Geschäftsbericht 2012 INFORMATIKZENTRUM LANDESVERWALTUNG BADEN WÜRTTEMBERG (IZLBW)

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1 Geschäftsbericht 2012 INFORMATIKZENTRUM LANDESVERWALTUNG BADEN WÜRTTEMBERG (IZLBW)

2 IMPRESSUM 02 I HERAUSGEBER: Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg (IZLBW) Krailenshaldenstraße 44, Stuttgart Telefon: V.I.S.D.P.: Tanja Ruis, Ramona Bosch PROJEKTMANAGEMENT, GESTALTUNG, BILDER: Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg (IZLBW)

3 Informatik fürs Ländle INHALT VORWORT DES DIREKTORS I 03 LAGEBERICHT 1.1 Geschäftsverlauf 1.2 Finanzen 1.3 Kunden 1.4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter WEITERENTWICKLUNGSSTRATEGIEN 2.1 Finanzen 2.2 Kunden 2.3 Prozesse 2.4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2.5 Technologietrends JAHRESABSCHLUSS 3.1 Bilanz 3.2 Gewinn- und Verlustrechnung 3.3 Anhang zum Jahresabschluss

4 04 I LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

5 das abgelaufene Geschäftsjahr war ein erfolgreiches Jahr für das IZLBW. Mein besonderer Dank gilt unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und für die konstruktive Zusammenarbeit. Mein Dank gilt auch den Mitarbeitenden des IZLBW für ihr Engagement und dem Innenministerium als Fachaufsichtsbehörde, das die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit gestaltet. Auch in Zukunft werden wir intensiv an der Verwirklichung unseres Leitbildes eines erfolgreichen IT-Dienstleisters weiterarbeiten. Dem Ziel, bei unseren Leistungen und der Wirtschaftlichkeit mehr Transparenz zu schaffen, sind wir erneut ein großes Stück nähergekommen. Dabei war die Einführung des Servicekatalogs von großer Bedeutung. Der Servicekatalog ist darüber hinaus ein wichtiger Baustein für die interne Planung und Steuerung. Wir haben den Anspruch, IT-Dienstleistungen und marktgerechte Konditionen auszuliefern. Eine Orientierungshilfe gab uns hier der Preis-Benchmark der Gartner Deutschland GmbH. Die internen Steuerungs- und Dienstleistungsprozesse wurden daraufhin weiterentwickelt. Die Verwaltung ist in Zukunft für junge Menschen, den Digital Natives, nur mit zeitgemäßer IT-Unterstützung am Arbeitsplatz attraktiv. IT-Spezialisten für die öffentliche Verwaltung zu gewinnen, wird immer schwieriger. Das IZLBW setzt hier mit verschiedenen Personalmarketingstrategien und attraktiven Arbeitsbedingungen Akzente. Wir sind auf einem guten Weg, den wir konsequent und optimistisch zum Nutzen unserer Kunden und des Landes Baden-Württemberg weiter beschreiten! Es grüßt Sie herzlich Ihr Christian Leinert I Direktor I 05

6 06 I 1. LAGEBERICHT 1.1 GESCHÄFTSVERLAUF Das Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg (IZLBW) ist eine dem Innenministerium Baden-Württemberg (IM) unmittelbar nachgeordnete nicht rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Es wird nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen als Landesbetrieb nach 26 der Landeshaushaltsordnung (LHO) geführt. Das Innenministerium führt die Dienst- und Fachaufsicht über das IZLBW. Aufgaben, Organisation und Benutzungsgrundsätze des IZLBW sind in der Verwaltungsvorschrift des IM (VwV- IZLBW) vom 15. März 2013 geregelt. Das IZLBW hat nach der Verwaltungsvorschrift Nr zu 74 LHO unter entsprechender Anwendung der für große Kapitalgesellschaften geltenden Regelungen des Handelsgesetzbuchs ( 242 bis 289) zum Ende des Wirtschaftsjahres einen Jahresabschluss und einen Lagebericht aufzustellen. Der Lagebericht gibt einen Überblick über den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Situation des IZLBW. Da die Genehmigung des Jahresabschlusses durch das Innenministerium noch aussteht, sind alle in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Angaben zum Lagebericht und zum Jahresabschluss als vorläufig zu betrachten. Das IZLBW ist ein ressortübergreifendes IT-Zentrum der Landesverwaltung Baden-Württemberg (Nr der e-government-richtlinien Baden-Württemberg). Als solches hat es folgende Aufgaben: Es stellt Dienste zur Sprach- und Datenübertragung zur Verfügung, insbesondere ein Landesverwaltungsnetz (LVN). Es betreibt die dafür erforderlichen sicherheitstechnischen Einrichtungen. Es stellt einen Rechenzentrumsbetrieb für zentral zu erledigende Aufgaben der automatisierten Datenverarbeitung bereit, die nicht anderen Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg zugewiesen sind. Es betreibt und steuert Rechnersysteme, lokale Netze und Systeme der Bürokommunikation. Es betreut Verfahren der automatisierten Datenverarbeitung, die als Regelausstattung der Bürokommunikation in der Landesverwaltung oder in ihren Teilen eingeführt sind. Es entwickelt, betreut und pflegt Anwendungsverfahren der automatisierten Datenverarbeitung und unterstützt die Weiterentwicklung von Datenverarbeitungsverfahren und -systemen.

7 Es wirkt bei der Abstimmung der Nutzung der Informationstechnik (IT) von Land, kommunalen Körperschaften und anderen Stellen mit, die mit dem Land Baden-Württemberg Daten austauschen. Es ist zu Fragen der IT beratend und gutachterlich tätig. Folgende Serviceleistungen wurden 2012 erbracht (in EUR): LVN-Management und Sicherheit 732,0 Tsd. Zentrale Mail-Gateways 271,8 Tsd. Zentrale Mail-Dienste 148,2 Tsd. I 07 Es arbeitet hinsichtlich der Beschaffung von Geräten und Programmen der IT mit dem Logistikzentrum Baden-Württemberg (LZBW), der zentralen Beschaffungsstelle der Landesverwaltung, zusammen. Es berät die Kunden bei der Inanspruchnahme seiner Leistungen; insbesondere führt es dazu Informationsveranstaltungen und Schulungen durch und gibt regelmäßig eine Informationsschrift heraus. Das IZLBW ist IT-Fachzentrum (Nr der e-government- Richtlinien Baden-Württemberg) für den Geschäftsbereich des IM und erfüllt in dessen Auftrag Aufgaben der IT. Insbesondere ist das IZLBW zuständig für den Betrieb der IT und die Programmentwicklung der Innenverwaltung einschließlich der Programmentwicklung der Landespolizei. Außerdem erbringt das IZLBW im Auftrag des Innenministeriums kostenfrei Serviceleistungen für die gesamte Landesverwaltung. Diese Leistungen werden nicht an die Nutzer der Serviceleistungen weiterberechnet, sondern aus dem Landeszuschuss finanziert. In 2012 betrugen die Kosten des IZLBW für die Erbringung dieser Serviceleistungen 1,7 Mio. EUR. Spamfilter BWL Elektronisches Benutzerverzeichnis (EBV) Bereitstellung eines zentralen Zugangs zur Deutschland Online Infrastruktur (DOI) Technische Unterstützung bei IuK-Ausschreibungen des LZBW Ausfallvorsorge Netze und Netzdienste Computer Emergency Response Team Baden-Württemberg (CERT-BWL) BSI-Grundschutz für EU-Zahlstellen beim IZLBW und den Regierungspräsidien Trust-Center und Verschlüsselung Betrieb des Informationsdienstes im Landesverwaltungsnetz (LVN-id) und des allgemeinen Informationsdienstes für die kommunalen Verwaltungsnetze (LVN-aid) Einführung einer Nachfolge für das HP ServiceDesk IPv6 Einführung Gesamt 92,5 Tsd. 90,0 Tsd. 83,2 Tsd. 79,4 Tsd. 65,0 Tsd. 60,9 Tsd. 47,2 Tsd. 41,9 Tsd. 6,5 Tsd. 5,1 Tsd. 3,7 Tsd ,4 Tsd.

8 ABRECHENBARE LEISTUNGEN 2012 JE GESCHÄFTSFELD Sonstige 1 % Fachdienste Justiz 2 % Fachdienste Kultusverwaltung 3 % Fachdienste MLR 4 % Fachdienste Versorgungsverwaltung 5 % Bürokommunikation 19 % Netze und Netzdienste 25 % Fachdienste / BK Polizei 41 % 08 I ABRECHENBARE LEISTUNGEN JE GESCHÄFTSFELD Das Volumen aller abrechenbaren Leistungen liegt bei 48,5 Mio. EUR. Als abrechenbar gelten die Leistungen, die dem Kunden in Rechnung gestellt werden können. Die abrechenbaren Leistungen setzen sich aus den Umsatzerlösen (32,4 Mio. EUR) und den bei der Rechnungsstellung angerechneten Anteilen der Kunden am Landeszuschuss (16,1 Mio. EUR) zusammen. Nach den Vorgaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft darf der Landeszuschuss im Jahresabschluss nicht als Umsatzerlös ausgewiesen werden. Dennoch können die Anteile der Kunden am Landeszuschuss als Erlösersatz interpretiert werden. Die Grafik oben links zeigt die prozentuale Verteilung der abrechenbaren Leistungen auf die Geschäftsfelder des IZLBW. VERBESSERUNG DER GESCHÄFTSGRUNDLAGEN Seit 2011 konnten mit Unterstützung des Innenministeriums und des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft etliche Geschäftsgrundlagen verbessert werden. Die Erfolge sind in den positiven Jahresergebnissen 2011 und 2012 sichtbar. Eine entscheidende Verbesserung der Geschäftsgrundlage lag in der dauerhaften Sicherung der auskömmlichen Finanzierung des IZLBW durch den Landeszuschuss durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft. Als neue und für ein verlässliches Kundengeschäft wichtige Vertragsgrundlagen gelten seit 1. Januar 2012 der neue IT- Servicekatalog und die Allgemeinen Nutzungsbedingungen (ANB-IZLBW). Der IT-Servicekatalog stellt nicht nur einen transparenten Leistungsbezug für den Kunden dar, er ist darüber hinaus Bestandteil der internen Kosten- und Leistungsrechnung. Auf dieser Grundlage können Kostenvergleiche mit anderen IT-Anbietern durchgeführt und Verbesserungspotentiale erkannt werden. Im aktuellen IT-Servicekatalog 2013 können viele Dienstleistungen günstiger als im Vorjahr angeboten werden. Diese Entwicklung resultiert aus der Weitergabe günstigerer Einkaufskonditionen, dem technologischem Fortschritt und optimierter Prozesse innerhalb des IZLBW. Eine weitere wichtige Grundlage ist die Verwaltungsvorschrift des IM über die Aufgaben, Organisation und Benutzungsgrundsätze des IZLBW (VwV-IZLBW). Sie wurde an die Anforderungen an einen modernen IT-Dienstleister für die Landesverwaltung angepasst. Die aktualisierte Fassung gilt seit dem 15. März Ein Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg liegt darin, die Hard- und Softwarelandschaft im IZLBW und bei seinen Kunden schrittweise zu vereinheitlichen. Beschaffung und vor allem die Administration können effizient gestaltet und Preisvorteile im Einkauf realisiert werden. Um die Standardisierung zu gewährleisten, wurde 2011 die Funktion einer Technischen Leitung eingeführt, die bei wichtigen technischen Beschaffungen, zwingend aber ab einem Betrag von EUR zu beteiligen ist. Die Bündelung der fachlichen und finanziellen Verantwortung in den Händen der Budgetverantwortlichen (dezentrale Budgetierung) ist ein wesentliches Element der Steuerung

9 der Leistungen und deren Kosten. Die Budgetverantwortlichen planen, überwachen und prognostizieren ihre Budgets, zeichnen Beschaffungsanträge ab, liefern die Grundlagen für die Rechnungsstellung und genehmigen die in der Arbeitszeiterfassung CATS auf ihren Budgets gebuchten Arbeitsstunden. Das Controlling betreut die Budgetverantwortlichen und steuert die Prozesse. Um Verbesserungs- und Einsparpotential zu erkennen, hat die Beratungsfirma MR Plan GmbH im Frühjahr 2011 für das IZLBW eine Potential- und Schwachstellenanalyse durchgeführt und im Frühjahr 2012 seine Analyse evaluiert. Dabei wurden dem IZLBW deutliche Erfolge bei der Konsolidierung der betriebs- und finanzwirtschaftlichen Steuerungsinstrumente attestiert wurde die Gartner Deutschland GmbH, einer der Weltmarktführer im Bereich IT-Beratung, beauftragt, ausgewählte Bausteine des IT-Servicekatalogs einem Benchmark zu unterziehen. Ziel war, die Leistungen und Kosten des IZLBW mit anderen öffentlichen und privaten IT-Dienstleistern zu vergleichen und Verbesserungs- bzw. Einsparpotentiale aufzuzeigen. Die Ergebnisse zeigen, dass das IZLBW mit einigen Bausteinen sowohl unter als auch über dem Durchschnitt des Marktes liegt. Der Gesamteindruck ist durchaus ermutigend. Maßnahmen zur Kostensenkung im Speicherbereich wurden bereits eingeleitet. Für den Abbau der Verluste aus 2009/2010 hat das IZLBW erstmals im Herbst 2011 ein Konzept zum Verlustabbau erstellt und dem IM sowie dem MFW vorgelegt. Das Konzept wurde 2012 fortgeschrieben. 1.2 FINANZEN Landesbetriebe sollen entsprechend der Verwaltungsvorschrift zu 26 LHO möglichst hohe Kostendeckungsbeiträge anstreben. Beim IZLBW, als dem internen IT- Dienstleister der Landesverwaltung, wird dies jedoch durch Nr. 6 Abs. 2 VwV-IZLBW relativiert: Danach erhebt das IZLBW für seine Leistungen von den Kunden Entgelte, die seine Kosten (nur) voll decken und nicht übersteigen. Ein Jahresfehlbetrag würde eine zu geringe Kostendeckung und somit einen Zuschussbedarf des Landesbetriebs aufzeigen. Aus dem Jahresfehlbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung (vor Ergebnisübernahme Land) kann beim IZLBW jedoch nicht auf eine zu geringe Kostendeckung geschlossen werden. Die Kostendeckung des IZLBW lässt sich vielmehr aus dem Verhältnis der Erträge (31,9 Mio. EUR) zuzüglich der Anteile der Kunden am Landeszuschuss (16,1 Mio. EUR) zuzüglich der Serviceleistungen für die gesamte Landesverwaltung (1,7 Mio. EUR) und zuzüglich der Entnahme aus der zweckgebundenen Rücklage (0,4 Mio. EUR) zu den Aufwendungen (49,3 Mio. EUR) herleiten. Das IZLBW konnte somit in 2012 mit einer Kostendeckung von 101,6% seine Kostendeckung gegenüber der des Vorjahres mit 97,7% deutlich verbessern. Diese Kostendeckung von über 100% kommt dem zügigen Verlustabbau zugute. I 09

10 10 I ANTEILE DER KUNDEN AM LANDESZUSCHUSS Der Großteil des Zuschusses des Landes für laufende Zwecke (Erfolgswirksame Zuführungen des Landes) an das IZLBW stammt aus der Übertragung von Aufgaben und der hierfür eingesetzten Ressourcen (Personal- oder Sachmittel) der Kunden an das IZLBW. Hierbei handelt es sich um die Anteile der Kunden am Landeszuschuss betrug der Zuschuss des Landes für laufende Zwecke EUR. Die darin enthaltenen Anteile der Kunden betragen EUR, dies entspricht einem Anteil von 83%. VERWENDUNG DES LANDESZUSCHUSSES Der Zuschuss für laufende Zwecke mit 19,8 Mio. EUR wurde benötigt für die Anrechnung der Kundenanteile am Landeszuschuss auf die abrechenbaren Leistungen (16,1 Mio. EUR), um die kostenfreien Serviceleistungen für die gesamte Landesverwaltung zu erbringen (1,7 Mio. EUR), um die Leistungen für das Regierungspräsidium Stuttgart, Versorgungsverwaltung, vollständig zu finanzieren (0,4 Mio. EUR), zum Verlustabbau. Der Zuschuss für Investitionen mit 1,8 Mio. EUR stellt Deckungsmittel für die Anlagenzugänge bereit und sichert somit die Liquidität. Die Anlagenzugänge betrugen 1,1 Mio. EUR. Der Zuschuss für Investitionen erhöht entsprechend der Vorgaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft in der Bilanz das Basiskapital und stärkt dadurch die Eigenkapitalausstattung des IZLBW. ERTRAGSLAGE Das Jahresergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Jahresfehlbetrag vor Ergebnisübernahme Land von 17,4 Mio. EUR aus, was einer Verminderung von 18% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Fehlbetrag entsteht zwangsläufig dadurch, dass die abrechenbaren Leistungen wegen der Anrechnung der Kundenanteile am Landeszuschuss (16,1 Mio. EUR) nicht in voller Höhe zu Umsatzerlösen führen, das IZLBW kostenfreie Serviceleistungen für die gesamte Landesverwaltung erbringt (1,7 Mio. EUR) und einzelne Leistungen dem IZLBW noch nicht kostendeckend erstattet werden (0,4 Mio. EUR). Zur Deckung des Jahresfehlbetrags dient der Zuschuss für laufende Zwecke (19,8 Mio. EUR). Als Saldo ergibt sich 2012 ein Überschuss von 2,3 Mio. EUR. Er dient dem weiteren Abbau der Verluste aus 2009/10. Die Höhe der Umsatzerlöse betrug 32,4 Mio. EUR, was einem Rückgang von 9,3% entspricht. Der Rückgang ist auf geringere durchlaufende Posten zurückzuführen, das heißt auf Beschaffungen oder Projekte, die das IZLBW im Auftrag des Kunden durchführt und diesem eins zu eins weiterberechnet werden. Nach den Vorgaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft darf der Zuschuss für laufende Zwecke im Jahresabschluss nicht als Umsatzerlös ausgewiesen werden.

11 Dennoch können die Anteile der Kunden am Landeszuschuss als eine Art Erlösersatz interpretiert werden betrug der Zuschuss des Landes für laufende Zwecke 19,8 Mio. EUR, davon sind 16,1 Mio. EUR Kundenanteile, so dass sich das Volumen aller abrechenbaren Leistungen auf 48,5 Mio. EUR beläuft. Der Bestand an unfertigen Leistungen hat sich 2012 stark reduziert (-0,5 Mio. EUR), da jahresübergreifende Projekte entsprechend den ANB-IZLBW nunmehr mindestens jährlich abgerechnet werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 0,1 Mio. EUR. Hierbei handelt es sich um einmalige periodenfremde Erträge für Leistungen aus Vorjahren (0,8 Mio. EUR) und um die Erstattung für das Gesundheitsmanagement. Die Aufwendungen betrugen 49,3 Mio. EUR. Sie sind um 11,0% geringer als im Vorjahr. Gründe hierfür sind geringere Aufwendungen durch geringere durchlaufende Posten, die Fertigstellung des Maschinensaals mit den dadurch entfallenden Aufwendungen und weitere Einsparmaßnahmen, z. B. durch Standardisierung von Hard- und Software. Der Materialaufwand sank um 8,3% auf 24,9 Mio. EUR und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 29,0% auf 8,6 Mio. EUR. Der Personalaufwand stieg durch Lohnsteigerungen und Personalzuwachs in Folge von Aufgabenzuwachs um 2,0% auf 14,4 Mio. EUR. Die Abschreibungen sanken um 23,3% auf 1,4 Mio. EUR. VERMÖGENSLAGE Die Anlagenintensität, als Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen (Summe aller Aktiva), betrug im Berichtsjahr 8,2%, im Vergleich zu 16,9% im Vorjahr. Die Summe der getätigten Investitionen belief sich auf 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,9 Mio. EUR). Der Substanzerhaltungsgrad (Anlagenzu- und -abgänge im Verhältnis zu den Abschreibungen) lag 2012 bei 79%, im Vergleich zu 48% im Vorjahr und zu 70% in Der Substanzerhaltungsgrad zeigt an, in welchem Umfang das Anlagevermögen erhalten bzw. reduziert wird. Der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen erhöhte sich auf 89,5% (Vorjahr 73,3%). Als Vorräte sind die Bestände an unfertigen Leistungen ausgewiesen (geschäftsjahresbezogene Bewertung von jahresübergreifenden Projekten), sofern sie nicht jährlich abgerechnet werden. Die Forderungen beinhalten im Wesentlichen die Abrechnungen LVN und Metronetz sowie die Abrechnungen des Betriebs der Bürokommunikation. Beim Kassenbestand (liquide Mittel) handelt es sich im Wesentlichen um das Guthaben auf dem Betriebsmittelkonto bei der Landesoberkasse Baden-Württemberg, die mit der Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs des IZLBW beauftragt ist. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten resultiert aus Vorauszahlungen des IZLBW für Softwarepflege- und Wartungsverträge. I 11

12 ABRECHENBARE LEISTUNGEN 2012 JE KUNDE Sonstige MFW MLR KM JuM InV Polizei 3 % 4 % 5 % 8 % 11% 22 % 47 % 12 I Das Eigenkapital beträgt zum ,3 Mio. EUR. Im Vorjahr war es durch die Verluste aus 2009/10 und die Entnahmen aus der zweckgebundenen Rücklage vollständig aufgebraucht. Die Gesamtsumme des mittel- und kurzfristigen Fremdkapitals (Rückstellungen und Verbindlichkeiten) stieg zwar von 15,3 Mio. EUR auf 24,6 Mio. EUR. Die Fremdkapitalquote fiel jedoch von 100,0% im Vorjahr auf 88,1% im Berichtsjahr. Der Investitionszuschuss von 1,8 Mio. EUR wurde nach den Vorgaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft im Basiskapital als Kapitaleinlage ausgewiesen. Die Veränderung der zweckgebundenen Rücklage ist Teil der bilanziellen Ergebnisverwendung und bedarf im Rahmen des Jahresabschlusses noch der Genehmigung des Innenministeriums. Erst danach darf die Veränderung im folgenden Geschäftsjahr 2013 gebucht werden. Beantragt wurde die vollständige Entnahme bzw. Auflösung der für den Umbau des Maschinensaals vorhandenen zweckgebundenen Rücklage. Der Ergebnisvortrag (-5,9 Mio. EUR) entspricht, entsprechend der Genehmigung des Jahresabschlusses 2011, dem Saldo aus dem Jahresfehlbetrag 2011, den Zuschüssen des Landes für laufende Zwecke und für Investitionen 2011, dem Verlustvortrag aus Vorjahren 2011 und der Entnahme bzw. Auflösung der zweckgebundenen Rücklage Die sonstigen Rückstellungen enthalten Beträge für Resturlaub und Überstunden (1,2 Mio. EUR), für ausstehende Rechnungen (0,2 Mio. EUR) und für Altersteilzeitverpflichtungen (0,2 Mio. EUR). Bei den Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen über 17,6 Mio. EUR (Vorjahr 9,9 Mio. EUR) handelt es sich um Kundenvorauszahlung für Projekte und laufenden Betrieb und um angesparte Refresh-Guthaben von Kunden der Innenverwaltung. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen Rechnungen, deren Fälligkeit erst in 2013 liegt. Sie beinhalten im Wesentlichen LVN-Leitungskosten. 1.3 KUNDEN Die größten Kunden des IZLBW waren 2012: Polizei, Innenministerium, weitere Dienststellen der Innenverwaltung (InV) mit den Regierungspräsidien, Logistikzentrum Baden-Württemberg, Haus der Heimat, Johannes-Künzig-Institut und Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Justizministerium (JuM), Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft (MFW).

13 STELLENENTWICKLUNG Darüber hinaus ist die gesamte Landesverwaltung beim IZLBW Kunde für den Zugang zum Landesverwaltungsnetz, zu den kommunalen Netzen, zum Overlay-Netz der deutschen Verwaltung (DOI Deutschland Online Infrastruktur) und zur EU. ABRECHENBARE LEISTUNGEN JE KUNDE Mit den oben genannten größten Kunden erwirtschaftet das IZLBW 97% der abrechenbaren Leistungen. Die Grafik oben links zeigt die prozentuale Verteilung der abrechenbaren Leistungen je Kunde. 1.4 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Am 31. Dezember 2012 arbeiteten 254 eigene Mitarbeitende direkt im IZLBW (57 Beamte und 197 Beschäftigte). Davon waren 45 Mitarbeitende dem höheren, 193 dem gehobenen und 16 dem mittleren Dienst zugeordnet. Zum gleichen Stichtag waren, zusätzlich zu diesen eigenen Mitarbeitenden, 54 Mitarbeitende von anderen Dienststellen zum IZLBW abgeordnet. Vier (oben nicht mitgezählte) Mitarbeitende waren vom IZLBW zu anderen Dienststellen abgeordnet. 35 Mitarbeitende arbeiteten zum Stichtag in Teilzeit, vor allem aus familiären Gründen. 14 Mitarbeitende waren freigestellt. Neun Beschäftigte sind als Schwerbehinderte (ab Grad der Behinderung von 50%) anerkannt, ein weiterer ist gleichgestellt. 62 Beschäftigte nutzten zum Stichtag die Möglichkeit, ihre Dienstaufgaben zum Teil von zu Hause aus zu erledigen (alternierende Telearbeit). ENTWICKLUNG UND VOLLZUG DES STELLENPLANS 2012 waren dem IZLBW im Staatshaushaltsplan 256,5 Stellen zugewiesen (258,5 Stellen im Vorjahr). Ergänzend zu diesen 256,5 Stellen wurden 2012, auf Grundlage des Haushaltsplanvermerks bei Kapitel 0308 Titel , 13 Flexibilisierungsstellen geschaffen. Diese wurden durch den Aufgabenübergang aus dem Polizeibereich aufgrund der IuK-Bündelung der Polizei beim IZLBW erforderlich. Somit verfügte das IZLBW in 2012 über 269,5 Stellen, von denen 239,5 tatsächlich besetzt werden konnten (siehe Grafik oben rechts). I 13

14 14 I 2. WEITERENTWICKLUNGS- STRATEGIEN Informatik fürs Ländle getreu diesem Motto verfolgen wir weiterhin das Ziel, unsere Kunden in den Mittelpunkt unseres Handels zu stellen, um ihnen innovative, zentrale, leistungsstarke, bedarfsorientierte und wertschöpfende IT-Dienstleistungen anbieten zu können. 2.1 FINANZEN IT-SERVICEKATALOG Bislang war die Preisgestaltung von Hardware, Software oder IT-Services für Entscheidungsträger nur hinlänglich transparent. Deshalb wurde der IT-Servicekatalog eingeführt, um Kosten, Leistungen sowie die Preisgestaltung des IZLBW für alle Beteiligten nachvollziehbar darzustellen. Die Grundlage für die Erstellung des Servicekatalogs stellt der gleichnamige Baustein aus dem ITIL - Prozess Service Level Management dar. Der Servicekatalog enthält standardisierte Leistungen, in Form von Servicebausteinen, die beim IZLBW beauftragt werden können, und stellt die methodisch einheitliche Berechnung der dafür anfallenden Kosten sicher. Der Katalog bietet den Vorteil, dass sich der Kunde im Vorfeld über die Servicebausteine informieren und diese, aufgrund der engen Verzahnung mit dem Angebotsprozess, direkt abrufen kann. Mit dem Katalog lassen sich außerdem unsere Kosten mit anderen IT-Anbietern vergleichen und Verbesserungspotentiale erkennen. In diesem Sinne wird der der Servicekatalog jährlich aktualisiert. 2.2 KUNDEN KUNDENTAG IM IZLBW 2012 Am 14. November 2012 fand der zweite Kundentag im IZLBW statt, der eine sehr positive Resonanz erfuhr. Wie im Vorjahr waren viele Ansprechpartner aus den Ministerien, Regierungspräsidien und weiteren Landesbehörden gekommen, um den informativen Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen und Best Practices in der IT-Welt zu folgen. Den Kunden stehen künftig eine Reihe neuer oder geplanter Services zur Verfügung. Dazu zählen: Mobile Device Management (MDM) Das MDM ermöglicht zusammen mit dem Push-Dienst für mobile Geräte wie iphones und ipads eine zentrale Steuerung der Geräte sowie ein hohes Maß an Sicherheit bei gleichzeitiger Nutzung zahlreicher Funktionen bzw. Apps. Sicherheit Viele Security-Dienste laufen im Hintergrund ab, ohne dass Kunden davon etwas merken. Dazu zählen der Sabotageschutz, der (neue) Zugangsschutz zu den Maschinensälen des IZLBW, das CERT BWL für die Bewertung und Verteilung von Sicherheitsinformationen sowie die im Land stattfindenden Grundschutz-Audits. Unified Communications Lync & Polycom Unified Communications & Collaboration (UCC) Tools wie Lync und Polycom bündeln Funktionalitäten wie Telefonie, Web- und Videoconferencing unter einer Oberfläche und integrieren sie in vorhandene IT-Anwendungen. Dank des technischen Know-hows im IZLBW sind Lync und Polycom bereits in mehreren Ressorts im Einsatz.

15 Anwender/innen Direktlösungsquote 77,2% Anfragen9.533 Microsoft System Center 2012 MS System Center bietet Lösungen für die Verwaltung von Rechenzentren, Private Clouds und Client-Geräten. Die MS-Lösung hilft bei der Bereitstellung von IT as a Service, basierend auf hinterlegten ITIL - Prozessen und Service-Katalogen. Des Weiteren standen die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geoinformationen und Landwirtschaft (LGL) sowie Pfade zur Elektromobilität auf der Agenda. Die Themenauswahl und die Kompetenz der Referenten konnten unsere Gäste erneut überzeugen. SERVICE CENTER SCHULVERWALTUNG Jenseits von Calls, Incidents, Problems und weiteren ITIL- Fachbegriffen steht für das Team des Service Center der Schulverwaltung (SCS) vor allem der Mensch im Vordergrund des Planens und Handelns. Die Kunden aus den schulverwaltenden Behörden und Schulen sind mit ihren persönlichen Anfragen im Fokus der Mitarbeitenden des SCS. Mittlerweile zählen neben den Beschäftigten in den schulverwaltenden Behörden (ca ) auch alle Lehrerinnen und Lehrer (ca ) des Landes Baden-Württemberg zu den direkten Kunden des SCS. Dies sind ca Anwenderinnen und Anwender, die bei der Bedienung schulspezifischer Anwendungen unterstützt werden. Da sich das Team des SCS als abgeordnete Lehrerinnen und Lehrer ausnahmslos aus den Schulen rekrutiert, ist es selbstverständlich, dass alle Mitarbeitende die Sprache des Kunden sprechen. Schulische Spezifika wie Kompetenzanalyse, Vergleichsarbeiten, Lehrerfortbildungen, die amtliche Schulstatistik und die Software zur amtlichen Schulverwaltung gehören zum täglichen Handwerkszeug. Trotz der hohen Individualität und enormen Bandbreite der Anwendungen gelang es auch 2012, eine Direktlösungsquote von 77,2% über alle Verfahren hinweg zu erreichen Anfragen wurden einer vertieften Bearbeitung zugeführt. Insgesamt erreichten das SCS im Jahr Anrufe und Anfragen per . Aber nicht nur die Arbeit als Service Desk, auch die Tätigkeiten in fachlich differenzierten Sachgebieten macht einen großen Teil der Aufgaben des SCS aus. Sowohl die landesweite Schulung der Lehrkräfte und Schulleitungen in den Fachverfahren wird organisiert und mit eigenem Personal durchgeführt als auch die verantwortliche Mitgestaltung von Verfahren der Kultusverwaltung. SYSTEMVERFÜGBARKEIT Die Landesverwaltung ist immer stärker auf eine funktionierende Informationstechnik angewiesen. Störungen oder längere Ausfälle können die Verwaltungsabläufe und das Funktionieren von Verwaltungsstrukturen empfindlich beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass die IT-Infrastruktur und die IT-Systeme hoch verfügbar und auf dem aktuellen Stand der Technik sind. I 15

16 16 I Vor diesem Hintergrund hat das IZLBW eine Reihe von technischen und organisatorischen Maßnahmen für die Verbesserung der Systemverfügbarkeit und die Ausfallvorsorge geplant (teilweise wird deren Abschluss in 2013 stattfinden): Für kritische Verfahren und Kommunikationsdienste hat das IZLBW mit dem Aufbau von Speicher- und Datensicherungssystemen an einem Standort außerhalb des eigenen Gebäudes begonnen (z.b. Datenspiegelung für die Mail-Systeme und Auslagerung von Backupdaten). Der neu eingerichtete Betriebsleiter vom Dienst kann bei außergewöhnlichen Betriebsstörungen kurzfristig eine Task Force einberufen. Das Verfahren wurde inzwischen mit Kunden des IZLBW geübt und hat sich auch bei echten Störfällen bewährt. Im Zuge der Modernisierung des Rechenzentrums wurde die Stromversorgung für die Maschinensäle des IZLBW komplett erneuert. Alle Systemkomponenten werden zweifach über getrennte Stromkreise mit Strom versorgt. Leistungsfähige und redundant ausgelegte Diesel-Aggregate sorgen auch bei längerem Stromausfall für den sicheren Betrieb des Rechenzentrums. Insgesamt hat sich die jährliche Verfügbarkeit von 99,7% auf 99,9% im Jahr 2012 erhöht. Das für die Kommunikation wichtige Landesverwaltungsnetz (LVN) wurde zur Erhöhung der Verfügbarkeit weiter ausgebaut und abgesichert. Wichtige Netzzugänge sind nun doppelt ausgelegt. Das Wissenschaftsnetz BelWü (d.h. Baden Württembergs extended LAN) wurde als Netzalternative für Ausfallsituationen (Backup-Verbindungen) ebenfalls erfolgreich getestet und wird in die Planungen zur Ausfallsicherheit mit einbezogen. Das Metronetz zur breitbandigen Vernetzung der großen Behördenzentren ist vielfach als Ringstruktur realisiert worden, wodurch sich Unterbrechungen einer Strecke kompensieren lassen. Alle zentralen Komponenten zur Kommunikation innerhalb des LVN und in andere Netze sind redundant ausgelegt. Im Jahr 2012 hat sich die doppelte Netzanbindung des Innenministeriums bei einem Netzausfall bewährt. Die Summe aller genannten Maßnahmen verbessert die Systemverfügbarkeit signifikant und erlaubt es, bei Störungen schnell Maßnahmen einzuleiten, um den Normalbetrieb wieder herzustellen. 2.3 PROZESSE BENCHMARKING UND EXTERNE EVALUATION IM IZLBW Das IZLBW hat das Ziel, ein innovativer und geschätzter IT-Dienstleister zu sein. Um festzustellen, wo wir hier stehen, hatten wir deshalb bereits im Vorjahr eine Potential- und Schwachstellenanalyse von der Beratungsunternehmen MR Plan durchführen lassen. Diese haben wir wiederholt, um zu sehen, wie wir vorangekommen sind. Das Ergebnis zeigt, dass wir besser geworden sind, aber noch ein Stück des Weges vor uns liegt. Positiv wurden die Themen Abschluss des Servicekatalogs, Konsolidierung der inneren Organisation, Ausbau der Kostenrechnung, Überarbeitung der Vertragsgrundlagen und die

17 finanzielle Konsolidierung bewertet. Auch bei der technischen Konsolidierung ist das IZLBW mit der Ausschreibung einheitlicher Speichersysteme einen großen Schritt vorangekommen. Diese muss allerdings noch weiter vorangetrieben sowie das Projektmanagement und die Geschäftsprozesse konsolidiert werden. Ein anderes Thema sind die Preise für IT-Services. Hier galt es, die Frage zu beantworten, ob das IZLBW auf der Höhe der Zeit und wettbewerbsfähig ist. Dem ging die Gartner Deutschland GmbH, ein renommiertes Unternehmen der IT-Beratung, mit einem Preis-Benchmarking über ausgewählte Produkte aus unserem Servicekatalog nach. Im Fokus stand die Vergleichbarkeit der Daten, was sich hinsichtlich der Komplexität der IT-Services mit ihrer Vielzahl an qualitativ unterschiedlichen Komponenten z. B. im Hinblick auf das Sicherheitsniveau oder die Verfügbarkeit als herausfordernde Aufgabe darstellte. Das Ergebnis bescheinigte dem IZLBW bei einigen Produkten ein im Vergleich zum Marktumfeld gutes Preis- Leistungsverhältnis, bei anderen wurde Handlungsbedarf deutlich. Insgesamt jedoch ist das IZLBW marktgerecht aufgestellt. Diese Orientierung, die von außen kommen muss, ist unverzichtbar, damit wir aus Erkenntnissen lernen und für eine zukunftsgerichtete Entwicklung des IZLBW sorgen können. DIE ARBEITSGRUPPE IT-SERVICE MANAGEMENT Ziel der Arbeitsgruppe IT-Service Management (AG ITSM) ist es, einheitliche IT-Service-Management-Abläufe zwischen den IuK-Zentren (LZfD, IZLBW) und den IuK-Fachzentren (LGL/GDZ stellvertretend für die IuK-Fachzentren) zu erarbeiten sowie die Ausschreibung eines Nachfolgeprodukts für HP Service Desk (HPSD) bis Ende 2014 vorzubereiten. Der AG ITSM und ihrem Ziel sind Beschlüsse zur IuK-Bündelung sowie eine Marktschau zu ITSM-Werkzeugen vorausgegangen. Die Arbeitsgruppe, die im Wesentlichen auf die durchgeführte Marktschau zur Nachfolge von HPSD zurückgeht, formuliert, zusammen mit Expertenteams, die Anforderungen an das Nachfolgeprodukt für HPSD. Sie besitzt zudem die fachliche Verantwortung für die relevanten IT- Service-Management-Prozesse, welche unter fachlicher Leitung der Arbeitsgruppe, zusammen mit den Expertenteams, modelliert werden. Mit der Lenkungsgruppe ist vereinbart, mit den Prozessen Incident Management, Change Management und Configuration Management zu starten. Schließlich folgen die Expertenteams, in denen die Experten für die relevanten IT-Service-Management-Prozesse aus LZfD, LGL/GDZ und IZLBW vertreten sind. I 17

18 18 I UNIFIED STORAGE EINHEITLICHE SPEICHERINFRA- STRUKTUR EINE GEMEINSAME AUSSCHREIBUNG FÜR ALLE SYSTEME DES IZLBW Das IZLBW betreibt für seine Kunden jeweils eigene Plattenspeichersysteme, die unabhängig von den Speichersystemen anderer Kunden sind. Um eine einheitliche Speicherinfrastruktur zu installieren und Kosten zu sparen, wurde bei der 2012 anstehenden Erneuerung der Speichersysteme eine gemeinsame Ausschreibung für alle Systeme des IZLBW beschlossen. Bei der Ausschreibung wurde neben Green IT auch besonderer Wert auf neue Funktionen gelegt. Das waren insbesondere: Mandantenfähigkeit, die Einbindung der Verwaltung zum Beispiel in das Virtuelle Server Management, Thin Provisioning ein kostensparendes Verfahren zur Speicherzuweisung und die automatische Zugriffsoptimierung. Die Mandantenfähigkeit erlaubt die Auftrennung des Speichersystems in mehrere Teilbereiche, die sowohl administrativ als auch datentechnisch voneinander abgeschottet sind. Damit lässt sich dieselbe physikalische Hardware kostensparend für unterschiedliche Kunden nutzen. Virtuelle Server profitieren davon, dass ihre Platten auf Speichersystemen ausgelagert sind. Muss ein virtueller Server verschoben werden (z. B. wegen höherem Leistungsbedarf, Ausfallvorsorge etc.), erfolgt der Zugriff weiterhin auf dieselben Daten im Speichersystem. Eine Integration der dazu notwendigen Managementfunktionen in die zentrale Konsole der virtuellen Server minimiert hier den Administrationsaufwand erheblich. Es wurden drei identische Speichersysteme beschafft und an zwei Standorten in drei verschiedenen Brandschutzzonen aufgebaut. Die Speichersysteme sind mit drei unterschiedlichen Plattentypen mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet. Schnelle Solid State Disks (SSD) für kleine Kapazitäten, schnelle SAS- oder FC-Platten für mittlere Kapazitäten und langsame SATA- bzw. NL-SAS für große Kapazitäten. Durch eine automatische Zugriffsoptimierung wird erreicht, dass Daten, die häufig benötigt werden, auf schnellen, aber teuren Solid State Disks zur Verfügung stehen. Selten genutzte Daten werden hingegen auf langsame, aber billige SATA-Bereiche ausgelagert. Zusammen mit dem Thin Provisioning, das eine gemeinsame Nutzung der freien Kapazitäten erlaubt, wird dadurch eine Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Kostenreduzierung erreicht. Mit der Beschaffung der neuen Systeme auf dem aktuellen Stand der Technik kann das IZLBW seinen Kunden neue Funktionen und Speicherplatz kostengünstiger anbieten als mit den alten Systemen.

19 AUFTRAG KUNDEN MITARBEITENDE 2.4 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER UNSER LEITBILD AUS DER LANDESVERWALTUNG FÜR DIE LANDESVERWALTUNG Im Rahmen der Corporate Identity hat das IZLBW, gemeinsam mit Mitarbeitenden, Vorgesetzten und Personalvertretungen ein Leitbild entwickelt, welches die Vision des IZLBW und die damit verbundenen Zielsetzungen im Hinblick auf unseren Auftrag, unsere Kunden, uns als Mitarbeitende und auf unser Umfeld enthält. Um das Leitbild zu verbreiten und dafür zu sorgen, dass es gelebt wird, fanden zahlreiche Leitbild-Workshops statt. Ziel dieser Workshops war die engagierte Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Zielsetzungen und Inhalten des Leitbildes, um daraus Maßnahmen zu deren Umsetzung zu erarbeiten. Nachfolgend stellen wir Auszüge aus unseren Leitbildsätzen sowie einzelne, daraus abgeleitete Maßnahmen vor: Auftrag Als IT-Kompetenzzentrum der Landesverwaltung Baden-Württemberg bieten wir innovative Informations- und Kommunikationsdienste. Maßnahme: Um dem Anspruch an ein IT-Kompetenzzentrum der Landesverwaltung gerecht zu werden, entschlossen wir uns, das im IZLBW vorhandene Expertenwissen bei der strategischen Ausrichtung des Hauses besser einzubinden. Geplant sind Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu Fachthemen der Informatik, um einen regen Austausch an Innovationen innerhalb unseres Hauses zu erreichen. Kunden Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Kunden. Maßnahme: Um den Kunden noch mehr in den Fokus unserer Arbeit zu rücken, wurde das Konzept für den Kundentag nochmals überarbeitet. Die Inhalte dafür werden vermehrt durch eigene IT-Expertinnen und -Experten mit Fachthemen angereichert. Mitarbeitende Wir kommunizieren offen, klar und verbindlich. Maßnahme: Der Direktor des IZLBW berichtet im Intranet regelmäßig zu aktuellen Themen. Die Ergebnisse der durchgeführten Leitbild-Workshops wurden in einem Maßnahmenkatalog zusammengestellt, der als Grundlage für die Steuerung der Umsetzung dient. Für das kommende Geschäftsjahr ist eine Fortsetzung der Leitbild-Workshops geplant, wobei sowohl die Qualität des Einführungsprozesses als auch die Erreichung der Ziele überprüft werden. I 19

20 20 I NACHWUCHSREKRUTIERUNG DUALES STUDIUM Das IZLBW misst der Nachwuchsrekrutierung aufgrund des Demographiewandels und des bereits jetzt herrschenden Wettbewerbs um Talente eine immer größere Bedeutung zu. Seit 2010 arbeitet das IZLBW daher eng mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart zusammen, die mit uns das Studium im Studiengang Angewandte Informatik mit dem Abschluss als Bachelor of Science (B.Sc.) anbietet. Diese Studienform ist für Bewerberinnen und Bewerber geeignet, die Theorie und Praxis optimal verbinden möchten. Im sechssemestrigen Studiengang erwerben die Studierenden durch spannende Projekte in Theorie und Praxis alle Fähigkeiten, um sofort nach dem Studium im Beruf durchstarten zu können. Sie setzen dabei die gelernten theoretischen Ausbildungsinhalte direkt in unseren verschiedenen Fachbereichen um und erweitern systematisch ihr Know-how. BILDUNGSKOOPERATION ZWISCHEN DEM IZLBW UND DEM NEUEN GYMNASIUM Im Dezember 2012 begann zwischen dem IZLBW und dem Neuen Gymnasium in Stuttgart-Feuerbach eine nachhaltige Bildungskooperation. Mit der Bildungspartnerschaft möchte das IZLBW Schülerinnen und Schüler des Neuen Gymnasiums bei der Berufsorientierung unterstützen und ihr Interesse an der Informatik wecken. Hierfür erhalten die Schülerinnen und Schüler Betriebsführungen, Fachvorträge aus dem Bereich Informatik, Power-Point- Trainings sowie die Möglichkeit, das Berufsbild einer Informatikerin / eines Informatikers in Form eines Praktikums kennenzulernen. Nicht zuletzt kommt die Kooperation auch dem IZLBW zugute. So lernen wir bereits potentielle Nachwuchskräfte aus der Region kennen und schätzen. GIRLS DAY Am 26. April 2012 beteiligte sich das IZLBW mit einem spannenden Angebot am Girls Day. Zehn Mädchen und junge Frauen im Alter von 11 bis 16 Jahren erhielten einen Einblick in die Arbeitswelt der Informatikerinnen. Zu den Höhepunkten zählten eine Maschinensaalbesichtigung und die Praxisphasen mit unseren IT-Spezialistinnen. In Kleingruppen sammelten die Schülerinnen erste Erfahrungen beim Telefonieren via VoIP (Voice over IP) d.h. Telefonieren über das Internet. Sie erfuhren auch, wie ein Server installiert wird und welchen Weg eine vom Absender bis zum Empfänger nimmt. Außerdem bekamen die Mädchen einige praktische Informationen über die vielfältigen Berufsbilder im IT-Bereich und Tipps, was eine erfolgreiche Bewerbung ausmacht. TEILNAHME AN MESSEN Das IZLBW-Messeteam besuchte im Jahr 2012 zwei Azubiund Hochschulmessen: Den DHBW-Studientag sowie die Informatikkontaktmesse der Universität Stuttgart (siehe Foto oben links). Das IZLBW nutzte diese Veranstaltungen, um über Praktika, Abschlussarbeiten, Werkstudententätigkeiten und Festanstellungen zu informieren sowie Gespräche mit Messeteilnehmer/-innen zu führen.

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