Fachartikel. Wie sich die Robustheit mobiler Computer auf die TCO auswirkt

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1 Fachartikel Wie sich die Robustheit mobiler Computer auf die TCO auswirkt

2 Mehrzweck-PDAs und robuste Mobilcomputer für Unternehmensumgebungen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht: nach Absatzmärkten, Einsatzgebieten und äußeren Eigenschaften wie Abmessungen, Gewicht oder Materialien. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal aber sind die Lebenszykluskosten, auch TCO oder Total Cost of Ownership genannt. Im aktuellen Wirtschaftsumfeld, wo immer häufiger der Rotstift angesetzt werden muss, können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, dieses Kriterium außer Acht zu lassen. Smartphones und PDAs locken mit niedrigen Preisen, doch ist ihr Einsatz in Bereichen wie Service, Transport, Einzelhandel, Lagerverwaltung oder Fertigung mit wesentlich höheren Kosten verbunden, befand eine unabhängige Studie zu den Lebenszykluskosten von Mobilcomputern. In solchen Umgebungen beträgt der Unterschied zwischen der durchschnittlichen jährlichen TCO verbraucherorientierter Smartphones und PDAs einerseits und robuster Mobilcomputer andererseits sage und schreibe 42,6 %, wie Abbildung 1 zeigt. Keine Frage: Wer eine langfristig sinnvolle Investition tätigen möchte, sollte sich genauer mit der TCO befassen. Abbildung 1: Durchschnittliche TCO von Handheld-Geräten für Privat- und Unternehmenszwecke $4,500 $4,000 $3,500 $3,894 $3,000 $2,500 Durchschnittliche jährliche TCO $2,000 $2,731 $1,500 $1,000 $500 $0 Verbraucherorientierte Geräte Gerätetyp Robuste Mobilcomputer Die TCO ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Mobilgeräten, das wie aus dem obigen Diagramm hervorgeht in klarem Zusammenhang mit der Robustheit steht. Zuverlässigkeit und eine längere Lebensdauer sind dabei die wichtigsten Faktoren. Am einen Ende des Spektrums stehen verbraucherorientierte Geräte, die im mobilen Unternehmenseinsatz oftmals kein Jahr überdauern, am anderen robuste Mobilcomputer, die auch unter widrigsten industriellen Bedingungen vier Jahre oder länger im Einsatz bleiben. Doch bei der Berechnung der TCO ist es mit einer Gegenüberstellung der erwarteten Lebensdauer und Ersatzkosten für unterschiedliche Gerätetypen nicht getan. Da der Anschaffungspreis nicht einmal 30 % der gesamten TCO ausmacht, kommt den Ausgaben für Ersatzgeräte eine vergleichsweise geringe Bedeutung zu. Produktivitätsverluste bei Geräteausfällen sind unter dem Strich kostspieliger als eine Reparatur oder ein Austausch. Der Schlüssel zu einer günstigen TCO ist die Auswahl desjenigen Modells, das in der vorgesehenen Einsatzumgebung die höchste Zuverlässigkeit und Produktivität verspricht. Genau dabei hilft Ihnen der vorliegende Artikel. Einzelne Punkte, die behandelt werden, sind die Beziehung zwischen TCO und Robustheit, der Wertbeitrag robuster Geräte zu verschiedenen Prozessen und Umgebungen, wesentliche Unterscheidungsmerkmale zwischen robusten und nicht robusten Geräten und Hinweise auf die erforderliche Robustheit für unterschiedliche Einsatzszenarien. Die Beziehung zwischen TCO und Robustheit Der Nutzen robuster Mobilcomputer für Unternehmensumgebungen liegt in erster Linie in ihrer wesentlich längeren Einsatzdauer gegenüber PDAs und Smartphones. Der höhere Anschaffungspreis wird durch die attraktivere Lebensspanne, die mit geringeren Kosten für Reparaturen und Ersatzteile einhergeht, mehr als wettgemacht. Es ist keine Seltenheit, dass ein Unternehmen zwei oder gar drei Smartphones oder PDAs verschleißt, während ein robustes Gerät unter den gleichen Begriffserklärung Bei den Kategorien mobiler Computer und der Definition des Begriffs Robustheit herrscht eine gewisse Verwirrung. Im vorliegenden Artikel werden spezialisierte Mobilcomputer, die gezielt für Unternehmenszwecke entwickelt wurden, pauschal als robust bezeichnet, PDAs und Smartphones für den Massenmarkt dagegen als nicht robust. Innerhalb dieser beiden groben Kategorien ist jedoch eine weitere Differenzierung möglich zumal bei den robusten Geräten, die sich hinsichtlich ihrer Belastbarkeit stark unterscheiden. Bei der Benennung von Unterkategorien folgen wir den Definitionen von VDC dem führenden Marktanalysten für Mobilcomputer und Datenerfassungsgeräte zum Einsatz in Industrie, Logistik, Einzelhandel und Außendienst. VDC unterscheidet bei Mobilcomputern (mit Ausnahme von Smartphones) die vier Robustheitsgrade verbraucherorientiert, belastbar, halbrobust und vollrobust. Als robust gelten die dritte und vierte Kategorie, nicht aber die ersten beiden Kategorien oder Smartphones. Bedingungen noch im Einsatz wäre. So befand etwa Marktanalyst VDC bei einem Vergleich der Lebenszyklen robuster und nicht robuster Mobilcomputer in Unternehmensumgebungen 1, dass nach zwei Jahren bereits 38,5 % der verbraucherorientierten, aber nur 7,8 % der unternehmenstauglichen Geräte ersetzt waren. Nach drei Jahren war der Abstand noch größer: 82,6 % aus der ersten, aber nur 18,2 % aus der zweiten Kategorie hatten den Dienst versagt. 1 Total Cost of Ownership (TCO) Models for Mobile Computing and Communications Platforms, VDC Research, Juli

3 Abbildung 2: Prozentsatz jährlich ersetzter Mobilcomputer Jahr 1 Jahr 2 Jahr 3 Jahr 4 Jahr 5 Nicht robust 18.0% 38.5% 82.6% 96.8% 98.5% Robust 3.3% 7.8% 18.2% 55.4% 76.2% Die gleiche Studie ergab einen klaren Zusammenhang zwischen den einzelnen Robustheitsgraden ( verbraucherorientiert, belastbar, halbrobust und vollrobust ) und der TCO je robuster das Gerät, desto geringer die Kosten. Am kostspieligsten sind unter dem Strich verbraucherorientierte PDAs, wie in Abbildung 3 gezeigt. Die Differenz kann sich auf jährlich mehr als $ pro Gerät belaufen. Abbildung 3: TCO nach dem Robustheitsgrad mobiler Computer $5,000 $4,250 $4,230 Jährliche TCO $3,500 $3,963 $3,490 $2,750 $2,869 $2,592 $2,000 Verbraucherorientiert Belastbar Smartphone Halbrobust Vollrobust Mobilcomputertyp Der TCO-Vorteil robuster Geräte gründet sich auf längere Einsatzzyklen mit weniger Ausfällen, niedrigeren Reparaturkosten und geringeren Produktivitätsverlusten. Die durchschnittliche jährliche Ausfallrate nicht robuster Handhelds liegt bei 38 % gegenüber gerade einmal 11 % bei robusten Modellen. 2 Unternehmen veranschlagen für Mobilcomputer im operativen Bereich gemeinhin eine Lebensdauer von 3½ Jahren 3, doch wie in Abbildung 2 gezeigt, überdauert nicht einmal eines von fünf nicht robusten Geräten diese Zeitspanne. Je länger Mobilgeräte schwierigen Umgebungsbedingungen wie Aufprallrisiken, Temperaturextremen, feuchter Witterung, Staub oder Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, desto entscheidender wird ihre Robustheit. Im ersten Jahr nach der Inbetriebnahme bieten robuste Geräte aufgrund ihrer höheren Anschaffungskosten noch keinen TCO-Vorteil. Abbildung 4 zeigt den Anteil des Kaufpreises an der TCO, der für die robustesten Modelle am höchsten ist. Abbildung 4: Anschaffungskosten als Prozentsatz der TCO nach Gerätetyp 8% 11% 18% 27% Nicht robust Belastbar Halbrobust Vollrobust 2 Total Cost of Ownership (TCO) Models for Mobile Computing and Communications Platforms, VDC Research, Juli ebenda 3

4 Umgebungsbedingungen, Einsatzzyklen, Ausfallhäufigkeit und Anschaffungskosten zählen zu den zahlreichen Aspekten, die sich auf die TCO mobiler Geräte auswirken. In den folgenden Abschnitten werden diese Variablen näher erläutert, um Unternehmen die TCO-Prognose und Bestimmung des erforderlichen Robustheitsgrads zu erleichtern. Wie setzt sich die TCO zusammen? Die offensichtlichen Kostenpunkte mobiler Computer wie etwa der Preis des Geräts und eventueller Serviceverträge bilden nur einen geringen Anteil der TCO. Wesentlich stärker wirken sich indirekte Kosten aus, zu denen Produktivitätsverluste (etwa durch Support oder Wartung) zu rechnen sind. Auch bei diesem wichtigen Aspekt macht sich eine starke Abhängigkeit vom Gerätetyp bemerkbar: Das Spektrum reicht, wie in Abbildung 5 gezeigt, von einem TCO-Anteil von rund 65 % bei vollrobusten Geräten zu 87 % bei verbraucherorientierten PDAs. Abbildung 5: Jährliche direkte und indirekte Kosten für Handheld-/PDA-Computer Gerätetyp Direkte Kosten Indirekte Kosten Gesamte TCO Verbraucherorientiert $472 $3,758 $4,230 Belastbar $654 $3,309 $3,963 Smartphone $943 $2,547 $3,490 Durchschnitt für Verbrauchergeräte $690 $3,205 $3,895 Halbrobust $863 $2,005 $2,868 Vollrobust $895 $1,697 $2,592 Durchschnitt für robuste Geräte $879 $1,851 $2,730 *Jährliche TCO über 5 Jahre, Durchschnitt sämtlicher Einsatzumgebungen Die Differenz zwischen den direkten und indirekten Kosten mobiler Geräte macht deutlich, warum Produktvergleiche und TCO- Prognosen, die sich vorrangig auf Listenpreise und weitere offensichtliche Kostenpunkte stützen, in die Irre führen. Während die Anschaffungskosten gerade einmal 8 bis 27 % der TCO ausmachen, sind es die indirekten Ausgaben, auf die es wirklich ankommt. Wie in Abbildung 6 gezeigt, schlägt ein einziger indirekter Kostenpunkt Produktivitätsverlust durch Geräteausfall mit 49 % der 5-Jahres-TCO mobiler Geräte zu Buche. Eine eingehende Auseinandersetzung mit dieser Variablen bietet Unternehmen daher die beste Chance, ihre Ausgaben einzudämmen und langfristig lohnende Investitionsentscheidungen zu treffen. Das nachstehende Diagramm zeigt, welche Bereiche die größte Aufmerksamkeit verdienen. Abbildung 6: TCO-Faktoren mobiler Geräte Produktivitätsverlust durch Geräteausfall 49% Kosten der Geräteeinführung 14% IT-Support 27% Integrationsleistungen 10% 4

5 Eines ist klar: Die Kosten der Anschaffung oder des Austauschs mobiler Computer treten gegenüber den Auswirkungen von Geräteausfällen in den Hintergrund. Ausfallzeit ist die Hauptkomponente der TCO. Da sie in erster Linie durch Gerätedefekte verursacht werden, kommt der Bauweise und Funktionalität von Mobilcomputern eine besondere Bedeutung zu. Die bereits erwähnte Ausfallrate nicht robuster Geräte 38 % beträgt ein 3,5-Faches der bei robusten Geräten zu erwartenden 11 %. Wie auch bei der TCO insgesamt gilt: Die Ausfallhäufigkeit mobiler Computer korreliert direkt mit ihrer Robustheit. Produktivität Nach der VDC-Studie kostet ein Geräteausfall mobile Mitarbeiter durchschnittlich 75 Minuten. Zu den möglichen Folgen zählen Umsatzeinbußen im mobilen Vertrieb und Service, Produktionsverzögerungen im Werk, verpasste Liefertermine im Distributionszentrum, Fehlmengen und unzufriedene Kunden im Einzelhandel sowie unnötige Überstunden in allen Umgebungen. In VDCs TCO-Bericht aus dem Jahr 2007 werden diese Konsequenzen näher erläutert: Ausfallraten mobiler Computer, die oftmals über 30 % jährlich erreichen, geben auch weiterhin Anlass zur Sorge. Da die Geräte häufig in erfolgsentscheidenden Bereichen eingesetzt werden, sind empfindliche Auswirkungen auf den Kundenservice, die innerbetriebliche Produktivität, die Motivation der Mitarbeiter und letztlich die Gewinnsituation zu befürchten. Gegenüber der absoluten Notwendigkeit, mobile Mitarbeiter mit dem für ihre Tätigkeit und Umgebung geeignetsten Gerät auszustatten, treten die Kosten der Geräteeinführung in den Hintergrund. 4 Die folgenden Szenarien veranschaulichen den betriebswirtschaftlichen Schaden eines Geräteausfalls in unterschiedlichen Einsatzbereichen. Außendienst: Stellen wir uns einen Servicetechniker vor, dessen Smartphone beim Ausstieg aus dem Fahrzeug in eine Pfütze fällt. Da das Gerät nicht mehr funktionsfähig ist, muss der Techniker nicht nur auf die gespeicherte Wartungshistorie verzichten, sondern auch sämtliche ausgeführten Arbeiten und verwendeten Ersatzteile auf Papier (statt in der Gerätesoftware) protokollieren. Die Schreibarbeit erhöht den Zeitaufwand aller folgenden Einsätze um einige Minuten, bis beim letzten Termin eine deutliche Verspätung zu befürchten ist oder gar eine Verschiebung auf den Folgetag nötig wird. Die Datenerfassung ohne Software (die zur Eingabe der Auftrags-ID und Teilenummern auffordern und auf fehlende Informationen hinweisen würde) erhöht zudem das Risiko, dass nicht alle ausgeführten Arbeiten oder eingesetzten Teile erfasst werden. Dadurch können möglicherweise nicht alle Arbeitsleistungen oder Teile in Rechnung gestellt werden. Zu weiteren Fehlern und empfindlichen Verzögerungen kann es kommen, wenn die handschriftlichen Aufzeichnungen im Büro manuell in CRM- und Rechnungssysteme eingegeben werden müssen. Die Fehleranfälligkeit und Unwirtschaftlichkeit eines papierbasierten Außendiensts sind umfassend dokumentiert. Nach einer aktuellen Studie sind Servicetechniker, deren Arbeitgeber der Spitzengruppe der befragten Unternehmen angehören, zweimal häufiger mit robusten Mobilcomputern ausgestattet und um durchschnittlich 18 % produktiver. 5 Firmen, die ihren Außendienst mobilisierten, konnten die Überstundenvergütung im Schnitt um 7,3 % senken und die SLA-Konformität (SLA = vereinbarte Serviceleistungen) um 23 % steigern. 6 Wie kostspielig Produktivitätsverluste im Außendienst werden können, zeigt sich auch an den starken TCO-Abweichungen zwischen unterschiedlichen Gerätetypen. Nach Angaben von VDC weisen robuste Geräte in solchen Umgebungen die günstigste TCO auf, während verbraucherorientierte PDAs mit $ jährlich (mehr als $ zusätzlich) am teuersten kommen. 7 Einzelhandel: Denken wir an eine Verkaufskraft, die einen ganzen Arbeitstag lang Kunden berät und Ware nachfüllt. Ein mit Datenfunk ausgestatteter Mobilcomputer hilft, Kundenfragen nach vorrätigen Größen und Farben zu beantworten, den Bestand anderer Filialen abzufragen und erwartete Lieferdaten zu prüfen. Fällt ein solches Gerät aus, muss der Kunde warten, bis im Lager, Büro oder Kassenbereich der Warenbestand ermittelt wurde. Die Produktivität und Servicequalität leiden bei wachsendem Risiko, dass der Kunde ohne Kauf oder Bestellung den Laden verlässt. Auch bei der Bestandsführung oder Regalauffüllung können Geräteprobleme empfindliche Verzögerungen verursachen mit Fehlmengen oder Überstunden als möglicher Folge. Die unbestreitbare Auswirkung derartiger Störungen auf die Gewinnspanne unterstreicht den Wert eines verlässlichen Gerätebestands. Die TCO im Einzelhandel reicht von $ bei verbraucherorientierten PDAs zu $ bei vollrobusten Mobilcomputern. Fertigung und Logistik: In Fertigungs- und Lagerumgebungen, wo Belastbarkeit unabdingbar ist, wird nahezu ausschließlich mit robusten Modellen gearbeitet. Schon kleinste Produktivitätsverluste setzen enge Fertigungspläne und knappe Lieferfristen aufs Spiel. Ein Ausfall eines Mobilcomputers kann beispielsweise die Kommissionierung erschweren und dadurch die Termintreue und Vollständigkeit der Lieferungen gefährden. Überstunden oft die einzige Möglichkeit zur Einhaltung der Lieferzusagen schmälern die Gewinnspanne. Aufgrund der widrigen Einsatzbedingungen in der Fertigung und Logistik ist Robustheit ein absolutes Muss. Entsprechend hoch ist die TCO verbraucherorientierter Geräte in solchen Umgebungen: Mit $ beträgt sie ein 1,8-Faches der $ für vollrobuste Geräte. Produktivitätsverluste allein sind für nahezu die Hälfte der TCO verantwortlich, während die andere Hälfte auf eine Reihe unterschiedlicher Faktoren entfällt. Einige TCO-relevante Unterschiede zwischen robusten und nicht robusten Geräten sind Softwareunterstützung, IT-Support, Bedienerfreundlichkeit, Energieverwaltung und Steuerungsmöglichkeiten für Administratoren. Nachfolgend wird näher auf diese Punkte eingegangen. 4 ebenda 5 Complex Service Work: Scheduling Technicians, Crews and Physical Resources, Aberdeen Group, Mai ebenda 7 Sämtliche umgebungsspezifische TCO-Angaben stammen aus: Total Cost of Ownership (TCO) Models for Mobile Computing and Communications Platforms, VDC Research, Juli

6 Software und Support Wie die aufgeführten Daten untermauern, haben verbraucherorientierte Smartphones und PDAs in Unternehmensumgebungen beileibe keine hohe Lebenserwartung. Noch kürzer ist aber oft der Zeitraum, über den sie im Produktprogramm des Herstellers geführt werden. Schon nach 6 bis 8 Monaten können Funktionsänderungen zu einer Überarbeitung oder gar Einstellung von Produkten führen. Für Privatverbraucher, die in der Regel nur ein Gerät benötigen, stellt dies kein Problem dar, wohl aber für IT- Administratoren, die Hunderte oder gar Tausende mobiler Geräte verwalten müssen. Einheitliche Betriebssysteme, Erweiterungen und Funktionen über den gesamten Gerätebestand sind ebenso unabdingbar wie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und -geräten. Abbildung 6 zeigt den IT-Support mit 26,8 % als zweitwichtigste Komponente der TCO. Er ist den indirekten Kosten zuzurechnen, die sich nach Abbildung 5 für Smartphones und nicht robuste PDAs insgesamt auf durchschnittlich $ belaufen nahezu das Doppelte der $ für robuste Geräte. Softwarebelange sind ein wesentlicher Grund für diese Differenz. Unternehmenstaugliche Geräte mit Microsoft-Betriebssystem (Windows CE, Windows Mobile oder PocketPC) werden von einer umfangreichen, beständigen und wettbewerbsorientierten Gemeinde von Softwareentwicklern unterstützt. Das breitere Spektrum von Lösungsanbietern, Softwarepaketen und Entwicklungstools sichert Firmen die Vorteile erhöhter Konkurrenz und Flexibilität. Auch Terminalemulation und weitere für Unternehmensumgebungen nützliche Funktionen werden unterstützt. Gartner betont in seiner Analyse von Handheld-Computern die Vorteile der Microsoft-Betriebssysteme: Kunden, die Anwendungen auf robusten Geräten implementieren, empfiehlt Gartner, vorwiegend Windows-Plattformen in Betracht zu ziehen, um das Projektrisiko gering zu halten [...]. Andere Betriebssysteme sind für Käufer aufgrund der geringen Zahl von Anbietern mit einem höheren Risiko verbunden. Unter den nicht robusten Geräten im Außendienst, der Kundenpflege und dem Gastgewerbe sieht Gartner das BlackBerry OS von Research In Motion in Kombination mit handelsüblichen Smartphones in relativ geringer Verbreitung. 8 Bedienerfreundlichkeit Während bei robusten Mobilcomputern nicht nur das Betriebssystem, sondern das ganze Gerät auf Unternehmenszwecke ausgerichtet ist, wurden Smartphones und PDAs vorrangig für die Kommunikation und Kontaktverwaltung entwickelt. Für die Dateneingabe (ob über eine Tastatur, einen Touchscreen, einen Barcodeleser, ein Bilderfassungssystem oder Peripheriegeräte), die Navigation in Unternehmensanwendungen oder die Kommunikation mit Backend-Systemen sind sie nicht optimiert. Eine weitere Schwachstelle verbraucherorientierter PDAs entsteht häufig durch die Notwendigkeit, Funktionen, die bei robusten Modellen integriert sind, über Peripheriegeräte hinzuzufügen. Beispielsweise sind Barcodscanner als separate Systeme fehleranfälliger als in Form integrierter Komponenten, und der Bediener muss ein zusätzliches Gerät mitführen und betriebsbereit halten. Aufgrund der höheren Ausfallraten von Peripheriegeräten steigt die Gefahr von Produktivitätsverlusten. Energieverwaltung Ein weiterer Vorteil der Arbeit mit integrierten Komponenten, der für alle Einsatzumgebungen relevant ist, ist die effizientere Nutzung der Akkuleistung. Funktionen wie Datenfunk, Barcodescannen und tragbares Drucken erhöhen den Strombedarf. Mobilgeräte, die speziell für solche Anwendungen konzipiert sind, verfügen über Energieverwaltungsfunktionen, die den Akku auch bei intensiver Nutzung einen ganzen Arbeitstag lang im Einsatz halten. Ein wesentliches Kriterium ist auch die Ladezeit. Bei einem hohen Arbeitspensum bleibt oft bestenfalls in der Mittagspause etwas Zeit zum Nachladen des Akkus. Ein kurzer Ladevorgang ist mit klaren betriebswirtschaftlichen Vorteilen verbunden. Der höhere Anschaffungspreis derart ausgestatteter Geräte wird schnell durch Produktivitätsgewinne wettgemacht. Für mobile Mitarbeiter, die unterwegs über keine Lademöglichkeit verfügen, kann ein leerer Akku dem Verlust eines Arbeitstags gleichkommen. Ersatzbatterien sind eine denkbare, aber auf Dauer kostspielige Alternative. Management und Steuerung der Geräte Da robuste Computer für umfangreiche Einsatzumgebungen (statt den Verkauf an Privatverbraucher) optimiert sind, bieten sie oftmals integrierte Unterstützung für Verwaltungs- und Sicherheitssysteme der Unternehmensklasse. Funktionen, die eine straffere Bereitstellung und Inbetriebnahme, eine ferngesteuerte Konfiguration und Diagnose sowie verschiedene weitere Formen des proaktiven Managements ermöglichen, sind von unschätzbarem Wert. Sie sparen nicht nur den IT-Verantwortlichen Zeit, sondern erhöhen auch die Geräteverfügbarkeit beides wesentliche Faktoren der TCO. Mit den Worten von VDC: MDM-Software [Mobile Device Management] ist eine hilfreiche Ressource, wenn es darum geht, Kosten im Zusammenhang mit Geräteausfällen und Lösungsupgrades einzudämmen. Insbesondere reduziert sie den Reparaturaufwand, Supportvorgänge ohne Befund und den Bedarf an Ersatzteilen. Erfahrungsgemäß profitiert auch die Vernetzbarkeit von Geschäfts- und CRM-Anwendungen von einer Investition in MDM-Software. Unter dem Strich steigt die Mitarbeiterproduktivität und sinken variable Kosten über die gesamte mobile Implementierung. 9 Besonders wichtig ist Remotemanagement bei Einsatzgebieten fern des Unternehmens etwa im Außendienst oder auf Lieferfahrten. Da den Mitarbeitern keine Ersatzgeräte zur Verfügung stehen, kann der Ausfall eines Geräts oder einer Anwendung erhebliche Produktivitätsverluste nach sich ziehen. Mit ferngesteuerter Diagnose kann es IT-Mitarbeitern gelingen, das Problem zu beheben, ohne dass der Bediener in die Zentrale zurückkehren muss. Manche Managementsysteme für Mobilgeräte warnen sogar vor drohendem Akkuausfall, damit rechtzeitig für Ersatz gesorgt werden kann. Funktionen der Zugriffssteuerung können eine unautorisierte Datenübertragung sowie eine Internet-, Telefon- und -Nutzung zu Privatzwecken verhindern. 8 MarketScope for the Ruggedized Handheld-Computer Market, Gartner, Inc., Dezember Mobile Computing TCO Models: Secure a Strategic Competitive Advantage During the Recession, VDC Research Group, Mai

7 Was ist eigentlich Robustheit? Verbraucherorientierte PDAs und Smartphones sollen durch ein attraktives, formschönes Design Kaufinteresse wecken. Bei robusten Geräten werden andere Schwerpunkte gesetzt: Sie müssen belastbar sein und dürfen auch nach wiederholtem Herabfallen nicht den Dienst versagen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die durchschnittliche jährliche Ausfallrate dieser Modelle 3,5-mal niedriger ist als bei den nicht robusten Produkten: 11 gegenüber 38 %. Robustheit und Verlässlichkeit sind auf die unterschiedlichsten Konstruktionsmerkmale zurückzuführen (das Gehäuse, zusätzliche Schutzvorrichtungen, die Beschaffenheit des Displays, die Tastatur, E/A-Anschlüsse und andere mehr), die den Computer vor den Strapazen einer industriellen Umgebung schützen. Zur Bescheinigung der Robustheit und Beständigkeit gegenüber Umgebungsfaktoren wie Feuchtigkeit oder Staub dienen verschiedene unabhängige Klassifizierungssysteme. International anerkannte Zertifizierungen, die auf standardisierten, wiederholbaren Prüfverfahren basieren, leisten wertvolle Hilfe für den Produktvergleich. Demgegenüber erscheinen Spezifikationen und Zusicherungen des Herstellers weniger aussagekräftig, denn möglicherweise wird mit firmeninternen Tests gearbeitet, die eigene Geräte begünstigen und objektive Vergleiche erschweren. Beispielsweise gibt es keine neutrale, allgemeingültige Definition für Begriffe wie robust oder aufprallsicher. Wird dagegen ein Gerät als MIL-STD 810G-konform bezeichnet, so steht fest, dass es nach der Norm 810G des Standardisierungssystems des US- Verteidigungsministeriums (MIL-STD) getestet und zertifiziert wurde. Dies bedeutet, dass es funktionsfähig bleibt, wenn es mit einer beliebigen Fläche, Kante oder Ecke auf eine harte, unnachgiebige Oberfläche wie Stahl oder Beton aufprallt. Die IP-Schutzart (International Protection) ist neben MIL-STD ein weiteres gängiges Klassifizierungssystem für die Robustheit mobiler Computer. Diese Nomenklatur der International Electrotechnical Commission (IEC) gibt Aufschluss über die Beständigkeit eines Geräts gegen Partikel und Feuchtigkeit. Die Angaben bestehen in der Regel aus den Buchstaben IP, gefolgt von zwei Ziffern, von denen sich die erste auf den Fremdkörper- und die zweite auf den Wasserschutz bezieht. Beispielsweise bietet ein Mobilcomputer nach IP54 einen Fremdkörperschutz der Stufe 5 (Staubablagerungen am Gerät sind zwar möglich, beeinträchtigen aber nicht das Betriebsverhalten) und einen Wasserschutz der Stufe 4 (das Gerät bleibt funktionsfähig, wenn es Spritzwasser oder Sprühwasser mit geringem Druck ausgesetzt ist). Je höher die Zahl, desto widerstandsfähiger das Gerät. Ein Gerät nach IP64 ist staubdicht und gegen Spritzwasser geschützt. Das MIL-STD-System des US-Verteidigungsministeriums erfasst die unterschiedlichsten Geräteeigenschaften. Im Jahr 2008 wurde MIL-STD-810F seit 2000 gebräuchlich durch die Norm MIL-STD-810G ersetzt, die eine höhere Schwingungsfestigkeit vorsieht. MIL-STD-810G-konforme Geräte bleiben auch nach wiederholtem Aufprall auf Beton mit einer beliebigen Fläche, Kante oder Ecke funktionsfähig. Doch offizielle Klassifizierungssysteme erfassen nur Teilaspekte der Robustheit. Die Bauweise, Werkstoffe und Funktionalität liefern weitere wichtige Anhaltspunkte. Einer der Gründe für die höheren Preise robuster Computer ist die höherwertige Verarbeitung mit strapazierfähigeren Bauteilen. Beispielsweise sind sie vielfach durch ein Metallgehäuse geschützt, während die Materialwahl bei verbraucherorientierten Geräten stärker durch Kostenfaktoren beeinflusst ist. Weitere Merkmale, die sich auf die Robustheit auswirken, sind die Tastatur, das Display, die E/A-Anschlüsse, die Unterstützung für Peripheriegeräte und die Temperaturbeständigkeit. Im Folgenden wird auf einige der wichtigsten Kriterien näher eingegangen. Bei einer versiegelten Tastatur können über die Zwischenräume zwischen den Tasten keine Fremdkörper, Staubpartikel oder Flüssigkeiten eindringen. Zusätzliche Belastbarkeit versprechen eingravierte (statt aufgedruckter) Tastenaufschriften, die auch nach millionenfacher Berührung lesbar bleiben. Zudem haben Käufer robuster Mobilcomputer häufig die Wahl zwischen mehreren Tastaturkonfigurationen, was die Bedienerfreundlichkeit erhöht. Schäden am Display eine Hauptursache für Reparaturen an Mobilgeräten lassen sich durch eine kratzfeste Ausführung reduzieren. Weiterhin sind für robuste Computer Spezialdisplays erhältlich, die etwa auch bei starker Sonneneinstrahlung lesbar bleiben oder bei Temperaturschwankungen nicht beschlagen (ein typisches Beispiel ist die Entladung eines Kühltransporters an einem heißen Tag). Auch die Ausstattung mit Zusatzfunktionen wirkt sich auf die Belastbarkeit und damit die TCO eines Computers aus. Integrierte Merkmale und Komponenten sind prinzipiell verlässlicher als separate Peripheriegeräte. Beispielsweise profitiert ein eingebautes Scanmodul vom robusten, aufprallsicheren Gehäuse und den Garantiebedingungen des Hauptprodukts, während dem Bediener der Umgang mit einem separaten Gerät erspart bleibt. Ähnliches gilt für integrierte Datenfunkfunktionen, die geschützter als eine Karte in einem Steckplatz sind. Fazit Unter den zahlreichen Faktoren, die sich auf die TCO mobiler Computer auswirken, sind Belastbarkeit und Verlässlichkeit zweifellos die wichtigsten. Die Lebensspanne eines Geräts und seine Verfügbarkeit während dieses Zeitraums wirken sich maßgeblich auf seinen Wertbeitrag und RoI (Return on Investment) aus. Unabhängige Forschungsdaten belegen, dass mit wachsender Robustheit die Einsatzdauer zu- und die TCO abnimmt. Der gegenüber nicht robusten Modellen höhere Anschaffungspreis lässt sich leicht durch die um Monate oder Jahre längere Nutzungsdauer der Investition rechtfertigen. Der Wert der Robustheit ist also unbestritten, doch wie lässt sich bestimmen, welche Geräte diese Eigenschaft in dem für die Umgebung erforderlichen Maß aufweisen? Unabhängige Klassifizierungssysteme bringen Klarheit und Objektivität in ansonsten schwer belegbare Aussagen der Hersteller. Zur Auswahl des für die Mitarbeiter geeignetsten Geräts mit der günstigsten TCO- Prognose empfiehlt es sich, ausgehend von einer Analyse der Einsatzbedingungen die erforderlichen Leistungsmerkmale und 7

8 Zertifizierungen festzulegen. Geräte, die für die Umgebung ungeeignet sind oder eine Änderung der Geschäftsprozesse erfordern, mögen auf den ersten Blick zwar kostengünstiger erscheinen, schränken jedoch den Nutzen der mobilen Automatisierung erheblich ein. Intermec bietet ein umfassendes Spektrum von Mobilcomputern für vielfältige Unternehmensanforderungen. Bereits seit über 40 Jahren entwickelt das Unternehmen robuste Mobilcomputer und Datenerfassungssysteme, von denen es Hunderttausende erfolgreich in anspruchsvolle Einsatzumgebungen integriert hat unter anderem in Industrie, Lagerhaltung, Außendienst, Transport, Logistik und Einzelhandel. Mobilcomputer von Intermec sind robust genug für den langjährigen Einsatz unter schwierigsten Bedingungen, aber auch flexibel genug für die Unterstützung von Peripheriegeräten, Softwareanwendungen und Geschäftsprozessen, die wir heute erst erahnen können. 8

9 Nordamerika Unternehmenszentrale th Avenue West Everett, Washington 98203, USA Tel.: (425) Fax: (425) Nord-/Lateinamerika Regionaler Hauptsitz Mexiko Tel.: Fax: Süd-/Lateinamerika Regionaler Hauptsitz Brasilien Tel.: Fax: Europa, Nahost, Afrika Regionaler Hauptsitz Reading, Großbritannien Tel.: Fax: Asiatisch-pazifischer Raum Regionaler Hauptsitz Singapur Tel.: Fax: Internet Kontaktdetails für Niederlassungen: Vertrieb (800) (425) Gebührenfrei (andere Länder): Gebührenpflichtig (andere Länder): Intermec Technologies GmbH Burgunder Straße Düsseldorf Deutschland Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) germany. Internet: Copyright 2009 Intermec Technologies Corporation. All rights reserved. Intermec is a registered trademark of Intermec Technologies Corporation. All other trademarks are the property of their respective owners. Printed in the U.S.A A 06/09 In a continuing effort to improve our products, Intermec Technologies Corporation reserves the right to change specifications and features without prior notice.

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