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1 Title Author(s) Citation Issue date 1983 Resource Type Resource Version URL Kobe University Repository : Kernel Die neue Entwicklung in der Versicherungswissenschaft Takao, Atsushi The Annals of the School of Business Administration, Kobe University, 27: Departmental Bulletin Paper / 紀 要 論 文 publisher Create Date:

2 DIE NEUE ENTWICKLUNG IN DER VERSICHERUNGSWISSENSCHAFT ATSUSHI T AKAO* I Bevor wir die neue Entwicklung in der Versicherungswissenschaft herausarbeiten, miissen wir hier zuerst die methodische Problematik der traditionellen Versicherungswissenschaft deutlich machen. Dieses V orgehen fuhrt zu einem genauen Uberblick tiber die Richtung der Entwicklung in der gegenwartigen Versicherungswissenschaft. Wenn man die wahre Versicherungswissenschaft als ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften festlegen wollte, soli vor allem darauf geachtet werden, dab ihre Erkenntnisobjekte unter Berticksichtigung des dynamischen Versicherungsphiinomens in unserer wirtschaftlichen Umwelt so realistisch wie moglich sind. Mit der traditionellen Versicherungswissenschaft, die solche methodische Uberlegung vernachlassigt hat, kann man keine vielartigen Probleme in der aktuellen Institution Versicherung effektiv losen. Eine derartige Versicherungswissenschaft wtirde hochstens einen Dilettanten zufriedenstellen. Aber soweit wir iiberhaupt die Versicherungswissenschaft, die zu den empirischen Theorien gehort, entwickeln wollen, diirfen wir keineswegs "mit beiden Beinen fest in der Luft"ll stehen. Je industrialisierter, eine Gesellschaft wird, desto mehr erkennt sie die Notwendigkeit der Institution Versicherung an. In Japan konnen wir diese Tendenz anhand folgender Beispiele zeigen: die Entwicklung der neuen vielartigen Versicherungsprodukte (z.b. products liablility insurance, Kreditversicherung, Versicherung fur die Umweltverschmutzung), viele Diskussionen iiber die Neubearbeitung des veralteten Versicherungsaufsichtsgesetzes usw. Aber zugleich ergeben sich viele Probleme. Man kann hier viele konkrete Beispiele anfuhren: (i) das Phiinomen des moralischen Risikos, das sowohl in der Sozial- als *auberordentiicher Prof. der Versicherungswissenschaft an der betriebswirtschaftlichen Fakultat, Universitat Kobe. 1. Karren, 1981, S

3 44 A. TAKAO auch Privatversicherung explizite erschienen ist,2) (ii) die zu grobe Belastung 3 ) Korperschaftssteuer fur die japanischen VVaG unter dem offentlich anerkannten Pramienkartellsystem, (iii) das Auftreten des Versicherungskonsumerismus, das insbesondere auf der "rechtsunfahigen" Stellung der Lebensversicherungsvertreter beim Versicherungsvertrag und der Beschlagnahme des Riickkaufswertes beruht, (iv) sogenannte "equal footing" Probleme zwischen der Privat- und der Volksversicherungj der Schadenausgleichskasse usw. der II Nun haben nicht wenige Wissenschaftler (z.b. Walder, 1971; Mizushima, 1979; Tamura, 1979; Fujita, 1981; Karlen, 1981; Takao, 1982; Vylder, 1982) die Unzufriedenheit mit dem obengenannten Zustand der bisherigen Versicherungswissenschaft geaubert: Denen zufolge haben sich unsereakademischen Vorlaufer nur an den ihnen eigentiimlichen Begriffen und Denkweise festgehalten, was Laien nicht einfach verstehen konnen, obwohl sie eigentlich das "Rezept" gegen die oben erwahnten verschiedenen Probleme hatten anbieten miissen. Als typisches Beispiel dafur labt sich die Tendenz anfuhren, die Erorterung iiber essentialistische Versicherungsbegriffe zu iiberschatzen. Einer der Hauptgriinde fur diese eigentiimlichen Begriffe und Denkweise in der bisherigen Versicherungswissenschaft ist darin zu sehen, dab ihre Vertreter sich auf die Aufklarung der eigenartigen Besonderheiten des Versicherungsphanomens versteift, und somit ihre Aufmerksamkeit auf die allgemeinen GesetzmaJ:igkeiten nicht beriicksichtigt haben. Anders ausgedriickt, haben sie einerseits den Unterschied zwischen der Versicherungswirtschaft und den anderen Wirtschaftszweigen betont, namlich dab es dort einen kollektiv vorbereiteten Mechanismus unter Benutzung des "Gesetzes der groben Zahlen" fur das Risiko gibt, gegen das ein einziges Wirtschaftssubjekt keinen MaBnahmen treffen kann. Aber sie hatten anderseits wenigstens im 2. Vgl. Takao, S Obwohl die VVaG aile Uberschtisse am AbschluBstichtag an die Versicherungsnehmer als ihre Eigenttimer eigentlich zuriickerstatten miibten, verwenden sie tatsachlich aufgrund von den Verwaltungsrichtlinien, mit denen das japanische Finanzministerium die katastrophale Konkurrenz auf dem Versicherungsmarkt zu vermeiden beabsichtigt, nicht aile Uberschiisse auf Versichertendividende, sondern betrachtlich viele auf Korperschaftssteuer (Vgl. Tabelle im Anhang). Damit konnen wir zugleich vermuten, dab aus dem lahrestiberschub nicht wenige Beitrage Einstellungen in freien Rticklagen bei den japanischen VVaG durchgeftihrt werden. ledenfalls ist es klar, dab die VVaG tatsachlich keine treuen Vertreter ihrer Versicherten oder treuen Verwalter des Treuhandvermogens sind, sondern mit eigenen Interessen den Ietzteren gegeniiberstehen.

4 DIE NEUE ENTWICKLUNG IN DER VERSICHERUNGSWISSENSCHAFT 45 gleichen Mare Riicksicht auf die Gemeinsamkeit aller Wirtschaftsbranchen nehmen miissen, niimlich dab die Individuen in einem modernen marktwirtschaftlichen System eine bedeutende Rolle spielen. 4 ) Rier konnen wir die sogenannte "Gefahrengemeinschaftstheorie"5) anfuhren, nach der ein AbschluB des Versicherungsvertrages auf aile FaIle einen Eintritt in die Gefahrengemeinschaft fur "gegenseitigen HiIfe" bedeutet, und dabei das Interesse der einzelnen Versicherten geschiitzt wird, nur soweit solche Schiitzung das "Bestehen" dieser Gemeinschaft nicht verhindert. In dieser Theorie steckt eine Art "totalitiire" Gedanke. Eine solche Denkweise der traditionellen Versicherungswissenschaft mag zwar zutreffend sein, wenn man einen Teil der sogenannten "primitiven" Versicherungen, z.b. die "primitive Schadenausgleichskasse," analysieren will, die einmal im Ubergang yom mittelalterlichen feudalistischen zum primitiven kapitalistischen Wirtschaftssystem in FiiIle vorhanden waren. Denn wir konnen ohne weiteres vermuten, dab "das Gesetz des Marktes" fur solch eine Art "Selbstverwaltungsorganisation" mit der gegenseitigen Rilfe zur Zeit schwacher Durchdringung der Marktwirtschaft fast nicht gegolten hatte, auch wenn der Mechanismus der mittelalterlichen gemeinschaftlichen Sicherheit zusammengestiirzt war. Betrachten wir jedoch die gegenwiirtige Versicherungsmiirkte, so konnen wir diese Denkweise nicht bedingungslos anerkennen; denn es ist in Kiirze sehr schwierig zu beweisen, dab die Institution Versicherung nur allein eigene Besonderheiten auber dem Gesetze des modernen marktwirtschaftlichen Systems erhalten. 6 ) Foiglich ist die methodische Problematik in der traditionellen Versicherungswissenschaft entstanden, niimlich dab es mindestens an einer notwendigen Aufnahme der Erfolge in anderen Wirtschaftswissenschaften, mit anderen Worten an der "interdiszipliniiren" Erforschung fur die Erkliirung des generellen okonomischen Gesetzes gefehlt hat, unter das auch die Institution Versicherung fallt. In diesem Zusammenhang hat Arrow (1976, S. 134) treffend gesagt: "Insurance is an item of considerable importance in the economics of advanced nations, yet it is fair to say that economic theorists have had little to say about it, and insurance theory has developed with virtually no reference to the basic economic concepts of utility and productivity. "7) 4. Vgl. Takao, 1982, S Vgl., z. B. Tanaka, 1932; Rohrbeck, Mizushima (Jnsb. 1975, Kap. 3 u. 6) hat diese These mit der geschichtlichen Tatbestande bewiesen. 7. So ist auch Tamura (1979, insb. S. 73) durch sene noch tiefere Prufung der Denkweisen in der bisherigen Versicherungswissenschaft zum ganz gleichem SchluB gekommen.

5 46 A.TAKAO III 1m Gegensatz zu der tradition ellen Versicherungswissenschaft, in der es an einer gemeinsamen Sprache zum Gedankenaustausch mit den benachbarten Wirtschaftswissenschaftlern mangelt, hat Sakai (1982; S. ii, 18ff.) darauf higewiesen, dab die gegenwartige Wirtschaftswissenschaft hinsichtlich der Analysen der wirtschaftlichen Phanomene unter Unsicherheit schnelle Fortschritte gemacht hat. Nach ihm wird die Geschichte der Wirtschaftswissenschaft der Unsicherheit im groben und ganzen in folgende drei Generationen geteilt: die erste erstreckte sich von Bernoulli, der die Giiltigkeit der Norm aufgrund erwarteten Nutzens mit dem sogenannten "St. Petersburg Paradox" im Jahre 1732 vorgetragen hatte, bis Knight, der das klassische grobe Werk (1921) iiber die Entsprechungsbeziehung zwischen dem Unternehmungsgewinn und dem Risiko ver6ffentlicht hatte. Die zweite hat mit der von Neumann/Morgensterns sogenannter Spieltheorie (1944) angefangen. Viele Nachfolger haben diese Theorie auf die ErkIarung der umfangreichen sozio-wirtschaftlichen Phanomene angewandt. Die Versicherungswirtschaften haben z.b. Borch (1974), Eisen (1979), Tabata (1982) und Takao (1982) mit dieser Methode analysiert. Anderseits haben Friedman/Savage (1948) darauf hingewiesen, dab eine Versicherung in Kuhn/Tuckers "Duale Beziehung" mit einem Gliicksspiel steht, wenn sie das Problem der Auswahl von Giitern mit Unsicherheit aufgrund der sogenannten "Theorie des erwarteten Nutzens" gel6st haben. Ihnen folgte Arrow am Ende dieser zweiten Generation. Er hat genau bewiesen, dab das sog. "optimale Theorem des Konkurrenzgleichgewichts" in der W ohlfahrt6konomie auch fur die Markte mit Unsicherheit gilt, wenn und nur wenn man sie als "contingent claims" Markte interpretieren kann (1970, Kap. 4).8) Dann hat er als typische Beispiele dafiir Aktiensmarkte und Versicherungsmarkte angefiihrt, aber gleichzeitig damit hat er auch daraufhingewiesen, dab sie in Wirklichkeit nicht glatt funktionieren k6nnen, weil die Mitglieder dort ihre eigentliche Verhaltensweise offenlegen, sog. "effort-entropy" in den Organisationen zu vermehren, und daher "the transaction costs" oder die Betriebskosten in den Versicherungsmarkten betrachtlich anwachsen (1970, Kap. 5). Folglich hat Arrow uns die M6glichkeit angedeutet, dab die zentralisierten Organisationen (internal organizations), "which are a means of achieving the benefits of collective action in situations in which the price system fails" (1974, S. 33), 8. Vgl. Eisen, Kap. 3, insb. S

6 DIE NEUE ENTWICKLUNG IN DER VERSICHERUNGSWISSENSCHAFT 47 an der Kapazitat der Gefahrentragung (risk-bearing) die dezentralisierten Markte tibertreffen konnen; u.e. sind Nichtmarktwirtschaftssysteme, d. h. Selbstversicherungssysteme bzw. captive insurance, gegen die Storung aufgrund des moralischen Risikos stabiler als Marktwirtschaftssysteme, d.h. Versicherungsmarkte (1970, Kap. 8). Nun hat man die Wirtschaftswissenschaft der Unsicherheit in der dritten Generation noch weiter vertieft und prazisiert; d.h., nach Sakai (1982, S. 20) "hat sich das bisher im groben und ganzen als ~die Wirtschaftswissenschaft der Unsicherheit<{ zusammengefabte Forschungsgebiet zur Zeit in ~die Wirtschaftsswissenschaft der Unsicherheit im engeren Sinne<{ und ~die der Information und der Organisation<{ differenziert." Davon hat die letztere u.e. engere Beziehung zur Versicherungswissenschaft. Eine der Hauptursachen ist darin zu sehen, dab uns die Verhaltensweisen der verschiedenen Beteiligten in den Versicherungsmarkten passende Daten anbieten, urn "the informational efficiencies" (Nishimura, 1982, S. 47) der Mechanismen fur die Gtiterverteilung, die sich aus einem dezentralisierten Markt und einer zentralisierten Organisation als zwei Extreme zusammensetzen, zu erforschen. Wir konnten hier also Akerlof(1970) mit einem der ersten bemerkenswerten Leistungen auf diesem Forschungsgebiet anfuhren. Hiermit hat er das sog. "lemons' principle" von der Tatsache induziert, dab viele Mangelfahrzeuge, die volksttimlich "lemons" in den U.S.A. genannt werden, Fahrzeuge ohne Mangel aus den Gebrauchtwagenmarkten vertreiben. D.h. er hat daraufhingewiesen, dab ein Konkurrenzgleichgewicht im allgemeinen nicht Pareto-optimal ist, wenn es die Asymmetrie der Information tiber die Qualitat der Gtiter zwischen den Beteiligten im Markt gibt. Es sind u.e. Rothschild/Stiglitz (1976), die das allgemeine Akerlof-Prinzip auf die Versicherungsmarkte zuerst explizite angewandt haben: Nach ihnen ist das Konkurrenzgleichgewicht im Versicherungsmarkt wegen des moralischen Risikos und der negativen Risikoauslese nicht Pareto-optimal, wenn es die Asymmetrie der Information tiber die versicherten Objekte gibt. In Bezug daruf hat Arrow (1974, S. 36) aber schon folgenderweise erwahnt: "my sketch of the pure theory of allocation of riskbearing has implicitly assumed that all individuals know what state of nature prevails when the contracts are finally fulfilled, when the insurance payments are made. It suffices, to be precise, that they will have the same information, whatever it may be." Hier konnen wir die entscheidende Wichtigkeit der verschiedenartigen Ausgleichsapparate, z.b. der Einhaltung der Vertragspfiichten (vorvertragliche Anzeigepfiicht, Schadenminderungspfiicht usw.) gegen die Asymmetrie der Information tiber das Verhalten der Beteiligten in den Versicherungsmarkten anerkennen.

7 48 A. TAKAO Anderseits hat Williamson (1975) den Mechanismus der Entstehung der Informationsasymmetrie ("information impactedness") zwischen den Beteiligten analysiert, die eine der Ursachen fur die Storung solcher Transaction ist(vgl. insb. S. 40, Abb. 3). Nach ihm entsteht diese Asymmetrie der Information, wenn die Beteiligten mit ihrem eigentlich opportunistischen Charakter die Unsicherheit/Kompliziertheit ausnutzen wollen, die Transactionsverhaltnisse mit sich bringen konnen. Diese These Williamsons gilt insbesondere fur Marktsysteme: wenn es die Asymmetrie der Informationen iiber die Transaction zwischen dem Nachfrager und dem Anbieter im Markt mit Unsicherheit gibt, so wird es meistens schwierig, die Transaction zu beenden, und zwar entsteht ein sog. "market-failure." Dabei mub man andere Alternativen haben, die Marktsysteme in die zentralisierten Organisationen zu internalisieren. Unter dies en Umstanden ist ceteris paribus die durch eine Autoritat der zentralen Direktion vorgenommene Giiterverteilung leistungsfiihiger als die durch einen Preismechanismus. Wenn wir diese These Williamsol1s weiter auf die Versicherungsmarkte anwenden, so kannen wir die verschiedenen Konftikte der Versicherungsvertrage-einschlieBlich der Friktionen aufgrund moralischen Risikos-nicht als eine Anomalie, welche nur durch charackterlich und moralisch negative Versicherungsnehmer hervorgerufen wird, sondern als ein charakteristisches, dem Versicherungsmarkt innewohnendes Phanomen erkliiren. Iedenfalls hat Arrow zwar schon mathematisch zur Geniige bewiesen, dab es nicht Pareto-optimal ist, die Institution Versicherungsmarkt in der Weise zu betreiben, dab die Versicherer gegen feste vorausgezahlte Pramien alle Risiken der Versicherten tragen (1970, Kap. 9). Aber bis heute bleibt die Frage offen, was fur eine Kombination der verschiedenen Versicherungssysteme einschlie13lich der Geschenkwirtschaft (grants economy) tatsachlich am wiinschenswertesten ist. Es scheint uns aber, dab die Wirtschaftswissenschaft der internen Organisation (the economics of internal organization) seit Williamson (1975) zur Lasung der Frage beachtlich weiter hilft. IV Das Paradigma der traditionellen Versicherungswissenschaft hat zu fast allen Zeiten und Orten einen sozusagen "totalitaren Charakter". Ein typisches Beispiel ist die Theorie der Gefahrengemeinschaft: Danach heibt es, dab ein Eintritt in jede Art von Institution Versicherung gleich mit einer Angehorigkeit zur Gemeinschaft ist, mit der die Mitglieder gegenseitig gegen Risiken vorsorgen wollen. Das Interesse jedes Mitglie-

8 DIE NEUE ENTWICKLUNG IN DER VERSICRERUNGSWISSENSCRAFT 49 des wird nur insofern geschatzt, als solche Schatzung das "Bestehen" dieser Gemeinschaft nicht verhindert. In Wirklichkeit gibt es aber nur wenige Beispiele, in denen die Institution Versicherung vom modernen Marktwirtschaftssystem nicht beeinfiubt wurde. Daher durfen die Verhaltnisse der modernen Versicherungswirtschaft von den anderen Wirtschaften nicht grundsatzlich differieren: sie alle stellen eigentlich nur die berechnenden Verhandlungen jedes Betreffenden dar, der nach seinem Urteil seinen Eigennutz maximieren will. Dabei ist es sehr schwierig, einen Altruismus und/ oder einen Philanthropismus zu finden. Folglich konnen wir als die neue Entwicklung in der Versicherungswissenschaft die Umwandlung vom "totalitaren" Paradigma, auf dem die traditionelle Versicherungswissenschaft beruht, ins "atomistische" betrachten. Mit anderen Worten handelt es sich um die methodische Tendenz, die Versicherungswissenschaft auf der Erkenntnis wieder aufzubauen, dab namlich das die Versicherungsphanomene grundlich bestimmende Subjekt keine Versicherungsgemeinschaft, sondern jedes Individuum ist, das auf eigene Gefahr im modern en Marktwirtschaftssystem leben mub. Literaturverzeichnis Akerlof, G. A., "The Market for Lemons: Qualitative Uncertainty and the Market Mechanism," Quarterly Journal of Economics, Cambridge, Massachusetts, No. 84, Arrow, K. J., Essays in the Theory of Risk-Bearing, esp. chs. 4, 5, 8, 9, Amsterdam-Oxford, , The Limits of Organization, esp. ch. 2, New York, 1974 (Translation; Murakami, Y., Soshiki no Genkai, Tokyo, 1976). Borch, K. R., The Mathematical Theory of Insurance-An Annotated Selection of Papers on Insurance published , Massachusetts-Toronto-London, Eisen, R., Theorie des Versicherungsgleichgewichts-Unsicherheit und Versicherung in der Theorie des generellen okonomischen Gleichgewichts, Berlin, Friedman, M. & Savage, L. J., "The Utility Analysis of Choices involving Risk," Journal of Political Economy, No. 56, Fujita, T., "Fukanzen-J6h6ka no Fukakujitsusei to Hoken (Unsicherheit und Versicherung unter unvollkommenen Informationen)," Hokengakuzasshi (Zeitschrift fur die Versicherungswissenschaft), Tokio, Nr. 495, Karten, W., "Versicherung-Gefahrengemeinschaft oder Marktleistung?" Versicherungswirtschaft, Karlsruhe, Nr. 24, Knight, F. R., Risk, Uncertainty and Profit, Boston-New York (Translation; Okuzumi, E., Kiken Fukakujitsusei oyobi Rijun, Tokyo, 1959). Mizushima, K., Kindai-Hoken no Seisei (Die Entwicklung der modernen Versicherung), Tokio, , "Hokenseido to Keieishutai-Dentoriron no 'Shinwa' wo megutte-(versicherungsinstitutionen und Betriebssubjekt-Dber den 'Mythos' in der traditionellen Theorie-)," in: Seimeihoken Bunka KenkYiisho Shoko (ZeitschriJt des Forschungsinstituts fur die Lebensversicherung und Wohlfahrt), Osaka,lNr. 49, 1979.

9 50 A.TAKAO von Neumann, J. & Morgenstern, 0., Theory of Games and Economic Behavior, 1st ed., Princeton, 1944 (Translation; Ginbayashi, K., Hashimoto, K., Miyamoto, T. & Abe, S., Game 110 Riron to Keizai Kodo, Tokyo, 1972). Nishimura, S., "Kanky6-hozen to Hoken-Rironteki Josetsu (Der Umweltschutz und die Versicherung)," Hokengakuzasshi (ZeitschriJt fiir die Versicherungswissenschaft), Tokio, Nr. 497, Rohrbeck, W., Versicherul1gswirtschaft und Versicherungslehre, Ein deutsches Versicherungslesebuch, Berlin, 1937 (Dbersetzung; Sirasugi, S., Doitsu-Hokenron, Tokio-Osaka, 1940). Rothschild, M. & Stiglitz, J. E., "Equilibrium in Competitive Insurance Markets; An Essay on the Economics of Imperfect Information," Quarterly Journal of Economics, No. 90, Sakai, Y., Fukakujitsusei no Keizaigaku (Die Wirtschaftswissenschaft der Unsicherheit, insb. Kap. 11 u. 12), Tokio, Tabata, Y., "Hoken-shij6 ni mirareru J6M no HitaisMsei to sono Eiky6 (Die Asymmetrie der Information im Versicherungesmarkt und ihre Wirkung)," Hokengakuzasshi (ZeitschriJt fiir die Versicherungswissenschaft), Tokio, Nr. 496, Takao, A., "Dber die Normalitat des moralischen Risikos-eine Kritik der Theorie der Gefahrengemeinschaft," Zeitschriftfiir die gesamte Versicherungswissenschaft, Berlin, Nr. 1, Tamura, Y., "Hokenhonshitsuron to Seihoshi ni okeru Kanyiisha (Versicherungsnehmer in der Wesenstheorie der Versicherung und in der Geschichte der Lebensversicherung)," Hokengakuzasshi (Zeitschrift fiir die Versicherungswissenschaft), Tokio, Nr. 485, Tanaka, K., "Hoken no Shakaisei to Dantaisei (Der gemeinschaftliche Charakter der Versicherung) 1-2," in: Hogaku Kyokaizasshi (ZeitschriJt der juristischen Vereinigung), Tokio, Heft Nr, 50--7,1932, Heft Nr , Vylder, F. D. et al. (eds.), Insurance: Mathematics & Economics (Quarterly Journal, New York, since 1982). Walder, J., Ober das Wesen der Versicherul1g-Ein methodologischer Beitrag zur Diskussion um den Versicherungsbegriff, Berlin, Williamson, O. E., Markets and Hierarchies; Analysis and Antitrust Implications, a Study in the Economics of Internal Organization, New York, 1975 (Translation; Asanuma, M. & Iwasaki, A., Shijo to Kigyososhiki, Tokyo, 1980).

10 DIE NEUE ENTWrCKLUNG IN DER VERSICHERUNGSWISSENSCHAFT 51 Tabelle: Anhang Verhiiltnis der Reserve flir die K6rperschaftssteuer usw. zu Vesichertendividende in der japanischen Lebensversicherung (Rechnungsjahr 1981) Versichertendividende Nr. Namen der Rechtliche VU Form in 1000 Yen (A) % Reserve flir die K6rperschaftssteuer usw. in 1000 Yen (B) % (B)/(A) 1 NIHON VVaG , ,867 0,191 2 DAIICHI VVaG , ,736 0,158 3 SUMITOMO VVaG , ,585 0,157 4 ASAHI VVaG , ,736 0,131 5 MEIJI VVaG , ,921 0,164 6 MITSUI VVaG , ,892 0,064 7 YASUDA VVaG , ,758 0,155 8 CHIYODA VVaG , ,935 0,038 9 TAIYO VVaG , ,150 0, KYOEI AG , ,666 0, TORO VVaG , ,814 0, DAIDO VVaG , ,607 0, NICHIDAN AG , ,341 0, FUKOKU VVaG , ,521 0, DAIHYAKU VVaG , ,527 0, TOKYO VVaG , ,371 0, NISSAN VVaG , ,263 0, HEIWA AG , ,120 0, YAMATO VVaG , ,053 0, TAISHO AG , ,042 0, SEIBU A.S. AG , ,003 0, SONYP. AG 0 0, ,000 0,000 SUMME , ,000 - IJ.VVaG = 0,111 avvag = 0,057; flag = 0,069 aag = 0,035 QueUe: Hokenkenkyusho (Institut flir Versicherungswissenschaft) (Hrsg.) Insurance, Tokeigo Seihoban (Versicherung, Statistisches Heft filr Lebensversicherung), Tokio, 1981, S. 41.

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