Durchlässigkeit im Bildungssystem und Anerkennung von Lernleistungen

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1 Durchlässigkeit im Bildungssystem und Anerkennung von Lernleistungen Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem Potsdam, 10. Mai 2012 Katrin Gutschow Bundesinstitut für Berufsbildung Tel.:

2 Durchlässigkeit/Anerkennung von Lernleistungen Aktuelle Bildungspolitische Initiativen: Informelles Lernen Non-formales Lernen Formales Lernen ANKOM - Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge JOBSTARTER CONNECT Übergang in duale Ausbildung DECVET Erfassung, Übertragung und Anrechnung von Lernergebnissen zwischen Teilbereichen der beruflichen Bildung ECVET Anerkennung von beruflichen Kompetenzen zwischen Akteuren in verschiedenen Staaten

3 Bestehende Verfahren zur Anerkennung nicht formalen und informellen Lernens in Deutschland: vor allem bei der Zulassung zu Bildungsgängen oder Prüfungen im beruflichen Bereich mit der Externenregelung nach BBIG 45 (2)/HwO 37 (2), in der Allgemeinbildung bei den Nichtschülerprüfungen für allgemeinbildende Abschlüsse, beim Zugang zum Studium ohne Abitur. Methoden: Eignungsgespräche, Einstufungs- oder Feststellungsprüfungen, Nachweise über i.d.r. mehrjährige Berufserfahrung, Probestudien.

4 Zulassung zur Abschlussprüfung für Berufserfahrene in Deutschland Externenprüfung Gesetzliche Grundlagen Ziel 45 Abs. 2 BBIG / 37, Abs. 2 HwO Zugang zur regulären Abschluss-/Gesellenprüfung nach BBiG/HwO Zulassungsbedingungen Nutzung Zulassung zur Prüfung, wenn mind. das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit als berufliche Tätigkeit nachgewiesen wird. Zulassung kann auch erfolgen, wenn der Bewerber/die Bewerberin glaubhaft machen kann, dass die berufliche Handlungsfähigkeit erworben wurde. Einzelfallprüfung Im Jahr 2010 wurden insgesamt Personen als Externe zu Berufsabschlussprüfungen zugelassen ; Personen über den Nachweis der Berufserfahrung ( 45(2)) und Personen über die Absolvierung eines vollzeitschulischen Bildungsganges ( 43(2)).

5 externen Prüfungsteilnehmer 2010 nach Ausbildungsbereichen Industrie und Handel Handwerk Landwirtschaft Öffentlicher Dienst Freie Berufe Hauswirtschaft (6,0) (1,7) (0,9) (0,9) (8,9) 120 (0,7) 255 (2,0) 78 (0,6) 156 (0,4) 141 (0,4) (16,0) (32,4) externe Prüfungsteilnehmer/innen mit Berufserfahrung schulischer Ausbildung 45 Abs Abs. 2 Absolute externe Prüfungsteilnehmer/-innen nach Zulassungsart und Anteile im Ausbildungsbereich in Klammern in Prozent (STATISTISCHES BUNDESAMT 2011)

6 Europäischer Qualifikationsrahmen Der EQR sollte der Modernisierung des Bildungs- und Ausbildungssystems, der Kopplung zwischen Bildung, Ausbildung und Beschäftigung sowie der Brückenbildung zwischen formalem, nicht formalem und informellem Lernen dienen und auch zur Validierung von durch Erfahrungen erlangten Lernergebnissen beitragen. EMPFEHLUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen

7 Welche Bildungsbereiche deckt der DQR ab? formal nicht-formal informell Allgemeinbildende Schulen? Berufsvorbereitung DQR Berufsausbildung Erwachsenenbildung Lernen im sozialen Umfeld Berufliche Weiterbildung Lernen im Netz Hochschulstudiengänge Lernen in der Arbeit

8 Qualifikationen? IT-Zertifikate, z.b. ECDL; Zertifikate der Hersteller Expert-Zertifikate der Volkshochschulen Qualifikation bezeichnet das formale Ergebnis eines Beurteilungs- und Validierungsprozesses, bei dem eine dafür zuständige Institution festgestellt hat, dass die individuellen Lernergebnisse vorgegebenen Standards entsprechen. Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen verabschiedet vom Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen am 22. März 2011 Personalzertifizierung nach Europäischer Norm EN oder nach nationalen Normen (z.b. Schweißfachpersonal, Qualitätsmanagement, Projektmanagement) International anerkannte Sprachzertifikate wie TOEFL, Cambridge Certificates

9 Optionen für die Einbeziehung nicht formalen und informellen Lernens in den DQR Systemimmanent und damit punktuell: Jeder Bildungsbereich behält seine etablierten Verfahren bei bzw. entwickelt sie getrennt voneinander weiter. Non-formal und informell erworbene Kompetenzen können in dem Maß berücksichtigt werden, wie sie den Inhalten bestehender formaler Qualifikationen entsprechen. Eine Erweiterung der im DQR zu berücksichtigenden Qualifikationen findet nicht statt. Einheitliches kompetenzbasiertes System: Alle erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen werden unter einheitlichen Standards erfasst und bewertet. Dies bedeutet die kompetenzorientierte Neuformulierung der bestehenden Standards unter Einbeziehung des nicht formalen und informellen Lernens.

10 Anlässe für die Betrachtung informellen Lernens Persönliche Standortbestimmung Betriebliche Personalentwicklung Zugang zu / Anrechnung auf Bildungsgänge Bildungspässe/ Portfolios Übergang Schule- Arbeitsleben Ehrenamt Wiedereinstieg Diverse Assessment- Verfahren Mitarbeitergespräche Betriebliche Bildungspässe Arbeitszeugnisse Externenprüfung Modulare Weiterbildungen mit Anrechnung von Vorkenntnissen

11 offene Fragen: Subjekt-, Kontextbezug Standardisierung Übertragbarkeit, Domänenspezifik Herausforderungen: Methoden der Kompetenzfeststellung Weiterentwicklung diagnostischer Kompetenz Lösungsansätze: kompetenzorientierte Formulierung der Bildungsstandards Kompetenzbilanzierung als Vorstufe zur Validierung Lernergebniseinheiten als Verbindung Können wir aus der Umsetzung des Anerkennungsgesetzes etwas für die Anerkennung non-formalen und informellen Lernens lernen?

12 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Katrin Gutschow Bundesinstitut für Berufsbildung Tel.:

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