfahren der verbindlichen Bauleitpläne

70 69 zu. Die Einstufung bzw. Ausweisung der bebauten Gebiete sind nicht als Bestandsbewertung sondern als Entwicklungsziele für diese Bereiche zu betrachten. Für die Entwicklung aller nachfolgend betrachteten Flächenkategorien gelten gleichermaßen folgende Prinzipien: - Erhalt und Pflege sowie angemessene Weiterentwicklung der gewachsenen Landschafts- und Siedlungsstruktur unter Beachtung historischer Wertigkeiten - Aufzeigen optimaler Entwicklungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der vorhandenen Strukturen Ausweisung innerer Entwicklungsflächen, Revitalisierung von Brachen, bedarfsorientierte Siedlungserweiterungen - Prüfung und Gewährleistung der Umweltverträglichkeit der Planungen/ Zurückstellung von Ausweisungen mit erheblichen Umweltauswirkungen Aufgabe der vorbereitenden Bauleitplanung ist es, die vorhersehbare Bodennutzung für das Gemeindegebiet entsprechend den Bedürfnissen der Kommune für die kommenden Jahre in den groben Zügen darzustellen. Im Wesentlichen sind bebaubare und die von einer Bebauung freizuhaltenden Bereiche festzulegen. Dabei schafft der Flächennutzungsplan kein Baurecht. Für die als bebaubare Bereiche ausgewiesenen Flächen gelten bei Bauanträgen neben dem Baugesetzbuch im Besonderen, alle anderen Gesetzlichkeiten (z.b. BauNVO, SächsNatSchG, Wassergesetz, Denkmalschutzgesetz usw.) fort. Das heißt z.b., dass trotz Bauflächenausweisung eine innerörtliche Streuobstwiese, als Biotop gem. 26 SächsNatSchG geschützt, i.d.r. nicht überbaut werden darf. Begründete Ausnahmeanträge sind im Einzelfall gemäß SächsNatSchG sowie der Verwaltungsvorschrift Biotopschutz zu prüfen und entsprechend zu behandeln. Aus der Darstellung von Bauflächen im Flächennutzungsplan leitet sich keine generelle Überbaubarkeit dieser Flächen ab. Zu den Grundstücken gehören sowohl überbaubare als auch nicht überbaubare Teile dieser Grundstücke. Beispielsweise gehören zu Wohnhäusern im Allgemeinen Wohngebiet neben dem Gebäude auch Vorgärten, Gärten, Obstwiesen u.a.m. Allgemeinverbindliche Regelungen in Form von Festsetzungen können hinsichtlich der tatsächlichen Überbaubarkeit (Baurecht) hierzu jedoch erst auf der Ebene der verbindlichen Bauleitplanung (B-Pläne, Satzungen) getroffen werden.

71 70 Im 17 BauNVO sind in diesem Zusammenhang für alle Gebietstypen Obergrenzen für die Bestimmung des jeweils zulässigen Maßes der baulichen Nutzung vorgegeben. Tabelle 10 Obergrenzen für die Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung Baugebiet Grundflächenzahl (GRZ) Kleinsiedlungsgebiet (WS) 0,2 Reines Wohngebiet (WR) 0,4 Allgemeines Wohngebiet (WA) 0,4 Ferienhausgebiet 0,4 Besonderes Wohngebiet (WB) 0,6 Dorfgebiet (MD) 0,6 Mischgebiet (MI) 0,6 Kerngebiet (MK) 1,0 Gewerbegebiet (GE) 0,8 Industriegebiet (GI) 0,8 Sonstige Sondergebiete 0,8 Wochenendhausgebiete 0,2 Quelle: 17 BauGB So können z.b. in einer dörflichen Struktur bei einer Grundstücksgröße von m² und einem Nutzungsmaß von 0,6 in einem Dorfgebiet i.d.r. 60% (600 m²) überbaut bzw. versiegelt werden. Die übrigen Grundstücksteile sind i.d.r. nicht überbaubar, wertvolle Grünbestände sind zu sichern und übrige Grundstücksteile entsprechend neu zu begrünen. Es ist insofern nicht davon auszugehen, dass mit der Darstellung von Bauflächen im Bereich der im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine generelle Überbauung der Ortsbereiche bzw. die Überbauung ortsbildprägender Grün- und Freiflächen durch den Flächennutzungsplan vorbereitet wird. Der dörfliche und städtische Charakter bzw. ökologisch wertvolle Strukturen sollen durch die differenzierte Ausweisung von Bauflächen mit unterschiedlichem Nutzungsmaß gesichert werden. Die Ortsteile werden auch heute noch durch orts- und landschaftsbildprägende Höfe, Einfamilienhäuser und Stadtvillen geprägt. Auch hier will der Flächennutzungsplan keine generelle Überplanung und Verdichtung dieser Dorfstrukturen vorbereiten. Zunächst besteht das planerische Ziel diese gewachsenen und prägenden Baustrukturen zu sichern und angemessen weiter zu entwickeln.

72 71 Da die zumeist im Außenbereich befindlichen Gehöfte ihre ursprüngliche landwirtschaftliche Funktion bereits überwiegend verloren haben, weil sie i.d.r. nicht mehr den Anforderungen moderner Landwirtschaftsbetriebe entsprechen oder die jetzigen Eigentümer keine Landwirtschaft mehr betreiben, sind im Sinne der Bestandssicherungen Möglichkeiten zur Umnutzung einzuräumen. Eine längerfristige Sicherung dieser Baustrukturen ist tatsächlich nur dann gegeben, wenn vielfältigste Formen der Nach- und Umnutzung wie etwa Wohnen, Handel/ Dienstleistung, Gewerbe, Lager, Garagen usw. ermöglicht werden. Der Flächennutzungsplan kann als nicht allgemeinverbindlicher, vorbereitender Bauleitplan nur die Grundzüge der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung gemäß 5 BauGB darstellen. In diesem Zusammenhang wird die allgemeine und z.t. die besondere Art der baulichen Nutzung sowie das damit gemäß BauNVO in Verbindung stehende Maß der baulichen Nutzung fixiert. Die grundstücksscharfe Bewertung und Einordnung einzelner Bauvorhaben kann jedoch weder baurechtlich noch planerisch auf dieser Planungsebene bewältigt werden. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf verwiesen, dass der Flächennutzungsplan kein Baurecht schafft. Hofanlagen und Gebäude, die nicht in der im Zusammenhang bebauten Ortslage liegen, genießen im Außenbereich Bestandsschutz und sollen als städtebauliche Dominante sowie kulturhistorisch wertvolle Gebäudeensemble weitestgehend gesichert werden. Diese Gebäude sind nicht als Bauflächen ausgewiesen. Die Umgestaltung soll in diesen Fällen auf die Möglichkeiten des 35 BauGB beschränkt bleiben bzw. im Einzelfall entschieden werden. Funktionslos gewordene Gebäude sollen entweder land-wirtschaftlich nachgenutzt oder aber einer angemessenen, neuen Nutzung zugeführt (z. B. Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen, Ferienwohnungen, Wohnnutzung) bzw. abgerissen werden. Der 35 BauGB greift dabei restriktiv ein. Landwirtschaftlich genutzte Anlagen im Außenbereich sowie solitäre Bebauungen außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile wurden mit der Signatur "Flächen für die Landwirtschaft" dargestellt (siehe Bauen im Außenbereich nach 35 BauGB). Innerhalb der Ortslagen Geyersdorf und Kleinrückerswalde mit dichteren Baustrukturen sind bei der weiteren Entwicklung insbesondere die Um- und Nachnutzung der vorhandenen Strukturen, Revitalisierung von Brachflächen sowie die Weiterentwicklung der

73 72 gewachsenen Baustrukturen von herausragender Bedeutung. Anhand von Bestandsermittlungen und Managementvorgaben sind planerische Ziele zu formulieren und Ausweisungen vorzunehmen, wie mit Konversionsflächen künftig verfahren werden soll. An geeigneten Standorten sollten revitalisierbaren Gebäuden entsprechende Nachnutzungen zugelassen werden. In anderen Fällen sind Rückbaumaßnahmen zu ergreifen und im Eignungsfall Renaturierungen (Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) vorzunehmen. Ungeordnete Gemengelagen mit Nutzungs- und Gestaltungsproblemen sind entsprechend planerisch zu behandeln und nachfolgend umzustrukturieren. Immissionsschutzrichtlinien sind dabei generell zu beachten. An städtebaulich geeigneten Stellen sind bedarfsgerechte Neuausweisungen mit Planungshorizont 2030 vorzunehmen Stadt- und Siedlungsstruktur, Zielstellungen Die Große Kreisstadt besteht aus den Stadtteilen: Tabelle 11 Stadtteile und ihre Baustrukturen Stadtteil Baustrukturen Altstadt mittelalterliche Stadtstruktur mit überwiegender Bebauung ab 1732 (letzter großer Stadtbrand) und Gründerzeitüberbauung im Westen (unterer Stadtteil) und Nordwesten meist 3 4geschossig im Osten (oberer Stadtteil) meist bis max. 2geschossig in Form von Ein- bis Dreifamilienhausbebauung als geschlossene Reihen überwiegend Wohnfunktion, kleinere Handwerksbetriebe und Handelseinrichtungen sind integriert Wolkensteiner Straße, Buchholzer Straße, Große Kirchgasse, Klosterstraße und Markt sind Einkaufs- und Erlebnisbereiche (Läden, Museen, Kirchen, Behörden, Gaststätten, Banken, Hotels u.a.) Schulen, Kindertagesstätten, Kirchen Annaberg das Gebiet wird durch die B95 geteilt Nord-Ost östlich und westlich der Bundesstraße befinden sich zwei in überwiegend Blockbauweise bzw. Ziegelbauweise errichtete Wohngebiete (zw. 1920/ 1950 bis 1975) ehem. Oberer Bahnhof, jetzt Gewerbegebiet Oberer Bahnhof Stadtpark / Alter Friedhof / Sport- und Freizeitkomplex / Kätplatz Bereich mit Gewerbe / Büros / Behörden / Städtische Feuerwehr / Handel geringfügig Gründerzeitwohnbebauung Annaberg größeres Plattenbaugebiet sowie Blockbauweise (Barbara-Uthmann-Ring)

74 73 Nord kleineres Plattenbaugebiet (beide Gebiete beinhalten 23,3 % der zur Verfügung stehenden Wohnungen) mit Seniorenheim (WG Adam-Ries) zwei Kleinsiedlungsgebiete der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts Gewerbering mit großflächigen Handelseinrichtungen Neuer Friedhof, Sportplatz, Kindereinrichtungen Sehmatal lockere Einfamilienhausbebauung, Einzelgüter (meist nur noch Wohnnutzung) großflächiger Handel, Gewerbestandorte (Handtmann-Gießerei), Unterer Bahnhof, Erzgebirgsklinikum mehrere Kleingartenanlagen Buchholz bis 1945 eigenständige Kommune im unteren östlichen Teil überwiegend mehrgeschossige Gründerzeitbebauung (bis max. 5 Geschosse) im westlichen und nordwestlichen Teil Ein- bis Zweifamilienhausbebauung, teils Einzel-, teils Reihenhäuser im Norden Kleinsiedlungsgebiet mit Eigenheimbau von Anfang 20. Jhd. bis nach 1990 errichteten Gebäuden im Westen nach 1995 erschlossenes Eigenheimgebiet (ca. 25 % Auslastung) im Süden Friedhof, kleines modernes Freibad und Gründerzeitbebauung sowie die Fläche des Haltepunktes Bahnhof Süd im nördlichen Talbereich die Silberlandhalle (moderne Sportund Veranstaltungshalle) sowie der Waldschlösschenpark Gewerbeansiedlung in Tallage Annaberg das Gebiet wird im Osten durch die B95 und im Westen durch die Süd B101 begrenzt im Norden an die Altstadt angrenzend meist offene Gründerzeitbebauung, Landkreisgymnasium, Theater, Berufsschulen im mittleren Teil verstädterte Ortslage des Ortsteiles Kleinrückerswalde im Süden Gewerbe und großflächiger Handel sowie die Kreismülldeponie Kleingartenanlagen, Kleinsiedlungsgebiet Himmlisch Heer (20er - 30er Jahre), lockere Ein- und Zweifamilienhausbebauung in Tallage zu Buchholz Klein- im Nordwesten Gewerbegebiet, Einfamilienhausbebauung sowie rückers- 2 4geschossige Gründerzeitbebauung im Norden Tierpark, angrenzend an das Pöhlberggebiet walde im Süden Dorflage Kleinrückerswalde mit Gehöftstrukturen, Eigen- heimen, Gewerbe und Handwerk Frohnau dörfliche Baustrukturen mit Gehöften (meist nur noch Wohnfunktion), Ein- und Zweifamilienhäusern, in Richtung Osten verstädtert Tourismusmagneten Frohnauer Hammer und Markus-Röhling-Stolln im Süden Eigenheimbau sowie Seniorenheim im Norden Papierfabrik Schönfeld Cunersdorf dörfliche Ortsstrukturen in Richtung Westen verstädtert am südlichen Ortsrand Eigenheimsiedlung nach 1990 erschlossen Tourismusmagnet Dorotheastollen südlich der Ortslage ist eine Verbindung zwischen B 95 und B 101 geplant

75 74 Geyersdorf eigentliche dörfliche Ortslage wird geprägt durch Gehöfte, Einund Zweifamilienhausbebauung, ergänzt durch nach 1990 entstandenen Eigenheimbau zwischen Hauptstraße und Dorfstraße im Süden Pöhlbergsiedlung Eigenheime vom Anfang vorigen Jahrhundert bis jetzt, angrenzend eine Gewerbebrache Für die weitere Entwicklung der Stadt- und Siedlungsstruktur bestehen folgende Zielstellungen: - städtebaulich verträgliche Verdichtung und Ergänzung des Innenbereichs sowie bedarfsgerechte Realisierung von Wohnbauerweiterungsflächen - Erhaltung vorhandener Gewerbebetriebe und Schaffung von bedarfsgerechten Erweiterungsmöglichkeiten - Schaffung weiterer Möglichkeiten zur Einordnung von nichtstörenden, wohnverträglichen Handwerks- und Gewerbebetriebe in den Mischgebieten - Schaffung von bedarfsgerechten Erweiterungsmöglichkeiten der Daseinsvorsorge - Erhalt und Sicherung der vorhandenen hochwertigen Landschaftspotenzialen Die bestehende Siedlungsstruktur soll erhalten bleiben, d. h. Erweiterungsflächen lehnen sich an vorhandene Standorte vor allem in Randlage bereits verdichteter städtischer Bereiche an, ergänzen sie bzw. runden sie ab. Durch die konzipierte kompakte Entwicklung wird eine Zersiedlung der Landschaft verhindert. Die ökologisch wertvollen Bereiche werden in größtmöglichem Maße geschont Wohnungsbestand und Entwicklung der Wohngebiete Im Flächennutzungsplan können für die Bebauung vorgesehene Flächen nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung Bauflächen dargestellt werden. Von dieser Möglichkeit wurde im vorliegenden Flächennutzungsplan hinsichtlich der Wohnbauflächen (W) Gebrauch gemacht. Eine weitere Differenzierung der ausgewiesenen Wohnbauflächen nach der besonderen Art ihrer baulichen Nutzung in Kleinsiedlungsgebiete (WS), Allgemeine Wohngebiete (WA), Reine Wohngebiete (WR) und Besondere Wohngebiete (WB) wurde nicht vorgenommen. Diese weitere Untergliederung bleibt der verbindlichen Bauleitplanung vorbehalten. Bei den bestehenden Wohnbauflächen im Plangebiet ist überwiegend der Charakter allgemeiner Wohngebiete anzutreffen, die durch 4 der BauNVO folgendermaßen definiert sind: (1) Allgemeine Wohngebiete dienen vorwiegend dem Wohnen. (2) Zulässig sind

76 75 1. Wohngebäude, 2. die der Versorgung des Gebiets dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe, 3. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, (3) Ausnahmsweise können zugelassen werden 1. Betriebe des Beherbergungsgewerbes, 2. sonstige nicht störende Gewerbebetriebe, 3. Anlagen für Verwaltungen, 4. Gartenbaubetriebe, 5. Tankstellen. Ein deutlich geringerer Störgrad durch Nichtwohnnutzungen ist in den Reinen Wohngebieten nach 3 BauNVO zulässig. Dieser Gebietstyp ist seltener und für Eigenheimsiedlungen in Randlagen und neu erschlossene Wohngruppen mit minimierten Verkehrserschließungsanlagen relevant: (1) Reine Wohngebiete dienen dem Wohnen. (2) Zulässig sind 1. Wohngebäude, 2. Anlagen zur Kinderbetreuung, die den Bedürfnissen der Bewohner des Gebiets dienen. (3) Ausnahmsweise können zugelassen werden 1. Läden und nicht störende Handwerksbetriebe, die zur Deckung des täglichen Bedarfs für die Bewohner des Gebiets dienen, sowie kleine Betriebe des Beherbergungsgewerbes, 2. sonstige Anlagen für soziale Zwecke sowie den Bedürfnissen der Bewohner des Gebiets dienende Anlagen für kirchliche, kulturelle, gesundheitliche und sportliche Zwecke. (4) Zu den nach Absatz 2 sowie den 2, 4 bis 7 BauNVO zulässigen Wohngebäude gehören auch solche, die ganz oder teilweise der Betreuung und Pflege ihrer Bewohner dienen. Beide o.g. Gebietstypen zeichnen sich durch ein regelmäßig zugeordnetes Nutzungsmaß, wie eine höchstzulässige Grundflächenzahl (GRZ) von 0,4 und eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,2 aus. Diese Dichtewerte werden in den dörflich geprägten Sied-

77 76 lungsstrukturen nicht erreicht. Dörflich geprägte Wohngebiete mit zugeordneten Nutzgärten, Wiesen und Streuobstwiesen sind vereinzelt in den Ortslagen anzutreffen. Der landwirtschaftliche Nebenerwerb spielt hier eine untergeordnete Rolle. Derartige Wohnbauflächen können als Kleinsiedlungsgebiete gemäß 2 BauNVO bezeichnet werden. Dabei gilt eine max. Grundflächenzahl von 0,2 und eine max. Geschossflächenzahl von 0,4. (1) Kleinsiedlungsgebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von Kleinsiedlungen einschließlich Wohngebäuden mit entsprechenden Nutzgärten und land-wirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen. (2) Zulässig sind 1. Kleinsiedlungen einschließlich Wohngebäude mit entsprechenden Nutzgärten, landwirtschaftliche Nebenerwerbsstellen und Gartenbaubetriebe, 2. die der Versorgung des Gebiets dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe, (3) Ausnahmsweise können zugelassen werden 1. sonstige Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, 2. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, 3. Tankstellen, 4. nicht störende Gewerbebetriebe. Die Einstufung bzw. Ausweisung der bebauten Gebiete ist stets als Entwicklungsziel für diese Bereiche zu betrachten. In derzeitiger Ausprägung eingegliederte unzulässige Gewerbebetriebe genießen Bestandsschutz, sollen aber im Hinblick auf die Verbesserung insbesondere der Wohnqualität an dem Gebietstyp unangepasster Weiterentwicklung gehindert werden. Ungünstige Funktionsmischung sind zu beseitigen und störende Betriebe sind in die dafür vorgesehenen Baugebiete (gemäß 8 und 9 BauNVO) auszulagern. Eine weitgehende, verträgliche Mischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten und Erholen ist dagegen nicht auszuschließen. In geeigneten Bereichen soll eine entsprechende Innenentwicklung, Verdichtung und Ergänzung mit Ein- und Zweifamilienhäusern ermöglicht werden. Bevorzugt sind dabei gut erschlossene bzw. erschließbare integrierte Lagen zu nutzen. Das Einfügungsgebot gemäß 34 Abs. 1 BauGB insbesondere auch das Nutzungsmaß

78 77 zwischen 0,2 in den locker bebauten und dörflich geprägten Bereichen sowie 0,4 in den dichter bebauten innerörtlichen Lagen ist anzuwenden. Gemäß 26 SächsNatSchG sind besonders geschützte Biotope zu sichern. Diese bauplanungsrechtlichen und sonstigen Maßgaben gibt der Flächennutzungsplan als vorbereitender Bauleitplan und räumliches Gesamtkonzept vor. Die Prüfung und Genehmigung entsprechender Einzelvorhaben obliegt der zuständigen Bauaufsichtsbehörde unter Mitwirkung der Städte und der Gemeinden. Die im Flächennutzungsplan dargestellten Bauflächen beinhalten entsprechend des Nutzungsmaßes gemäß 17 BauNVO sowohl die überbaubaren als auch nicht überbaubaren Grundstücksflächen. Es ist insofern nicht davon auszugehen, dass mit der Darstellung von Bauflächen (v.a. Wohn- und Mischbauflächen) im Bereich der im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine generelle Überbauung der Ortsbereiche bzw. die Überbauung ortsbildprägender Grün- und Freiflächen vorbereitet wird. Der kleinstädtische sowie dörfliche Charakter soll gesichert werden. Baumschutzsatzung, Naturschutzgesetz sowie andere gültige Gesetze und Vorschriften geben entsprechende Maßgaben vor und sind entsprechend einzuhalten und anzuwenden. Gemäß 5 Abs. 4 BauGB wurden die erforderlichen und von den Trägern öffentlicher Belange bereits mitgeteilten nachrichtlich zu übernehmenden Vorschriften und Restriktionen entsprechend eingearbeitet. Im Sinne der Wahrung der städtebaulichen Gesamtkonzeption und der Lesbarkeit des Planes wurden diese Maßgaben nach anderen gesetzlichen Vorschriften z.b. Baudenkmale zu den Anlagen genommen, Biotope gemäß SächsNatSchG in Übersichten benannt und mit Symbol im Sinne einer "Deckfestsetzung" in der Planzeichnung dargestellt. Bei der Bearbeitung von Bauanträgen ergeht somit der Hinweis auf eine grundstücksscharfe Prüfung vorhandener Restriktionen bereits aus dem Flächennutzungsplan. Wohnbauflächen In der Stadt Annaberg-Buchholz werden die Gebiete, die vorwiegend dem Wohnen dienen als Wohnbauflächen dargestellt: Auflistung der Wohnbauflächen in der Stadt Annaberg- Buchholz: Wohngebiet Barbara-Uthmann-Ring Wohngebiet Herzog-Georg-Ring Wohngebiet Adam- Ries

79 78 Siedlung am Wiesaer Weg (Siedlung des Friedens) Wohngebiet Damaschkestraße (Humpel) Eigenheimgebiet Am Hüttenberg (Hüttengrund) Pöhlbergsiedlunng Wohngebiet Zechenweg (AEG Siedlung) Eigenheimsiedlung Himmlisch-Heer-Straße (Eigenheime Himmlisch Heer) Eigenheimsiedlung Asternweg (Blumensiedlung) Wohngebiet Straße der Jugend Wohngebiet Gabelsberger Straße Wohngebiet Knappensteig Blockhaussiedlung Wohnungsbedarf Ein Hauptmerkmal der Entwicklung ist ein steigender individueller Wohnflächenkonsum bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang. Die Wohnflächenverfügbarkeit steigt und liegt in der Größenordnung von 43,8 m² (2014, zum Vergleich 2003: 38,1 m²). Auf Grundlage des Zensus 2011 zeigt sich die folgende Struktur der Haushalte: - Es überwiegen Mehrpersonenhaushalte (56,6%) gegenüber Einpersonenhaushalten (43,4%) - Auf alle Haushalte bezogen setzen sich die Mehrpersonenhaushalte vorrangig aus 2-Personen-Haushalten (36,9%), dann aus 3-Peronen-Haushalten (11,8%) und Haushalten mit vier oder mehr Personen (7,9%) zusammen - In 24,9% der Haushalte leben Kinder - In einem Drittel der Haushalte lebt mindestens eine Person, die älter als 65 Jahre ist. Dabei ist hervorzuheben, dass innerhalb dieses Drittels in 83,5% der Haushalte alle Personen über 65 Jahre alt sind - Wohngemeinschaften (1,5%) und Mehrgenerationenhaushalte sind Ausnahmen und spielen eine untergeordnete Rolle - Rund drei Viertel (72,7%) aller Wohnungen werden zur Miete bewohnt. In Mietwohnungen leben 67,2% der Menschen bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,7 Personen - Rund ein Viertel (27,2%) aller Wohnungen sind Eigentümerwohnungen. Darin leben 32,8% der Personen mit durchschnittlich 2,2 Personen im Haushalt - Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 70,6 m² (Tabelle 12). - Die Leerstandquote beträgt 11,6%. Ein Anstieg bis 2030 ist zu erwarten.

80 79 Einen Neubaubedarf an Mehrfamilienhäusern gibt es fast nicht. Gelegentlicher Neubau ist hier nur innerhalb eines speziellen Rahmens (z.b. energetische Optimierung, altersgerechtes Wohnen) nachgefragt. Tabelle 15 zeigt die prognostizierte Entwicklung des Neubaubedarfes an Wohnungen in Annaberg-Buchholz. Dabei wurde die vom BBSR ermittelte Neubaunachfragerate für den Erzgebirgskreis basierend auf der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung (Kapitel Bevölkerungsentwicklung und prognose) für Annaberg-Buchholz bestimmt. Dem INSEK 2025 folgend vermindert sich die dabei ermittelte Anzahl der Wohnungen noch einmal um dein Drittel. Wie oben erwähnt besteht praktisch ausschließlich Bedarf nach Ein- und Zweifamilienhäusern. Ausgehend von 15 Wohneinheiten pro Hektar ergibt sich ein Flächenbedarf für den betrachteten Zeitraum von 13,5 ha bis 2030 auf dem 201 nachgefragte Wohnungen Platz finden. Tabelle 12 Wohnflächenklassen und ihr Anteil an allen Haushalten, ihr Anteil der in der jeweiligen Klasse lebenden Einwohner und der durchschnittlichen Haushaltsgröße je Klasse Wohnfläche [m²] Anteil an Haushalten [%] Anteil an Einwohnern [%] Personen je Haushalt unter 60 42,2 31,2 1,4 60 bis 80 29,3 30, ,6 18,2 2, ,3 9,9 2, ,3 8 2,9 160 und mehr 1,4 2,2 2,9 Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik: Zensusdatenbank Zensus 2011 der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder Tabelle 13 Stand und Entwicklung der Wohnungssituation in Annaberg-Buchholz Zeitbezug Anteil bzw. Veränderung [%] Ein- und Zweifamilienhäuser ,3 Mehrfamilienhäuser ,7 Entwicklung Wohnungen ,6 Anteil 1- und 2-Raum-Wohnungen ,8 Entwicklung 1- und 2-Raum-Wohnungen ,1 Anteil 5- und mehr Raum-Wohnungen ,7 Entwicklung 5- und mehr Raum-Wohnungen ,5 Quelle: BBSR im BBR: INKAR - Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung

81 80 In der Stadt Annaberg besteht ein hoher Anteil an Wohngebäuden mit 5 und mehr Wohnräumen. Auch perspektivisch wird sich der Bedarf zunächst auf den Wohnungsbau im Ein- und Zweifamilienhaussegment konzentrieren. Die in den vergangenen Jahren anhaltende Tendenz zum Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern in der Stadt Annaberg- Buchholz wird aufgrund des weiterhin bestehenden Wunsches nach Wohneigentum im Eigenheimsektor und der aktuell niedrigen Zinsen auch künftig zu erwarten sein. Es wird langfristig erwartet, dass nicht mehr die hohen Zuwachsraten realisiert werden können. Diese Entwicklung hängt insbesondere von der verminderten Wachstumsdynamik bzw. die für Gesamtdeutschland insgesamt ab 2026 leicht rückläufige Zahl der Haushalte ab. Die geburtenstarken Jahrgänge sind dann überwiegend mit Wohnraum versorgt und die nachrückenden geburtenschwachen Jahrgänge lösen eine geringere Nachfrage aus. Diese Veränderung wird sich vor allem auf das Ein- und Zweifamilienhaussegment auswirken Im INSEK erfolgte eine Betrachtung des Wohnungsleerstandes in der Stadt. Die gegenwärtige WE-Leerstandsquote liegt bei mehr als 11,0 %. Vor allem die leerstehende historische Bausubstanz wird durch hohen Sanierungs-rückstau und physischen Verschleiß gekennzeichnet. Dabei sind komplett leer stehende Gebäude stärker gefährdet, als noch bewohnte. Die verbliebenen Nutzer übernehmen quasi Wächterfunktion zur Aufrechterhaltung des jeweiligen städtischen Raums. Leerstehende historische Bausubstanz befindet sich in privatem Streubesitz und im Eigentum der Städtischen Wohnungsgesellschaft. Eine barrierearme, energieeffiziente Sanierung gemäß heutigen Ansprüchen und dem Stand der Technik ist mit über das Normalmaß hinaus gehenden Kosten verbunden, die Eigentümer aufgrund des geringen erzielbaren Mietpreises oft nicht refinanzieren können. Zudem sinkt auf lange Sicht die Wohnungsnachfrage aufgrund weiteren Einwohnerrückgangs. Das lässt auch künftig keine erweiterte Investitionsbereitschaft privater Eigentümer erwarten, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern. Insgesamt wurden bei einer Erfassung des Wohnungsbestandes im Jahr 2011 im gesamten Stadtgebiet leerstehende Wohnungen festgestellt. Der den Leerstand verringernde Rückbau von Gebäuden, wie schon im INSEK 2003 geplant, verursacht ebenfalls hohe Kosten, weil neben dem eigentlichen Gebäuderückbau auch die Hausanschlüsse abgetrennt, die Nachbargebäude gesichert und

82 81 Grundstücksregulierungen vorgenommen werden müssen. Damit kommen auf den Eigentümer Kosten zu, die nicht durch die staatlichen Rückbauzuschüsse gedeckt werden. Folglich ist kein Eigentümer bereit, private Mittel in die Vernichtung in Form von theoretisch nutzbarer Bausubstanz bestehender Werte zu stecken. Viele Einzeleigentümer versuchen, durch Immobilienverkauf dem Dilemma aus dem Weg zu gehen. Gelingt das oder die dauerhafte Erfüllung von Eigentümerpflichten nicht, kommt es ggf. auch zur Aufgabe des Eigentums an einem Grundstück (Dereliktion gem. 928 BGB). Eine Lösung für das Gebäude und sein städtebauliches Umfeldes ist damit nicht zwangsläufig verbunden. Die Möglichkeit, Kauf und Rückbau durch die Stadt vorzunehmen, besteht aus finanziellen Gründen nur begrenzt. Daher wird dieses Vorgehen vorrangig zur Abwendung größerer städtebaulicher Missstände praktiziert. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hat eine Raumordnungsprognose 2025 vorgelegt. Die Prognose basiert auf den demografischen Modellen der BBSR-Raumordnungsprognose 2025 und weiterführenden Szenarien zur Raumentwicklung. Die Prognosen betreffen die Bevölkerung, die privaten Haushalte, die Erwerbspersonen und den Wohnungsmarkt. Nachfolgend werden maßgebliche Auswirkungen für die neuen Bundesländer dargestellt. Bevölkerung Bevölkerungsrückgang in den neuen Bundesländern ca. 10 % ( ) weiter abnehmende Bevölkerung außer suburbane Räume (z.b. Leipzig, Dresden) Geringere Zuwanderung, stärkere räumliche Konzentration auf verdichtete / verstädterte Räume private Haushalte Zahl der Haushalte wird insgesamt abnehmen Trend zu kleineren Haushalten hält an (betrifft "junge" und "alte" Haushalte) Zahl der großen Haushalte nimmt ab Erwerbspersonen die Zahl der Erwerbspersonen nimmt ab ("Nachrücker" werden weniger) Anteil älterer Erwerbspersonen steigt / Jüngere werden weniger

83 82 Wohnungsmarkt Wohnungsmarktbedingungen unter Schrumpfungskonstellation setzen sich fort kleinere Haushalte führen zu einem größeren individuellen Wohnflächenkonsum für alternde Haushalte wird sich die Pro-Kopf Wohnfläche nach Auszug der Kinder im Bestand erhöhen Wohnungsmarktprognose 2030 (nbl) erhöhter Wohnflächenkonsum und Bildung von Wohneigentum schwächen die wohnungsmarktrelevanten Folgen der negativen Bevölkerungsentwicklung ab Zunahme der Eigentümerquote Anstieg der Pro-Kopf Wohnfläche der Eigentümerhaushalte auf 47m 2 bis 2025 Anstieg der Pro-Kopf Wohnfläche der Mieterhaushalte auf 38m 2 bis 2025 Nachfrage überwiegend nach Wohnungen in EFH/ZFH Das BBR prognostiziert für die neuen Bundesländer einen Neubaubedarf von 12 WE je Einwohner und Jahr für den Zeitraum bis 2020 und von 10 WE je Einwohner und Jahr für den Zeitraum bis Tendenzen des Wohnungsmarktes Im Mehrfamilienhaussegment wird der Bedarf im Bestand durch Sanierung/ Modernisierung, Beseitigung von Leerstand und vereinzelt durch Neubau gedeckt werden. Aufgrund leerstehender und unsanierter Wohnungen werden auch qualitativ hochwertige Wohnungen durch Sanierung, Modernisierung und bedarfsgerechte flexible Wohnungsgrößen am Wohnungsmarkt anbietbar sein. Möglichkeiten zur Sanierung und Nachnutzung sind insbesondere im Altstadtgebiet zu prüfen und umzusetzen. Auch perspektivisch wird sich der Bedarf zunächst auf den Wohnungsbau im Ein- und Zweifamilienhaussegment konzentrieren. Beleg dafür sind auch die Baufertigstellungen in den unmittelbar zurückliegenden Jahren. Bisher waren 90% aller Wohnbaufertigstellungen EFH/DH. Das Einfamilienhaus stellt dabei den dominierenden Bebauungstypen dar. Im Eigenheimbau werden jedoch nicht mehr die hohen Zuwachsraten zu erwarten sein, wie noch bis Anfang Es ist in Sachsen im Planungszeitraum mit einer Dämp-

84 83 fung der Nachfrage zu rechnen. Diese Entwicklung hängt insbesondere mit Veränderungen in der Haushaltsstruktur zusammen. Hat es bisher in Sachsen trotz abnehmender Bevölkerung weiterhin noch Haushaltszuwächse gegeben (Ursachen lagen in veränderten Lebensstilen / Familienformen), die positive Effekte für den Wohnungsmarkt und die Wohnungsnachfrage ergaben, so sollen sich ab 2020 spürbare Veränderungen vollziehen. Unterstellt man gleichbleibende Bedingungen werden schrumpfende Haushaltszahlen dann im Freistaat Sachsen zu Nachfragerückgängen auf dem sächsischen Wohnungsmarkt führen. Ursachen dafür sind, dass die geburtenstarken Jahrgänge dann bereits überwiegend mit Wohnraum versorgt sind und die nachrückenden geburtenschwächeren Jahrgänge im Rahmen ihrer Haushaltsgründung eine weitaus geringere Nachfrage auslösen werden. Diese Veränderungen werden sich insbesondere auch auf das EFH-Segment auswirken. Darüber hinaus werden dann auch EFH, die nach 1990 gebaut wurden zum Verkauf stehen. In folgenden Segmenten des Wohnungsbaus wird künftig von Fertigstellungsbedarf auszugehen sein: Tabelle 14 Wohnformen Wohnform Zeitraum Entwicklung Umsetzung EFH/ DH ges. Zeitraum weitere Bedarf Baulücke, Ergänzungen, Wohngebiete MFH ges. Zeitraum geringer Bedarf vorw. im Bestand Sonderwohnformen (behindertengerechtes, altengerechtes Wohnen) Städtische Single-Wohnungen ges. Zeitraum ansteigender Baulücken, Umnutzung Bedarf im Bestand ges. Zeitraum geringer Bedarf vorw. im Bestand Im Eigenheimbau wird auch weiterhin ein Fertigstellungsbedarf auf niedrigerem Niveau vorwiegend in kleineren Wohngebieten sowie in Baulücken und Ergänzungsflächen (sowohl innerstädtisch als auch im ländlichen Raum) bestehen. Im Mehrfamilienhaussegment zeichnet sich insbesondere in größeren Städten wieder ein Bedarf ab. Dadurch bestehen auch Chancen zum Abbau des Leerstandes im Geschosswohnungsbau. Darüber hinaus könnte weiterer Mietwohnungsbau/sozialer Wohnungsbau auch für die Unterbringung von Flüchtlingen erforderlich werden. Sonderwohnformen

85 84 insbesondere im betreuten sowie altengerechten Wohnen werden infolge der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung künftig stärker nachgefragt sein. Mit der fortschreitenden Versiegelung besteht insbesondere für Singlewohnformen ein Fertigstellungsbedarf. Dabei sind Angebote im Bestand des Geschosswohnungs- und Mehrfamilienhaussegmentes zu schaffen. Wohnungsbedarf bis 2030 Die Planungshoheit der Kommunen schließt ungeachtet der zentralörtlichen Einstufung ein, dass jeder Gemeinde eine bauliche Eigenentwicklung zugestanden wird. Das bedeutet, dass der Bedarf an Wohnungen, der sich aus: der Einwohnerentwicklung (einschließlich natürlicher Bevölkerungsentwicklung und Wanderungen) den Veränderungen der Haushaltsstruktur (z.b. Zunahme von Single-Haushalten) der Leerstandproblematik / den Erfordernissen des Stadtumbaus dem Bauzustand vorhandener Wohnungen sowie den quantitativen und qualitativen Wohnansprüchen der Bevölkerung ergibt, für die ortsansässigen Einwohner in der eigenen Gemeinde gesichert wird. Der Wohnungsbedarf 2030 wurde auf Grundlage der vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) für den Neubaubedarf 2025 erstellten Prognose abgeleitet. Ausgangspunkt für die Wohnbedarfsermittlung ist die prognostizierte Haushaltsgröße (HH). Der durchschnittliche jährliche Verlust im Erzgebirgskreis betrug in der Langzeitbeobachtung von 1995 bis 2011 etwa 0,015 Pers./HH. Eine lineare Trendfortschreibung würde in Annaberg-Buchholz im Jahr 2025 zu einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,6 Pers./HH führen, was nicht realistisch erscheint. Die Wohnungsmarktprognose des BBSR ging 2015 deutschlandweit davon aus, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße weiterhin sinkt. In den Neuen Ländern kam es nach der deutschen Vereinigung innerhalb kürzester Zeit zu gravierenden Veränderungen der Bevölkerung und Haushaltsstrukturen, weshalb das Statistische Bundesamt im Jahr 2011 zum Jahr 2030 hier mittelfristig eine Abschwächung der Dynamik hin zu kleineren Haushalten vorhersagte 23. Da auch in den Neuen Ländern die Prozesse in ländlich geprägten Regionen, Verdichtungsräumen sowie Groß- und Mittelstädten unterschiedlich verlaufen, 22 blob=publicationfile&v= blob=publicationfile

86 85 ist auf Annaberg-Buchholz das Trend-Szenario einer kleinen Mittelstadt am Rande des Verdichtungsraums übertragbar. Unter Berücksichtigung der Baufertigstellungen wurde für die Region folgender reduzierter Neubaubedarf in Ansatz gebracht: bis 2020 von 14 WE / EW jährlich, bis 2025 von 11 WE / EW jährlich und bis 2030 von 9 WE / EW jährlich. Zum anderen resultiert der Neubaubedarf aus der Erhöhung der Wohnbaufläche. In der Stadt liegt die durchschnittliche Wohnfläche unter dem Durchschnittswert der neuen Bundesländer, so dass hier perspektivisch eine Anpassung an den allgemeinen Trend zu größeren Wohnflächen vor allem bei den Eigentümerhaushalten auftreten wird. IST Eigentümerhaushalte (2018) alte Bundesländer: IST Eigentümerhaushalte (2018) neue Bundesländer: IST Mieterhaushalte (2018) alte Bundesländer: IST Mieterhaushalte (2018) neue Bundesländer: 49 m²/ew* 43 m²/ew* 38 m²/ew* 35 m²/ew* IST Stadt Annaberg-Buchholz: 44 m² Prognose Eigentümerhaushalte alte Bundesländer 2030: Prognose Eigentümerhaushalte neue Bundesländer 2030: Prognose Mieterhaushalte alte Bundesländer 2030: Prognose Mieterhaushalte neue Bundesländer 2030: *Quelle: BBSR Berichte, Wohnungsmarktprognose m²/ew* 49 m²/ew* 43 m²/ew* 40 m²/ew* Nach der BBSR-Wohnungsmarktprognose (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) wird die Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland bis 2030 auf ca. 47 m² steigen. Der Wohnflächenzuwachs verläuft in den alten und neuen Bundesländern einheitlich. Die Pro-Kopf-Wohnfläche der Eigentümerhaushalte steigert sich um jeweils ca. 5 m² auf 54 m²/ew in den alten Ländern und auf 49 m²/ew in den neuen Ländern. In den Mieterhaushalten wird ein Anstieg von ca. 3 m² in den alten sowie den neuen Ländern prognostiziert. In Annaberg-Buchholz liegt die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche (Stand Zensus)

87 86 bereits bei dem prognostizierten Wert für Mieterhaushalte für die neuen Mieterhaushalte für Im Bereich der Eigentümerhaushalte in den neuen Bundesländern liegt die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner deutlich über dem Wert der Stadt Annaberg-Buchholz. Wohnungsbedarf Var.1 aus 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung EW EW EW Neubaurate je EW/a 14 WE 11 WE 9 WE Jährl. Neubaurate bei EW/ Var WE 21 WE 16 WE Ein permanenter Erneuerungsprozess macht Neubau von Wohnungen erforderlich. Das Bestreben nach Wohneigentum v.a. in Form von Eigenheimen bleibt bestehen. Es gibt begrenzte Möglichkeiten von Nutzungsänderungen im Bestand und es kommt zunehmend zum WE-Verlust durch Wohnungszusammenlegungen. Es besteht ein anhaltender Trend zur Verkleinerung der Haushalte mit steigendem Bedarf an kleinen Wohnungen. Steigender Bedarf an Sonderwohnformen des altengerechten und betreuten Wohnens muss befriedigt werden. Im Zeitraum wäre laut der fachlich weithin anerkannten BBSR-Wohnungsmarktprognose mit Bezug auf den gesamten Erzgebirgskreis für Annaberg-Buchholz ein Wohnungsneubaubedarf von 301 Wohneinheiten (WE) zu erwarten, und zwar ausschließlich im Sektor Ein- und Zweifamilienhäuser (EZH). Tabelle 15 Die Entwicklung des Neubaubedarfs an Wohneinheiten (WE) von 2015 bis 2030 Jahr Neubaudarf [WE / EW * a] (Erzgebirgskreis) prognostizierte Bevölkerung [EW] Neubedarf [WE / a] (Annaberg-Buchholz)

88 Summe Summe abzüglich 1/3 201 Flächenbedarf (15 WE/ha) [ha] 13,5 Quelle: BBSR im BBR: Wohnflächennachfrage in Deutschland bis 2030) sowie der resultierende Flächenbedarf. Die prinzipielle Anwendbarkeit der Prognose leitet sich daraus ab, dass die Einwohnerentwicklung der Stadt Annaberg-Buchholz seit der Jahrtausendwende, und noch deutlicher seit 2005, insgesamt positiver als im Erzgebirgskreis verlief. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass der Bruch infolge der Zensuserhebungen 2011 möglicherweise mehr die Stadt als den Landkreis benachteiligt. Wird ein realistischer Anteil an WE bei 1/3 eingeschätzt, wären demnach insgesamt 201 Wohneinheiten vonnöten. Dieser theoretische Bedarf würde sich bei einer aus Gründen des sparsamen Umgangs mit Bauland unterstellten Mindestbebauungsdichte von 15 WE/ha einen Bruttobaulandbedarf in der Größenordnung von 13,5 ha nach sich ziehen. Vor dem Hintergrund sinkender Bevölkerungszahlen in Annaberg-Buchholz und ganz Südsachen (Raumordnungsregion) und einer Abnahme der Anzahl an Haushalten sowie weniger und älter werdender erwerbstätiger Menschen schrumpft der Wohnungsmarkt. In Zukunft sind daher zunehmend kleinere Haushalte (Haushaltgröße 2020: 1,83 Personen, 2025: 1,8 Personen) mit einer älteren Bewohnerschaft anzunehmen. Die Eigentümerquote wird steigen, dabei liegt der Schwerpunkt der Nachfrage sehr stark im Ein- und Zweifamilienhaussektor, welcher sich bereits in der Vergangenheit am stärksten entwickelt hat und bereits die Wohnungssituation dominiert (Tabelle 15). Es folgt ein Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche. Die Anwendbarkeit der BBSR-Wohnungsmarktprognose steht damit auf einer validen Einschätzung, was jedoch mitnichten die Notwendigkeit einer Baulandneuausweisung für 201 WE in Ein- und Zweifamilienhäusern begründen soll. Zu einem beträchtlichen Teil können innerörtliche Potenziale wie Baulücken und Brachenrevitalisierungen dafür gehoben werden.

89 88 Wohnbauflächen Die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz hat seit 1990 mehrere Bebauungspläne zur Entwicklung von Wohnbauflächen aufgestellt. Tabelle 16 Auslastung der Wohnbauflächen in Baugebieten Bauflächen / Wohngebiete/ Gesamtfläche WE gesamt WE noch frei Bebauungsplangebiete (WA) in m² (Annahme) Barbara-Uthmann-Ring III , (Herzog-Georg-Ring) An der Turnhalle Geyersdorf 9.535,76 16 keine Wohngebiet Am Rathaus Geyersdorf 5.740,74 6 keine An der Geyersdorfer Straße 5.482,26 30 keine Eigenheimstandort Heiterer Blick , Buchholz Eigenheimstandort Kleinrückerswalde , Wohngebiet Cunersdorf Süd , Wohngebiet Bärensteiner Straße BP , Wohn- und Mischgebiet Bärensteiner Straße Wohngebiet Alte Poststraße , Gesamt (davon 55 in EFH) In der Stadt stehen derzeit noch 75 Bauplätze in erschlossenen Baugebieten zur Verfügung. Die Stadt passt zur Steuerung der städtebaulichen Ordnung auch Satzungsrecht an, so zum Beispiel den BP Heiterer Blick und Alte Poststraße. Diesen Gebieten mit sämtlich in Privat/ Maklereigentum befindlichen freien Baugrundstücken haftet der Makel an, dass derzeit relativ hohe Preise für das erschlossene Grundstück verlangt werden. Eine Änderung der Vermarktungsstrategie könnte das Image verbessern. Tabelle 17 Baulücken und Brachflächen Stadtteil Bezeichnung Freie WE Buchholz Innenentwicklung 21 WE Kleinrückerswalde Innenentwicklung 9 WE

90 89 Cunersdorf Innenentwicklung 7 WE Annaberg Nord-Ost Innenentwicklung 2 WE Geyersdorf Innenentwicklung 4 WE Sehmatal Innenentwicklung 9 WE Altstadt Innenentwicklung 15 WE Frohnau Innenentwicklung 3 WE Gesamt 70 WE nur 30% der Baulücken und Brachflächen werden nutzbar sein Gesamt unter Berücksichtigung der 30% (Planungshorizont 2030) 21 WE Ca. 70 WE innerörtliches Baulückenpotenzial sind kurz- und mittelfristig (bis 2025) sowie langfristig (bis 2030). Nur 21 WE sind mit Realisierungschancen bis 2030 nutzbar, diese sollen berücksichtigt werden. Die Baulücken und Brachflächen befinden sich meist in Privatbesitz und stehen daher der Stadt nicht zur Verfügung. Demzufolge wird angenommen, dass nur 30 % der Baulücken und Brachflächen bis zum Planungshorizont 2030 genutzt werden können. Unter Berücksichtigung der 30 % können somit 21 WE in Baulücken oder durch die Revitalisierung von Brachflächen als Potenzial bis 2030 genutzt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, durch Innenentwicklung und maßvolle Erweiterung bestehender Wohngebiete vorhandene Potenziale zur Verdichtung durch Ergänzungssatzungen in verkehrlich und stadttechnisch erschlossenen Lagen zu nutzen. Diese Entwicklung ist aus gesamtstädtischer Sicht sinnvoll und entspricht den Grundsätzen und Zielen der der Siedlungsentwicklung im Landesentwicklungsplan. Die Stadt möchte aus wirtschaftlicher Sicht auch private Investitionen zur Erschließung von Bauland auf kleinen Flächen unterstützen. Innerhalb der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz lassen sich folgende Reserven verzeichnen: Bebauungspläne: Baulücken und Brachflächen Gesamt 75 WE 21 WE 96 WE

91 90 Um für den zukünftigen Wohnungsbedarf Vorsorge zu treffen, braucht die Stadt weiterhin die Ausweisung von neuen Baugebieten, um auch für Bauwillige, die nicht über eigene Grundstücke verfügen Bauland anbieten zu können. Die Ausweisung dieser Baugebiete entspricht der Darstellung im wirksamen Flächennutzungsplan. Der prognostizierte Wohnungsbedarf von 201 WE in der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz kann durch die vorhandenen Reserven gedeckt werden.

92 91 Planung Wohnbauflächen Entwicklungsfläche 1 Abbildung 14 Wohnen, Geyersdorfer Hauptstraße Stadtteil Geyersdorf: Geyersdorfer Hauptstraße/ Am Roten Gut Größe: m² mgl. WE: 9 WE Sinnvolle Erweiterung der Siedlungsstruktur Bestehende verkehrliche Erschließung über Querstraße Geyersdorfer Hauptstraße Bereits Bebauungen vorhanden Abgrenzung zum geplanten Gewerbe durch gemischte Baufläche Entwicklungsfläche 2 Abbildung 15 Wohnen, Alte Königswalder Straße Stadtteil Geyersdorf: Alte Königswalder Straße Größe: m² mgl. WE: 13 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Alte Königswalder Straße Bereits Bebauung an der Alten Königswalder Straße vorhanden Innenentwicklung/ Lückenschluss zwischen vorhanden Baustrukturen

93 92 Entwicklungsfläche 3 Abbildung 16 Wohnen, Geyersdorfer Straße/ Tannenweg Stadtteil Geyersdorf: Geyersdorfer Straße/ Tannenweg Größe: m² mgl. WE: 25 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Tannenweg, zusätzliche Erschließung möglich Bereits Bebauungen an der Geyersdorfer Str. und Tannenweg vorhanden Entwicklungsfläche 4 Abbildung 17 Wohnen, Parkstraße Stadtteil Geyersdorf: Parkstraße Größe: m² mgl. WE: 13 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Parkstraße Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Gewerbe- mit FNP Wohnen Abgrenzung zum geplanten Gewerbe durch gemischte Baufläche

94 93 Entwicklungsfläche 5 Abbildung 18 Wohnen, Hauptstraße Frohnau Stadtteil Frohnauf: Hauptstraße Größe: m² mgl. WE: 5 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Hauptstraße Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Landwirtschaftliche Fläche Entwicklungsfläche 6 Abbildung 19 Wohnen, Bäuerinweg/ Schlettauer Straße Frohnau Stadtteil Frohnauf: Hauptstraße Größe: m² mgl. WE: 6 WE Bestehende äußere verkehrliche Erschließung über Bäuerinweg Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Grünfläche Bestehende Medienerschließung

95 94 Entwicklungsfläche 7 Abbildung 20 Wohnen, Waldweg/ Ecke Straße des Friedens Stadtteil Cunersdorf: Waldweg/ Ecke Straße des Friedens Größe: m² mgl. WE: 10 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Straße des Friedens und Waldweg Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Landwirtschaft/ Grünfläche mit FNP Wohnen Entwicklungsfläche 8 Abbildung 21 Wohnen, Am Steigerwald Stadtteil Cunersdorf: Am Steigerwald Größe: m² mgl. WE: 6 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Straße Am Steigerwald Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Grünfläche mit FNP Wohnen

96 95 Innerhalb der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz lassen sich nun folgende Reserven und Potentialflächen definieren: Bebauungspläne: Baulücken und Brachflächen Neuausweisung Wohnen Gesamt 75 WE 21 WE 84 WE 180 WE Zuzüglich zu den Reserven aus Bebauungsplänen sowie Baulücken und Brachflächen besteht durch die Neuausweisung von Wohnbauflächen eine mögliche Bebauung von 84 WE. Der weitere Bedarf an Wohnungen von 7 WE wird in den gemischten Bauflächen abgedeckt durch die Nutzung der zusätzlichen Baulücken und Brachflächen in gemischten Bauflächen. Somit stehen der Stadt Annaberg-Buchholz ca. 14 WE zur Deckung des Bedarfs zur Verfügung. Dem Flächennutzungsplan wird ein Planungshorizont bis 2030 zu Grunde gelegt. Die Wohnbauplanung ist entsprechend darauf abzustellen. Gemäß 1 BauGB sollen Bauleitpläne eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten. Weiterhin sind die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung, die Schaffung und Erhaltung sozial stabiler Bewohnerstrukturen, die Eigentumsbildung weiter Kreise der Bevölkerung und die Anforderungen kostensparenden Bauens sowie die Bevölkerungsentwicklung zu berücksichtigen. Die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung, insbesondere die Bedürfnisse der Familien, der jungen, alten und behinderten Menschen, unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer sowie die Belange des Bildungswesens und von Sport, Freizeit und Erholung haben bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes Beachtung zu finden. Auch die Belange der Erhaltung, Erneuerung, Fortentwicklung, Anpassung und der Umbau vorhandener Ortsteile sind nicht zu vernachlässigen. Des Weiteren sind die Belange der Baukultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, die erhaltenswerten Ortsteile, Straßen und Plätze mit geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung und die Gestaltung des Orts- und Landschaftsbildes von Bedeutung.

97 96 In 1a BauGB wird u.a. ein sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden gefordert. Weiterhin sind Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen. In diesem Sinne soll die Bauleitplanung hinsichtlich der Flächeninanspruchnahme für Wohnbauzwecke nach folgenden Prioritäten erfolgen: Nutzung vorhandener, leerstehender Bausubstanz zu Wohnzwecken unter Beachtung der Belange des Denkmalschutzes Nutzung von Möglichkeiten der Innenverdichtung vor allem in Baulücken Konsequente Auslastung von Reserven (Bebauungsplan- und Satzungsgebiete) Bei Erweiterungen sind Ergänzungen mit Bezug zu vorhandenen Erschließungsanlagen zu bevorzugen Bestand und Planung Gemischte Bauflächen Als vorhandene gemischte Bauflächen kommen die Mischgebiete (MI) in Betracht, nicht jedoch großstadttypische Kerngebiete (MK). In den ausgewiesenen gemischten Bauflächen (M) erfolgte keine Festlegung auf MD oder MI, um auch weiterhin eine wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Bausubstanz bzw. die Ansiedlung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben zu ermöglichen und gleichzeitig aber auch eine landwirtschaftliche Nutzung nicht prinzipiell auszuschließen. In den ausgewiesenen gemischten Bauflächen soll auch perspektivisch die Nutzungsvielfalt gesichert werden. Nutzungsvielfalt und Nutzungsmischung tragen zu einer belebten Siedlung bei, in der relativ schnell auf sich wandelnde Bedürfnisse reagiert werden kann, kurze Wege und Kommunikation gefördert werden. Standortneuausweisungen gemischter Bauflächen wurden nur untergeordnet bzw. ergänzend vorgenommen. Die gemischten Bauflächen sind jeweils anteilig für Wohnbauzwecke (50%) und für nicht störendes Gewerbe sowie sonstige Nutzungen gemäß BauNVO vorgesehen. Dorfgebiete sind heute auch in den ländlichen Ortsteilen oft nur noch untergeordnet vorzufinden. Die Ortsränder zwar häufig noch von Hofanlagen geprägt, landwirtschaftliche Nutzungen sind jedoch kaum noch vorhanden. Die größeren Betriebe liegen i.d.r. im Außenbereich. Häufig befinden sich in den Hofanlagen neben Wohnungen auch Handels- und Dienstleistungseinrichtungen, Handwerksbetriebe und sonstige gewerbliche Einrichtungen. Die Bauflächen in den ländlich geprägten Ortsteilen entsprechen jedoch trotzdem zumeist gemischten Bauflächen. Um in diesen regionaltypischen Baustrukturen, die überwiegend keiner aktiven landwirtschaftlichen Nutzung

98 97 mehr dienen, auch weiterhin Umnutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für gewerbliche Zwecke einzuräumen zu können, erfolgte überwiegend die Zuordnung zu gemischten Bauflächen. Landwirtschaftliche Nutzungen sind hier regelmäßig einbezogen, auch zukünftig abgesichert und in wohnverträglicher Ausprägung einordenbar. Die ortstypischen Hofanlagen und Dorfstrukturen können nur dann erhalten und zeitgemäß weiterentwickelt werden, wenn der ortsansässigen Bevölkerung bzw. Kaufinteressenten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten gestattet werden. Landwirtschaftlich genutzte Anlagen im Außenbereich sowie solitäre Bebauungen außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile wurden mit der Signatur Flächen für die Landwirtschaft dargestellt (s. dazu auch Pkt Bauen im Außenbereich nach 35 BauGB). Die gemischten Bauflächen sind überwiegend Mischgebiete (MI). Hier sind die typischen, historisch gewachsenen Gemengelagen mit dem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten (Handwerk, Gewerbe) vorzufinden. Weiterhin integrieren sich öffentliche Gebäude sowie Handels- und Dienstleistungseinrichtungen in diese Gebiete. Diese gemischte Nutzung trifft Bereiche von Annaberg-Buchholz (Ortsdurchfahrt) zu, aber auch auf Teile der Siedlungsbereiche anderer Ortsteile. Der FNP will vor allem die im Bestand gegebenen Potenziale würdigen. Der Schwerpunkt bezüglich der gemischten Baustrukturen liegt insofern auf der Konsolidierung und Entwicklung der Bestandsgebiete und nicht auf der Neuausweisung derartiger Flächen. Zu den gemischten Bauflächen gemäß 1 Abs. 2 BauNVO zählen: Dorfgebiete (MD) entsprechend 5 BauNVO (1) Dorfgebiete dienen der Unterbringung der Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben sowie der Versorgung der Bewohner des Gebiets dienenden Handwerksbetrieben. Auf die Belange der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe einschließlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten ist vorrangig Rücksicht zu nehmen. (2) Zulässig sind: 1. Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und die dazugehörigen Wohnungen und Wohngebäude, 2. Kleinsiedlungen einschließlich Wohngebäude mit entsprechenden Nutzgärten und landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen, 3. sonstige Wohngebäude,

99 98 4. Betriebe zur Be- und Verarbeitung und Sammlung land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse, 5. Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betriebe des Beherbergungsgewerbes, 6. sonstige Gewerbebetriebe, 7. Anlagen für örtliche Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, 8. Gartenbaubetriebe, 9. Tankstellen. (3) Ausnahmsweise können Vergnügungsstätten im Sinne des 4a Abs. 3 Nr. 2 zugelassen werden. Mischgebiete (MI) entsprechend 6 BauNVO (1) Mischgebiete dienen dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören. (2) Zulässig sind: 1. Wohngebäude, 2. Geschäfts- und Bürogebäude, 3. Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betrieb des Beherbergungsgewerbes, 4. sonstige Gewerbebetriebe, 5. Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, 6. Gartenbaubetriebe, 7. Tankstellen, 8. Vergnügungsstätten im Sinne des 4a Abs. 3 Nr. 2 in den Teilen des Gebietes, die überwiegend durch gewerbliche Nutzungen geprägt sind. (3) Ausnahmsweise können Vergnügungsstätten im Sinne des 4a Abs. 3 Nr. 2 außerhalb der in Absatz 2 Nr. 8 bezeichneten Teile des Gebietes zugelassen werden. Kerngebiete (MK) entsprechend 7 BauNVO (1) Kerngebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur. (2) Zulässig sind

100 99 1. Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, 2. Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften, Betriebe des Beherbergungsgewerbes und Vergnügungsstätten, 3. sonstige nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe, 4. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, 5. Tankstellen im Zusammenhang mit Parkhäusern und Großgaragen, 6. Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, 7. sonstige Wohnungen nach Maßgabe von Festsetzungen des Bebauungsplans. (3) Ausnahmsweise können zugelassen werden 1. Tankstellen, die nicht unter Absatz 2 Nr. 5 fallen, 2. Wohnungen, die nicht unter Absatz 2 Nr. 6 und 7 fallen. (4) 1Für Teile eines Kerngebiets kann, wenn besondere städtebauliche Gründe dies rechtfertigen ( 9 Abs. 3 des Baugesetzbuchs), festgesetzt werden, dass 1. oberhalb eines im Bebauungsplan bestimmten Geschosses nur Wohnungen zulässig sind oder 2. in Gebäuden ein im Bebauungsplan bestimmter Anteil der zulässigen Geschoßfläche oder eine bestimmte Größe der Geschoßfläche für Wohnungen zu verwenden ist. Dies gilt auch, wenn durch solche Festsetzungen dieser Teil des Kerngebiets nicht vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur dient. Für die Große Stadt Annaberg- Buchholz kommt die gemischte Baufläche (M) als Bestands- und Entwicklungsfläche in Betracht. Als gemischte Bauflächen wurden überwiegend bebaute Bereiche ausgewiesen. Die gemischten Bauflächen sind jeweils anteilig für Wohnbauzwecke und für nicht störendes Gewerbe sowie sonstige Nutzungen gemäß BauNVO vorgesehen. Der Flächennutzungsplan will vor allem die im Bestand gegebenen Potenziale würdigen. Der Schwerpunkt bezüglich der gemischten Baustrukturen liegt insofern auf der Konsolidie-

101 100 rung und Entwicklung der Bestandsgebiete und nicht auf der Neuausweisung derartiger Flächen. Eine Neuausweisung von gemischten Bauflächen erfolgte im Bereich: Entwicklungsfläche 1: Abbildung 22 Gemischte Baufläche, Geyerdorfer Straße Stadtteil Geyersdorf: Geyersdorfer Hauptstraße Größe: m² (min. 50% Wohnen) mgl. WE: 3 WE Sinnvolle Erweiterung der Siedlungsstruktur Bestehende verkehrliche Erschließung über Geyersdorfer Hauptstraße Bereits Bebauungen im Umfeld vorhanden Entwicklungsfläche 2: Abbildung 23 Gemischte Baufläche, Parkstraße Stadtteil Geyersdorf: Parkstraße Größe: m² (min. 50% Wohnen)

102 101 mgl. WE: 4 WE Bestehende verkehrliche Erschließung über Parkstraße Bereits Bebauungen vorhanden Nutzungsänderung, vorher Gewerbe- mit FNP Wohnen Abgrenzung zum geplanten Gewerbe durch gemischte Baufläche Verlust von Grünbestand Die aufgeführten Bauflächen in Stadtteil Geyersdorf entsprechen zumeist gemischten Bauflächen. Hier sind die typischen, historisch gewachsenen Gemengelagen mit dem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten (Handwerk, Gewerbe) vorzufinden. Weiterhin integrieren sich öffentliche Gebäude sowie Handels- und Dienstleistungseinrichtungen. Innerhalb der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz lassen sich nun folgende Reserven und Potentialflächen definieren: Bebauungspläne: Baulücken und Brachflächen Neuausweisung Wohnen Neuausweisung Gemischte Baufläche Gesamt 75 WE 21 WE 84 WE 7 WE 187 WE Bestand und Planung Gewerbliche Bauflächen Die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen gewerblichen Bauflächen umfassen Industrie- und Gewerbegebiete gemäß 8 und 9 BauNVO. Dabei dienen Gewerbegebiete vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben. Industriegebiete hingegen dienen ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben, und zwar vorwiegend solcher Betriebe, die in anderen Baugebieten unzulässig sind. Die gewerblichen Bauflächen der Großen Kreisstadt Annaberg- Buchholz befinden sich in den Stadtteilen Annaberg, Geyersdorf, Frohnau und Kleinrückerswalde. Es existiert eine Bruttobaufläche von 109,7 ha mit freien Flächen von insgesamt 17 ha. 4,5 ha freie Fläche im Bestand Bahnhofsstraße bis Bärensteiner Straße liegen als Brache vor. Die 0,8 ha freien Flächen im Gewerbegebiet Bleiche/Geyersdorf sind kleinteilig

103 102 angeordnet. Die freien Flächen im Industriegebiet an der B 101 sind noch unerschlossen. Damit sind die vorhandenen und durch Bebauungspläne gesicherten Flächen zu 98,8 % ausgelastet. Die übrigen Flächen sind sehr kleinteilig oder in einer topographisch ungünstigen Lage. Dass hier tatsächlich ein Engpass besteht, zeigt sich auch durch Anfragen an die Stadtverwaltung nach Flächen für größere Industrie- und Gewerbeanalgen. In den letzten Jahren gab es an das Mittelzentrum Annaberg-Buchholz gerichtete konkrete Anfragen regionaler Unternehmen für größere Gewerbe- und Industrieansiedlungen. Als zentraler Ort ist Annaberg-Buchholz so zu entwickeln, dass u.a. die Aufgaben des wirtschaftlichen Lebens wahrgenommen und erhalten werden. Es ist notwendig einen neuen Industrie- und Gewerbestandort in einer dem dringenden Bedarf angemessenen Größe auszuweisen und zu entwickeln. Mit der Aufstellung und am erfolgter Inkraftsetzung des Bebauungsplans Industriegebiet an der B101 wurde dem Bedarf aktuell Rechnung getragen. Die planungstheoretische Ermittlung des einwohnerbedingten Gewerbeflächenbedarfs bis 2030 basiert auf der 6. Regionalisierten Bevölkerungsprognose des Freistaats Sachsen von 2016 und dem angenommenen Entwicklungsszenario: - Städtischer Einwohnerzielwert EW - rd.56,7% davon sind im erwerbsfähigen Alter (15 u. 65 Jahre, Var.1) EW - ca. 62% davon sind Erwerbstätige (Annahme Beschäftigungsquote) EW - ca. 35% davon im produzierenden Gewerbe, einschl. Bau (Annahme) EW - Bruttobaulandbedarf m²/arbeitsplatz rd. 35,5 71,0 ha Es wird mit einem Gewerbeflächenbedarf von bis zu 71 ha gerechnet. Der Bedarf kann jedoch teilweise durch Reserven in Bebauungsplänen und die Revitalisierung von Brachflächen gedeckt werden. Tabelle 18 Gewerbeflächen im Bestand und deren Auslastung in Annaberg-Buchholz Gewerbeflächen im Bestand Bruttobaufläche [ha] Freie Flächen [ha] Papierfabrik Schönfeld 6 keine Gewerbebetriebe zw. Ernst.-Roch-Str. u. Zechenweg 6 keine Bahnhofstraße bis Bärensteiner Straße 12 4,5 Gewerbebetrieb an der Morgensonne 2,8 0 Gesamt 26,8 4,5 Quelle: INSEK 2025, Daten der Stadtverwaltung

104 103 Tabelle 19 Baubauungsplangebiete zur Gewerbeansiedlung und deren Auslastung Baugebiete zur Gewerbeansiedlung Baufläche [ha] freie Auslastung brutto netto Flächen [%] Gewerbering B 101, Annaberg 32,7 17,4 keine 100 Gewerbegebiet Bleiche/ Geyersdorf Geyersdorf 12,4 10,4 0,4 96 Gewerbegebiet Parkstraße/ Oberer Bahnhof 11,1 9,1 keine 100 Mischgebiet Bärensteiner Str., Kleinrückerswalde 5,7 2,8 keine 100 Gewerbegebiet Am Unteren Bahnhof 0,8 0,8 keine 100 Handtmann, Leichtmetallgießerei, Frohnau 3,7 3,7 keine 100 Werkstatt f. Behinderte d. Lebenshilfe e.v., Annaberg 2,5 1,3 keine 100 Industriegebiet an der B ,7 4,4 62 Gesamt 82,9 57,2 4,8 758 Quelle: INSEK 2025, Daten der Stadtverwaltung Der hohe gewerbliche Baulandbedarf kann nur zum Teil durch Brachflächenrevitalisierung gedeckt werden. Unter anderem weil die vorhandenen Brachflächen oft durch eine Nähe zu Wohnbebauung, eine schlechte Verkehrsanbindung, kleine Flächen o- der eine ungünstige Topographie geprägt sind. Abbildung 19 zeigt eine Auflistung der Gewerbebrachen der Stadt sowie darauf geplante Nutzungen. Tabelle 20 Liste von Gewerbebrachen im Stadtgebiet. Auszug aus dem Flächenpool der Stadt Annaberg- Buchholz Straße Fläche [m²] Sanierung/ Rückbau geplante Nachnutzung Bemerkung Parkstraße Rückbau Parkstraße 65a Rückbau Parkstraße 65b Rückbau Geyersdorfer Hauptstraße 55 Geyersdorfer Hauptstraße Rückbau Rückbau Lärmschutzabgrenzung zur Stadttechnik, aufgrund Umgebungsbebauung auch Gewerbegebiets-entwicklung denkbar Gewerbeansiedlung 34 BauGB, Lärmemissionsprognose Ansiedlung Einfamilienhäuser, durch Größe der Fläche Bebauungsplanverfahren und innere Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Mischgebietsentwicklungsfläche (Wohnen) Wohngebietsentwicklungsfläche

105 104 Straße Fläche [m²] Sanierung/ Rückbau geplante Nachnutzung Bemerkung Erschließung notwendig Geyersdorfer Hauptstraße Rückbau Alte Dorfstraße Rückbau Bahnhofsplatz 1 (diverse Gebäude) Bahnhofsplatz 1 (Eingangsbereich Bhf.) Sanierung 172 Sanierung Mandelgasse Rückbau Emilienberg 6a Rückbau Max-Michel- Str Rückbau Ausgleichsfläche für Ökokonto--> Grünfläche Mischgebietsentwicklungsfläche (Wohnen) Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Wohngebietsentwicklungsfläche Wohngebietsentwicklungsfläche Neubau ein bis zwei Einfamilienhäuser nur im Teilbereich der Rückbaufläche aufgrund vorhandener Erschließung, 34 BauGB, restl. Fläche Außenbereich Jugendherberge, 34 BauGB oder Gewerbe, Berücksichtigung benachbarte Bahn Grünflächen, Stellplätze etc., 34 BauGB zur Verbesserung Wohnumfeld der Nachbarn Errichtung zwei bis drei Einfamilienhäuser nach 34BauGB, bergbauliche Sicherung erfolgt, Anschluss AZV erforderlich Entwicklungsfläche Fachhochschule Münzgasse bei Erhalt des Wohngebäudes zur Max-Michel-Str. Mischgebietsentwicklungsfläche Verkauf notwendig Bodelschwingstraße Rückbau Grünfläche Wohnumfeldverbesserung für benachbarte Bebauung Waldschlösschenstraße 26 Bärensteiner Straße Rückbau Rückbau Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Gewerbeentwicklungsfläche

106 105 Straße Fläche [m²] Sanierung/ Rückbau geplante Nachnutzung Bemerkung Am Steigerwald Rückbau Karlsbader Straße 111 Barbara- Uthmann- Platz Rückbau 747 Sanierung Erdbeerweg Rückbau Hans-Witten-Straße Rückbau wenn Bedarf, dann Entwicklung Gewerbe, auf gleicher Fläche ein Gewerbe 34 BauGB, bei Erweiterung BP-Verfahren derzeit Interessent für Kauf und Sanierung Gebäude, bei Neubau 34 BauGB derzeit Interessent für Kauf und Sanierung Gebäude, bei Neubau 34 BauGB Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Wohngebietsentwicklungsfläche Mischgebietsentwicklungsfläche (Gewerbe) Mischgebietsentwicklungsfläche (Wohnen) Appartements oder Lofts Erweiterungsfläche für benachbarte Gewerbe Verbesserung Wohnumfeld, Außenanlagen, Stellplätze für benachbarte Wohngebäude, Kaufverhandlungen im Gange Gesamtfläche: m² Quelle: Brachflächenkonzeption der Stadt Annaberg-Buchholz im INSEK 2025 Trotz der bisher durchgeführten Brachenberäumung gibt es im Stadtgebiet derzeit noch an 18 Standorten gewerbliche Brachen, die sich z.t. über mehrere Grundstücke erstrecken und eine Gesamtfläche von m² einnehmen (s. Tab. 19). Gemäß Brachflächenkonzept der Stadt Annaberg-Buchholz, sind ruinöse Wohn-und Geschäftsgebäude ausdrücklich nicht beinhaltet. Für eine bauliche Nachnutzung bestehen zum Teil Einschränkungen durch schlechte Verkehrsanbindung, geringe Flächengrößen oder ungünstige Zuschnitte, hängige Lage oder Nähe zu schutzwürdiger Wohnbebauung. Deshalb kann der nachgefragte gewerbliche Flächenbedarf kaum allein durch Brachenrevitalisirung gedeckt werden.

107 106 Innerhalb der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz lassen sich folgende Reserven verzeichnen: Bebauungspläne Brachflächen Gesamt 4,8 ha 6,6 ha 11,4 ha Der prognostizierte Gewerbeflächenbedarf von 71 ha in der Stadt Annaberg-Buchholz kann durch die vorhandenen Reserven noch nicht gedeckt werden. Um für den künftigen Gewerbeflächenbedarf Vorsorge zu treffen, braucht die Gemeinde die Ausweisung von neuen Baugebieten. Die Ausweisung dieser Baugebiete entspricht der Darstellung im Flächennutzungsplan. Entwicklungsfläche 1: Abbildung 24 Gewerbegebiet, Gewerbering an der B 101

108 107 Stadtteil Annaberg, Dresdner Straße, Erweiterungsfläche für Gewerbering an der B101 Größe: m² Bestehende verkehrliche Erschließung über Gewerbering Bereits gewerbliche Bebauungen vorhanden Sinnvolle Gewerbeentwicklung und Zusammenschluss bestehender Strukturen Verlust von Landwirtschaftlicher Fläche Entwicklungsfläche 2: Abbildung 25 Gewerbegebiet Erdbeerweg Stadtteil Kleinrückerswalde, Erdeerweg, Bärensteiner Straße 38 Größe: m² Bestehende verkehrliche Erschließung über Erdbeerweg Bereits baulich vorgeprägte (vorher Gärtnerei), teilweise gewerbliche Fläche vorhanden Sinnvolle Gewerbeentwicklung und Zusammenschluss bestehender Strukturen Verlust von Landwirtschaftlicher Fläche

109 108 Entwicklungsfläche 3: Stadtteil Cunersdorf, Bahnhof Süd Größe: m² Bestehende verkehrliche Erschließung über Karlsbader Straße Bereits baulich vorgeprägte (Bahnfläche), teilweise gewerbliche Fläche vorhanden, es ist zur Zeit von Bestand dieser Bahnstrecken auszugehen Fläche erst nach Freistellung von Bahnbetriebszwecken als kommunale Entwicklungsfläche möglich, mit Beachtung und Verbleib einer Teilfläche als gewidmete Bahnbetriebsanlage Bahnsteig der Erzgebirgsbahn. Die Fläche umfasst den ehemaligen Containerbahnhof (Bereich Ladestraße) in Annaberg-Buchholz, Bahnhof-Süd, Teilfläche des Flurstückes 864/9 der Gemarkung Buchholz. Bei der Fläche handelt es sich um eine gewidmete Bahnbetriebsanlage. Nach

110 109 Aussage DB-Immobilien kann die Fläche im Zuge eines Verkaufs entwidmet werden. Für die freizustellende Fläche besteht kein Verkehrsbedürfnis mehr und die Nutzung der Infrastruktur im Rahmen der Zweckbestimmung ist nicht mehr zu erwarten. Durch die Freistellung von Bahnbetriebszwecken endet die Eigenschaft als Betriebsanlage einer Eisenbahn mit der Folge, dass die Fläche aus eisenbahnrechtlichen Fachplanungsprivileg ( 38 BauGB i. V. m AEG) entlassen und damit die Planungshoheit vom Fachplanungsträger Eisenbahn-Bundesamt auf die kommunale Bauleitplanung wieder vollständig übergeht. Eine Teilfläche soll als Bahnbetriebsanlage für einen Bahnsteig der Erzgebirgsbahn verbleiben. Dazu sind noch konkrete Planungen erforderlich. Da nicht abzusehen ist, wann der Zeitpunkt der Freistellung erfolgen wird, ist im FNP die Teilfläche des Bahnhofs Süd in der Planzeichenerklärung gesondert auszuweisen. Die ansässigen Gewerbetreibenden zeichnen sich durch ein hohes Maß an Kontinuität und Standorttreue aus. Aufgrund der fast vollständigen Auslastung der vorhandenen Gewerbegebiete stehen für den mittel- und langfristigen Bedarf kaum Flächenverfügbarkeiten bzw. reserven zur Verfügung. Um für den Planungszeitraum bis 2030 Vorsorge für den örtlichen Gewerbeflächenbedarf im Sinne der Daseinsvorsorge sowie gemäß 1 Abs. 6 Nr. 8 BauGB (Belange der Wirtschaft sowie Erhalt, Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen) treffen zu können, sind angemessene Neuausweisungen erforderlich. Innerhalb der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz lassen sich folgende Reserven verzeichnen: Bebauungspläne Brachflächen Neuausweisungen Gesamt 4,8 ha 6,6 ha 26,0 ha 37,4 ha Die Neuausweisungen von 37,4 ha entsprechen dem prognostizierten Gewerbeflächenbedarf von 71 ha bis zum Planungshorizont Bestand und Planung von Sonderbauflächen Sondergebiete, die der Erholung dienen ( 10 BauNVO) (1) Als Sondergebiete, die der Erholung dienen, kommen insbesondere in Betracht Wochenendhausgebiete,

111 110 Campingplatz und Ferienhausgebiete. Sonstige Sondergebiete ( 11 BauNVO) (1) Als sonstige Sondergebiete sind solche Gebiete darzustellen und festzusetzen, die sich von den Baugebieten nach den 2 bis 10 wesentlich unterscheiden. (2) 1 Für sonstige Sondergebiete sind die Zweckbestimmung und die Art der Nutzung darzustellen und festzusetzen. 2 Als sonstige Sondergebiete kommen insbesondere in Betracht Gebiete für den Fremdenverkehr, wie Kurgebiete und Gebiete für die Fremdenbeherbergung, auch mit einer Mischung von Fremdenbeherbergung oder Ferienwohnen einerseits sowie Dauerwohnen andererseits, Ladengebiete, Gebiete für Einkaufszentren und großflächige Handelsbetriebe, Gebiete für Messen, Ausstellungen und Kongresse, Hochschulgebiete, Klinikgebiete, Hafengebiete, Gebiete für Anlagen, die der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung erneuerbarer Energien, wie Wind- und Sonnenenergie, dienen. Die vorhandenen Sondergebiete für Erholung sollen in ihrem Bestand gesichert und qualitativ weiterentwickelt werden. In der Stadt Annaberg- Buchholz besteht in Frohnau das Sondergebiet für Wochenendhäuser an der Hauptstraße. Abbildung 26 Wochenendhausgebiet Frohnau

112 111 Das Sondergebiet für Wochenendhaus besteht seit der DDR-Zeit. Aus einer Bungalowsiedlung heraus bildete sich mit Beschluss von 1979 eine Wochenendhaussiedlung Dörfler Höhe. Das Wochenendgebiet an der Pöhlbergsiedlung wird zum Fuße des Pöhlbergs als Sondergebiet ausgewiesen. Abbildung 27 Wochenendhausgebiet Pöhlbergsiedlung Weiterhin sind in Annaberg-Buchholz folgende sonstige Sondergebiete gemäß 11 festgesetzt: - Sondergebiet Klinik (Erzgebirgsklinikum Annaberg) an der Chemnitzer Straße - Abbildung 28 Sondergebiet Klinik Das neue Erzgebirgsklinikum Annaberg sichert wichtige Kreisstadtfunktionen und deren Baulichkeit steht in enger Verflechtung mit der Altstadt von Annaberg. Seit 2015 wurde die EKA Erzgebirgsklinikum Annaberg ggmbh von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) als Klinik für Diabetes-Patienten geeignet zertifiziert. Durch diese und

113 112 weitere Qualifikationen zeichnet sich die Klinik für die Daseinsvorsorge der älter werdenden Bevölkerung aus. Das Erzgebirgsklinikum sichert ca. 600 Menschen Arbeit und Entwicklungsmöglichkeiten, was ein wichtiger Wirtschaftssektor der Stadt ist. Weitere Sondergebiete gemäß 11 BauNVO sind Sondergebiete für Handel. In Annaberg- Buchholz befinden sich drei Sondergebiet für Handel. Abbildung 29 Sondergebiet Handel Gewerbering Im Gewerbegebiet am Gewerbering, an der B 101, Dresdner Straße, liegt das Sondergebiet Handel, das Erzgebirgs- Center. Ausgestattet mit den Lebensmitteleinzelhändlern Kaufland und Aldi sowie dem Möbelhaus Röller und dem Baumarkt Obi sichert der Standort durch seine gute Anbindung (B 101Dresdner Straße) und dem angebotenen Warensortiment für die Stadt Qualität und weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

114 113 Abbildung 30 Sondergebiet Handel Adam-Ries Passage Die zentrumsnahe Adam- Ries Passage bietet als Fachmarktzentrum kleinteilige Auswahl an Händlern an. Die Passage ist mit einem Parkhaus ausgestattet. Abbildung 31 Sondergebiet VEP Baustoffzentrum Das Sondergebiet VEP Baustoffzentrum in Kleinrückerswalde. Mit der Nutzung des Areals, das umgeben von Wohnbebauung ist, erfolgt eine Abrundung des Siedlungskörpers. Das Sondergebiet Schießplatz an der Sehmatalstraße wird seit 1991 von der Freischützengesellschaft Annaberg-Buchholz 1507/1535 e.v. als Schießanlage genutzt.

115 114 Abbildung 32 Sondergebiet Schießplatz Das Sondergebiet befindet sich zum Teil im Überschwemmungsgebiet. Eine Erweiterung von Analgen ist nicht geplant. Entwicklung neuer Sondergebiete Entwicklungsgebiet 1 Abbildung 33 Sondergebiet Erholung, Geyersdorfer Hauptstraße Stadtteil Geyersdorf, Geyersdorfer Hauptstraße Größe: m² Bestehende verkehrliche Erschließung zur Bleiche Einhaltung Biotop-Baumbepflanzungen Nutzungsänderung, vorher Landwirtschaft-mit FNP Sondergebiet Verbesserung der touristischen Infrastruktur

116 115 Mit Schaffung eines Sondergebietes für Erholung wird im Ortsteil Geyersdorf die Fläche zum Gewerbegebiet und zum Mischgebiet an der Geyersdorfer Straße abgegrenzt. Die Stadt verfügt derzeit kaum über hochwertige Flächenangebote für Erholung mit Erweiterungsmöglichkeiten. Das Sondergebiet für Erholung bildet den Abschluss zur landwirtschaftlichen Fläche. Windkraftanlagen Im Stadtgebiet befinden sich entsprechend der 2. Teilfortschreibung des Regionalplans Chemnitz-Erzgebirge (rechtskräftig seit ) keine Eignungs- und Vorranggebiete für die Windenergienutzung. Daher sind Sondergebiete für Windkraftanlagen im Plangebiet generell ausgeschlossen Planung Flächen für den Gemeinbedarf Zu den Flächen für den Gemeinbedarf zählen u.a. öffentliche Verwaltungen, Schulen, sportlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen, Kirchen und kirchlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen, Feuerwehren sowie sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen. Die im Bestand vorhandenen Einrichtungen sind in Kapitel 3.8 Gemeinbedarfseinrichtungen aufgeführt Flächen nach 5 Abs. 1 BauGB Gemäß 5 Abs. 1 BauGB können Flächen und sonstige Darstellungen aus dem Flächennutzungsplan ausgenommen werden, wenn die Grundzüge der Planung dadurch nicht berührt werden und die Gemeinde beabsichtigt die Darstellung zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen. Von dieser Möglichkeit wurde in der vorliegenden Planung kein Gebrauch gemacht Bauen im Außenbereich nach 35 BauGB Der Außenbereich dient vor allem der Landwirtschaft, der Erholung der Bevölkerung sowie dem Natur- und Landschaftsschutz. Außerdem nehmen die Gebiete außerhalb der Siedlungen wichtige Freiraum- und Ausgleichsfunktionen wahr, die nachhaltig zu sichern sind (z. B. Frischluftproduktion, Schadstoffsenkung, Boden- und Wasserpotential). Sogenannte Splittersiedlungen stellen keinen erheblichen Bebauungszusammenhang dar, der eine Bauflächenausweisung rechtfertigen könnte. Die Kriterien für die

117 116 Erheblichkeit eines Bebauungszusammenhanges hängen stark von der Gesamtsiedlungsstruktur einer Gemeinde ab. Beispiele für Bauten im Außenbereich sind im Plangebiet: einzelnstehende bzw. Gruppen von Höfen oder Wohnhäusern, Stallanlagen, Gaststätten und Erholungsgrundstücken. Im Außenbereich ist nur die Bebauung zulässig, die sich als unbedingt notwendig erweist. Diese Vorhaben sind in flächensparender und den Außenbereich schonender Weise auszuführen. Der Gesetzgeber benennt in 35 BauGB sogenannte privilegierte Vorhaben und sonstige Vorhaben. Die privilegierten Bauvorhaben sind nach 35 Abs. 1 geregelt und sind nur dann nicht zulässig, wenn ihnen zwingende öffentliche Belange entgegenstehen (vor allem land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Anlagen). Sonstige Vorhaben hingegen sind nur dann genehmigungsfähig, wenn öffentliche Belange nicht nachteilig beeinträchtigt werden ( 35 Abs.3). Nach 35 Abs. 4 besitzen vorhandene, zulässigerweise errichtete Baulichkeiten Bestandsschutz. Bei der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen sind Modernisierungen, Nutzungsänderungen, Ersatzbauten und geringfügige Erweiterungen zulässig. Gemäß 35 Abs. 6 BauGB ist die Gemeinde ermächtigt, für bebaute Bereiche im Außenbereich, in denen eine Wohnbebauung von einigem Gewicht vorhanden ist, durch einfache Satzung sogenannte Außenbereichssatzung - zugunsten des Wohnungsbaus und kleinerer Handwerks- und Gewerbebetriebe bestimmte öffentliche Belange auszuschalten, die dem Bauvorhaben ansonsten gemäß 35 Abs. 3 BauGB entgegengehalten werden könnten. 3.8 Gemeinbedarfseinrichtungen Öffentliche Verwaltung und Sicherheit Stadtverwaltung - Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz Markt 1 Freiwillige Feuerwehr - Ortsfeuerwehr Annaberg Geyersdorfer Straße 22 - Ortsfeuerwehr Buchholz Schlettauer Straße 5 - Ortsfeuerwehr Cunersdorf August-Bebel-Straße 64 - Ortsfeuerwehr Frohnau Turnvater-Jahn-Straße 2 - Ortsfeuerwehr Geyersdorf Alte Dorfstraße 47

118 117 - Bergbau- und Höhenrettungszug der FF Annaberg-Buchholz Soziale und Gesundheitliche Einrichtungen - Eka Erzgebirgsklinikum Annaberg ggmbh Chemnitzer Straße 15 - DRK Kreisverband Annaberg-Buchholz e.v. Robert-Schumann-Straße 5 - Allgemeine Soziale Hilfe und Beratung in sozialen, psychosozialen sowie allen Lebenslagen Barbara-Uthmann-Ring Malteser Hilfsdienst Alte Poststraße 1a - Johanniter KV Erzgebirge und Chemnitz Kantstraße 1 (Aue) Niedergelassene Ärzte / therapeutische Einrichtungen Insgesamt gibt es in Annaberg-Buchholz 63 Fachärzte, zugelassene Mediziner und Therapeuten. Das Netz der medizinischen Versorgung wird in der Stadt selbst, als auch regional als nicht ausreichend eingeschätzt. Der demographische Wandel verschärft die Situation in zweifacher Hinsicht: Einerseits stehen viele Ärzte kurz vor dem Renteneintrittsalter und haben keine gesicherte Nachfolge, was zur Schließung von Praxen führen kann. Gleichzeitig steigt mit dem Durchschnittsalter, trotz stagnierender oder sinkender Bevölkerungszahlen, die Nachfrage nach Arztbesuchen 24. Der langfristige Trend zeigt sich im kurzfristigen Vergleich nicht. Von Dezember 2016 bis August 2018 hat die Anzahl der Fachärzte zugelassenen Mediziner und Therapeuten insgesamt zugenommen, nur in einigen Fachgebieten abgenommen. Tabelle 21 Ärzteliste der Stadt Annaberg Buchholz nach Anzahl der im jeweiligen Fachgebiet Tätigen Fachgebiet der Fachärzte, zugelassenen Mediziner und Therapeuten Dez `16 Aug `18 Veränd. Allgemeinmedizin Innere Medizin / Nephrologie / Pneumologie Anästhesiologie Orthopädie Frauenheilkunde und Geburtshilfe Augenheilkunde Chirurgie Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Haut- u. Geschlechtskrankheiten Kinder- und Jugendmedizin Büro für Städtebau Chemnitz: INSEK 2025 Annaberg-Buchholz, Stand: 2017, zuletzt aktualisiert im Februar 2018.

119 118 Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Neurologie / Psychiatrie a) Radiologie Urologie praktischer Arzt (Chirotherapie, Naturheilverfahren) Psychologische Psychotherapie b) Gesamt Anmerkungen für den Stand August 2018: a) enthält einen Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. b) enthält auch zwei Ärztinnen der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie sowie eine psychotherapeutisch tätige Ärztin. Quelle: für Dezember 2016: INSEK 2025; Quelle für August 2018: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen: Arzt- und Psychotherapeutensuche. Abgerufen am unter dem Suchwort Annaberg-Buchholz Apotheken Es gibt 7 Apotheken in Annaberg-Buchholz. Senioreneinrichtungen und Altenpflege M = mobiler Pflegedienst P = Alten- und Pflegeheim - Ambulanter Pflegedienst Rita Wothke (M) Barbara-Uthmann-Ring Anna-Pflegedienst (M) Wohngebiet Adam Ries 23 - Wohn- und Pflegezentrum Annaberg-Buchholz o Haus "Adam Ries" (M,P) Wohngebiet Adam Ries 23 o Haus "Louise-Otto-Peters" (M,P) Louise-Otto-Peters-Str Diakonie - Sozialstation Annaberg Tagespflege "An der Alten Poststraße" (M) Alte Poststraße 2 - Häusliche Krankenpflege Andrea Blasl (M) Am Kirchsteig 9 - Hofmann Hauskrankenpflege Cordula Hofmann (M) Hans-Sachs-Straße 10 - Hauskrankenpflege Heike Mauersberger (M) Alte Dorfstraße 80 - Die Pflege-Bären Simone Köhler (M) Herzog-Georg-Ring 14 - Alten- und Pflegeheim "St. Anna" (P) Parkstraße 37 - Seniorenpflegeeinrichtg. am Schottenberg (P) Waldschlößchenstraße 39 - Sozialstation Annaberg (P) Barbara-Uthmann-Ring 131 Der Bedarf an Angeboten zur Seniorenbetreuung ist in Annaberg-Buchholz nach INSEK 2025 formal quantitativ auch in Zukunft gedeckt.

120 Einrichtungen für Erziehung und Kultur - Kita Kinderoase Karlsplatz 1 - Kita Mäuseburg Heimstättenweg 40 - Kita Buchholzer Waldzwerge Friedensstraße 6 - KiGa St. Michael Parkstraße 35 - Kita Kleine Silberlinge Friedhofstraße 6 - Kita Eichhörnchen Plattenthalstraße 6 - Hort An der Riesenburg An der Riesenburg 2 - Hort Adam Ries Kleine Kirchgasse 24 - Hort Kleinrückerswalde Am Zinnacker 2 - Hort Buchholzer Waldzwerge Rathausplatz 1 - Hort Hort Montessori Robert-Blum-Straße 27 Die Einrichtungen sind zu rund 80% ausgelastet 25. Zudem gibt es fünf Kindertagespflegen in Annaberg-Buchholz. Kinder-, Jugend- und Familienzentren - Jugend- und Kulturzentrum Alte Brauerei Geyersdorfer Straße 34 - Jugendzentrum Meisterhaus Friedensstraße 2 - CVJM-Jugendhaus Alter Schafstall Fichtestraße 7 - Kindertreff Stadtmitte Museumsgasse 5 - Familienzentrum Annaberg e.v. Paulus-Jenisius-Straße Kirchen und Religiöse Einrichtungen - St. Annenkirche Große Kirchgasse 21 - Haus der Hoffnung Barbara-Uthmann-Ring 157/158 - Sankt Katharinenkirche Buchholz An der Katharinenkirche 1 - Martin-Luther-Kirche Kleinrückerswalde Annenstraße 51 - Martin-Luther-Kirche Cunersdorf August-Bebel-Straße 33 - Evangelisch-lutherische Kirche Geyersdorf Geyersdorfer Rathausweg 8 25 INSEK 2025 nach Angaben der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz, Stand

121 Einrichtungen des Sports Die Stadt Annaberg-Buchholz listet 52 Sportvereine 26 (August 2018) und verfügt über diverse Sportstätten 27 : - Schwimmhalle Atlantis Chemnitzer Straße 30 - Freibad Badanstalt am Stangewald Badeweg Sporthallen - 9 Sportplätze - Tennisanlage a.d. Ernst-Schwertner-Str. - Skilift Geyersdorf - Lift SC Norweger am Pöhlberg - Kegelbahn im Parkhotel Waldschlösschen Waldschlösschenpark 1 - Bowlingbahn Restaurant Da Leo Cunersdorf Karlsbader Str Bowlingbahn "Strike" Adam-Ries-Straße 16 - Fliegerclub Annaberg Uranus 13 - Transportable Eislaufanlage auf dem Markt Marktplatz - Skateranlage an Silberlandhalle Talstraße 8 - Skiwanderwege Gemarkungen Annaberg, Buchholz, Frohnau, Cunersdorf - Radwege und Mountainbikestrecke Stoneman Miriquidi - Wanderwege 3.9 Technische Infrastruktur Verkehr Überörtlicher Verkehr Das Mittelzentrum Annaberg-Buchholz liegt an der überregionalen Verbindungsachse Chemnitz GZV Thum-Ehrenfriedersdorf - Geyer MZ Annaberg-B. Bärenstein Oberwiesenthal (Karlovy Vary/ Karlsbad) (Plzeň/ Pilsen) und der Regionalen Verbindungs- und Entwicklungsachse Annaberg-Buchholz Schwarzenberg Aue Schneeberg sowie der Regionalen Verbindungsachse Annaberg-Buchholz Marienberg Olbernhau Most. Die Bundesstraßen B95 und B101 bilden diese Achsen ab. Die B95 von Leipzig (A72) über Chemnitz, Annaberg-Buchholz, Oberwiesenthal, Karlovy Vary nach Pilsen. Die B101von B93 (Zwickau/ Schneeberg) über Aue, Schwarzenberg, Annaberg Büro für Städtebau Chemnitz: INSEK 2025 Annaberg-Buchholz, Stand: 2017, zuletzt aktualisiert im Februar 2018.

122 121 Buchholz nach Freiberg. Durch diese Bundesstraßen besteht eine hohe Verkehrsbelastung des Stadtgebiets, wobei insbesondere im Bereich Nord-Ost an der B101 und an der B95 auch Wohngebiete stark betroffen sind. Abbildung 34 Verkehrliche Erschließung regionaler und überregionaler Anbindungen Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2018 (RAPIS 10/2018) Die derzeitige Anbindung an das Bundesautobahnnetz erfolgt über die B95 in Chemnitz an die BAB A4 (ASt Chemnitz-Mitte) bzw. A72 (ASt Chemnitz-Süd) sowie über die B101/S258 (Schlettau Scheibenberg Elterlein Zwönitz Brünlos Stollberg) an die BAB A72 (Ast Stollberg-West). Mit dem Ausbau weiterer Streckenabschnitte der S258 wurde zuletzt eine Fahrzeit bis zur A72 von rd. 40 Min. erreicht. Trotzdem besitzen beide Anbindungen einen ungenügenden Ausbaugrad, um eine konkurrenzfähige auf das Autobahnnetz ausgerichtete Logistik betreiben zu können. Innerörtlicher Verkehr Die B 101 und die B 93 haben neben er Aufnahme des überörtlichen Verkehrs auch eine große Bedeutung für die innerörtliche Erschließung. Ausgehend vom Stadtring

123 122 über die S 218 wird der Stadtteil Geyerdsorf erschlossen. Annaberg und Kleinrückerswalde sind über die B 95 erschlossen. Frohnau wird erschlossen vom Stadtring ausgehend über die S 261 Sehmatalstraße bis zur Hauptstraße. Der Stadtteil Buchholz liegt direkt an der B 101 an. Cunersdorf erreicht man ausgehend von der S 266 Karlsbader Straße und der S 265 August-Bebel-Straße. Weitere gesamtstädtisch relevante Hauptverkehrstraßen sind die Klosterstraße, Adam- Ries-Straße, Große Kirchgasse und Wolkensteiner Straße als Anbindung des Altstadtbereiches Annaberg, die Bärensteiner Straße (stadtnahe Verbindung zw. B95 und B101), die Karlsbader Straße als Einkaufs- und Sammelstraße in Buchholz. Annaberg-Buchholz verfügt über einen Stadtring der alle Stadtteile verbindet. Er liegt im Zentrum der Kreisstadt. Die Straßen des Innenstadtringes: Lindenstraße Kleinrückerswalder Straße Lessingstraße Wilischstraße Bahnhofsstraße Paulus-Jenisius-Straße Haldenstraße Robert-Schumann-Straße Geyersdorfer Straße sowie die ortsverbindenden Straßen: Sehmatalstraße Albertstraße/ Turnvater-Jahn-Straße/ Hauptstraße in Frohnau Schlettauer Straße/ Buchenstraße in Buchholz Geyersdorfer Hauptstraße August-Bebel- Straße/ Dorfstraße in Cunersdorf. Das vorhandene Hauptstraßennetz sichert im Wesentlichen die verkehrliche Erschließung der Stadtteile. Ruhender Verkehr In Annaberg-Buchholz befinden sich zahlreiche Parkmöglichkeiten. Die vorhandenen öffentlichen Parkplätze sind für die Abdeckung des Parkplatzbedarfes für die Besucher der Stadt Annaberg-Buchholz zahlenmäßig ausreichend. Vorhandene gesamtstädtisch relevante Anlagen des ruhenden Verkehrs sind: Tiefgarage Markt (74 öff. Stellplätze) Parkhaus Altstadt am Schlachthofplatz (54 öff. Stellplätze/ 128 Anliegerstellplätze.) Parkpalette am Karlsplatz (33 öff. Stellplätze) Kätplatz (320 öff. Stellplätze) Parkhaus Scheibnerstraße (168 Stellplätze) Parkplatz Wolkensteiner Str. 40/ Seminargasse (67 Stellplätze) Straßenparken: Klosterstraße, Buchholzer Straße, Wolkensteiner Straße,

124 123 Adam-Ries-Straße, Großen Kirchgasse Kurt-Löser Stadion Öffentlicher Personennahverkehr Die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz ist über die Linie KBS 517 (RB517 Chemnitz Flöha Wolkenstein - Annaberg-Buchholz Cranzahl). Über die Website 28 der Erzgebirgsbahn erhält man Aktuelle Verkehrsanbindungsmöglichkeiten sowie Auskunft über die Fahrpläne. Mit dem Ausbau des Chemnitzer Modells - Stufe 3 29 (Chemnitz Niederwiesa) sollen Fahrten der SPNV-Linien aus Richtung Niederwiesa, wie Annaberg- Buchholz und Olbernhau, direkt in das Chemnitzer Stadtzentrum geführt werden. Der Regionalverkehr bedient in Annaberg- Buchholz ca. 19 Umlandverbindungen. Dies sind die Buslinien: Tabelle 22 Buslinien des Regionalverkehrs mit Stationen im Stadtgebiet Annaberg- Buchholz Buslinie Ort der Ab- und Anfahrt 1 Annaberg-Buchholz Geyer Aue Rodewisch Lengenfeld - Plauen 210 Chemnitz - Annaberg-Buchholz (- Kurort Oberwiesenthal) 400 Annaberg - Buchholz Freiberg Grillenburg Dresden 411 Kurort Oberwiesenthal Bärenstein - Annaberg-Buchholz 415 Annaberg-Buchholz (Crottendorf) Schwarzenberg Aue 417 Annaberg-Buchholz Crottendorf Scheibenberg 419 Annaberg-Buchholz Scheibenberg Elterlein Grünhain/ Zwönitz/ Schwarzenberg 425 Annaberg-Buchholz Geyersdorf Falkenbach Streckewalde Wolkenstein 428 Annaberg-Buchholz Sehma Cranzahl Neudorf 429 Annaberg-Buchholz Königswalde Jöhstadt Kurort Oberwiesenthal 430 Annaberg-Buchholz Königswalde Jöhstadt Schmalzgrube Grumbach Annaberg-Buchholz 431 Annaberg-Buchholz Steinbach Satzung Reitzenhain 432 Annaberg-Buchholz Geyer Ehrenfriedersdorf Thum 433 Annaberg-Buchholz Neundorf Thermalbad Wiesenbad/ Falkenbach

125 Annaberg-Buchholz Geyersdorf Mildenau 435 Annaberg-Buchholz Nieder-/ Oberschmiedeberg Steinbach Satzung 490 Marienberg Mildenau - Annaberg-Buchholz 499 Olbernhau Marienberg Wolkenstein Annaberg-Buchholz 1000 Zschopau Chemnitz Annaberg-Buchholz Kurort Oberwiesenthal Bozi Dar Jachymov Karlovy Vary und zurück Tabelle 23 Buslinien des Stadtverkehrs Annaberg-Buchholz Buslinie A B C D E F G Ort der Ab- und Anfahrt Barbara-Uthmann-Ring > Markt > Buchholz > Cunersdorf (z.t.) >Markt ANA Busbahnhof > Frohnau > Obere Stadt Markt > Herzog-Georg-Ring > Erzgebirgs-Center > Markt Citybus Markt > B95/Am Kätplatz > Markt Stadtbus Buchholz (Bergfahrten) Cunersdorf > Buchholz Markt > Cunersdorf Ausbaumaßnahmen Die Flächennutzungsplanung stellt auf den Fachplan Verkehr sowie auf Planungen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr ab, die nachrichtlich übernommen wurden. Relevant für Bundesstraßenbau ist Einstufung im Bundesverkehrswegeplan. Im BVWP 2030 ist die Trasse B101 von Scheibenberg bis Annaberg-Buchholz als "Weiterer Bedarf" eingestuft- (damit Voraussichtlich keine Bereitstellung von Mitteln für eine wesentliche Vertiefung der Planungen bis 2030). Die Ortsumfahrung B 101 Schlettau/ Annaberg- Buchholz ist wieder im Verkehrsplan Sachen aufgenommen. Die nachrichtliche Übernahme der Trasse in Cunersdorf wurde in den Flächennutzungsplan ausgewiesen. Derzeit ist es unklar, ob die Trassierungsvariante weiterverfolgt wird. Die Trasse im Ortsteil Annaberg, welche als Verbindung des Gewerberings mit der Chemnitzer Straße darstellt, bietet Potenzial als Entlastung der B 101 und ist als Havarierfall für eine mögliche Großumfahrung als Ein- und Ausfahrt des Gewerbegebietes zu verstehen. Wander-, Rad und Reitwege In Annaberg- Buchholz gibt es zahlreiche Wanderrouten und Wanderwege, siehe

126 125 dazu Kap Aktuell ist ein Wanderwegeprojekt "Kern-Wanderwege" in Planung, welches vor-sieht, aus dem derzeitigen Wanderwegenetz die "touristisch besonders attraktiven" Wege auszuwählen. Möglicherweise wird in diesem Zusammenhang auch das bestehende Wanderwegenetz überarbeitet. Aktuell wird eine "Radwegkonzeption Erzgebirgskreis" erarbeitet, welche später durch den Kreistag des Erzgebirgskreises beschlossen werden soll. Im Rahmen der Erarbeitung wurden viele Radrouten, Radwege und Verbesserungsbedarfe vor-handener Radrouten vorgeschlagen, die z. T. auch die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz betreffen Ver- und Entsorgung Trinkwasserversorgung Die Stadt Annaberg-Buchholz wird vom Regionalen Zweckverband Wasserversorgung Mittleres Erzgebirge und von der Erzgebirge Trinkwasser GmbH mittels Fernleitung versorgt. Der Gesamtwasserbedarf der Stadt Annaberg-Buchholz liegt derzeit bei ca m³/d, der spezifische Verbrauch pro Einwohner bei ca. 70 l/ew*d. Der Anschlussgrad an die öffentliche Trinkwasserversorgung beträgt 99,92 %. Im Zuge des Ausbaus der B95 fanden 2007 umfangreiche Erneuerungen des Wasserverteilnetzes koordiniert mit erforderlichen Kanalbauten statt. Aufgrund des Einwohnerverlustes und dem daraus resultierenden Rückgangs bei der Trinkwasserabnahme, investierte die ETW in den vergangene Jahren verstärkt in die Querschnittsreduzierung ihrer Leitungen, um den mit einer längeren Verweildauer des Wassers in der Leitung und den verbundenen gesundheitlichen Gefahren vorzubeugen. In Buchholz wurden zwei Wasserhochbehälter stillgelegt und durch einen kleinen Neubau ersetzt. Bei einem weiteren Bevölkerungsrückgang ist davon auszugehen, dass die Abnahme weiter sinkt. Der derzeit punktuell durchgeführte Rückbau von Gebäuden erfordert aber die Erhaltung des vorhandenen Netzes. Dies wird prognostisch zu einer Erhöhung der Pro-Kopfgebühren führen. Deshalb sollte das Ziel sein, flächenhaften Rückbau von Wohnungen inkl. des Rückbaus der Ver- und Entsorgungsanlagen zu prüfen. Nur so wird langfristig eine stabile Finanzierung der Ver- und Entsorgung zu gewährleisten sein.

127 126 Löschwasserbereitstellung Die Kommune ist nach 6 Abs.1 Nr. 4 des Sächsischen Gesetzes über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz (SächsBRKG) für die Sicherstellung einer den örtlichen Verhältnissen entsprechenden ausreichenden Löschwasserversorgung zuständig. Die Löschwasserbereitstellung aus dem öffentlichen Versorgungsnetz der Regionalen Zweckverband Wasserversorgung Mittleres Erzgebirge und von der Erzgebirge Trinkwasser GmbH ist abhängig von den Leitungs- und Übertragungskapazitäten. Abwasserentsorgung Die Stadt Annaberg-Buchholz ist Mitglied im Abwasserzweckverband Oberes Zschopau- und Sehmatal. Die zentrale Kläranlage (ZKA) in Schönfeld wurde 1999 in Betrieb genommen. Über den Hauptsammler in der Sehmatalstraße leiten auch die Gemeinden des Sehmatals in die Kläranlage ein. Im Stadtgebiet sind ca. 94% der Einwohner an das Kanalnetz angeschlossen. Der OT Geyersdorf verfügt über eine eigene städtische Kläranlage, die jetzt durch die AZV betrieben wird. Historisch begründet liegt überwiegend ein Mischsystem vor. Durch die Zunahme angeschlossener versiegelter Flächen ist das bestehende Kanalnetz an seiner hydraulischen Leistungsgrenze angelangt. Eine teilweise Entlastung ist mit dem Neubau des Regenwasserkanals in der B95 und mit der Ausgliederung der Straßenentwässerung aus dem Altnetz gegeben. Mit der Sanierung des Schutzteiches 2007 wurden die Regenrückhaltung und eine verzögerte Ableitung des Niederschlagswassers in den Stadtbach verbessert. Der Stadtbach wurde in den vergangenen Jahren saniert. Das Kanalnetz im Stadtgebiet ist teilweise stark überaltert und muss schrittweise saniert werden. Ca. 36% des Leitungsnetzes wurden nach 1990 verlegt. Es erfolgt eine planmäßige Erneuerung der Leitungen von 1,05 km jährlich (1 % des Bestandes). Schwerpunkt der kommenden Jahre werden dabei die Anlagen im Münzviertel der Altstadt Annaberg sein. Prinzipiell sollte versucht werden, das anfallende Niederschlagswasser nicht in die Kanäle, die zu Kläranlagen führen, einzuleiten. Die Klärung der Ableitung des Niederschlagswassers in die Vorfluter ist mit der zuständigen Unteren Wasserbehörde abzustimmen. Gasversorgung Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz Netz GmbH ist als Netzbetreiber (Grundversorger

128 127 nach 36(2) Satz 2 EnWG per ) für die Planung, den Betrieb, die Vermarktung und den Ausbau des Gastransport- und -verteilnetzes zuständig Stromversorgung Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz Netz GmbH (SWAB) ist als Netzbetreiber (Grundversorger nach 36(2) Satz 2 EnWG per ) für die Planung, den Betrieb, die Vermarktung und den Ausbau des Stromtransport- und -verteilnetzes zuständig. Telekommunikation Die Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH (TELEKOM) unterhält ein Telekommunikationsnetz in der Stadt Annaberg-Buchholz, weshalb von einer qualitativ ausreichenden (Breitband- DSL per Kabel) Versorgungsmöglichkeit ausgegangen wird. Für die Anlagen der Telekom gelten folgende Forderungen: Eventuelle Beschädigungen und Beeinträchtigungen oder die Veränderung der vorhandenen Telekommunikationsanlage soll durch geeignete Maßnahmen ausgeschlossen werden. Das Betreiben und die Zugänglichkeit der Anlagen müssen während der Bauphase jederzeit und uneingeschränkt möglich sein. Die Überdeckung der bestehenden Anlagen ist in jedem Fall einzuhalten. Der Bestand und der Betrieb der vorhandenen TK-Linien müssen weiterhin gewährleistet bleiben. Für zukünftige Erweiterung des Telekommunikationsnetzes sind in allen Verkehrswegen geeignete und ausreichende Trassen für die Unterbringung der Telekommunikationslinien der Telekom vorzusehen. Sollte die genaue Lage der TK-Linien zur Erstellung von Detailplanungen benötigt werden, so können detaillierte Pläne unter Angabe des Aktenzeichens und Darstellung des Planbereiches bei der Telekom abgefordert werden. Alternativ können diese zeitnah und kostenlos über die Online-Anwendung Trassenauskunft eingesehen und ausgedruckt werden. GDMcom mbh Derzeit hat GDMcom mbh keine Anlagen und berührt keine zurzeit laufenden Planungen der ONTRAS und der VGS. Abfallentsorgung Die Zuständigkeit für die Abfallerfassung und -beseitigung liegt beim Erzgebirgskreis Sachgebiet Abfallrecht, Altlasten, Bodenschutz und wird satzungsgemäß (Abfallwirtschafts- (Aws) und -gebührensatzung (Ags)) durchgeführt.

129 Grün- und Freiflächen Grünflächen und Öffentliche Grünanlagen Landschaftsgliedernde Grünzüge im Stadtgebiet folgen den Flussläufen von Sehma und Pöhlbach. Das Sehmatal stellt fast durchgängig einen Grünzug dar und entwickelt sich durch Rückbau und Renaturierung von Brachen. Bebauungen sind bei Aufgabe zurückzunehmen und sollen als Pufferzone und Biotopverbund für die Gewässer dienen. Die Altstadt von Annaberg wird durch einen inneren Grünring geprägt, der im Bereich der ehemaligen Stadtmauer verläuft. Der mittlere Grünring verbindet städtische Grün- und Erholungsflächen und stellt eine Verbindung zur Landschaft her. Städtische Grünflächen, wie Friedhöfe, Waldschlösschenpark, Stadtpark, Sportanlagen, Tierpark und Kleingartenanlagen gliedern die einzelnen Stadtteile. Die Vernetzung erreicht derzeit allerdings noch kein befriedigendes Maß. Im mit Grünflächen unterversorgten Altstadtbereich bieten Rückbauflächen Chancen zur Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität 30. Wichtige Grünflächen der Stadt sind: - der Tierpark am Pöhlberg, - die Gartenbahnanlage Frohnau mit Tiergehege, - der Alte Friedhof mit Auferstehungslinde und Trinitatiskirche, - und der Waldschlößchenpark Spielanlagen - Barbara-Uthmann-Ring - Karolinenplatz - Rathenaustraße - Tiergehege am Pöhlberg - Kunzeplatz im Stadtteil Buchholz - Heiterer Blick - Waldhaus im Ortsteil Cunersdorf - Zinnacker im Ortsteil Kleinrückerswalde - An der Kirche im Ortsteil Geyersdorf - KITA Silberlinge im Ortsteil Frohnau (öffentlich nutzbar) 30 Büro für Städtebau Chemnitz: INSEK 2025 Annaberg-Buchholz, Stand: 2017, zuletzt aktualisiert im Februar 2018.

130 Sportanlagen Den Auszeichnungen zur Sportfreundlichen Kommune in den Jahren 2007, 2012 und 2014, sollen weitere folgen. Die Stadt Annaberg-Buchholz verfügt über zahlreiche sanierte bzw. neu errichtete Sporthallen und -plätze. Diese sind: - Kurt-Löser-Sportplatz mit Kunstrasen und moderner Leichtathletikanlage an der B95, Parkstraße 4a - Sportanlage Barbara-Uthmann-Ring, Barbara-Uthmann-Ring Sportplatz "Neu Amerika", Schneeberger Straße 38 - Sportplatz "Heiterer Blick", Schlettauer Straße - Sportlatz Grundschule Kleinrückerswalde, Zinnackerweg - Sportplatz Cunersdorf, August-Bebel-Straße - Sportplatz Frohnau, Scheibe-Gut - Sportplatz Geyersdorf, Geyersdorfer Hauptstraße 72 - Sportzentrum Silberlandhalle (Drei-Feld-Halle), Talstrasse Turnhalle Sportpark "Grenzenlos", Barbara-Uthmann Ring - Turnhalle Parkstrasse, Parkstrasse 19 - Turnhalle Talstrasse, Talstrasse 20 - Turnhalle Frohnau, Turnvater-Jahn-Str. 5 - Turnhalle Cunersdorf, August-Bebel-Str Turnhalle Geyersdorf, Geyersdorfer Hauptstrasse 72 - Turnhalle Pestalozzi, Schlettauer Straße 3 - Turnhalle Kleinrückerswalde, Zinnackerweg 8 - Turnraum der Förderschule "Christian Felix-Weise" Kleinrückerswalde, Zinnackerweg 2 - Turnhalle Sperrgasse, Sperrgasse 9 - Turnhalle Ev. Euro Gymnasium, Straße der Freundschaft 11 - Turnhalle Landkreisgymnasium, Pestallozzistraße 7 - Turnhalle Bildungzentrum, Unterer Kirchplatz 1 - Turnhalle Riesenburg, An der Riesenburg 2 - Silberlandhalle - Sporthalle "Grenzenlos" sowie der - Sportplatz "Kurt Löser"

131 Freibäder und Schwimmbäder Es gibt in Annaberg-Buchholz ein Schwimmbad Atlantis in der Chemnitzer Straße 30, mit dem Eigentümer Stadtwerke. Weiterhin gibt es ein Freibad, die Badanstalt am Stangewald Badeweg 11, wo die Stadtwerke ebenfalls Eigentümerin ist Dauerkleingärten Dauerkleingärten wurden als Grünflächen mit der Signatur Dauerkleingärten in die Planzeichnung des Flächennutzungsplans übernommen. Es gibt nach INSEK Gartenvereine im Stadtgebiet Friedhöfe Den Neuen Friedhof der Stadt Annaberg-Buchholz gibt es seit Darüber hinaus gibt es kirchliche Friedhöfe in den Ortsteilen Buchholz, Frohnau, Kleinrückerswalde, Cunersdorf und Geyersdorf. Dauerkleingärten wurden als Grünflächen mit der Signatur Friedhof in die Planzeichnung des Flächennutzungsplans übernommen Naturschutz und Landschaftspflege Allgemeine Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege Die europäischen Ziele des Naturschutzes sind insbesondere in der - Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) - Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten und - Natura 2000 enthalten und in nationales Recht umgesetzt. Hauptziel dieser europäischen Richtlinien ist es, die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu fördern, wobei jedoch die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden sollen. In der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz befinden sich Schutzgebiete nach den europäischen Schutzkategorien (siehe Kapitel ). Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen ist ein in Art. 20a Grundgesetz verfassungsrechtlich verankertes Gebot. Diese Bestimmung verpflichtet den Staat zum Umweltschutz, insbesondere mit Blick auf die zukünftigen Generationen. Die daraus abgeleitete Grundlage für die Bauleitplanung findet sich in 1 Abs.5 BauGB "Die Bauleitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen,

132 131 wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse der Bevölkerung gewährleisten. Sie sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu fördern, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln. Hierzu soll die städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen." Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind in 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) festgeschrieben. Die Rechtsgrundlage des Naturschutzes im Bundesland Thüringen ergibt sich daher maßgeblich aus dem: - Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dem - Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsGVBl). Im Bundesnaturschutzgesetz heißt es unter 1 BNatSchG "Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze so zu schützen, dass: 1. die biologische Vielfalt, 2. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie 3. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege, die Entwicklung und, soweit erforderlich, die Wiederherstellung von Natur und Landschaft" (allgemeiner Grundsatz). Neben den schon mit Schutzstatus versehenen Flächen FFH - Gebiete, SPAGebiete, LSG, FND, ND - und Biotope nach 21 SächsNatSchG zählen zu den landschaftspflegerisch wertvollen Flächen v.a. naturnahe Fließgewässer und Auenbereiche, Verlandungsbereiche mit Röhrichten, Quellbereiche, naturnahe Offenlandbereiche, Feldge-

133 132 hölze und Waldflächen sowie siedlungsnahe Grünstrukturen z.b. Streuobstwiesen. Neben der Sicherung der Kernzonen für Naturschutz und Landschaftspflege sind Vernetzungskorridore zu schaffen und potentiell wertvolle Lebensräume zu entwickeln. Ziel ist die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Arten- und Biotopausstattung im gesamten Plangebiet. Weiterhin soll dadurch ein vielfältiges und abwechslungsreiches Landschaftsbild befördert werden Regionale Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege Nach Karte 1 RP-E RC befinden sich im Plangebiet Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Arten und Biotopschutz (Festlegung auf Basis der Kriterien von Ziel Z RP-E RC). Es handelt sich um folgende Festlegungen: - Vorranggebiet und Vorbehaltsgebiete Arten- und Biotopschutz am Pöhlberg festgelegt aufgrund des FFH-Gebietes "Mittelerzgebirgische Basaltberge" ( ), des SPA "Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg" ( ) und mehrerer Naturdenkmale und des Landschaftsschutzgebietes Pöhlberg - Vorrang- und Vorbehaltsgebiet Arten- und Biotopschutz Tal zwischen B 101 und Geyersdorf festgelegt aufgrund des SPA "Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg" ( ) mit Pufferflächen - Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Arten- und Biotopschutz nördlich und südlich Frohnau festgelegt aufgrund der Schutzzone II des Naturparks Erzgebirge/Vogtland und mehrerer Naturdenkmale mit Pufferflächen - Vorbehaltsgebiete Arten- und Biotopschutz um Cunnersdorf festgelegt aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung mit den Hecken- und Steinrückenstrukturen. Grünzäsuren In der Raumnutzungskarte des RP-E RC und RP C-E ist jeweils eine das Plangebiet betreffende Grünzäsur festgelegt. Sie befindet sich zwischen dem Ortsteil Cunersdorf der Stadt Annaberg-Buchholz und dem Ortsteil Sehma der Gemeinde Sehmatal. Grünzäsuren sind kleinräumige Bereiche des Freiraums zum Schutz siedlungsnaher ökologischer Funktionen oder der Erholungsfunktionen sowie zur Verhinderung des Zusammenwachsens dicht beieinander liegender Siedlungsgebiete. Sie sind von Bebauung und anderen funktionswidrigen Nutzungen freizuhalten (Ziel Z RP-E RC) sowie hinsichtlich ihrer Abgrenzung und Nutzung mit den Mitteln der Bauleitplanung örtlich auszuformen (Ziel Z RP C-E und Ziel RP-E RC).

134 133 Wald Im Süden des Stadtgebietes befinden sich zwei Vorranggebiete zum Schutz des vorhandenen Waldes (Karte 1 RP-E RC). Hier ist der dauerhafte Entzug von Waldflächen zu vermeiden (Ziel Z EP-E RC). Die Flächen wurden aufgrund ihrer Multifunktionalität (bspw. Klimaschutz-, Hochwasserschutz- oder Erholungsfunktion) raumordnerisch gesichert. Zudem sind gemäß Karte 11 "Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" des RP-E RC im Süden des Gemeindegebietes durch Immissionen geschädigte Wälder festgelegt. Ziel Z RP-E RC: Waldumbaumaßnahmen zur Erhöhung der Baumartenvielfalt und zur Optimierung der lokalen Standortbedingungen sind nach dem Grad ihrer Betroffenheit von den Folgen des Klimawandels ( ) vorzunehmen. Regionale Schwerpunkte des Waldumbaus sind ( ) die Sanierungsgebiete immissionsgeschädigter Wälder Leitbild von Natur und Landschaft Als Leitbild und damit Entwicklungsziel für den Bereich Natur und Landschaft lassen sich aus dem Entwurf des Landschaftsplans Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz (2010) folgende allgemeine Ziele ableiten: 1. Die Bergstadt Annaberg-Buchholz, im Unteren Mittelerzgebirge, ist eine kulturund bergbaugeschichtlich traditionsreiche Stadt in einer reich strukturierten, forst- und landwirtschaftlich geprägten Mittelgebirgslandschaft. Als Bestandteil des Naturparks Erzgebirge-Vogtland sind für Annaberg-Buchholz Schutz, Pflege, Entwicklung und Gestaltung von Natur und Landschaft Anliegen von hohem Stellenwert. Mit dem Landschaftsplan erstellt die Stadt das Handlungsprogramm für den verantwortungsvollen, planmäßigen Umgang mit der Landschaft im Rahmen der Bauleitplanung. 2. Kleinflächig wechselnde forst-, und landwirtschaftlich genutzte Flächen umgeben die Siedlungsräume. Land- und Forstwirtschaft übernehmen weit reichende Aufgaben der Landschaftspflege und des Naturschutzes. Aus Waldhufen entstandene Offenlandbereiche werden durch Steinrücken und vielfältige saumreiche Hecken charakteristisch gegliedert. Hecken, Feldgehölze und naturnahe Waldreste sowie die Gehölze auf den Halden und in den Hohlformen des Altund Wismutbergbaues sind als Elemente des Biotopverbundes miteinander vernetzt. Ein Verbund aus extensiv genutzten trockenen, mageren, frisch-feuchten,

135 134 und nassen Grünländern und Bergwiesenresten auf den höher liegenden und mäßig bis stark geneigten Hängen und in den Mulden stellt ein hochwertiges Lebensraumspektrum für eine Vielzahl seltener und bedrohter Tiere und Pflanzen dar. 3. Die größten Waldflächen der Stadt, der Buchholzer Wald, der Pöhlbergwald, das Mühlholz und der Sauwald bergen eine Vielzahl besonders geschützter Biotope und werden im Zuge des ökologischen Waldumbaus zu arten- und strukturreichen Mischwaldstandorten. Die naturnahen Restwaldstrukturen an den Talhängen der Sehma und des Pöhlbaches, die Altbaumbestände an den steilen Talhängen im Stadtgebiet, die gewässergeprägten naturnahen Bruch- und Auwaldreste, insbesondere die typischen Erlengaleriewälder werden gesichert und entwickelt. Die Waldflächen im Gebiet besitzen besondere Bedeutung für das Klima, den Boden- und Grundwasserschutz, gleichzeitig sind sie für die Erholung von hohem Stellenwert. Gestufte, stabile Waldränder schützen die Waldzellen und bieten einheimischen Tieren und Pflanzen differenzierte Lebensräume. 4. Die Fließgewässer des Flusssystems der Zschopau, wozu die Bachläufe der Sehma und des Pöhlbachs sowie die ihnen zufließenden kleinen Bäche mit einer Vielzahl von Quellbereichen in Wald und Offenland gehören, sind von sehr hoher Bedeutung für den Naturschutz. Sie werden als naturnahe, ökologisch durchgängige Fließgewässer mit ihrer standortgerechten Begleitvegetation gesichert und entwickelt. Naturferne oder verbaute Bachabschnitte sollen einschließlich der Auen und Quellbereiche renaturiert werden. Auch naturnahe Teiche und Kleingewässer sind als Lebensräume besonders geschützt und für den Biotopverbund von hoher Bedeutung. 5. Die von Halden, Tagesbrüchen, Stollenmundlöchern, Flößgraben- und Mauerresten geprägte Altbergbau-Folgelandschaft nimmt einen großen Anteil des Stadtgebietes ein und vereint Lebensraumvielfalt und Bildungswert auf hervorragende Weise. Ein maßvoll zoniertes und landschaftsgerecht integriertes Netz aus Lehrpfaden, Rad-, Wander und Reitwegen erschließt die nähere Umgebung der Stadt und besondere Aussichtspunkte, ein einheitliches Leitsystem erleichtert die Orientierung und schützt gefährdete Landschaftsbestandteile vor Störungen. Zu besichtigende Besucherbergwerke sind hochwertige touristische Anziehungspunkte. Gleichzeitig stehen durchgängige Wegeverbindungen zu

136 135 angrenzenden Landschaftsräumen mit ihren überregional bedeutsamen Sehenswürdigkeiten sowie zu den Kammlagen des Erzgebirges bereit. 6. Der Siedlungsraum der Stadt Annaberg-Buchholz wird durch ein differenziertes Freiraumsystem gegliedert welches für die Bewohner der Bergstadt lebendige Identifikationsräume enthält. Die Stadt entwickelt als landesweit bedeutsamer Schwerpunkt des Städtetourismus an touristisch bedeutsamen Orten und Wegen Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Innerstädtische Grünringe umfassen den Altstadtkern sowie das weitere Siedlungsgebiet und stellen räumliche und gestalterische Verbindungen zur Landschaft her. Für Sport und Freizeitnutzungen stehen verschiedene städtische und landschaftliche Freiräume und Anlagen zur Verfügung. Diese ergänzen mit den städtischen Museen und kulturellen Angeboten das regionale Spektrum der Wintersport- und Wandertouristik auf hohem Niveau. 7. Der exponiert gelegene spätmittelalterliche Stadtkern der Annaberger Altstadt, der historische Stadtkern von Buchholz, die bergbaulich überprägten Waldhufendörfer Cunersdorf, Frohnau, Geyersdorf und Kleinrückerswalde und die vielfältigen Siedlungserweiterungen bilden ein attraktives städtebauliches Ensemble mit ablesbarer Landschafts- und Bergbaugeschichte. Das Einzelbergmassiv des Pöhlberges mit seinen Basaltaufschlüssen ist gleichermaßen Wahrzeichen der Stadt, wie die Baudenkmale St. Annen-Kirche und St. Katharinen-Kirche. Annaberg-Buchholz betreibt überregionale Öffentlichkeitsarbeit, um die Besonderheiten und Werte der Landschaft und Kultur des Erzgebirges bekannt zu machen. Damit erzeugt die Stadt gleichzeitig positive Impulse für die städtische Wirtschaft und die Pflege und Entwicklung der Landschaft Schutzgebiete und Objekte nach Naturschutzrecht Folgende dem Naturschutzrecht unterliegende Schutzgebiete befinden sich innerhalb des Geltungsbereiches des Flächennutzungsplanes und wurden nachrichtlich in die Planzeichnung übernommen: Naturpark (NP): - "Erzgebirge/Vogtland"

137 136 Abbildung 35 Naturpark Erzgebirge/ Vogtland Landschaftsschutzgebiet (LSG): - "Pöhlberg" Abbildung 36 LSG Pöhlberg

138 137 (Flächen-)Naturdenkmale: - "Erlenbruch Riesenburg" - "Pöhlbergalm" - "Felsengruppe im Pöhlatal zwischen Geyersdorf und Königswalde" - "Teufelskanzel" - "Butterfässer des Pöhlberges" - "Ehemaliger Basaltsteinbruch des Pöhlberges" - "Wiese bei den Neuheiligenkreuzgütern" - "Silberbergbauhalden in Frohnau" - "Kleines Quellmoor Cunersdorf" Naturdenkmale - Einzelbäume: - Linde (Hammerlinde ) Frohnau - Linde Annaberg - Eiche Geyersdorf - Bergahorn bei der Riesenburg Natura2000: - FFH Pöhlbachtal - FFH Mittelerzgebirgische Basaltberge - FFH Zschopautal (angrenzend) - FFH Wiesenbad (angrenzend) - SPA Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg

139 138 Abbildung 37 Natura200 Gebiete Abbildung 38 SPA Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg