Einsatz von GPS und GIS für effizientere Forstplanung beispielhafter Workflow von der Forsteinrichtung bis zum fertigen Informationssystem

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1 Grundlagen Die Forsteinrichtung oder Forstwirtschaftsplanung beschäftigt sich in den letzten Jahren nicht nur mit der nachhaltigen Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Dies war im vorletzten Jahrhundert der Fall, als es im Zuge der Industrialisierung zu einer Übernutzung der Wälder kam. Mit Forstwirtschaftsplänen versuchte man ab ca der Übernutzung entgegen zu arbeiten aus dieser Zeit stammt der Begriff der Nachhaltigkeit, der somit im Forst lange Tradition hat. Heute benötigen wir in Deutschland jedes Jahr etwa 60 Millionen m³ Holz. In Mitteleuropa haben wir die höchsten Holzvorräte pro Hektar auf der ganzen Welt. Der Holzbedarf steigt in den letzten Jahren stetig nach der Weltwirtschaftskrise wohl auch wieder schneller. Schon richten sich viele Augen auf das Objekt der Begierde ausländische Firmen kaufen Waldgrundstücke, um sich ein lebendiges Lager zu sichern und bei absehbar steigenden Preisen weiterhin konkurrenzfähig zu sein. Es wird zukünftig immer wichtiger sein zu wissen, wie viel genutzt werden kann. Denn das Ökosystem Wald hat noch viele, viele andere Aufgaben: Luftreinhaltung, CO 2 Speicher, Temperaturausgleich, Wasserschutz, Wasserversorgung, Erosionsschutz, Erholung, ökologische Vielfalt, Höhlenbäume, Totholzprogramm, Natura2000 Gebiete der EU, um nur einige Stichworte zu nennen. Aber die wichtigste Grundlage für die zukünftige Waldbewirtschaftung ist die Standorterkundung eine zusammenfassende Kartierung der Einflussfaktoren Geologie, Boden, Klima, Topografie, Kleinstandort. Hier gibt es Antworten auf die Fragen: wo wächst welche Baumartenkombination am besten, wie können sich Klimaänderungen auswirken, wie wappnen wir unseren Wald Deshalb befasst sich die forstwirtschaftliche Planung heute nicht nur mit der möglichen Holznutzung, dem Hiebsatz. Im Gegenteil sie ist eine integrierte Planung, die sämtliche Waldfunktionen und ökologischen Besonderheiten mit erfasst und berücksichtigt. Das Ergebnis kann also nicht nur einfach ein schriftliches Gutachten sein. I.d.R. müssen bei einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft viele Informationen sehr schnell zur Verfügung stehen. Und da sind ja auch noch die Kosten. Um 1960 konnte man mit einem m³ Holz mehr als 100 Arbeiterstunden finanzieren probieren Sie das heute einmal Sie kommen höchsten auf 3 Stunden.

2 Was nützt ein Forstwirtschaftsplan, wenn nach ihm nicht gearbeitet werden kann, weil die geplanten Maßnahmen nicht finanziert werden können? Richtig, die moderne Forsteinrichtung verbindet ihre Planung mit einer Prognose über Maßnahmenkosten und mögliche Erträge. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Waldbesitzer und den Wirtschaftern. Im Zuge der Waldbewirtschaftung, mit den neuen Forsteinrichtungen, stellen sich fast zwangsläufig die Fragen: - stimmt die Budgetierung? - Halten wir unsere gemeinsamen Vorgaben ein, sind wir auf Spur - Wo waren die Kosten höher als geplant? - War der Ablauf der einzelnen Projekte zufrieden stellend? - Wo war das? Es sind viele Daten die im Zuge der Planung erfasst und ausgewertet werden. Die Waldbewirtschafter planen für verschiedene Zeiträume und dokumentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit wieder Daten. Dann das Controlling und letztlich ist alles leichter zu managen, wenn alle erdenklichen Thematiken visualisiert werden können. Was wäre, wenn als Ergebnis der Forsteinrichtung ein System steht, mit dem nicht nur Fakten und Themen visualisiert werden können. Was wäre, wenn man ein System erhielte das bei Entscheidungen hilft und die hierzu notwendigen Informationen intelligent und schnell zur Verfügung stellt? Wie man zu einem solchen Informationssystem kommt, das stelle ich Ihnen jetzt vor. Zunächst ein Beispiel für einen intelligenten Informationsablauf. Er resultiert aus der Forsteinrichtung für den Stadtwald Alzenau. Die Stadt hat erlaubt ihre Daten für Veröffentlichungen zu verwenden.

3 Stellen Sie sich vor ein Sägewerk ruft am städtischen Forstamt an und möchte 200 m³ Kiefernholz bestimmter Stärke kaufen und möglichst schnell Antwort haben, ob Sie die Menge kurzfristig liefern können. Sie wollen schon aber wo hernehmen, ohne schwerwiegende waldbauliche Fehler zu machen? Man nehme ein Informationssystem, bestehend aus ArcGIS 9.3 und dem WaldMeister 3.0.

4 Die Suche nach Sortimenten läuft über den WaldMeister. In den einzelnen Waldorten sollte ein Mindestanteil des gesuchten Sortimentes zu finden sein sagen wir 30%. Auf der rechten Seite sehen Sie die Waldorte, wo dies der Fall ist. Wir hacken einige an und lassen uns einen Bericht ausgeben. Wir sehen - grundsätzlich machbar!

5 Wo steht das Holz? Welche Firma könnte die Maßnahme durchführen? Anruf beim Sägewerk. Nach Einigung mit dem Säger und dem Holzeinschlagsunternehmen folgt der Aufruf des WaldMeister von der Karte aus, indem man auf den mit dem Hyperlinksymbol auf den Waldort klickt. Die Projektplanung kann beginnen. Der Förster wird benachrichtigt, usw.

6 Wie man unschwer am Inhaltsverzeichnis erkennen kann sind über GIS und WaldMeister vielfältige Informationen möglich. Für Kommunen, die nicht über ArcGIS verfügen funktioniert alles auch in einem ArcReader Projekt. Der Weg zu einem forstlichen Informationssystem beginnt im Wald: Neben festem Schuhwerk empfehle ich einen stoß- und spritzwassergeschützten Computer, und ein GPS für die Orientierung und für Kartieraufgaben. Wir benutzen je nach Genauigkeitsanspruch den Pathfinder von Trimble oder ein preiswertes Gerät, ohne Static Navigation, bzw. eines bei dem es möglich ist diesen Modus auszuschalten. Als Software haben wir unseren WaldMeister dabei und das jeweils neueste ArcPad. Voraussetzung für eine zügige Kartierarbeit ist eine ordentliche Vorbereitung mit einer an den Workflow (Kartierung im Wald Entwurfskarte Korrekturkarte Endkarte) angepassten Projektstruktur.

7 Um zügig kartieren zu können verzichten wir auf die Kartierung von Polygonen. Polygone kartieren wir nur, wenn sie für sich alleine stehen, wie z.b. gesicherte Vorausverjüngung unter Schirm. ansonsten werden im Wald nur Linien und Punkte erfasst. Da diese Linien und Punkte vielfältige Bedeutungen haben können ist es wichtig die Vorbereitungen in ArcGIS so zu treffen, dass z.b. eine Linie auch mehrere Bedeutungen haben kann. So kann eine Abteilungsgrenze gleichzeitig auch Jeepweg sein und ist zudem flächenbildend.

8 Flächenbildende Linien sind zusammen mit den bunten Punktmarkierungen Voraussetzung für die nachträgliche Flächenbildung, welche die GI-Geoinformatik für uns vornimmt. Es wäre schön, wenn die entsprechenden Topologiewerkzeuge auch in ArcView zur Verfügung stünden dann wäre alles noch einfacher. Wichtig ist jedenfalls die gute Vorbereitung in ArcGIS. Dabei für unser Weg über die Anlage von Domains. Diese werden den einzelnen Feature Classes unter Properties und hier Default Values und Domains zugewiesen. Auf die Ausweisung von Subtypes, die nur eine Zuordnung (entweder Eiche oder Fichte) zulassen, wird verzichtet.

9 Feature Class Linien Auch die Vorbereitung der Styles findet in ArcView 9.3 statt. Sie werden zusammen nach ArcPad 7.1 ausgecheckt.

10 Beispiele für die Sonstigen Punkte Bespiele für Nutzungsarten Markierungen (NA_Markierungen): Beispiele für Wege:

11 Linien und Punkte lassen sich mit der Funktion Fangen auch im Wald ordentlich kartieren. Zu hause angekommen checken wir sofort und am gleichen Tag ein. Einen Tag später kann es mit dem einchecken Probleme geben, da die...axf.xml, als Teil des Checkin das Datum nicht ordentlich mitzieht: Abhilfe: öffnen der Datei aus dem Explorer mit dem Editor und unter neuem Datum abspeichern dann geht wieder alles. Wollen wir zu Hause sehen, ob wir ordentlich gearbeitet haben, wählen wir in ArcView alle die Linien aus, die flächenbildend sind und unterlegen diese mit einem breiten, transparenten, farbigen Liniensymbol. Dann können wir in aller Ruhe visuell die Topologie prüfen und sehen, ob wir an den entscheidenden Punkten ordentlich gefangen haben. Dann geben wir das Projekt an die GI. Albert puffert die Wege, bildet Flächen usw. Dabei ist es möglich, z.b. Linien mit doppelter Bedeutung eine eigene Sinatur zu geben (Abteilungslinie unten Strichellinie des Rückeweges oben, usw.) Die Attribute der NA_Markierungen werden bei der Polygonbildung zu Attributen der Polygone. Ein Feld dieser Attribute ist der Waldort die Bezeichnung für den Waldort ist das Verbindungsfeld zum WaldMeister. Nach Einrichtung der Database Connection kann uneingeschränkt und dynamisch auf die WM-Daten und Berechnungsergebnisse zugegriffen werden.

12 Und so sind wir wieder bei unserem Informationssystem gelandet. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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