Nahverkehrstage Kassel 2013

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1 Nahverkehrstage Kassel und 27. September 2013 Bericht 7. November 2013 Traffic & Tourism

2 Inhalt 1. Nahverkehrstage Kassel 2013: Die wichtigsten Ergebnisse Ergebnisse aus der Zukunftsforschung Neue Angebote unabhängig vom ÖPNV Carsharing Flinc Das Mitfahrnetzwerk für jeden Tag Projekte der Verkehrsverbünde zur multimodalen Mobilität Verknüpfung ÖPNV und E-Mobilität in Kassel Mobilfalt: Verknüpfung privater Pkw-Mitnahme und ÖPNV in Nordhessen E-Ticket der Stadt Münster Multimodale Mobilität in Hamburg switchh HannoverMobil 2.0 Deutschlands erstes Mobilitätspaket... 6 IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 2

3 1. Nahverkehrstage Kassel 2013: Die wichtigsten Ergebnisse Die Fachtagung "Nahverkehrs-Tage" in Kassel fand zum 12. Mal am 26. Und 27. September 2013 statt. Alle zwei Jahre wird ein Thema des Öffentlichen Nahverkehrs aufgegriffen. Die Nahverkehrs-Tage werden gemeinsam von der Universität Kassel, dem Regionalmanagement Nordhessen, der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft und dem Nordhessischen Verkehrsverbund veranstaltet. Das Motto in diesem Jahr lautete "Neue Konzepte für Stadt und Land". Inhalte der Veranstaltung waren neue Konzepte bzw. Angebotsformen, die den klassischen ÖPNV ergänzen und damit die wachsende multimodale Nutzung durch die Bevölkerung aufgreifen. Zu diesen neuen Angebotsformen zählen beispielsweise in den ÖPNV integrierte Fahrradvermiet- und Carsharingsysteme, die vor allem in städtischen Räumen an Bedeutung gewinnen, aber auch Mitnahmesysteme (Carpooling), die den ÖPNV im ländlichen Raum unterstützen. 2. Ergebnisse aus der Zukunftsforschung Zu den Schlüsselfaktoren, die die Mobilität der Zukunft bestimmen, gehören der Klimawandel, der steigende Energiebedarf auf der Welt und die Konjunktur. In den aufstrebenden Märkten wie Indien und China nimmt die Nachfrage nach Individualverkehr, somit Autos, zu, während in Deutschland der Besitz eines Autos an Bedeutung verliert, besonders bei jungen Menschen. Der Wunsch nach einer nahtlosen Verbindung im öffentlichen Nahverkehr wird zunehmen, ebenso wie der Anspruch an eine gute Internetverbindung im Verkehrsmittel. Die E-Mobilität wird zulegen, da die kleinen Reichweiten für den täglichen Bedarf reichen, denn große Strecken werden eher in Ausnahmefällen oder am Wochenende gefahren. In Berlin wird zudem ein Auto getestet, das mit Hilfe von GPS und Radarsystemen auf den Fahrer verzichtet kann. Verschiedene Sensoren und ein Laserscanner messen Abstände und erkennen Fassaden, Bäume und Passanten. Bis jetzt verliefen die Tests gut, allerdings müssen noch viele Fragen, unter anderem juristische, geklärt werden, bis so ein Auto auf den Markt kommt. IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 3

4 3. Neue Angebote unabhängig vom ÖPNV 3.1. Carsharing Carsharing steigt seit mehreren Jahren, die Wachstumszahlen betragen jährlich Prozent pro Jahr (Ausnahme: Abwrackprämienjahr). Stationsgebundenes Carsharing zeichnet sich dadurch aus, dass man das Auto dahin zurückgibt, wo man es sich ausgeliehen hat. Diese Form von Carsharing ist verlässlich und lange im Voraus buchbar. Das Free-Floating Carsharing dagegen zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus, da man das Auto nicht an den Ort zurückgeben muss, wo man es geliehen hat. So sind Einwegfahrten möglich. Allerdings können die Fahrzeuge nicht verbindlich gebucht, sondern maximal 15 Minuten festgehalten werden, abgerechnet wird über einen Minutentarif, somit kann eine längere Fahrt teuer werden. Das Modell gibt es bis jetzt nur in sehr großen Städten. Die Nutzer von Carsharing leihen sich ca. 1 Mal im Monat ein Auto und viele haben ihr eigenes Auto abgeschafft. So hat ein Carsharing Auto das Potenzial, bis zu 10 Autos zu ersetzen Flinc Das Mitfahrnetzwerk für jeden Tag Über das Mitfahrnetzwerk Flinc werden derzeit monatlich ca Fahrten angeboten. Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Mitfahrplattform ist, dass keine Gebühren erhoben werden und der Nutzer stetig durch Systemnachrichten und persönliche Nachrichten auf dem aktuellen Stand gehalten wird. Im ländlichen Raum soll das Angebot den ÖPNV ergänzen, besonders auf Strecken, die mit dem ÖPNV nicht so gut zu erreichen sind. Damit können die privaten Fahrten besser ausgelastet werden. Flinc passt sich an die Alltagssituation des Nutzers an: Nutzer können direkt aus der Navigation heraus Mitfahrgelegenheiten anbieten und Mitfahrer mitnehmen. IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 4

5 4. Projekte der Verkehrsverbünde zur multimodalen Mobilität 4.1. Verknüpfung ÖPNV und E-Mobilität in Kassel In Kassel wird derzeit der Einsatz von E-Bussen getestet. Kassel als dynamische Stadt hat im ÖPNV einen sehr hohen Kostendeckungsgrad und strebt an, das Angebot für Geschäftsreisende und Touristen zu verbessern. So werden Hotels eingebunden, damit man bei der Buchung eines Hotels gleich das passende Mobilitätsangebot mitbuchen kann Mobilfalt: Verknüpfung privater Pkw-Mitnahme und ÖPNV in Nordhessen Im ländlichen Raum in Nordhessen wird in verschiedenen Gemeinden ein Projekt durchgeführt, dass den ÖPNV und den privaten Pkw-Verkehr besser miteinander verknüpfen soll. Durch das Projekt wird dem Kunden ohne Auto garantiert, dass er täglich und stündlich alle Ortsteile von 5 Uhr morgens bis Mitternacht erreichen kann. Der Fahrplan des ÖPNV dient als Baukasten, der private Verkehr als Ergänzung. Falls sich keine private Fahrt findet, springt ein Taxi ein. Das Angebot findet bedarfsgesteuert statt, d.h. die Fahrt findet nur statt, wenn sie auch benötigt wird. Der Nutzer bezahlt je nach Strecke 1 Euro oder 2 Euro, abgerechnet wird bargeldlos über ein Buchungssystem. Nach fünf Monaten gibt es 240 Mitfahrer und 55 Fahrtanbieter, allerdings ist es bei täglich 950 theoretisch anbietbaren Fahrten schwer, Nutzer und privaten Fahrer zusammenzubringen. Das Modell ist nicht kostendeckend, aber am Beispiel eines Ortes zeigt sich, dass für 2,60 pro Einwohner ein stündliches Angebot bereitgestellt werden kann. IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 5

6 4.3. E-Ticket der Stadt Münster was zu einer schwierigen Kapazitätsplanung führt. Die Stadt Münster steht vor den speziellen Herausforderungen, dass es viele Radfahrer gibt, viele Studenten und ein reines Stadtbussystem hat. Das Fahrrad ist Verkehrsmittel Nummer 1, und der Bus der Regenschirm des Fahrrads. Bei schlechtem Wetter wollen spontan viele Radfahrer mitgenommen werden, Ebenso ist eine Schwierigkeit, dass 10 Prozent der Nachfrage des Tages während einer halben Stunde stattfindet, morgens zwischen Uhr und Uhr. Die Einführung einer modernen Kundenkarte soll den Verkehr besser steuern und das Angebot verbessern. Die Karte Stadtwerke PlusCard hat Gelegenheitsfahrer im Fokus. Für 1,90 Euro wird eine Flatrate von 90 Minuten freigeschaltet. In dieser Zeit kann der Nutzer so oft und so viel er will fahren. Mit dem Tarif FlexAbo dagegen sollen Vielfahrer angesprochen werden, die belohnt werden, wenn sie nicht mehr zu Peak-Zeiten fahren. Ab November 2013 soll das Angebot noch ausgeweitet werden, der Kunde soll mehr Dienste nutzen können, unter anderem Taxi und Freizeiteinrichtungen Multimodale Mobilität in Hamburg switchh Die Pilotphase für das Projekt startete am Der Gedanke, der dahinter steckt ist, dass sich der Kunde einmal anmeldet und dann alle Angebote nutzen kann. Auf der Mobilitätsplattform stehen alle Verkehrsmittel im Routing zur sofortigen Nutzung bzw. Reservierung zur Verfügung. Das System beschränkt sich derzeit noch auf die Integration des Carsharings, demnächst sollen aber weitere Verkehrsmittel integriert werden HannoverMobil 2.0 Deutschlands erstes Mobilitätspaket In Hannover startete die erste Mobilitätskarte im Jahre Das Angebot richtete sich an Jahreskarteninhaber, die darüber hinaus auch Carsharing Angebote und die Bahn nutzen. Dementsprechend ist die Zielgruppe klein und die Nutzerschaft gering, es gibt derzeit ca registrierte Kunden. Ca. 1/3 der Kunden haben den vorhandenen Pkw seit der Nutzung des Angebots abgeschafft. IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 6

7 Das Produktversprechen ist, die Mobilität zu bieten, die gebraucht wird. Mit einem Relaunch der Mobilitätskarte soll der Gesamtmarkt adressiert werden. Zugangsbarrieren sollen abgebaut werden. Mit einer einmaligen Registrierung soll der Kunde das vielfältige Angebot nutzen können. Der ÖPNV soll damit als Primärsystem und als Systemintegrator dienen, das langfristige Ziel ist es, immer mehr Angebote zu integrieren und mehr vom Mobilitätsbudget des Kunden zu bekommen. Foto 6 x 5 cm Heiko Partschefeld Head of Traffic & Tourism Tel: Foto 6 x 5 cm Sarah Kienzle Consultant Traffic & Tourism Tel: IFAK Institut GmbH & Co. KG Markt- und Sozialforschung Nahverkehrstage Kassel 2013 Bericht 7. November 2013 Seite 7

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