Das Förderkonzept der Grund- und Regionalschule Owschlag

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1 Das Förderkonzept der Grund- und Regionalschule Owschlag ist Teil einer Reihe organisatorischer und konzeptioneller Maßnahmen, die den größtmöglichen Lernerfolg aller Schülerinnen und Schüler zum Ziel hat. Es steht in enger inhaltlicher Beziehung zu den in den Lehrplänen und den fachlichen Schwerpunkten bei der Umsetzung der Bildungsstandards formulierten Zielen sowie zu den gesetzlichen Regelungen, wie z.b. dem LRS-Erlass von Fördermaßnahmen wenden sich an Schülerinnen und Schüler mit Defiziten in den Sachkompetenzen einzelner Fächer sowie mit Ausgleichsbedarf in der Selbst-, Methoden- oder Sozialkompetenz, wie z.b. beim Lern- und Arbeitsverhalten. Insbesondere die binnendifferenzierenden Maßnahmen im Fachunterricht wenden sich auch an Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen, bei denen die Förderung in der Forderung" erweiterter Leistungen besteht. Offene Unterrichtsformen wie Freiarbeit, Wochenplan- und Werkstattunterricht ermöglichen durch differenzierte Aufgabenstellungen individuelle Förderung von Schülern mit Lerndefiziten aber auch mit besonderen Begabungen und Interessen. Bei den meisten der im Folgenden aufgeführten Maßnahmen sind eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sowie eine bereitwillige Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler unabdingbar, außerdem ein Unterrichtsklima, das dem Anspruch des zielorientierten, motivierten gemeinsamen Lernens gerecht wird. Über die fachspezifischen Angebote hinaus gehören folgende Aufgaben zu den grundlegenden Anliegen unserer Schule: - Durchführung von Lernstandserhebungen, insbesondere in der Grundschule - Mitwirkung bei der Erstellung von präventiven Förderplänen in der Eingangsphase - Beobachtung und Dokumentation von Entwicklungsfortschritten - Förderung der Eigen- und Fremdwahrnehmung unter Berücksichtigung aller Sinne; u.a. auch durch Einbeziehung sensomotorischer, motopädischer,

2 psychomotorischer und entspannender Elemente - Förderung der Grob- und Feinmotorik in der Eingangsphase - Einübung der Kommunikationsfähigkeit von Kindern in Bezug auf Teilhabe am Klassenleben und im Unterricht - Förderung der emotionalen Kompetenz und Konfliktfähigkeit - Förderung von Organisationsstrukturen, die für schulisches Lernen und für eine erfolgreiche Beteiligung am Unterricht Voraussetzung sind (Lernen lernen) - Methodentraining - Förderung von Konzentration, Ausdauer, Beobachtungs- und Merkfähigkeit u.a. auch durch Berücksichtigung kreativer Unterrichtselemente - Förderung im mathematischen Bereich und des logischen Denkens mit entsprechend anschaulichen Materialien 1. Förderung in allen Jahrgangsstufen An der Grund- und Regionalschule Owschlag können Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen individuell ausgerichtete Förderangebote vorfinden. 1.1 Eingangsphase In der jahrgangsübergreifenden Eingangsphase orientiert sich der Unterricht weitgehend am individuellen Bedarf und am Lerntempo des einzelnen Kindes. Schon die Möglichkeit der unterschiedlichen Verweildauer in den ersten beiden Jahrgangsstufen sowie die des verschieden schnellen Fortschreiten in einzelnen Fächern weisen auf das Potential an Förderungsmöglichkeiten hin. Dies schließt Angebote für besonders begabte und schnell lernende Kinder ebenso ein wie die Lernplanung für Schülerinnen und Schüler mit Schwächen, bis hin zu Präventionsmaßnahmen und der detaillierten Formulierung von Förderplänen und sonderpädagogischen Förderplänen. Die Lehrkräfte werden hierbei vom Förderzentrum unterstützt. Ein besonderes Augenmerk gilt in der Eingangsphase dem Erlernen des Lesens und Schreibens. Schülerinnen oder Schüler mit Lernschwierigkeiten in diesem Bereich können mit sehr frühzeitiger zusätzlicher fachlicher Zuwendung rechnen. Auf diese Weise werden Schwierigkeiten im Ansatz erkannt, und ein Bemühen um Abhilfe setzt ein, welches im weiteren Verlauf der Grundschule durch andauernde Beobachtung, geeignete diagnostische Mittel sowie bei Bedarf durch Fördermaßnahmen in der 3. und 4. Jahrgangsstufe andauert. Die Kooperation mit der am Förderzentrum geführten Leseklasse hilft Schülerinnen und Schülern, Lesekompetenz zu erwerben und auszubauen.

3 1.2 Jahrgangsstufen 3 und 4 In den Jahrgangsstufen 3 und 4 stehen eine Reihe effektiver Instrumente zur Förderung bereit. Neben den bereits erwähnten Mitteln der Binnendifferenzierung bieten sich folgende Maßnahmen an: - Förderunterricht in den Fächern Mathematik und Deutsch, wobei der Prävention und der gezielten Übung im Hinblick auf eine eventuelle Lese-Rechtschreibschwäche besondere Aufmerksamkeit gilt; - Differenzierte Leistungsnachweise, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten wahrzunehmen, richtig einzuschätzen und mit ihren Kenntnissen und Fertigkeiten Erfolgserlebnisse zu haben; - Eine individuelle Beratung, bei der im Zusammenwirken von Schule, Eltern und ggf. außerschulischen Fördereinrichtungen ein realistischer, praktisch umsetzbarer und zielorientierter Lernplan erstellt wird. In der Jahrgangsstufe 4 finden die LRS-Tests nach den Bestimmungen des Erlasses Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche vom 27. Juni 2008 statt. Die Tests werden von einer entsprechend qualifizierten LRS-Fachkraft durchgeführt. 1.3 Orientierungsstufe Der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit Haupt- oder Realschulempfehlung in der Orientierungsstufe erfordert ebenfalls ein hohes Maß an Differenzierung und individueller Lernbegleitung. In diesem Prozess werden eventuelle Lernschwierigkeiten oder besondere Begabungen erkannt, sodass entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. In den Klassen 5 und 6 werden zusätzliche Förderstunden in den Hauptfächern angeboten und Stunden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zur Differenzierung parallel gesteckt. Die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern wird in Absprache mit den jeweiligen Fachlehrkräften festgelegt. Darüber hinaus erfolgt bei Bedarf eine Beratung von Schülern und Eltern, die in Lernplänen oder anderen Maßnahmenkatalogen dokumentiert werden.

4 1.4 Klassen 7 bis 10 In den Regionalschulklassen beider Bildungsgänge wird durchgängig Wert auf die Entwicklung und Förderung der Leistungsstärken aller Schülerinnen und Schüler gelegt. Die Bereitstellung zusätzlichen Lernmaterials, Beratung von Eltern und Schülern sowie ggf. die Erstellung von Lernplänen und die Einschätzung der Erreichbarkeit des angestrebten Bildungsabschlusses durch die Konferenz der Klassenlehrkräfte bilden die individuelle Seite der Fördermaßnahmen. Zusätzlich bieten Wahlpflichtkurse die Möglichkeit der individuellen Schwerpunktsetzung im jeweiligen Bildungsgang. Hinzu kommen die Angebote an alle Schülerinnen und Schüler hinsichtlich eines Trainings für die Abschlussprüfungen sowie die Berufsorientierung. Zusätzliche Förderstunden in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch oder Französisch werden bei Bedarf nach den Möglichkeiten der schulischen Kapazitäten angeboten. 2. Spezielle Förderung des Lesens 2.1 Lesen als Schlüsselkompetenz Lesen ist die Schlüsselkompetenz der schulischen Bildung, denn ohne ausreichende Lesefähigkeiten werden auch die Lernerfolge in den meisten anderen Fächern beeinträchtigt. Deswegen richten wir unser besonderes Augenmerk auf den Erwerb von Lesefertigkeit und Leseverstehen. 2.2 Grundschule Für die weitere Förderung der Lesekompetenz in der Grundschule ist die Bereitstellung anregender und motivierender Bücher, Arbeitsund Lesetexte entscheidend. Außerdem enthalten die Unterrichtseinheiten aller Felder des Deutschunterrichts Elemente, die das funktionale und das sinnerfassende Lesen üben. Spezielle Materialien, die zusätzliche Übungen und gezieltes Lesetraining ermöglichen, sind in der Schule vorhanden und werden auch eingesetzt.

5 2.3 Orientierungsstufe Nach der Grundschule findet die Leseförderung in der Orientierungsstufe ihre Fortsetzung. Auch hier kommen Materialien zum Einsatz, die in allen Feldern des Deutschunterrichts sowie fächerübergreifend eingesetzt werden. In der Orientierungsstufe beginnt auch das Projekt Lesetraining NZL 2.4 NZL - Lesen macht stark Das Schulbegleitprojekt Lesetraining NZL (Niemanden zurücklassen), entwickelt vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein(IQSH), bietet Schülerinnen und Schülern eine individualisierte und differenzierte Leseförderung. Hierfür stehen zusätzliche Stunden im Rahmen der entsprechenden Vereinbarungen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist die deutliche Reduzierung der Risikogruppe der leseschwachen Schüler/innen durch eine verstärkte Unterstützung. Schülerinnen und Schülern, die an dieser speziellen Förderung teilnehmen, wird eine umfangreiche Materialsammlung zur Verfügung gestellt. In dieser so genannten Lesemappe" können sie im eigenen Tempo arbeiten. Die Lehrkräfte stehen dabei unterstützend zur Verfügung. Darüber hinaus hat jeder Schüler bzw. jede Schülerin einen Lesepaten, der sich verpflichtet, ebenfalls zu helfen, zu motivieren und zu unterstützen. Die Lehrkräfte werden regelmäßig durch zentral gesteuerte Qualitätsforen weitergebildet. 2.5 NZL - Mathe macht stark Einen ähnlichen Ansatz wie das vorgenannte Förderprojekt verfolgt auch das Projekt Mathe macht stark, an dem die 7. und 8. Klassen unserer Schule teilnehmen. Ziel des Projekts ist es, die Schülerinnen und Schüler beim Erwerb der Grundvorstellungen zu zentralen mathematischen Begriffen zu unterstützen bzw. diese in einzelnen Arbeitsfeldern weiter zu entwickeln. Die auf der Basis eines diagnostischen Tests ausgewählten Schülerinnen und Schüler erhalten über einen längeren Zeitraum ein kontinuierliches Förderangebot, welches Ihnen, u.a. durch gezieltes Rechentraining, zu einem sicheren Umgang mit grundlegenden mathematischen Problemstellungen sowie mehr Freude an der fachlichen Arbeit verhelfen kann.

6 3. LRS-Förderung Die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese- Rechtschreibschwäche (Legasthenie) richtet sich nach dem gleichnamigen Erlass des Ministeriums für Bildung und Frauen vom 27. Juni Über die dort dargestellten Maßnahmen zur Förderung, zum Anerkennungsverfahren im 4.Schuljahr sowie zu Ausgleichsmaßnahmen hinaus bietet die Schule Owschlag zusätzlich die unter Pkt. 1.1 und 1.2 beschriebenen Möglichkeiten der präventiven und zusätzlichen unterrichtlichen Arbeit mit den entsprechenden Schülerinnen und Schülern an. Eine außerschulische Diagnostik kann vermittelt werden. An unserer Schule gibt es eine speziell fortgebildete LRS-Fachkraft, die, ebenso wie die bei uns tätige LRS-Therapeutin, zur Unterstützung und Beratung von Lehrkräften und Eltern hinzugezogen werden kann. 4. Weitere Fördermaßnahmen Zu den weiteren Möglichkeiten, die nach Bedarf zur Verfügung stehen, gehören - der Unterricht in Deutsch für die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, deren Muttersprache nicht Deutsch ist (DaZ, Deutsch als Zweitsprache). Ziel dieser Maßnahme ist die Beschleunigung und die Verminderung von Problemen bei den Integrationsprozessen der betroffenen Schülerinnen und Schüler durch eine gezielte Förderung des Wortschatzes sowie der mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfähigkeit, - die Zusammenarbeit mit außerschulischen Fördereinrichtungen, - die Zusammenarbeit mit Jugendhilfeeinrichtungen, - Projekte zur Gewaltprävention, - die Fortbildung von Lehrkräften im Bereich Diagnostik. Dieses Konzept ist nicht geschlossen, sondern wird evaluiert und bleibt offen für Ergänzungen und Weiterentwicklung. Stand: Februar 2010

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