Teilnehmerbetreuung als Ansatzpunkt zur Verbesserung der Lernsituation Arbeitsloser

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1 Frschungsprjekt Nr.: Teilnehmerbetreuung als Ansatzpunkt zur Verbesserung der Lernsituatin Arbeitslser Bearbeiter/-innen Harke, Dietrich; Krüger, Heinrich ab I/1991; Gttschalk, Bettina bis IV/90 Laufzeit III/88 bis IV/95 Ausgangslage Qualifizierung vn Prblemgruppen des Arbeitsmarktes ist eine der wichtigen Aufgaben öffentlich geförderter beruflicher Weiterbildung. Dieser Persnenkreis ist nicht nur in besnderem Maße durch Arbeitslsigkeit bedrht der betrffen, sndern auch durch besndere Prbleme belastet, wenn er versucht, durch Weiterbildung seine Arbeitsmarktchancen zu verbessern. Vielfältige Teilnehmerprbleme und die Abbruchquten in der AFG-geförderten Weiterbildung dkumentieren diese Situatin. Die Zunahme lernungewhnter Zielgruppen, die negativen psych-szialen Auswirkungen längerer Arbeitslsigkeit und die Mtivatinseinbußen durch unsichere Arbeitsmarktaussichten beeinträchtigen die Erflgsaussichten der Teilnehmer/-innen 1 ) und erschweren die Arbeit des Lehrpersnals in der beruflichen Weiterbildung. Die Ausbilder/Meister und die Lehrkräfte sind meist nicht auf die Arbeit mit diesen Zielgruppen und auf deren Prbleme vrbereitet - und sie haben in der Regel auch keine erwachsenenpädaggische Ausbildung. Dennch ist die Betreuung lernungewhnter der prblembelasteter Teilnehmer/-innen - sei es in Frm vn Lernberatung, Lernförderung der snstiger Unterstützung - eine alltägliche Anfrderung an das Lehrpersnal und an Szialbetreuer - sweit diese vrhanden sind. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Erflgsaussichten Bildungsbenachteiligter besteht darin, Lehrgänge mit einer szialpädaggischen Begleitung auszustatten. Szialpädaggen werden aber nicht für alle Lehrgänge finanziert, in denen sich Arbeitslse befinden, sndern nur für besnders schwierige Gruppen. Betreuung der Unterstützung einzelner Persnen ist aber häufig auch snst erfrderlich. Die Qualifikatin des Lehr- und Betreuungspersnals und dessen Kperatin sind zentrale Bestimmungsfaktren für die Gestaltung vn Lernsituatinen und für die Qualität vn Teilnehmerbetreuung. Das Verhältnis zwischen Lehr- und Betreuungspersnal und die Intensität vn Abstimmung und Zusammenarbeit ist ein wichtiger Punkt für den Erflg vn szialpädaggischer Betreuung. Hier gibt es häufiger nch Berührungsängste und Diskrepanzen aufgrund vn Vr- 1 Auch wenn manchmal nur die männliche Frm verwendet wird, sind immer beide Geschlechter gemeint.

2 2 urteilen, unterschiedlichen Wertvrstellungen, verschiedenen pädaggischen Orientierungen - der Kntrversen um Status der Bezahlung. Eine Möglichkeit, den Abstand zwischen den Berufsgruppen zu verringern, die Zusammenarbeit zu fördern swie die Kmpetenzen für die Bildungsarbeit mit Lernungewhnten zu erweitern, kann eine darauf abgestellte, gemeinsame Frtbildung sein, wie sie zu Prjektbeginn mit dem Mdellversuch MVQ vrbereitet wurde. Die Ntwendigkeit, swhl Teilnehmer/-innen als auch das Persnal in der beruflichen Weiterbildung bei der Bewältigung seiner Aufgaben zu unterstützen, wurde auch vm Hauptausschuß des Bundesinstitutes unterstrichen: in zwei Empfehlungen wurde auf die besnderen Erfrdernisse einer Lernprblemberatung und auf die Förderung des Weiterbildungspersnals eingegangen 2 ). Ziele Das Frschungsprjekt sllte Erkenntnisse erbringen, wie durch Teilnehmerbetreuung die Erflgsaussichten Arbeitslser in der beruflichen Weiterbildung verbessert werden können. Das ist vr allem für slche Arbeitslsen erfrderlich, die als Lernungewhnte der Langzeitarbeitslse schlechte Lernvraussetzungen der erhebliche persönliche der sziale Schwierigkeiten in Bildungsmaßnahmen mitbringen. Über Teilnehmerbetreuung/szialpädaggische Begleitung in Regelmaßnahmen der beruflichen Frtbildung und Umschulung (FuU) für Arbeitslse bestand ein Infrmatinsdefizit - es gab kaum einschlägige Untersuchungen der Veröffentlichungen. Die wenigen vrhandenen Studien bezgen sich auf die berufliche Erstausbildung, einige spätere befaßten sich mit szialpädaggischem Handeln unter den günstigen Rahmenbedingungen einer Mdellversuchsreihe. Die Ziele des Frschungsprjektes wurden durch Arbeiten an zwei Schwerpunkten verflgt: a) Die Zusammenstellung und Untersuchung vn Knzepten zur Teilnehmerbetreuung in der beruflichen Weiterbildung Da Teilnehmerbetreuung - vr allem als szialpädaggische Begleitung in Bildungsmaßnahmen für Arbeitslse - zunehmend an Gewicht gewnnen hatte, sllten das Vrgehen in der Praxis und die verwendeten Knzepte untersucht, beschrieben und die Erfahrungen dkumentiert werden, um für ptentielle Anwender zugänglich zu sein. Als einzelne Ziele wurden verflgt: 2 HAUPTAUSSCHUSS DES BUNDESINSTITUTS FÜR BERUFSBILDUNG: Aspekte einer leistungsfähigen Weiterbildungsberatung - Empfehlungen des Hauptausschusses zur Lern- und Prblemberatung vn Lernungewhnten in der beruflichen Weiterbildung. In: Bundesanzeiger Nr. 100/1991 swie in: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 5/1991, S ; HAUPTAUSSCHUSS DES BUNDESINSTITUTS FÜR BERUFSBILDUNG: Empfehlung zur Förderung des Persnals in der beruflichen Weiterbildung. In: Bundesanzeiger Nr. 222/1992 swie auch als Beilage zu: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 2/1993

3 3 Ermittlung der Gestaltung einschlägiger FuU-Maßnahmen, vr allem hinsichtlich der Teilnehmerrekrutierung, der Qualifikatin des Persnals, der didaktisch-methdischen Maßnahmeknzepte und der Knzepte szialpädaggischer Begleitung. Untersuchung der Tätigkeit und kritischer Punkte szialpädaggischer Begleitung, einschließlich des eigenen Aufgaben- und Rllenverständnisses, der Erwartungen beteiligter Persnen und der Erflgsmaßstäbe und Akzeptanz dieser Arbeit. Erfassung der Abstimmung und Kperatin szialpädaggischer Begleitung mit anderen Persnen und Institutinen, vr allem mit Arbeitsberatern, dem Lehrpersnal und anderen Beratungsstellen und Initiativen. Auf dieser empirischen Grundlage sllten aus dem Prjekt Vrschläge zur Teilnehmerbetreuung frmuliert werden. b) Die Untersuchung vn Verlauf und Auswirkungen einer gemeinsamen Langzeitfrtbildung für Lehr- und Betreuungspersnal Im Rahmen des Frschungsprjektes wurde der Mdellversuch MVQ zur Qualifizierung vn Bildungspersnal wissenschaftlich begleitet. Er zielte darauf ab, durch eine teamrientierte pädaggisch-psychlgische Frtbildung vn Lehr- und Betreuungspersnal eine Kmpetenzerweiterung und Verbesserung der Kperatin zu erreichen. Es wurden die drei Berufsgruppen "Ausbilder, Lehrkräfte und Szialpädaggen" einbezgen. Die Kernidee der Frtbildung war, miteinander und vneinander für eine gemeinsame Praxis zu lernen. Die Arbeit an diesem zweiten Schwerpunkt knnte erst verzögert aufgenmmen werden und erfrderte 1991 eine Prjektverlängerung, weil der zugrundeliegende Mdellversuch MVQ erst zwei Jahre später als ursprünglich vrgesehen begnnen werden knnte. Orientiert an den Zielsetzungen des Mdellversuchs wurden vr allem flgende Frschungsziele verflgt: Ermittlung der Auswirkungen der Frtbildung auf die Verbesserung der pädaggischen Kmpetenz des Bildungspersnals; Untersuchung der Auswirkungen der Frtbildung auf das Verhältnis und auf die Kperatin der drei einbezgenen Berufsgruppen; Einschätzung der Frtbildungsergebnisse hinsichtlich ihres Beitrages zur Verbesserung der Qualität vn Bildungsmaßnahmen für Lernungewhnte; Untersuchung der Transfermöglichkeiten des erprbten Frtbildungsknzepts.

4 4 Ergebnisse Ergebnisse zur Praxis der Teilnehmerbetreuung in der beruflichen Weiterbildung In Therie und Praxis der szialen Arbeit ist man sich darüber einig, daß berufliche Bildungsmaßnahmen mit arbeitslsen - und insbesndere langzeitarbeitslsen - Erwachsenen eine Betreuung bzw. szialpädaggische Begleitung erfrdern. Ein erflgreicher Lehrgangsabschluß und eine dauerhafte berufliche Eingliederung sind nur dann wahrscheinlich, wenn - neben der fachlichen Qualifizierung - die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmer/-innen zur Bewältigung des Prblemfeldes "Arbeitslsigkeit" gefördert werden. In Regelmaßnahmen vn FuU gibt es szialpädaggische Begleitung bzw. Betreuung vr allem in der Qualifizierung vn besnderen Prblemgruppen des Arbeitsmarktes. In Lehrgängen für Arbeitslse ist sie nicht durchgängig anzutreffen, sei es wegen zunehmender Einsparntwendigkeiten, wegen vrhandener Vrbehalte bei Arbeitsämtern der Bildungsträgern der wegen Fehleinschätzungen der Möglichkeiten und Leistungsfähigkeit vn Teilnehmerbetreuung. Wie Teilnehmerbetreuung in der Praxis aussieht und welche Flgerungen daraus gezgen werden können, zeigen die Ergebnisse der durchgeführten Fallstudien und einer Literaturanalyse 3 ). Zunächst sllen die wichtigsten Rahmenbedingungen und Einflußgrößen für die szialpädaggische Begleitung und ihre Zusammenhänge anhand einer Graphik veranschaulicht werden. 3 HARKE, D., GRETSCH, L. u. SCHNEIDER, N.: Teilnehmerbetreuung in der beruflichen Frtbildung und Umschulung Arbeitslser. Bundesinstitut für Berufsbildung, Berichte zur beruflichen Bildung, Band 145. Berlin und Bnn, 1992

5 5 Rahmenbedingungen und Einflußgrößen szialpädaggischer Teilnehmerbetreuung Arbeitsverwaltung - vrgegebene allgemeine Richtlinien und Maßnahmeknzepte swie Zielvrgaben - Aktivitäten des zuständigen Arbeitsberaters Bildungsträger - Selbstverständnis - rganisatrische, finanzielle und räumliche Rahmenbedingungen - Aktivitäten des Leiters der Einrichtung Maßnahme - spezifisches Maßnahmeknzept - Grundlagen des Betreuungsknzepts - Größe und Zusammensetzung der Gruppe Szialpädaggische Betreuung - Art und Umfang der szialpädaggischen Betreuung - Merkmale des szialpädaggischen Betreuers - Zusammenarbeit mit dem Arbeitsberater - Zusammenarbeit mit Lehrpersnal - Zusammenarbeit mit externen Organisatinen Externe Organisatinen - Szialamt - Arbeitslseninitiativen - Beratungsstellen Vrgaben und Richtlinien der Arbeitsverwaltung bestimmen in hhem Maße die szialpädaggische Betreuung. Die Akzeptanz dieser Frm vn pädaggischer Unterstützung ist in den Arbeitsämtern nach allgemeiner Einschätzung ungleich höher als nch vr wenigen Jahren. Mit dem zwischen Arbeitsamt und Bildungsträger abgestimmten Maßnahmeknzept sind auch die Rahmenbedingungen für die Betreuung festgelegt, z.b. der vrgesehene Stundenumfang der die Beteiligung der Lehrkräfte daran. Ein wesentliches Kriterium der Wirksamkeit vn Betreuung ist der jeweilige Persnalschlüssel: er lag in den untersuchten 8 Bildungsmaßnahmen zwischen

6 6 1:10 und 1:30 und damit nicht immer im Rahmen der vm Bundesinstitut für ntwendig angesehenen Größenrdnung vn 1:24 4 ). Im Selbstverständnis der Träger, der Leiter und der Lehrkräfte hinsichtlich der Zielgruppen und ihrer Betreuung zeigten sich nur geringfügige Unterschiede zwischen den einbezgenen freien, kmmunalen, arbeitgebernahen, arbeitnehmernahen der kirchlichen Trägern. Die Akzeptanz szialpädaggischer Betreuung entsprach entweder bereits der gesellschafts- und bildungsplitischen Ausrichtung des Trägers der der Einsicht in die Ntwendigkeit entsprechend ausgestalteter Bildungsangebte für schwer vermittelbare Arbeitslse. Die befragten Leiter hielten die Betreuung für unverzichtbar. Die institutinellen Rahmenbedingungen (wie Räumlichkeiten, Vergütung, Frtbildungsmöglichkeiten der Supervisin) beeinflussen die szialpädaggische Betreuung deutlich und schränken eine effiziente Betreuungsarbeit z.t. ein. Mit der Maßnahme bzw. dem Maßnahmeknzept ist meist nur ein grber Betreuungsrahmen festgelegt. Dauer und Inhalt des Lehrgangs, die Arbeitsteilung und Zusammenarbeit mit dem Lehrpersnal, Größe und Zusammensetzung der Gruppe und das Ziel der (Re-) Integratin der Teilnehmer/-innen ins Arbeitsleben bestimmen das Aufgabengebiet der Betreuer. Im Verhältnis mit dem Lehrpersnal wurde in fast allen untersuchten Maßnahmen eine reibungslse und harmnische Zusammenarbeit mit den Betreuern knstatiert. Lehrkräfte und Ausbildungspersnal fühlen sich durch die szialpädaggische Betreuung spürbar entlastet, die Auswirkungen auf Unterricht und Unterweisung wurden vn ihnen durchweg als psitiv empfunden. Die erwarteten und snst z.t. anzutreffenden Unstimmigkeiten zwischen Lehr- und Betreuungskräften aufgrund unterschiedlicher Wertvrstellungen der Bezahlung traten hier nicht in Erscheinung. Für die Frm der Betreuung ist das Ausmaß der Verzahnung mit dem Maßnahmeknzept, der Grad der Integratin, ein wichtiges Kriterium. Idealtypisch lassen sich unterscheiden 5 ) : szialpädaggische Begleitung (additiv, als Ergänzung zum Lehrgang) szialpädaggische Orientierung (alle Fachkräfte übernehmen (szial-) pädaggische Aufgaben) integrierte Szialpädaggik (Betreuer übernehmen auch Ausbildungsfunktinen). Bei vier der untersuchten Maßnahmen war die Betreuung stärker integriert, drt gab es eher fließende Übergänge zu den Aufgabengebieten der Lehrkräfte/Ausbilder, und diese hatten auch Betreuungsfunktinen. Die knkrete Handhabung und Ausgestaltung der Betreuung und ihr Stellenwert für die Maßnahme hingen vn einer Vielzahl vn Einflußfaktren ab: u.a. vm Aufgabenverständnis und der Qualifikatin des Betreuers, vn den Erwartungen an Betreuung und ihrer Akzeptanz bei den Teilnehmern/-innen und dem Lehrpersnal. Da Betreuer aus verschiedenen Berufen kmmen 4 5 Vgl. BREUER, K.-D. und KLEINSCHMIDT, R.: Mdellversuchsreihe zur beruflichen Qualifizierung vn Erwachsenen. Ergebnisse einer Arbeitstagung der Träger und Prjektleiter. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP), Heft 2/1987, S. 66 f. Vgl. DJAFARI, N. und KADE, S.: Szialpädaggisches Handeln in der Umschulung. Praxishilfen für die Umschulung Nr. 3, Pädaggische Arbeitsstelle des Dt. Vlkshchschul-Verbandes, Frankfurt a.m. 1987, S. 7 ff.

7 7 können (in den untersuchten Bildungsmaßnahmen arbeiteten u.a. Szialpädaggen, Psychlgen, aber auch Szilgen und Thelgen), ist auch die Vrgehensweise je nach Qualifikatin sehr unterschiedlich. Die Tätigkeit vn Szialpädaggen lag vrwiegend im Spannungsfeld zwischen "verlängertem Arm des Arbeitsamtes" und "Anwalt der Teilnehmer". Die Anfrderungsprfile der Bildungsträger waren weniger vn frmalen Qualifikatinen als vn Erwartungen an die Berufserfahrung und an bestimmte Persönlichkeitsmerkmale der Betreuer geprägt. In der Mehrzahl der untersuchten Maßnahmen gab es keine methdisch ausdifferenzierten Betreuungsknzepte und keine schriftliche Fixierung. Im Lehrgangsalltag wird szialpädaggische Betreuung mit vielfältigen Aufgaben knfrntiert. Zum Aufgabengebiet gehören vr allem direkte Kntakte mit Teilnehmern, aber auch die Zusammenarbeit mit externen Stellen. In einigen untersuchten Fällen hatte der szialpädaggisch rientierte Unterricht grßen Anteil an der Arbeitszeit, in anderen Einrichtungen bestand die Arbeit zum größten Teil aus Praktikumsbetreuung und der Akquisitin und Organisatin vn Praktikumsstellen mit dem Ziel einer anschließenden Arbeitsaufnahme. Betreuer fungieren als "Jbvermittler" und erweitern s den Radius der Arbeitsverwaltung. Die Akzeptanz szialpädaggischer Betreuung war in allen Fallstudien hch; die Ntwendigkeit wurde vn allen Befragten übereinstimmend und nachdrücklich anerkannt. Die vrrangigen Erwartungen an szialpädaggische Betreuung zeigt die flgende Grafik: Vrrangige Erwartungen an szialpädaggische Betreuung Stabilisierung und Förderung der Persönlichkeit Hilfestellung bei familiären Prblemen Hilfestellung bei finanziellen Prblemen Förderung arbeitsweltbezgener Eigenschaften Hilfestellung bei gesundheitlichen und Suchtprblemen Der "Förderung und Stabilisierung der Persönlichkeit" wird besndere Bedeutung zuerkannt. Wenn das gelingt, hat dies auch psitive Auswirkungen auf die anderen genannten Erwartungen und Zielsetzungen. Den genannten Erwartungen entsprachen auch die vrherrschenden Anlässen für Betreuung: Finanzielle und familiäre/private Prbleme, Defizite bei arbeitsweltbezgenen Eigenschaften, Prbleme mit Alkhl und gesundheitliche Prbleme. Als Kriterien für den Erflg szialpädag-

8 8 gischer Betreuung wurden vr allem die "Förderung arbeitsweltbezgener Eigenschaften" und "szialer Fähigkeiten in Bewerbungssituatinen" angesehen. Denn alle Bemühungen müssen vr dem Hintergrund des Maßnahmeziels, der (Re-) Integratin in das Arbeitsleben, bewertet werden. Sziale Defizite und instabile Persönlichkeitsstrukturen gelten, neben ungenügender Qualifikatin und fehlenden arbeitsweltbezgenen Eigenschaften, als wesentliche Gründe für einen nicht erflgreichen Maßnahmeabschluß bzw. für eine nicht erflgte Vermittlung. Dennch rientiert sich die Beurteilung des Erflges szialpädaggischer Betreuung nicht nur an einer späteren Arbeitsaufnahme, sndern auch daran, inwieweit die Aufarbeitung anderweitiger Prbleme der Teilnehmer/-innen geleistet werden knnte. Für die Qualität und Erflgsaussichten szialpädaggischer Betreuung haben Kntakte zu externen Organisatinen einen hhe Stellenwert. In der Kperatin mit den Arbeitsberatern wurde übereinstimmend eine kperative Grundeinstellung der Interaktinspartner festgestellt. Eine insgesamt arbeitsentlastende Funktin der szialpädaggischen Betreuung für die Arbeitsverwaltung wird vn den Arbeitsberatern eindeutig bejaht. Der Kperatin der Betreuer mit anderen Stellen maßen alle Befragten viel Bedeutung zu. Insbesndere den Suchtberatungsstellen, aber auch der Schuldnerberatung und den Arbeitslseninitiativen kmmt eine besndere Funktin zu, da diese durch fachspezifisches Wissen den Betreuer entlasten und für eine mögliche Nachbetreuung der Teilnehmer/-innen in Betracht kmmen. Empfehlungen zur szialpädaggischen Betreuung Auf der Grundlage eines Sachverständigengespräches, der Fallstudienergebnisse und der Erkenntnisse einer Literaturanalyse wurden aus dem Prjekt des BIBB acht Empfehlungen zur szialpädaggischen Betreuung in Lehrgängen vn FuU frmuliert 6 ) : 1) Verankerung im Maßnahmeknzept Für die Betreuung ist ein fest umrissenes Tätigkeitsprfil ntwendig, um den ftmals diffusen Handlungsrahmen der Betreuer eindeutiger zu gestalten und um Verantwrtlichkeiten und Kmpetenzen klarer zu definieren. 2) Gewichtung der Aufgabenfelder Anzustreben ist eine stärkere Entlastung der Szialbetreuer vn Aufgaben im Bereich Organisatin, Verwaltung und Lehre, um die Betreuungstätigkeit effizienter zu gestalten. Szialpädaggen sllten nicht in zu hhem Maße in den Unterricht einbezgen werden, damit nicht Zeit für Beratung und Hilfestellung fehlt. 3) Prfessinalisierung Das bisherige, überwiegend an Persönlichkeitsmerkmalen rientierte Anfrderungsprfil für Betreuungsaufgaben sllte zugunsten prfessineller Kenntnisse und Fertigkeiten verschben werden. 6 Vgl. HARKE, D., GRETSCH, L. u. SCHNEIDER, N.: Teilnehmerbetreuung in der beruflichen Frtbildung und Umschulung Arbeitslser. Bundesinstitut für Berufsbildung, Berichte zur beruflichen Bildung, Band 145. Berlin und Bnn, 1992, S. 234 ff. Drt sind die Empfehlungen etwas ausführlicher frmuliert.

9 9 4) Raumausstattung Die räumlichen Bedingungen für Betreuungs- und Beratungsleistungen sllten durch Bereitstellung geeigneter Räume für Einzelgespräche und Unterrichtsvrbereitung verbessert werden. 5) Vergütung Die Höhe der Vergütung sllte dem Ausbildungsstand der Betreuungskräfte entsprechen, einheitliche Regelungen für die Beschäftigten in Lehrgängen der beruflichen Frtbildung und Umschulung sind anzustreben. 6) Persnalschlüssel In Anlehnung an die Regelungen des Benachteiligtenprgramms wird für FuU als Mindestschlüssel für szialpädaggische Betreuung ein Verhältnis 1:24 angestrebt. 7) Qualifikatin und Ausbildung Die für eine Betreuung schwervermittelbarer Arbeitslser erfrderlichen Qualifikatinen sllten in den Studiengängen für Szialpädaggik/Szialarbeit vermittelt werden - z.b. rechtliche Grundlagen der beruflichen Weiterbildung und Inhalte des Arbeitsförderungsgesetzes. Basierend auf einer Reflexin des Themas "Arbeitslsigkeit" und der psychszialen Flgen einer neuen "Defizit"-Pädaggik sllten adäquate Lernfrmen für Langzeitarbeitslse entwickelt werden. 8) Frtbildung und Supervisin Das Spektrum der vrhandenen Seminarangebte sllte inhaltlich und prgrammatisch erweitert werden und Angebte eines träger- und fachübergreifenden Erfahrungsaustausches miteinbeziehen. Betreuer sllten auch Möglichkeiten zur Supervisin erhalten. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der gemeinsamen Langzeitfrtbildung MVQ für Lehr- und Betreuungspersnal Knzept und Struktur der Frtbildung MVQ In zwei Durchgängen wurde eine berufsbegleitende gemeinsame Frtbildung für Ausbilder, Lehrkräfte und Szialpädaggen durchgeführt. Sie umfaßte im ersten Durchgang 192, im zweiten 168 Stunden bei einer Laufzeit vn jeweils 14 Mnaten und war als teamrientierte Langzeitfrtbildung knzipiert, die auch auf Persönlichkeitsentwicklung abzielte. Die Frtbildung wurde in acht meist dreitägigen Seminaren durchgeführt. Die didaktische Grundstruktur sah in der zweiten Fassung eine Gliederung in drei Stränge vr: prjektrientierte Arbeit, themenrientierte Arbeit und berufsgruppenrientierte Arbeit. Sie wurden durch Praxisbegleitung in Frm regelmäßiger Fallbesprechungen ergänzt. Die Mdellversuchsppulatin umfaßte 48 Persnen aus den drei Berufsgruppen, verteilt auf zwei Frtbildungsdurchgänge mit jeweils rund 24 Persnen. Ein Drittel der Frtbildungsteilnehmer/-innen kam aus der Stiftung Berufliche Bildung, zwei Drittel gehörten zum Persnal der an beiden Durchgängen beteiligten fünf bzw. sechs weiteren Bildungseinrichtungen. Sie entsand-

10 10 ten jeweils ein Team vn Mitarbeitern, idealerweise bestehend aus Angehörigen der drei Berufsgruppen. Im flgenden wird zunächst darauf eingegangen, wieweit die für den Mdellversuch frmulierten Zielsetzungen erreicht werden knnten. Danach geht es um Ergebnisse zur Akzeptanz und Wirkung einzelner Seminarelemente, Frtbildungsthemen und methdischer Vrgehensweisen hinsichtlich der Zielerreichung. Erweiterung der pädaggischen Kmpetenz und des Handlungsspektrums des Bildungspersnals Vm pädaggischen Bildungspersnal wird eine kntinuierliche Erweiterung der eigenen persnalen, szialen und fachlichen Kmpetenzen erwartet, snst kann es den Anfrderungen aus den vielfältigen Wandlungsprzessen nicht gerecht werden. Es ist vn seiner Ausbildung kaum auf neue Rllen als Berater und Mderatr vn Lernprzessen vrbereitet und auch nicht auf die besnderen Ntwendigkeiten der Arbeit mit Bildungsbenachteiligten. Die Frtbildung war auf Erweiterung der pädaggisch-psychlgischen Kmpetenzen fkussiert. Dieses Ziel knnte in vieler Hinsicht realisiert werden, vr allem durch die methdische Vielfalt der Frtbildung und die Art der behandelten Themen. Vielfältige methdische Anregungen haben Eingang in den Berufsalltag der Frtbildungsteilnehmer/-innen gefunden. Mit thematischen Schwerpunkten, wie "Lehren und Lernen, Schlüsselqualifikatinen, Prblem- und Knfliktlösen, Kmmunikatin und Gesprächsführung, Lernprbleme und Lernberatung, Gruppenleiten" wurden zentrale Kmpetenzbereiche des Lehr- und Betreuungspersnals bearbeitet. In Fallbesprechungen wurden entsprechende Prbleme aus dem Berufsalltag aufgegriffen. Die erwrbenen Kenntnisse und Erfahrungen haben das Handlungsspektrum des Bildungspersnals deutlich verbreitert. Verbesserung der Kperatin zwischen den drei einbezgenen Berufsgruppen Die angestrebte Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Ausbildern/-innen, Lehrkräften und Szialpädaggen/-innen wurde innerhalb der Frtbildung weitgehend erreicht. Gemeinsames praxisrientiertes Lernen der drei Berufsgruppen hat in vielfältigen Arbeitsfrmen Austausch und Klärungen ermöglicht, Verständnis und Akzeptanz anderer beruflicher Sicht- und Handlungsweisen erhöht und auch zum Abbau vn Vrurteilen beigetragen. Damit wurde eine gute Grundlage für die Verbesserung der Kmmunikatin und Kperatin im Berufsalltag geschaffen, ntwendig dafür sind aber zugleich förderliche Rahmenbedingungen und rganisatrische Strukturen in den Institutinen (z.b. Persnalschlüssel, gleichzeitige Anwesenheit). Neben diesen gehören - wie die Grafik verdeutlicht - zwischenmenschliche Beziehungen (z.b. Sympathie, Vertrauen, Knkurrenz) und berufsbezgene Aspekte (z.b. gemeinsame der unterschiedliche Ziele, Prinzipien) zu den wichtigen Einflußgrößen, die Kperatin begünstigen der behindern.

11 11 Einflußgrößen der Kperatin Was fördert Kperatin? Was macht Kperatin schwierig? Ausbildung, Berufserfahrung, berufliches Selbstverständnis, Aufgabenbereich Zwischenmenschliche Beziehungen Rahmenbedingungen Organisatin in der Einrichtung Bei der Befragung der Teilnehmer/-innen zur Kperatin in ihren Bildungseinrichtungen wurden drei Stufen vn Kperatin unterschieden: Austausch vn Infrmatinen über die alltägliche Arbeit, z.b. Gespräche über Erfahrungen, Prbleme der Planungen Abstimmung bzw. Absprache über das geplante Vrgehen der Handeln, z.b. bei der Behandlung vn Themen der im Umgang mit Teilnehmern/-innen bzw. Auszubildenden Gemeinsame Vrbereitung der Entwicklung, z.b. vn Themen, Aufgabenstellungen der Prjekten Nur der Austausch vn Infrmatinen erflgte regelmäßig. Die zweite Stufe "Absprache und Abstimmung" war zwar allen bekannt, wurde aber nicht immer praktiziert und war teilweise auch mit Prblemen verbunden. Die "gemeinsame Vrbereitung und Entwicklung" gab es nur in einigen Bildungseinrichtungen, einige Befragte haben nch nie in dieser Frm mit anderen zusammengearbeitet. Erhöhung der Qualität vn Bildungsmaßnahmen für Lernungewhnte Vn psitiven Auswirkungen auf die Qualität einschlägiger FuU-Maßnahmen wird als Ergebnis der Umsetzung vn Frtbildungserfahrungen ausgegangen. Dabei bilden zum einen die in vielen Bereichen erweiterten pädaggisch-psychlgischen Kmpetenzen der Frtbildungsteilnehmer/-innen eine tragfähige Grundlage. Die besndere Akzeptanz vn Themen und Methden, die das Erkennen und Klären zwischenmenschlicher Prbleme der gruppendynamischer Vrgänge swie den Umgang mit besnderen Teilnehmerschwierigkeiten zum Gegenstand hatten, belegt das. Zum anderen hat die verbesserte Kmmunikatin bzw. Kperatin zwischen den Berufsgruppen eine erflgversprechende Ausgangsbasis zur Verbesserung der Qualität vn Bildungsmaßnahmen geschaffen. Hierbei ist vn einer besseren Abstimmung des

12 12 pädaggischen Vrgehens der Berufsgruppen auszugehen, im Sinne einer stärkeren Integratin vn Unterricht, Unterweisung und Betreuung der Teilnehmer. Dies dürfte die Lernsituatin Lernungewhnter entscheidend verbessern und ihre Erflgschancen wirksam erhöhen. Transfermöglichkeiten des Frtbildungsknzepts Bei der Einschätzung der Übertragbarkeit des Frtbildungsknzepts ist zwischen den Zielsetzungen und leitenden Getaltungsprinzipien einerseits und der erprbten Struktur andererseits zu unterscheiden. Die Hauptzielsetzungen der gemeinsamen Frtbildung vn Lehr- und Betreuungspersnal - Erweiterung der pädaggischen Kmpetenz und Verbesserung der Kperatin - haben sich als realisierbar erwiesen. Diese Zielsetzungen und die ganzheitlichen Gestaltungsprinzipien im MVQ sind als transferfähig anzusehen. Die Teamrientierung der Frtbildung, die vn einer gleichzeitigen Einbeziehung der in einem Arbeitsbereich tätigen Berufsgruppenangehörigen ausgeht, war und erscheint auch künftig aus mehreren Gründen schwerer zu realisieren: Es gab nur in wenigen Bildungseinrichtungen feste Teamstrukturen und darauf abgestellte Arbeitsbereiche der Berufsgruppen. Als Organisatinsfrm herrschte in den Bildungseinrichtungen eine Abteilungs- der Bereichsstruktur vr. Zwischen den Berufsgruppenangehörigen gibt es damit ft nur partielle Berührungspunkte, und diese wechseln auch mit Änderungen im Bildungsangebt der Träger. Ein zweites Prblem war die gleichzeitige Freistellung der im selben Bereich tätigen Mitarbeiter/- innen mit entsprechender Vertretungsregelung für einen längeren Zeitraum, wie es die Langzeitfrm der Frtbildung erfrderte. Hier sind deutliche Einschränkungen hinsichtlich der Transferfähigkeit der erprbten Struktur zu machen - vr allem bedingt durch die gegenüber der Anfangsphase des Mdellversuchs stark verengten finanziellen Rahmenbedingungen für berufliche Bildung und Persnalfrtbildung. Nur wenige Bildungsträger werden in der Lage sein, Frtbildung dieser Größenrdnung für ihr Persnal aus eigener Kraft zu finanzieren. Ein Transfer des didaktischen Ansatzes mit den inhaltlichen und methdischen Schwerpunkten des Frtbildungsknzepts ist deshalb in veränderter Weise vrgesehen. Die Frtführung beim Mdellversuchsträger erflgt durch eine Tchtergesellschaft der Stiftung Berufliche Bildung, die 'interventi Persnalentwicklung'. Vn ihr wird eine Halbjahresfrtbildung 'Ausbilden im Team' angebten. Sie enthält wesentliche thematische und didaktische Schwerpunkte aus dem MVQ und rientiert sich an den gleichen Grundwerten humanistischer Psychlgie und Pädaggik. Basierend auf vrliegenden Videsequenzen aus dem zweiten Durchgang und entstandenen schriftlichen Materialien wurde mit der Entwicklung eines Medienpaketes 'Kperieren im pädaggischen Team' begnnen. Damit sll ein ffenes und erweiterbares mediengestütztes Frtbildungsknzept zur Integratin und Weiterqualifizierung pädaggischer Teams in der außerbetrieblichen beruflichen Bildung bereitgestellt werden. Gleichzeitig dient es zur Selbstqualifizierung derjenigen, die diese Frtbildung für das pädaggische Persnal vrbereiten, leiten der mderieren wllen. Das Medienpaket sll den Ergebnistransfer für andere Bildungsträger sichern.

13 13 Als Frtbildungsmaterial wird unter dem Titel 'Teamknferenz' eine Fallsammlung mit häufigen Prblemen aus der Ausbildungs- und Weiterbildungspraxis veröffentlicht werden. Die Fälle sllen - didaktisch aufbereitet - als Muster der Einstiege für kperatives Prblemlösen dienen. Erfahrungen mit zentralen Frtbildungselementen Für gemeinsame Frtbildungen vn Lehr- und Betreuungspersnal ergaben die Erfahrungen mit den Hauptelementen der Frtbildung MVQ wichtige Aufschlüsse. Nach den beiden Durchgängen lassen sich flgende Erkenntnisse frmulieren: Themenarbeit Die thematischen Blöcke, die die inhaltlichen Schwerpunkte der sechs Seminare des ersten Durchgangs bildeten, Zielgruppengerechte Pädaggik, Vermittlung vn Schlüsselqualifikatinen, Unterrichtsdidaktik, Beratung, Gruppenleitung swie Kperatin und Organisatinsentwicklung wurden nach den Durchführungserfahrungen nicht alle in den zweiten Durchgang übernmmen. In diesem hat sich die in der flgenden Grafik veranschaulichte Themenpalette bewährt. Hauptthemen und Inhalte der Frtbildung MVQ Didaktisch-methdische Mdelle Gestaltung vn Anfangsund Schlußsituatinen, Förderung des Erwerbs vn Schlüsselqualifikatinen, Planung und Vrbereitung vn Unterricht/ Unterweisung, Teilnehmeraktivierende Methden Mdelle vn Gruppenleitung Leitungsstile, Analyse vn Gruppenstruktur und Gruppendynamik, Umgang mit Störungen und Krisen in der Gruppe. Mdelle der (Lern-)Beratung Lernprbleme und Lernberatung, Lernberatung als Lehrstrategie, Grundlagen partnerzentrierter Gesprächsführung. Als die drei wichtigsten Themen- bzw. Inhaltsbereiche wurden vn den Abslventen/-innen der Frtbildung angesehen: 1. Aspekte der Gruppe, Gruppendynamik; 2. Kperatin mit Kllegen/-innen, Teamarbeit und 3. Analyse vn Lehr-Lern-Situatinen und -przessen. Bei den verschiedenen Szialfrmen in der Themenarbeit haben vr allem Kleingruppen Anklang gefunden - wegen der wechselnden persnellen Besetzungen, der unterschiedlichen Perspektiven und der Anregungen durch andere. Da die Kleingruppen in der Regel berufsübergreifend zusammengesetzt waren, ist diese Arbeitsfrm nicht nur hinsichtlich der Km-

14 14 petenzerweiterung psitiv zu beurteilen, sndern auch in Bezug auf die Förderung des Kntaktes und der Zusammenarbeit der Berufsgruppen. Prjektarbeit Die Prjektarbeit erfüllte in besnderem Maße die Ansprüche eines ganzheitlichen Weiterbildungsansatzes. Sie war praxis- und handlungsrientiert, frderte und förderte Zusammenarbeit und ermöglichte neue Erfahrungen auf der methdisch-didaktischen Ebene. Die Anfrderung, innerhalb der Frtbildung gemeinsam ein Prjekt zu finden, zu planen und später auch auszuwerten, srgte für eine systematische, inhaltliche und methdischdidaktische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Vrhaben. Gleichzeitig bedeutete dies, sich im Team der eigenen Einrichtung unter persönlichen und berufsspezifischen Gesichtspunkten auseinanderzusetzen und miteinander zu verständigen. Bei der Umsetzung der Prjekte wurde ein direkter Praxistransfer ins eigene Arbeitsfeld geleistet, allerdings erlaubten die Rahmenbedingungen vr Ort nicht in allen Fällen eine gemeinsame Durchführung durch die Teams. Berufsgruppenarbeit Arbeit in getrennten Berufsgruppen als durchgängiges Element einer Frtbildung hat sich als nicht ntwendig erwiesen. Im ersten Durchgang wurden für den Berufsalltag wichtige Themen zu größeren Teilen in Berufsgruppen bearbeitet und damit unter berufsspezifischen Perspektiven. Dieser Blickwinkel scheint aber nur gelegentlich und nicht längerfristig erfrderlich, weil damit auf die kperatinsfördernden Möglichkeiten einer berufsübergreifenden Bearbeitung verzichtet wird. Die Bearbeitung vn Fragen der Berufsidentität und der Kperatin, die im zweiten Durchgang bei der Berufsgruppenarbeit im Vrdergrund standen, hatte in dieser Frm keine entscheidende Bedeutung für die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Berufsgruppenarbeit in einer gemeinsamen Frtbildung vn Lehr- und Betreuungspersnal erscheint nicht generell erfrderlich, sie sllte aber bei Bedarf möglich sein. Fallbesprechungen Angeleitete Fallbesprechungen haben sich als eine sehr effektive Methde erwiesen, um die Prblemwahrnehmung und das Handlungsspektrum zu erweitern. Sie haben bei den Teilnehmer/-innen beider Frtbildungsdurchgänge viel Anklang gefunden und ihnen Hilfen zur Lösung aktueller Praxisprbleme vermittelt. Gleichzeitig haben sie auch dazu beigetragen, das Verständnis der Berufsgruppen für einander zu erhöhen. Die erflgreich praktizierten Fallbesprechungen in gemischten Gruppen zeigen, daß auch die Bearbeitung vn Prblemfällen aus anderen Berufsgruppen als wichtig angesehen und als Grundlage für den Austausch unterschiedlicher Sichtweisen, Zielvrstellungen und Lösungsmöglichkeiten akzeptiert wurde. Fazit Die Grundidee einer gemeinsame Frtbildung vn Lehr- und Betreuungspersnal zur Erweiterung der pädaggischen Kmpetenz und Verbesserung der Kperatin hat sich tragfähig erwiesen und bewährt. Der didaktische Ansatz, die Auswahl der Themen und die Vielfalt der methdischen Gestaltung waren gezielt auf die aktuellen Entwicklungen im Lehr-Lern-Bereich und

15 15 auf die Anfrderungen der Arbeit mit Bildungsbenachteiligten abgestellt und berücksichtigten durch die Przeßrientierung auch die Bedürfnisse der Frtbildungsteilnehmer/-innen. Durch die Langzeitfrm der Frtbildung waren neben der Durchführung umfangreicher Prjekte auch Einstellungsänderungen und persönliche Entwicklungen möglich. Durch vielfältige gemeinsame Arbeit sind Vrurteile verringert wrden, die Kenntnis der Zielsetzungen und Arbeitsweisen der anderen Berufsgruppen verbessert und das gegenseitige Verständnis erhöht wrden. Auf dieser Grundlage ist eine qualitative Verbesserung der Arbeit des Lehr- und Betreuungspersnals und eine stärkere Integratin pädaggischer und szialpädaggischer Knzepte in Bildungsmaßnahmen möglich. Eine s angelegte Frtbildung des Persnals kann einen wesentlichen Schritt für die bessere Berücksichtigung der Belange Bildungsungewhnter und für die Verbesserung der Lernsituatin Arbeitslser in FuU bilden. Methdische Hinweise In dem ersten Arbeitsschwerpunkt des Prjekts diente ein Sachverständigengespräch dazu, Entwicklungstendenzen und Hauptprbleme vn Teilnehmerbetreuung herauszuarbeiten, Möglichkeiten einer breiteren Durchsetzung szialpädaggischer Begleitung zu klären und eine empirische Untersuchung vrzubereiten. Es wurde eine Erhebung knzipiert, um genauere Erkenntnisse über die Situatin vn Teilnehmerbetreuung in der Weiterbildungspraxis zu gewinnen, dazu wurde ein Frschungsauftrag in Frm vn 8 Fallstudien vergeben. Die Fallstudien wurden bei außerbetrieblichen Trägern beruflicher Weiterbildung in den Reginen Nrdbayern und Saarland durchgeführt. Es wurden nur Bildungsmaßnahmen für Arbeitslse bzw. Langzeitarbeitslse mit einer szialpädaggischen Betreuung einbezgen. Im Rahmen jeder Fallstudie wurden sechs Interviews anhand strukturierter Gesprächsleitfäden geführt: mit dem zuständigen Arbeitsberater, dem (pädaggischen) Leiter der Bildungseinrichtung, einer Lehrkraft (Dzent der Ausbilder), dem szialpädaggischen Betreuer und zwei Teilnehmern. Die wissenschaftliche Begleitung des Mdellversuchs MVQ war als qualitative Evaluatinsuntersuchung der gemeinsamen Langzeitfrtbildung vn Lehr- und Betreuungspersnal knzipiert. Sie diente zur Untersuchung vn Verlauf, Auswirkungen und Übertragungsmöglichkeiten der Frtbildung. Sie rientierte sich am Mdell der Handlungsfrschung und hatte versuchsbegleitende und -stützende Funktinen. Die wissenschaftliche Begleitung führte zu Beginn der beiden Frtbildungsdurchgänge teilstrukturierte lnterviews mit den Frtbildungsteilnehmern/-innen und den Führungskräften der entsendenden Bildungseinrichtungen durch. Während der Seminare wurden der Verlauf durch teilnehmende Bebachtung in vielen Einheiten analysiert und dkumentiert. Spezielle Befragungen, z.b. zur Kperatin in der Prjektarbeit, ergänzten die Bebachtungen. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung wurden dem Leitungsteam und auch der Frtbildungsgruppe in speziellen Unterrichtseinheiten rückgemeldet. Am Ende der beiden Frtbildungsdurchgänge gab es jeweils eine umfängliche schriftliche Abschlußbefragung der Frtbildungsteilnehmer/-innen.

16 16 Das Leitungsteam der Frtbildung war kntinuierlich an der Evaluatin beteiligt: vrwiegend mit pädaggischen Methden der Ergebnissicherung, wie Blitzlicht und Stimmungsbarmeter, Gruppenrunden, Przeßanalysen der Seminarbeurteilungen. Auch die Teilnehmer/-innen waren aktiv in die Evaluatin einbezgen: ein persönliches Tagesprtkll in Sinne eines Lerntagebuches und verschiedene Lernselbstkntrllen dienten zur Dkumentatin und Reflexin der eigenen Frtbildungserfahrungen. Die Beteiligung der Teilnehmer/-innen an einer umfangreichen Przeßanalyse der gesamten Frtbildung ermöglichte differenzierte Einschätzungen einzelner Seminare und Einheiten. Die Arbeit des Mdellversuchs und der Evaluatin wurden durch einen beratenden wissenschaftlichen Beirat des MVQ unterstützt. Bisherige Auswirkungen Erkenntnisse des Frschungsprjektes wurden neben anderen bei der Vrbereitung vn zwei Empfehlungen des Hauptausschusses verwendet und haben drt Eingang gefunden 7 ). Die Veröffentlichung der Fallstudien zur Teilnehmerbetreuung wurden den in die Untersuchung einbezgenen Maßnahmeträgern und Arbeitsämtern swie der Bundesanstalt für Arbeit und weiteren interessierten Institutinen zur Verfügung gestellt. Es gab nach beiden Durchgängen der Frtbildung MVQ Veranstaltungen mit Führungskräften beteiligter Bildungsträger swie Transferaktivitäten in einzelnen Bildungseinrichtungen. Zwischenberichte und Abschlußbericht des Mdellversuchs mit Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung wurden Bildungsträgern und diversen an Persnalfrtbildung interessierten Institutinen und Persnen zugeschickt. Knzept und Erfahrungen aus dem Mdellversuch und der wissenschaftlichen Begleitung wurden in verschiedenen Fachveranstaltungen vrgestellt. In dem Wrkshp des Mdellversuchs MVQ zum Thema "Die Zukunft der Weiterqualifizierung des pädaggischen Persnals in der beruflichen Bildung" im Januar 1996 wurden Ergebnisse des Mdellversuchs und Perspektiven der Persnalfrtbildung mit Vertretern vn Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Kammern, Behörden und anderen Einrichtungen der beruflichen Bildung diskutiert. 7 HAUPTAUSSCHUSS DES BUNDESINSTITUTS FÜR BERUFSBILDUNG: Aspekte einer leistungsfähigen Weiterbildungsberatung - Empfehlungen des Hauptausschusses zur Lern- und Prblemberatung vn Lernungewhnten in der beruflichen Weiterbildung. In: Bundesanzeiger Nr. 100/1991 swie in: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 5/1991, S ; HAUPTAUSSCHUSS DES BUNDESINSTITUTS FÜR BERUFSBILDUNG: Empfehlung zur Förderung des Persnals in der beruflichen Weiterbildung. In: Bundesanzeiger Nr. 222/1992 swie auch als Beilage zu: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 2/1993

17 17 Durch die Übernahme zentraler Themen und Erfahrungen aus dem Mdellversuch in das Prgramm der 'interventi Persnalentwicklung' wurde ein einschlägiges Frtbildungsangebt für Bildungseinrichtungen und Behörden gesichert. Die 1995 begnnene Erweiterung und Ergänzung des Mdellversuchs MVQ um die Entwicklung und Erprbung eines Medienpaketes 'Kperieren im pädaggischen Team' wird die überreginale Implementatin der Zielsetzungen und des didaktischen Ansatzes der Persnalfrtbildung unterstützen. Veröffentlichungen Harke, D.: Pädaggische Qualifizierung und Verbesserung der Kperatin - Ein Frtbildungsknzept für das Weiterbildungspersnal und seine Evaluierung. In: Grundlagen der Weiterbildung, 1992 Harke, D.: Mdellversuch zur Frtbildung vn Weiterbildungspersnal. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 5/1992, S Harke D., Gretsch, L. u. Schneider, N.: Teilnehmerbetreuung in der beruflichen Frtbildung und Umschulung Arbeitslser. Bundesinstitut für Berufsbildung, Berichte zur beruflichen Bildung, Band 145. Berlin und Bnn, 1992 Harke, D. u. Nanninga, R.: Bilder der Berufsgruppen vneinander - einige Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung. In: Stiftung Berufliche Bildung (Hrsg.): Gemeinsam lernen - gemeinsam arbeiten. Erste Ergebnisse aus dem Mdellversuch 'Qualifizierung vn pädaggischem Persnal in der beruflichen Bildung'. Stiftung Berufliche Bildung, Hamburg 1993, S Harke, D. u. Nanninga, R.: Förderung der Qualifikatin und Kperatin - ein Frtbildungsansatz für Persnal in der beruflichen Bildung. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 3/1994, S Harke, D. u. Nanninga, R.: Zur Arbeit der wissenschaftlichen Begleitung - Ergebnisse zum 2. Frtbildungsdurchgang des Mdellversuchs Qualifizierung In: Stiftung Berufliche Bildung (Hrsg.): MVQ - Teamrientierte Persnalfrtbildung. Abschlußbericht des Mdellversuchs Qualifizierung vn pädadgischem Persnal in der beruflichen Bildung. Stiftung Berufliche Bildung, Hamburg 1995 Harke, D. u. Nanninga, R.: Pädaggische Qualifizierung und Kperatinsförderung - ein Frtbildungsansatz für Persnal in der beruflichen Bildung. In: Berufsbildung - Eurpäische Zeitschrift, Nr. 7/1996 (im Druck) Nanninga, R. u. Harke, D.: Zum ersten Durchgang des MVQ - weitere Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung. In: Stiftung Berufliche Bildung (Hrsg.): Teamrientierte Langzeitfrtbildung - Rückblicke und Perspektiven. Stiftung Berufliche Bildung, Hamburg 1994, S

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