Bachelorarbeit. (11.März Juni 2014) Verfasser: Alexandra Kobzev Matrikel-Nr.:

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1 Ein Vergleich der unterschiedlichen gesetzlichen Erneuerbare-Energie- Strategien in den Ländern Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Strom- und Wärmebereich Alexandra Kobzev

2 Tabellenverzeichnis Bachelorarbeit (11.März Juni 2014) Verfasser: Alexandra Kobzev Matrikel-Nr.: Zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Engineering im Studiengang Infrastrukturmanagement 1. Betreuer: Herr Prof. Dr. Dr. Andrej M. Pustišek 2. Betreuerin: Frau Cornelia Daniel-Gruber 2

3 Tabellenverzeichnis Inhalt Tabellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Einführung Motivation Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit Vorgehensweise und Aufbau Europäische Energieversorgung im Wandel Historische Energieentwicklung Politische Ausbauziele Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Volkswirtschaftliche Kennzahlen Energiewirtschaft Primär- und Endenergieverbrauch Anteil der Sektoren am Energieverbrauch Deutschland Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Ausbauziele Potenzialstudien Fördersituation Österreich Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Ausbauziele Potenzialstudien Fördersituation Vereinigtes Königreich Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Ausbauziele Potenzialstudien Fördersituation

4 Tabellenverzeichnis 7. Dänemark Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Ausbauziele Potenzialstudie Fördersituation Zusammenfassung Fazit Anhang Begriffserklärungen Quellenverzeichnis

5 Tabellenverzeichnis Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Vergleich der volkswirtschaftlichen Kennzahlen der Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark Tabelle 2: Energievergleich des Primär-und Endenergieverbrauchs und der Anteile der Erneuerbaren Energien an verschiedenen Energiesektoren bei Deutschland, Österreich, dem Vereinigten Königreich und Dänemark Tabelle 3: EEG-Umlage 2014 nach Energieträgern Photovoltaik, Biomasse, Wind-Onshore und - Offshore und Sonstige. Der jährliche Ausbau der Erneuerbaren Energieträger wird als die zu installierende Leistung in GW aufgezeigt Tabelle 4: Ausbauziele für die Jahre 2015 und 2020 jeweils bei installierter Leistung in MW und bei der Energie in GWh und Finanzierung der Erneuerbare-Energie-Technologien in Mio. für die Energieträger Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Biogas sowie Photovoltaik aus dem Ökostromgesetz Tabelle 5: Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien mit Ausbauzielen für 2020 und dessen Anteil an der Stromproduktion 2020 für die Energieträger Wasserkraft, Photovoltaik, Gezeiten-und Wellenkraft, Onshore- und Offshore-Windenergie und Biomasse Tabelle 6: Wärmegewinnung und Kühlung aus Erneuerbaren Energien mit Ausbauzielen für 2020 und dem Anteil an der Wärme- und Kältebereitstellung 2020 für die Energieträger Biomasse, Biogas, Wärmepumpen, Solarthermie und Geothermie Tabelle 7: Finanzierungsvorschlag der Regierung von 2011 mit dem jeweiligen Zweck und dem Beitrag bis Tabelle 8: Instrumente zur Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Vergleich die Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark Tabelle 9: Umrechnungsfaktoren der Energieeinheiten kj, kcal, kwh, kg SKE, kg RÖE und m 3 Erdgas 78 Tabelle 10: Umrechnungsfaktoren der Energieeinheiten J, cal, Wh, SKE, RÖE, OE, m 3 Erdgas, BTU, kpm, erg und ev

6 Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Anteil der einzelnen Energieträger am europäischen EU-27-Bruttoinlandsverbrauch im Jahr 1995 und Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energie, Erdöl und Produkte, Festbrennstoffe, Erdgas und Kernenergie Abbildung 2: Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 2012 und für das EU- Ausbauziel Verglichen werden die einzelnen EU-28-Staaten und das der Durchschnitt der EU-28 Länder Abbildung 3: Energieimportabhängigkeit der Bruttoendenergie in der EU 2011 der vier Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich, Dänemarkund dem Durchschnitt der EU-27 Mitgliedsstaaten Abbildung 4: Deutscher Primärenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle, Kernenergie, Sonstige - 22 Abbildung 5: Deutscher Primärenergieverbrauch Erneuerbarer Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Biomasse, Hausmüll, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Biokraftstoffe, Wasserkraft und Windenergie Abbildung 6: Österreichischer Bruttoinlandsverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle und Sonstige Abbildung 7: Österreichische Endenergie nach erneuerbaren Energieträgern im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Holzbrennstoffe, Laugen, Biogas, Biokraftstoffe, Wasserkraft, Solarthermie, Windkraft, Fernwärme, Umgebungswärme und Sonstige Abbildung 8: Britischer Bruttoenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle, Kernenergie und Sonstige Abbildung 9: Britischer Gesamteinsatz der Erneuerbaren Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Holzbrennstoffe, Biogas, Biokraftstoffe, Wasser- und Wellenkraft, Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie, Hausmüllverbrennung, Co-Feuerung, sonstige Bioenergie und Sonstige Abbildung 10: Dänischer Bruttoenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle und Sonstige Abbildung 11: Dänische Produktion der Erneuerbaren Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Windkraft, Stroh, Holzbrennstoffe, Biogas, Bioabfall und Wärmepumpeneinsatz Abbildung 12: Deutsche Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 13: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 14: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 15: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch inklusive der Ausbaukorridore der Erneuerbaren aus dem Koalitionsvertrag 2013 für die Jahre 2020, 2025, 2030, 2035, 2040 und Abbildung 16: Endenergieeinsatz für Wärme im Basisszenario 2010 A in der Leitstudie

7 Abbildungsverzeichnis Abbildung 17: Bestandteile der EEG-Umlage im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Marktprämie, reine Förderkosten, Rückgang Börsenstrompreis, Industrieprivileg, Nachholung aus 2013 und Liquiditätsreserve Abbildung 18: Geplanter Zubau Erneuerbarer Energien, Reform des EEG, Abbildung 19: Österreichische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 20: Österreichische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ohne Wasserkraft (< 20 MW) Abbildung 21: Österreichische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 22: Bruttoinlandsverbrauch nach Energieträgern für die vorhandene Energiebilanz 2010 und die Szenarien WEM und WAM jeweils für die Jahre 2020,2030 aus dem Umweltkontrollbericht 45 Abbildung 23: Entwicklung der Anteile Erneuerbarer Energien in den Sektoren Wärme und Kälte, Elektrizität, Verkehr und dem Gesamtanteil dieser Sektoren für die Jahre 2005, 2008, , und 2020 nach dem nationalen Aktionsplan Abbildung 24: Energieautarkie für Österreich Verglichen werden die Szenarien Konstant und Wachstum, Nutzung von 2008 und das technische Potential für die Energieträger Biomasse, Wasserkraft, Photovoltaik, Windenergie, Solarthermie, Umweltwärme, oberflächennahe Geothermie und Tiefengeothermie Abbildung 25: Britische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 26: Britische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 27: Britische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 28: Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zwischen 2003 und 2013 aus den Energieträgern Wasserkraft, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Onshore- und Offshore-Windenergie - 55 Abbildung 29: Stromerzeugung nach den Brennstoffarten CCS Kohle, Kohle, CCS Erdgas, Erdgas, Mineralöl, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse, Importe, Windkraft, Kernenergie in TWh und der CO 2-Ausstoß in gco 2/kWh im Gone Green -Szenario Abbildung 30: Dänische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 31: Dänische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2035, 2040 und Für 2020 ist der 50 %-Anteil der Windkraft fest, nur der 20-%-Anteil könnte variieren Abbildung 32: Dänische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2035, 2040 und Abbildung 33: Verbrauch der fossilen Energieträger Kohle, Erdgas, Mineralöl und der Erneuerbaren Energien Biomasse, Windkraft und Sonstige in [PJ] für die Jahre 2010, 2020, 2035, Abbildung 34: Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent im Vergleich der vier Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark für die Jahre 2020, 2030, 2040 und

8 Abbildungsverzeichnis Abbildung 35: Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Prozent im Vergleich der vier Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Abbildung 36: Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmebereitstellung in Prozent im Vergleich der vier Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark für die Jahre 2020, 2030, 2040 und

9 Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis $ Dollar % Prozent Euro Paragraph BEE Bundesverband Erneuerbare Energie e.v. BHKW Blockheizkraftwerk BImSchG Bundesimmissionsschutzgesetz BIP Bruttoinlandsprodukt Bspw. beispielsweise Bzw. beziehungsweise CCS Carbon Dioxide Capture and Storage CfD Contracts for Difference CH 4 Methan CO 2 Kohlenstoffdioxid ct Cent DECC Department for Energy and Climate Change EE Erneuerbare Energien EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz EEWärmeG Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz Etc. et cetera EU Europäische Union EW Einwohner FES UK Future Energy Scenarios FKW Fluorkohlenwasserstoff g Gramm GW Gigawatt GWh Gigawattstunde GWh/a Gigawattstunde pro Jahr i.d.r. in der Regel km Kilometer Km 2 Quadratkilometer kv Kilovolt kw Kilowatt kwh Kilowattstunde kwh/a Kilowattstunde pro Jahr 9

10 Abkürzungsverzeichnis KWK m Mio. Mrd. Mtoe MW MWh MWh/a N2O NREAP Ø ÖSG PJ PSO PV SF 6 TWh UK v.chr. Vgl. WAM WEM z.b. Kraft-Wärme-Kopplung Meter Millionen Milliarde Megatonne Öleinheiten Megawatt Megawattstunde Megawattstunde pro Jahr Distickstoffmonoxid National Renewable Energy Action Plan Durchschnitt Ökostromgesetz Petajoule Public Service Obligation Photovoltaik Schwefelhexafluorid Terrawattstunde United Kingdom vor Christus vergleiche with additional measures with existing measures zum Beispiel 10

11 1. Einführung 1. Einführung Energie ist heutzutage unverzichtbar. Sie kann in verschiedenster Weise in den Bereichen Strom, Wärme oder Verkehr auftreten doch ihr Vorhandensein zur vorgegebenen Zeit an einem bestimmten Ort ist mit einer langen und meist komplizierten Vorgangskette verbunden. Zunächst muss der Rohstoff gewonnen und zum Verbraucher transportiert werden. Deshalb spielt die ökonomische Komponente bei der Energiebereitstellung angesichts immer knapper werdender natürlicher Ressourcen eine essentielle Rolle. Die Energiequellen können von fossilen Energieträgern wie Kohle, Mineralöl oder Erdgas über radioaktive Stoffe wie Uran oder Plutonium hin zu Erneuerbaren Energien variieren. Letztere sind besonders wichtig, da die fossilen Energieträger nicht unerschöpflich sind. Der Physiker Ugo Bardi hat im Bericht Der geplünderte Planet 1 für den Club of Rome die Rohstoffsituation der Welt untersucht und festgestellt, dass die Ressourcen nicht komplett aufgebraucht werden würden, sondern stattdessen immer teurer werden. Wenn die leicht zu fördernden Bodenschätze rarer werden, müssen neue Lagerstätten gesucht werden. Dort würde die Förderung der Bodenschätze energieintensiver sein und dadurch die Kosten ins Unermessliche treiben. 2 Deshalb ist es unbedingt nötig, rechtzeitig etwas dagegen zu tun. Die Atomenergie kann aber keine Lösung sein, da noch immer kein geeigneter Standort für das Endlager des radioaktiven Mülls gefunden wurde. Schon heute gibt es aber genügend Alternativen zu atomaren und fossilen Energien, und zwar ausgefeilte Technologien, die Tag und Nacht erneuerbaren Strom liefern können. Diese Erneuerbaren Energien, die bspw. aus der Sonnen-, Bio- und Windenergie, Wasserkraft oder Erdwärme gewonnen werden, sind im Vergleich zu fossilen Energieträgern unerschöpflich, kohlenstoffarm und helfen dabei, die Beeinträchtigung des Klimas zu begrenzen. Denn schon heute ist der ökologische Fußabdruck der Menschheit mehr als anderthalb Mal größer als die ganze Erde wir überziehen also das ökologische Konto unseres Heimatplaneten. 3 Das Stichwort Klimawandel beschreibt die globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Die Erderwärmung darf nach Ansicht vieler Wissenschaftler die kritische Stufe von 2 C nicht übersteigen, weil jenseits davon unbeherrschbare Folgen drohen. 4 5 Folglich müssen die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Innerhalb der Staatengemeinschaft bedarf es gemeinsamer Grundlagen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. 1 Bardi (2013) 2 Vgl. Endres (2013) 3 Vgl. Kappler (2014) 4 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2014a) 5 Vgl. Kobzev (2014) 11

12 1. Einführung 1.1 Motivation Nicht nur für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen soll es gemeinsame gesetzliche Grundlagen geben, sondern auch für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Auf der Ebene der Europäischen Union gibt es konkrete Energieziele, um zukünftig eine sichere, bezahlbare und unabhängigere Energieversorgung innerhalb der EU sicherzustellen. Europa hat sich das Ziel gesteckt, bis zum Jahr 2020 mindestens 20 % des Gesamtenergieverbrauchs durch Erneuerbare Energien zu decken. Die Produktionskapazität der Erneuerbaren nimmt auch dank den Förderungen stetig zu. 6 Allerdings haben die Mitgliedsstaaten der EU unterschiedliche lang- oder mittelfristige nationale Ausbauziele der Erneuerbaren Energien. Jedes Land kann über seinen Energiemix und dessen künftige Entwicklung entscheiden. Deshalb ist es besonders interessant zu beleuchten, welche Strategien die EU-Staaten verfolgen, um den Anteil der Erneuerbaren Energien auszubauen. Gibt es unter den Ländern Gemeinsamkeiten und könnten sie voneinander lernen? 1.2 Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit Ein wesentliches Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die gesetzlichen Strategien im Ausbau der Erneuerbaren Energien der EU-Staaten Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich sowie Dänemark zu untersuchen. Dabei soll der Schwerpunkt auf dem Zielhorizont zwischen 2020 bis 2050 liegen, um kurz- und langfristige Ausbauziele der Länder aufzuzeigen. Die EU-Richtlinie 2009/28/EG setzt im Hinblick auf das Gesamtziel der Erneuerbare Energien von 20 % bis 2020 für jedes Mitgliedsland der EU unterschiedliche Ausbauziele fest. Diese Ziele richten sich nach der jeweiligen Ausgangslage, dem Ausbaustand der Erneuerbaren Energien und dem wirtschaftlichen Potential des Landes. In der vorliegenden Arbeit soll ein Vergleich der vier Länder erstellt werden, um herauszuarbeiten, welche Gemeinsamkeiten und erkennbare Unterschiede gegeben sind. Der Inselstaat Vereinigtes Königreich und der Küstenstaat Dänemark und stehen dabei im Gegensatz zum Küsten-und Binnenstaat Deutschland und Österreich, da geographisch durchaus verschiedene Potentiale für erneuerbare Technologien vorhanden sind und dadurch andere Energieformen gefördert werden sollten. Für einen beschleunigten und zielorientierten Ausbau der Erneuerbaren Energien sind verbindliche Regelungen mit einem Mindestanteil von großer Bedeutung. Aus diesem Grund werden der Planungshorizont und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Fördersituation untersucht. Nicht Inhalt und daher Abgrenzungen der Arbeit sind: Erläuterung der einzelnen erneuerbaren Technologien Verkehrssektor im Besonderen Ausführlicher Vergleich der Fördersituationen mit Handlungsempfehlungen Diese Punkte sind für einen detaillierteren Vergleich der Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark notwendig, stellen aber nicht das Thema dieser Arbeit dar. 6 Vgl. Europäische Kommission (2013a) 12

13 1. Einführung 1.3 Vorgehensweise und Aufbau Der Aufbau der Bachelorthesis orientiert sich zunächst an der europäischen Energiesituation, um die politischen Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien als Grundlage für die EU-Mitgliedsstaaten darzustellen. Als nächstes werden die volkswirtschaftlichen Kennzahlen im Vergleich für Deutschland, Österreich, das Vereinigte Königreich sowie Dänemark aufgezeigt, um ein besseres Verständnis für die Gegenüberstellung der energierelevanten Zahlen zu erzielen. In der Arbeit werden angepasste Einheiten in Watt oder Euro verwendet, damit die Zahlen der vier Staaten vergleichbar sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der einzelnen Länder im Detail. Dabei wird der politische Zielhorizont im Hinblick auf die bisherigen gesetzlichen Regelungen, den Auslöser der Energiewende und die gesetzlichen Ausbauziele des jeweiligen Landes beleuchtet. Die Ausbauziele werden anhand eigens erstellter Abbildungen dargestellt, um einen möglichst anschaulichen Überblick zu schaffen. Selbst das Fehlen von Ausbauzielen wird bewusst aufgezeigt, damit ersichtlich wird, in welchem Planungsstadium sich das Land derzeit befindet. Die Potenzialstudien haben als Grundlage diverse vom Staat beauftragte oder private Studien, die zum Ziel haben, die Machbarkeit der gesetzlichen Ausbauziele zu übertreffen, zu untermauern oder zu untergraben. Sie sollen zeigen, welche Potenziale sich in den nächsten Jahren für die Länder eröffnen, wenn man heute die richtigen Weichen stellt. Als nächstes wird die aktuelle Fördersituation dargelegt. Es soll insbesondere gezeigt werden, welche Energieform in welcher Art und Weise gefördert wird. In der Arbeit wird sowohl mit Fremd- als auch mit Eigendarstellungen gearbeitet. Die Datenerhebung verlief fast ausschließlich über das Internet, da die zusammenzutragenden Informationen sehr aktuell sein müssen. Der Kern der Recherche waren die vorhandenen bzw. fehlenden Ausbauziele der Erneuerbaren Energien der jeweiligen Länder. Dazu wurden die Internetseiten der Ministerien, Regierungsseiten und fachspezifische Studien gesichtet. Die Datenerhebung relevanter, vergleichbarer Zahlen der Energiewirtschaft in den vier Ländern erwies sich als komplexe Angelegenheit, da bspw. Zahlen von BP mit offiziellen Länderzahlen nicht übereinstimmten. Als Hilfestellung für den Aufbau wurde die Arbeit Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland von Cornelia Daniel-Gruber verwendet. Zur Bestätigung der österreichischen Ausbauziele wurde am 22. Mai 2014 ein telefonisches Gespräch mit Herrn Dr.-Ing. Markus Preiner vom Kabinett des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Österreich geführt. Darüber hinaus wurden statistische Zahlen von Behörden und Fachverbänden sowie Angaben von Forschungsorganisationen erhoben. Ein Quellenverzeichnis der verwendeten Daten befindet sich im Anhang. 13

14 2. Europäische Energieversorgung im Wandel 2. Europäische Energieversorgung im Wandel 2.1 Historische Energieentwicklung Die historische Energieentwicklung ist sehr weitläufig: Sie nimmt bereits vor etwa 2 Mio. Jahren ihren Anfang, als der Mensch das Feuer kennenlernt v. Chr. beginnt man, Kohle zu verbrennen, seit v. Chr. werden Wasserräder zur Energieerzeugung einsetzt und um 900 v. Chr. wird das erste Erdgas entdeckt. Ende des 17. Jahrhunderts wird schließlich die Dampfkraft und die Elektrizität erforscht. 7 Hier soll jedoch ein aktuellerer Zeitraum betrachtet werden, und zwar ab dem Jahr 1995 bis heute eingegrenzt auf das Gebiet der Europäischen Union. Die EU umfasst aktuell 28 Mitgliedsstaaten; 1995 waren es aber noch 15 Mitgliedsstaaten. Für einen besseren Vergleich werden 27 Staaten (ohne Kroatien, das erst 2013 der EU beitrat) von 1995 bis 2012 gegenübergestellt. Der EU-Energiebedarf wird mithilfe der Primärenergieintensität aufgezeigt, also dem Verhältnis zwischen dem Energieverbrauch einer Volkswirtschaft und deren erwirtschaftetem Bruttoinlandsprodukt betrug die Primärenergieintensität der EU-27 etwa TWh oder Mtoe und im Jahr 2011 etwa TWh oder Mtoe. Dies entspricht einem Anstieg von 2 %. Im Jahr 2005 erreichte die Primärenergieintensität innerhalb des Beobachtungszeitraums ihren Höchstwert: Sie belief sich, bezogen auf das Basisjahr 1995, bei einem Anstieg von 9 % auf TWh oder Mtoe. Auch der EU-Energiebedarf ging seitdem wieder zurück. 9 Europa ist gemessen am BIP die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und verbraucht etwa 20 % der Gesamtenergieerzeugnisse, hat aber sehr geringe Energiereserven und muss heute mehr als die Hälfte der zur Energieerzeugung benötigten Rohstoffe importieren. Mit jedem Jahr stammt mehr Erdgas, Erdöl und Kohle von außerhalb des EU-Wirtschaftsraums. Beispielsweise wurde 1995 in den 27 Mitgliedsstaaten 43,5 % des verbrauchten Erdgases eingeführt. Bis 2011 stieg der Import schon auf 67 % des Gesamterdgasverbrauchs Europas an. 10 Diese zunehmende Abhängigkeit von Energieimporten kostet Europa etwa 350 Mrd. pro Jahr. Deshalb liegt es für die EU nahe, verstärkt auf die Erneuerbaren Energien zu setzen. Sie ermöglichen eine Reduktion der Energieimporte und schaffen somit eine größere Unabhängigkeit gegenüber den ausländischen Lieferanten. Auch werden im Vergleich zu fossilen Energieträgern weniger Treibhausgasemissionen verursacht. 11 Durch den Ausstoß eben jener schädlichen Treibhausgasemissionen kam in den 1990er Jahren der Aspekt des Klimaschutzes auf. Er beeinflusste die europäische Energiepolitik grundlegend: Seitdem spielt nicht nur die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit in der Energieversorgung Europas eine wichtige Rolle, sondern auch der Klimaschutz Vgl. RWE 8 Vgl. Umweltbundesamt (2013a) 9 Vgl. Europäische Kommission (2013b){S.76} 10 Vgl. Europäische Kommission (2013b){S.22} 11 Vgl. Europäische Kommission (2013a) 12 Vgl. Reichert, Voßwinkel (2010){S.9} 14

15 2. Europäische Energieversorgung im Wandel Der Bruttoinlandsverbrauch, also der Gesamtenergieverbrauch eines Landes, der sich aus der Primärerzeugung, rückgewonnenen Energieprodukten, Nettoeinfuhren, Bestandsveränderungen und Bunkerbeständen 13 zusammensetzt, ist in den EU-27 Ländern von 1995 mit GWh oder Mtoe bis 2011 mit GWh oder Mtoe kaum angestiegen. Bemerkenswert sind aber die Veränderungen der Anteile der einzelnen Energieträger am europäischen Bruttoinlandsverbrauch zu sehen in der Abbildung Der Erneuerbare-Energien-Sektor ist im Laufe der 16 Jahre um 5 % angestiegen. Dieser Sektor wurde Bruttoinlandsverbrauch 1995 Kernenergie 14% Erdgas 22% Erneuerbare Energien 5% Erdöl und Produkte 39% Festbrennstoffe 20% Bruttoinlandsverbrauch 2011 Kernenergie 14% Erdgas 24% Erneuerbare Energien 10% Erdöl und Produkte 35% Festbrennstoffe 17% Abbildung 1: Anteil der einzelnen Energieträger am europäischen EU-27-Bruttoinlandsverbrauch im Jahr 1995 und Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energie, Erdöl und Produkte, Festbrennstoffe, Erdgas und Kernenergie 14 in allen EU-Staaten ausgebaut und ist je nach Land unterschiedlich stark gewachsen. 15 Besonders engagiert zeigte sich zwischen 2004 und 2012 Schweden, wo der Anteil der Erneuerbaren Energie um 12,3 % auf 51 % anstieg. In Malta betrug das Wachstum innerhalb desselben Zeitraums jedoch lediglich 1,1 %. 16 Der Erdgasverbrauch hat sich insgesamt um 2 % erhöht, da Erdgaskraftwerke durch ihre kurze Anlaufzeit in Kombination mit Erneuerbaren Energien ein attraktiver Energielieferant sind. Sie ermöglichen eine schnelle Reaktion, wenn der Energiebedarf die vorhandenen Kapazitäten zu übersteigen droht und können Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Die Zahl des Kernenergieanteils ist konstant bei 14 % geblieben. Momentan betreiben 14 der 28 Mitgliedsstaaten der EU Atomkraftwerke, wobei die politischen Standpunkte der Länder vom Ausstieg aus der Kernenergie bis hin zur ausdrücklichen Befürwortung dieser reichen. 13 Eurostat (2013a) 14 Europäische Kommission (2013b){S.20} 15 Vgl. Eurostat (2013b) 16 Vgl. Europäische Kommission (2013b){S.125} 15

16 2. Europäische Energieversorgung im Wandel Festbrennstoffen wie Steinkohle, Braunkohle und Torf 17 kommen 2011 zu einem geringeren Einsatz als vor 16 Jahren, machen aber noch immer 17 % des Bruttoinlandsverbrauchs in der EU aus. Die EU hat seit den 1990er Jahren diverse Richtlinien und Verordnungen erlassen, um den Energiebinnenmarkt innerhalb Europas zu stärken. Das dritte Binnenmarktpaket für Strom und Gas soll vor allem die Wettbewerbsbedingungen auf den Energiemärkten verbessern und das Zusammenwachsen der Energiemärkte in Europa unterstützen. 18 Das Gesetzgebungspaket wurde 2009 verabschiedet und musste 2011 in nationales Recht übernommen werden. 19 Besonders der grenzüberschreitende Ausbau der Energienetze ist wichtig, damit Strom und Gas international gehandelt und Engpässe vermieden werden. Die Wettbewerbsbedingungen sollen durch die Entflechtung von Erzeugung und Transport gestärkt werden Politische Ausbauziele Die Europäische Union hat sich für die Jahre 2020, 2030 und 2050 ambitionierte Ziele gesteckt. Diese Ziele sind von hoher Bedeutung für das Wachstum der europäischen Wirtschaft in Sachen Nachhaltigkeit, ebenso wie für die Treibhausgasemissionsminderung und zum Ausbau der Versorgungssicherheit. 21 Der erste völkerrechtliche Vertrag entstand 1997 in Kyoto und legt verbindliche Treibhausgasemissionsminderungsziele fest. Die unter dem Kyoto-Protokoll reglementierten Treibhausgase sind: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6). 22 Das Kyoto-Protokoll konnte erst im Februar 2005 offiziell in Kraft treten, da die Bedingungen erst dann erfüllt wurden: Mindestens 55 Staaten der Klimarahmenkonvention, die zusammengerechnet über 55 % der CO-Emissionen von 1990 verursachten, mussten das Protokoll ratifiziert haben. Das Reduktionsziel der EU-15 Länder wurde im Zeitraum von 2008 bis 2012 auf 8 % festgelegt, wobei für einzelne Mitgliedsstaaten verschiedene Ziele vereinbart wurden. Dieses Protokoll stellte eine Wende in der internationalen Klimapolitik dar, da erstmalig konkrete Ziele in einem konkreten Zeitraum für Industriestaaten vereinbart wurden. 23 Im Jahr 2009 trat die Richtlinie 2009/28/EG des europäischen Parlaments und des Rates in Kraft. Es war der erste gemeinsame Rechtsrahmen zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen 24. Die EU-Staaten haben sich verpflichtet, bis 2020 die sogenannten Ziele zu erreichen. Diese Richtlinie legt fest, dass bis zum Jahr 2020, 20 % des Endenergieverbrauchs der EU durch Erneuerbare Energien gedeckt werden sollen. Indessen sollen die Treibhausgasemissionen um 20 % gegenüber dem Basisjahr 1990 verringert werden. Das EU-Emissionshandelssystem soll weiter verstärkt und verbessert werden. Die Richtlinie 2009/28/EG setzt im Hinblick auf das Gesamtziel von 20 % Erneuerbaren bis 2020 für jedes Mitgliedsland der EU unterschiedliche Ausbauziele fest. Diese Ziele richten sich nach der 17 Vgl. Europäische Kommission (2013b){S.125} 18 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014c) 19 Europäische Kommission (2014c) 20 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014c) 21 Europäische Kommission (2013c) 22 Umweltbundesamt (2013b) 23 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2013a) 24 Europäische Kommission (2014a) 16

17 EU-28 Belgien Bulgarien Tschechische Republik Dänemark Deutschland Estland Irland Griechenland Spanien Frankreich Kroatien Italien Zypern Lettland Litauen Luxemburg Ungarn Malta Niederlande Österreich Polen Portugal Rumänien Slowenien Slowakei Finnland Schweden Vereinigtes Königreich Prozent [%] 2. Europäische Energieversorgung im Wandel jeweiligen Ausgangslage, dem Ausbaustand der Erneuerbaren Energien und dem wirtschaftlichen Potential des Landes. Die Mitgliedsstaaten haben die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt und nationale Ziele bestimmt. 25 In der Abbildung 2 wird der erreichte Ausbau der Erneuerbaren im Jahr 2012 mit dem jeweiligen EU-Ausbauziel für 2020 verglichen. Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch EU-Ausbauziel 2020 Abbildung 2: Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 2012 und für das EU-Ausbauziel Verglichen werden die einzelnen EU-28-Staaten und das der Durchschnitt der EU-28 Länder 26 Die Abbildung 2 zeigt, dass der Durchschnitt der EU-28-Länder mit 14 % auf dem richtigen Kurs ist, um das 20-%-Ausbauziel der Erneuerbaren zu erreichen. Die Veranschaulichung der einzelnen Staaten zeigt hingegen unterschiedliche Erreichungsgrade, wobei das Spektrum zwischen einem 10-%-Ausbauziel für Malta und einem 49-%-Ziel für Schweden reicht. Bulgarien, Estland und Schweden haben schon vorzeitig ihre nationalen Ausbauziele erreicht. Andere Mitgliedsstaaten bedürfen noch großer Anstrengung, um rechtzeitig ihr nationales Ausbauziel für die Erneuerbaren Energien zu treffen. Einer Studie des europäischen Windverbands zur Folge wird die EU-28 das Gesamtausbauziel bis 2020 erreichen, nur sechs Länder könnten ihr Ziel verfehlen. 27 Nach dem Jahr 2020 sind weitere verbindliche EU-Erneuerbare-Ziele wichtig. Die Europäische Kommission hat 2014 im Rahmen für die Klima -und Energiepolitik im Zeitraum " 28 neue Ziele vorgeschlagen. Demnach sollen 27 % des Endenergieverbrauchs der EU bis 2030 durch 25 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014) 26 Eurostat (2013b) 27 Vgl. EWEA European Wind Association (2014) 28 Europäische Kommission (2014a) 17

18 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Erneuerbare Energien erzeugt werden, wobei es keine Festlegung der landesspezifischen Ziele gibt. Die Flexibilität der Mitgliedsstaaten soll bewahrt werden, damit das Energiesystem nach nationalen Gegebenheiten und Vorstellungen umgebaut werden kann. Ein weiteres Kernziel ist das Treibhausgas-Minderungsziel. Bis 2030 sollen 40 % der Treibhausgase gegenüber dem Basisjahr 1990 gesenkt werden. 29 Das frühzeitige Ausrichten der Ziele in der Energiepolitik ist besonders wichtig für die infrastrukturelle Planungssicherheit sowie für kommende internationale Klimaverhandlungen. Aus diesem Grund wurden langfristige Energieziele der EU im Jahr 2011 in der Energie-Roadmap 2050 beschrieben. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 um % im Vergleich zum Jahr 1990 verringert werden. Dazu müssen die Erneuerbaren Energien stärker gefördert und die Energieeffizienz erhöht werden. In der Energie-Roadmap 2050 werden verschiedene Wege zu einer CO 2 armen Energieversorgung aufgezeigt, indem unterschiedliche Zukunftsszenarien entwickelt wurden. Diese Szenarien reichen vom Fortschreiten der aktuellen Entwicklungen bis hin zu Dekarbonisierungsszenarien mit vielen Optionen. 30 Die Mitgliedsstaaten müssen sich für einen eigenen, nationalen Energiemix entscheiden, diesen aber mit den Nachbarländern abstimmen und einen gemeinsamen europäischen Ansatz für neue Investitionen finden Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich 3.1 Volkswirtschaftliche Kennzahlen Für einen besseren Vergleich der Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark werden zunächst die volkswirtschaftlichen Kennzahlen in der Tabelle 1 dargestellt. Mit einer Einwohnerzahl von etwa 80,6 Mio. ist Deutschland nicht nur das bevölkerungsreichste, sondern auch das flächengrößte Land. An zweiter Stelle folgt das Vereinigte Königreich mit 63,2 Mio. Einwohnern und einer Fläche von km². Gemäß der Einwohnerzahl ist Deutschland fast 10- mal so groß wie Österreich und 14-mal so groß wie Dänemark. Beim Bruttoinlandsprodukt bleibt die Reihenfolge der Staaten gleich Deutschland führt das Feld mit 2,74 Billionen Euro an, nicht aber, wenn es um das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf geht. Das dänische BIP/Kopf ist mit rund das höchste, gefolgt von Österreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich mit Dabei ist die Staatsverschuldung Dänemarks mit 45 % des BIP am niedrigsten; bei Deutschland, Österreich und dem Vereinigten Königreich liegt die Verschuldung zwischen 74 und 89 % der jeweiligen BIP. Dies liegt daran, dass Dänemark eine stabile Haushaltspolitik verfolgt und langfristig die Staatverschuldung senken möchte. Das Vereinigte Königreich ist das einzige der verglichenen Länder, das beim Faktor Wirtschaftswachstum die 1-%- Grenze übersteigt. Das Wirtschaftswachstum der anderen Länder ist annährend gleich. 29 Vgl. Europäische Kommission (2014b) 30 Vgl. Europäische Kommission (2011) 31 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014) 18

19 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Tabelle 1: Vergleich der volkswirtschaftlichen Kennzahlen der Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark 32 Bevölkerung [Personen] Deutschland 80,59 Mio. (Stand 2013) Österreich 8,49 Mio. (Stand 2013) Vereinigtes Königreich 63,23 Mio. (Stand 2012) Dänemark 5,59 Mio. (Stand 2012) Fläche [km²] Bevölkerungsdichte [EW/km²] BIP [Milliarden *] ,2 259,4 131,3 2737,60 (Stand 2013) 314,6 (Stand 2013) 1887,2 (Stand 2013) 248,89 (Stand 2013) BIP/Kopf [ *] Wirtschaftswachstum Staatsverschuldung [% des BIP] ,5 % (Stand 2013) *) Wechselkurs 1$ = 0,7257 vom ,4% (Stand 2013) 1,3% (Stand 2013) 0,3% (Stand 2013) Alle vier Länder sind Teil der EU, aber das Vereinigte Königreich und Dänemark sind nicht Teil der Eurozone. Generell ist das BIP ein Indikator für die wirtschaftliche Gesamtleistung eines Landes. Daher genießt Dänemark mit dem höchsten BIP/Kopf prinzipiell den größten Wohlstand. Es wird allerdings nicht die Verteilung des Einkommens berücksichtigt, sondern die Gesamteinnahmen eines Landes und somit auch bspw. die Einnahmen aus der Förderung der Bodenschätze, die insbesondere in Dänemark und dem Vereinigten Königreich von Relevanz ist. Die Staatsverschuldung wird im Verhältnis zum BIP gesetzt, da die vier Volkswirtschaften unterschiedlich groß sind. Laut dem Maastricht-Vertrag von 1992 mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt von 1997 ist ein Haushaltsdefizit von 3 % und eine Gesamtverschuldung von bis zu 60 % des BIP in der Währungsunion erlaubt. 33 Allein Dänemark ist noch unter dieser Grenze. Da 2013 die Schuldenquote der EU bei 92 % lag, gilt der Vertrag von Maastricht als weitestgehend gescheitert Energiewirtschaft Primär- und Endenergieverbrauch Deutschland, Österreich, das Vereinigte Königreich und Dänemark werden nun anhand der Energiekennzahlen miteinander verglichen. Der Primärenergieverbrauch Deutschlands ist mit etwa 3,9 Mio. GWh am höchsten, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit etwa 2,4 Mio. GWh. Die gesamte zugeführte Menge an Primärenergie 32 Vgl. Economic Growth (2013a), Destatis (2014a), Eurostat (2014), Economic Growth (2013b), Oesterreich (2013), Statistik Austria (2014), Destatis (2014b) - (eigene Darstellung) 33 Vgl. Wien-konkret 34 Vgl. Staatsverschuldung (2014) 19

20 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich liegt bei Österreich bei GWh und bei Dänemark GWh. Wegen Umwandlungsverlusten ist der Endenergieverbrauch geringer als der Primärenergieverbrauch. Die Anordnung der Länder verhält sich zum Primärenergieverbrauch gleich. Beim Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch lässt sich erkennen, dass Österreich mit 32 % den höchsten Anteil hat. Auch Dänemark hat einen deutlich höheren 26-%-Anteil der Erneuerbaren, verglichen mit dem deutschen Anteil von 13 % und dem britischen Anteil von 4 %. Der Anteil am Stromverbrauch lässt eine ähnliche Statistik erkennen. Beim Anteil der Erneuerbaren an der Wärmebereitstellung liegt aber Dänemark mit dem Einsatz der erneuerbaren Fernwärme mit 41 % vorne. Österreich folgt erst an zweiter Stelle mit 38 %. In Deutschland liegt der Anteil bei 10 % und im Vereinigten Königreich bei nur 2,3 %. Im Verkehrssektor verhält es sich ähnlich, sodass an oberster Stelle Österreich mit einem 7,7 %-Anteil der Erneuerbaren steht. Jedoch Deutschland einen höheren Anteil von 7 % der Erneuerbaren Energien am Kraftstoffverbrauch als Dänemark mit 5,8 % besitzt. Tabelle 2: Energievergleich des Primär-und Endenergieverbrauchs und der Anteile der Erneuerbaren Energien an verschiedenen Energiesektoren bei Deutschland, Österreich, dem Vereinigten Königreich und Dänemark 35 Primärenergieverbrauch [GWh] Endenergieverbrauch [GWh] Produzierte Endenergie aus Erneuerbaren [GWh] Anteil EE am Primärenergieverbrauch [%] Anteil EE am Endenergieverbrauch [%] Anteil EE am Stromverbrauch [%] Anteil EE an Wärmebereitstellung [%] Anteil EE am Kraftstoffverbrauch [%] *) Wärme-und Kältebereitstellung **) einschließlich der Fernwärme Deutschland Österreich Vereinigtes Königreich Dänemark , , ,3* 41** 6,9 7,7 3,7 5,8 Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch und am Stromverbrauch ist bei Österreich am höchsten. Das lässt sich mit dem hohen Wasserkraftanteil erklären. Anhand der 35 Vgl. Umweltbundesamt (2013f), Department of Energy & Climate Change (2013c), Danish Energy Agency (2012c), Europäische Kommission (2013c), Jeppesen, Helle (2014), Statistik Austria (2014), AGEB AG Energiebilanzen e.v. (2014) - (eigene Darstellung) 20

21 ABHÄNGIGKEIT IN PROZENT [%] 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Tabelle 2 ist zu erkennen, dass die Größe eines Landes umgekehrt proportional zum Einsatz der Erneuerbaren Energien steht. Die flächengrößten Länder Deutschland und das Vereinigte Königreich liegen beim Anteil der Erneuerbaren hinter Österreich und Dänemark. Denn es kommt viel eher auf die geographischen Potentiale der erneuerbaren Energieträger und die politische Gesetzgebung des Landes an. Ein weiterer Vergleich der vier Länder erfolgt über die Energieimportabhängigkeit. Dieser Wert zeigt inwieweit ein Staat auf Energieimporte angewiesen ist, um den eigenen Energiebedarf zu decken. Die Länder der EU verfügen bekanntlich nur über wenige fossile Energieträger und müssen ihren Energiebedarf durch Importe decken. Die Abbildung 3 vergleicht Deutschland, Österreich, das Vereinigte Königreich, Dänemark und die EU- 27-Staaten im Hinblick der Energieimportabhängigkeit der Bruttoendenergie von In Österreich lag die Energieimportabhängigkeit 2011 bei 70 %, in Deutschland bei 62 % und im Vereinigten Königreich bei nur 37 %. Dänemark bedarf als einziger Mitgliedsstaat der EU keiner Energieimporte. Das Land produziert genügend Energie, um selbst Energie zu exportieren. Zum Vergleich: Die Importabhängigkeit der gesamten EU betrug im Jahr %. 80 ENERGIE-IMPORTABHÄNGIGKEIT Ö S T E R R E I C H D E U T S C H L A N D EU- 27 V ER EINGTES K Ö N I G R EICH 4 LÄNDER UND EU-27 D Ä N EM A R K Abbildung 3: Energieimportabhängigkeit der Bruttoendenergie in der EU 2011 der vier Länder Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich, Dänemark und dem Durchschnitt der EU-27 Mitgliedsstaaten 36 In den EU-Mitgliedsländern stieg die durchschnittliche Importabhängigkeit zwischen 1998 und 2011 um 7 % an. Für die Erhöhung verantwortlich ist der Anstieg der Importabhängigkeit vom Erdöl, der durch eine gestiegene Nachfrage im Verkehrsbereich hervorgerufen wurde. Dänemark ist das einzige Land der EU, das von einer höheren Abhängigkeit in den 1990er Jahren losgekommen ist und heute wegen seiner Vorräte in der Nordsee und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien unabhängig ist. 37 Staaten, die im Gegensatz zu Dänemark der Zugang zu leicht zu 36 Vgl. Europäische Kommission (2013b){S.22} - (eigene Darstellung) 37 Vgl. Umweltbundesamt (2014) 21

22 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich fördernden Bodenschätzen verwehrt ist, bleibt nur der Weg über den Ausbau der Erneuerbaren Energien Anteil der Sektoren am Energieverbrauch Die Verwendung verschiedener Primärenergieformen zur gesamten Energieversorgung wird als Energiemix bezeichnet. Der Vorteil eines durchdachten Energiemix gegenüber einer einzelnen vorherrschenden Energieform ist eine größere Unabhängigkeit von Importen bzw. politischen oder technologischen Entwicklungen. Deutschland In Deutschland erfolgt die Versorgung wie in Abbildung 4 beschrieben überwiegend über fossile Energieträger. Im Jahr 2013 hatte Mineralöl mit 33,4 %, Erdgas mit 22,3 % und Kohle mit 24,5 % den größten Anteil am Energiemix. Die Kernenergie war mit 7,6 % vertreten. Die Erneuerbaren Energien spielen mit 11,5 % eine immer wichtigere Rolle. Somit erhöhte sich zum Vorjahr der Anteil von Erneuerbaren und, aufgrund der kühleren Witterung, von Erdgas. Der Anteil fossiler Energien liegt in Deutschland noch knapp über 80 % und somit höher als Deutschland verzeichnete 2013 einen Exportüberschuss an Strom von 33,8 TWh (Bruttostromerzeugung gesamt: 633,6 TWh) 39. Primärenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2013 Erneuerbare Energien 11% Kernenergie 8% Mineralöl 33% Braunkohle 12% Steinkohle 13% Erdgas 22% Abbildung 4: Deutscher Primärenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle, Kernenergie und Sonstige Vgl. AGEB AG Energiebilanzen e.v. (2014) 39 AGEB AG Energiebilanzen e.v. (2014) 40 Vgl. GEB AG Energiebilanzen e.v. (2014) - (eigene Darstellung) 22

23 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Heute sieht der deutsche Primärenergieverbrauch im Bereich der Erneuerbaren Energien (d.h. 11,5 % des Energiemixes) folgendermaßen aus (vgl. Abbildung 5). Primärenergieverbrauch Erneuerbarer Energien in Deutschland 2013 Wasserkraft 5% Bio-Kraftstoffe 7% Geothermie 2% Photovoltaik 7% Solarthermie 1% Hausmüll (biogen) 6% Windenergie 12% Einsatz EE insg GWh Biomasse 60% Abbildung 5: Deutscher Primärenergieverbrauch Erneuerbarer Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Biomasse, Hausmüll, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Biokraftstoffe, Wasserkraft und Windenergie 41 An erster Stelle dominiert mit 60 % die Biomasse und an zweiter Stelle mit 12 % die Windenergie. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik hat in den letzten Jahren stark zugenommen und beträgt 11 %. Beim Primärenergieverbrauch sind es 7 %. An noch untergeordneter Stelle befindet sich die Solarund Geothermie. Die Wasserkraft hält dagegen nur 5 % mit einer durchschnittlichen Jahresarbeit von 20,9 TWh, besitzt aber ein Ausbaupotential von etwa 12,3 bis 21,2 TWh. Das könnte eine Verdoppelung des jetzigen Anteils bedeuten. 42 Pumpspeicherkraftwerke sind eine sehr ökomische Speicherungsart für Energie. Deren Ausbaupotenzial ist aber nahezu erschöpft, da es für die weitere Errichtung wenige geeignete Standorte in Deutschland gibt. 43 Österreich In Österreich wird beim Vergleich der Bruttoinlandsverbrauch aus dem Jahr 2011 verwendet. Der Bruttoinlandsverbrauch ist definiert als Primärerzeugung zuzüglich Einfuhren, rückgewonnene Produkte und Bestandsveränderungen, abzüglich Ausfuhren und Brennstoffversorgung von Bunkern. 44 Wie auch in Deutschland sind die fossilen Energieträger in Österreich mit über 70 % am 41 Vgl. AGEB AG Energiebilanzen e.v. (2014) - (eigene Darstellung) 42 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2010) ){S.22} 43 Schünemann, Christoph (2011) 44 Offenes Datenportal (2014) 23

24 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich relevantesten. Mineralöl und Mineralölprodukte verzeichnen einen Anteil von 36 % am gesamten Bruttoinlandsverbrauch. Erdgas ist mit einem Anteil von 23 % und Kohle mit einem 10-%-Anteil vertreten. Der als 'Sonstige' bezeichnete Sektor setzt sich zusammen aus dem Anteil der brennbaren Abfälle und dem Anteil des Imports elektrischer Energie lag der Stromimport bei GWh, was einen Importüberschuss von rund 2 % bedeutet. Die meisten Stromimporte stammen aus Deutschland und der Tschechischen Republik. 45 Die Erneuerbaren Energien hatten einen Anteil von 26 %, was verglichen mit dem Durchschnitt der EU-27 von 10,5 % 46 relativ hoch ist. Bruttoinlandsverbrauch in Österreich im Jahr 2011 Erneuerbare Energien 26% Sonstige 5%*) Mineralöl 36% Kohle 10% Erdgas 23% Abbildung 6: Österreichischer Bruttoinlandsverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle und Sonstige 47 *) Brennbare Abfälle, elektrische Energie aus dem Ausland Den größten Beitrag zum 26-%-Anteil der Erneuerbaren Energien leistet in Österreich die Wasserkraft mit 38 %, gefolgt von Holzbrennstoffen (Biomasse) mit 33 % und erneuerbarer Fernwärme mit 10 % (vgl. Abbildung 7). Weitere relevante Energiequellen sind die energetisch genutzten Laugen mit 7 % und Biokraftstoffe mit 5 %. Biogas, Solarthermie, Photovoltaik, Windkraft, Geothermie und Umgebungswärme spielen eine unwesentliche Rolle an der Zusammensetzung der erneuerbaren Endenergie: Ihr gemeinsamer Beitrag liegt bei 7,3 %. Die Photovoltaiknutzung ist 2013 allerdings kräftig anwachsen: Die installierte Leistung wurde auf 0,36 GW verdoppelt. Auch die Windkraftanlagen wurden auf 1,38 GW Leistung ausgebaut Umweltbundesamt (2011) 46 Vgl. Ministerium für ein lebenswertes Österreich (2014) 47 Vgl. Europäische Kommission (2013e) - (eigene Darstellung) 24

25 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Erneuerbare Endenergie nach Bereichen in Österreich 2013 Fernwärme (erneuerbar) Windkraft 10% 2% Solarthermie 2% Umgebungswärme 2% Holzbrennstoffe 33% Wasserkraft 38% Einsatz EE insg GWh Biogas 1% Biokraftstoffe 5% Laugen 7% Abbildung 7: Österreichische Endenergie nach erneuerbaren Energieträgern im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Holzbrennstoffe, Laugen, Biogas, Biokraftstoffe, Wasserkraft, Solarthermie, Windkraft, Fernwärme, Umgebungswärme und Sonstige 49 Vereinigtes Königreich Das dritte Vergleichsland ist das Vereinigte Königreich. In der Abbildung 8 aus dem Jahr 2011 zeigt sich ähnlich wie bei Deutschland und Österreich, dass der fossile Anteil am Energiemix maßgeblich ist hier sogar mit über 85 %. Das Land verfügt über große Erdöl- und Erdgas-Ressourcen in der Nordsee, ist aber heute dennoch ein Nettoimporteur, da der natürlich vorhandene Bestand der fossilen Energieträger in den letzten Jahren zurückging. Der restliche Energiebedarf wird mithilfe der Kernenergie (9 %) gedeckt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien betrug lediglich 4 %. Das ist aufgrund des geographischen Potentials der Insellage erstaunlich, da erneuerbare Energieformen wie die Wind-, Wellenkraft oder Gezeitenkraftwerke verstärkt eingesetzt werden könnten unterteilte sich der Gesamteinsatz der Erneuerbaren in viele Sektoren. Den größten Sektor bildete mit 21 % das Biogas, das sich aus Deponie-und Klärgas zusammensetzt. Die sonstige Bioenergie trug 19 % bei, Windkraft war mit 18 % vertreten. Viele Energieerzeugungsarten spielen eine untergeordnete Rolle und verzeichnen geringe Anteile am Gesamteinsatz der Erneuerbaren. 48 Vgl. Ministerium für ein lebenswertes Österreich (2014) 49 Vgl. Ministerium für ein lebenswertes Österreich (2014) - (eigene Darstellung) 25

26 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Bruttoenergieverbrauch im Vereinigten Königreich im Jahr 2011 Erneuerbare Energien 4% Kernenergie 9% Kohle 15% Mineralöl 36% Erdgas 35% Abbildung 8: Britischer Bruttoenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle, Kernenergie und Sonstige 50 Gesamteinsatz der EE im Vereinigten Königreich 2012 Co-Feuerung 4% sonstige Bioenergie 19% Hausmüllverbrennung 11% Photovoltaik und Solarthermie 3% Holzbrennstoffe 8% Einsatz EE insg GWh Windkraft 18% Biogas* 21% Biokraftstoffe 10% Wasserkraft und Wellenkraft 5% Abbildung 9: Britischer Gesamteinsatz der Erneuerbaren Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Holzbrennstoffe, Biogas, Biokraftstoffe, Wasser- und Wellenkraft, Windkraft, Photovoltaik und 50 Vgl. Danish Energy Agency (2012c) - (eigene Darstellung) 26

27 3. Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark im Vergleich Solarthermie, Hausmüllverbrennung, Co-Feuerung, sonstige Bioenergie und Sonstige *) zusammengesetzt aus Deponie-und Klärgas 51 In der Abbildung 9ist der Einsatz der Wärmepumpen und Tiefengeothermie mit nur einem 1 % nicht aufgeführt. Dänemark Die Abbildung 10 zeigt den Anteil der Energieträger am Bruttoenergieverbrauch in Dänemark im Jahr Ungeachtet der Stellung als ökologischer Vorreiter lag der Anteil der fossilen Energieträger über 76 % am gesamten Verbrauch. Auf Platz eins im dänischen Energiemix war 2011 das Mineralöl mit 39 %; der Anteil des Erdgases betrug 20 %, gefolgt von Kohle mit 17 %. Kernkraftwerke waren in Dänemark noch nie in Betrieb. Der Anteil der Erneuerbaren Energien lag 2011 bei 21 %. Einen großen Anteil davon machten die Windkraft mit 27 % und Holzbrennstoffe mit 32 % aus. Die Photovoltaiknutzung ist im Energiemix noch schwach vertreten, soll jedoch ausgebaut werden. 52 Bruttoenergieverbrauch in Dänemark im Jahr 2011 Erneuerbare Energien 21% Sonstige 3% Mineralöl 39% Kohle 17% Erdgas 20% Abbildung 10: Dänischer Bruttoenergieverbrauch im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Erneuerbare Energien, Mineralöl, Erdgas, Kohle und Sonstige Vgl. Department of Energy & Climate Change (2013a) - (eigene Darstellung) 52 Vgl. Fuchs (2014)) 53 Vgl. Danish Energy Agency (2012c) -(eigene Darstellung) 27

28 4. Deutschland Produktion EE nach Bereichen in Dänemark 2012 Bioabfall 15% Wärmepumpen 11% Windkraft 27% Biogas 2% Einsatz EE insg GWh Holzbrennstoffe 32% Stroh 13% Abbildung 11: Dänische Produktion der Erneuerbaren Energien im Jahr Verglichen werden jeweils die Energieträger Windkraft, Stroh, Holzbrennstoffe, Biogas, Bioabfall und Wärmepumpeneinsatz 54 Dänemark hat das ambitionierte Ziel, eine flächendeckende, dezentrale Fernwärmeversorgung aufzubauen. Heute deckt das Land etwa 50 % seines Wärmebedarfs über Fernwärmenetze, wovon die Hälfte mittlerweile über Erneuerbare Energien bereitgestellt wird. 55 Beim Einsatz der Windkraft ist Dänemark das Land mit der größten Windkraftkapazität im Verhältnis zur Gesamtstromproduktion. 4. Deutschland In der Abbildung 1-Anteil der einzelnen Energieträger am europäischen Bruttoinlandsverbrauch 1995/2011 wurde auf europäischer Ebene der durchschnittliche Bruttoinlandsverbrauch zwischen 1995 und 2011 verglichen. Nun soll dieser jeweils für Deutschland, Österreich, das Vereinigte Königreich und Dänemark aufgezeigt werden. In Deutschland nahm der Bruttoinlandsverbrauch zwischen 1995 und 2011 um GWh ab. Das liegt an der steigenden Energieproduktivität und den hohen Energiepreisen. 56 Der fossile Beitrag lag 1995 bei 86 % und sank bis 2011 auf 80 %. Der Anteil der Kernenergie ging ebenfalls von 11,5 % auf 8,8 % zurück. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Erneuerbaren Energien im selben Zeitraum einen Anstieg von 8,2 % Vgl. Danish Energy Agency (2012c) - (eigene Darstellung) 55 Vgl. Hamburg Institut (2012) 56 Umweltbundesamt (2013g) 57 Vgl. Europäische Kommission (2013b) 28

29 4. Deutschland In Deutschland spricht man bei der Entwicklung und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien von der Energiewende. Diese wesentliche Veränderung ist ein Abwenden von den bisherigen, fossilen und nuklearen Energieträgern und fördert eine neue Energieversorgung durch Erneuerbare Energien. Die Energiewende beschreibt drei Bereiche: den Strom-, Wärme- und Kraftstoffverbrauch. 4.1 Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen In den 1980er Jahren gab es erste Studien zur Energiewende, die beschrieben, dass Wirtschaftswachstum ohne den Einsatz von Erdöl und Kernenergie möglich sei. 58 Zugleich fanden aufgrund mangelnder Lösungen für die Zwischen- und Endlagerung Massendemonstrationen gegen den Ausbau der Kernenergie statt. Nachdem sich 1986 die Nuklearkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete, wurde das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Seitdem wurden zahlreiche Diskussionen über den Atomausstieg geführt. 59 Obwohl der Begriff der Energiewende in Deutschland schon vor den beiden Legislaturperioden im Kabinett Schröder bekannt war, wurde erst durch die neue Gesetzgebung der Ausbau der Erneuerbaren Energien vorangetrieben. In dieser Zeit wurde der zeitlich gestaffelte Atomausstieg und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (s. Kapitel 4.2) beschlossen entschied sich die Bundesregierung, die Energiewende mithilfe der Kernenergie konsequenter voranzutreiben. Die Kernenergie sollte dabei die Versorgung sicherstellen. Ein einschneidendes Ereignis, welches man als Auslöser für den Umbruch in der deutschen Energiepolitik bezeichnen kann, war die Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan In der Folge demonstrierten Tausende Menschen in Deutschland und forderten die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke bundesweit. Die 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke wurde daraufhin revidiert. 61 Es wurde erkannt, dass das Risiko der Kernenergie grundsätzlich nicht beherrschbar ist, da jederzeit Naturkatastrophen oder Unfälle durch menschliches Versagen auftreten könnten. Zudem gibt es immer noch keine Lösung für die Endlagerung des radioaktiven Abfalls. 62 Am 6. Juni 2011 beschloss der Bundestag nach einem dreimonatigen Atom-Moratorium, bei dem 17 Atomkraftwerke auf ihre Sicherheit überprüft wurden, den endgültigen Atomausstieg bis Acht Atomkraftwerke sind derzeit abgeschaltet. Die restlichen neun sollen zeitlich versetzt bis 2022 vom Netz gehen. 63 Die beschleunigte Energiewende wurde daraufhin parteiübergreifend mit dem Ziel der Gesamtversorgung mit Erneuerbaren Energien beschlossen. Die Entscheidung für den Atomausstieg mag auf den ersten Blick überstürzt wirken, hat sich allerdings schon zuvor abgezeichnet, da der Ausbau der Kernenergie in Deutschland stets von Protesten begleitet wurde. 58 Vgl. Energiewende 59 Vgl. Energiewende 60 Vgl. o.v. (2011) 61 Vgl. MDN 62 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2014b) 63 Vgl. Rheinland Pfalz mwkel (2011) 29

30 4. Deutschland Auffallend ist die überwiegende Fokussierung auf den Strombereich bei politischen Diskussionen und Berichterstattungen. Es ist darauf zu achten, dass der Wärme- und Kraftstoffbereich nicht vernachlässigt wird trat das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Kraft, ein Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich 64. Demzufolge müssen beim Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden Teile des Wärme- und Kältesektors durch Erneuerbare Energien gedeckt sein. Außerdem betreibt die Bundesregierung das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien, ein Fördervorhaben für gebäudeinterne Anlagen, das größtenteils thermische Solaranlagen, Biomassekessel und Wärmepumpen fördert. 65 Im Kraftstoffbereich trat das Biokraftstoffquotengesetz 2007 in Kraft. Dieses Gesetz regelt den Ausbau und die Förderung der Biokraftstoffe, indem ein Mindestanteil am Kraftstoffabsatz vorgeschrieben wird. 66 Insgesamt gibt es außer der Risikovorsorge bei der Kernenergie andere Faktoren, die für eine Energiewende in Deutschland sprechen. In Deutschland lag die Energieimportabhängigkeit 2011 bei 62 %. Aufgrund der aktuellen Ereignisse verbunden mit der Krimkrise und den Sanktionen Russlands ist wiederholt deutlich geworden, wie wichtig es ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Wenn in Zukunft weniger fossile Energieträger importiert werden müssen, stärkt das die außenpolitische Position Deutschlands in einer zunehmend globalisierten Welt. Auch wird die nationale Wertschöpfung gesteigert, die knapper werdenden Ressourcen geschont und die zuletzt steigenden Preise gezügelt Ausbauziele Die Bundesregierung hat gemeinsam mit der EU praktische Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bestimmt. Demnach soll Deutschland laut der EU-Richtlinie 2009/28/EG bis 2020 ein konkretes Ausbauziel erreichen: die Erhöhung des Anteils auf 18 % aller erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch. 68 Der Energiemix der EU-Mitgliedsstaaten ist Ländersache und soll es nach dem Vertrag von Lissabon auch bleiben. Deshalb kann sich jedes Land eigene nationale Ausbauziele festlegen, die aber der oben genannten EU-Richtlinie 2009/28/EG nicht widersprechen dürfen. Deutschland hat im Jahr 2010 das Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung erlassen, das auf dem Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm 69 von 2007 aufbaut. Dieses Energiekonzept legt verschiedene Ziele fest: die Reduktion der Treibhausgasemissionen, die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau des Anteils der Erneuerbaren Energien. Die Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien in Deutschland sind in folgender Abbildung 12 aufgeführt. 64 EEWärmeG (Stand ) 65 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2011a) 66 Vgl. Zoll 67 Vgl. Agora-Energiewende 68 Vgl. Umweltbundesamt (2013c) 69 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2009)) 30

31 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent [%] 4. Deutschland 100 ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AM BRUTTOENDENERGIEVERBRAUCH Jahre Erneuerbare Konventionelle Abbildung 12: Deutsche Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 70 für die Jahre 2020, 2030, 2040 und 2050 Die Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch sollen bis Mitte des Jahrhunderts 60 % betragen. Der Bruttoendenergieverbrauch ist in der Richtlinie 2009/28/EG im Artikel 2 f) definiert. Demnach sind es Energieprodukte, die der Industrie, dem Verkehrssektor, Haushalten, dem Dienstleistungssektor einschließlich des Sektors der öffentlichen Dienstleistungen sowie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu energetischen Zwecken geliefert werden, einschließlich des durch die Energiewirtschaft für die Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung entstehenden Elektrizitätsund Wärmeverbrauchs und einschließlich der bei der Verteilung und Übertragung auftretenden Elektrizitäts- und Wärmeverluste. 71 Im Jahr 2012 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland bei 12,4 % 72. In den kommenden Jahren bis spätestens 2020 sollte der Anteil um mindestens 5,6 % ansteigen, um die europäischen Ziele zu erreichen. Auffallend sind dabei die darauffolgenden Ausbauziele. Zwischen 2020 und 2030, in einem Zeitraum von 10 Jahren, soll die Ausbaudimension auf 30 % anwachsen, was einer Differenz von 12 % entspricht. In den folgenden Dekaden soll der geplante Zuwachs bei jeweils 15 % liegen. Eine beschleunigte Umbaurealisierung bis 2050 wird verfolgt. Insbesondere strebt die Bundesregierung die Steigerung des Anteils der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch an. Der nationale Bruttostromverbrauch entspricht der national produzierten Gesamtstrommenge, die aus allen Quellen erzeugt wurde (Wind, Wasser, Sonne, Kohle, Öl etc.), zuzüglich Einfuhren, abzüglich Ausfuhren. 73 Im Jahr Vgl. Bundesregierung (2010) (eigene Darstellung) 71 Richtlinie 2009/28/EG (2009) 72 Vgl. Eurostat (2013b) 73 Bundesregierung (2014a) 31

32 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Stromerzeugung in Prozent [%] 4. Deutschland betrug der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland 23,4 % 74, was etwa GWh entspricht. Die nationalen Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung werden in Abbildung 13 dargestellt. 100 ANTEIL DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN Jahre Erneuerbare Konventionelle Abbildung 13: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 75 für die Jahre 2020, 2030, 2040 und 2050 Spätestens 2020 sollen es aber bereits 35 % sein, was einen 11,6-%-Anstieg in sieben Jahren bedeutet. Die drei darauffolgenden Dekaden möchte die Bundesregierung den Anteil der Erneuerbaren um jeweils 15 % ausbauen, um im Jahr 2050 insgesamt 80 % der nationalen Stromerzeugung durch Wind, Wasser, Biomasse, Photovoltaik und andere Erneuerbare Energien decken zu können. Der KWK-Anteil an der Stromerzeugung soll bis 2020 auf 25 % verdoppelt werden. Dafür werden 750 Mio. pro Jahr von der Bundesregierung bereitgestellt. 76 Im Wärmebereich gilt seit 2009 das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das gesetzliche Ziel aus dem 1 EEWärmeG sieht vor, bis zum Jahr 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung auf 14 % zu erhöhen, wie in Abbildung 14 ersichtlich wird. Im Jahr 2012 lag der Anteil bei 10,2 %. Den größten Anteil an der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien haben heute die biogenen Brennstoffe, die flüssig, fest oder gasförmig sind. Die Nutzung der Solar- und Geothermie soll aber verstärkt werden, da nicht anzunehmen ist, dass der Anteil der Biomasse noch effektiv 74 Vgl. Bundesregierung (2014b) 75 Vgl. Bundesregierung (2010){S.5} - (eigene Darstellung) 76 Vgl. Agenda21 Treffpunkt 32

33 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Wärmebereitstellung in Prozent [%] 4. Deutschland zunehmen wird das Potential ist begrenzt. Es wird angenommen, dass 2050 nur noch etwa 23 % des Wärmebedarfs durch Biomasse gedeckt werden könnte. 77 Laut dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.v. (BEE) soll bis 2050 mindestens 50 % des Wärmebedarfs durch Erneuerbare gedeckt sein. Dieses Ziel ist jedoch nicht vergesetzlicht. 78 ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AN DER WÄRMEBEREITSTELLUNG Jahre * 50 Erneuerbare Keine Angaben vorhanden Koneventionelle Abbildung 14: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und *) Interessensvertretung Bundesverband Erneuerbare Energie e.v. (BEE), Ziel nicht vergesetzlicht 80 Der Wärmebedarf in bestehenden Gebäuden soll bis 2020 um 20 % reduziert werden. Die Sanierungsrate für Gebäude soll deshalb von ein auf zwei Prozent verdoppelt werden. 81 Der Primärenergiebedarf soll gegenüber 2008 bis 2020 um 20 % und bis 2050 um 50 % gesenkt werden. 82 Bis 2050 soll es auch einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand geben. Neubauten sollen bereits ab 2020 klimaneutral sein. 83 Unter einem klimaneutralen Gebäudebestand versteht man in der EU Gebäude, die einen sehr geringen Energiebedarf ausweisen und die benötigte Energie überwiegend durch den Einsatz der Erneuerbaren decken; z.b. Null- und Plusenergiegebäude Vgl. Lauterbach, Schmitt, Vajen (2011) 78 Vgl. Bundesverband Erneuerbare Energie e.v 79 Vgl. Bundesverband Erneuerbare Energie e.v - (eigene Darstellung) 80 Bundesverband Erneuerbare Energie e.v. 81 Vgl. Umweltbundesamt (2013c) 82 Vgl. Bundesregierung (2014c) 83 Vgl. Bundesregierung (2014c) 84 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 33

34 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Stromerzeugung in Prozent [%] 4. Deutschland Im Verkehrssektor soll der Anteil der Erneuerbaren bis 2020 auf mindestens 10 % steigen. Im Jahr 2012 waren es 5,7 %. 85 Die Bundesregierung möchte das europäische Ziel übertreffen und strebt einen Biokraftstoffanteil von 20 Vol.-% bzw. 17 % energetisch bis 2020 an. 86 Ein weiteres Ziel der Bundesregierung aus dem Energiekonzept von 2010 ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Die klimaschädlichen Treibhausgase sollen gegenüber dem Basisjahr 1990 bis 2020 um 40 %, bis 2030 um 55 %, bis 2040 um 70 % und bis 2050 in einem flexiblen Spielraum von 15 % um 80 bis 95 % verringert werden. 87 Darüber hinaus soll der Stromverbrauch bis 2050 gegenüber dem Jahr 2008 um 25 % sinken und die Energieproduktivität auf 2,1 % pro Jahr steigen. Im neuen Koalitionsvertrag 2013 sind ebenfalls Klimaziele verankert. Die Zieltrias lautet Treibhausgasreduktion, Ausbau erneuerbarer Energien und Steigerung der Energieeffizienz. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgt in einem gesetzlich festgelegten Ausbaukorridor: 40 bis 45 % im Jahre 2025, 55 bis 60 % im Jahr (vgl. Abbildung 15). Leider wird im Koalitionsvertrag nicht explizit darauf hingewiesen, dass es sich um den Ausbau der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch handelt. ANTEIL DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN (KOALITIONSVERTRAG) Jahre Erneuerbare Ausbaukorridor der EE Konventionelle Abbildung 15: Deutsche Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch inklusive der Ausbaukorridore der Erneuerbaren aus dem Koalitionsvertrag 2013 für die Jahre 2020, 2025, 2030, 2035, 2040 und Wie man sieht, orientiert sich die Bundesregierung an den 2010 im Energiekonzept aufgestellten Ausbauplänen und möchte diesen eingeschlagenen Weg zielstrebig fortsetzten, was durch die beiden 85 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2013b) 86 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2008) 87 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2014c) 88 Bundesregierung (2013){S.55} 89 Vgl. Bundesregierung (2010), Bundesregierung (2013){S.55} - (eigene Darstellung) 34

35 4. Deutschland Ausbaukorridore 2025 und 2035 verdeutlicht wird. Im Wärmesektor ist das unveränderte Ziel der Koalition ( ) bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben 90 Diese Ausbauziele sollten als eine Art Entwicklungspfad dienen. Alle Beteiligten können messen, ob der Ausbau der Erneuerbaren im angedachten Tempo voranschreitet. Jedoch wird keine Punktlandung angestrebt, da die wirtschaftliche und technische Entwicklung mit den Zielen in Wechselwirkung stehen muss. 91 Sie sollten viel eher die Planungs- und Kostensicherheit gewährleisten und der erneuerbaren und konventionellen Energiebranche einen stabilen Rahmen für strategische Überlegungen geben Potenzialstudien In der für das Bundesumweltministerium angefertigten Leitstudie 2010 vom Konsortium des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik und dem Ingenieurbüro für neue Energien wird die Umsetzung der Ausbauziele in verschiedenen Basisszenarien beschrieben. Das Basisszenario 2010 A zeigt, wie der Ausbau der Erneuerbaren voranschreiten würde, wenn die bisherige Restlaufzeit der Atomkraftwerke bis 2022 berücksichtigt bleibt. Bis 2050 sollen demnach GWh Wärme aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden, was einem Anteil von etwa 50 % entspricht (vgl. Abbildung 16). Der Gesamtwärmebedarf kann indessen bis 2050 auf 60 % des Wertes von 2009 sinken. Folglich wird der Beitrag des Heizöls, der Kohle und des Erdgases bezogen auf den heutigen Verbrauch stark reduziert: Im Jahr 2050 könnten so nur 30 % der derzeit eingesetzten fossilen Brennstoffe verwendet werden. 92 Abbildung 16: Endenergieeinsatz für Wärme im Basisszenario 2010 A in der Leitstudie Bundesregierung (2013){S.52} 91 Vgl. Bundesregierung (2010){S.4} 92 Vgl. Schmidt (2011) 93 Vgl. DLR, Fraunhofer, IfnE (2010){S.11} 35

36 4. Deutschland Die Leitstudie 2010 stellt das Ziel der Anteile an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch dar. Der Anteil soll 2050 bei 86 % liegen. Dieses Ziel ist eine Übererfüllung und bestätigt die Ziele der Bundesregierung, einen 80-%-Anteil der Erneuerbaren zu erzielen. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Treibhausgasemissionen bis 2020 und 2050 gemindert werden können, was durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und mithilfe der Energieeinsparungen zu bewerkstelligen ist. Diese Szenarien sollen keine Prognose darstellen, sondern mögliche Entwicklungen aufzeigen, die aber kontinuierliches Handeln erfordern. 94 Die Studie bestätigt allerdings, dass die Zielsetzung der Bundesregierung realistisch ist. 4.2 Fördersituation Jedes Land hat unterschiedliche Fördermethoden für die Erneuerbaren Energien. Im Folgenden sollen aber nur die Fördermodelle des Stromsektors genauer betrachtet werden. In Deutschland gilt im Strombereich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses Gesetz wurde im Jahr 2000 erlassen und sorgt seitdem für einen anhaltenden Boom der Erneuerbaren. Kernpunkte sind garantierte Einspeisevergütung, garantierter Anschluss an das Netz und bevorzugte Abnahme der Elektrizität durch den Netzbetreiber. 95 Das schafft Anreize zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, weil in der Regel über 20 Jahre hinweg die Einspeisevergütung und somit die Investitionssicherheit gesichert bleiben. Die Vergütung wird zunächst von den Netzbetreibern bezahlt und wird im nächsten Schritt auf die Endverbraucher umgelegt. Somit ist die EEG-Umlage keine Steuer, sondern ein Bestandteil des Strompreises. Dadurch müssen keine Staatsgelder in die Förderung fließen. 96 Das EEG ist so beschaffen, dass sich die Einspeisevergütungen für Neuanlagen jedes Jahr verringern lassen können, damit die Bundesregierung gewisse Regulierungsmechanismen besitzt. So werden frühere Investitionen belohnt und Überförderungen korrigiert. Das EEG wurde kontinuierlich überarbeitet und zuletzt am 8. April 2014 novelliert. Dabei werden verbindliche Ausbaukorridore beschrieben, die ebenso im Energiekonzept und im Koalitionsvertrag stehen. Dazu sollen weitere Kostenanstiege gebremst werden. Der weitere Ausbau soll sich nach kostengünstigen Technologien richten, es sollen Boni gestrichen und die Fördersätze nach Möglichkeit real gesenkt werden. 97 Darüber hinaus sollen spätestens 2017 die finanzielle Förderung und ihre Höhe für die erneuerbaren Energien wettbewerblich über technologiespezifische Ausschreibungen ermittelt werden. Um Erfahrungen mit Ausschreibungen zu sammeln, wird die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen als Pilotmodell auf ein Ausschreibungssystem umgestellt Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2011b) 95 Springer Gabler a 96 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2014d) 97 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014a){S.2} 98 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014a){S.2} 36

37 4. Deutschland Die Kosten sollen gerechter verteilt werden. Alle Stromverbraucher sollen gleichermaßen an den Kosten beteiligt sein, jedoch ohne, dass die stromintensive, auf internationaler Wettbewerbsfähigkeit angewiesene Industrie gefährdet wird ist die EEG-Umlage auf 6,24 ct/kwh gestiegen lag die Umlage bei 5,277 ct/kwh, was einem Anstieg von ca. 20 % entspricht. Die reinen Förderkosten der Erneuerbaren Energien von 2,54 ct/kwh sind nur 41 % der EEG-Umlage. Die restlichen Kosten, wie in Abbildung beschrieben, setzen sich aus fallenden Preisen an der Strombörse, den Privilegien für stromintensive Industrie, der Marktprämie, der Liquiditätsreserve und dem Ausgleich der Prognosefehler für das Jahr 2013 zusammen. Die Unterdeckung 2013 erhöht die EEG-Umlage Bestandteile der EEG-Umlage 2014 Industrieprivileg 20% Marktprämie 2% Liquiditätsreserve 4% Nachholung aus % Reine Förderkosten 41% Rückgang Börsenstrompreis 24% Abbildung 17: Bestandteile der EEG-Umlage im Jahr Verglichen werden jeweils die Sektoren Marktprämie, reine Förderkosten, Rückgang Börsenstrompreis, Industrieprivileg, Nachholung aus 2013 und Liquiditätsreserve 98 Das zeigt, dass der Anstieg der EEG-Umlage nicht die Kosten des Ausbaus widerspiegelt, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Für das Jahr 2014 wird ein Anstieg in der erneuerbaren Stromerzeugung erwartet lag die Stromerzeugung aus Erneuerbaren bei GWh und 2014 sollen es GWh sein. Auf Grundlage der prognostizierten Börsenerlöse für das Jahr 2014 wurden die Kosten der EEG-Umlage berechnet. Somit ist die prognostizierte Umlage nach Energieträgern 2014 Tabelle 3 zu entnehmen Statista (2014) (eigene Darstellung) 100 Vgl. Bundesverband Erneuerbare Energie e.v. (2013) 101 Vgl. Industrie-und Handelskammer Karlsruhe (2014) 37

38 4. Deutschland Tabelle 3: EEG-Umlage 2014 nach Energieträgern Photovoltaik, Biomasse, Wind-Onshore und -Offshore und Sonstige. Der jährliche Ausbau der Erneuerbaren Energieträger wird als die zu installierende Leistung in GW aufgezeigt 102 Energieträger EEG-Umlage 2014 [ct/kwh] Photovoltaik (Solar) Biomasse Wind- Onshore Wind- Offshore Sonstiges 2,4 1,3 1,0 0,3 0,1 Jährlicher Zubau [GW] 2,5 (brutto) 0,1 (brutto) 2,5 (netto) Ø 0,85 k.a. Der jährliche Ausbau der Erneuerbare-Energien-Technologien, der angestrebt ist, wird für jeden Energieträger separat festgelegt. Da vorrangig die kostengünstigen Technologien gefördert werden, sollen Photovoltaik und Onshore-Windenergie am stärksten ausgebaut werden. 103 Für die Offshore- Windenergie soll bis spätestens 2020 die Leistung von 6,5 GW und bis 2030 mindestens 15 GW installiert werden. Der Ausbau der Erneuerbaren ist eng mit dem Ausbau des Stromnetzes verbunden. 104 In der Abbildung 18 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird der Zubau der Erneuerbaren Energien nach Jahren graphisch dargestellt. Abbildung 18: Geplanter Zubau Erneuerbarer Energien, Reform des EEG, Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014b) - eigene Darstellung) 103 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014a) 104 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014b) 105 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2014b) 38

39 5. Österreich Die angestrebte installierte Leistung von Photovoltaik und der Onshore-Windkraft soll demnach im Jahr 2020 etwa 17,5 GW betragen. Die Offshore-Windleistung könnte bei etwa 6 GW liegen und die der Biomasse bei etwa 0,7 GW. 5. Österreich Für den Vergleich wird bei Österreich der Bruttoinlandsvergleich von 1995 und 2011 herangezogen. In besagtem Zeitraum nahm der Bruttoinlandsverbrauch um GWh zu. Österreich ist damit das einzige der Vergleichsländer, bei dem der Bruttoinlandsverbrauch in der Zeitspanne von 16 Jahren zunahm. Der fossile Beitrag lag 1995 bei 78 % und sank bis 2011 auf 71 %. Der Anteil der Erneuerbaren Energien erhöhte sich um 5,1 % auf insgesamt 26 % Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Die heutige Energiewirtschaft Österreichs ist durch die Wasserkraft geprägt. Die Ausbaupläne für die Wasserkraft entstanden während des Kohlenmangels. Die Kohleförderung wurde in Österreich nach und nach eingestellt, weil der Abbau zu teuer wurde. So stieg nach 1950 kontinuierlich der Anteil der Wasserkraft machte sie 38 % an der gesamten Erneuerbaren Endenergie aus, und GWh, also 84,2 % am Strom aus Erneuerbaren Quellen. 107 Insgesamt betrug 2012 der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion 65,3 % (s. Tabelle 2). Österreich betreibt keine Atomkraftwerke, obwohl im Jahr 1978 das Atomkraftwerk Zwentendorf gebaut wurde. Kurz danach fand eine Volksabstimmung statt, bei der das Atomsperrgesetz beschlossen wurde. Deswegen musste Österreich, im Gegensatz zu vielen Mitgliedsstaaten der EU, nach der Katastrophe in Fukushima 2011 kein zusätzliches Geld in Sicherheitsmaßnahmen investieren. 108 Aufgrund der Ölkrisen in den 1970er Jahren beschloss Österreich, unabhängiger von Energieimporten zu werden und stärker die Erneuerbaren Energien zu fördern. Dennoch ist die Importabhängigkeit Österreichs gegenwärtig sehr hoch und es wird weiterhin viel Mineralöl, Erdgas und Kohle verbraucht entstand in Österreich eine erste Förderregelung für Windkraft. 110 Ein stetiger Energieverbrauchszuwachs, bis zur vorläufigen Stabilisierung im Jahr 2005, sorgte für eine rückläufige Entwicklung des Anteils der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch erhöhte sich zwischen 2004 und 2012 um 9,4 % auf 32,1 %. 111 Der Bruttoinlandsverbrauch hat seit den 1990 Jahren um 39 % deutlich zugenommen, was am erhöhten energetischen Endverbrauch in den Bereichen Verkehr, Industrie, Haushalte und öffentliche und private Dienstleistungen liegt. 106 Vgl. Europäische Kommission (2013b) 107 Vgl. Ministerium für ein lebenswertes Österreich (2014) 108 Vgl. Wiener Zeitung (2013) 109 Vgl. Forum OÖ Geschichte (2010) 110 Vgl. Erneuerbare Energie a 111 Eurostat Pressemitteilung (2014) 39

40 5. Österreich 2001 wurde die Richtlinie 2001/77/EG von der EU erlassen. Diese verpflichtete Österreich, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung zu erhöhen: von 70 % im Jahr 1997 auf 78,1 % im Jahr Dieses Ziel wurde auch im Ökostromgesetz Abs. 1 festgehalten. Es wurde jedoch verfehlt; die Europäische Kommission verklagte daraufhin Österreich wegen Nichterfüllung der EU-Vorschriften. Von der Kommission wurde bis zur Umsetzung der Ziele ein tägliches Zwangsgeld von vorgeschlagen. Das endgültige Urteil steht aber noch aus. 113 Trotz der Krisenjahre 2008/09 investierte Österreich 2010 eine Summe von 354 Mrd. in die Erneuerbaren Energien, wobei der größte Teil der Investitionen den Wasserkraftwerken zukam. 114 Die Stromerzeugung aus Wasserkraft nahm zu, besonders im wasserreichen Jahr Durch den großen Wasserkraftanteil ist die österreichische Stromerzeugung von der Regenmenge abhängig. Für eine größere Versorgungssicherheit ist deshalb der breite Ausbau verschiedener erneuerbarer Technologien nötig. 115 Biomasse 116 verzeichnet in den letzten Jahren ein starkes Wachstum. Von 2005 bis 2011 ist der Bruttoinlandsverbrauch an Bioenergie um 44 % gestiegen. Holz ist davon mit 79 % der wichtigste Energieträger. 117 Dieser Anstieg bedeutet aber eine neue Herausforderung für den Holzvorrat Österreichs. Die Zunahme der Biomassekonsumption und die weitestgehend unveränderte Produktionsmenge der Holzindustrie erhöht die Importe aus Deutschland und Tschechien. 118 Um im Erneuerbaren-Energien-Sektor die Unabhängigkeit zu wahren, ist der Ausbau von Geothermie, Photovoltaik, Solarthermie und Windkraft dringend nötig. Österreich belegt laut der IEA-Statistik 2011 innerhalb der EU-27 den siebten Platz in der Erneuerbaren-Energien-Erzeugung und nach der Fläche den zweiten Platz mit 1,16 GWh/km². 119 Die Energiewirtschaft ist fast vollständig privatisiert und liberalisiert Ausbauziele Entsprechend der EU-Richtlinie 2009/28/EG hat Österreich ebenfalls ein Ziel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 festgelegt. Dieses Ziel ist die Erhöhung des Anteils auf 34 % aller erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch lag der Anteil der Erneuerbaren bei 32 %. Die Gesamtausbauziele der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Österreich sind in Abbildung 19 aufgeführt. Die grauen Balken signalisieren, dass für diesen Zeitraum keine Ausbauziele vorhanden sind. Deshalb ist nur ein österreichisches Ausbauziel von 34 % für 2020 aufgezeigt. Die restlichen 66 % werden durch konventionelle Energieträger gedeckt. Nach einem Gespräch mit Herrn Ing. Dr. Markus Preiner vom Kabinett des Herrn Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft habe ich erfahren, dass ein energiepolitisches Konzept für den Zeitraum nach 2020 derzeit erstellt und Ende 2014 vorgelegt wird. 112 Vgl. Anschober (2007) 113 Vgl. Europäische Kommission (2013d) 114 Vgl. Österreichs Energie 115 Vgl. Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (2014) 116 Sammelbegriff für Hackschnitzel, Rinde, Sägenebenprodukte, Waldhackgut, Pellets, Stroh, biogener Müll, Biogas, Klärgas, Deponiegas, Biodiesel, Bioethanol und Ablauge/Schlämme der Papierindustrie 117 Vgl. Österreichischer Biomasseverband a 118 Vgl. Zirm (2013) 119 Vgl. Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (2014) 40

41 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent [%] 5. Österreich ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AM BRUTTOENDENERGIEVERBRAUCH Jahre Erneuerbare Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 19: Österreichische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und In Österreich liegt keine Ausbaustrategie für die Jahre nach 2020 vor. Allein die Studie Energieautarkie für Österreich 2050 (s.u.) zeigt, was bis Mitte des Jahrhunderts möglich wäre, wenn man heute die richtigen Weichen stellt. Der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung aus öffentlichen Netzen soll gemäß dem Ökostromgesetz 2008 bis zum Jahr 2015 erhöht werden. Im 4 Abs. 2 (ÖSG) steht, dass der Anteil von gefördertem Ökostrom an der Abgabemenge an Endverbraucher aus öffentlichen Netzen bis 2015 auf 15 % erhöht werden soll. In diesem Zielwert ist die Stromerzeugung aus neu errichteten Kleinwasserkraftanlagen sowie mittleren Wasserkraftanlagen sowie die durch Optimierung und Erweiterung von bestehenden Kleinwasserkraftanlagen erzielte zusätzliche Stromerzeugung [ ] enthalten, nicht jedoch die Neuerrichtung und Erweiterung von Wasserkraftanlagen mit einer Engpassleistung von mehr als 20 MW. 121 Die nationalen Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung werden in Abbildung 20 dargestellt. 120 E-Control (eigene Darstellung) 121 Ökostromgesetz (2008) 41

42 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Wärmebereitstellung in Prozent [%] Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Stromerzeugung in Prozent [%] 5. Österreich ANTEIL DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN Jahre Erneuerbare Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 20: Österreichische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ohne Wasserkraft (< 20 MW) 122 Für die Jahre nach 2015 gibt es derzeit keine weiteren Ausbauziele des Anteils der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. ANTEIL ERNEUERBAREN ENERGIEN AN DER WÄRMEBEREITSTELLUNG Jahre Keine Angaben Abbildung 21: Österreichische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Vgl. Ökostromgesetz (2008) (eigene Darstellung) 42

43 5. Österreich Etwa 50 % der verbrauchten Energie wird für die Erzeugung von Wärme verwendet, davon ein Drittel für Raumwärme und Warmwasser. Der Wärmemarkt ist der größte Energiemarkt in Österreich dabei ist der Anteil der Erneuerbaren in diesem Bereich noch sehr gering. Derzeit beträgt der Anteil an der Wärmebereitstellung 38 % (s. Tabelle 2); er könnte noch deutlich ausgebaut werden. 124 Wie in Abbildung 21 aufgeführt, hat Österreich hat keine konkreten, langfristigen Wärmebereitstellungsziele. Im Kraftstoffbereich schreibt die EU einen 10-%-Anteil an Erneuerbaren Energien bis 2020 vor. 125 Im EU-Kontext sollen auch die Treibhausgasemissionen in Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, bis 2020 um mindestens 16 %, bezogen auf die Emissionen des Jahres reduziert werden. Die Energieeffizienz soll dabei bis 2020 um 20 % (bezogen auf das Basisjahr 2005) erhöht werden. 127 Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betraute 2009 die Minister Reinhold Mitterlehner und Nikolaus Berlakovich mit der Erstellung einer Energiestrategie zur Erfüllung der EU-Ziele. Diese Energiestrategie Österreich 2010 zeigt einen Pfad für die künftige Klima- und Energiepolitik auf. 128 Um die gesteckten EU-Ziele zu erreichen, möchte die Bundesregierung den Endenergieverbrauch stabilisieren. Dieser soll 2020 auf Stand von 2005 verharren, also bei etwa 306 GWh. 129 In der Energiestrategie Österreich 2010 werden Schritte zum Umstieg auf Erneuerbare Energien im Wärmebereich beschrieben. Der Wärmebedarf soll ebenfalls gesenkt werden, da für dessen Bereitstellung der Einsatz fossiler Energieträger benötigt wird. Im Neubau sollen technisch hohe Standards herrschen und nach der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie umgesetzt werden. Bei den Sanierungen des Gebäudebestandes wird eine kontinuierliche Sanierungsrate von 3 % pro Jahr angestrebt lag sie bei 1,2 % pro Jahr, sie soll bis 2020 kontinuierlich erhöht werden. 130 Wärmebereitstellung soll durch: Fern- und Nahwärme durch Abwärmenutzung, Substitution fossiler Energieträger durch Erneuerbare Technologien, Entwicklung einer Energieraumplanung, Raumwärme soll auf Basis von regionalen Konzepten der Energieraumplanung und entsprechend der regionalen Stärken entweder aus Fernwärme (Abwärme, KWK, Biomasse) oder durch Einzelheizungen (Solarthermie, Biomasse, Umgebungswärme) optimiert bereit gestellt werden 131 Das Wasserkraftland Österreich setzt weiterhin auf das Wachstum der Wasserkraft und möchte jährlich GWh ausbauen, obwohl derzeit bereits etwa 70 % genutzt werden. Bis 2015 sollen 123 Dr.-Ing. Preiner (2014) (eigene Darstellung) 124 Vgl. Erneuerbare Energie b 125 Vgl. Energiestrategie (2009a){S.11} 126 Energiestrategie (2009a){S.18} 127 Vgl. Energiestrategie (2009a){S.18} 128 Vgl. Energiestrategie (2009b) 129 Vgl. Energiestrategie (2009a){S.32} 130 Vgl. Energiestrategie (2009a){S.101} 131 Energiestrategie (2009c){S.10} 43

44 5. Österreich gemäß der Energiestrategie GWh ausgebaut werden, davon sind GWh durch Effizienzsteigerungen und Revitalisierungen vorhandener Standorte zu erreichen. Bis 2020 soll der Gesamtausbau GWh betragen. Die Windkraft soll fortlaufend auf GWh im Jahr 2015 anwachsen. 132 Die Stromerzeugung durch Photovoltaik soll hauptsächlich gebäudeintegrierend ausgebaut werden. Wenn bis 2020 der Trend der jährlich steigenden, kontrahierten Leistung so fortgesetzt wird, könnte die Stromerzeugung auf etwa GWh anwachsen. 133 Auch der Biomassenanteil an der Stromerzeugung wurde vergrößert und soll in gekoppelter Form von Stromund Wärme weiter anwachsen. In der Energiestrategie Österreich 2010 werden nur mittelfristige Ziele bis 2020 beschrieben. Für die Zeit nach 2020 gibt es keine Ausbauziele. Bis 2020 ist Österreich bereit, 16,3 Mrd. in die Energiewirtschaft zu investieren. Davon sollen 8 Mrd. in den Ausbau Erneuerbarer Energien für die Stromerzeugung fließen. 134 Die Wasserkraft soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Es sollen Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerke parallel ausgebaut werden. Pumpspeicherkraftwerke könnten die volatile Energieerzeugung aus Wind und Sonne abdecken und für eine größere Versorgungssicherheit sorgen. Die vorhandene Kapazität soll bis 2020 auf rund 10 GW erhöht werden. Der Umweltkontrollbericht aus dem Jahr 2007 beschrieb ambitioniertere Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, die jedoch im aktuellen Bericht nicht mehr auftauchen, da sie sehr ambitioniert waren. Demnach wurde im Biomasseaktionsplan beschlossen, bis % des Gesamtenergieverbrauchs durch Erneuerbare Energien zu decken. Das Regierungsprogramm 2007 und die Klimastrategie 2007 sind für 2020 von einem Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 85 % 135 ausgegangen. Für 2010 war ein Anteil der Erneuerbaren in der Stromerzeugung von 80 % geplant, der jedoch, wie oben beschrieben, nicht erfüllt werden konnte Potenzialstudien Zum Regierungsprogramms 2007 gibt es eine Studie Wärme und Kälte aus Erneuerbaren 2030, die mit verschiedenen Szenarien aufzeigt, wie das Ziel vom 45-%-Anteil Erneuerbarer Energie am Bruttoinlandsverbrauch erreichbar wäre. Schon damals war aber klar, dass es schwierig werden würde, bis 2030 eine einhundertprozentige Versorgung mit Erneuerbaren zu erreichen. 137 Alle drei Jahre hat der Umweltminister dem Nationalrat einen schriftlichen Bericht, den Umweltkontrollbericht, vorzulegen. Im letzten Bericht aus dem Jahr 2013 führte die Regierung eine Atomkennzeichnung ein, damit 2015 kein Atomstrom 138 mehr bezogen wird, weil durch die Stromimporte auch Atomstrom im Strommix Österreichs auftaucht. Im Umweltkontrollbericht wird außerdem die Vorschau für die Jahre 2020 und 2030 in zwei Szenarien aufgezeigt. 132 Vgl. Energiestrategie (2009c){S.14} 133 Vgl. Energiestrategie (2009a){S.115} 134 Vgl. Österreichs Energie {S.8} 135 Vgl. Energieklima (2007) 136 Vgl. Energieklima (2007) 137 Vgl. Energieklima (2007) 138 (4,9 % laut E-CONTROL 2012d) 44

45 5. Österreich Die Abbildung 22 zeigt die Zielerreichung im WEM (with existing measures), also dem bestehenden Zustand, sowie im WAM (with additional measures), dem Wachstumsszenario. Im Szenario WEM, das auf einem 1,5-prozentigen Wirtschaftswachstum pro Jahr basiert und einen Bruttoinlandsverbrauch von 321 GWh oder PJ im Jahr 2020 prognostiziert, kommt es zu einer Zielverfehlung mit einem Anteil von 33,4 % der Erneuerbaren Energien. Beim Szenario WAM ist der Bruttoinlandsverbrauch geringer und das Ziel von 34 % wird sogar etwas übertroffen. 139 Abbildung 22: Bruttoinlandsverbrauch nach Energieträgern für die vorhandene Energiebilanz 2010 und die Szenarien WEM und WAM jeweils für die Jahre 2020, 2030 aus dem Umweltkontrollbericht 140 In der Abbildung 22 steigt langfristig dennoch der Bruttoinlandsverbrauch in beiden Szenarien an. Im WEM-Szenario ist der Verbrauch jedoch höher liegt der Anteil der Erneuerbaren im WAM- Szenario bei 36 %. Im WEM-Szenario könnte der Anteil bis 2030 bei 32,6 % sein. 141 Weitere Maßnahmen bis 2020 zur Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energien lassen sich im Nationalen Aktionsplan 2010 für erneuerbare Energien für Österreich 142 finden, der von der EU von jedem Mitgliedsstaat gefordert wurde. Danach soll der Bruttoendenergieverbrauch 2020 bezogen auf 2005 um 9,3 % verringert werden. Der Aktionsplan zeigt, dass es möglich sei, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Österreich auf 50 % auszubauen. Das realisierbare Potenzial der Erneuerbaren liegt bei GWh, was der Hälfte deserwarteten Gesamtenergieverbrauchs von GWh entspricht. 143 Die Entwicklung der Anteile in den drei Sektoren könnte laut Aktionsplan wie in Abbildung 23 aussehen. Bis 2020 könnte der erneuerbare Anteil im Wärmebereich auf 52 %, im Strombereich auf 96 % und im Kraftstoffbereich auf 14 % ansteigen. Somit ist im Strombereich eine nahezu vollkommene 139 Vgl. Umweltbundesamt (2013d) 140 Vgl. Umweltbundesamt (2013) 141 Vgl. Umweltbundesamt (2013e) 142 Umweltbundesamt (2010) 143 Vgl. Österreichischer Biomasseverband b 45

46 5. Österreich Versorgung mit Erneuerbaren möglich. Dafür muss die Nutzung der Biomasse und der Wasserkraft ausgebaut werden und insbesondere prozentual die Nutzung von Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie. Abbildung 23: Entwicklung der Anteile Erneuerbarer Energien in den Sektoren Wärme und Kälte, Elektrizität, Verkehr und dem Gesamtanteil dieser Sektoren für die Jahre 2005, 2008, , und 2020 nach dem nationalen Aktionsplan Besonders auffallend ist der große Anstieg zwischen den Jahren und Der erneuerbare Anteil im Wärmesektor könnte in dieser kurzen Zeitspanne um ganze 12 % und im Stromsektor um 18 % anwachsen. Die bisherige Steigerung verlief deutlich geringer, als es in den kommenden Jahren möglich wäre. Die Studie Energieautarkie für Österreich 2050 im Auftrag des Lebensministeriums aus dem Jahr 2010 zeigt die Machbarkeit eines energieautarken Österreichs. Es wurden zwei Szenarien dargestellt: Konstantszenario (Stand 2008) und Wachstumsszenario. Die Annahme war eine Vollversorgung des Landes mit Erneuerbaren Energien. Der Energieaustausch mit anderen Ländern sollte über das ganze Jahr ausgeglichen sein. In der Abbildung 24 sind die zwei Szenarien, die fortlaufende Nutzung aus dem Jahr 2008 und das technische Potential ersichtlich. In beiden Szenarien müssen bis 2050 die technisch verfügbaren Potenziale bei Biomasse, Wasserkraft, Photovoltaik, Windenergie und Solarthermie nahezu ausgeschöpft werden, damit die Versorgung mit Erneuerbaren gedeckt ist. 144 Vgl. Österreichischer Biomasseverband b 46

47 5. Österreich Abbildung 24: Energieautarkie für Österreich Verglichen werden die Szenarien Konstant und Wachstum, Nutzung von 2008 und das technische Potential für die Energieträger Biomasse, Wasserkraft, Photovoltaik, Windenergie, Solarthermie, Umweltwärme, oberflächennahe Geothermie und Tiefengeothermie 145 Biomasse und Wasserkraft sollen mehr als die Hälfte des Energiebedarfs decken (vgl. Abbildung 24). Gegenüber 2008 sollte die Windkraft bis 2050 um das Fünffache, Photovoltaik um das 500-fache und Solarthermie um etwa das zehnfache steigen. Die Tiefengeothermie spielt im Wachstumsszenario eine wichtige Rolle bei der Deckung des Energiebedarfs. Um das zu erreichen, sind klare, politische Entscheidungen notwendig. 146 Nach der Studie Energieautarkie für Österreich 2050 hat der Umweltminister Berlakovich 2011 einen Autarkiefahrplan initiiert, der auf der Energiestrategie der Regierung 2020 aufbauen soll. Dieser wurde bisher noch nicht vorgelegt Fördersituation Die Fördersituation in Österreich ist wegen den verschiedenen Fördermaßnahmen und der begrenzten Mittel sehr vielfältig. Es gibt Fördermaßnahmen auf Bundes- und Landesebene. Die unterschiedlichen Strategien sind: CO 2-Steuer, Ressourcenabgabe, Ökostromgesetz, Biogas- Einspeise-Gesetz und Investitions-Förderprogramme. 148 Das Ökostromgesetz soll dabei näher beleuchtet werden, da es bundesweit gilt. Vor dem Beschluss des Gesetzes im Jahr 2002 wurden die Förderregelungen für die Erneuerbaren Energien in den Elektrizitätsgesetzen der einzelnen Länder festgesetzt. Mit dem Ökostromgesetz gab es schließlich eine einheitliche Abnahmepflicht für Strom aus erneuerbaren Quellen. Dadurch wurde der Erneuerbare-Energien-Ausbau vorangetrieben. Mit der Novellierung 2006 wurden aber niedrige 145 Vgl. Streicher, Schnitzer, Titz et al. (2010){S.119} 146 Vgl. Streicher, Schnitzer, Titz et al. (2010){S.132} 147 Vgl. Kleine Zeitung (2011) 148 Vgl. Österreichischer Biomasseverband b{s.11} 47

48 5. Österreich Einspeisevergütungen und kürzere Tariflaufzeiten festgelegt, was Unklarheit schaffte und den Ausbau der Ökostromanlagen, besonders der Windkraft, beinahe zum Stillstand brachte. Durch die Gesetzesnovellen 2008 und 2009 und der Einspeisetarif-Verordnung 2010 kam der Ausbau wieder etwas in Gang, war aber für Politik und Investoren immer noch unzureichend, da der Schwerpunkt nach wie vor auf der Begrenzung der Kosten statt auf dem Ausbau lag. 149 Dabei bezog sich dieses Gesetz lediglich auf die kurzfristigen Ziele bis Erst nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 wurden wieder Gespräche zur Novellierung des Ökostromgesetzes aufgenommen. Im Juli 2012 trat das Neue Ökostromgesetz (ÖSG) 2012 in Kraft. Dieses Gesetz legt erstmals langfristige Ausbauziele für Strom aus Erneuerbaren bis 2020 fest. Im 4 Abs. 4 ÖSG werden konkrete Ziele für den Zeitraum 2010 bis 2020 beschrieben, wobei die Ziele bis 2015 (vgl. Tabelle 4) aufrechterhalten werden. 150 Die Finanzierung von Ökostromanlagen wird von 21 Mio. pro Jahr auf 50 Mio. angehoben. Im 23 Abs. 3 ÖSG werden die 50 Mio. auf die Energietechnologien aufgeteilt. Es werden 19 Millionen Euro auf den Resttopf (Wind-, Wasserkraft, Photovoltaik-Netzparität) verteilt. Dieser Betrag reduziert sich innerhalb der ersten zehn Jahre nach Inkrafttreten pro Kalenderjahr um 1 Million Euro. 151 Tabelle 4: Ausbauziele für die Jahre 2015 und 2020 jeweils bei installierter Leistung in MW und bei der Energie in GWh und Finanzierung der Erneuerbare-Energie-Technologien in Mio. für die Energieträger Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Biogas sowie Photovoltaik aus dem Ökostromgesetz Ausbauziele 2015 [MW] 2015 [GWh] 2020 [MW] 2020 [GWh] Finanzierung [Mio. p.a.] Wasserkraft ,5* Windkraft ,5 Biomasse und Biogas ** Photovoltaik ,0 *) Kleinwasserkraft **) davon 3 Mio. für feste Biomasse mit einer Engpassleitung bis 500 kw Die Wasserkraft soll gemeinsam mit der Windkraft bis 2015 am breitesten ausgebaut werden. Bis 2020 soll die Windkraft jährlich um MW erweitert werden. Dafür sollen auch 11,5 Mio. pro Jahr investiert werden, damit bis 2020 die Windkraft, wie auch die Wasserkraft, auf das Niveau von GWh angehoben werden kann. Die Einspeisevergütung soll wie beim EEG mit der Zeit verringert werden und gemäß 16 ÖSG bei Ökostromanlagen auf Basis von fester und flüssiger Biomasse oder Biogas 15 Jahre und bei allen anderen Ökostromtechnologien (z.b. Photovoltaik, Windkraft, etc.) 13 Jahre betragen. 149 Vgl. IG Windkraft (2011a) 150 Vgl. Ökostromgesetz Ökostromgesetz Vgl. Ökostromgesetz 2012 (eigene Darstellung) 48

49 6. Vereinigtes Königreich Die Fördermittel werden durch die Ökostrompauschale und den Ökostromförderbeitrag aufgebracht. Im 45 ÖSG wird beschrieben, dass die Ökostrompauschaule ein jährlicher Pauschalbetrag ist, den alle Endverbraucher zahlen müssen, die an das öffentliche Netz angeschlossen sind. Dieser Betrag richtet sich nach den sieben Netzebenen. Der Ökostromförderbeitrag nach 48 ÖSG wird ebenfalls von allen Endverbrauchern, die ans Netz angeschlossen sind, fällig und wird jedes Jahr in einer Verordnung festgelegt. Es handelt sich um einen prozentuellen Aufschlag auf das Netznutzungs- und Netzverlustentgelt Vereinigtes Königreich Auch hier wird für den Vergleich der Bruttoinlandsvergleich von 1995 und 2011 herangezogen. Im Vereinigten Königreich nahm der Bruttoinlandsverbrauch zwischen 1995 und 2011 um GWh ab. Der fossile Beitrag lag 1995 bei 88 % und sank bis 2011 auf etwa 87 %. Somit kann man sagen, dass in 16 Jahren der fossile Verbrauch nahezu gleich geblieben ist. Der Anteil der Kernenergie ging ebenfalls nur unmerklich von 10,3 % auf 9 % zurück. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Erneuerbaren Energien einen Anstieg, und zwar in Höhe von 3,1 %. Das ist verglichen mit Deutschland und Österreich der geringste Anstieg Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Die fossilen Energieträger spielten im Vereinigten Königreich schon früh eine große Rolle. Bis in die 1950er Jahre wurde hauptsächlich Kohle und Öl zur Energieerzeugung eingesetzt, bis die Kernenergie Einzug hielt. Aufgrund der Ölkrisen in den 1970er Jahren beschloss die Regierung, die Kernenergie weiterhin zu fördern, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Kohleverbrauch ging aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Erdgas zurück leisteten erstmals die Erneuerbaren Energien einen Beitrag zur Stromversorgung. Ursprünglich sollten die erneuerbaren Technologien aber als Ergänzung zur Kernenergie bestehen. Eine wichtige Veränderung in der britischen Energiepolitik bewirkte die Studie Energy The Changing Climate der Royal Commission on Environmental Pollution aus dem Jahr 2000, die besagte, dass es bis 2050 nötig sei, die Treibhausgasemissionen um 60 % zu verringern (Stand 2000), um den verheerenden Folgen des Klimawandels zu entgehen. Diese Studie hatte große Auswirkungen und beeinflusste 2002 die politische Energieerklärung 155. Von da an legte die Regierung mehr Wert auf die Klimapolitik wurde das Energy White Paper erlassen. Es besagt, dass sich die Energiewirtschaft umfassender auf die Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien konzentrieren müsse, um das Ziel der Studie zu erreichen. Im 153 Vgl. IG Windkraft (2011b) 154 Vgl. Europäische Kommission (2013b) 155 Vgl. Energy Review 49

50 6. Vereinigtes Königreich Energy White Paper 2007 wurde wegen der Kraftstoff-Proteste und der Stromausfälle 2003 ferner die Energiesicherheit expliziter beschrieben erschienen die vier sektoralen Strategien, die das Leitbild der Low Carbon Economy mit rechtlich verbindlichen CO 2-Zielen begründen: der UK Low Carbon Transition Plan, die UK Renewable Energy Strategy, die Carbon Reduction Strategy for Transport und die UK Low Carbon Industrial Strategy. 157 Während der 2000er Jahre stiegen die Ölpreise rasant an und damit auch die Anzahl der Haushalte, die über 10 % ihres Einkommens für die Energieversorgung zahlen mussten. Daneben sollten nach der europäischen Richtlinie 2001/80/EG [ ] zur Begrenzung von Schadstoffemissionen von Großfeuerungsanlagen 158 Kohlekraftwerke stillgelegt werden, die den ökologischen Anforderungen der EU nicht genügen. Auch acht von neun Atomkraftwerken werden bis 2023 wegen Altersschwäche vom Netz genommen. Zu dieser Zeit kamen demzufolge Bedenken über eine sogenannte Energy Gap (Energielücke) auf. Viele Studien warnten vor Versorgungsunsicherheiten, falls keine zusätzlichen Maßnahmen unternommen werden würden. Die Akzeptanz der Bevölkerung für die Kernenergie ist trotz der Katastrophe in Fukushima relativ hoch. Nun soll nach 1995 wieder ein neues Atomkraftwerk ans Netz gehen: Die Inbetriebnahme der von einem französisch-chinesischen Konsortium geplanten zwei Druckwasserreaktoren Hinkley Point C ist für das Jahr 2023 anvisiert. Weitere acht Standorte sind in Planung. Die Kernenergie gilt als klimaschonende Alternative im Vergleich zu fossilen Energieträgern. Die Frage der Endlagerung wurde aber bisher noch nicht umfassend geklärt. Momentan sind die Erneuerbaren Energien im Vereinigten Königreich nicht tragfähig, weshalb es für den Übergang anderer Energieträger bedarf. Die fossilen Alternativen sind aufgrund der Treibhausgasemissions-Begrenzung zu teuer. Obendrein geht die nationale Förderung von Erdgas und Erdöl in der Nordsee zurück. 159 Die kohlenstoffarme Energieversorgung soll durch den Einsatz eines Dreiklangs 160 aus Kernenergie, Erneuerbaren Energien und sauberer Kohle, also der CO 2-Abscheidung und -Speicherung (CCS), verfolgt werden. In der britischen Energiepolitik ist die CO 2-Reduzierung von besonders hoher Bedeutung, noch vor der Energiesicherheit und den Kosten fuel protest 157 Vgl. Innovative-Nachhaltigkeit 158 Zusammenfassung der EU-Gesetzgebung (2008) 159 Vgl. Theiet (2012) 160 "Trinity of Technology" 161 Vgl. Uken (2014) 50

51 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent [%] 6. Vereinigtes Königreich Ausbauziele Entsprechend der EU-Richtlinie 2009/28/EG besitzt das Vereinigte Königreich ebenfalls ein Ziel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bis Dieses Ziel ist die Erhöhung des Anteils auf 15 % aller Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch lag der Anteil der Erneuerbaren bei 4,1 % 162. Die Gesamtausbauziele der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch im Vereinigten Königreich sind in folgender Abbildung 25 aufgeführt. Nur für 2020 wurde bisher ein Ziel festgelegt, nämlich ein Anteil der Erneuerbaren Energien von 15 %. Die restlichen 85 % des Bruttoendenergieverbrauchs werden durch den Einsatz konventioneller Energieträger gedeckt. 100 ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AM BRUTTOENDENERGIEVERBRAUCH Jahre Erneuerbare Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 25: Britische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Das Hauptziel des Vereinigten Königreichs ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. So sollen die Emissionen 2020 um 34 %, 2025 um 50 % und 2050 um ganze 80 % im Vergleich zu dem Wert von 1990 sinken. Die EU fordert von den Mitgliedsstaaten mindestens 20 % Einsparung gegenüber Somit verfolgt das Vereinigte Königreich ambitioniertere Ziele und hat einen konkreten Emissionseinsparungsfahrplan mit Zwischenzielen ausgearbeitet. Dazu werden in der UK s National Strategy for Climate and Energy Ziele beschrieben. Bis 2020 sollen bspw. 40 % der Stromerzeugung aus kohlenstoffarmer Produktion kommen. 162 Vgl. HM Government (2009) 163 Vgl. HM Government (2009) (eigene Darstellung) 164 Vgl. The National Archives 51

52 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Stromerzeugung in Prozent [%] 6. Vereinigtes Königreich Etwa 30 % davon sollen durch Erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Dieses nationale Ausbauziel für 2020 im Bereich der Stromerzeugung wird in Abbildung 26 dargestellt. Mindestens zwei Drittel dieser erneuerbaren Stromerzeugung bis 2020 könnten durch die Onshore- und Offshore-Windenergie gedeckt werden. Schottland möchte bis 2020 sogar eine einhundertprozentige Stromerzeugung aus Erneuerbaren, da dort die Kernenergie weniger befürwortet wird dort wird der Offshore-Windenergie die stärkste Bedeutung beigemessen ANTEIL DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN Jahre Erneuerbare Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 26: Britische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Nach 2020 hat das Vereinigte Königreich keine weiteren Ausbauziele der erneuerbaren Anteile an der Stromerzeugung. Nach dem National Renewable Energy Action Plan (NREAP) wird im Vereinigten Königreich festgelegt, inwieweit die einzelnen erneuerbaren Energieträger ausgebaut werden sollen. In der Tabelle 5 sieht man das Ausbauziel für 2020 und dessen Anteil an der Gesamtstromproduktion. Die Windkraft soll dabei die Schlüsselrolle einnehmen, mit einer gesamten installierten Leistung von 27,88 GW und einem Anteil von 20,8 % an der gesamten Stromproduktion. Derzeit beträgt die installierte Leistung der gesamten Windkraft etwa 8,89 GW. Die Onshore-Windenergie lag 2012 mit 5,89 GW über der Offshore-Windenergie mit 3,0 GW vorne Vgl. The Scottish Government (2011) 166 Vgl. Department of Energy & Climate Change (2013b) (eigene Darstellung) 167 Vgl. Department of Energy & Climate Change (DECC) 52

53 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Wärmebereitstellung in Prozent [%] 6. Vereinigtes Königreich Tabelle 5: Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien mit Ausbauzielen für 2020 und dessen Anteil an der Stromproduktion 2020 für die Energieträger Wasserkraft, Photovoltaik, Gezeiten-und Wellenkraft, Onshore- und Offshore-Windenergie und Biomasse 168 NREAP Ziel 2020 [GW] Anteil EE an Stromproduktion 2020 [%] Wasserkraft 2,1 1,7 Photovoltaik 2,7 0,6 Gezeiten- und Wellenkraft 1,3 1 Wind Onshore 14,9 9,1 Wind Offshore 13,0 11,7 Biomasse 4,2 6,9 Gesamt 38,2 31 Bis 2020 sollen 12 % der Wärmegewinnung und Kühlung durch Erneuerbare gedeckt sein (vgl. Abbildung 27). Im Jahr 2012 waren es 2,3 %, was noch einen sehr geringen Anteil ausmacht. Für die Jahre nach 2020 gibt es derzeit keine weiteren gesetzlichen Ausbauziele für die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien im Vereinigten Königreich. ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AN DER WÄRMEBEREITSTELLUNG Jahre Erneuerbare Keine Angaben vorhanden Konventionelle Abbildung 27: Britische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Vgl. EREC (2011) (eigene Darstellung) 169 Vgl. Gov.UK - (eigene Darstellung) 53

54 6. Vereinigtes Königreich Die Wärmegewinnung und Kühlung aus Erneuerbaren Energien soll größtenteils durch den Einsatz von fester und flüssiger Biomasse sowie Bioabfall, aber auch durch Wärmepumpen gedeckt werden. Zu Geothermie gibt es in der Tabelle 6 keine Angaben. Tabelle 6: Wärmegewinnung und Kühlung aus Erneuerbaren Energien mit Ausbauzielen für 2020 und dem Anteil an der Wärme- und Kältebereitstellung 2020 für die Energieträger Biomasse, Biogas, Wärmepumpen, Solarthermie und Geothermie 170 NREAP Ziel 2020 [GWh] Anteil EE an Wärmeproduktion 2020 [%] Biomasse 42,0 7 Biogas 3,5 0,6 Wärmepumpen (Luft- und Erdwärme) 26,2 4,4 Solarthermie 0,4 0,1 Geothermie k.a. k.a. Gesamt 72,1 12 Im Juli 2011 veröffentlichte das britische Ministerium für Energie und Klimaschutz ( Department for Energy and Climate Change (DECC) ) die erste UK Renewable Energy Roadmap, die Prioritäten und Maßnahmen aufzeigt, um das EU-Ziel vom 15-%-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch zu erreichen. 171 Das Strategiepapier beschreibt acht Technologien, die im Vereinigten Königreich das beste Potenzial haben, das Ziel von 2020 zu erfüllen: 1. Onshore-Windenergie 2. Offshore-Windenergie 3. Meeresenergie 4. Strom aus Biomasse 5. Wärme aus Biomasse 6. Oberflächennahe Wärmepumpen 7. Luft-Luft-Wärmepumpen 8. Erneuerbare Energien im Kraftstoffsektor Die Regierung nimmt für das Jahr 2020 an, dass die Betriebsleistung von 29 GW an Erneuerbarer Energie möglich wäre, 90 % davon sollen die acht Technologien abdecken. Die Onshore-Windenergie erfordert eine langfristige Planungssicherheit, weswegen das Planungssystem reformiert werden soll. Im Offshore-Bereich sollen die Gestehungskosten gesenkt werden dafür soll in den nächsten vier Jahren mehr Kapital in die Entwicklung investiert werden. Der Ausbau der Meeresenergie soll durch die Meeres- und Gezeitenkraft gelingen. Auch hier soll mehr investiert werden. Bei der Bioenergie sollen die Anreize für Wärme aus Biomasse und die 170 Vgl. EREC (2011) - (eigene Darstellung) 171 Vgl. Gov.UK (2013a) 54

55 6. Vereinigtes Königreich Einspeisung von Biomethan in das nationale Erdgasnetz gefördert werden. 172 Die Renewable Energy Association 173 hat kurz nach der Roadmap die Kampagne Back Biomass bekanntgegeben. Sie soll die Vorteile der Biomasse belegen und zeigen, dass eine 60-%-Treibhausgaseinsparung bei der energetischen Umwandlung von fester und gasförmiger Biomasse im Vergleich zu den fossilen Energieträgern möglich ist. Die Kampagne wurde begrüßt, da sie dem Vereinigten Königreich hilft, einen ausgewogenen Energiemix zu etablieren. 174 Die UK Renewable Energy Roadmap wurde im November 2013 fortgeschrieben. Das aktuelle Strategiepapier zeigt in der Abbildung 28 den bisherigen Anstieg der Erneuerbaren im Vereinigten Königreich. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ist in der letzten Dekade um etwa das Vierfache angestiegen und hat sich seit 2010 beinahe verdoppelt. Allein in der letzten Periode zwischen 2011 und 2012 hat sich viel getan. Die Offshore-Windenergie ist um 60 % auf 2,5 GW angestiegen. Die Photovoltaikleistung ist zwar sehr gering, hat sich aber zwischen Juli 2011 und Juli 2012 verfünffacht. 175 Die britische Regierung ist optimistisch, das Ausbauziel zu erreichen 176. Abbildung 28: Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zwischen 2003 und 2013 aus den Energieträgern Wasserkraft, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Onshore- und Offshore-Windenergie 177 Das Vereinigte Königreich hat keine konkreten Ziele zur Zusammensetzung des Energiemixes nach dem Jahr 2020und weigert sich strikt, welche aufzustellen, mit dem Argument, dass es bereits Treibhausgasemissions-Minderungsziele über 2020 hinaus gäbe. 178 Das Vereinigte Königreich unterstützt die Ausbauziele der Europäischen Kommission, aber nur auf EU-Ebene, solange es keine verbindlichen nationalen Ziele gibt. Darüber hinaus lehnte die britische Regierung bei einem Treffen der Energieminister der EU-Mitgliedstaaten alle weiteren energiepolitischen Ziele nach 2030 ab. Gleichzeitig unterstützt sie aber eine ambitioniertere Minderung der Treibhausgasemissionen auf EU- 172 Vgl. Gov.UK (2013a) 173 Renewable Energy Association a 174 Vgl. Renewable Energy Association b 175 Vgl. Gov.UK (2013b) 176 Vgl. Webster (2013) 177 Gov.UK (2013b) 178 Vgl. Harvey (2014) 55

56 6. Vereinigtes Königreich Ebene: 50 % statt 40 %. 179 Die Mitgliedsstaaten sollen nach britischer Einschätzung eng mit den europäischen Partnern zusammenarbeiten, aber weiterhin volle Flexibilität in der Wahl des nationalen Energiemixes behalten, um möglichst kostengünstig die Treibhausgasemissionsziele zu erreichen. 180 Im Verkehrssektor soll der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 10 % steigen. Im Jahr 2012 betrug er 3,2 % Potenzialstudien Die Studie UK Future Energy Scenarios (FES) vom Juli 2013 vom National Grid, einem börsennotierten Übertragungsnetzbetreiber für Strom- und Gasnetze im Vereinigten Königreich, beschäftigt sich mit der möglichen Entwicklung der Erneuerbare-Energien-Landschaft bis 2035 im Vereinigten Königreich. In der Studie werden zwei verschiedene Szenarien aufgezeigt, die gemeinsam mit vielen Interessenvertretern ausgearbeitet: das Gone Green - und das Slow Progression -Szenario. Das Gone Green -Szenario wurde so entwickelt, dass die nationalen Umweltziele und die Ausbauziele der EU erfüllt werden. Das Slow Progression -Szenario erreicht das 15-%-Ausbauziel der Erneuerbaren nicht und wird hier nicht weiter beschrieben. In der Abbildung 29 wird die Annahme für den prognostizierten Energiebedarf bei Gone Green aufgezeigt bei soll der Energiebedarf bei GWh und 2035 bei GWh liegen. Abbildung 29: Stromerzeugung nach den Brennstoffarten CCS Kohle, Kohle, CCS Erdgas, Erdgas, Mineralöl, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse, Importe, Windkraft, Kernenergie in TWh und der CO 2-Ausstoß in gco 2/kWh im Gone Green - Szenario 181 Im Gone Green -Szenario steigt die Windkraft von derzeit 9 GW auf 26 GW im Jahr 2020 und auf 59 GW im Jahr 2030 an, wobei 21 GW durch die Onshore- und 38 GW durch die Offshore-Windkraft 179 Vgl. Keating (2014) 180 Vgl. Waterfield (2014) 181 Nationalgrid (2013) 56

57 6. Vereinigtes Königreich gedeckt werden könnten. Die Photovoltaikleistung könnte bis 2035 auf 20 GW anwachsen und die Bioenergie auf 7 GW. Der Anteil der installierten Leistung der Erneuerbaren (42 GW) an der Gesamtleistung der Stromerzeugung (111 GW) könnte bis 2020 bei etwa 38 % liegen. Der größte Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien liegt bei der Windenergie. Eine zunehmende Windkapazität ist daher von zentraler Bedeutung für die Erfüllung der Ausbau- und Umweltziele. Somit ist laut National Grid das ambitionierte Ziel von 15 % Erneuerbare erreichbar, wenn die britische Energiepolitik handelt und die Energiekapazität frühzeitig und konsequent ausbaut. 182 Eine weitere Studie vom April 2014 ist die UK Solar PV Strategy: Part vom Ministerium für Energie und Klimaschutz. Diese eigenständige Solarstrategie schreibt bis 2015 den Zubau von Photovoltaikanlagen vor. Etwa eine Million Häuser sollen mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden, wobei besonders auf Unternehmen und Industrieanlagen Wert gelegt wird. 184 Wie bereits dargelegt, verfolgt das Vereinigte Königreich in erster Linie Klimaschutzziele und möchte die Treibhausgasemissionen bis 2050 deutlich senken. Dazu gibt es auch eine Studie 2050 Pathways Analysis 185 vom Ministerium für Energie und Klimaschutz von Diese Studie möchte das Verständnis der Bevölkerung für eine kohlenstofffreie Zukunft mit einem 2050 Calculator wecken. Diese Excel-basierte Datei berechnet anhand aktueller Energie- und Emissionsdaten und den Entscheidungen der Nutzer verschiedene Zukunftsszenarien und zeigt jeweilige Vorteile und Kosten auf Fördersituation Als Alternative zu dem deutschen EEG herrscht im Vereinigten Königreich ein Quotenmodell, das sogenannte Renewable Obligation -Modell 187. Der Stromlieferant wird zu einem bestimmten Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion verpflichtet. In diesem Quotenmodell werden den Betreibern von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien Renewable Obligation Certificates 188 ausgestellt. Diese Zertifikate verkaufen die Betreiber an die Energieversorger weiter, damit diese ihre Erneuerbare-Energien-Quote abdecken können. Die Quote nimmt im Zeitverlauf zu. Bei einer gleichen Quote für alle Erneuerbaren Energien herrscht ebenso der gleiche Zertifikatpreis; deshalb ist nur eine grobe Differenzierung möglich. Die ist aber unumgänglich, da nicht nur die billigste Technologie gefördert werden soll, sondern auch diejenigen, die große Kostensenkungs- und Anwendungspotentiale aufweisen, wie z.b. Photovoltaik und Offshore-Windenergie wurde das Quotenmodell durch ein sog. Banding 189 ergänzt, das die Offshore-Windenergie zusätzlich durch 182 Vgl. Nationalgrid (2014) 183 Gov.UK (2014) 184 Vgl. Klimaretter (2014) 185 HM Government (2010) 186 Vgl. Gov.UK (2013c) 187 Ofgem (2014) 188 Ofgem (2014) 189 Vgl. Department of Energy & Climate Change (2014a) 57

58 7. Dänemark einen doppelten Zertifikatpreis fördern soll. Trotzdem wurden mit dem Quotenmodell die gesteckten Ausbauziele der Erneuerbaren oft verfehlt, da die Energieversorger lieber die Strafe zahlten. 190 Deshalb wird das Quotenmodell 2014 auf ein neues Einspeisetarifsystem, das Contracts for Difference (CfD) -Modell 191, umgestellt. Die Anlagenbetreiber bekommen einen langfristigen Vertrag mit privilegierten Einspeisevergütungen. Wenn der Marktpreis von Strom unter dem Preis der Einspeisevergütung liegt, wird die Differenz ausgeglichen. Sobald der Marktpreis darüber liegt, muss der Überschuss erstattet werden. So sollen günstige Rahmenbedingungen für die Investoren geschaffen werden. Dabei werden aber nicht nur die Erneuerbaren Energien gefördert, sondern alle CO 2-armen Technologien, einschließlich der Kernenergie: Alle kohlenstoffarmen Energieträger sollen im Vereinigten Königreich die gleichen Marktbedingungen haben. 192 Zwischen 2014 und 2017 können die Anlagenbetreiber noch entscheiden, ob sie beim Quotenmodell bleiben oder schon zum neuen CfD-Modell wechseln möchten. Das Quotensystem soll erst 20 Jahre nach 2017, also 2037, auslaufen. 193 Darüber hinaus gibt es noch eine Emissionssteuer (emissions tax) 194, die pro emittierte Tonne CO 2- Emissionen bezahlt werden muss. Die Steuer gründet auf dem Treibhausgasemissions-Fahrplan der Regierung und soll mit jedem Jahr steigen. Außerdem besteht die Regelung des Emissions Performance Standards 195, nach der Kraftwerke nur noch eine bestimmte Menge CO 2-Emissionen emittieren dürfen. Neue Kohlekraftwerke müssen eine CCS-Technologie aufweisen Dänemark Bei Dänemark wird ebenfalls der Bruttoinlandsvergleich von 1995 und 2011 herangezogen. Im Staatsgebiet Dänemark, ohne die autonomen Gebiete Färöer und Grönland, nahm der Bruttoinlandsverbrauch zwischen 1995 und 2011 um etwa GWh ab. Dieser Rückgang um 6,4 % hatte zur Folge, dass GWh Fossil weniger genutzt wurden somit sank der fossile Beitrag von 92,6 % auf 75,7 %. Der Anteil der EE stieg im selben Zeitraum von 6,4 % auf 21,7 %, wobei die tatsächlichen EE-Produktionskapazitäten um 15,3 % gestiegen sind (von GWh auf GWh). Das ist verglichen mit Deutschland, Österreich und dem Vereinigten Königreich der höchste Anstieg der Erneuerbaren Energien in 16 Jahren Vgl. DIW Wochenbericht (2012) 191 Department of Energy & Climate Change (2014b) 192 Vgl. Uken (2014) 193 Vgl. Der Energieblog (2014) 194 Vgl. Clark (2013)) 195 Parliament UK (2010) 196 GTAI (2012) 197 Vgl. Europäische Kommission (2013b) 58

59 7. Dänemark 7.1 Politischer Zielhorizont Auslöser und bisherige gesetzliche Regelungen Der Auslöser für den Ausbau der Erneuerbaren Energien war in Dänemark ebenfalls die Ölkrise Dänemark hatte zu der Zeit eine etwa 90-prozentige Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Nahen Osten. Deshalb traf die Ölkrise das Land sehr stark. Es gab in ganz Europa Überlegungen, die Kernenergie auszubauen, um unabhängiger von Energieimporten zu werden. Trotz der früheren Errungenschaften des dänischen Physikers Niels Bohr wurde in Dänemark kein einziges Atomkraftwerk gebaut, da Massendemonstrationen im ganzen Land stattfanden. 198 Diese Anti-Atomkraftbewegung bewirkte 1985 eine Resolution, die in Dänemark den Bau von Atomkraftwerken ablehnte. 199 Stattdessen wurde der Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, vorangetrieben. Die Windkraft hat in Dänemark eine lange Tradition: Bereits vor 1900 wurde zum ersten Mal die Windkraft zur Stromerzeugung in Dänemark eingesetzt und gleichmäßig in ländlichen und urbanen Gebieten ausgedehnt wurden in Dänemark schon Windkrafträder betrieben, wohingegen es in Deutschland lediglich 50 waren. Die dänische Regierung bezuschusste schon damals den Bau der Windkraftanlagen, da sie das Ziel hatte, bis 1995 mindestens 10 % des Strombedarfs durch Windkraft zu decken. Trotz des jahrlangen Stillstands während der zehnjährigen Amtszeit der rechtsliberalen Regierung von 2001 bis 2011 wurde dennoch viel erreicht waren 0,1 GW Windleistung installiert, 1999 waren es schon 1,5 GW und 2010 etwa 3,75 GW. 202 Heute 203 deckt die Windkraft in Dänemark 30 % des Energiebedarfs und Windturbinen produzieren GWh Energie. 204 Darüber hinaus führt Dänemark in seinem Erneuerbare-Energien-Portfolio auch Holzspäne aus der Forstwirtschaft und Möbelproduktion sowie Haushalts- und Industrieabfälle. Dänemark ist derzeit wegen den Erdöl- und Erdgasförderungen aus der Nordsee und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien Energieexporteur (s. Abbildung 3) und Europas drittgrößter Erdölproduzent nach Russland und Norwegen. 205 Die Fördermenge der fossilen Energieträger geht aber zurück. 206 Um weiterhin unabhängig zu bleiben und kein Erdöl importieren zu müssen, möchte die dänische Regierung den forcierten Zubau der Windkraft und den Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge vorantreiben Vgl. Kogelboom (2010) 199 Vgl. World Nuclear Association (2013) 200 Vgl. Erneuerbare Energie a 201 Vgl. Günther (2011) 202 Vgl. Bundesverband WindEnergie Vgl. Danish Energy Agency (2014) 205 Vgl. Vile-Netzwerk 206 Vgl. Wieprzeck (2010) 207 Vgl. Pomrehn (2014a) 59

60 7. Dänemark Das Windkraftland Dänemark hat sehr gute Voraussetzungen für Windkraft an der rund km langen Küste und an Land 208. Deshalb achtet das Land aufgrund volatiler Erzeugnisse aktiv auf Wettervorhersagen, um im Voraus planen zu können und die Versorgungssicherheit zu erhalten. Überschüssigen Windstrom setzt Dänemark in den Nachbarländern ab oder bezieht bei Flauten wieder Strom hinzu. Mit überschüssigem Strom können beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke in Norwegen gefüllt werden. Deshalb pflegt der dänische Netzbetreiber engen Kontakt zu Netzbetreibern in den Nachbarländern Im Wärmebereich sind seit den 1990er Jahren in Neubauten nur noch dezentrale Kraft-Wärme- Anlagen (BHKW) zugelassen. Die dezentrale Versorgung wird in ökologischen Gesichtspunkten dadurch unterstützt, dass es keine Atomkraftwerke und nicht viele Kohlekraftwerke gibt, die die Grundlast liefern Ausbauziele Dänemark möchte Naturschutzinteressen durchsetzen und das Landschaftsbild schonen. Aus diesen Gründen hat das Land zusätzlich zu den verbindlichen Zielen der EU-Richtlinie 2009/28/EG eigene nationale Ziele für 2020 beschrieben. Die EU-Richtlinie 2009/28/EG fordert, den Ausbau der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf mindestens 30 % zu erhöhen. 211 Das Energieabkommen (Energy Agreement 2012) der Regierung Dänemarks, die sich aus der Liberalen Partei, der Dänischen Volkspartei, dem dänischen rot-grünen Bündnis und der konservativen Volkspartei zusammensetzt, legt den Rahmen für einen Übergang in eine grüne Energiepolitik fest. Das Energieabkommen möchte bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch auf mindestens 35 % steigern. Das Energieabkommen 2012 enthält ambitionierte Ausbauziele und bezeichnet sich selbst sogar als das ehrgeizigste Energiekonzept der Welt. 212 Laut dem Abkommen sollen umfangreiche Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz getätigt werden. Bis 2020 werden etwa Mrd. 213 veranschlagt. Dadurch sollen zwischen 2015 und neue Arbeitsplätze entstehen. Im Energieabkommen wurde das Ausbauziel des Anteils an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien für 2020 mit einem hohen Anteil von 50 % reiner Windenergie festgeschrieben. Bis 2020 soll die Windkraftleistung um 3,3 GW erhöht werden; es sollen Onshore- und vor allem Offshore- Windenergieanlagen errichtet werden. Die Onshore-Windleistung soll 1,8 GW 214 und die Offshore- Windleistung soll spätestens 2020 durch die Installation zweier Windparks in Kriegers Flak zwischen Schweden und Dänemark 0,6 GW und in Jütland auf Horns Riff in der Nordsee 0,4 GW betragen. In Küstennähe sollen weitere 0,5 GW Offshore-Windleistung entstehen Jeppesen (2014) 209 Vgl. Hoffmann (2009) 210 Vgl. Pomrehn (2014b) 211 Vgl. Danish Energy Agency 212 Vgl. Danish Energy Agency (2012a) 213 Umrechnungskurs Stand: Vgl. Wind-Turbine (2012) 215 Vgl. Danish Energy Agency (2012) 60

61 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent [%] 7. Dänemark 30 Jahre später möchte Dänemark ganz unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Die Strategie Energy Strategy from coal, oil and gas to green energy 216, die 2011 von der dänischen Regierung vorgelegt wurde, zeigt, wie das Land unabhängig von fossilen Energieträgern werden möchte soll demnach eine Vollversorgung durch Erneuerbare Energien erreicht werden. Der Umstieg bedarf vieler Investitionen, aber eine vollständige Finanzierung soll bereits gewährleistet sein. 217 Die Gesamtausbauziele der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Dänemark sind in folgender Abbildung 30 aufgeführt. Für 2020 und 2050 gelten das 35-%- beziehungsweise 100-%- Ziel. 100 ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AM BRUTTOENDENERGIEVERBRAUCH Jahre Erneuerbare Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 30: Dänische Gesamtausbauziele der Anteile Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2040 und Die Energy Strategy 2050 gibt ferner vor, die Nutzung der fossilen Energieträger bis 2020 um 33 % gegenüber 2009 zu reduzieren und dafür den Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch auf 33 % zu erhöhen. Im Energieabkommen 2012 wurde sogar ein höherer Anteil von 35 % beschlossen. Die Strategie fordert eine Erhöhung der Produktionskapazitäten in den Bereichen Windenergie, Biomasse, Biogas und Biokraftstoff soll die Strom- und Wärmeversorgung bereits komplett durch Erneuerbare Energien abgedeckt sein (vgl. Abbildung 31 und 32), und bis 2050 sollen die gesamte Energieversorgung und der 216 Danish Energy Agency (2011a) 217 Vgl. Denmark DK a 218 Vgl. Danish Energy Agency (2011b) (eigene Darstellung) 61

62 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Stromerzeugung in Prozent [%] 7. Dänemark Kraftstoffverbrauch folgen und ebenfalls zu 100 % aus Erneuerbaren kommen. Somit sind die langfristigen dänischen Ziele klar beschrieben. 219 Die nationalen Ausbauziele der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung werden in Abbildung 31 dargestellt. Nur für 2030 gibt es kein Ausbauziel, da Dänemark sich Flexibilität bewahren möchte, um 2035 die 100-%-Stromerzeugung aus Erneuerbaren zu erreichen. Eine Hochrechnung zeigt, dass rund 70 % der dänischen Stromerzeugung im Jahr 2020 aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden können ANTEIL DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN * Jahre Erneuerbare Windenergie Konventionelle Keine Angaben vorhanden Abbildung 31: Dänische Ausbauziele der Anteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch für die Jahre 2020, 2030, 2035, 2040 und Für 2020 ist der 50 %-Anteil der Windkraft fest, nur der 20-%-Anteil könnte variieren 221 *) Hochrechnung der Erneuerbaren Energien aus dem Energy policy report 2013" 222 Die neuen Stromtrassen verlaufen in Dänemark unterirdisch in Erdkabeln. Es handelt sich hierbei um eine teure Lösung; allerdings wurde beschlossen, keine weiteren Strommasten zu bauen, um das Landschaftsbild nicht noch mehr zu verändern. Nur die drei neuen Windparks sollen durch oberirdische Stromtrassen angeschlossen werden. 223 Bis 2035 sollen 100 % der Wärmegewinnung und Kühlung durch Erneuerbare Energien gedeckt sein (vgl. Abbildung 32). Bis 2035 gibt es wie auch bei der Stromerzeugung keine gesetzlichen Ziele, um die nötige Flexibilität zu erhalten. Dafür soll das frühzeitige Ausbauziel der kompletten Wärme- und 219 Vgl. Danish Energy Agency (2011b) 220 Vgl. Danish Energy Agency (2013a) 221 Vgl. Danish Energy Agency (2013a) - (eigene Darstellung) 222 Danish Energy Agency (2013a) 223 Vgl. Jeppesen (2014) 62

63 Anteil der erneuerbaren und konventionellen Energien an der Wärmebereitstellung in Prozent [%] 7. Dänemark Stromversorgung durch Erneuerbare bis 2035 helfen, unter allen Umständen das 2050-Ziel zu erreichen, absolut fossilfrei und unabhängig zu sein. ANTEIL ERNEUERBARER ENERGIEN AN DER WÄRMEBEREITSTELLUNG Jahre Erneuerbare Keine Angaben vorhanden Abbildung 32: Dänische Ausbauziele der Anteile der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmebereitstellung für die Jahre 2020, 2030, 2035, 2040 und Die dänische Regierung hat für die gesamte Energiepolitik bis 2050 Meilensteine für die Jahre 2020, 2030, 2035 und 2050 gesetzt. Bis 2030 soll die Wärmebereitstellung aus Kohle und Erdöl vollständig eingestellt werden. 225 Eine Zusammenfassung der gesetzlichen Strategien zeigt Our Future Energy von der dänischen Regierung aus dem Jahr Der Verbrauch der fossilen Energieträger soll bis 2050 vollständig zurückgehen. Dazu ist eine Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs notwendig. Die dänische Wirtschaft ist seit 1980 um fast 80 % gewachsen. Der Energieverbrauch ist seither aber nahezu gleich geblieben. 226 Laut dem Energieabkommen 2012 soll der Bruttoenergieverbrauch bis 2020 gegenüber 2010 um mindestens 7,6 % sinken. In der Abbildung 33 sieht man, dass im Jahr 2035 der Einsatz der Kohle vollständig zurückgehen soll und der Einsatz des Erdgases und Mineralöls spürbar nachlassen soll. 224 Vgl. Danish Energy Agency (2011b) (eigene Darstellung) 225 Vgl. Danish Energy Agency (2011b) 226 Vgl. Jeppesen (2014) 63

64 7. Dänemark Abbildung 33: Verbrauch der fossilen Energieträger Kohle, Erdgas, Mineralöl und der Erneuerbaren Energien Biomasse, Windkraft und Sonstige in [PJ] für die Jahre 2010, 2020, 2035, Die Energieeffizienz neuer Gebäude wird in der dänischen Bauverordnung geregelt. Die Forderungen an den Wärmebedarf wurden seit 1961 kontinuierlich verschärft. Heute beträgt der Wärmebedarf der Neubauten nur etwa 25 % des Wertes vor Neubauten sollen bis 2020 wie in Deutschland nahezu klimaneutral sein. 228 Die Zahl der Ölkessel soll bereits bis 2020 im Vergleich zu 2010 halbiert werden und damit einen Impuls für weitere Bemühungen geben. Derzeit sind bis Ölkessel in Dänemark installiert, die teilweise alt und reparaturanfällig sind. Seit Januar 2013 gilt in Dänemark ein Verbot für den Einbau von Öl- und Gasheizungen in Neubauten. Ab 2016 sollen auch in Bestandsgebäuden keine Öl- und Gasheizungen mehr installiert oder ausgetauscht werden. 229 Der Kohleverbrauch soll bis 2020 bezogen auf das Jahr 2011 um 65 % reduziert werden deckte Kohle etwa 40 % der Stromerzeugung und fast 20 % der Fernwärmeproduktion. Deshalb ist ein Ausstieg innerhalb von 20 Jahren eine große Herausforderung für Dänemark. Der Ausstieg aus der Kohleenergie muss nicht mit einer vorzeitigen Verschrottung der Kohlekraftwerke einhergehen, da angenommen wird, dass bis 2030 die Kohlekraftwerke sowieso veraltet wären. Bis 2020 soll deshalb der Anteil der Windkraft und der Biomasse steigen, um den Mangel der Kohleenergie zu decken. 227 Danish Energy Agency (2011b) 228 Vgl. Danish Energy Agency (2012b) 229 Brake (2013) 64

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