Depression bei Kindern und Jugendlichen

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1 Depression bei Kindern und Jugendlichen Martin Hautzinger

2 Hauptsymptome einer Depression A. Fühlten Sie sich in den letzten 2 Wochen fast jeden Tag nahezu durchgängig niedergeschlagen, traurig oder deprimiert? B. Hatten Sie in den letzten 2 Wochen fast ständig das Gefühl zu nichts mehr Lust zu haben oder haben Sie das Interesse und Freude an Dingen verloren, die Ihnen gewöhnlich Freude machen? C. Haben Sie ich in dieser Zeit fast immer müde und energielos gefühlt? Zusatzsymptome 1. Können Sie sich nicht mehr über längere Zeit auf eine Sache konzentrieren (z.b. Zeitung lesen)? 2. Leiden Sie an fehlendem Selbstvertrauen und/oder Selbstwertgefühl? 3. Machen Sie sich häufig Selbstvorwürfe oder fühlen Sie sich schuldig für alles was geschieht? 4. Sehen Sie die Zukunft schwärzer als sonst? 5. Haben Sie in den letzten 2 Wochen manchmal gedacht, dass Sie lieber tot wären, oder haben Sie daran gedacht, sich Leid zuzufügen? 6. Hatten Sie in den letzten 2 Wochen fast jede Nacht Schwierigkeiten ein-oder durchzuschlafen, oder haben Sie zuviel geschlafen? 7. Hatten Sie verminderten Appetit, oder haben Sie übermäßig viel gegessen?

3 Hauptsymptome h gedrückte, depressive Stimmung h Interessenverlust, Freudlosigkeit h Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit Zusatzsymptome hverminderte Konzentration und Aufmerksamkeit hvermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen hgefühle von Schuld und Wertlosigkeit hnegative und pessimistische Zukunftsperspektiven hsuizidgedanken /-handlungen hschlafstörungen hverminderter Appetit =2 =2 = =3-4 =2 und und und Symptome > 2 Wochen =>4 Schweregrad leichte mittelgradige schwere Depressive Episode Verlaufsaspekte mono-phasisch rezidivierend im Rahmen eines bipolaren Verlaufs ICD-10 F 32.xx F 33.xx F 31.xx

4 Depressive Symptomatik im Vorschulalter trauriger Gesichtsausdruck verminderte Gestik und Mimik leicht irritierbar und äußerst stimmungslabil mangelnde Fähigkeit, sich zu freuen introvertiertes Verhalten, aber auch aggressives Verhalten vermindertes Interesse an motorischen Aktivitäten Essstörungen bis zu Gewichtsverlust/-zunahme Schlafstörungen, Alpträume

5 bei Schulkindern verbale Berichte über Traurigkeit suizidale Gedanken Befürchtungen (dass Eltern nicht genügend Beachtung schenken) Schulleistungsstörungen im Pubertäts-und Jugendalter vermindertes Selbstvertrauen Apathie, Angst, Konzentrationsmangel Leistungsstörungen zirkadiane Schwankungen des Befindens psychosomatische Störungen Kriterien der depressiven Episode erfüllbar

6 Depression: Epidemiologie Lebenszeitprävalenz (bis 18 Lbj.): Bremer Jugendstudie 18% Münchner Jugendstudie 14%. litten schon einmal an depressiven Störungen 12-Monats Prävalenzen: Diagnosekriterien erfüllt Oregon Study (USA) 3% ZESCAP (Schweiz) 5,3 % EDSP (Bayern) 4,8 %

7 Depression: Epidemiologie Prävalenz Depressiver Störungen bei Jährigen in USA (n= CIDI) (Kessler et al. 2012) letzter Monat 2,6 % 12 Monate 8,2 % - schwer, stark beeinträchtigend 35,6% - moderate Beeinträchtigung 31,0% - milde, leichte Beeinträchtigung 33,4 % Odds Ratio für ernsthafte psychische Störungen: - Unterkontrolliert, Sozialverhalten Depression, Dysthymie 4.5

8 Depressionsentwicklung: Wahrscheinlichkeiten Anstieg der Symptomatik (nach Lewinsohn et al.): <12 J: 4%; <14 J: 7%; <15 J: 15%; <17 J: 21% 0,35 0,3 0,25 0,2 0,15 0,1 0, Jahre Mädchen Jungen

9 Kind - Veranlagung - Temperament - Kognitive Kompetenzen -Körperliche Gesundheit Bezugsperson -Bindungserfahrung der Mutter -Überzeugungen und Werte (in Bezug auf sich selbst und das Kind) -Erziehungsverhalten -Kognitive Kompetenzen -Selbstsystem: Copingstil -Gefühlslage -Körperliche Gesundheit Vulnerable Bindung Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression im Jugendalter nach McCauely et al. -Negatives Selbstschema -Ungünstige Arbeitsmodelle zur Affektmodulation -Negative Erwartungen gegenüber Bindungspartnern Dysfunktionale Kognitionen Dysfunktionale Emotionsregelung Familiäre und kontextuelle Belastungen Selbstsystem -Copingstil -Persönlichkeit -Kognitive Kompetenzen -Körperliche Merkmale -Soziale Kompetenzen Umwelt -Sozioökonomischer Status -Familiäre Umwelt -Elterliche Beziehung -Soziale Unterstützung -Soziales Lernen -Aufgaben/ Pflichten -Belastende Lebensereignisse Depression Verhaltensdefizite Spezifische Stressoren in der Adoleszenz -Körperliche und kognitive Reifung -Reformulierung der Beziehung zu Gleichaltrigen -Verselbständigung -Identitätsbildung

10 Geschlechtsspezifische biologische Besonderheiten: z.b. Bereitstellung bzw. Aktivierung von Serotonin Geschlechtsspezifische soziale Erfahrungen Hormonelle Veränderungen (insbesonders Zunahme von Oxytocin, Östrogen, Testosteron) Verstärktes soziales Nähebedürfnis Stress: Negative Lebensereignisse und Belastungen (v.a. mit sozialen Auswirkungen) Unsichere Elternbindung Ängstliches/ gehemmtes Temperament Ängste Problematischer Übergang zum Jugendalter Depressionsbezogene Diathese: Starkes Nähebedürfnis Geringe Bindungssicherheit Starke Ängstlichkeit Geringe problemorientierte/ instrumentelle Bewältigungsfertigkeiten Weniger problemorientiertes Coping Depression Modell zur Erklärung des erhöhten Depressionsrisikos bei Mädchen im Jugendalter nach Cyranowski et al.

11 Integriertes heuristisches Therapiemodell für die Kognitive Verhaltenstherapie Kognitive Prozesse automatische Gedanken neg. Attributionen, dysfunktionale Bewertungen Situative Bedingungen, Auslöser Verhalten, Kompetenzen Ressourcen, Bewältigung Interaktionsmuster, Defizite Depressive Symptome Aktivitäten, verstärkende Erfahrungen, Tagesstruktur

12 Typische Maßnahmen. 1. Passivität und Inaktivität überwinden - Beobachtung: Aktivitäten/Stimmung - Steigerung angenehmer Aktivitäten - Tages- und Wochenstrukturierung - Reduktion aversiver Bedingungen, Pflichten, Strukturen

13 Typische Maßnahmen. 2. Pessimistisches, negatives Denken reduzieren und überwinde - Unterbrechung von negativen Gedanken - Steigerung hilfreicher, positiver Gedanken - Erkennen, Hinterfragen und Korrigieren automatischer Gedanken - Veränderung dysfunktionaler Einstellungen

14 Typische Maßnahmen. 3. Sicherer und kompetenter werden - Überwindung von Fertigkeitendefiziten - Einübung von neuem Verhalten -Vermehrung/Verbesserung sozialer Kontakte - Verbesserung der familiären Interaktion

15 Kognitive Verhaltenstherapie Gefährliche Botschaften: 1. Sei doch aktiver 2. Denk doch nicht so komisch 3. Trau dir doch mehr zu

16 KVT: Rahmenbedingungen, Grundmerkmale Problemorientierung, Schlüsselprobleme Strukturiertheit, Zielorientiert, Direktivität Gegenwartsnähe, Alltagsnähe Transparenz, Erklärungen, Information Akzeptanz, Professionalität, Sicherheit Interessierter, neugieriger, aktiver Therapeut Kooperation, Arbeitsbündnis Fertigkeiten orientiert, Kontrolle erwerben Neulernen, Kompetenzen erwerben, Übungen Rückmeldungen, Zusammenfassungen

17 Sechs Therapiephasen der KVT Phase 1: zentrale Probleme erkennen, benennen; Aufbau therapeutischer Beziehung, Akzeptanz Phase 2: Vermittlung therapeutisches Modell, Struktur und Elemente der Therapie Phase 3: Aktivitätsaufbau, Tagesstruktur Phase 4: Bearbeiten kognitiver Muster und dysfunktionaler Informationsverarbeitungen Phase 5: Verbesserung der sozialen, interaktiven, problemlösender Kompetenzen Phase 6: Vorbereitung auf Krisen, Beibehaltung des Gelernten, Rückfallverhinderung

18 Bausteine von KVT z.b. Lewinsohn et al. 1978; Clarke et al 1990; Brent et al 1997; Harrington 2001; Ihle & Herrle 2002; Pössel, Horn, Seemann & Hautzinger 2004; TADS 2004; Spröber et al. 2012; Abel & Hautzinger 2013 Zusammenhang zwischen Kognitionen, Emotionen und Verhalten Exploration und Veränderung dysfunktionaler Kognitionen Problemanalyse, Rationale Formulierung von Zielen Training sozialer Kompetenzen Selbstsicherheitstraining Alltagsgestaltung Aktivierung verstärkende Tätigkeiten

19 KVT: Kognitive Verhaltenstherapie (Gruppe) 1-3:Kennenlernen, biographische Informationen, Problemanalyse, Ziele definieren, Stimmungsbeobachtung, Psychoedukation, Zusammenhang von Denken-Fühlen-Handeln erklären, Überblick über Behandlungsprogramm, Schritte und Aufgaben 4-7:Verhaltensbezogenen Interventionen, Aktivierung, Angenehme Tätigkeiten, Balance von Pflichten und Angenehmem, Tages- und Wochenstruktur 7-12:Kognitive Interventionen, Gedankenkontrolle, Automatische Gedanken, Alternative Gedanken erarbeiten (Spaltenprotokoll), Grundüberzeugungen, Schemata, Veränderung von Einstellungen 10-15:Soziale Fertigkeiten trainieren, Problemlösefertigkeiten lernen, Kommunikationsfertigkeiten üben, Rollenspiele 15-16:Krisenmanagement, Rückfallprophylaxe, Beibehalten der Fortschritte, Notfallplanung

20 KVT: Kognitive Verhaltenstherapie (Individuell) is a skill oriented treatment based on the assumption that depression is either caused by or maintained by depressive thought patterns and a lack of active, positively reinforcing behavioral patterns (TADS 2004) Über 12 Wochen und in 15 Einzelsitzungen, wobei Eltern und Familien einbezogen werden können Interventionselemente umfassen typische KVT Strategien: Psychoedukation, Ziele formulieren, Stimmungsbeobachtung, Erklärung des Zusammenhangs von Fühlen-Denken-Handeln, Aktivierung, Alltagsgestaltung, Wochenstrukturierung, Fertigkeiten (soziale, interaktive) einüben, kognitive Umstrukturierung

21 Gruppenprogramm Michi (Spröber et al. 2013) Psychoedukation Kennen lernen Störungsspezifisches Wissen zur Depression; Entstehungsmodell + Gefühle Erarbeitung individueller Entstehungsmodelle der Depression Gefühlsdreieck: Zusammenhang Denken, Fühlen und Handeln Wie gerät man in Abwärtsspirale der Depression, wie kommt man wieder aus ihr heraus? Ressourcenaktivierung Informationen zum Selbstwert Emotionsregulation: wie beeinflusse ich meine Gefühle? Ressourcenaktivierung Schritte zu mehr Gelassenheit Grundbedürfnisse stillen (Schlafen, Essen, Sport treiben) Lebensaktivität steigern (Freunde treffen, täglich etwas tun, das einem Spaß macht) Überlebenshilfe bei Krisen (was tun in akuten Krisensituationen, bei drängenden Suizidgedanken) Kontrolliere Gedanken und verändere Gedanken Kompetentes Problemlösen Rückfallprophylaxe Vertrauenspersonen werden mit eingeladen, erfahren, wie sie Betroffene unterstützen können

22 Beispielsitzung: Ich kann meine Gefühle beeinflussen Selbstwert Bitte schaue kurz in Dein Stärkenbuch, wenn Du den Ball bekommst, dann ergänze: Ich bin / ich kann, gebe den Ball dann weiter. Tempo! Besprechung: Wie habt Ihr Euch gefühlt, als ihr Eure Stärken benannt habt? War es anders als letzte Woche? Komplimente Lege Dein Stärkebuch auf den Tisch, schlage eine unbeschriebene Seite auf, auf der Du die Überschrift Komplimente für (schreibe Deinen Namen hin) notierst. Stehe auf, gehe reihum und schreibe auf diese Seite eines jeden Gruppenmitglieds ein Kompliment von Dir an ihn oder sie. Denke bei Deinen Formulierungen daran: We get what we give! Oder zu Deutsch: Wie wir in den Wald rufen, so kommt es zurück! Wenn Du fertig bist, lies Dir die Komplimente durch, die Du bekommen hast. Worüber bist Du überrascht? Was hast Du schon über Dich gewusst? Wie fühlst Du Dich, wenn Du die Komplimente liest?

23 Emotions-/ Gefühlsregulation Sieh Dir die Situationen noch mal an, die Du als Alltagsaufgaben aufgeschrieben hast: Depressive Momente Gute Momente. Gibt es Situationen, die richtig negativ sind und andere, die eher mittelmäßig sind? Übung:Nehme Dir kurz Zeit, schaue Dir einen guten und einen depressiven Moment genauer an. Wie unterscheidet sich Dein Denken, Fühlen, Handeln in den Momenten? Notiere: (Mein) EmotionsThermometer Bitte male das Thermometer entsprechend der nachfolgenden Anleitung aus. Zeichne ein, wie Du Dich heute fühlst: grün = ausgeglichen orange = mittelunbehaglich rot = richtig schlecht/depressiv Je größer eine Farbenfläche des Thermometers ausfällt, umso öfter empfindest du dieses Gefühl. Beispiel: Eine Person denkt über sich, dass sie heute sehr ausgeglichen ist, sich selten unbehaglich fühlt, sondern -wenn es ihr schlecht geht- sie sich sofort ganz depressiv fühlt. Diese Person würde eine große grüne Fläche, einen kleinen/ schmalen Streifen orange malen und eine große Fläche rot. Jetzt bist Du dran!

24 KVT Programm für depressive Jugendliche (Abel & Hautzinger 2013) Psychoedukation (1. 3. Sitzung) Positive Aktivierung (4. Sitzung) Kognitive Therapie ( Sitzung) Soziale Fertigkeiten ( Sitzung) Zukunft und Notfallplan (17. Sitzung) Psychoedukation Eltern und Bezugspersonen Stationär und ambulant einsetzbar. Kann als Gruppe zweimal oder einmal pro Woche durchgeführt werden

25 Stimmungstagebuch Was hat sich besonders positiv oder besonders negativ auf Deine Stimmung ausgewirkt? Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

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30 Wähle eine der besprochenen fünf Strategien, wie man mit Problemen umgehen kann: Jedes Mal, wenn Du alleine bist, bist Du niedergeschlagen und schlecht gelaunt. Wenn Du mit Freunden zusammen bist, geht es Dir etwas besser. Du findest Mathe blöd und lernst auch nichts dafür. Deine Noten werden immer schlechter. Deine Versetzung ist gefährdet. Auf dem Schulhof hast Du das Gefühl, ein Mädchen (Junge), mit dem Du nichts zu tun hast und das (der) Dir eigentlich egal ist, Dich manchmal komisch anschaut. Vor Klassenarbeiten bist immer ziemlich aufgeregt, auch wenn Du genug gelernt hast. Du denkst immer, Du wirst das nie schaffen und alle anderen das viel besser hin bekommen als Du..

31 MF-PEP Multifamiliäre Psychoedukative Psychotherapie Fristad et al Sitzungen (90 min) mit 6-7 Familien (Eltern und Kindergruppe) Psychoedukation (Depression, Affektive Störungen, Medikation) Familieninterventionen (Kommunikation, Rollen, Funktionen) Kognitive und Verhaltensverändernde Interventionen: Problemlösen, Aktivierung, Tagesstruktur, soziale und interaktive Fertigkeiten, Einstellungsänderungen, kognitive Umstrukturierung. Ziele:Wissen über Depressionen und deren Behandlung, Unterstützung durch andere Betroffene und Therapeuten, Erwerb von Fertigkeiten um Stimmung zu regulieren und Depressionen zu bewältigen, Verbesserung der familiären Interaktion und Kommunikation, Problemlösen lernen

32 SPARX (online Intervention) Smart, Positive, Active, Realistic, X-factor Thoughts Stasiak et al. 2010, Level 1: Cave Province: Finding Hope Psychoedukation, KVT-Rational, GNATs ( gloomy negative automatic thoughts ); HOPE (wie man Depressionen überwindet), Entspannung Level 2: Ice Province: Being Active Aktivierung, Tagesstruktur, Entspannung, Kommunikation und interpersonelle Fertigkeiten Level 3: Volcano Province: Dealing with Emotions Umgang mit Emotionen (Ärger, Frustration usw.), Selbstsicherheit, Zuhören, Konflikte lösen Level 4: Mountain Province: Overcoming Problems Problemlösen, Problemlöseschritte, negative Gedanken identifizieren, kognitives Umstrukturieren Level 5: Swamp Province: Recognising Unhelpful Thoughts Kognitives Umstrukturieren, verschiedene Arten von GNATs Level 6: Bridgeland Province: Challenging Unhelpful Thoughts Kognitives Umstrukturieren, SWAP negative automatische Gedanken, interpersonale Fertigkeiten Level 7: Canyon Province: Bringing it Altogether Wiederholung, Zusammenfassung, Krisen und Rückfallverhinderung, Nofallplanung

33 Was wissen wir heute zur Wirksamkeit und Evidenzbasierung von Psychotherapie bei Depressionen im Kindes-und Jugendalter Bis 1998 hat keinepsychotherapie bzw. keine psychologische Intervention die Kriterien einer evidenzbasierten, also durch kontrollierte Studien unterstützte Behandlung erfüllt. Das hat sich seitdem deutlich verbessert!

34 Fluoxetine, KVTund Kombination bei Jugendlichen (N=439, 14,6 J) mit MDE TADS Study 2004, 2007 [auch Goodyer et al N = 208] 70 Besserungsrate % Wo 6 Wo 12 Th-ende Wo 18 Wo 24 Wo 30 Wo 36 SSRI KVT KOMB

35 KVT, Sertralin und Kombination bei Jugendlichen mit Depression Melvin et al % ungebessert Baseline Wo 12 Th-ende Wo 36 KVT Sertralin KOMB

36 KVT Effektivität A Benchmarking Investigation Weersing et al. 2006; Abel et al Effektivität von KVT unter regulären Versorgungsbedingungen bei Jugendlichen mit Depression Vergleich von STAR Service (USA) bzw. ambulanter Psychotherapie (D) mit verschiedenen RCT Efficacy Studien mit identischen KVT Interventionen 80 STAR Behandlungen von Jugendlichen (15.5 J) 30 ambulante Psychotherapien von Jugendlichen (14,9 J) 37 dazu passende RCT jugendl. Patienten (15.7 J) Effektstärkenmaße von 8 RCT (> 1000 jugendl. Pat.)

37 Z-score 2,5 2 1,5 1 0,5 0-0,5 Intake 3 mon 6 mon -1 STAR RCT Klinik RCT Werbung Abel et al

38 SPARX:Online-Intervention für Jugendliche (MW 15,6 J) N = 94, 15,6 J N = 93, 15,6 J The effectiveness of SPARX, a computerised self help intervention for adolescents seeking help for depression. A randomised controlled non-inferiority trial Merry, Stasiak et al BMJ (online April 2012)

39 Indikative Prävention (Gillham et al. 1995): KVTmit Kindern (11-12 J) mit erhöhten Depressionswerten(n=70 KVT, n=50 KG) CDI KVT KG Prä Post 6 Mon 12 Mon 18 Mon 24 Mon

40 Selective Prevention (Clarke et al. 2001, auch Garber et al. 2009): Kinder depressiver Eltern, KVT(CWD)über 15 Wo N = 47 CWD, 40 keine Intervention (13-18 J)

41 Ziel: Förderung von Kompetenzen zur Bewältigung des Alltags und der sozialen Interaktionen für Jugendliche in der 8. Klasse in Hauptschulen Hautzinger, Patak & Wahl 2009/2013

42 Universale Prävention Ziele Verringerung der Häufigkeit emotionaler Beeinträchtigung und des Auftretens affektiver Störungen Beeinflussung (Reduktion) von Risikofaktoren Steigerung (Empowerment) von Schutzfaktoren und Resilienzen Schaffung und Training von Fertigkeiten und Fähigkeiten

43 Präventionsprogramm für 8. Klassen (Real- und Hauptschulen) Formulierung persönlicher Ziele Vermittlung des Zusammenhangs von Kognitionen, Emotionen und Verhalten Exploration und Veränderung ungeschickten Kognitionen Selbstsicherheit lernen Training sozialer und alltäglicher Fertigkeiten Gute Integrationsmöglichkeiten in den Bildungsplan

44 Umfang: 10 Doppelstunden in der Schule nach Geschlecht getrennte Gruppe 1. Doppelstunde: Einführung, Regeln, Ziele 2. Doppelstunde: Find your aims Doppelstunde: Magische Spirale Doppelstunde: Think Doppelstunde: Just do it Doppelstunde: Get in touch

45 1. Doppelstunde Allgemeine Einführung und Kennenlernen Begrüßung, Muntermacher Einführung Videokamera Ordner und Aufkleber austeilen Gemeinsame Regeln erarbeiten Poster erstellen Ziele und Ablauf erläutern (DVD) Wissenstest einführen Sinn von Rollenspielen erläutern u.u. Abschlußspiel

46 Die Themen von Lebenslust mit LARS&LISA Set your goals(eigene Ziele finden) Wie können wir eigene Zielefinden? Was müssen wir tun um unsere Ziele zu erreichen? Magische Spirale Wie beeinflussen sich Gedanken, Gefühle und Verhalten gegenseitig? Think (Einfluss meiner Gedanken) Wie können wir selbstabwertende Gedanken, die zu negativen Gefühlen führen, entdecken? Wie können wir selbstabwertende Gedanken durch selbstaufbauende und realistischere_gedanken ersetzen? Just do it(mach s einfach) Was sind Merkmale selbstsicheren Verhaltens? Wie können wir unsere Ziele angemessen und selbstsicher erreichen? Getin touch(geh auf andere zu) Wie können wir jemanden kennenlernen, ein Gespräch beginnen und Freundschaften aufbauen?

47 2. Doppelstunde Set your goals Muntermacher Ziele einführen Regeln für das Formulieren eigener Ziele Gemeinsames Ziele-Poster erstellen Erarbeiten eines eigenen Ziels mit Teilzielen u.u. Abschlußssspiel

48 Das Formulieren von Zielen 1. POSITIV! Sag, was Du willst und nicht, was Du nicht willst. 2. UNABHÄNGIG Sei unabhängig von anderen um Dein Ziel zu erreichen. 3. MESSBAR Damit Du weißt, wann Du Dein Ziel erreicht hast. 4. REALISTISCH Ist Dein Ziel erreichbar? 5. MINI-ZIELE Teile große Ziele in kleine Schritte Womit kannst Du gleich anfangen? Beachte Punkt 1-4 auch bei den Mini-Zielen.

49 Folie 2.2/Arbeitsblatt 2.2 Auf dem Weg zum Ziel Ziel Mini-Ziel Mini-Ziel Mini-Ziel Erstes Mini-Ziel Ziel: Mechatroniker / Arzthelferin werden Mini-Ziel: Ausbildungsstelle finden Mini-Ziel: guten Hauptschulabschluss machen Mini-Ziel: in Deutsch und Mathematik mindestens Note 2 schaffen Weitere Mini-Ziel: auf die nächsten Arbeiten lernen; im Unterricht nachfragen, wenn ich etwas nicht verstehe Erstes Mini-Ziel (Womit fange ich gleich an?): heute Nachmittag eine Stunde für die Mathearbeit morgen lernen

50 3. Doppelstunde Magische Spirale-I Muntermacher Was sind Gedanken, Gefühle und Verhalten Unterscheidung Gedanken und Gefühle Emotionscharade Gedanken, Gefühle und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig Runterzieher und Aufbauer u.u. Abschlußspiel

51 Gedanken oder Gefühle? Beurteilt für jeden Absatz, ob hier ein Gedanke oder ein Gefühl dargestellt wird. Achtet dabei auf die kursiv gedruckten Textteile und denkt daran, entscheidend ist nur, was wirklich da steht, nicht was wir uns eventuell dazu denken. Schon seit Stunden hockte Lars vor dem PC. Eigentlich sollte er sich die Übungsaufgaben für die Mathematikarbeit morgen ansehen, doch obwohl er sich ein wenig unwohl in seiner Haut fühlte, spielte er lieber sein neues Computerspiel. Gedanke Gefühl Eben überlegte er, wie er den Endgegner in Level 13 schlagen könnte, als sein Handy klingelte. Gedanke Gefühl Verdammt ausgerechnet jetzt. Ärgerlich drückte er die Pause- Taste und griff nach seinem Handy. Gedanke Gefühl Lars hier. Am anderen Ende meldete sich Lisa. Äh, hallo Lisa, stammelte er, was ihm gleich peinlich war. Gedanke Gefühl

52 Verbindungen Gedanken Ich bin so ein Idiot! Ich habe viel für die Arbeit gelernt. Niemand will mit mir weggehen. Der Lehrer ist so unfair. Ich kann nicht glauben, dass ich das getan habe. Ich werde solchen Ärger bekommen. Ich glaube, ich war gut in dem Spiel. Wir haben gewonnen! Gefühle ärgerlich traurig froh ängstlich beschämt Verhalten weinen schreien sich ablenken (z.b. TV) einen Freund anrufen alleine sein schlafen lachen jemanden umarmen weggehen spazieren gehen angeben

53 4. Doppelstunde Magische Spirale-II Muntermacher Die Magische Spirale Verhalten beeinflusst unser Denken und Fühlen Bedeutung von Runterziehern Runterzieher -Spiel u.u. Abschlußspiel

54 Magische Spirale Aufwärts- und Abwärtsspirale...!...!...!...!...!...!

55 Verschiedene Merkmale von Runterziehern: 1. Forderungs-Runterzieher Ich/Jemand anderes muss/sollte Verallgemeinerungs-Runterzieher Ich werde nie, Keiner wird mich jemals, Allewerden Katastrophen-Runterzieher Es ist furchtbar, dass Es ist schrecklich, dass Mücke-Elefant-Runterzieher Ein bestimmtes Ereignis wird überbewertet und als Hinweis für z. B. mangelnde Fähigkeit oder eine gekündigte Freundschaft gesehen: Wenn ich die Arbeit nicht schaffe, dann bin ich ein totaler Versager!

56 Runterzieher 1) Was sind Runterzieher?: Bitte richtige Antworten ankreuzen (mehrere möglich): Gedanken, die das Erreichen eines Ziels behindern Gedanken, die dazu führen, dass wir uns schlecht fühlen Gedanken, die uns helfen Gedanken, die nicht realistisch sind 2)Nenne mindestens zwei Wörter, die Anzeichen für einen Runterzieher sind: 3) Schreibe einen Runterzieher auf:

57 5. Doppelstunde Think-I Realitäts-Check LARS&LISA Comic Beispiel eines vollständigen Realitätschecks Bedeutung von Runterziehern Von Runterziehern zu Aufbauern u.u. Abschlußspiel

58 6. Doppelstunde Think-II Aufbauer -Spiel Runterzieher-Aufbauer Comic zeichnen Zusammenfassung von bisher Gelerntem Bedeutung des Trainings von Aufbauern Überleitung von Gedanken zu Verhalten u.u. Abschlußspiel

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60 LARS & LISA Comic: Eis? Wie fühlt sich Lars? Was für Gedanken hat er? Sind das Runterzieher? Woran können wir das erkennen? Welche weiteren Erklärungen gibt es dafür, dass Lars Runterzieher nicht realistisch sind? (andere Gründe für die Absage von Lisa?)

61 Realitäts-Check: Was ist das? Wie geht das? Situation (ein unerwünschter Vorfall): Beispiel: Du hast eine schlechte Note bekommen 1) GEFÜHLE Ich fühle mich schlecht (traurig, wütend, nervös, etc.) STOP Einen Moment mal! 2) GEDANKEN Was für einen Runterzieher habe ich gerade? (Auf einen Satz/Gedanken konzentrieren.) 3) CHECK: Stimmt das??? Was spricht gegen den Runterzieher? Gibt es andere Erklärungen in der Situation? ) Mache einen AUFBAUER draus!

62 Runterzieher - Aufbauer Comic Verhalten: Geht nach Hause statt jemand anderen zu fragen. Runterzieher Gedanke: Sie geht nicht mit mir Eisesssen, weil ich ein Versager bin. Gefühl: unglücklich Realitäts-Check Will Laura fragen. Situation: Lars fragt Lisa, ob sie Lust hat mit ihm Eisessen zu gehen, aber sie möchte nicht. Verhalten: Verhalten Gedanken Aufbauer Gefühle Gedanke: Wenn Lisa nicht mit mir Eisessen will, ist das traurig, aber ich kann jemand anderen fragen. If Sara does not want to go out it s sad but I can ask someone else Gefühl: Fühlt sich etwas enttäuscht aber hoffnungsvoll Ergebnis Lars geht traurig und alleine nach Hause. Ergebnis Hi Laura, hast Du Lust Eisessen zu gehen? Hi Lars, klar, gerne!

63 7. Doppelstunde Just do it-i Soziale Situationen einführen Situationstypen einführen Modellrollenspiel zu unsicherem, aggressivem, selbstsicherem Verhalten Erarbeiten der Merkmale von unsicherem, aggressivem, selbstsicherem Verhalten Vor- und Nachteile des Verhaltens (Kleingruppe)

64 Regieanweisung für den Regisseur Just do it! Selbstsicheres Verhalten Deine Aufgabe ist es, den Mitspielern zu helfen, die Szene so gut wie möglich zu spielen. Achte darauf, dass beide Mitspieler Ihre Gedanken laut aussprechen und dass Mitspieler1folgendes Verhalten zeigt. Stimme: Klar und deutlich, aber nicht zu laut Blickkontakt: Blickkontakt ohne den anderen anzustieren Körperhaltung: Kopf aufrecht, gerade Haltung, angenehme Nähe Inhalt: Ich -Sätze (eigene Gefühle schildern), eigene Vorschläge machen, auf Äußerungen des anderen eingehen

65 Merkmale von selbstsicherem Verhalten Stimme: Blickkontakt: Körperhaltung: Inhalt: Merkmale von aggressivem Verhalten Stimme: Blickkontakt: Körperhaltung: Inhalt: Merkmale von unsicherem Verhalten Stimme: Blickkontakt: Körperhaltung: Inhalt:

66 8. Doppelstunde Just do it-ii Selbstsicheres Verhalten Einführung ins Rollenspiel Feedback-Regeln für Rollenspiele Rollenspiele der Schüler Rollenspiel mit Rollenwechsel

67 9. Doppelstunde Get in touch-i Rollenspiele der 8. Sitzung fortführen Kontaktaufnahme Trainer-Szenenspiel Was ist wichtig um mit anderen Kontakt aufzunehmen?

68 10. Doppelstunde Get in touch-ii Schüler-Rollenspiele zum Kontakt aufnehmen Interesse zeigen und Sympathie ausdrücken Das eigene Handeln als Erfolgskriterium LARS&LISA Quiz

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70 Akzeptanz KVT Programm (Pössel et al. 2003; Wahl et al. 2012) 2/3 der Jugendlichen beurteilen LARS&LISA als gut oder sehr gut 68 % der Jugendlichen geben an durch L&L etwas für ihren Alltag gelernt zu haben * ** ** * * ** * ** *

71 Schulbasiertes Programm (L&L Realschulen) Depressive Symptome ** Pre Post 3 mon 6 mon 12 mon L&L reg. Unterr.

72 Positive Effekte von LARS&LISA (Realschulen) auf selbstberichtete depressive Symptomatik der Jugendlichen und aggressives Verhalten bis zu 12 Monate nach Ende des Trainings Generalisierung der Effekte z.b. signifikantes Absinken der Schulbucheinträge

73 Präventiver Effekt bei keiner, niedriger Depressivität ADS Prä Post 3 Monate 6 Monate L&L Kontrollen

74 Therapeutischer Effektebei erhöhter Depressivität ADS d = Prä Post 3 Monate 6 Monate L&L Kontrollen

75 Studie: LARS & LISA 5 Hauptschulen ADS (Berücksichtigung der Eingangssymptomatik) Zeit x Bedingung: p=.016*, η Prä Post 1 J. Nachunters.

76 Zusammenfassung: Psychotherapie bei Kindern mit Depression Effect Size d 1 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 Treatments PDPT (2) KVT (7) KVT Fo-up FST (1)

77 Zusammenfassung: Psychotherapie bei Jugendlichen mit Depression Effect Size d 1 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 Treatment KVT (14) KVT Fo-up (8) IPT (4) IPT Fo-up (2) FST (2)

78 Metaanalysen Reinecke et al. 1998; Lewinsohn & Hautzinger 1999; Michael & Crowley 2000; Weisz et al. 2006, Watanabe et al Prä -Post Psychotherapie: d = Psychotherapie vs. Kontrollen: d = Prä Follow-up: d = Fluoxetine (TADS prä-post): g =.68 Kombination (TADS prä-post): g =.98

79 Zusammenfassung: Evidenzbasierte Psychotherapien für Depressionen im Kindesalter Kognitive Verhaltenstherapie KVT in der Gruppe, nur Kinder KVT in der Gruppe, Kinder + Eltern Selbstkontrolltherapie Verhaltensaktivierung wirksam, Stufe: A wahrscheinlich wirksam, Stufe B Psychoedukation, Unterstützung Familien (System-) Therapie experimentell, Stufe 0 Psychodynamische Therapie

80 Evidenzbasierte Psychotherapien für Depressionen im Jugendalter Kognitive Verhaltenstherapie KVT in der Gruppe (nur Jugendliche) wirksam, Stufe: A KVT in der Gruppe (mit Eltern) wahrscheinlich KVT individuell (mit Eltern) wirksam Stufe: B Biblio- bzw. Online Therapie experimentell, Familien (System-) Therapie Stufe: 0 Interpersonale PTh(in Gruppen)

81 Empfehlungen: Was kann man tun? 1. Erkennen, Ansprechen, Benennen, Erklären 2. Runterzieher und Aufbauer erklären 3. Alltag gestalten und Verhalten einüben Gruppe (strukturiert, übend, Materialien) über Sitzungen anbieten (z.b. L & L)

82 1. Erkennen, Ansprechen, Benennen, Erklären Hauptsymptome h gedrückte, depressive Stimmung h Interessenverlust, Freudlosigkeit h Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit Zusatzsymptome hverminderte Konzentration und Aufmerksamkeit hvermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen hgefühle von Schuld und Wertlosigkeit hnegative und pessimistische Zukunftsperspektiven hsuizidgedanken /-handlungen hschlafstörungen hverminderter Appetit

83 WHO-5 Screening In den letzten zwei Wochen war ich froh und guter Laune... habe ich mich ruhig und entspannt gefühlt... habe ich mich kraftvoll und aktiv gefühlt... habe ich mich beim Aufwachen frisch und ausgeruht gefühlt... war mein Alltag voller Dinge, die mich interessieren Die ganze Zeit Meistens Etwas mehr als die Hälfte der Zeit Etwas weniger als die Hälfte der Zeit Ab und zu Zu keinem Zeitpunkt Punktberechnung Der Rohwert kommt durch einfaches Addieren der Antworten zustande. Der Rohwert erstreckt sich von 0 bis 25, wobei 0 das geringste Wohlbefinden/niedrigste Lebensqualität und 25 größtes Wohlbefinden bezeichnen. < 14 Pkt. kritische Grenze!

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