Jährliche. des zu der Aussage, dass die bis 40 Jahr 1/8

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1 Hintergrundinformationen Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung Welche Fakten zur Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung gibt es? Jährliche Beitragserhöhungen sind in der PKV der absolute Regelfall. Ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie kommt 2010 beispielsweise zu der Aussage, dass die jahresdurchschnittliche Veränderung der mittleren Prämien für typische PKV-Tarife bei Männernn mit dem Eintrittsalter 30 bis 40 Jahr in dem Zeitabschnitt 1998 bis ,7 Prozent pro Jahr beträgt. Damit liegt die jährliche Beitragsentwicklung der PKV regelmäßig deutlich über der allge- meinen Preisentwicklung, z.b. dem Verbraucherpreisindex. Wenn man den Verbraucherpreisindex und die Durchschnittshöhe der PKV-Beiträgee für das Jahr 2001 auf 100 indexiert, erhält man als VerZeit- braucherpreisindex 2011, also 10 Jahre später, 118. Der Beitragsindex der PKV steigt im selben raum auf 177, liegt also praktisch 1,5mal so hoch. 1/8

2 Was sind die Gründe für die regelmäßigen Beitragserhöhungen? Im Laufe der Jahre verändern sich wesentliche Kalkulationsgrundlagen im Gesundheitsbereich. Dieses sind z.b. neue Behandlungsmethoden sowie die immer weiter steigende Lebenserwartung. Diese Faktoren tragen wesentlich zur Beitragssteigerung bei, sie sind unveränderlich im medizinischen und sozialen Fortschritt begründet. Hinzu kommt: Viele Versicherer legen immer wieder neue, zeitgemäße Tarife auf. Personen mit Vorerkrankungen ist es jedoch nicht oder nur erschwert möglich, in die neuen Tarife aufgenommen zu werden. Die Beiträge der neuen Tarife sind aufgrund der vorteilhafteren Risikostruktur (viele Gesunde - wenig Kranke) selbst bei besserem Leistungsniveau attraktiver als in anderen Tarifen. In diesen alten Tarifen kommt es zur "Abwanderung" gesunder Risiken, auch "Entmischung" genannt. Zurück bleibt ein immer schlechteres Verhältnis "Gesunde zu Kranken". Dieser Faktor wirkt sich dann zusätzlich und beschleunigend auf die Beitragserhöhungen aus. Gelingt es dem Versicherten, aus dem Tarif mit der schlechten Risikostruktur in den Tarif mit der besseren Risikostruktur zu wechseln, so profitiert auch er von den deutlich niedrigeren Beiträgen bei modernisiertem und verbessertem, mindestens jedoch vergleichbarem Leistungsniveau. Was kann der Betroffene tun? Der privat Versicherte hat eigene Einflussmöglichkeiten darauf, wie sich die Ausgaben des Versicherers in seinem Tarif entwickeln. Er kann beispielsweise die vom Versicherer angebotenen Beschaffungsmöglichkeiten bei Heil- und Hilfsmitteln nutzen anstatt selbst auf dem freien Markt einzukaufen. Daneben kommt insbesondere für langjährig privat Versicherte in Betracht, in einen anderen Tarif beim selben Versicherer zu wechseln. Darauf hat der Versicherte ein Anrecht ( 204 Versicherungsvertragsgesetz). Verschiedene Prämien für dieselbe Leistung - Wie ist das möglich? Auch für den Branchenkundigen ist es schwer nachvollziehbar, dass die gleiche Leistung zu zwei völlig verschiedenen Preisen erbracht wird. Und dies sogar beim selben Anbieter. Will man ein bestimmtes Leistungsniveau "Gesundheit" versichern, so kostet das, unabhängig vom Anbieter, immer gleich viel. Insofern dürfte es eigentlich keine nennenswerten Beitragsunterschiede geben. Dennoch gibt es ganz erhebliche Unterschiede in den Beiträgen für die private Krankenversicherung. Die Ursache hierfür liegt in der unterschiedlichen Verteilung der Risiken. Steht einem Tarif A (Kalkulationstopf) mit überdurchschnittlich vielen schlechten Risiken (Kranken) ein Tarif B mit vielen guten Risiken (Gesunden) gegenüber, so liegen die Beiträge im Tarif A mit der schlechten Risikostruktur überdurchschnittlich hoch. Im Tarif B mit der guten Risikostruktur sind die Beiträge dagegen überdurchschnittlich niedrig. 2/8

3 Wie kommt es zu unterschiedlicher Risikoverteilung? Im Laufe der Jahre verändern sich wesentliche Kalkulationsgrundlagen im Gesundheitsbereich. Dieses sind z.b. medizinischer Fortschritt, neue Behandlungsmethoden sowie die immer weiter steigende Lebenserwartung. Viele Versicherer legen deshalb immer wieder neue, zeitgemäße Versicherungstarife auf. Personen mit Vorerkrankungen ist es jedoch nicht oder nur erschwert möglich, in die neuen Tarife aufgenommen zu werden. Die Beiträge der neuen Tarife sind aufgrund der vorteilhafteren Risikostruktur (viele Gesunde - wenig Kranke) selbst bei besserem Leistungsniveau attraktiver als in anderen Tarifen. In diesen alten Tarifen kommt es zur "Abwanderung" gesunder Risiken, auch "Entmischung" genannt. Zurück bleibt ein immer schlechteres Verhältnis "Gesunde zu Kranken" mit der Folge überproportionaler Beitragssteigerungen. Gelingt es dem Versicherten, aus dem Tarif mit der schlechten Risikostruktur in den Tarif mit der besseren Risikostruktur zu wechseln, so profitiert auch er von den deutlich niedrigeren Beiträgen bei modernisiertem und verbessertem, mindestens jedoch vergleichbarem Leistungsniveau. Recht auf Tarifwechsel Der Gesetzgeber hat mit dem 204 VVG den gesetzlichen Anspruch für den Wechsel in einen anderen gleichwertigen Tarif geschaffen. Dabei darf ein seit Vertragsbeginn gegebenenfalls verschlechterter Gesundheitszustand keine Rolle spielen. Erfüllte Wartezeiten dürfen nicht mehr aufleben. Und die gebildeten Altersrückstellungen müssen vollständig erhalten bleiben. 3/8

4 Fast zwei Millionen privat Krankenversicherte können erheblich sparen Knapp zwei Millionen privat Krankenversicherte können mit der Inanspruchnahme dieses Wechselrechtes ihren Nettobeitrag erheblich reduzieren. Für einen erfolgreichen Tarifwechsel kommen nur Personen in Frage, deren privater Krankenvollversicherungsvertrag seit mindestens zehn Jahren beim gleichen Versicherungsunternehmen besteht. Nicht in Frage kommen Beihilfe- (Beamte) und Zusatzversicherte (gesetzlich Versicherte). Bei der Ermittlung des Bedarfspotentials legen wir die Zahlen des PKV-Verbandes von 2002 zugrunde. Diesen Zahlen zufolge gab es 2002 (diese Versicherten sind jetzt 10 Jahre versichert) Krankenvollversicherte (ohne Beamte). Davon abzuziehen sind 14,84% Kinder ( ) und bei den oben aufgeführten Versicherern, die nicht in Frage kommen. Es verbleiben rund erwachsene Vollversicherte. Ebenfalls nicht in Frage kommen Versicherte im Standard- oder Basistarif ( bzw ). Es verbleiben Vollversicherte. Davon ziehen wir vorsichtshalber 15% ab, weil sie verstorben oder unter die GKV- Versicherungspflicht gefallen sind. Demnach ist bei rund privat kranken-vollversicherten Personen (PVP) damit zu rechnen, dass sie durch einen Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung ihre Beiträge erheblich reduzieren könnten. Einige Gesellschaften haben nur eine Tariflinie. Somit ist ein Tarifwechsel mangels Alternativen nicht möglich. Dabei handelt es sich um folgende Gesellschaften: Alte Oldenburger, Concordia, Debeka, DEVK, HUK Coburg, LKH, LVM, Mannheimer, Mecklenburgische, PAX / Familienfürsorge, Provinzial, SDK. 4/8

5 Das Verhalten der Versicherer: Wenig Entgegenkommen zu erwarten Häufig versuchen die betroffenen Krankenversicherer, Anträge auf einen Tarifwechsel im Sande verlaufen zu lassen. Immer wieder werden beispielsweise geringfügige Leistungsreduzierungen "dramatisiert". Andererseits werden Leistungsverbesserungen entweder nicht erwähnt oder zu Unrecht als so genannte "Mehrleistungen" dargestellt und unter den Vorbehalt einer neuen Gesundheitsprüfung gestellt. Allerdings sind die Versicherer laut Gesetz verpflichtet, Auskünfte zu erteilen und eine entsprechende Beratung zu leisten ( 6 Absatz 4 Versicherungsvertragsgesetz). In der Praxis hat der Laie jedoch kaum eine Chance, einen Tarifwechsel unter Wahrung seines vorhandenen Leistungsniveaus tatsächlich umzusetzen. Oft werden allerdings Pseudolösungen angeboten, die das Problem nur scheinbar lösen. Dazu zählen: Vereinbarung einer höheren Selbstbeteiligung Leistungsverzicht wie Mehrbettzimmer, keine privatärztliche Behandlung, minderwertiger Zahntarif Wechsel in Standard- oder Basistarif Höhere Selbstbeteiligung: Die Erfahrung zeigt: Der Versicherte sollte seine Rechnung immer unter die Prämisse stellen, dass er den Selbstbehalt ausschöpft und ihn deshalb auch in voller Höhe als Kosten ansetzen. Der effektive Beitrag ist also die Summe aus Beiträgen und Selbstbehalt. Erst wenn die Jahressumme der Beitragsersparnis höher ausfällt als die Erhöhung des Selbstbehaltes, tritt eine Entlastung im effektiven Beitrag ein. Das wird jedoch nur sehr selten der Fall sein. Man sollte also nicht auf eine Schönfärberei durch Selbstbehalts-Erhöhungen hereinfallen. Dem strukturellen Problem der Entmischung entgeht man damit als Kunde nicht. Wechsel in leistungsschwächere Tarife: Der Verzicht auf Leistungen steht im Widerspruch zu den Interessen des Versicherten und sollte auch nur als "Ultima Ratio" gesehen werden, wenn ansonsten keine beitragsentlastenden Möglichkeiten bestehen. Gerade im Alter werden gute Leistungen der PKV immer wichtiger. Und eine spätere Rückkehr auf ein höheres Leistungsniveau ist dann nicht mehr möglich. Wechsel in den Standard oder Basistarif: Hier erfolgt ein Wechsel in Tarife auf dem Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies bedeutet einen nachhaltigen Leistungsverzicht. Während im Standardtarif durch Anrechnung der Altersrückstellungen oft noch eine Beitragsersparnis erzielt wird, orientiert sich der Basistarif regelmäßig am Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (2011: 575,44 mtl.). 5/8

6 Worauf sollte der Versicherungsnehmer bei einem Tarifwechsel achten? In der Praxis hat der Laie kaum eine Chance, einen Tarifwechsel unter Wahrung seines vorhandenen Leistungsniveaus tatsächlich umzusetzen. Daher sollte er sich an einen Experten wenden. In der Regel ist das sein Versicherungsmakler. Dieser kann bei einem Tarifwechsel jedoch auch nur bedingt helfen, da er zu einer Beratung nur bedingt befugt ist. Spezialisierte Experten, sog. Versicherungsberater nach 34e GewO, bieten Abhilfe. Sie sind - im Gegensatz zu Versicherungsmaklern und Versicherungsvertretern - gegenüber Verbrauchern befugt, außergerichtlich Rechtsberatung und Rechtsvertretung zu Versicherungen zu erbringen. BEI DER BERATUNG ZUM TARIFWECHSEL SOLLTE DER KUNDE AUF FOLGENDE PUNKTE ACH- TEN: 1. Vergleichssystematik Es ist unverzichtbar, dass die Mehrleistungen des neuen Tarifs beim Vergleich mit dem alten Tarif in die Auswertung nicht mit einbezogen werden. Vergleicht man das Leistungsniveau des alten Tarifes mit dem Leistungsniveau des neuen Tarifes mit Mehrleistungen, erhält man ein falsches Ergebnis. Werden die Mehrleistungen in Folge der für den Kunden zulässigen Gesundheitsprüfung nicht gewährt, ist das Leistungsniveau des neuen Tarifes nicht mehr gleichwertig. Im Leistungsfall kann das für den Kunden sogar existenzbedrohende Folgen haben. Standard-PKV-Vergleichssoftware beitragsoptimierung24-vergleichssystematik? Vergleichsniveau PKV-Vergleichs-Software Mehrleistungen nicht ausgewiesen! Mehrleistungen ausgewiesen Vergleichsniveau beitragsoptimierung24 Alttarif Neutarif Alttarif Neutarif 6/8

7 2. Kein pauschaler Verzicht auf Mehrleistungen Den im Zusammenhang mit einem Tarifwechsel oft erteilten Rat, zur Vermeidung einer Gesundheitsprüfung pauschal auf mögliche Mehrleistungen des neuen Tarifes zu verzichten, sollte man auf gar keinen Fall befolgen. Bei dieser Vorgehensweise "sparen" nur der Versicherer und der "Berater", der das vorschlägt. Der Versicherer spart die Mehrleistungen, erhält aber den Beitrag dafür. Bei pauschalem Mehrleistungsverzicht werden sehr oft die ausgeschlossenen Mehrleistungen in der Police nicht dokumentiert. Das aber eröffnet dem Versicherer im Leistungsfall "elegante" Schlupflöcher. Der Berater spart sich die Auseinandersetzung mit dem Versicherer über die Rechtmäßigkeit der Einstufung als Mehrleistung. Und er spart sich die Auseinandersetzung mit Versicherer und Kunde über die Risikoprüfung und deren Ergebnis. Der Kunde spart nichts. Über den Beitrag bezahlt er für die Mehrleistungen, ohne dass er Sie tatsächlich erhält. Sind dazu die Mehrleistungen nicht sauber dokumentiert, besteht die Gefahr einer späteren willkürlichen Mehrleistungsdefinition durch den Versicherer. Bildhaft bezahlt er für ein Auto mit Airbags, der Autohersteller darf das Auto aber ohne Airbags liefern. Der Kunde weiß aber noch nicht einmal, dass Airbags fehlen. 3. Achtung bei den Veränderungen der Selbstbeteiligung Oft lässt sich durch eine einfache Erhöhung der Selbstbeteiligung der monatliche Beitrag senken. Doch der Kunde spart erst wirklich ab dem Moment, an dem die jährliche Beitragsersparnis höher ausfällt als die Erhöhung der Selbstbeteiligung. Es besteht die Gefahr, dass ein Berater "Erfolg" abrechnet, der, zumindest für den Kunden, gar kein Erfolg ist. Wenn z.b. 50 monatliche Ersparnis, also 600 Jahresersparnis, durch eine Erhöhung der jährlichen Selbstbeteiligung um 600 erkauft wird, ist die echte Ersparnis Null. Erfolgshonorare, die ausschließlich auf der Basis Ersparnis beim Monatsbeitrag berechnet werden, ohne dass eine Veränderung der Selbstbeteiligung vollständig berücksichtigt wird, sind daher als unseriös zu bezeichnen. Effektivbeitrag: Selbstbehalt als Teil des Beitrages verstehen Im Beispiel 2 wurde der mtl. Beitrag um 100 gesenkt - dafür wurde die Selbstbeteiligung um 600 erhöht. Die effektive Ersparnis beträgt nur 600! Wird nur die Selbstbeteiligung erhöht, bleibt der Kunde im alten Tarif. Das Problem der Entmischung des Tarifes bleibt bestehen. Außerdem werden aufgrund der höheren Selbstbeteiligung zukünftig geringere Altersrückstellungen aufgebaut Beispiel 1 Beispiel 2 effektive Ersparnis Selbstbeteiligung Jahresbeitrag 7/8

8 4. Rechtsberatungserlaubnis des Maklers Beratung zum Tarifwechsel nach 204 VVG ist Rechtsberatung. Diese darf nach Auffassung der zuständigen Aufsichtsbehörde (IHK) von Versicherungsmaklern nicht erbracht werden. Ausnahme: der Vertrag wurde ursprünglich von diesem Makler vermittelt. Bei einer Falschberatung durch einen Versicherungsmakler hat das für den Versicherten existenzbedrohende Folgen. Denn die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Maklers tritt für Schäden aus unzulässiger Rechtsberatung nicht ein. Da ist es ein schwacher Trost, dass die Honorarvereinbarung mit dem Makler nichtig ist und der Versicherte kein Honorar schuldet bzw. ein bezahltes Honorar zurückverlangen kann. Zwar gibt es aus der Maklerschaft Stimmen, welche eine Zulässigkeit dieser Rechtsberatung durch den Makler rechtlich für gegeben halten. Bis zum Erlass eventuell anderslautender höherinstanzlicher Gerichtsurteile sollte man sich als Versicherter zur eigenen Sicherheit die Auffassung der Aufsichtsbehörde zu eigen machen. Weitere Informationen unter Pressekontakt: naucke_kommunikation GmbH Schlossplatz Hersbruck Telefon: Telefax: /8

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