Workshop. Teil1: Wie spreche ich mit Kindern über den Tod? Teil 2: Umgang mit kindlicher Abwehr. B.Juen

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1 Workshop Teil1: Wie spreche ich mit Kindern über den Tod? Teil 2: Umgang mit kindlicher Abwehr B.Juen Fachtagung: Zarte Seelen trösten-trauern Kinder und Jugendliche anders? Puchberg,

2 Teil 1 Wie spreche ich mit Kindern über den Tod?

3 Wie kann ich sicher sein, dass ich Kinder nicht überfordere? Sich von den Fragen des Kindes leiten lassen! Beispielfrage: Was bedeutet die Tätowierung?

4 Sprechen mit Kindern Fakten erklären Emotionen ansprechen Sicherheit geben

5 Was ist eine kindgerechte Erklärung: Bildhaftes Manche Menschen weinen, wenn sie traurig sind Aus: Pernilla Stalfeld: Und was kommt dann?

6 Was ist eine kindgerechte Erklärung: Keine abstrakten Metaphern Schlecht: Papa ist auf eine lange Reise gegangen. Besser: Papa ist bei einem Unfall gestorben. Wir sind alle sehr traurig aber wir werden es zusammen schaffen dass es uns mit der Zeit wieder besser geht. Schlecht: Max ist schlafen gegangen (er ist jetzt im Himmel). Besser: Max war sehr sehr krank und die Krankheit hat ihn sterben lassen. Niemand weiß wirklich ob er jetzt im Himmel ist. Manche Leute glauben das, andere nicht.

7 Was ist eine kindgerechte Erklärung: Vorsicht mit ängstigenden Erklärungen Schlecht: Großmutter schaut vom Himmel auf dich herunter (es ist besser wenn du brav bist). Besser: Großmutter war sehr sehr alt und ist gestorben. Sie wird in unserer Erinnerung immer bei uns bleiben. Schlecht: Es ist Gottes Wille oder Gott hat ihn zu sich genommen weil er so gut ist oder er ist im Himmel bei den Engeln. Besser: Großvater ist letzte Nacht gestorben. Wir werden oft an ihn denken. Wir können uns an die guten Dinge erinnern, die wir mit ihm erlebt haben

8 Nachfragen bei Unklarheit Wie ist meine Mama gestorben? Was willst du genau wissen? Hat sie stark geblutet? Ja aber der Arzt hat ihr gleich einen Verband gemacht

9 Gemeinsam nachdenken Wo ist meine Mama jetzt? Im Himmel. Wie schaut es im Himmel aus? Was glaubst du? Wollen wir es uns gemeinsam ausmalen?

10 Nicht alles sagen, aber ehrlich bleiben Was bedeutet Erhängen? (Vorschule) Dass man keine Luft mehr bekommt.

11 Kinderfragen und mögliche Antworten Fragen über Fakten (Wie ist meine Mama gestorben? Hat sie Schmerzen gehabt?...) Fragen über das Vergessen (Werde ich meine Mama vergessen?) Fragen über den Tod (Wie kann Papa im Grab aufs Klo gehen?)

12 Kinderfragen und mögliche Antworten Fragen über (eigene) Reaktionen (Bin ich schuld dass meine Mama tot ist?) Fragen über Gott (warum hat Gott meine Mama getötet?) Fragen über das Danach/den Himmel ( Was kommt nach dem Tod? Wie schaut der Himmel aus?)

13 Übung Versuchen Sie kindgerechte Antworten auf folgende Fragen zu finden Beispiel Suizid der Mutter durch Tabletten nach langjähriger Depression

14 Vorschulkind Wo ist meine Mama jetzt? Wird sie wiederkommen?

15 Schulkind Wie ist meine Mama gestorben? Wo ist meine Mama jetzt? Hat sie es absichtlich getan? Warum hat sie es getan?

16 Jugendalter Warum hat sie es getan? Warum konnte ich sie nicht aufhalten? Warum hat sie mir das angetan?

17 Teil 2 Umgang mit Abwehr

18 Zugang zum Kind/Jugendlichen Sich vorstellen Kein Aufdrängen Nicht mit dem Ereignis einsteigen Einen passenden Einstieg finden (Spiel, Haustiere, etc.) Ablenkung und Spiel zulassen Dabeibleiben aber Abstand halten Offenheit signalisieren Handlungsmöglichkeiten geben Bedürfnisse erkennen Raum schaffen Jugendliche: Gruppe als Ressource aktivieren.

19 Wie kann sich Abwehr bei Kindern/Jugendlichen äussern? Den Raum verlassen Zu spielen beginnen Den Fernseher einschalten Sitzen bleiben, auf den Boden starren, mit einem Gegenstand spielen Zu zeichnen anfangen- heile Welt zeichnen Sich auf der Toilette/im Zimmer zurückziehen Das Haus verlassen, eine Freundin besuchen Telefonieren Sich unter dem Tisch verstecken, schweigen

20 Abwehr bei Kindern und Jugendlichen Abwehr ist für das Kind in der Situation die einzige Möglichkeit mit der Situation klar zu kommen Abwehr bedeutet auch, mit dem Geschehenen der kognitiven Entwicklung entsprechend umzugehen Sich möglichst sicher zu fühlen Abwehr ist eine Form der Bewältigung Es überfordert das Kind/den Jugendlichen massiv, wenn es entgegen seiner Abwehr zu Handlungen oder zum Sprechen aufgefordert wird

21 Umgang mit Abwehr Kinder/Jugendliche unbedingt in ihrer Abwehr respektieren Die Abwehr nicht brechen nicht unnötig konfrontieren! Zu nichts zwingen

22 Umgang mit Abwehr Zum Fragen stellen ermutigen aber nicht bedrängen Sprechen lassen, aber nicht ausfragen Erinnerung anregen aber nicht überfordern Grenzen respektieren und Zeit geben Ablenken und Ausweg bieten bei Überforderung

23 Wichtig im Umgang mit Eltern/Bezugspersonen Information über Reaktionen der Kinder und wie man ihnen helfen kann Anregung von Informationsaustausch in der Familie Unterstützung organisieren wo nötig Erlaubnis von Gefühlsausdruck Frühe Intervention Interventionen als Modell für offene ehrliche und direkte Kommunikation Fallbeispiel Suizid des Bruders

24 Wichtig im Umgang mit Eltern/Bezugspersonen Individuelle Bewältigungsstile und Tempo respektieren lernen Selbstanklagen vermindern Zuwendung und füreinander Da sein anregen Familiengeheimnisse verhindern In der Elternrolle belassen ( worst case vorbesprechen, keine moralische Haltung!) Fallbeispiel Suizid der Mutter

25 Fallbeispiel 1 Mutter nach Suizidversuch im Koma Tochter (11) weigert sich sie im KH zu besuchen Vater bittet Sie um Hilfe

26 Fallbeispiel 2 Vater hat sich erschossen, Mutter will es dem Sohn (9) auf keinen Fall sagen, sie möchte sagen er hätte einen Unfall mit dem Auto gehabt Was raten Sie der Mutter?

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