Fragebogen zur Konfirmandenarbeit in Gemeinden und Kirchenkreisen in der EKiR

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1 Fragebogen zur Konfirmandenarbeit in Gemeinden und Kirchenkreisen in der EKiR Beantwortung durch Synodalbeauftragte in der Konfirmandenarbeit und/oder synodale Jugendreferate in der Zeit von September bis Dezember 2008 Auswertung und Einschätzung A Zahlen und Fakten Geantwortet haben 14 Kirchenkreise, die Zahlen aus 194 Gemeinden/bzw. Gemeindebezirken zusammenstellten. 1. Konzeption der Konfirmandenarbeit 1.1 Zwei Jahre mit jährigen In 143 Gemeinden/Gemeindebezirke, davon 50 Gemeinden/Gemeindebezirke mit wöchentlichen Treffen von min., 59 mit wöchentlichen oder 14-tägige Treffen von min und 31 Gemeinden/Gemeindebezirke mit Konfinachmittage ( mind. 3 Std.) Konfitage (Ganztags) oder Konfiwochenenden vor Ort. Im Kurssystem arbeiten 3 Gemeinden. In 36 Gemeinden wird die zweijährige Konfirmandenarbeit mit Freizeiten vor Ort und in 65 Gemeinden/Gemeindebezirken mit Freizeiten außerhalb ergänzt. Konfirmandenpraktika bieten 48 an. 1.2 Ein Jahr mit überwiegend jährigen In 47 Gemeinden/Gemeindebezirken, davon 2 mit wöchentlichen Treffen von min. ergänzt durch Konfitage, 26 mit Unterrichtstreffen von min. - auch ergänzt durch Konfitage - und 19 Gemeinden/Gemeindebezirke die mit Konfinachmittagen und Konfitagen arbeiten. 3 Gemeinden/Gemeindebezirke bieten außerdem Freizeiten vor Ort, 24 Freizeiten außerhalb und 7 Konfirmandenpraktika an. 1.3 KA 3 (geteilter Unterricht) 3 Gemeinden bieten geteilten Unterricht 3.bzw. 4. Schuljahr und 8.bzw. 9. Schuljahr an. 1

2 1.4 Sonstiges Eine Gemeinde arbeitet in Hausgruppen und 1 Gemeinde bietet Konfirmandenarbeit in Kooperation mit einer Sonderschule an. 36 Gemeinden/Gemeindebezirke geben an gelegentlich (d.h. je nach Bedarf) integrativ zu arbeiten. In getrennten Mädchen-, bzw. Jungengruppen arbeiten häufig 1 und gelegentlich 63 Gemeinden/Gemeindebezirke. In 12 Gemeinden/Gemeindebezirken gibt es Elternarbeit. 2. Angebote der Gemeinden/Gemeindebezirke für KonfirmandInnen 81 Gemeinden/Gemeindebezirke integrieren KonfirmandInnen in Jugendgottesdienste und 89 in Jugendgruppen. 13 bieten Ferienfreizeiten, bzw. Camps nur für KonfirmandInnen an und beziehen Themen der Konfirmandenarbeit ein. 34 Gemeinden/Gemeindebezirke laden KonfirmandInnen als Hauptteilnehmergruppe auf Ferienfreizeiten ein. Wochenendfreizeiten nur für KonfirmandInnen, die nicht Teil des Unterrichts sind, bieten 6 Gemeinden/Gemeindebezirke an. 20 Gemeinden bieten Familienfreizeiten an und 39 Gemeinden Projekte in die KonfirmandInnen integriert werden. In bestehende Jugendgruppen integrieren 39 Gemeinden die jeweiligen KonfirmandInnen und 71 bieten spezielle Angebote für Konfirmierte in Form von Gruppen, aber auch Projekte und offene Treffen an. 3. Übergemeindliche/kirchenkreisweite Angebote für KonfirmandInnen In 22 überregionale Jugendgottesdienste werden durchschnittlich 4-5 Mal pro Jahr Konfirmierte und KonfirmandInnen eingeladen. Konfirmandenfeste gibt es in 6 überregionalen Angeboten. 1 überregionales Konfi-Camp arbeitet mit Themen der Konfirmandenarbeit und in drei kreiskirchliche Freizeitangebote werden KonfirmandInnen eingeladen. Es gibt 1 überregionale Wochenendfreizeit mit Themen der Konfirmandenarbeit und 2 Wochenendfreizeiten ohne Themen der Konfirmandenarbeit. Erstmalig in 2009 wird eine überregionale Familienfreizeit angeboten. 15 Mal gibt es überregionale Projekte für KonfirmandInnen und in 4 Kirchenkreisen Konfi-Cups. 2

3 4. Wer verantwortet die Konfirmandenarbeit? In 63 Gemeinden/Gemeindebezirken verantworten Pfarrer/innen allein die Konfirmandenarbeit. In 5 Gemeinden/Gemeindebezirken DiakonIn, GemeindepädagogIn oder JugendleiterIn alleine. 17 mal päd. MitarbeiterInnen, bzw. DiakonInnen im Team mit Ehrenamtlichen, 35 mal PfarrerInnen im Team mit Ehrenamtlichen, 13 mal PfarrerInnen im Team mit päd. MitarbeiterInnen, bzw. DiakonInnen und 33 mal gibt es Teams aus PfarrerInnen, päd. MitarbeiterInnen, bzw. DiakonInnen und Ehrenamtlichen. In 33 Gemeinden werden Eltern in die Konfirmandenarbeit einbezogen und in 23 Gemeinden/Gemeindebezirken in Freizeiten oder einzelne Aktionen Ehrenamtliche bzw. päd. MitarbeiterInnen/DiakonInnen. 5. Handlungsbedarf/Herausforderungen In 80 Gemeinden/Gemeindebezirken wird Handlungsbedarf aufgrund von schulischer Belastung, bzw. Nachmittagsunterricht gesehen. 33 geben an, dass die Freizeitaktivitäten (vor allem Sportvereine werden genannt) der KonfirmandInnen perspektivisch zu Handlungsbedarf führen. 44 geben an, dass Pfarrer/Innen zunehmend beansprucht sind und unter Sonstigen werden Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit jugendlichen Ehrenamtlichen aufgrund von Nachmittagsunterricht beschrieben. 32 Gemeinden/Gemeindebezirke sehen Handlungsbedarf aufgrund zu großer Gruppen und 13 aufgrund zu kleiner Gruppen. Unter Sonstigem gibt es 3 Meldungen, 1 Mal mit dem Thema Raummangel. 20 Gemeinden/Gemeindebezirke sehen Handlungsbedarf aufgrund mangelnder Lernbereitschaft der KonfirmandInnen und 18 aufgrund fehlender sozialer Kompetenz. Unter Sonstigem wird noch mangelnde Erziehung durch die Eltern genannt und Handlungsbedarf in der Einbeziehung der Jugendarbeit in die Konfirmandenarbeit. 3

4 6. Wichtige weitere Themen, bzw. Fragen Überwiegend werden Schwierigkeiten in der Absprache mit Schulen bezgl. Unterrichtsfreier Nachmittage aufgeführt und die zunehmende Belastung der Gymnasiasten durch die Verkürzung der Schulzeit. Außerdem der eigene Mangel an Zeit über neue/andere Konzeption der Konfirmandenarbeit nachzudenken und weniger werdende finanzielle Ressourcen der Gemeinden. Weitere Themen sind der Umgang mit Lese- und Rechtschreibschwäche, eine angemessene Begleitung frustrierter SchülerInnen, Desinteresse der Eltern und die Höhe der finanziellen Belastung der Familien durch die Konfirmandenzeit. Fragen wurden formuliert bezüglich guter Konzepte von Kooperation mit der Jugendarbeit, Konzepte für überregionale Zusammenarbeit und damit verbunden die Frage nach Kooperation mit synodalen Jugendreferaten und dem Kirchenkreis. Außerdem die Frage nach Angeboten, die Konfirmierte in der Gemeinde halten und gemeinschaftsstiftende und spirituelle Angebote. 7. Wünsche Insgesamt wurde 61 mal der Wunsch nach überregionalem/landeskirchenweiten Austausch genannt, überwiegend zu Konzepten und Methoden, aber auch zu Mitarbeiterbeteiligung und zu aktuellen Entwicklungen. Materialwünsche wurden mindestens in der Hälfte der Fragebögen genannt und beziehen sich auf unaufwändige neue Unterrichtsmethoden, die sich an den klassischen Themen orientieren, aber das Lebensgefühl heutiger KonfirmandInnen aufnehmen. Umgang mit neuen Medien lernen wurde mehrfach genannt, ebenso neue fetzige Lieder lernen und Konzepte für Mitarbeiterschulungen für Ehrenamtliche. Fortbildungswünsche beziehen sich teilweise auf die bereits genannten Materialwünsche, aber auch auf die Möglichkeit mit einem Kirchenkreisteam jährliche Studientage am PTI zu verbringen und einmal wird nach einer Schulung für überregionale Konfi-Camps gefragt. 4

5 Als positives Beispiel für überregionale Arbeit wurde einmal das regelmäßige Angebot von Regionaltagen genannt. B Einschätzung aus Sicht der Jugendarbeit Die Vielzahl der Konzepte und Angebote rund um die Konfirmandenarbeit zeigt, dass sich die 2001 von der Landessynode beschlossenen Empfehlungen langsam aber sicher in der Praxis der Gemeinden wiederfinden. Die Gestaltung von wöchentlichen Unterrichtsstunden wird ergänzt durch Wochenendfreizeiten und/oder einzelne Tage am Wochenende, Jugendgottesdienste und Freizeitaktivitäten ( Projekte, Konfi-Cup, Konfi-Camp) meist unter Beteiligung der Jugendarbeit. Auffällig ist allerdings, dass sich in den Konzepten (Zweijährige oder einjährige Konfirmandenarbeit) nicht die gesamte Vielfalt der bereits in der Rahmenordnung der EKiR von 1976 genannten Möglichkeiten wiederspiegelt. Vor allem die überregionale Zusammenarbeit (d.h. Zusammenfassung von Konfirmandengruppen, überregionale Freizeiten, Seminare) beschränkt sich auf Jugendgottesdienste und Projekte, ergänzt durch Freizeiten in wenigen Kirchenkreisen. Das Kurssystem wird kaum angewendet, ebenso die Möglichkeit des geteilten Unterrichts (KA 3). Die Chancen der Arbeit in geschlechtsspezifischen Gruppen wird nur gelegentlich ergriffen und integrative Gruppen finden statt, wenn Eltern ein Kind mit Behinderung anmelden. Die nur einmalig genannte Zusammenarbeit mit einer Sonderschule lässt ahnen, dass nur selten aktiv die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Förderschulen gesucht wird. Zu Fragen ist, ob Kooperationen zur Einbeziehung von KonfirmandInnen mit Behinderungen auch über Schulen hinaus denkbar sind, bzw. praktiziert werden (sog. Anstaltsgemeinden, kreiskirchliche Seelsorger ). Scheitert die Einbeziehung von KonfirmandInnen mit Behinderungen evtl. auch an finanziellen Ressourcen (Kosten für HelferInnen/PflegerInnen) der Gemeinden? 5

6 Die überwiegende Zahl der Gemeinden/Gemeindebezirke die geantwortet haben organisieren die Konfirmandenarbeit zweijährig in wöchentlichen Treffen. Gleichzeitig wird die Schwierigkeit der Absprachen mit Schulen (Nachmittagsunterricht) genannt. Diese Feststellung lässt vermuten, dass künftig eine größere Zahl von Gemeinden über andere Konzepte (einjährig, Blockunterricht etc.) nachdenken wird und Veränderungen Fortbildungs- und Beratungsbedarf bedingen werden. In den Konzeptionen, die freizeitpädagogische Arbeit (Wochenendfreizeiten, Projekte, Konfitage) stärker einbeziehen werden JugendmitarbeiterInnen künftig auch mehr gefragt sein als es die Ergebnisse der Abfrage vermuten lassen. Positiv festzuhalten ist, dass in 2/3 der Gemeinden/Gemeindebezirke Konfirmandenarbeit im Team stattfindet und MitarbeiterInnen aus der Jugendarbeit längst nicht mehr nur auf Wochenendfreizeiten gefragt sind, sondern an Konzepten mitwirken, die die Lebenslage und Persönlichkeitsentwicklung der KonfirmandInnen ernst nehmen. Weitere Projekte, Ferienfreizeiten, Jugendgottesdienste (auch überregional) entwickeln sich aus mehr und intensiverer der Teamarbeit. Ca Konfirmanden pro Jahr in der EKiR sind eine gr0ßer Teil der Gegenwart unserer Kirche und auf Seiten der Jugendarbeit spiegelt sich die Zusammenarbeit zur Zeit noch nicht in Fortbildungsangeboten oder überregionalen Angeboten zur Qualifizierung der Schnittstelle zwischen Jugendarbeit und Konfirmandenarbeit. Hier besteht Handlungsbedarf, orientiert an aktuellen Konzepten wie z.b. Konfi-Camps, Freizeiten, Genderarbeit etc. Außerdem bleibt abzuwarten in wie weit durch die gesunkene Anzahle der Taufen in der EKiR (Landeskirchliche Statistik mit Zahlen von 2007 verzeichnet fast 1/3 weniger Taufen) auch weniger Angebote in der Konfirmandenarbeit, bzw. verstärkte regionale Zusammenarbeit notwendig wird. In der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Konfirmandenarbeit ergibt sich Gesprächsbedarf zum Verhältnis der Grundelemente der Jugendarbeit Freiwilligkeit, Selbstbestimmung, Partizipation zu der Notwendigkeit auch didaktischer Wissensvermittlung in der Konfirmandenarbeit. Regionalgruppen könnten in Kooperation zwischen synodaler Jugendarbeit und Synodalbeauftragten entstehen. Dabei können Erfahrungen aus der Jugendarbeit vor allem in Jugendgottesdiensten, Projekten und Freizeitaktivitäten für 6

7 KonfirmandInnen und Konfirmierte stärker einfließen und wiederum die Arbeit in der einzelnen Gemeinde entlasten. Ebenfalls stärker als bisher könnte die vorhandene Kompetenz im Umgang mit jugendlichen Ehrenamtlichen von Seiten der Jugendarbeit eingebracht werden. In der Jugendarbeit ist eine steigende Nachfrage nach religionspädagogischer Fortbildung zu beobachten. In Kooperation mit dem Arbeitsbereich Konfirmandenarbeit des PTI könnten Angebote entstehen, die speziell nach den Bedürfnissen in der Konfirmandenarbeit fragen, bzw. den Bedürfnissen der Altersgruppe und dem ebenfalls mehrfach geäußerten Wunsch nach spirituellen Angeboten für Konfirmierte entsprechen. Konkrete Schritte: 1. Die Anregung zur Bildung von überregionalen AG s (Kirchenkreis) in Kooperation von Jugendreferaten und Synodalbeauftragten über die Konferenz der synodalen Jugendreferate und die Konferenz der Synodalbeauftragten weitergeben. 2. Die Prüfung einer rheinlandweiten Tandem -Tagung in 2010 mit Synodalbeauftragten und Jugendreferaten zu Chancen und Grenzen der Kooperation von Jugendarbeit und Konfirmandenarbeit wie sieht die Schnittstelle aus? 3. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse der Konfirmandenstudie auch in die Jugendarbeit. 4. Die Prüfung gemeinsamer Fortbildungsanliegen an der Schnittstellle Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit, auch im Blick auf jugendliche Ehrenamtliche (PTI, Amt für Jugendarbeit und Hackhauser Hof). 5. Innerhalb der Evangelischen Jugend im Rheinland prüfen, ob die Kooperation zwischen Jugend- und Konfirmandenarbeit Thema einer künftigen Delegiertenkonferenz sein sollte. 7

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