Groß geworden Archivierung Was eine gute Lösung alles können sollte. Datensicherheit Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

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1 AUSGABE 14.2 APRIL 2014 IT IN DER ÄRZTLICHEN PRAXIS Euro Groß geworden Die Praxissoftware wird 20 Jahre alt. Archivierung Was eine gute Lösung alles können sollte. Datensicherheit Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

2 x.archilino Die schlanke und sichere Archivierungslösung für Ihre Praxis. Die intuitive Benutzerführung sowie ein modernes und zeitgemäßes Design ermöglichen eine besonders einfache Bedienung der Archivierungssoftware x.archilino. Dokumente, Fotos, Videos und Sonos werden zum entsprechenden Patienten archiviert; sie lassen sich aus der Karteikarte zur Ansicht oder Weiterbearbeitung öffnen. Texterkennung, Export in Word und Sammelimport sind weitere komfortable und zeitsparende Funktionen. Alle Daten werden verschlüsselt archiviert. x.archilino bietet kleinen und mittelgroßen Praxen den optimalen Einstieg in eine weitestgehend papierlose Arbeitsweise. Rufen Sie uns an und fragen Sie nach weiteren Informationen zu x.archilino. Telefon Damit die Praxis läuft.

3 Inhalt Editorial 20 spannende Jahre Die Entwicklung der Praxis-EDV vom Formulardruck bis zur Cloud. Finden statt suchen > 10 Auf Nummer sicher Die Infografik zur Datensicherheit in der Praxis. > 16 Archivierungsprogramme lösen den Aktenschrank ab. > 20 Kompakt 04 In eigener Sache 15 Porträt 18 bunt gemixxt 24 Kolumne, Impressum Jahre Praxissoftware Es ist kaum zu glauben: Der flächendeckende Einzug von Software in die deutschen Arztpraxen liegt bereits zwanzig Jahre zurück. Forciert durch die Einführung der Krankenversichertenkarte, die den guten alten Krankenschein ablöste, begann 1994 das Computerzeitalter auch in den Praxen. Die Systeme der ersten Generation waren meist bessere Formulardrucker; ihr Leistungsumfang konzentrierte sich vor allem auf die KV-Abrechnung. Den Entwicklungen der allgemeinen IT-Welt folgend, lösten grafische Oberflächen zumeist Windows die zeichenorientierten Systeme der ersten Generation ab. Heutige Praxis-EDV ist eine komplexe Software für die Steuerung des täglichen Praxisworkflows, die Behandlungsdokumentation im PC sowie für Vertragsmanagement und Praxiscontrolling. Heute arbeitet praktisch jede deutsche Arztpraxis mit Praxis-EDV, wenn auch in sehr unterschiedlicher Anwendungstiefe. Eine Vielfalt von über 160 KBV-zugelassenen Programmen garantiert einen funktionierenden Markt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Trends wie Mobilität, Cloud-Computing oder Variabilität der Oberflächen auf künftige Generationen der Praxissoftware auswirken und inwieweit sich die heute etablierten Verwaltungs- und Dokumentationssysteme hin zu Entscheidungsunterstützungssystemen entwickeln werden. Dem Geburtstag der Praxissoftware haben wir das Titelthema des aktuellen Heftes gewidmet. In einer Mischung aus Retrospektive und Perspektive zeigen wir die Entstehung und Entwicklung der Praxis-EDV auf und möchten zugleich neugierig machen auf die IT-Zukunft. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und verbleibe mit den besten Grüßen Jens Naumann Geschäftsführung medatixx Die Praxis-EDV wird zwanzig. 03

4 Rubrik Kompakt Neubewertung Eine große Studie soll neue Daten für die Indikation von ICDs liefern. Bisher galten implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) für Patienten mit Herzrhythmusstörungen als Lebensversicherung vor dem plötzlichen Herztod. Älteren Studien zufolge sind rund ein Drittel der Patienten mit einem besonderen Risiko für Herzrhythmusstörungen im Vorteil, wenn ihr Herz Smarte Schlafanalyse für eine gesunde Bettruhe TELEMEDIZIN. Schlafstörungen sind weit verbreitet. Doch statt aufwendiger Untersuchungen in Schlaflabors haben Forscher vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD jetzt eine Software für handelsübliche Smartwatches entwickelt, die den Einsatz solcher Uhren in der Schlafforschung ermöglicht. Der dort entwickelte Algorithmus hilft, Anomalien im Schlaf zeitnah zu erkennen. Dazu werden Informationen wie Bettzeiten, Länge und Qualität des Schlafs aus den Sensordaten der Uhr abgeleitet und analysiert. Die aufgezeichneten Daten können Patienten von zu Hause aus über das Funkmodul der Smartwatch direkt an das Schlaflabor senden. Hilfe für die Helfer am Unfallort Forscher erproben ein Verfahren, bei dem Rettungskräfte bei einem Einsatz aus der Ferne von einem Notarzt via Videotelefonie unterstützt werden, falls kein Notarzt vor Ort ist. Es gibt Situationen im Rettungswesen, in denen das Rettungsfachpersonal ohne Notarzt vor Ort ist. Entweder weil der Notarzt primär nicht alarmiert wurde oder weil er sich noch auf der Anfahrt befindet. Eine medizinische Unterstützung des Rettungspersonals könnte beispielsweise durch einen Telenotarzt ermöglicht werden. Dieser Notarzt säße dann in einer Zentrale und würde zum Beispiel per Video mit den Rettungskräften am Einsatzort kommunizieren. Dieses Konzept wird in den kommenden Monaten im Simulationslabor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universitätsmedizin Greifswald experimentell auf die praktische Durchführbarkeit sowie die Vor- und Nachteile untersucht. Das Greifswalder Projekt ist eines von fünf Teilprojekten des EU-Projekts LiveCity in fünf unterschiedlichen Ländern. Der Bedarf, Informationen auszutauschen und eine zusätzliche Einschätzung zu erhalten, ist in allen Ländern einheitlich, sagt Sinnvoll: Unterstützung für Retter Prof. Dr. Michael Wendt, der Direktor der Klinik. Unumstritten: Der ICD kann Leben retten. durch einen solchen Schock- Schrittmacher unterstützt wird. Die vorbeugende Implantation ist medizinische Routine. Die Indikationsstellung erfolgt in der Regel auf Basis recht alter Zulassungsstudien, die aufgrund neuerer Erkenntnisse hinterfragt werden. Die neue EU-CERT-ICD-Studie (Comparative Effectiveness Research to Assess the Use of Primary ProphylacTic Implantable Cardioverter Defibrillators in Europe) soll klären, welchem Patienten ein implantierbarer ICD wirklich nützt. Die Studie, an der 19 Einrichtungen in 14 europäischen Ländern beteiligt sind, zählt zu den derzeit wichtigsten Herz- Kreislauf-Studien. Sie wird europaweit von Prof. Dr. Markus Zabel vom Herzzentrum Göttingen koordiniert. 04

5 kleine_rubrik Kompakt Kardialer Minikompass Dierks antwortet Der weltweit kleinste Herzmonitor ermöglicht die Langzeitüberwachung von Patienten mit Herzrhythmus-Störungen. Ein neues implantierbares Mini-Überwachungsgerät kann jetzt dabei helfen, der Ursache von Herzrhythmusstörungen und ungeklärten Ohnmachtsanfällen (Synkopen) auf die Winzig: Der kleinste Herzmonitor Spur zu kommen. Über Deutsche sind von diesen unregelmäßig auftretenden Ohnmachtsanfällen betroffen. Die Weltneuheit Reveal Linq von Medtronic ist nur vier Zentimeter groß und kommt im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, zum Einsatz. Im Vergleich zu seinen wesentlich größeren Vorgängern wird der neue kardiale Minikompass besonders schonend mit einem sehr kleinen Schnitt von weniger als einem Zentimeter Länge unter der Haut platziert. Zudem ist er funkfähig: Der kleine Gerätestift nimmt alle relevanten Daten auf und überträgt diese automatisch über ein spezielles Funknetzwerk an den behandelnden Arzt. Die kontinuierliche Aufzeichnung der Herzrhythmus-Daten ist über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren möglich, sagt Oberarzt Dr. Georg Nölker. Wir erhalten so zu jedem Zeitpunkt ein schnelles und zuverlässiges Bild von der Herzaktivität des Patienten. Das ermöglicht eine genauere Behandlungsplanung bei Vorhofflimmern. Quelle: apotheke adhoc Gerichtsfeste Beweise Zahl des Quartals 253 Apotheken weniger in Deutschland als im Vorjahr. Das Projekt GOBSIS unterstützt Ärzte bei der vertraulichen und korrekten Spurensicherung nach Vergewaltigungen. Opfer von Vergewaltigungen wenden sich nach der Tat häufig zuerst an einen Arzt und stellen erst später eine Strafanzeige bei der Polizei. Damit eine Verurteilung ihres Peinigers vor Gericht nicht aus Mangel an Beweisen scheitert, baut das Institut für Rechts medizin des Universitätsklinikums Düsseldorf im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung das Gewaltopfer-Beweissicherung-Informationssystem GOBSIS auf. Das System soll sicherstellen, dass alle erforderlichen Schritte zur vertraulichen und anonymisierten Spurensicherung rechtssicher und datenschutzkonform erfolgen. Ärzte sowohl im niedergelassenen Bereich als auch in gynäkologischen Notfallambulanzen, die Unsicherheiten beim richtigen Umgang mit Gewaltopfern verspüren, können sich künftig anhand von Checklisten und elektronischen Befunddokumentationen Hilfe bei GOBSIS holen. Im Bedarfsfall können sie sich auch jederzeit mit einer Fachkraft für Rechtsmedizin in Verbindung setzen. Prof. Dr. Dr. Dr. Christian Dierks Dierks Zur Person. Prof. Dr. Dr. Christian Dierks ist Rechtsanwalt und Facharzt für Allgemeinmedizin. Vorwiegend berät er mit seiner Kanzlei Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in den Rechtsfragen von Teleme dizin und ehealth.??frage? Zunehmend erwarten Patienten mit interaktiven Implantaten, an Interaktion und Kontrolle der Implantate Dierks: Antwort. teilzuhaben. Welche rechtlichen Grenzen sind hier zu beachten? DIERKS: Der Wunsch, den artifiziellen Teil seines Körpers selbst kontrollieren zu können, ist nachvollziehbar. Die aus einem Telemonitoring abgeleiteten Daten können dem Patienten zugänglich gemacht werden, wenn durch entsprechende Aufklärung sichergestellt ist, dass diese Informationen vom Patienten verstanden und angemessen bewertet werden. Anders zu beurteilen ist der Wunsch nach Offenlegung des Quellcodes für die Steuerung von Herzschrittmachern oder Cochlea-Implantaten. Hier kann sich der Patient mit der eigenen Kontrolle der Implantate in eine erhöhte Risikozone begeben, indem er unphysiologische Parameter eingibt: Möchte er durch eine erhöhte Herzfrequenz leistungsfähiger werden oder ihm sonst verschlossene akustische Ereignisse im Ultraschallbereich wahrnehmen, sollte dies nur dann ermöglicht werden, wenn sichergestellt werden kann, dass der Patient vollumfänglich in Kenntnis aller Risiken handelt. Aber woher kann diese Aufklärung kommen? Welcher Arzt hätte damit Erfahrung? Diese Wege führen in einen Bereich jenseits dessen, was Medizinprodukte als Ersatz zerstörter Körperfunktionen leisten sollen. Haftungsfragen beantworten sich stets retrospektiv. Ein Arzt, der dem Patienten diese Möglichkeiten eröffnet, hat die Risikosphäre für den Patienten erhöht und wird im Schadensfall kaum nachweisen können, dass die Voraussetzungen für eigenverantwortliche Entscheidungen des Patienten vorlagen. Damit hat er dann zum eingetretenen Schaden beigetragen. Diese sich neu erschließenden Möglichkeiten sind haftungsrechtlich zu diskutieren. 05

6 Kompakt Interview Sturzüberwachung Prof. Dr. Claus-Christian Carbon Prof. Dr. Claus-Christian Carbon vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg begleitet das EU-Projekt FEARLESS (Fear Elimination As Resolution for Loosing Elderly s Substantial Sorrows).? Worum geht es im Projekt FEARLESS? Wir wollen ein intelligentes Hausnotrufsystem für ältere Menschen entwickeln. Das System soll einen Sturz erkennen und selbstständig einen Notruf absenden. Die existierenden Lösungen haben den Nachteil, dass der gestürzte Mensch aktiv einen Panikknopf drücken muss. Wenn er diesen Knopf, warum auch immer, nicht betätigen kann, bleibt er so lange liegen, bis er entdeckt wird. Davor und den damit verbundenen Konsequenzen wie etwa dem Tod durch Verdursten oder einer langwierigen Behandlung nach einer Sturzverletzung haben viele ältere Menschen Angst.? Zurzeit werden viele Systeme entwickelt, die ebenfalls einen Sturz erkennen können. Was ist das Besondere an FEARLESS? Was nützt die beste technische Lösung, wenn sie von den Menschen nicht angenommen wird? Sie sollte zum Beispiel den Menschen die Angst vor einem Sturz nehmen und ihre Privatsphäre respektieren. Deshalb hat man uns Psychologen hinzugezogen. Wir haben in den beteiligten Ländern Forschung betrieben und wissen jetzt, worauf es bei einem Sturzüberwachungssystem ankommt.? Wie erreichen Sie die Akzeptanz für dieses System? Wir haben 259 ältere Menschen in Deutschland, Österreich, Italien und Spanien zu ihren Ängsten befragt. Die Angst vor einem Sturz ist bei allen Senioren sehr groß. Diese Angst können wir ihnen nehmen, indem sie bei einem Sturz immer einen Kontrollanruf erhalten. Kann der Betroffene den Anruf nicht entgegennehmen, weiß er, dass Hilfe naht. Bei einem Fehlalarm kann er am Telefon Entwarnung geben und weiß, dass sich im Notfall jemand um ihn kümmert. Aber auch die Respektierung der Privatsphäre hat großen Einfluss auf die Akzeptanz. Wir überwachen eine Sturzbewegung bewusst nicht mit einer Kamera, weil keiner von uns das Gefühl haben möchte, in den eigenen vier Wänden beobachtet zu werden.? Wie haben Sie das System technisch realisiert? Wir bringen in jedem Raum einen Bildsensor diskret an der Wand an. Um die Vertraulichkeit zu gewährleisten, erfasst der Bildsensor keine hochauflösenden Bilder, sondern nur die Tiefe des Raums. Diese Tiefeninformation wird per WLAN zur Interpretation an die Auswerteeinheit geschickt. Dadurch werden nur die charakteristischen Bewegungsmuster beim Sturz analysiert, die wir in der Forschungsphase anhand typischer Fallszenarien analysiert haben. Die Daten, die über eine ausfallsichere Datenverbindung an die Notrufzentrale gesendet werden, enthalten deshalb kein Bild, sondern nur eine Grauschattierung, die Hinweise auf den Aufenthaltsort der gestürzten Person in der Wohnung gibt. Zentrale Meldestelle Der Aufbau von Europas größtem Krebsregister in Nordrhein-Westfalen ist abgeschlossen. Das Epidemiologische Krebsregister NRW (EKR NRW) hat den Aufbau seiner wesentlichen Strukturen beendet. Seit 2005 wurde in Nordrhein-Westfalen ein elektronisches Meldenetzwerk implementiert, in dem rund 1500 Meldestellen an das IT-System des EKR NRW angeschlossen sind. Zahlreiche Institute für Pathologie, Krankenhäuser sowie niedergelassene Ärzte haben seit Inbetriebnahme des landesweiten Krebsregisters über 3,3 Millionen Meldungen zu Krebsneuerkrankungen an das Konsequent: Das Krebsregister erlaubt keine Papiermeldungen. EKR NRW geschickt. Zusammen mit den Sterbeinformationen, die das Register regelmäßig von allen 396 nordrhein-westfälischen Meldeämtern und dem Statistischen Landesamt erhält, verfügt das Krebsregister insgesamt über einen Datenbestand von über sechs Millionen Meldungen. Das Krebsregister erfüllt nach internationalen Richtlinien alle wichtigen Qualitätskriterien für ein aussagefähiges epidemiologisches Krebsregister. Mit einer Bezugsbevölkerung von 18 Millionen Einwohnern ist das nordrhein-westfälische Krebsregister das größte Europas. Es gehört bundesweit zu den beiden einzigen Krebsregistern mit obligat elektronischen Meldeverfahren, die komplett auf papierbasierte Meldungen verzichten. In seinem fünften Bericht veröffentlicht das Krebsregister aktuelle Daten zu bösartigen Neuerkrankungen und zur Krebssterblichkeit in Nordrhein-Westfalen. Für das Diagnosejahr 2011 verzeichnet das EKR NRW rund bösartige Neuerkrankungen bei Männern und mehr als bei Frauen. 06

7 Kompakt Virtuelle Leichen in der Anatomie Medizinstudenten in Heidelberg können an einem virtuellen Seziertisch Organe in 3D-Ansicht betrachten, ohne dazu eine Leiche präparieren zu müssen. In den Präpariersälen des Instituts für Anatomie der Universität Heidelberg verhelfen jetzt zwei Virtuelle Seziertische Medizinstudenten zu einer besseren Orientierung im menschlichen Körper: Die Hightech-Geräte zeigen die lebensgroße, dreidimensionale Darstellung eines Menschen, die an beliebigen Stellen geschnitten und anders als bei der realen Präparation von allen Seiten betrachtet werden kann. Die verschiedenen Organe lassen sich isoliert oder mit anderen Strukturen zusammen darstellen. Die Medizinstudenten erhalten so, parallel zum Präparieren der Leichen, am tischgroßen, horizontalen Bildschirm einen guten Überblick Sauber: Sezieren am Bildschirm über die Lage von Organen, Blutgefäßen oder Nervenfasern. Die Darstellungen des Virtuellen Seziertisches basieren auch auf realen Schnittbildern, Daten der 3D-Computertomographie (CT) sowie grafischer Abbildungen der Strukturen, die mit bildgebenden Verfahren nur schwer zu erkennen sind. So können zum Beispiel CT-Aufnahmen der inneren Organe und des Skeletts um exakte Zeichnungen des Gefäß- und Nervensystems ergänzt werden. Regenerative Energie Vertraulichkeit im IT-Zeitalter Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz unterstützt niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bei Datenschutz und Datensicherheit in ihrer Praxis. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz haben die gemeinsame Initiative Mit Sicherheit gut behandelt gestartet. Ziel der Aktion ist es, die in dem Bundesland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bei der fachgerechten Umsetzung von IT-Sicherheit und Datenschutz zu unterstützen. Kernstück der Initiative ist eine von den Kooperationspartnern aufgebaute zentrale Website. Hier können sich Ärzte und Psychotherapeuten über die bestehenden Anforderungen an einen datenschutzkonformen Praxisbetrieb informieren, um mögliche Defizite in der eigenen Praxis besser zu erkennen und zu beseitigen. Der Einsatz moderner Kommunikations- und Informationstechnologie wird auch in den Arztpraxen immer selbstverständlicher. Die daraus resultierenden Chancen für einen verbesserten Praxisablauf und eine optimale Patientenversorgung dürfen aber nicht auf Kosten der Datensicherheit oder der Vertraulichkeit der Behandlung gehen, sagte Dr. Klaus Globig, stellvertretender Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, bei der Vorstellung der Aktion. Ebenso notwendig wie selbstverständlich sei es, die Praxisinhaber bei der Gewährleistung einer angemessenen IT-Sicherheit und eines effektiven Datenschutzes zu unterstützen. Forscher erzeugen aus Herz- und Lungenbewegungen elektrische Energie für Implantate. Herzschrittmacher und viele andere batteriebetriebene Implantate haben einen großen Nachteil: Jeder Batteriewechsel ist mit einem operativen Eingriff verbunden. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Forscher der Universitäten von Illinois und Arizona haben ein Gerät entwickelt, das aus der natürlichen Bewegung von Organen genug elektrische Energie gewinnt, um damit einen Herzschrittmacher zu betreiben. Die Ergebnisse ihrer Forschung haben sie jetzt in der Fachzeitschrift der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA, kurz PNAS, vorgestellt. Ihre Entwicklung nutzt den sogenannten piezoelektrischen Effekt. Dabei erzeugen bestimmte Materialien eine elektrische Spannung, wenn sie verformt werden. Als piezoelektrisches Ma- Clever: Die Bewegung des Organs erzeugt elektrischen Strom. terial verwenden die Forscher Blei-Zirkon-Titanat, das sie in Form übereinanderliegender Bänder in einen Kunststoff eingearbeitet haben, der nicht toxisch ist. Zum Beweis haben sie Muskelzellen von Ratten darauf wachsen lassen. Die elektrische Energie wird in einer Mikrobatterie zwischengespeichert, bis sie benötigt wird. Die Forscher konnten mit einem Prototyp eine elektrische Spannungvon 3,8 Volt erzeugen. Im Labor zeigte ihre Entwicklung auch nach 20-millionenfachen Hin- und Herbiegens keine Abnutzungserscheinung. Die körpereigene Energieerzeugung haben sie bislang noch nicht am Menschen, wohl aber an Tieren wie Schweinen, Schafen oder Kühen getestet. 07

8 Kompakt Neue App warnt vor Smartphone-Sucht Im Rahmen einer Studie haben Forscher der Universität Bonn eine App entwickelt, mit der jeder sein Nutzerverhalten am Mobilfunkgerät kontrollieren kann. Informatiker und Psychologen der Universität Bonn haben die App Menthal für Android-Smartphones entwickelt. Wer sie installiert, kann damit sehen, wie viel Zeit er täglich mit dem Telefon verbringt und welche Anwendungen er am häufigsten verwendet. Die wichtigsten Kerndaten werden zur Auswertung anonymisiert an einen Server übermittelt. Die Forscher nutzen bereits eine ähnliche Technik, um Depressionen frühzeitig zu erkennen. Die App ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens zur Untersuchung des Handygebrauchs. Die meisten Studien verlassen sich bislang auf die Selbsteinschätzung der Nutzer. Diese Angaben sind aber unzuverlässig. Menthal liefert zum ersten Mal belastbare Daten, sagt Alexander Markowetz, Juniorprofessor für Informatik an der Universität Bonn. In einer bislang unveröffentlichten Studie haben die Forscher mit Menthal das Telefonverhalten von 50 Studenten über einen Zeitraum von sechs Wochen Suchtkontrolle: Die App als Wächter untersucht. Ergebnis: Ein Viertel der Probanden nutzte sein Telefon mehr als zwei Stunden pro Tag. Im Schnitt aktivierten die Studienteilnehmer 80 Mal täglich ihr Telefon tagsüber durchschnittlich alle zwölf Minuten. Bei einigen Probanden fielen diese Zahlen sogar doppelt so hoch aus. Gesundheits-IT auf der conhit 2014 Die größte deutsche Veranstaltung rund um das Thema Gesundheits-IT wird auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher anlocken. Vom 6. bis 8. Mai findet in Berlin die conhit 2014 statt Deutschlands größte Veranstaltung für Gesundheits-IT. Auch medatixx ist in diesem Jahr wieder mit einem Stand (Halle 1.2/ Stand A-104) vertreten. Das Unternehmen zeigt unter anderem auch webbasierte Lösungen ihrer MVZ- und Ambulanzsoftware im Bereich der Interoperabilität. conhit: Der Branchentreff wird immer beliebter. So steht zum Beispiel die x.vianova-karteikarte als sogenannte ASP.NET-Komponente zur Verfügung. Dadurch kann nahtlos die medatixx-ambulanz-/mvz-akte in beliebige Web-Applikationen, wie etwa das Krankenhausinformationssystem, eingebettet werden. Im Bereich der mobilen Lösungen hat medatixx seine Projektlösungen erweitert und bietet eine App auf Basis von HTML5-Technologie für Smartphones und Tablet- PCs an. Wissenschaftsticker +++ An der Universität Helsinki dauert es bei SCHLAGANFALLPATIENTEN im Schnitt 18 Minuten zwischen dem Moment, in dem ein Patient in die Klinik kommt und dem Beginn einer intravenösen Lysetherapie. Innerhalb von nur vier Monaten gelang es den Schlaganfallexperten um Atte Meretoja aus Helsinki, ihr Helsinki-Modell auf die Universität Melbourne in Australien zu übertragen (Neurology 2013; 81(12):1071-6). Wesentliche Komponenten waren ein CT-Gerät in der Notaufnahme und ein effizientes Informationsmanagement in der Prähospitalphase Diabetes-Experten um Helmut Brath vom Gesundheitszentrum Wien Süd statteten Blisterpackungen von vier in der Sekundärprävention genutzten Arzneimitteln mit Sensoren aus, die ein MONITO- RING DER ARZNEIMITTEL-ADHÄRENZ ermöglichten. In einer ärztlicherseits verblindeten, randomisiert-kontrollierten Studie konnten sie zeigen, dass die Therapietreue in der Gruppe mit Überwachung signifikant besser war als in der Kontrollgruppe (Br J Vlin Pharmacol 2013; 76 (1):47-55) Holländische Asthma-Experten um Willem Assendelft von der Universität Leiden berichten über die Langzeitergebnisse eines internetbasierten SELBSTMANAGEMENT-PROGRAMMS FÜR ASTHMA-PATIENTEN (J Med Internet Res 2013; 15(9):e188). Basis ist eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 200 Erwachsenen. Eine Hälfte nahm ein Jahr lang an einer Online-Gruppe teil, die andere Hälfte nicht. Das Online-Selbstmanagement war mit einer besseren Lebensqualität und weniger Symptomen assoziiert. Die aktuelle Erhebung zeigt jetzt, dass der signifikante Vorteil in der Interventionsgruppe auch anderthalb Jahre nach Ende des Programms noch besteht Erstmals ist es gelungen, einen TELE-ULTRA- SCHALL IM WELTRAUM erfolgreich zu absolvieren, berichtet Thomas H. Marshburn von der NASA. Astronauten der ISS wurden auf der Erde im Umgang mit Schallsonden trainiert. Sie untersuchten dann im All mit einer Point-of-Care-Sonde die untere Wirbelsäule, um negative Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu erkennen. Dabei wurden sie von einem Arzt am Boden geleitet, der auch die Diagnose stellte (J Emerg Med 2013; doi: /j.jemermed )

9 Diabetes-Frühwarnsystem im Auge Google entwickelt eine Kontaktlinse, die über einen eingebauten Sensor den Zuckergehalt der Tränenflüssigkeit im Auge misst. Der Suchmaschinen-Gigant Google leistet sich das Forschungslabor Google X, in dem Ingenieure aus futuristischen Ideen reale Produkte wie Google Glass entwickeln eine Hightech-Brille, die über einen Minicomputer am Brillengestell Informationen einblendet. Jetzt hat die Forschungs- Beeindruckend: Die Diabetes-Kontaktlinse schmiede eine intelligente Kontaktlinse hervorgebracht, die den Zuckergehalt der Tränenflüssigkeit messen kann. Diabetiker sollen damit ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren können, ohne sich in den Finger stechen zu müssen. Die Technik besteht aus einem miniaturisierten Glucosesensor und einem von den Google-Ingenieuren entwickelten Funkchip, der die Messwerte aufs Smartphone funken kann. Die dazu notwendige Antenne ist dünner als ein menschliches Haar. Alle Elemente sind in weiches Kontaktlinsenmaterial eingebettet. Der Prototyp liefert in jeder Sekunde einen Blutzuckerwert. Jetzt experimentieren die Forscher mit LEDs, die sie in die Kontaktlinse integrieren, und die als Frühwarnsystem bei einem zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel aufleuchten sollen. ANZEIGE kleine_rubrik Datensicherheit für Ihre Praxis Analyse von Patientendaten Unter großen Datenschutzauflagen wurde ein Projekt gestartet, das verschiedenen Institutionen erlaubt, pseudonymisierte Versorgungsdaten auszuwerten. ie Krankenkassen liefern dem Bundesversicherungsamt (BVA) schon D länger jährlich pseudonymisierte Daten für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). Gemäß der Datentransparenzverordnung vom 10. September 2012 soll das DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Information und Dokumentation) einem definierten Nutzerkreis ermöglichen, diese Daten zu analysieren. Dazu hat das neue Informationssystem Versorgungsdaten (Datentransparenz) des DIMDI den Pilotbetrieb aufgenommen. Zugänglich werden unter anderem ambulante und stationäre Diagnosen sowie Daten über ambulant verordnete und abgerechnete Arzneimittel. In dieser Vollständigkeit über die verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen hinweg waren solche Angaben bisher nicht verfügbar. Um sicherzustellen, dass einzelne Versicherte nicht identifizierbar sind, wurden strenge Datenschutzvorkehrungen getroffen. Wer Daten für welchen Zweck erhalten darf, regelt das Gesetz ( 303a bis 303e SGB V). Nur darin genannte Einrichtungen können die Versorgungsdaten beim DIMDI nutzen. Zu den Berechtigten gehören zum Beispiel Einrichtungen der Krankenkassen, der Gemeinsame Bundesausschuss, Interessenvertretungen von Patienten und Ärzten auf Bundesebene sowie Institutionen der Forschung und Gesundheitsberichterstattung. NovaBACKUP Praxis OPtimAler SChUtz für ihre DAteN NovaBACKUP Praxis ist die Komplettlösung für Backup und Restore des Hamburger Datensicherheitsspezialisten NovaStor. KleiNeS BUDget, grosse leistung NovaBACKUP Praxis sichert alle wichtigen Daten auf Ihrem Server, Datenbanken inklusive. SChNell UND KiNDerleiCht Mit NovaBACKUP Praxis ist Ihre Datensicherung in wenigen Clicks eingerichtet und läuft ab sofort automatisch im Hintergrund. Mehr Informationen und kostenlose Testversion unter 09

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11 Titelgeschichte kleine_rubrik Praxissoftware Jahre 1994 von zwei auf zehn Prozent anstieg legte sich dann auch Dr. Hans Müller seine erste Praxissoftware zu. Damit befand er sich in guter Gesellschaft: Rund 50 Prozent der Ärzte taten es ihm gleich, sodass Ende 1994 zusammen mit den bereits vorhandenen Systemen rund 60 Prozent aller Arztpraxen eine Praxissoftware installiert hatten. Ausgelöst wurde dieser Boom durch das Gesundheitsreformgesetz von 1989, das die Ablösung des quartalsweise gültigen Krankenscheins auf Papier durch eine zeitlich unbefristete Chipkarte die Krankenversichertenkarte vorschrieb. Krankenkassen und KBV sponserten den Ärzten damals das Kartenlesegerät und den Drucker. Mit dem Lesegerät sollten die Ärzte die auf der Chipkarte gespeicherten Stammdaten des Versicherten auslesen und dann mit Hilfe des angeschlossenen Druckers direkt 20 spannende Jahre Mit Einführung der Krankenversichertenkarte eroberte die Praxissoftware endgültig die deutschen Arztpraxen. x.press beleuchtet in einer Retrospektive die Entwicklung von den frühen Anfängen bis zu den aktuellen Trends. E ine Arztpraxis ohne PC? Für Isabell Müller absolut unvorstellbar. Ich kann fast nicht mehr mit der Hand schreiben, scherzt die angehende Allgemeinmedizinerin, die seit ihren frühen Schultagen mit Computern vertraut ist. Ihr Vater Hans, dessen Praxis sie in den nächsten Jahren übernehmen soll, erinnert sich dagegen noch gut an die Zeit, als Formulare mit der Schreibmaschine oder gar mit der Hand ausgefüllt wurden. Damals, Anfang der 1980er-Jahre, hatte IBM gerade den ersten Personal Computer auf den Markt gebracht. Praxissysteme für dieses Gerät waren noch nicht verfügbar. Angeboten wurden lediglich wenige Komplettlösungen aus Hard- und Software wie zum Beispiel Dorsymed oder Sisymed. Sie basierten auf Großrechnertechnik und kamen schon allein wegen des stolzen Preises nur für Großpraxen in Frage: Eine Anlage für drei Arbeitsplätze schlug damals schon mal mit D-Mark zu Buche. Auch erfüllten diese Lösungen von der Stange die Bedürfnisse der meisten Ärzte nur rudimentär. In der zweiten Hälfte der 1980er- Jahre eroberten dann die ersten Praxissoftwaresysteme auf PC-Basis die Arztpraxen. Diese Systeme waren mit Anschaffungskosten von bis D-Mark erschwinglich und wurden von kleineren Unternehmen angeboten, die den Ärzten konkrete Lösungen für ihre individuellen Probleme boten. Hinzu kam, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ab 1988 die elektronische Abrechnung mittels Diskettenversand als Alternative zur Abrechnung mit dem Krankenschein anbot. Dies führte dazu, dass die Durchdringung der Arztpraxen mit Praxissoftware nach Angaben der KV Nordrhein bis zum auf den Kopf der Abrechnungsformulare drucken. Das war keine befriedigende Lösung, erinnert sich Dr. Müller. Ich habe deshalb wie viele Kollegen auch einen PC gekauft und ihn mit dem Lesegerät und dem Drucker verbunden. Die auf der Karte ohnehin digital vorliegenden Versichertendaten habe ich in den PC eingelesen und am Quartalsende eine Abrechnungsdatei erstellt, die ich auf einer Diskette speichern und an die Kassenärztliche Vereinigung schicken konnte. Diese erste Generation der Praxisprogramme lief zumeist unter dem Betriebssystem MS-DOS, das eine zeilenorientierte Benutzeroberfläche hatte. Mit der Software ließen sich im Wesentlichen Formulare bedrucken und Abrechnungsdateien erstellen. Das war lange nicht so benutzerfreundlich wie es heute ist, erinnert sich Müller, aber es war ein großer 11

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