Vorbemerkung / Projekt-Hintergrund

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1 Sftware Engineering und Integrierte Nachhaltigkeit Benn Schmidt & Andreas Wytzisk Hchschule Bchum, Fb Gedäsie 1 Vrbemerkung / Prjekt-Hintergrund Schwerpunkt "Nachhaltige Entwicklung" an der Hchschule Bchum in Lehre und Frschung Wir möchten unsere Hchschule in allen Bereichen (CO 2, Baustffe, Außenbereiche, Mensa, ) nachhaltig gestalten. Wir bringen insbesndere Sftware-Entwicklungen in Prjekte ein. Was ist nachhaltige(s) Sftware (Engineering)? (Diese Frage sllen wir an unserer Hchschule mittelfristig beantwrten können.) (Zum Glück gibt es Vrarbeiten ) 2 1

2 Erste Meinungen Nachhaltige Sftware-Entwicklung = "Wir legen Wert auf die Entwicklung langlebiger Sftware-Kmpnenten" Vrsehen vn Schnittstellen / Abstraktin vn knkreter Implementierung, Kapselung in mehrfach verwendbaren Diensten, Nachhaltigkeit = Digitale Nachhaltigkeit Quellcde-Offenheit, Daten als "unbegrenzte Ressurce", "Infrmatinstechnik ist per se unnachhaltig, da Ressurcen (Materie und Energie) irreversibel verbraucht werden." Das Internet benötigt viel Strm. Die Herstellung der Geräte benötigt Energie, Rhstffe und Arbeitskraft (bei schlechten Arbeitsbedingungen) und führt zu viel Elektrschrtt 3 Ausgangspunkt Was verstehen wir im Prjekt unter "Nachhaltigkeit"? Es werden vielfältige Definitinen verwendet. Der Ansatz der Integrativen Nachhaltigkeit geht über klassische BRUNDTLAND-Definitin und Drei-Säulen-Mdell hinaus (Ergänzung um szialwissenschaftliche Aspekte). BRUNDLANDT: "... die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigen, hne zu riskieren, dass künftige Generatinen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können." Drei-Säulen-Mdell öklgische, öknmische und sziale Dimensin 4 2

3 Integrative Nachhaltigkeit Ansatz der Integrativen Nachhaltigkeit (SCHWEIZER-RIES 2013): Verflgung der Effizienz-Strategie Aufwandsminimierung Suffizienz-Strategie nur das wirklich Benötigte brauchen Knsistenz-Strategie Kreislaufführung der eingesetzten Stffe/Energie Gedanke der "fully-functining sciety": Menschen sind in der Lage, sich als Individuen zugehörig zu einer grßen Weltgemeinschaft zu empfinden. Naturerhalt und sziale Gerechtigkeit als wesentliche Aspekte nachhaltiger Entwicklung. 5 Abstraktes Przess-Mdell (1/2) Naive, abstrakte Sicht auf unser Tun als Sftware-EntwicklerInnen: Die Entwicklung und anschließende Nutzung vn Sftware lässt sich als Transfrmatin vn (individuellem) menschlichen Wissen w und Daten d in neues Wissen w t und weitere Daten d t (u. a. Sftware) betrachten. Zuzuführen sind energetische und materielle Ressurcen r, die teilweise irreversibel umgesetzt werden (Verlust ɛ). Sftware vermag im Weiteren als Mittel menschlichen Handeln zu fungieren der Änderungen im Nachhaltigkeitsbewusstsein bewirken (ψ-kmpnente). w, d, ψ w t, d t, ψ t r r t +ɛ 6 3

4 Abstraktes Przess-Mdell (2/2) Bemerkungen: Der Wissensgewinn w muss durch Menschen nutzbar bleiben! Der Wissens- und Bewusstseinsgewinn sllte als mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele mindestens s grß sein wie der irreversibel transfrmierte Anteil der eingesetzten materiellen Ressurcen. β( w) + β( ψ) β(ɛ) 0 quantitative Bewertung ist (ebens wie Validierung des Mdells) äußerst schwierig! Aber: Grundsätzlich lassen sich Strategien zur nachhaltigen Sftware-Entwicklung ableiten. 7 S1 Ableitbare Strategien Gewnnenes Wissen mit Blick auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung maximieren ( w). S2 Die (irreversibel) eingesetzten Energiemengen und Ressurcen minimieren (minimales ɛ, Effizienzaspekt). S2 Regenerative Energiequellen für Sftware-Entwicklung und -Betrieb nutzen (Energie-Anteil in ɛ 0). S3 Langlebige Sftware-Bausteine schaffen (Reduzierung vn ɛ durch längere Prdukt-Lebenszyklen). S4 Breiten Zugang zu den geschaffenen Sftware-Artefakten und dem generieren Wissen gewährleisten ( w; Effiz.; sz. Gerecht.) S5 Neue Entfaltungsptenziale des Integrativen Nachhaltigkeitsbewusstseins schaffen ( ψ). 8 4

5 Knkrete Maßnahmen (1/3) Unnötige Mbilität der Prjektbeteiligten vermeiden (!) (Energieeffizienz) Während der Anfrderungsanalyse weitreichende Partizipatinsmöglichkeiten für alle Stakehlder gewährleisten Langlebige Interfaces anbieten (Anwendungen bleiben bei Änderung der Implementierung lauffähig) Sftware-Schnittstellen nicht unnötig kmplex entwerfen (Beispiele: OpenLS, OGC-SOS, ) Millinenfach aufgerufene Server-seitige Funktinen algrithmisch ptimieren (CPU-Last / Energieverbrauch) 9 Knkrete Maßnahmen (2/3) Breite Sftware-Nutzung ermöglichen (Benutzerschnittstellen für technikferne Zielgruppen, ältere Menschen, barrierefrei, in anderen Kulturkreisen) Keine Kmpnenten/Funktinen verwenden, die unangemessen hhen Hardware-Vraussetzungen stellen (!) (Negativ-Beispiel: Office-Anwendungen; nicht zu Kauf eines neuen Cmputers zwingen) Offline-Betrieb vn Web-Anwendungen gewährleisten und Caching-Mechanismen unterstützen (Negativ-Beispiele: Web-Mapping auf mbilen Endgeräten, YuTube, ) Auf Lauffähigkeit der Web-Anwendung bei niedrigen Bandbreiten achten (insb. auf mbilen Endgeräten hier wie in strukturschwachen Reginen dieser Welt) 10 5

6 Knkrete Maßnahmen (3/3) und natürlich die Bereitstellung vn Anwendungen, die mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele eine sinnvlle Funktin erfüllen: Papiereinsparung durch digitales Bür Online-Banking statt Fahrt zur Bank Car-Sharing-Apps / Mitfahrzentralen GIS-Werkzeuge zur Optimierung des Standrts einer WKA Anwendungen, welche die Partizipatin an NH-relevanten Fragestellungen ermöglichen (im Sinne einer Citizen-Science) Aufbau einer Web-Cmmunity, die Mitglieder zum Sparen vn Energie und Ressurcen mtiviert, s dass Bilanzgleichung psitiv. 11 Untersuchungswerte Maßnahmen Wie viel Energie wird für Server-seitige Kmpnenten tatsächlich benötigt? Wie nachhaltig ist Open-Surce? (Nachbauen existierender Lösungen durch aufwändig zu krdinierende Cmmunity?) Welchen Stellenwert hat die Kmmunikatin wesentlicher knzeptueller Elemente des Sftware-Entwurfs (Wissenstransfer statt "tacit knwledge") in Bezug auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung? Offene Sftware-Schnittstellen (u. U. Blackbx-Implementierungen) als wesentlicher Beitrag? 12 6

7 Fazit (1/2) (Integrativ-) Nachhaltige Sftware zeichnet sich dadurch aus, dass die direkten und indirekten negativen Auswirkungen auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt, die sich aus der Entwicklung, dem Betrieb und der Verwendung der Sftware ergeben, minimal sind. Zudem sllen sich mit Blick auf eine (integrativ-) nachhaltige Entwicklung durch die Sftware langfristig psitive Auswirkungen ergeben. Präzisierung der Definitin vn DICK, NAUMANN et al.: (Zeitvariante) Gesamtbilanz muss psitiv sein. 13 Fazit (2/2) Effiziente, langlebige und frei zugängliche Sftware ist nicht per se (integrativ-) nachhaltig. Aspekte der Knsistenz und szialen Kntexte Dennch gibt es zahlreiche Empfehlungen im Sinne selbstverpflichtender "Gesten". Erweiterung der Liste (mit Hinweisen zur Bewertung)? Sensibilisierung der Akteure (Entwickler, Prjektleiter, IT-Leiter, ) für das Thema ist wichtig. Weitere Infrmatin: Tagungsband und interner Bericht Anregungen / Ergänzungen sind höchstwillkmmen! 14 7

8 Einige weitere Frschungsfragen (1/2) Wie lässt sich die Nachhaltigkeit vn Sftware und Sftware- Entwicklungsprzessen praktikabel bewerten? Welche knkreten praktischen Hilfestellungen lassen sich Sftware-EntwicklerInnen geben? (W lässt sich etwas bewirken?) Hier hätten wir gerne s etwas wie eine Checkliste der einen Leitfaden / in weiter Ferne: Alternative "Patterns" der Warnungen in IDE Bebachtung: Zugewinne an Perfrmanz, Speicher etc. werden sgleich ausgenutzt (Rebund-Effekt). Welche Erkenntnisse/Lehren/Knsequenzen lassen sich hieraus ziehen? 15 Einige weitere Frschungsfragen (2/2) Wie lässt sich die Kluft zwischen Sftware- und Wissensprduktin und gesellschaftlichem Handeln in Richtung nachhaltiger Lebensweisen überwinden? Welche Anfrderungen ergeben sich (über den Sftware- Aspekt hinaus) für eine nachhaltige (Ge-) Fachdatenerfassung, -haltung und -bereitstellung? 16 8

9 Die letzte Flie Wir suchen Kperatinspartner im Umfeld des vrgestellten Arbeitsfeldes! Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Urhebernachweise zu Buckminster- Fullers Dymaxin-Prjektin: NASA CC-BY SA

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