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1 zelsitzungen, schon aus Gründen der Diskretion. Bei genügend gefestigten Personen (speziell, wenn psychosomatische, also scheinbar rein körperliche Krankheiten aufgedeckt werden sollen) kann es vertretbar sein, diesen eine Rückführungscassette in die Hand zu geben und nur von Zeit zu Zeit (und dies ist unabdingbar, wie wir gesehen haben) das dort Erlebte zu besprechen. Karma und Zeitschleifen Der moderne Karmabegriff unterscheidet sich fundamental von den Denkkonzepten früherer Jahrzehnte. Es geht nicht mehr darum, daß irgend eine Handlung aus einem früheren Leben vergolten werden muß. Statt dessen stützt sich der heutige Karmabegriff auf einen naturgesetzlichen Zusammenhang, wonach unter gewissen Bedingungen Ereignisse die Tendenz zur Wiederholung zeigen. Moralbegriffe wie Schuld und Sühne spielen dabei keine Rolle. Wenn ein Mensch ein Karma hat, so bedeutet das nur, daß er Persönlichkeitsanteile eines früher lebenden Menschen in sich trägt, die Erfahrungen und (ritualisierte) Gewohnheiten mit Wiederholungscharakter beinhalten. Karmaerfüllung bzw. Lernen bedeutet dann, mit diesen Verhaltensmustern heute anders umzugehen, als es der damalige Mensch getan hatte. Auf diese Weise wird die Wiederholungstendenz unterbrochen (Abschluß eines unvollendeten Rituals). Alles hängt zusammen mit dem Charakter der Zeit. In der heutigen Wissenschaft vermutet man, daß man sich die Zeit nicht mehr als eine vom Gestern über das Heute zum Morgen verlaufende Linie vorstellen darf. Die Zeit ist mehrdimensional und hat eine fraktale Struktur. Das bedeutet, sie hat eine gebrochene Dimension und weist komplizierte Strukturen auf, die sich im Großen wie im Kleinen wiederholen (sogenannte Skaleninvarianz). Wir wollen an dieser Stelle nicht tiefer in das interessante Gebiet der fraktalen Zeit einsteigen, da wir dies in unserem Buch Zeitfalle bereits ausführlich abgehandelt haben. Auch im Kapitel Und Gott würfelt doch... kamen einige Aspekte des Themas nochmals zur Sprache. Im Zusammenhang mit dem Karmabegriff interessiert uns vor allem, daß es in der fraktalen Zeit zu Zeitschleifen kommen kann, also zu einer (mehr oder weniger regelmäßigen) Wiederholung gleichartiger Ereignisse. Genau dies macht aber das Wesen des Karmas aus. 100

2 Matrix und Fraktale Fraktalformen entstehen durch Rückkopplung, d. h. dadurch, daß eine Projektion mehrfach (rekursiv) auf sich selbst angewendet wird. Eine solche Projektion wird mathematisch durch eine Matrix beschrieben. Die Existenz fraktaler Formen in unserer Realität ist eine unmittelbare Folge aus der modernen quantenphysikalischen Erkenntnis, daß der Mensch durch sein Bewußtsein seine Realität mit beeinflußt und insofern als Mitschöpfer agiert. Indem er das von ihm (mit) Erschaffene (von dem er ein Teil ist) betrachtet, kommt es zu der genannten Rückkopplung, wodurch die zugrundeliegende Matrix fraktale Formen in Raum und Zeit entstehen läßt. Eine fraktale Zeitschleife entsteht dadurch, daß sich ein Ereignis manifestiert, dessen Matrix zyklischen Charakter hat. Die Folge ist dann, daß dieses Ereignis dazu tendiert, sich zu wiederholen. Menschen können selbst (gewollt oder ungewollt) fraktale Zeitschleifen erzeugen (Festhalten an Gewohnheiten, unvollendete Rituale ). Das führt dann dazu, daß sie immer wieder mit ähnlichen Ereignissen konfrontiert werden (oder selbst automatisch bestimmte Handlungen wiederholen). Es ist aber auch möglich, die Bindung an eine bereits existierende fraktale Zeitschleife zu übernehmen. Die Ursache ist Resonanz. Auslöser für eine solche Resonanz können z. B. sein: Familiäre Bindungen (z. B. wurden ähnliche Schicksalsverläufe innerhalb der Kennedy-Familie über Generationen weitergereicht 10 ). Zeitartige Zeitschleifen ein Mensch gerät in eine Zeitschleife, weil bestimmte wichtige Eckdaten seines Lebens zu einer bestimmten (zur Zeitschleife passenden) Zeit liegen. Ortsartige Zeitschleifen ein Mensch gerät in eine Zeitschleife, weil er sich an einem bestimmten Ort aufhält (Resonanz mit der Matrix des Ortes). Karmische Zeitschleifen ein Mensch gerät in eine Zeitschleife, weil sein Name zu einer bestimmten, dazu passenden Ereignisqualität resonanzfähig ist. 101

3 Mischformen kommen häufig vor. Zum Beispiel bildeten die Schatten über dem Weißen Haus (Tod mehrerer US-Präsidenten im Amt im Abstand von jeweils genau 20 Jahren 11 ) eine sowohl raum- als auch zeitartige Zeitschleife. Zum einen betraf sie nämlich nur Menschen, die das Präsidentenamt übernahmen und daher an einen bestimmten Ort ziehen mußten (Washington, Weißes Haus). Unter ihnen waren aber auch nur diejenigen betroffen, die in ganz bestimmten Jahren gewählt wurden. Bei einem (John F. Kennedy) kam sogar noch als dritter Aspekt ein familiärer Hintergrund hinzu. Räumliche und zeitliche Aspekte können auch bei karmischen Zeitschleifen eine entscheidende Rolle spielen. Der Ausdruck Zeitschleife besagt nicht, daß eine Entwicklung vollkommen zyklisch verläuft. Es handelt sich meist um wesentlich kompliziertere Entwicklungslinien (z. B. der sogenannte Lorenz-Attraktor bei der US- Präsidentenschleife 12, siehe auch Abb. 13). Derartige zyklische Attraktoren sind nur über sehr lange Zeiträume wirklich zyklisch 13, während die Entwicklungsbahnen in kürzeren Zeitabschnitten sehr unterschiedlich (und auch unregelmäßig) verlaufen können, so daß der zyklische Charakter im Kleinen oft nur schwer zu erkennen ist. Abb. 13: Der Lorenz-Attraktor 102

4 Beim Lorenz-Attraktor zum Beispiel gibt es bestimmte Bereiche, in denen Entwicklungen sehr heftig verlaufen (nahe seinem Zentrum). In diesen Regionen ist also die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung bestimmter Ereignisse sehr hoch (in solchen Bereichen befanden sich die Präsidenten, die tatsächlich im Amt starben, z. B. Kennedy und Lincoln). Nahe der Peripherie des Lorenz-Attraktors hingegen verlaufen die Entwicklungen mit geringerer Vehemenz. Dort befand sich z. B. Ronald Reagan, auf den zwar ein Attentat verübt wurde, das er aber überlebte. Im Fall einer karmischen Zeitschleife (die über den Namen eines Menschen aufgegriffen wurde) kann es also für die tatsächlich im Leben aktivierten karmischen Ereignisse von immenser Bedeutung sein, zu welchem Moment (Geburtszeitpunkt) er in die Zeitschleife eingestiegen ist. Der Geburtsmoment eines Menschen bestimmt daher die Wirkungskraft, mit der karmische Zusammenhänge in sein Leben hineinwirken können. Ebenso wichtig ist der räumliche Aspekt. Im Großen ist dies unmittelbar ersichtlich. Es gibt bestimmte Zeitschleifen ( karmische Aufgaben ), die zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten (Kulturkreisen, politischen und gesellschaftlichen Systemen etc.) ganz einfach unmöglich oder zumindest nur sehr schwer auflösbar sind. Zum Beispiel wäre eine karmische Aufgabe, sich von religiösen Bindungen unabhängig zu machen, im Europa des Mittelalters praktisch nicht zu bewerkstelligen gewesen. In anderen gesellschaftlichen und kulturellen Systemen hingegen könnte sich die gleiche Aufgabe fast wie von selbst erledigen. Genau dies kann man auch bei den Halding-Analysen beobachten. Einige der geschilderten karmischen Aufgaben gehen sehr gut konform mit den aktuellen Lebensproblemen eines Menschen, weil er selbst oder seine Umwelt der Lösung der Aufgabe Widerstand entgegensetzen. Erst dadurch wird ja die Existenz des Karmas überhaupt erkennbar. Andere, ebenfalls ins Leben mitgebrachte Aufgaben machen sich überhaupt nicht bemerkbar. Der Mensch lebt heute ganz einfach anders als es in der geschilderten Szene aus einem früheren Leben der Fall war, ohne daß ihm dies irgendwelche Probleme bereiten würde. Bei den Halding-Analysen gilt der Geburtsort eines Menschen insofern als eine Art Bühne, die ihm zur Verfügung steht. Wenn er über 103

5 seinen Namen in Kontakt mit einer gewissen Anzahl von Zeitschleifen aus dem Leben früherer Menschen kommt, dann kann dies nur im Kontext des Ortes geschehen, an dem er sich befindet. Dies hat Einfluß darauf, mit welchen Aufgaben er dann im Leben tatsächlich konfrontiert wird bzw. auf Widerstand stößt. Das ändert sich auch nicht grundsätzlich, wenn er in eine andere Region umzieht. Jeder Mensch bleibt lebenslang durch seine Herkunft geprägt. Dabei spielen nicht nur großräumige Kulturkreise eine Rolle. Jeder Ort hat aufgrund des Ortsnamen Verbindung zu eigenen Zeitschleifen, die die Matrix des Ortes mit prägen. 14 Zum Beispiel ergibt die kabbalistische Namensanalyse der Stadt Berlin die Summe 63, Quersumme 9, x-faktor 6. Will man die Wirkung des Ortes auf einen Menschen untersuchen, muß wie immer dem x- Faktor noch der Wert 1 hinzuaddiert werden, so daß sich in diesen Fällen ein x-faktor 7 ergibt. Speziell die 9, das hermetische Prinzip Wassermann, symbolisiert Begriffsklassen, die sowohl in der positiven als auch in der negativen Polarität die wechselvolle Geschichte Berlins erkennbar geprägt haben (höheres Wissen, Philosophie und Freigeistigkeit auf der einen, Demagogie, blindes Befolgen von Parolen und Rücksichtslosigkeit auf der anderen Seite). Die 9 eröffnet auch den Zugang zu einer Berlin-spezifischen Zeitschleife, die mit dem Datum des 9. November verknüpft ist: Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann, Abdankung des Kaisers Reichskristallnacht Pogromnacht der Nationalsozialisten Öffnung der Berliner Mauer Aus diesen Zusammenhängen wird ersichtlich, daß bei einem Menschen, der im Jahre 1960 in Berlin geboren wurde, über den Namen ganz andere karmische Aufgaben (von anderen Menschen früherer Zeiten) aktiviert werden können als bei einem anderen, der 1950 in Köln zur Welt kam. Selbst wenn beide den gleichen Namen haben sollten. 104

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