Studie. Green ICT in Österreich. Potenziale und Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von klimarelevanten Emissionen

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1 Studie Green ICT in Österreich Potenziale und Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von klimarelevanten Emissionen Green_ICT_Studie_FINAL

2 Impressum: Eigentümer, Herausgeber: BRZ Bundsrechenzentrum GmbH Hintere Zollamtsstraße Wien FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie Mariahilfer Straße Wien Vereinigung der Österreichischen Industrie (IV) Schwarzenbergplatz Wien Unterstützung bei der Koordination durch die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH). Autoren: Energieinstitut der Wirtschaft GmbH Webgasse 29/ Wien Unter Mitarbeit von: DI Friedrich Kapusta, DI in Andrea Tauber IWI Industriewissenschaftliches Institut Mittersteig 10/ Wien Unter Mitarbeit von: DDr. Herwig W. Schneider, Roman Dorfmayr MSc (WU), Mag. Christian Hierländer, Mag. a Sandra D. Lengauer, Alexander Willim Verlags- und Herstellungsort: Wien, März 2013 Wenn auf diesen Seiten die weibliche Form nicht der männlichen Form beigestellt ist, so ist der Grund dafür allein die bessere Lesbarkeit. Es sind jedoch immer beide Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung angesprochen. Nachdruck nur auszugsweise und mit genauer Quellenangabe gestattet. 2/254

3 Inhaltsverzeichnis I. ZUSAMMENFASSUNG II. EINLEITUNG Motivation und Studienumfeld Motivation Übersicht auf europäischer Ebene Ziele und rechtliche Rahmenbedingungen Emissionsanteil des IKT-Sektors IKT-Einsatz zur Reduktion von Energieverbrauch und CO 2 -Emissionen Übersicht zu THG-Emissionen auf österreichischer Ebene Der Begriff "Green ICT" im Kontext der vorliegenden Studie Ziel der Studie, methodischer Ansatz und Erfahrungen Ziel Methodik der Informations- und Datenerhebung Methodik der Ermittlung der volkswirtschaftlichen Effekte Methodik der Ermittlung der CO 2 -Emissionsfaktoren CO 2 -Emissionsfaktoren für Endenergie Strom für CO 2 -Emissionsfaktoren für Endenergie Strom für CO 2 -Emissionsfaktoren für Endenergie Wärme CO 2 -Emissionsfaktoren für Endenergie Wärme CO 2 -Emissionsfaktoren Mobilität 2010 und Hauptteil Telekommunikations-Infrastruktur Zusammenfassung Übersicht Technik / Technologien und Entwicklung LTE in Österreich Breitband und mobiles Datenvolumen in Österreich Die Digitale Agenda und Österreich Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Basisjahr Mobilnetz Festnetz Gesamtenergieverbrauch Telekommunikations-Infrastruktur Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Jahr 2020: Zukunfts-Szenarien Energieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Überblick BAU Szenario BEST CASE Szenario Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Gesamtwirtschaftliche Effekte Wirtschaftlicher Nutzen im Basisjahr Wirtschaftlicher Nutzen im Jahr Rechenzentren Zusammenfassung /254

4 4.2.2 Übersicht Technik/ Technologien und Entwicklung Die Power Usage Effectiveness (PUE) Die Strukturbereiche von Rechenzentren Strombedarf in Rechenzentren Betriebssicherheit von Rechenzentren Energiesparpotenziale in Rechenzentren Serverkonsolidierung und -virtualisierung Alternative Kühlkonzepte und Kalt-Warmgang-Trennung Thin Client-Computing Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Basisjahr Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Jahr 2020: Zukunfts-Szenarien BAU Szenario BEST CASE Szenario Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Endgeräte Zusammenfassung Übersicht Technik und Entwicklung Personal Computer Telekommunikations-Endgeräte Unterhaltungselektronik Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Basisjahr Personal Computer Telekommunikations-Endgeräte Unterhaltungselektronik Entwicklung und Szenarien Gesamtverbrauch Endgeräte Personal Computer, Monitore und Drucker Telekommunikations-Endgeräte Unterhaltungselektronik Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Gesamtwirtschaftliche Effekte IKT-Dienstleistungen Zusammenfassung Übersicht Technik/ Technologien und Entwicklung Klassische IKT-Dienstleistungen Zukunftsträchtige IKT-Dienstleistungen CO 2 -Einsparpotenziale in den Zukunftsszenarien Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Gesamtwirtschaftliche Effekte Wirtschaftlicher Nutzen im Basisjahr Wirtschaftlicher Nutzen in den Zukunfts-Szenarien Dematerialisierung Zusammenfassung Übersicht Technik und Entwicklung Virtuelle Kommunikation Telearbeit e-services e-government Endenergieverbrauch und Einsparpotenziale Endenergiebedarf Mobilität Virtuelle Kommunikation /254

5 Telearbeit e-services Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Gesamtwirtschaftliche Effekte Virtuelle Kommunikation Telearbeit e-services e-government Intelligente Mobilität Zusammenfassung Stand der Technologie und Entwicklung Konventionelle Fahrzeugarten (Basis Verbrennungskraftmotoren) Alternative Fahrzeugarten Intelligente Verkehrssysteme Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen im Basisjahr Energieeinsparung und CO 2 -Reduktion Konventionelle Fahrzeuge und alternative Antriebe Intelligente Verkehrssysteme Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Intelligente Gebäude Zusammenfassung Übersicht Technik/ Technologien und Entwicklung Gebäudeautomation Einfluss der Gebäudeautomation auf den Energieverbrauch Energieverbrauch im Gebäudesektor in Österreich Endenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen - Szenarien Thermischer Endenergieverbrauch Elektrischer Endenergiebedarf für Beleuchtung und EDV Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Smart Grids Zusammenfassung Übersicht Technik und Entwicklung Stromerzeugung in Österreich Stromverbrauch in Österreich Energieeinsparung und CO 2 -Reduktion Energieeffizienz und Smart Meter Lastmanagement Einbindung von Ökostromanlagen Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Finanzielle Auswirkungen von Smart Metern Smart Meter: Investition und Betrieb Investitionen in Netzinfrastruktur und Betrieb Embedded Systems Übersicht Embedded Systems und Energieeffizienz Entwicklungen und Trends, Einsparpotenziale Stromsparende Standby- Lösungen (Applikationen in Haushaltsgeräten) Regelung und Steuerung von Motoren und Antrieben für Pumpen und Ventilatoren Applikationen in Fahrzeugen Gebäudeautomation /254

6 5.5.3 Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparungen Volkswirtschaftliche Effekte von "Green ICT" in Österreich Methodenkostüm Ergebnisse Conclusion Anhänge Glossar ausgewählter wirtschaftsstatistischer und volkswirtschaftlicher Begriffe Quellennachweis Abkürzungsverzeichnis / Definitionen /254

7 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Einsparungen an Endenergieverbrauch und Reduktion der Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von "Green ICT" im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario 2020 gegenüber Abb. 2: Kosteneinsparung durch reduzierten Endenergieverbrauch Abb. 3: Kosteneinsparung durch reduzierte CO 2 -Emissionen Abb. 4: Gesamtwirtschaftliche Effekte von "Green ICT" in Österreich im Jahr 2010 und Abb. 5: Entwicklung der nationalen Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Bruttoinlandsenergieverbrauch, zum Verbrauch fossiler Energieträger und dem BIP, Abb. 6: Treibhausgas-Emissionen 2010 und Änderung der Emissionen zwischen 1990 und 2010 nach Sektoren...24 Abb. 7: Übersicht über verwendete CO 2 -Emissionsfaktoren...30 Abb. 8: Übersicht über verwendete CO 2 -Emissionsfaktoren in g CO 2 /MJ...30 Abb. 9: Übersicht über verwendete CO 2 -Emissionsfaktoren...34 Abb. 10: Änderungen im Endenergieverbrauch im Bereich der Telekom-Infrastruktur im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 11: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen im Bereich der Telekom- Infrastruktur im BAU Szenario 2020 (gegenüber dem Basisjahr 2010) und BEST CASE Szenario 2020 (gegenüber dem BAU Szenario 2020)...36 Abb. 12: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen im Bereich der Telekom- Infrastruktur im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario 2020 im Vergleich mit dem Basisjahr Abb. 13: Schematische Darstellung von Telekommunikationsnetzwerken...37 Abb. 14: Vergleich der maximal erreichbaren Bitraten bei verschiedenen Mobilfunkstandards...38 Abb. 15: Mobiles Datenvolumen in Österreich...40 Abb. 16: Vergleich Ziele der Digitalen Agenda und aktueller Stand 2012 in Österreich...41 Abb. 17: Digitale Agenda - Scoreboard Österreich, Jänner Abb. 18: Mengen- und Leistungsangaben für Komponenten des Mobilnetzes...43 Abb. 19: Mengen- und Leistungsangaben für Komponenten des Festnetzes...44 Abb. 20: Anteil des Stromverbrauchs von Festnetz und Mobilfunk am Gesamtstromverbrauch der Telekommunikations-Infrastruktur im Basisjahr Abb. 21: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen im Bereich der Telekom- Infrastruktur im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario 2020 im Vergleich mit dem Basisjahr Abb. 22: Verbrauchtes Up- und Downloadvolumen am Mobilfunk-Endkundenmarkt (ohne SMS und MMS)...45 Abb. 23: Datenraten der Mobilfunk-Technologien im Vergleich...46 Abb. 24: Österreichs Verbindungseffektivität nach Scorecard-Komponenten...50 Abb. 25: Investitionen von Telekom-Betreibern Abb. 26: BIP-Wachstum für jede 10%ige Erhöhung der Verbreitung...52 Abb. 27: Erhöhung der Verbreitung von Mobilfunk, Internet und Breitband 2009 bis Abb. 28: Änderungen im Endenergieverbrauch in Rechenzentren im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 29: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen im Bereich der Rechenzentren im BAU Szenario 2020 (gegenüber dem Basisjahr 2010) und BEST CASE Szenario 2020 (gegenüber dem BAU Szenario 2020)...56 Abb. 30: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen im Bereich der Rechenzentren im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario 2020 im Vergleich mit dem Basisjahr Abb. 31: Typische Struktur eines Rechenzentrums...58 Abb. 32: Übliche Anordnung von Server-Racks /254

8 Abb. 33: Typische Anteile von IT-Hardware und Betriebstechnik am Stromverbrauch im Rechenzentrum...63 Abb. 34: Industry Standards Tier Classification nach US Uptime Institut...64 Abb. 35: Verfügbarkeitsklassen von Rechenzentren...65 Abb. 36: Energieeffizienzmaßnahmen in Rechenzentren mit hohem Einsparpotenzial...66 Abb. 37: Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren...66 Abb. 38: Servervirtualisierung...67 Abb. 39: Power Management - Optionen von der IT-Komponente zum gesamten Rechenzentrum...68 Abb. 40: Kaltgang- vs. Warmgangeinhausung...69 Abb. 41: Relativer Jahresverbrauch unterschiedlicher Clients in Prozent...71 Abb. 42: Typologie von Rechenzentren...72 Abb. 43: Berechnung des Gesamtstromverbrauchs von Rechenzentren im Basisjahr Abb. 44: Berechnung des Gesamtstromverbrauchs von Rechenzentren im BAU Szenario Abb. 45: Berechnung des Gesamtstromverbrauchs von Rechenzentren im BEST CASE Szenario Abb. 46: Änderungen im Endenergieverbrauch im Bereich IKT-Endgeräte im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 47: Änderungen im Endenergieverbrauch und in den CO 2 -Emissionen durch IKT-Endgeräte im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 48: Bereitschaft von Unternehmen beim Kauf von IKT-Geräten einen höheren Preis zu zahlen...81 Abb. 49: Telefonausstattung der österreichischen Haushalte...83 Abb. 50: Telefonausstattung der Unternehmen...83 Abb. 51: Leistungsaufnahme und Stromverbrauch von Computern in Haushalten Abb. 52: Bestand an Personal Computern und Druckern in Haushalten...87 Abb. 53: Jahresstromverbrauch von Computern, Monitoren und Druckern im Haushaltsbereich Abb. 54: Leistungsaufnahme und Stromverbrauch von Computerarbeitsplätzen in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im Jahr Abb. 55: Bestand an Personal Computern und Druckern in Unternehmen...89 Abb. 56: Jahresstromverbrauch von Computern, Monitoren und Druckern in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen Abb. 57: Jahresstromverbrauch der festen und mobilen Telekommunikations-Endgeräte (ohne Fax) für das Basisjahr Abb. 58: Stromverbrauch der Unterhaltungselektronik-Geräte (Haushalt) im Basisjahr Abb. 59: Stromverbrauch und CO 2 -Emissionen nach Endgeräte-Produktgruppen für das Basisjahr 2010 und die Szenarien BAU 2020 und BEST CASE Abb. 60: Stromverbrauch und CO 2 -Emissionen nach Endgeräten in Haushalten und Unternehmen für das Basisjahr 2010 und die Szenarien BAU 2020 und BEST CASE Abb. 61: Entwicklung des Endenergiebedarfs (in GWh/a) von IKT-Endgeräten...95 Abb. 62: Computerausstattung von Haushalten im Basisjahr 2010, im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario Abb. 63: Computerausstattung von Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im Basisjahr 2010, im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario Abb. 64: Leistungsaufnahme und Stromverbrauch der Computerausstattung in Haushalten im BAU Szenario Abb. 65: Endenergieverbrauch für Personal Computer, Monitore und Drucker in Haushalten im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 66: Leistungsaufnahme der Computerausstattung und Stromverbrauch je Arbeitsplatz in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im BAU Szenario Abb. 67: Endenergieverbrauch für Personal Computer, Monitore und Drucker in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 68: Leistungsaufnahme der Computerausstattung und Stromverbrauch je Arbeitsplatz in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im BEST CASE Szenario /254

9 Abb. 69: Endenergieverbrauch für Personal Computer, Monitore und Drucker in Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen im BEST CASE Szenario Abb. 70: Jahresstromverbrauch der festen und mobilen Telekommunikations-Endgeräte im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario 2020 für das Jahr Abb. 71: Stromverbrauch der Unterhaltungselektronik-Geräte im BAU Szenario Abb. 72: Stromverbrauch der Unterhaltungselektronik-Geräte im BEST CASE Szenario Abb. 73: Struktur eines VPN Abb. 74: Schematische Darstellung einer Computer Cloud Abb. 75: ICT sector value-added in the OECD, distribution of manufacturing and services, Abb. 76: Geschäftsstruktur des Software- und IT-Sektors (Anteile am Umsatz) Abb. 77: Innovationsaktivitäten im europäischen Vergleich Abb. 78: Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Zeit- und Branchenvergleich Abb. 79: Kosteneinsparung durch Cloud Computing in einem KMU Abb. 80: Kosteneinsparung durch Cloud Computing in einem Unternehmen mit Mitarbeitern Abb. 81: Änderungen im Endenergieverbrauch durch Dematerialisierung im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 82: CO 2 -Reduktionen und Endenergieeinsparung im Jahr 2020 durch Dematerialisierung Abb. 83: Nutzung von Internettelefonie in Unternehmen Abb. 84: Nutzungshäufigkeit von Telefon- und Videokonferenzen Abb. 85: PKW-Fahrten innerhalb Österreichs nach Zweck Abb. 86: Aufteilung der Geschäftsreisen 2010 (Anzahl der Geschäftsreisen) Abb. 87: Abschätzungen der 2010 zurückgelegten Strecken und CO 2 -Emissionen bei Geschäftsreisen Abb. 88: Abschätzungen der 2020 zurückgelegten Strecken und CO 2 -Emissionen bei Dienstfahrten und Geschäftsreisen ohne Einsatz virtueller Kommunikation Abb. 89: Abschätzungen der 2020 zurückgelegten Strecken und CO 2 -Emissionen bei Dienstfahrten und Geschäftsreisen mit Einsatz virtueller Kommunikation im BAU Szenario Abb. 90: Abschätzungen der 2020 durch Einsatz virtueller Kommunikation (vermiedene Dienstfahrten und Geschäftsreisen) reduzierten CO 2 -Emissionen im BAU Szenario Abb. 91 Abschätzungen der 2020 zurückgelegten Strecken und CO 2 -Emissionen bei Dienstfahrten und Geschäftsreisen mit Einsatz virtueller Kommunikation im BEST CASE Szenario Abb. 92: Abschätzungen der 2020 durch Einsatz virtueller Kommunikation (vermiedene Dienstfahrten und Geschäftsreisen) reduzierten CO 2 -Emissionen im BEST CASE Szenario Abb. 93: Abschätzungen der 2020 eingesparten Endenergie und der Reduktion der CO 2 -Emissionen bei Geschäftsreisen und Dienstfahrten mit Einsatz virtueller Kommunikation im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario Abb. 94: Verteilung der Entfernung vom Wohnstandort zum Unternehmensstandort nach Entfernungsklassen der befragten Telearbeitnehmer und derzeit nicht Telearbeit praktizierenden Arbeitnehmer (Arbeitspendler aus dem Mühlviertel) Abb. 95: Einsparungen an Fahrtstrecken durch den Einsatz von Telearbeit im Jahr 2020 im BAU- Szenario und BEST CASE-Szenario Abb. 96: Einsparungen an Endenergie und Reduktion von CO 2 -Emissionen durch den Einsatz von Telearbeit im Jahr 2020 im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 97: CO 2 -Verbrauch beim CD-Versand im Vergleich mit digitalem Download (Nutzung als MP3) Abb. 98: Verkehrsaufkommen nach Reisezweck Szenario Abb. 99: Einsparungen von Endenergie und Reduzierung von CO 2 -Emissionen durch "Green ICT" im Mobilitätsbereich Abb EU-Vorschlag für Grenzwerte 2015, 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Neuanmeldungen Abb. 101: Wirkungsgrade verschiedener Fahrzeugarten Abb. 102: Entwicklung der Verkehrsmittelwahl und Ziele 2020 für Wien /254

10 Abb. 103: Ergebnisse einer Mobilitätsstudie im Rahmen der Erstellung des Masterplans Verkehr 2003 i.a. der Stadt Wien Abb. 104: Pkw-Nutzung der Teilnehmer aus dem Testlabor. Vorher und Nachher in Pkw-km (22 Personen) Abb. 105: Wirkungsszenarien von AnachB.at in der Region Wien Abb. 106: Energetischer Endverbrauch der Sektoren in PJ Abb. 107: Treibhausgas-Emissionen des Straßenverkehrs nach Fahrzeugkategorien, 1990 und Abb. 108: Entwicklung der Treibhausgasemission Abb. 109: Verkehrsprognose Abb. 110: Entwicklung des innerösterreichischen Verkehrs bis Abb. 111: CO 2 -Emissionskoeffizienten 2010 und im BAU Szenario Abb. 112: Änderungen im Endenergieverbrauch durch intelligente Gebäude im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 113: Endenergie- und CO 2 -Einsparungen 2020 im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario 2020 durch verbesserte Gebäudeautomation Abb. 114: Regelung der Lüftung und des Klimas Abb. 115: Standardisierte "Nutzungsprofile" (Belegung) und "Führungsprofile" (Betrieb der gebäudetechnischen Anlagen entsprechend der Effizienzklasse) Abb. 116: Regelung der Beleuchtung Abb. 117: GA-Effizienzfaktoren elektrisch und thermisch nach Gebäudetypen Abb. 118: Einsparung an Endenergie und Verringerung der CO 2 -Emissionen im Raumwärme und Klimabereich 2020 durch Gebäudeautomation (CO 2 -Emissionskoeffizient 49,4 g CO 2 /MJ) Abb. 119: Einsparung an Endenergie und Verringerung der CO 2 -Emissionen im Bereich Beleuchtung und EDV 2020 durch Gebäudeautomation (CO 2 -Emissionskoeffizient 200g CO 2 /kwh) Abb. 120: Smart Grids: Einsparungen von Endenergie und Reduktion von CO 2 -Emissionen im Jahr 2020 im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 121: Sicherheits- und Datenschutzanforderungen an Smart Grid-Technologien Abb. 122: Stromerzeugung in Österreich Abb. 123: Entwicklung anerkannter Ökostromanlagen Abb. 124: Leistungsbilanz an 3 Mittwochen im Jahr Abb. 125: Schematisierter Energiefluss 2010 in GWh Abb. 126: Repräsentative EW-Lastprofile für Haushalt und Gewerbe G1 (M28/99) Abb. 127: Anzahl der Zählpunkte für Strom in Österreich Abb. 128: Einsparung an Endenergie und CO 2 -Emissionen durch Einsatz von Smart Metern, Tarifstufen und Smart Energy Services im Jahr 2020 im BAU Szenario 2020 und BEST CASE Szenario Abb. 129: Möglichkeiten des Lastmanagements von Verbrauchergruppen Abb. 130: Gesamtes theoretisches Potenzial der relevanten elektrischen Haushaltsanwendungen und elektrischen Heizsysteme (Warmwasser) im Winter und im Sommer Abb. 131: Stromerzeugung aus Sonne und Wind Abb. 132: Eingebettete Systeme und Jahresproduktion Abb. 133: Energiesparpotenziale nach Anwendung Abb. 134: Aufteilung des Energieverbrauchs für Motorensysteme in Österreich im Industrie- und Dienstleistungssektor Abb. 135: Wirkungsgradkennlinien von E-Motoren Abb. 136: Durchfluss und Volumen von HKL-Anlagen Abb. 137: Energiebedarf einer Pumpenanlage im Vergleich Drosselregelung und Regelung über Drehzahl Abb. 138: Abschätzung des Einsparpotenzials bei Motorensystemen in Österreich Abb. 139: Markt für Halbleiter Bauelemente, Anwendungen in Millionen Euro, Deutschland 2009 bis /254

11 Abb. 140: Aufteilung des Ertrags nach Fokusbereichen. Anteil an produzierten Embedded Systems, die zu Energieeffizienz beitragen Abb. 141: Erweitertes O2O-Modell des IWI Abb. 142: Gesamtwirtschaftliche Effekte von "Green ICT" in Österreich im Jahr 2010 und Abb. 143: Anteil der indirekten und induzierten Effekte von "Green ICT" in den einzelnen Sektoren Abb. 144: "Green ICT"-Ergebnisse im IWI-Studienvergleich, Gesamtwirtschaftliche Beschäftigungs- und Produktionswerteffekte /254

12 I. ZUSAMMENFASSUNG Um die für 2020 geplanten energie- und umweltpolitischen Ziele Österreichs erreichen zu können, wird es erforderlich sein, bei allen Verbrauchergruppen - von den Haushalten über die Unternehmen bis zur öffentlichen Hand - Möglichkeiten zu nutzen, den Endenergiebedarf zu reduzieren, die Effizienz der Energienutzung zu erhöhen und erneuerbare Energien einzusetzen. Im Rahmen der gegenständlichen Studie wurde untersucht, welchen Beitrag grüne Informations- und Kommunikationstechnologie ("grüne IKT"/"Green ICT") im Jahr 2020 zur Reduktion des Endenergiebedarfes und der Treibhausgasemissionen leisten kann; einerseits durch Effizienzsteigerung und die Substitution fossiler Energieträger bei Informations- und Kommunikationseinrichtungen selbst ("IKT als Verbraucher") und andererseits durch verstärkten Einsatz von "Green ICT" in den Bereichen Intelligente Gebäude, Smart Grids, Intelligente Mobilität, Intelligente Antriebssysteme und Dematerialisierung ("IKT als 'Enabler'"). Zur Abschätzung des Einflusses von "Green ICT" wurde bei den Berechnungen für 2020 von zwei Szenarien ausgegangen, die sich hinsichtlich der Einschätzung der technologischen Entwicklung und der Marktdurchdringung von IKT-Produkten und -Lösungen unterscheiden. Das "Business as Usual" Szenario (BAU Szenario 2020) geht von einer von gesetzlichen Rahmenbedingungen und vom Markt getriebenen Entwicklung, ohne zusätzliche Anreize zur Anwendung energieeffizienter Technologien, aus. Beim BEST CASE Szenario 2020 wird von Potenzialen ausgegangen, die in den Expertengesprächen als ambitioniert, aber durch zusätzliche wirtschaftliche Anreize durchaus realisierbar, eingeschätzt wurden. Es wurden im Rahmen der Studie keine Rebound-Effekte berücksichtigt. Der Informations- und Kommunikationssektor wird als einer der Zukunftsmärkte Europas gesehen. Zunehmende Digitalisierung verbunden mit rasant steigenden Dienstleistungsangeboten im Bereich der privaten IKT-Nutzung und für Unternehmen, Behörden und öffentliche Einrichtungen ist eine der Herausforderungen des Sektors und eine der Chancen zur Weiterentwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft in Europa. Ausgehend von energie- und umweltspezifischen Überlegungen und einer Abschätzung der betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen der durch "Green ICT" möglichen Einsparungen an Endenergie und CO 2 -Emissionen, enthält die Studie auch eine volkswirtschaftliche Betrachtung des Potenzials von "Green ICT" für Österreich im Jahr 2020, die anhand der Ermittlung von Produktionswerten, Wertschöpfung und Arbeitnehmerentgelten die wirtschaftliche Bedeutung von "Green ICT" darlegt. Damit stellt die vorliegende Studie erstmalig die technisch-ökologischen und die volkswirtschaftlichen Effekte von "Green ICT" in einem gemeinsamen Kontext dar. Die Studie wurde von Jänner 2012 bis November 2012 durchgeführt und basiert auf Literaturquellen und auf Informationen aus Expertengesprächen. Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemission im IKT-Sektor (IKT als Verbraucher) Im Jahr 2010 betrug der Endenergiebedarf Österreichs GWh/a (1.119 PJ/a) und die Gesamtemission von Treibhausgasen erreichte 84,6 Millionen t CO 2 /a. Der anteilige Verbrauch von 12/254

13 Informations- und Kommunikationseinrichtungen (Telekommunikations-Infrastruktur, Rechenzentren) und von IKT-Endgeräten (Personal Computer, Unterhaltungselektronik, Kommunikations-Endgeräte) betrug 2010 etwa 1,65% des Gesamtendenergiebedarfes oder etwa 6,7% des gesamten Stromendenergiebedarfs. Etwa 1,05% der gesamten Treibhausgasemissionen, oder 6,7% der Treibhausgasemissionen des Stromverbrauchs, entfielen 2010 auf Informations- und Kommunikationseinrichtungen. Trotz der bis 2020 weiterhin stark steigenden Nachfrage nach IKT-Dienstleistungen und der damit rasant ansteigenden Datenmengen, die übertragen und verarbeitet werden müssen, ergibt sich bereits im BAU Szenario durch die ständige Weiterentwicklung energieeffizienter Produkte und innovativer Dienstleistungen im Bereich der Rechenzentren, der Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur und der IKT- Endgeräte - eine Stabilisierung des Endenergieverbrauchs und der CO 2 -Emissionen auf dem Niveau des Basisjahres Der Verbrauch der IKT-Einrichtungen steigt aufgrund der Datenmengen und Verbrauchsverlagerungen von Kommunikationsendgeräten (Thin Clients, Cloud Computing) zu Rechenzentren zwar leicht an, die Reduktion des spezifischen Stromverbrauchs der IKT-Endgeräte kompensiert diesen Anstieg jedoch komplett. Im BEST CASE Szenario 2020 wird der Endenergiebedarf der IKT-Einrichtungen durch die raschere Einführung neuer Telekommunikations-Infrastruktur (z.b. LTE) weiter verringert und die Reduzierung des Endenergieverbrauches in mittleren und kleineren Rechenzentren (z.b. durch Virtualisierung, Cloud Computing) rascher umgesetzt. Dies führt dazu, dass der Endenergiebedarf 2020 für IKT-Einrichtungen gegenüber 2010 um etwa 23% und die Treibhausgasemissionen um etwa t CO 2 /a reduziert werden. Einsatz von "Green ICT" in anderen Verbraucherbereichen (IKT als 'Enabler') Integrierte elektronische Systeme, bestehend aus Hard- und Software, sind bereits heute in eine Vielzahl von Produkten eingebaut und werden dort auch zur Reduzierung des Energieverbrauchs eingesetzt. Diese "Embedded Systems" werden einerseits in Fahrzeugen durch intelligente Fahrzeugelektronik und andererseits durch "Green ICT"-basierte Mobilitätsbeeinflussung zur Reduktion des Treibstoffverbrauches und der CO 2 -Emissionen beitragen. Im BAU Szenario 2020 wird die Einsparung an Endenergie im Mobilitätsbereich etwa GWh/a betragen und damit zu einer Reduktion der Emissionen um 1,4 Mt CO 2 /a beitragen. Im BEST CASE Szenario 2020 wird davon ausgegangen, dass etwa 60% des Verkehrs von intelligenten Verkehrsbeeinflussungsanlagen erfasst sind und auch Advanced Traveller Information Systems eine weite Verbreitung gefunden haben. In diesem Szenario werden im Jahr 2020 etwa GWh/a an Endenergie und 2,9 Mt CO 2 /a eingespart. In Gebäuden werden elektronische Systeme unter anderem zur Steuerung und Regelung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen und zur Beleuchtungsregelung eingesetzt. Durch die Erneuerung von 2,5% der Bestandsanlagen pro Jahr auf den Stand der Technik und durch die damit verbundene Effizienzsteigerung werden im BAU Szenario 2020 etwa GWh/a Endenergie im Wärme- und Stromsektor eingespart und dadurch die Emissionen um etwa t CO 2 /a reduziert. Im BEST CASE 13/254

14 Szenario 2020 wurde bis 2020 von einer Sanierungsrate von 4% der Bestandsanlagen pro Jahr ausgegangen, wodurch sich im Jahr 2020 eine Endenergieeinsparung von GWh/a sowie eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von t CO 2 /a ergeben. Im Jahr 2010 entfielen in der Sachgüterproduktion etwa 66% des Strombedarfes auf die Versorgung von Standmotoren. Derzeit sind weniger als 20% dieser Motoren bedarfsabhängig gesteuert, was zu einem sehr ineffizienten Betrieb und hohem Stromverbrauch führt. Im BAU Szenario 2020 wird davon ausgegangen, dass 10% des theoretischen Potenzials zur bedarfsabhängigen Steuerung von Antriebsmotoren bis 2020 durch Umrüstung erschlossen wird. Daraus ergeben sich 2020 eine Einsparung von 442 GWh/a und eine Reduktion von etwa t CO 2 /a. Im BEST CASE Szenario 2020 wurde die Umrüstungsquote bis 2020 auf 20% erhöht, was eine Verdopplung der Endenergieeinsparung und Emissionsreduktion zur Folge hat. "Green ICT" ist die Schlüsseltechnologie im Zusammenhang mit der Umsetzung von Smart Grids. Der Aufbau und Betrieb eines bidirektionalen Informations- und Kommunikationssystems zwischen Großkraftwerken, dezentral einspeisenden Windparks, anderen Einspeiseanlagen auf Basis erneuerbarer Energien, virtuellen Kraftwerken, Speicher- und Netzbetreibern und Verbrauchereinrichtungen mit Smart Meters ist nur mit IKT-Hard- und Software und neuen Dienstleistungen möglich. Durch den Einsatz von Smart Meters, Lastmanagement und Integration von volatilen Stromerzeugungsanlagen (Wind, Sonne) ergeben sich im BAU-Szenario 2020 Einsparungen an Endenergie von 676 GWh/a und eine Reduktion der Emissionen von 2,1 Mt CO 2 /a. Dabei wurde eingeräumt, dass den Verbrauchern keine Zusatzservices angeboten werden. Im BEST CASE Szenario 2020 wird von Zusatzangeboten wie Tarifstaffelung und Demand Side Management ausgegangen, wodurch die Verbraucher stärker eingebunden werden. In diesem Szenario ergeben sich für das Jahr 2020 eine Endenergieeinsparung von etwa GWh/a und eine Reduktion der Emissionen von 2,3 Mt CO 2 /a. Ein weiterer Bereich, in dem "Green ICT" indirekt wirkt, ist der Bereich der Dematerialisierung. Durch die Reduktion von physischer Mobilität, die durch Telearbeit, virtuelle Kommunikation (Videokonferenzen), e-commerce und e-government ermöglicht wird, werden im BAU Szenario 2020 etwa GWh/a an Endenergie und t CO 2 /a eingespart. Im BEST CASE Szenario 2020 wird von einer rascheren Umsetzung von Telearbeitsplätzen ( Arbeitsplätze im Jahr 2020) und einem Ersatz von etwa 15% der Dienstfahrten und 25% der Geschäftsreisen durch virtuelle Kommunikation ausgegangen. Dadurch ergibt sich im Jahr 2020 eine Einsparung an Endenergie von GWh/a und eine Reduktion der Emissionen von t CO 2 /a. Gesamte Energie- und Treibhausgas-Emissionseffekte durch den Einsatz von "Green ICT" Im Jahr 2020 wird durch Reduzierung des spezifischen Energieverbrauches in Informations- und Kommunikationseinrichtungen (Telekommunikations-Infrastruktur, Rechenzentren) und IKT-Endgeräten sowie durch die verstärkte Anwendung von "Green ICT"-Hardware und -Softwarelösungen in den Bereichen Smart Grids, Intelligente Mobilität, Intelligente Gebäude, Antriebstechnik und durch Dematerialisierung wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele Österreichs beigetragen. 14/254

15 Im BAU Szenario 2020 betragen die gesamten Einsparungen an Endenergie etwa GWh/a (43,2 PJ/a), im BEST CASE Szenario 2020 insgesamt etwa GWh/a (82,8 PJ/a). In der vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend im März 2010 vorgestellten "Energiestrategie Österreich" wird als Energiesparziel im Jahr 2020 ein Wert von 200 PJ/a genannt. Die Anwendung von "Green ICT" trägt im BAU Szenario 2020 etwa 21,6% und im BEST CASE Szenario 2020 etwa 41% bei. Die mit den Einsparungen an Endenergie verbundenen Reduktionen der CO 2 -Emissionen betragen im Jahr 2020 im BAU Szenario ,7 Mt CO 2 /a und im BEST CASE Szenario 2020 fast 7,3 Mt CO 2 /a. Die folgende Grafik (Abb. 1) fasst die Einsparungen an Endenergie und die Reduktion der CO 2 - Emissionen 1 der beiden Szenarien in den einzelnen Bereichen 2 zusammen (negative Werte sind Erhöhungen): Abb. 1: Einsparungen an Endenergieverbrauch und Reduktion der Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von "Green ICT" im BAU Szenario 2020 und im BEST CASE Szenario 2020 gegenüber Anm.: Die Balken der CO 2-Emissionen sind aus Platzgründen um das 150-Fache verkürzt dargestellt. 2 Anm.: Der Bereich "IKT-Dienstleistungen" ist aus in Kapitel 4.4 näher erläuterten Gründen hier nicht abgebildet. 3 Quelle: Eigene Darstellung EIW (2012). 15/254

16 Betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte der Einsparung an Endenergie und Reduktion von CO 2 -Emissionen Um eine Größenordnung der monetären Einsparmöglichkeiten durch den verstärkten Einsatz von Green ICT zu bekommen, wurden im Rahmen der Studie, auf Basis von aktuellen mittleren Verbraucherpreisen für Endenergie (Strom, Wärme, Treibstoff), Abschätzungen durchgeführt. Die Abschätzung der Kosteneinsparung durch die Reduktion von Endenergie ergibt für das Jahr 2020 im BEST CASE Szenario 2020 etwa 1,4 Milliarden Euro. Die nachstehende Abb. 2 gibt eine Übersicht über die Kostenreduktion in den einzelnen Bereichen. Abb. 2: Kosteneinsparung durch reduzierten Endenergieverbrauch Bei der Abschätzung der Kosteneinsparungen durch einen reduzierten Bedarf an CO 2 -Zertifikaten ist davon auszugehen, dass der Zertifikatepreis sehr stark von umweltpolitischen Zielsetzungen der Europäischen Kommission abhängen wird. Es wurde bei der Abschätzung der Kosten von einem Zertifikatepreis im Jahr 2020 von 18 /t CO 5 2 und 36 /t CO 6 2 ausgegangen Die Abschätzung der Kosteneinsparung 2020 durch die Reduktion von CO2-Emissionen ergibt für das BEST CASE Szenario 2020 etwa 190 Millionen Euro bis 380 Millionen Euro. Die nachstehende Abb. 3 gibt eine Übersicht über die Kostenreduktion in den einzelnen Bereichen. 4 Quelle: Eigene Darstellung EIW (2012). 5 KfW Bankengruppe, Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung GmbH (Hrsg.) (2012). KfW/ZEW CO 2 Barometer. Frankfurt am Main, Mannheim. Online im Internet: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/co2panel/co2barometer2012.pdf [ ] 6 Verbund AG (Hrsg.) (2012). 100% Strom aus erneuerbaren Energie für E-Mobilität. Online im Internet: [ ] 16/254

17 Abb. 3: Kosteneinsparung durch reduzierte CO 2-Emissionen Gesamtwirtschaftliche Effekte von "Green ICT" Bei der Betrachtung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung von "Green ICT" wurde berücksichtigt, dass Unternehmen der IKT-Branchen zurzeit schon "Green ICT"-Produkte (z.b. in Embedded Systems) herstellen und "Green ICT"-Dienstleistungen (z.b. Server-Visualisierung, Cloud Computing) erbringen. Die IKT-relevanten Branchen in Österreichs Wirtschaft generierten im Jahr 2010 rd. 5,3 Mrd. EUR direkt an Produktionswert. Über den Multiplikatoreffekt (Faktor: 2,28) wurden nochmals rd. 6,8 Mrd. EUR an Produktion in Österreich erwirtschaftet, die auf indirekte, induzierte und Wachstumseffekte zurückzuführen sind. Damit erzielten diese Branchen 2010 eine gesamtwirtschaftliche Produktion im Ausmaß von rd. 12,1 Mrd. EUR. Durch "Green ICT" werden in Österreich qualitativ hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. Etwa Arbeitsstellen sind im Jahr 2010 direkt, indirekt, induziert und über Wachstumseffekte auf "Green ICT" zurückzuführen. Die akkumulierten Arbeitnehmerentgelte durch "Green ICT" betragen in der heimischen Volkswirtschaft etwa 2,6 Mrd. EUR, an Fiskal- und Sozialbeitragseffekten werden insgesamt etwa 1,5 Mrd. EUR generiert. Für das Jahr 2020 errechnet sich ein durch "Green ICT" initiierter Produktionswert von insgesamt etwa 16,1 Mrd. EUR im BAU Szenario 2020 und etwa. 23,1 Mrd. EUR im BEST CASE Szenario Davon entstehen in den IKT-relevanten Branchen direkt bis zu 7,8 Mrd. EUR (BAU Szenario 2020) bzw. bis zu 7 Quelle: Eigene Darstellung EIW (2012). 17/254

18 11,3 Mrd. EUR an Produktion (BEST CASE Szenario 2020). Indirekt, induziert sowie über Wachstumseffekte schafft "Green ICT" im Jahr 2020 einen Produktionswert von rd. 8,3 Mrd. EUR (BAU Szenario 2020) bzw. rd. 11,9 Mrd. EUR (BEST CASE Szenario 2020). Durch "Green ICT" wird im BEST CASE Szenario 2020 im Jahr 2020 eine Wertschöpfung von rd. 9,7 Mrd. EUR generiert, direkt rd. 4,6 Mrd. EUR, indirekt, induziert und über die Wachstumseffekte rd. 5,2 Mrd. EUR. In Summe ist "Green ICT" im Jahr 2020 aller Voraussicht nach für etwa Arbeitsplätze (BEST CASE Szenario 2020) verantwortlich. Auch nach konservativer Schätzung (BAU Szenario 2020) sind immer noch etwa Arbeitsstellen auf "Green ICT" rückrechenbar. "Green ICT"-bedingte Arbeitnehmerentgelte in der heimischen Volkswirtschaft werden für das Jahr 2020 in Höhe von 5,1 Mrd. EUR (BEST CASE Szenario 2020) bzw. 3,5 Mrd. EUR (BAU Szenario 2020) prognostiziert. Die folgende Grafik (Abb. 4) stellt die volkswirtschaftlichen Effekte der IKT anhand der oben beschriebenen Indikatoren für das Basisjahr 2010 sowie für 2020 (BEST CASE Szenario 2020) dar Mio. EUR Wachstumseffekte Direkte Effekte Indirekte Effekte (im Vorleistungsverbund) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Multiplikatoren 2,28 2,05 2,39 2,13 2,55 2,29 2,19 1,95 Produktion Wertschöpfung Beschäftigungsverhältnisse Arbeitnehmerentgelte Abb. 4: Gesamtwirtschaftliche Effekte von "Green ICT" in Österreich im Jahr 2010 und Quelle: IWI (2012), Anm.: Rundungsdifferenzen möglich. 18/254

19 II. EINLEITUNG Die vorliegende Studie wurde im Auftrag des Bundesrechenzentrums (BRZ GmbH), des FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie und der Vereinigung der Österreichischen Industrie (IV) durchgeführt. Die Auftraggeber wurden bei der Koordination von der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) unterstützt. Die Studie wurde federführend von der Energieinstitut der Wirtschaft GmbH (EIW) durchgeführt, die volkswirtschaftlichen Berechnungen und Analysen wurden vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) erstellt. 1. Motivation und Studienumfeld 1.1 Motivation In den letzten Jahren wird international die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) als die Zukunftstechnologie für fast alle Bereiche genannt. Einsatzmöglichkeiten von IKT liegen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, in Verwaltung und Bürgerservice Sozial- und Gesundheitswesen Bildung und soziale Netzwerke Mobilität und Verkehrssicherheit Energiesysteme Produktion und private Dienstleistung Sicherheit von Personen, Gütern, Daten und Informationen Kommunikation U Die wirtschaftliche Entwicklung und der heutige gesellschaftliche Lebensstandard in den entwickelten Ländern wären ohne den massiven Einsatz von modernen IKT-Systemen und -Lösungen nicht möglich gewesen. In diesem Zusammenhang erhebt sich natürlich auch die Frage nach dem Nutzen und den Kosten der bisherigen, und den Chancen und Risken der weiteren Entwicklung in diesem Sektor. Neben sozial- und gesellschaftspolitischen Fragen, ergibt sich in diesem Zusammenhang auch das Thema der Energie- und Ressourceneffizienz. Einerseits können durch den Einsatz von IKT wesentliche Beiträge zur Dematerialisierung und Effizienzsteigerung geleistet werden, andererseits benötigen all die notwendigen IKT-Systeme auch Endenergie und Ressourcen für die Produktion, den Betrieb und das Recycling. 19/254

20 Im Jahr 2008 wurde die viel beachtete Studie der Global esustainability Initiative "SMART 2020: Enabling the low carbon economy in the information age" publiziert. Die Global esustainability Initiative ist eine Partnerschaft zwischen international führenden IKT-Unternehmen und Industrieverbänden. Noch 2008 kündigte die Deutsche Telekom die Erstellung eines derartigen Berichtes für Deutschland an. Die Boston Consulting Group erarbeitete hierauf die Studie "SMART 2020 Addendum Deutschland: Die IKT-Industrie als treibende Kraft auf dem Weg zu nachhaltigem Klimaschutz". In dieser Studie wurde für Deutschland das Potenzial der IKT-Technologien zur Reduzierung der Treibhausgas(THG)-Emissionen im Jahr 2020 abgeschätzt und die Umsetzungswahrscheinlichkeit durch Geschäftskonzepte ermittelt. Diese beiden Studien waren Auslöser dafür, dieses interessante Thema auch für Österreich zu untersuchen. Es geht bei der vorliegenden Studie darum, für Österreich den Endverbrauch und die THG- Emissionen der bestehenden IKT-Infrastruktur und der IKT-Endgeräte im Basisjahr 2010 zu ermitteln. Auf Basis dieser Daten und der erwarteten Entwicklungen bis 2020 werden einerseits der Endenergieverbrauch und die THG-Emissionen der IKT-Infrastruktur und der IKT-Endgeräte sowie andererseits die Potenziale zur Reduktion von Endenergie und THG-Emissionen 2020 durch die Anwendung von IKT-Systemen und IKT-Lösungen abgeschätzt. Wesentlich in der vorliegenden Studie ist, dass die Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Betrachtung durch eine volkswirtschaftliche Betrachtung ergänzt werden und so auch Aussagen zum volkswirtschaftlichen Potenzial des IKT-Sektors in Österreich 2020 gemacht werden. Es war bereits zu Beginn der Studie sowohl den Auftraggebern als auch den Auftragnehmern bewusst, dass eine erstmalig in diesem Umfang durchgeführte Studie von zahlreichen Annahmen auszugehen hat, da nur beschränkt Basisdaten vorliegen. Aus diesem Grund wurde Wert auf umfangreiche Expertengespräche und begleitende Befragungen gelegt. Die Entwicklungen im IKT-Sektor sind von rechtlichen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen abhängig und kurzfristig wechselnden Anforderungen ausgesetzt, auf die in diesem äußerst kompetitiven Markt rasch reagiert werden muss. Um die immer höheren Anforderungen erfüllen zu können, wird international umfangreiche Forschung und Entwicklung betrieben. Dies führte bereits im Rahmen der Studienbearbeitung zu einer Fülle ständig neuer Informationen, die nicht in ihrer Gesamtheit abgebildet werden konnten. Die vorliegende Studie bildet die Grundlage für weitere, detaillierte Studien in den neun ausgewählten Anwendungsfeldern der IKT: IKT als Verbraucher 1. Telekommunikations-Infrastruktur 5. Dematerialisierung 2. Rechenzentren 6. Intelligente Mobilität 3. Endgeräte 7. Intelligente Gebäude 4. IKT-Dienstleistungen 8. Smart Grids 9. Embedded Systems IKT als 'Enabler' 20/254

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