SOS-Kinderdorf im. Sudan Afrika. SOS-Archiv

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1 SOS-Kinderdorf im Sudan Afrika

2 1 SOS-Kinderdorf weltweit SOS_Archiv Bild oben links Schülerin der Hermann-Gmeiner-Schule Umbada Bild oben rechts Rund Kinder, Jugendliche und Familien werden in 119 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in 36 Ländern betreut Bild unten links Hermann Gmeiner, Gründervater der SOS-Kinderdorf-Idee Seit mehr als 60 Jahren macht sich SOS-Kinderdorf für benachteiligte Kinder und Familien stark. Nach den SOS-Kinderdörfern sind weltweit noch viele weitere SOS-Angebote entstanden: SOS-Kinderdörfer (inkl. angeschlossene Jugendeinrichtungen und Kindergärten) SOS-Hermann-Gmeiner- Schulen SOS-medizinische Zentren SOS-Sozialzentren SOS-Familienstärkungsprogramme SOS-Berufsbildungszentren SOS-Kinderdorf-Angebote im Ausland Der SOS-Kinderdorf e.v. finanziert im Jahr SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in 36 Ländern, in denen insgesamt rund Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut und beraten werden. (Stand: ) Die Hilfe aus Deutschland ist insbesondere für die ärmeren Länder der Erde unerlässlich, um den Unterhalt der SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in den Ländern. wo das Spendenaufkommen viel niedriger ist als in Deutschland, zu ermöglichen

3 2 Sudan (Afrika) Zahlen im Vergleich (Statistisches Bundesamt, 2012) Sudan Deutschland Einwohner 37,195 Mio. 81,798 Mio. BIP pro Kopf USD USD Lebenserw. Männer 59,7 Jahre 78,4 Jahre Lebenserw. Frauen 63,3 Jahre 83,2 Jahre Säuglingssterblichkeit 5,7 % 0,3 % Geographie Die Republik Sudan, mit der Hauptstadt Khartum liegt im Nordosten Afrikas und verfügt über eine Fläche von 1,85 Mio. km². Der Großteil des Landes ist von der Sahara geprägt, die wichtigsten Lebensadern sind der Nil und seine Nebenflüsse. Der Sudan weist ein tropisches Klima mit großen Temperaturschwankungen in den Wüstengebieten auf, hier liegen die Temperaturen oft bei 0 C nachts und 40 C tagsüber, Regen fällt selten. Die politische und wirtschaftliche Lage Die rund 37 Mio. Einwohner des Sudan gehören unzähligen verschiedenen Stämmen arabischer und afrikanischer Herkunft an. Amtssprache ist Arabisch, es werden aber auch verschiedene nilotische Sprachen und Englisch gesprochen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist muslimisch. Demographisch gesehen ist der Sudan ein sehr junges Land - etwa 42 Prozent der Bevölkerung sind Kinder unter 14 Jahren. Schätzungsweise 3,5 Millionen dieser Kinder wachsen in Folge des Bürgerkrieges ohne elterliche Fürsorge auf. Langwierige Bürgerkriege sowie Naturkatastrophen haben den Sudan in große Not gestürzt. Die Kämpfe der vergangenen 50 Jahre haben mehr als 1,5 Millionen Menschenleben gefordert. Die Infrastruktur ist in weiten Teilen zerstört, die Wirtschaft von chronischer politischer Instabilität, großen Auslandsschulden und kontraproduktiven wirtschaftspolitischen Gesetzen geschwächt, so dass der Sudan heute trotz reicher Bodenschätze zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Über 43 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nach einem Referendum im Januar 2011, wo sich eine überwiegende Mehrheit für die Unabhängigkeit des Südsudans entschied, folgte am 9. Juli 2011 die offizielle Abspaltung der Republik Südsudan.

4 3.1 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen im Sudan Bilder oben Bilder der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule Umbada Bild links ursprüngliche lokale Grundschule Beispiele der SOS-Kinderdorf-Arbeit Im August 1975 wurden seitens SOS-Kinderdorf International die ersten Verhandlungen mit der sudanesischen Regierung über die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes im Sudan aufgenommen. Eine Feldstudie ergab, dass die Hauptstadt Khartum der am besten geeignete Standort für die Errichtung des ersten SOS-Kinderdorfes sei. Der Baubeginn erfolgte noch im November desselben Jahres konnten dann sowohl das SOS-Kinderdorf als auch der angeschlossene SOS-Kindergarten ihrer Bestimmung übergeben werden. SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Umbada In dieser Region leben die meisten der 1,8 Mio. Flüchtlinge, die verschiedenen Religionen und ethnischen Gruppen angehören. In zahlreichen Fällen handelt es sich um Haushalte ohne Männer, da diese sich entweder in Gebieten befinden, die die Frauen aufgrund der gefährlichen Lage verlassen haben, im Krieg getötet wurden oder sich haben scheiden lassen. Viele der dort lebenden Familien leiden nach wie vor an den Folgen des Krieges. Der Lebensstandard sowie das Ausbildungsniveau sind sehr niedrig, die Arbeitslosenrate hoch und die medizinische Versorgung unzureichend. Aufgrund von starken Regenfällen und massiven Überflutungen im September 1999, bei denen zahlreiche Gegenden stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, rief SOS-Sudan ein Nothilfeprogramm in Umbada, 20 km westlich von Khartum, für die Flüchtlinge des Bürgerkrieges ins Leben. 40 Familienhäuser wurden wieder aufgebaut, Trinkwasserleitungen wiederhergestellt und die lokale Primarschule renoviert. Aus diesem Nothilfeprojekt entstand ein neuer SOS-Komplex, der im Januar 2005 seinen Betrieb aufgenommen hat, bestehend aus einer SOS-Hermann- Gmeiner-Grundschule und einem SOS-Sozialzentrum, das mit einem Berufsbildungszentrum kombiniert ist. SOS-Hermann-Gmeiner-Schule Umbada Die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule ist für Schüler mit Klassenstärken von 40 bis 60 Kindern konzipiert. Sie verfügt über 16 Klassenräume, zwei Räume für besondere Aktivitäten sowie einen Administrationsbereich. Aufgrund der hohen Schülerzahl findet der Unterricht im Zwei-Schicht-System statt. Sie konnte bereits im Januar 2005 ihren Betrieb aufnehmen.

5 3.2 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen im Sudan Lubna El-Elaimy Bild oben links Auszubildender des SOS-Berufsausbildungszentrums Umbada Bilder oben Mitte und rechts Begünstigte des SOS-Sozialzentrums Umbada SOS-Berufsausbildungszentrum Umbada Das SOS-Berufsausbildungszentrum folgte ein Jahr später. Hier haben etwa 150 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren die Möglichkeit, im Bereich Elektrik, Nähen, Zeichnen, Dekoration, Computer, Zimmerhandwerk oder Montage eine Ausbildung zu absolvieren. SOS-Sozialzentrum Umbada In September 2004 startete SOS-Kinderdorf in Umbada das SOS-Familienstärkungsprogramm. Ziel dieses Programms ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Das Programm zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern zu fördern (in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen etc.). Zudem sollen die Ressourcen der Familien gestärkt werden, damit sie selbständig für die bestmögliche Betreuung und den Schutz der Kinder sorgen können (z.b. durch Schaffung Einkommen generierender Tätigkeiten). Auch werden in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden Möglichkeiten ausgearbeitet, benachteiligte Kinder und deren Familien innerhalb der Dorfgemeinschaft zu unterstützen.

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