Department of Psychosomatic Medicine and Psychotherapy University of Duisburg-Essen Virchowstr. 174 D Essen

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1 Macht Stress krank? Prof. Dr. Wolfgang Senf Department of Psychosomatic Medicine and Psychotherapy University of Duisburg-Essen Virchowstr. 174 D Essen

2 Psycho-Somatische Medizin

3 Blutdruck

4 Was ist Stress? Patienten-Antworten Leistungsdruck Hektik Ärger Überforderung Lärm Schichtarbeit Zeitdruck Partner Autofahren Konkurrenzkampf

5 Ist das Stress? Stress = Bereitstellung für Kampf und Flucht zur Bewältigung von Bedrohung Bereitstellung auf 4 Ebenen: Körper Verhalten Denken Fühlen

6 Was ist Stress? Stress = Bereitstellung für Kampf und Flucht zur Bewältigung von Gefahr Bereitstellung 4 Ebenen: Körper Verhalten Denken Fühlen

7 Was ist Stress? Atem Puls Blutdruck Blutzucker Blutfette Veg. Nervensystem Hormone Gehirn Durchblutung Muskulatur Gehirn Verdauungsorgane Sexualorgane Immunabwehr Thrombozyten Leukozyten

8 Das ist Stress! Stress = Bereitstellung für Kampf und Flucht zur Bewältigung von Bedrohung Stressreaktion auf 4 Ebenen: Körper Verhalten Denken Fühlen Stress = positive Aktivierung Befinden Leistungsfähigkeit Selbstwertgefühl Bewertung der Anforderung

9 Workshop Psychotrauma Prozess der Traumatisierung

10 Workshop Psychotrauma Prozess der Traumatisierung Schockphase Entsetzen Angst Panik Verzweiflung

11 Was ist Stress? Stress = Bereitstellung für Kampf und Flucht Stressreaktion auf 4 Ebenen: Körper Verhalten Denken Fühlen Stress = positive Aktivierung oder Risikofaktor? Befinden Leistungsfähigkeit Selbstwertgefühl Bewertung der Anforderung

12 Stress und Leistungsfähigkeit - Leistung + - Stress +

13 Bewertung und Stress Anforderung Stress-Reaktion unbedeutend bedeutungsvoll bewältigbar bedeutungsvoll unbewältigbar kein Stress mittlerer Stress hoher Stress

14 Stressoren äußere alle Anforderungen, die aus unserer Umwelt auf uns einwirken (z.b.lärm, Termindruck Anweisungen des Chefs, Krankheit) innere eigene Ziele und Wertmaßstäbe (z.b. Ehrgeiz, Konkurrenzdenken, Perfektionismus)

15 Stress-Differenzierung Eu-Stress (positiver Stress) Meist situativ auftretend; kein Kontinuum; belebend; lässt uns kreativ und vital sein; ermöglicht uns, Herausforderungen zu meistern; am Ende meist Freude,Genugtuung, Zufriedenheit Dys-Stress (maligner Stress) Meist als anhaltender Zustand vorhanden, Anfang und Ende nicht klar abgrenzbar; wird meist vom Betroffenen initial nicht erkannt; Leistungsgrenzen werden wiederholt überschritten; Erfolgserlebnisse führen nicht zu einer Entlastung oder werden nicht als solche wahrgenommen; Tendenz zu Selbstzweifeln

16 Folgen von Dys-Stress (maligner Stress) Oft verbunden mit Störungen der Stresswahrnehmung und verarbeitung Eine eingeschränkte Form der Stresswahrnehmung und verarbeitung führt oft zu depressiver Erschöpfung (Hamsterrad, burn-out) zu Angst- bzw. Panikstörungen (cave: Alkohol, Medikamente!)oder zu (psycho-) somatischen Beschwerden Eine überschießende oder übertriebene Stresswahrnehmung äußert sich oft in unangemessener Selbstkritik und/oder Kritik an anderen, (Mobbing-Situationen mit hoher Konfliktspannung), eingeschränkter Urteilsfähigkeit, mangelnder Kooperationsbereitschaft und ggf. querulatorischem Verhalten

17 Dys-Stress.... führt bei anhaltender Dauer zu ernsthafter Beeinträchtigung in körperlicher, kognitiver, psychischer und sozialer Hinsicht. Konsequenz: die Selbstwirksamkeit und die Lebensqualität der betroffenen Personen ist signifikant beeinträchtigt Folge: positive Ressourcen können nicht genutzt werden! Arbeitsleistung sinkt; kognitive, emotionale, soziale und körperliche Beeinträchtigungen wirken als Selbstverstärker und fördern so einen circulus vitiosus

18 Stressoren am Arbeitsplatz Zu große Arbeitsmenge zu komplizierte Aufgaben unklare Erwartungen Ihres Chefs unklare Verantwortungsbereiche wenig Handlungsspielraum zu viele Projekte Angst vor Arbeitsplatzverlust Konkurrenzdruck keine bzw. negative Rückmeldungen Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten zu viele Überstunden keine Ferien

19 Stressoren in Familie und Freizeit Konflikte mit Partner / Partnerin Konflikte mit Kindern Konflikte mit Freunden Mehrfachbelastungen (Haushalt / Erziehung / Beruf) Mangel an Kontaktmöglichkeiten Aufgeben von Hobbys oder sportlichen Aktivitäten Vernachlässigung des Privatlebens

20 Überlastung im Gehirn 3 4 Vernunft Stirnhirn Thalamus Informations-Overload 2. Gefühlslabilisierung (Alarm!) 3. Speicherblockade 4. Kontroll-Versagen Limbisches System Hippocampus

21 Stress Verstand und Willenskraft können die Stressreaktion nicht mehr verhindern. Die Körpersprache der Seele zeigt die Grenzen auf! Aktivierung des vegetativen Systems

22 Mehr Anstrengung bringt nicht mehr Leistung Normale Anstrengung Burnout- Gefahr! Anstrengung

23 Der Burnout-Zyklus

24 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen

25 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz

26 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse

27 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten

28 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 5 Umdeutung von Werten

29 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 6 Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

30 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

31 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 8 Beobachtbare Verhaltensänderungen Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

32 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 9 Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Stadium 8 Beobachtbare Verhaltensänderungen Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

33 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Stadium 10 Innere Leere Stadium 9 Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Stadium 8 Beobachtbare Verhaltensänderungen Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

34 Der Burnout-Zyklus Stadium 1 Sich beweisen wollen Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 11 Depression Stadium 10 Innere Leere Stadium 9 Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Stadium 8 Beobachtbare Verhaltensänderungen Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

35 Der Burnout-Zyklus Stadium 10 Innere Leere Stadium 9 Stadium 1 Stadium 12 Sich beweisen wollen BURNOUT völlige Erschöpfung Stadium 11 Depression Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Stadium 2 Verstärkter Einsatz Stadium 3 Subtile Vernachlässsigung eigener Bedürfnisse Stadium 4 Verdrängung von Konflikten Stadium 8 Beobachtbare Verhaltensänderungen Stadium 7 Rückzug Stadium 6 Stadium 5 Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme Umdeutung von Werten

36 Dys-Stress führt zu einer komplexen Störung des inneren Gleichgewichtes

37 was merkt die betroffene Person? alles zuviel körperliche Erschöpfung: konstante Übermüdung und Lustlosigkeit, innerlich angetrieben, psychosomatische Beschwerden (Schwitzen, Herzklopfen, Kopfweh, Rückenschmerzen, Impotenz) emotionale Erschöpfung: keine Belastbarkeit, reizbar, den Tränen nahe, keine Distanz keine Fähigkeit mehr, Aufgaben zu planen. Schlafstörungen nicht abschalten können, auch in der Freizeit an den Beruf denken Entmutigung: Ich schaffe es doch nicht

38 Stressbewältigungs-Strategien kurzfristige Erleichterung langfristige Veränderungen

39 kurzfristige Erleichterung spontane Entspannung Wahrnehmungslenkung positive Selbstgespräche Abreaktion

40 Irrwege, die nicht helfen

41 Irrwege, die nicht helfen Aufputschmittel (Leistungsfähigkeit steigern) Alkohol, Drogen, Tabletten (Vegetativum dämpfen) Denkblockierung bekämpfen (vermehrte Risikobereitschaft, gewagte Spekulationen, Spielleidenschaft) Frustration emotionaler Bedürfnisse durch Fremdgehen lösen Fokussierung auf nur eine der drei betroffenen Ebenen (Patentrezept positives Denken ) Flucht in die Esoterik, in die Welt mythischer Heilserwartungen und magischen Denkens

42 Der erfolgreiche Weg ist eine ausgewogene Behandlung, die alle Ebenen des Geist-Seele-Körper-Dreiecks ausreichend gewichtet und berücksichtigt

43 Möglichkeiten schaffen, die blockierte Emotionalität wieder frei fließen zu lassen Konflikte auf den aktuellen Kontext begrenzen und dort individuelle Lösungen finden körperliche Erkrankungen diagnostizieren und behandeln Körper ohne Leistungsanspruch in seinem Rhythmus stärken Der erfolgreiche Weg gesunden Wechsel von Spannung und Entspannung ermöglichen Kreativität und Phantasie durch Kunst, Musik und anregende Gespräche mit anderen wecken

44 langfristige Veränderungen Entspannung Zeitmanagement Kontakte Problemlösung Einstellungs- Änderung Zufriedenheits- Erlebnisse Fertigkeiten

45 Stressbewältigung durch Verbesserung der... körperlichen Aktivität Entspannungsfähigkeit Selbststeuerung Kommunikation

46 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Diskussionsbedarf? Ich hoffe, Sie hatten nicht zuviel STRESS beim Betrachten der Dias, falls doch, wird etwas Bewegung sicher gut tun

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