GLIEDERUNG. Aus unseren Bildungsgängen. Aus dem Schulleben. Aus dem Kollegium. Einweihung des Erweiterungsbaus...58

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1 Aus unseren Bildungsgängen Vollzeitbildungsgänge v Kaufmännische Assistenten/Assistentinnen Fremdsprachen v Einjährige Handelsschule v Höhere Handelsschule v Wirtschaftsgymnasium Berufsschule v Arbeitsförderung/Sozialversicherung/Personaldienstleistung v Einzelhandel v Individualversicherung v Jugendliche in Berufsvorbereitung GLIEDERUNG Berufliche Weiterbildung v Fachschule für Außenhandel v Fachschule für Finanzdienstleistungen Aus dem Schulleben v Gütesiegel Individuelle Förderung v Lernpartnerschaften v Veranstaltungen v Internationale Kontakte v Klassenfahrten v Projekte v SV-Arbeit v Öffentlichkeitsarbeit Aus dem Kollegium v Neu im Kollegium v Lehrerausflug v Weihnachtsfeier v Verabschiedungen Einweihung des Erweiterungsbaus

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3 Dorothea Scherer Liebe Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Eltern und Partner unserer Schule, mit der dritten Ausgabe des Jahresberichts möchte unsere Schule wieder über Alltägliches und nicht Alltägliches, über große und kleine Erfolge des abgelaufenen Schuljahres berichten, das Ge mein schafts - bewusst sein stärken und allen an unserer Schule Interessierten einen Einblick in unsere Arbeit gewähren. Auch in diesem Jahr gilt unser Dank den Aus bil - dungs betrieben und Partnern des Berufskollegs Südstadt, die durch enge Zusammenarbeit unsere schulische Arbeit unterstützt haben. Weiterhin danke ich allen Unter nehmen und Institutionen, die durch ihre Inserate die Herausgabe des Jahres - berichtes ermöglichen. Berufsbildung ohne Grenzen, so lautet die Titelunterschrift des diesjährigen Jahresberichtes. Als Europaschule ist es uns ein Anliegen, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, über den Tellerrand zu schauen und einen Einblick in die Arbeitsabläufe der Betriebe unserer Partnerländer zu erhalten. Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen und Kontakten der Kolleginnen und Kollegen des Bildungsganges Fremd sprachen - assistent/in ist es uns mit Unterstützung der Mobi li - täts beratung der IHK zu Köln und in Zu sammen - arbeit mit den Ausbildungsbetrieben gelungen, verstärkt auch Auslandspraktika in der dualen Ausbildung anbieten zu können. So haben im Frühjahr 2010 erstmals 20 Auszubildende aus den Bereichen Einzelhandel, Personaldienstleistung und Individualversicherung ein dreiwöchiges, mit EU- Mitteln gefördertes Praktikum in London absolviert. Bildungswege offen zu halten und Schülerinnen und Schüler im Übergang in eine Ausbildung oder ein Studium individuell zu begleiten, sehen wir als Aufgabe unserer Schule an. So haben wir im letzten Schuljahr die Hausaufgabenunterstützung am Nachmittag verstärkt, unsere Angebote der Be rufs - orien tierung erweitert und Lern partner schaften mit Unternehmen verabredet. Vereinbarte Ko ope ra - tionen mit Hochschulen zur Anrechnung schulischer Leistungen und Abschlüsse auf ein Bachelor- Studium eröffnen Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven. Viele Veranstaltungen, Unterrichtsprojekte und Aktivitäten haben auch im vergangenen Schuljahr das Schulleben mitgeprägt. Möglich war dies nur dank der Einsatzbereitschaft und Unterstützung vieler Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler und Partner unserer Schule. Ihnen allen sei herzlich gedankt. Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf vier Ereignisse des letzten Schuljahres. Als Anerkennung der schulischen Arbeit wurde das Berufskolleg Südstadt am 24. November 2009 in Essen von der Landesregierung mit dem Gütesiegel Individuelle Förderung ausgezeichnet. Am 13. Januar 2010 haben Lehrer, Schüler und Vertreter der Schulverwaltung und Schulpolitik die Einweihung des neuen Erweiterungsbaus am Bonner Wall und die Modernisierung der Schulbibliothek gefeiert. Das erste Abitur am BK Südstadt 21 Schü le - rinnen und Schüler des 2007 neu errichteten Wirtschaftsgymnasiums erhielten am 19. Juni 2010 in feierlichem Rahmen ihre Abiturzeugnisse. Am Ende des Schuljahres hat das Kollegium Fritz Strauß, der nahezu 30 Jahre am Berufskolleg Südstadt tätig war, seit 1990 als stellvertretender Schulleiter, gemeinsam mit den Kollegen Dr. Peter Bosse und Fritz Zimmer verabschiedet. Beim Lesen der Beiträge wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viel Vergnügen. Dorothea Scherer Schulleiterin VORWORT 3

4 VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Ja auch im Schuljahr 2009/10 nahmen die Orga ni - sation, Vorbereitung und Durchführung der Praktika unserer Ober stufen schüler/innen erneut einen großen Raum ein. Neben den Schüler/innen, die erfolgreich ein Praktikum in Deutschland absolvierten und so schon ihre Fühler nach möglichen Arbeitsstellen ausstrecken konnten, nutzten mehr als 40 Schüler/ innen die Möglichkeit, ein zweimonatiges Praktikum außerhalb Deutschlands in einem Land der EU (mit Hilfe von EU-Geldern im Rahmen des Programms LEONARDO da VINCI, Mobilität) zu absolvieren und durch Auslandskontakte schon während ihrer Ausbildung ihren Einstieg in den Stellenmarkt vorzubereiten. Unsere Schüler/innen führten ihre Praktika abermals mit Hilfe unserer Partner durch in: Großbritannien, Frankreich, Spanien, aber auch Irland, Malta, Zypern und der Türkei hier zum ersten Mal bei der Nach - richten agentur Anadolu Ajansi in Istanbul. R. Bills (Director, Bachelor Programme Manager) Kaufmännische Assistentinnen /Assistenten Fremdsprachen Im Rahmen unserer Ko ope - ra tion mit dem ECBM (Euro - pean College of Busi ness and Management) referierte Richard Bills, der Direktor des College, zum Thema Bachelor- und Master- Studium in London. Auf - grund der Vor aus setzun gen unserer Absolvent/innen bietet das ECBM in Zusammen - arbeit mit der University of London unseren Schüler/ innen den Bachelor- und Master studien gang um ein Jahr verkürzt an. Im vergangenen Jahr haben zwei Ab sol vent/innen des BK Südstadt mit ihrem Studium in London begonnen. Die Tagung am 28. Januar 2010 im Bereich des Austauschs mit unserem französischen Partner, dem Lycée René Cassin in Straßburg, stellte den entscheidenden Meilenstein bei der Weiterentwicklung unseres Projektes Schulpartnerschaft binationale Prüfung dar. Neben der Ministerialdirigentin Frau Dr. Scheffler, Schulministerium, war auch der schulfachliche Dezernent und Leiter des Europabüros bei der Bezirksregierung Köln, Herr LRSD Hartmut Müller, zu Gast. Beide nahmen an einer mündlichen Prüfung in Französisch im Rahmen des Projektes teil. Es fand ein Gedankenaustausch zu folgenden Aspekten statt: Einordnung des Bildungsganges Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent Fremd spra - chen im Europäischen Qualifikations rahmen (BTS Commerce International ist auf Stufe 5 eingeordnet). Möglichkeiten einer länderübergreifenden Angleichung von Inhalten der Berufsausbildung. Wegen der unterschiedlichen Schwerpunktsetzung in Deutschland und in Frankreich sind hier noch Angleichungsprozesse zu leisten: Die Wirtschafts - fach sprache in den Fremdsprachen spielt nämlich bei der Ausbildung in Deutschland eine wesentlich wichtigere Rolle, während in Frankreich die Markt - untersuchung im Fach Betriebswirtschaftslehre einen höheren Stellenwert im Rahmen der Ausbildung hat. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Vereinbarung im Juni 2010, dieses Programm ab dem Schuljahr 2010/2011 ebenfalls mit unserer zweiten französischen Partnerschule, dem Lycée Saint-Louis in Saint- Etienne, durchzuführen. Abermals honorierte die Nationale Agentur des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn, die im Auftrag der Europäischen Kommission in Deutsch - land für die Vergabe der Gelder zuständig ist, die Qualität der durchgeführten Auslands praktika. Das Projekt wurde insgesamt in ausgezeichneter Qualität durchgeführt. Die jahrelange Erfahrung der Ko ordi - na torin nen mit Leonardo da Vinci zeigt sich deutlich in der hohen Qualität des Projektes. Aufgrund der positiven Beurteilung er - folgte ebenfalls eine Eintragung des Pro - jektes in das Projektund Produkt-Portal Good Practice

5 der EU-Kommission für Leonardo da Vinci namens ADAM (www.adam-europe.eu). Weitere Informationen zu unseren ausländischen Partnern und der Vielfalt der Praktikumsbetriebe können Sie unserem Bericht unter Internationale Kontakte entnehmen. Zahlreiche Schüler/innen nahmen erneut die Mög - lich keit wahr, Zusatzqualifikationen über ihr Zeug - nis hinaus zu erwerben. Neben dem Europäischen Computerführerschein (ECDL), der Teilnahme an IHK-Prüfungen, der DELF-Prüfung (Diplôme d'etudes en Langue Française) oder der Prüfung ELE.IT (Certificato di competenza in italiano come L2) nahmen interessierte Schüler/innen Teil an der TOEIC-Prüfung: Als autorisiertes Testzentrum für den TOEIC (Test of English for International Com mu ni ca - tion) und den TFI (Test de Français International) können wir anerkannte Sprachtests für berufsbezogenes Englisch bzw. Französisch an unserem Berufskolleg durchführen. Angestrebt wird daher ebenfalls die Vorbereitung zu den Spanisch- Prüfungen DELE (Diplomas de Español como Lengua Extranjera) und / oder des Certificado de la Cámara de Madrid. Implementiert wurde im letzen Jahr das Fach Event - manage ment im Differenzierungsbereich: Nach einer Einführung in die sogenannte Zeit manage - ment-schulung erfolgt die Projektplanung, hier: Empfang von sechs französischen Gästen für eine Woche in der Firma FlyBike mit einer Million Euro Um satz Loca tion vergleich für 1600 Kunden im Rad-Praxistest Entscheidungsplanung Praxis bei - spiele (z. B. Arbeits essen, Knigge für Veran staltun - gen). Nach erfolgter Analyse des Bedarfs und Interesses bei der Schülerschaft wird im kommenden Schuljahr an eine AG Chinesisch und / oder Russisch gedacht, um Geschäftskontakte auf diesem expandierenden Markt zu erleichtern, denn schon ein wenig Small Talk in der jeweiligen Muttersprache öffnet so manche Geschäftstüren. Neu eingeführt wird im Schuljahr 2010/11 die Möglichkeit, in der dreijährigen Ausbildung als zweite Fremdsprache Spanisch zu wählen. Die Welt sprache Spanisch wird immer häufiger und immer früher an den deutschen allgemeinbildenden Schu len angeboten, so dass wir unseren Schüler/ innen mit dieser Möglichkeit neben der Kom bi na - VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Im Themenkreis Interkulturelle Kommunikation werden unsere Schüler/innen fit für den Umgang mit ausländischen Gästen gemacht. 5

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7 tion Englisch / Französisch entgegenkommen möchten. Im zweijährigen Bildungsgang sind beide Kom bina tionen (E/F, E/S) Tradition immer beliebter auch die Möglichkeit, das Fach VWL auf Spanisch bzw. Fran - zösisch zu belegen oder das Fach Politik auf Englisch, ein bilinguales Angebot, das Be werbungen unterstützt und verstärkt in das Fachvokabular einführt. Außer der jährlichen Vorstellung im Berufs infor mations zentrum der Arbeitsagentur (BIZ) ist der Bildungsgang seit der Messe Einstieg Abi im Februar 2009 im Aussteller Verzeichnis Expo- Guide (www.expo-guide.com) vertreten. Neben den alljährlich durchgeführten Praktika engagieren sich unsere Kolleg/innen auf Ex kur - sio nen ins In- und Ausland: Hamburger Hafen wolfsblog Am 22. Februar 2010 traten 60 Schülerinnen und Schüler aus dem Wirtschaftsgymnasium und den Klassen für Fremd spra - chenassistent/innen sowie vier Kolleg/innen eine Studienfahrt nach Hamburg an. Während eine Hälfte der Gruppe das Walters hofer Hafen gebiet erkundete und die Schnittstelle von Bahn-, Straßen- und Seetransport un mittel bar vor Augen hatte, besichtigte die andere das Zoll - Brüssel museum. Mittags fuhren alle mit dem Bus nach Alten werder zu einem der modernsten Con tainer terminals der Welt. Elektronisch gesteuerte führerlose Fahrzeuge nahmen die Container von der Containerbrücke ab und brachten sie zum Stapel lager, von wo aus sie computergesteuert auf die wartenden LKWs verladen wurden. Ebenso wurde der Aufenthalt für den Besuch der Hamburger Speicher stadt, des Hamburg Dungeon bzw. der größten Mo dell eisenbahn der Welt genutzt. Einen ebenso interessanten Ausflug konnten Schüler/innen der Klassen A291 und A391 am Ende des Schuljahres verbuchen: ein Besuch in Brüssel gemeinsam mit Schüler/innen aus Klassen des Textileinzelhandels und des Wirtschaftsgymnasiums vermittelte ihnen das Gefühl, den Entscheidungen der EU nicht mehr so fern zu sein. Im Themenkreis Interkulturelle Kommunikation werden unsere Schüler/innen fit für den Umgang mit ausländischen Gästen gemacht. Dazu gehört seit mehreren Jahren auch die Teilnahme an einem sog. Kniggeseminar, welches das Restaurant Fischers in Köln für uns durchführt. Monika Wenzel VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE 7

8 VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE No Future oder doch? Diesen Titel trägt ein Theater-Projekt von André Erlen mit der HS91 in der letzten Schulwoche mit dem Ergebnis: Vertrau mir - Kurzfilm, 13:15 min, der im Schuljahr 2010/11 gemeinsam angeschaut wird. Die HS91 ist eine von drei einjährigen Berufs fach - schul klassen unserer Schule. Einer unserer Schwer - punkte liegt auf einer umfassenden Berufs vor be rei - tung. Die Einjährige stellt stets auch ein Inter ims ange - bot für junge Menschen dar, die eine Ausbildung suchen oder sich auf die Höhere Handels schule vorbereiten. Die didaktische Jahresplanung ist neben der beruflichen Vorbereitung auch auf Stärkung der persönlichen Fähigkeiten der Schüler angelegt. Kurz vor Ende der gemeinsamen Schulzeit ist die Klasse einerseits stark zusammengewachsen, andererseits zeigen sich deutlich soziale Spannungen. Auf einigen Schülern lastet nun der Druck, einen Aus bildungs platz zu finden oder in die Höhere Handelsschule aufgenommen zu werden. Die Klasse bricht am Montag, 5. Juli, gemeinsam auf zum Probenraum und damit zu André Erlen (Schauspieler und Regisseur), der die Theaterwoche anleiten wird. Die Klasse besteht aus 24 Schüler Innen. André stellt schnell fest, dass die grundlegende Schwierigkeit seines ursprünglich geplanten Vorgehens darin besteht, dass die SchülerInnen in hohem Maß selbstständig arbeiten sollten. Dies wird so nicht möglich sein, daher wird aus dieser Situation dann die Idee geboren, gemeinsam einen Kurzfilm zu drehen. Dieses Ziel setzt viel Engagement und Kreativität der Schüler frei. Sie entwickelten eine Geschichte, Figuren und Dialoge. Alle Figuren werden mit reichlich Phantasie gestaltet. Es bilden sich Arbeitsgruppen zu: Ausstattung und Kostümen, Kamera, Musik und Drehbuch. Die Arbeit an einer fiktiven Geschichte ermöglichte eine Einjährige Handelsschule intensive und unverstellte Auseinandersetzung mit der persönlichen Vorstellung der Zukunft. Das Ergebnis ist eine filmische Kurzgeschichte, die keine individuelle Vision, sondern eine gemeinsame Negativ-Utopie entwirft. Die Figuren jagen ihren eigenen Problemen und Zielen nach und ignorieren dabei das Interesse und Empfinden der Menschen in ihrem Umfeld. Alle Werte stehen auf dem Prüfstein. Die Liebe scheint genauso verlogen und verräterisch zu sein wie Freundschaft und Familienbande; und am Ende gewinnt derjenige, der alle zu täuschen vermag. Fazit von André Erlen: Die Entscheidung, ein gemeinsames Projekt statt vieler individueller Projekte durchzuführen, hat sich für diese Gruppe als vollkommen richtig herausgestellt. Das Filmprojekt hat alle Ziele tangiert, die für diese Zusammenarbeit ursprünglich geplant waren: gemeinschaftliches Handeln, Aus ein - ander setzung mit eigenen Visionen oder Zukunfts - ängsten, Selbstbewusstsein und Selbstdarstellung. Die Schüler haben erfahren, welche Anforderungen an Disziplin, Teamwork, Kreativität und Eigeninitiative erwartet werden, wenn sie sich in einem zukünftigen Betätigungsfeld behaupten wollen. Eines kann am Ende gesagt werden: Sie waren alle mit Engagement dabei. Fazit für die HS 91: Es ist einfach wunderbar, ein solches Theaterprojekt mit er- und durchleben zu dürfen. Dies war in diesem Schuljahr einmalig möglich durch die Finanzierung der Stadt Köln. Hierfür ein großes Dankeschön im Namen meiner Klasse! Ich hoffe, dass wir als Schule wieder einmal diese Chance erhalten werden und Danke André Erlen für seine außergewöhnliche Anleitung, Begleitung, Flexibilität und Fachkompetenz, die ich ein paar Mal hautnah miterleben durfte! Silvia Kraus-Thiemann (Klassenlehrerin HS 91) 8

9 Erfahrungsbericht eines Schülers 5 Jahre BKS, das ist eine lange Zeit, aber ich kann sagen, dass ich es nicht bereue. Ich kam im Jahr 2006 zum BKS, um hier die einjährige Handels - schule zu besuchen. Auf merksam bin ich auf die Schule geworden durch meinen damaligen Klas sen - lehrer. Was mir damals so gut an dem BKS gefallen hat, war einerseits das breite Angebot an Fremdsprachen und die internationale Aus richtung und andererseits natürlich der gute Ruf der Schule. Leider reichte 2006 mein Notendurchschnitt nicht, um direkt auf die HöHa zu gehen, was sich später aber als sehr gut erwies. Zunächst war ich sehr unsicher, ob dies das Richtige für mich ist. Durch das eine Jahr allerdings habe ich gemerkt, dass ich ein Interesse für Fächer wie VWL, BWL oder IW habe. So konnte ich auch das Angebot der verschiedenen Sprachen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung an sich kennenlernen. Das eine Jahr war einfach, die Anforderungen sind zu schaffen. Es ist optimal, um einen Einblick zu gewinnen. Die Lehrer, die mich zu der Zeit unterrichtet haben, waren auch sehr gut. Teilweise hatte ich den einen oder anderen Lehrer über mehrere Jahre hinweg weiter im Unterricht. Es ist von Vorteil, wenn man manche Lehrer schon kennt und somit schon mal weiß, was einen dann in der Höheren Handelsschule erwartet. In meinem Fall stand dann auch recht schnell fest, dass ich nach der Handelsschule die Höhere Handels schule besuchen werde, da ich sehr interessiert daran war, Spanisch zu lernen. Dies in Kombination mit Wirtschaft und Verwaltung war für mich genau das Richtige. Natürlich wurde in der HöHa alles etwas schwieriger, was meiner Meinung nach aber durchaus machbar ist. Ich denke, mit ein bisschen Mühe lässt sich das Fachabitur durchaus ermöglichen. Die zweite Fremdsprache (Spanisch oder Französisch) ist ein wichtiges Fach und dadurch, dass man die Sprache neu lernt, gehört sie natürlich zu den etwas schwierigeren Fächern. In BWL, VWL oder IW sowie in manchen anderen Fächern hat man im ersten Halbjahr einen klaren Vorteil, wenn man die einjährige Handelsschule besucht hat. Am Ende der HöHa muss man eine Abschlussprüfung absolvieren, aber meiner Meinung nach wird man im Laufe der zwei Jahre sehr gut darauf vorbereitet und die Ab schluss - prüfungen sind nach intensivem Lernen absolut schaffbar! Da mir Spanisch gefallen hat und ich generell sehr zufrieden war, habe ich mich dazu entschieden gleich eine Ausbildung an den bis dahin schon dreijährigen Besuch des BKS dranzuhängen. Die Rede ist von der Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten Fremd sprachen. Da ich während der zwei Jahre der Höheren Handels schule ein Praktikum bei einem Spe di tions unter nehmen gemacht habe und Gefallen daran fand, war das für mich ein logischer Schritt, diese Ausbildung zu wählen. Die Ausbildung ist sehr auf den Gebrauch der Fremd - sprachen fokussiert (eine weitere dritte Fremdsprache kommt hinzu). Politik kann man auf Englisch, VWL auf Spanisch oder Französisch wählen. Wer also an Fremd - sprachen interessiert ist und sich vorstellen kann in dieser Richtung später zu arbeiten, wie eben zum Beispiel in einer Speditionsfirma, der sollte diese Ausbildung wählen. Die Dauer ist nur zwei Jahre, wenn man das Fachabitur hat, was die Ausbildung natürlich auch attraktiv macht. Die drei Jahre zuvor waren nicht so anspruchsvoll wie diese Ausbildung. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch das zu machen ist. Größtenteils macht man während dieser Ausbildung in den beiden Fremdsprachen Übersetzungen, Aufgaben zum Hörverstehen wie zum Beispiel Notizen zu einem Telefongespräch, Korrespondenz und Präsentationen in der jeweiligen Sprache. Während der Ausbildung absolviert man auch ein zweimonatiges Praktikum möglichst im Ausland, was wahrscheinlich der interessanteste Teil der Ausbildung ist. Ich denke gerade wegen des Praktikums ist diese Ausbildung zu empfehlen. Man erhält einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt im Ausland, was auch noch von der EU finanziert wird. Insgesamt kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit meiner Zeit auf dem BKS bin. Ich denke, ich habe genau die richtigen Wege gewählt und bin auf dem besten Wege, die Ausbildung erfolgreich zu beenden. Viele verschiedene Nationen sind hier vertreten und es ist alles sehr international. Ich fühle mich heute bereit, mich auf eine Fremdsprache oder auf Fächer wie BWL zu fokussieren und vielleicht sogar zu studieren. Die 5 Jahre haben mir sehr geholfen. Ich wurde von den Lehrern sehr gut unterstützt und hatte über die Jahre sympathische Klassenkameraden. Alles in allem sehe ich die fünf Jahre als Erfolg an und kann es jedem empfehlen, das BKS zu besuchen. Ob die Höhere Handelsschule, die Aus bil dung zum kaufmännischen Assistenten Fremd sprachen oder einfach ein Jahr lang die Handelsschule, um einen Einblick zu bekommen. Daniel Soares (Schüler der Klasse A291) VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE 9

10 VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Teamtraining Team- und Kommunikationsfähigkeit sind Grund vor - aus setzungen für eigenverantwortliches Arbeiten und gelten daher als Schlüsselqualifikationen in Schule, Ausbildung und Beruf. Um die unterrichtliche Arbeit diesbezüglich zu unterstützen, wird seit vielen Jahren nach der Orientierungsphase ein Teamtraining durchgeführt. Die Klassen nehmen dazu an einem eintägigen, außerschulischen Workshop in einer Kletterhalle unter Anleitung von zwei Erlebnispädagogen teil. Der Work - shop ist in eine thematische Vor- (Vier-Ohren-Modell und Feedbackregeln) und Nachbereitung (Kom mu ni - ka tions- und Gruppenarbeitsregeln, Aus wer tung der Fotos) in den Unterricht eingebettet, um eine möglichst nachhaltige Wirkung zu erzielen. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen gesunden Frühstück in der Kletterhalle, das von den Schü lerin - nen und Schülern im Biologieunterricht organisiert wird. In den folgenden drei Stunden lösen sie verschiedene Aufgabenstellungen im Team und reflektieren nach jeder Übung ihr Vorgehen und ihren Umgang miteinander. Nach der Abschlussreflexion können die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung erste Erfahrungen beim Schnupper-Klettern sammeln. Der Erfahrungsbericht der HB95 ein ganz besonderer Tag Das Teamtraining ist insbesondere zu Beginn der 11. Klasse eine sinnvolle Veranstaltung, um die Klasse aus einem anderen Blickwinkel nicht nur während des Lernens beobachten und kennenlernen zu können. Im Rahmen des Teamtrainings lernen die Schüler und Schülerinnen gegenseitiges Vertrauen und Zu sammen - halt innerhalb einer Gruppe kennen. Sie treten mit allen Schülern in Kontakt, auch mit denen sie in der Schule eher weniger zu tun haben, und lernen sich dadurch untereinander besser kennen. Bei den zu absolvierenden Stationen gelangen einige an ihre Grenzen, dennoch werden sie durch die Gruppe motiviert und vorangetrieben. Diese Schüler gewinnen an Selbstvertrauen und Wertschätzung. Aus der Sicht der HB95 war das Teamtraining in der Kletterhalle ein gelungener Tag und ist durchweg in positiver Erinnerung geblieben. Der Zusammenhalt der Klasse wurde gestärkt. Wir haben es geschafft, verschiedene Aufgaben gemeinsam und erfolgreich zu Höhere Handelsschule erledigen. Jeder Einzelne von uns hat das Training ernst genommen und es wurde versucht seine eigenen Ideen bei den verschiedenen Stationen einzubringen. Die gesamte Klasse hat gelernt, wie man sich rücksichtsvoll und kooperativ gegenüber seinen Mitschülern verhält. Das gegenseitige Vertrauen und der Umgang miteinander wurden wesentlich bestärkt. Das Teamtraining aus Sicht einer Klassenlehrerin Nicht einfach drauf los ist die Parole beim Team - training. Denn die Gruppe, die plant und im Vorfeld gemeinsam überlegt, wie man beispielsweise alle Gruppenmitglieder über ein dünnes Seil von einer Seite auf die andere bekommt, war meist schneller am Ziel. Beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler besonders, wenn ihnen Aufgaben glückten, die zunächst ohne Aussicht auf Erfolg schienen. Das gibt Selbstvertrauen und Vertrauen in die Gruppe so dass auch diejenigen später zu einer Klettertour aufbrachen, die sonst schon bei dem Gedanken Schweißausbrüche bekamen. Kletterhalle Sowohl die Schüler als auch die Klassenlehrer der HB95 sind allerdings der Meinung, dass diese erlangten Erfahrungen und Kompetenzen nachhaltig nur Bestand haben können, wenn jeder einzelne Schüler im Schulalltag an seinem Verhalten arbeitet und es zudem reflektiert. Auch wenn innerhalb der Klasse Gruppenbildungen zu beobachten sind, sollte die Klasse bei Streitereien und Mei nungs ver schie den - heiten auf die Erfahrungen des Teamtrainings zurückgreifen, um eine harmonische und respektvolle Lernatmosphäre zu schaffen. 10

11 Projektwoche Alle Welt ist auf der Suche nach Gesundheit und Wellness warum das Berufskolleg Südstadt nicht auch? Noch ehe sich die Lehrer auf einem pädagogischen Tag mit dem Thema Gesundheit beschäftigt haben, griffen die Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule vor den Ferien dieses Thema in einer Projektwoche auf. Die Themen rund um die Gesundheit reichten von gesunder Ernährung über sportliche Angebote und Massage bis hin zu Feng Shui und Maniküre. Auch psychische Erkrankungen, die auch bei Schülerinnen und Schülern immer häufiger ein Thema sind, suchten sich die Schülerinnen und Schüler als Arbeits schwer - punkt aus. Akribisch wurde in den Klassen an den Themen gearbeitet. So nutzte etwa die Feng Shui-Gruppe die Zeit, um sich in Gärten und Grünanlagen von der fernöstlichen Lehre inspirieren zu lassen. In der Schüler-Bü - che rei arrangierten sie dann einen Ruheraum mit Sand, Orchideen und einem Zimmerbrunnen, den die Besucher des Schul festes gerne aufsuchten, um sich bei meditativer Musik zu erholen. Auch die Maniküre und Nail-Art, mit der eine Gruppe die Schul fest be - sucher für Wellness begeisterten, wurden gut be - sucht. Sonst gab es viele Informationen um gesunde Gewichtsabnahme, Ernährung und Feiern ohne Alkohol, was die Gäste bei guter Stimmung direkt auf dem Schulfest mit alkoholfreien Cocktails genießen konnten. Tagesfälle Der Tagesfall hat mich vor eine neue Herausforderung gestellt. Es war eine sehr anspruchsvolle und interessante Aufgabe, durch die ich gewachsen bin. Ich lerne durch die Aufgaben im Tagesfall und durch die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe Verantwortung zu tragen, für einen Gruppenmitglied einzuspringen, an anderen Stellen Aufgaben zu übernehmen und Mitschülern zu helfen. Gleichzeitig habe ich mich in der Gruppe eingeordnet und ich konnte auf die Ideen meiner Mitschüler eingehen. Der Tagesfall hat hohe Das Berufskolleg Südstadt auf der Suche nach Gesundheit und Wellness Ansprüche an unsere Gruppe gestellt. Die Aufgaben und die Zeit mussten sinnvoll aufgeteilt werden. Ohne eine Planung und guter Zusammenarbeit in den Gruppen wäre so eine Aufgabe nicht zu schaffen. (Henna und Wahab, HB95) Der Tagesfall war eine große Herausforderung für unsere ganze Gruppe. Es war mal etwas ganz anderes und in meinen Augen etwas ganz Spannendes und Hilfreiches für das spätere Leben. Man hat die Aufgabe bekommen, eine Präsentation über das Thema Marketing am Ende des Tages zu präsentieren. Wir konnten uns die Pausen selbst einteilen und waren so ganz auf uns alleine gestellt. (Pejo, HB95) Tolle Abwechslung, echte Herausforderung, freie Arbeitseinteilung mit selbstbestimmter Pausen rege - lung, der zweite Tag war ganz schön anstrengend, jeder kann sich mit seinen Stärken einbringen, sollten wir öfter machen, unabhängig von den Lehrern, und jede Gruppe konnte am Ende ihr Ergebnis präsentieren werden genannt, wenn unsere Schüler über Tagesfälle sprechen. Im letzten Schuljahr bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Tagesfälle An ge bots ver gleich und Marketing, die sich über ein bis zwei Tage erstrecken und den obligatorischen Fächer unter - richt laut Stundenplan aufheben. Mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Materialien entwickelten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen Lösungen zu fächerübergreifenden Problemstellungen. Auf der Grundlage von bereits erworbenem Wissen werden neue, fächerübergreifende Kenntnisse mit betriebswirtschaftlichen, kaufmännisch-rechnerischen und informationstechnischen Inhalten erarbeitet. Im Rahmen des Zwei-Tages-Falls Marketing entwickelten die Schülerinnen und Schüler basierend auf einer Marktstudie für ein selbst erfundenes alkoholfrei gebrautes Erfrischungsgetränk ein Marketing-Mix inklusive eines Werbeplans und einer Werbeanzeige für eine Zeitschrift. Als besondere Herausforderung empfanden die Schülerinnen und Schüler die Selbstbewertung in der Gruppe. Die Gruppenarbeiten werden nicht nur von den beteiligten Lehrkräften, sondern auch von der VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE 11

12 VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Klassenfahrt London HB Gruppe selbst bewertet. Mit Hilfe eines Be wer tungs - bogens sind die Schülerinnen und Schüler gefordert, für die Teilbereiche Inhalt, Protokoll, Arbeitsprozess, Darstellung und Ergebnisse eine vorgegebene Ge samt - punkt zahl in ihrer Gruppe untereinander aufzuteilen. Entwicklungsgespräche Die zwei Schuljahre in Unter- und Oberstufe sind eine intensive Zeit, in der es viel zu bewältigen gilt. Gleich - zeitig stehen die Jugendlichen vor vielen Fragen im privaten Bereich wie im Hinblick auf den beruflichen Weg. Die Entwicklungsgespräche sind dabei ein gutes Mittel, eine Hilfestellung zu geben. Auf der Basis eines differenzierten Fragenkatalogs über das Leistungs - vermögen, Lern- und Arbeitsverhalten, Be rufs vor - stellun gen etc. wird mit jeder Schülerin und jedem Schüler ein ungefähr 15- bis 30minütiges Erst - gespräch geführt, welches in einer ersten gemeinsamen Zielvereinbarung mündet. Im weiteren Verlauf des Schuljahres werden diese evaluiert und ergänzende Zielvereinbarungen getroffen. Insgesamt sollen in den beiden Schuljahren sieben bis acht Ent wick lungs - gespräche stattfinden. Ein Klassenlehrer berichtete Folgendes: Zu den Entwicklungsgesprächen kann ich nur sagen, das meine Erfahrungen durchweg positiv sind. Probleme von Schülern können früher wahrgenommen werden und der oft hohe Beratungsbedarf von Schülern hinsichtlich Berufs- und Studienwahl privater und schulischer Probleme bekommt einen höheren Stellenwert. Allerdings nehmen sie auch einiges an Zeit in Anspruch. Ich bin daher nicht für eine starke Formalisierung der Entwicklungsgespräche, in dem man noch stundenlang danach lange Formulare ausfüllt wie der Arzt, der statt eines ausführlichen Gesprächs mit dem Pa tien - ten nur noch damit beschäftigt ist, die Daten in den Computer einzugeben. Die Meinung einer Kollegin sieht folgendermaßen aus: Grundsätzlich finde ich es sehr sinnvoll, in regelmäßigen Abständen mit den Schülern ein Gespräch zu führen. Gerade im Schulalltag, der doch immer recht hektisch und stressig ist, wird der persönliche Kontakt schnell vernachlässigt. Im Rahmen der Gespräche hat man als Lehrkraft die Möglichkeit, die Schüler mal von einer anderen privaten Seite kennenzulernen. Während dieser Gespräche erfährt man eher die Probleme und Sorgen sowohl in der Schule als auch im privaten Umfeld der Schüler. In der Regel sind die Schüler über die Möglichkeit, ein Vier-Augen- Gespräch zu führen sehr dankbar. Dennoch finde ich diese Arbeit sehr zeitintensiv und aufwändig. Insbesondere wenn Zielvereinbarungen von den Schülern nicht konsequent eingehalten werden, kann der Sinn und Zweck des Gespräches verloren gehen. Auch als Lehrer steht man in Verantwortungen, die Maß nahmen zu kommunizieren und zu kontrollieren, um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten. Und das sagen unsere Schüler dazu: Ich war echt überrascht und ehrlicherweise war ich ein wenig nervös, so ganz alleine im Gespräch mit meiner Klassen - leh re rin. Sie kannte nicht nur meine Noten in allen Fächern, sondern wusste auch, wie ich mich bei anderen Lehrern im Unterricht verhalte. Scheinbar hat sie sich bei allen anderen Lehrern über mich informiert. Das Gespräch verlief total entspannt und ich konnte alles erzählen und fragen, was ich wollte. Meine Klassenlehrerin interessiert sich für mich und hat mir wertvolle Tipps gegeben, wie ich mich in Zukunft auf die Klassenarbeiten vorbereiten soll. Darüber hinaus soll ich bei meinem Englischlehrer jede Woche einmal die Hausaufgaben abgeben, die er mir korrigiert wieder zurückgibt. Und hinsichtlich meiner mündlichen Mitarbeit wurde ich dazu verpflichtet, in einer Doppelstunde mindestens fünfmal aufzuzeigen. Am Ende haben meine Klassenlehrerin und ich die Vereinbarung unterschrieben. Meine Klassen leh re rin hat sich ganz alleine für mich fast eine halbe Stunde Zeit genommen. Lothar Bisko (Leitungsteam Höhere Handelsschule) 12

13 Unsere Abiturienten 2010 Sicher gab es im Schuljahr 2009/2010 im Bil dungs - gang Wirtschaftsgymnasium viele nennenswerte Ereignisse, doch im Mittelpunkt stand eindeutig das erste Abitur am Berufskolleg Südstadt, das am 19. Juni in feierlichem Rahmen im Kunstsalon an der Brühler Straße gefeiert wurde. Das erste Abitur am BK Südstadt seit vier Jahren fieberten wir diesem Tag entgegen. Mehr als ein Jahr Planungen und Vorbereitungen für unser Wirt schafts - gymna sium, dann die ersten Anmeldungen. Am Anfang gab es noch viele Unsicherheiten: Wie konnten wir den Bildungsgang in so kurzer Zeit bekannt machen? Würden sich genug Schülerinnen und Schüler für das neue Angebot interessieren? Bescheiden wollten wir mit einer Klasse anfangen, doch auch dafür brauchte es ca. 25 Schülerinnen und Schüler. Würde das gelingen? Doch schon im Februar 2007 stand fest: Ja, es würde klappen. Mindestens genauso gespannt wie die neuen Schü le - rinnen und Schüler waren auch wir Kolleginnen und Kollegen, wie die drei Jahre wohl verlaufen würden. Und ich denke, das hat man gespürt. Es war noch nichts Routine, alle nahmen mit viel Engagement und Freude die neuen Herausforderungen und die angeblichen Schrecken des Zentralabiturs an. Und sie wurden belohnt: Die ersten Schülerinnen und Das Wirtschaftsgymnasium Schüler waren sich ihrer Sonderstellung bewusst und zeigten sich von Anfang an als eine freundliche, interessierte und lernwillige Klasse so, wie man sie sich als Lehrer wünscht. Es folgten drei interessante, aber auch anstrengende Jahre, an deren Ende das Abitur mit drei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung stand. Am 19. Juni 2010 fand schließlich im Kunstsalon an der Brühler Straße die von den Schülerinnen und Schülern geplante Abiturfeier im festlichen Rahmen statt. Laura Cazziolati und Emre Kubat führten durch den abwechslungsreichen Abend. Neben Reden, Musikdarbietungen, Beiträgen in englischer, französischer und spanischer Sprache sowie einer Abschlusszeitung gab es viele Überraschungen für die anwesenden Familien, Freunde, Lehrerinnen und Lehrer. Und das Wichtigste: 21 Schülerinnen und Schüler hielten nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Prüfungen endlich die Abiturzeugnisse in den Händen. Unter den insgesamt erfreulichen Er geb - nissen gab es einmal die Traumnote 1,0 und einmal die 1,1. Wir alle gratulieren den ersten Abiturienten am Berufskolleg Südstadt ganz herzlich und sind sicher, dass sie und ihre Familien mit Recht stolz sein können. Das Abitur ist der höchste schulische Bil dungs - VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE 13

14 VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Das erste Abitur am BK Südstadt Abiturfeier 2010 Das Moderatorenteam der Feier abschluss, den sie erreichen konnten, um sich eine gute Ausgangsposition für die Zukunft zu verschaffen. Und dies ist gelungen: Alle sieben Absolventen, die schon eine klare Vorstellung davon hatten, was sie nach dem Abitur machen wollten, haben auch einen entsprechenden Ausbildungsplatz gefunden. Den erträumten Studienplatz für Medizin in Köln und einen der wenigen begehrten Plätze für ein duales Studium haben zwei der Schülerinnen mit den besten Leistungen der Klasse erlangt. Für einige verschiebt sich der Ernst des Lebens um ein Jahr: Sie gehen als Au pair in die USA, mit Work and Travel nach Australien, machen Zivil-, Wehrdienst oder ein freiwilliges soziales Jahr. Und die restlichen sieben wollen studieren; vielleicht werden zwei von ihnen sogar einmal als Lehrerinnen an die Schule zurück - kehren. Wir sind sehr gespannt, was aus allen wird und hoffen, dass sie irgendwann einmal bei uns vorbei kommen und berichten, wie es Ihnen ergangen ist. Viele der ersten Absolventen nutzten das besondere Angebot unseres Bildungsganges, sich parallel zum Abitur nicht nur durch Kurse, sondern auch durch eine Prüfung im Business English zu qualifizieren. Zeitgleich mit dem Abitur haben sieben Schülerinnen und Schüler die anspruchsvolle IHK-Prüfung als Fremdsprachenkorrespondent/in Englisch abgelegt, sechs weitere nutzten das Angebot, sich mit dem TOEIC (Test of English for International Com mu - ni ca tion) ihre Kompetenz in Wirtschaftsenglisch mit einer weltweit standardisierten Prüfung zertifizieren zu lassen. Auch ihnen einen herzlichen Glück - wunsch. Damit die jetzigen 11. und 12. Klassen ähnlich erfolgreich in ihr Berufsleben oder Studium starten können, haben wir im Schuljahr 2009/2010 die Konzepte zur individuellen Förderung und zur Berufs- und Studienorientierung weiter ausgebaut. Etabliert sind nun eine Zusatzstunde in Deutsch und Mathematik in der 11. Klasse, die zur Erleichterung des Übergang in die Sekundarstufe II genutzt werden können, ebenso wie die Hausaufgabenbetreuung, die neu gestaltete Bücherei oder das jeden Nach - mittag geöffnete Selbstlernzentrum. Zusatzangebote gibt es auch zur Förderung individueller Interessen: DELF-AG, Literatur-AG, das Projekt Studieren probieren mit der Fachhochschule Köln. Geplant sind für das kommende Schuljahr eine AG zur Spanisch- Zertifizierung (DELE) und eine Chinesisch-AG. Seit dem Schuljahr 2009/2010 erproben wir außerdem ein Tutorenkonzept, bei dem jede Schülerin und jeder Schüler einen persönlichen Ansprechpartner hat, mit dem er einmal im Quartal ein sogenanntes Entwicklungsgespräch führt, in dem die individuellen Ziele und Maßnahmen für die nächsten 2-3 Monate festgelegt werden. Neues gab es auch beim Konzept der Berufs- und Studienorientierung. Vom Schuljahr 2009/2010 an nehmen die Schülerinnen der 12. Klassen am Berufsorientierungprojekt der Höheren Handels - schule teil und können sich so mehr als ein Jahr vor 14

15 ihrem Abitur über Ausbildungsangebote informieren und an Bewerbertrainings teilnehmen. Über die Lernpartnerschaft mit der Continentale Versicherung gibt es einen Einblick in die Arbeitsweise einer privaten Versicherung. Diejenigen, die es mehr zu einem Studium hinzieht, konnten sich bei einem Besuch der Fachhochschule Köln über Angebote und An forde - rungen informieren und bei Interesse einzelne Veranstaltungen belegen. Für 16 ausgewählte Bewerber der 12. Klassen fand im November 2009 ein besonderer Abend statt. Ein bildungsgangübergreifendes Projekt Be wer bungs - training fand in Zusammenarbeit mit unserer Fachschule für Finanzdienstleistungen statt (s. gesonderter Bericht). Ein zentraler Baustein der Berufsvorbereitung ist das am Ende der 12. Klasse stehenden Be triebs prak ti - kum, das unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, die Arbeit in konkreten Unter neh - men oder Branchen kennenzulernen und ihnen zeigt, was ihre schulische Bildung am Wirt schafts - gymna sium in der Praxis tatsächlich wert ist. Häufig mündet dieses Praktikum direkt in ein Angebot für einen Ausbildungsplatz. Diesmal absolvierten 46 Schülerinnen und Schüler vom 28. Juni bis 16. Juli 2010 (manche eine Woche länger) ihr Praktikum bei Unternehmen wie Eon, Thyssen Krupp, Procter & Gamble, den Fordwerken, der Bayer AG, Ver siche - rungen wie der Barmer GEK, der DKV, der GVV Kommunalversicherung, Banken und Sparkassen, Finanzdienstleistern, Hotels, dem WDR und vielen anderen. Einen Praktikumsplatz stellte die KHK GmbH in Rodenkirchen zur Verfügung, die unseren Schülerinnen und Schülern bereits zweimal im Rahmen des Projekts Wirtschaftsexperten in Schulen Einblicke in das Unternehmen und die Grundzüge der sozialen Marktwirtschaft geboten hatte. 13 dieser Schülerinnen und Schüler nutzten das Praktikum als Gelegenheit, ihre betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten, ihre Sprachkenntnisse und ihre individuellen Kompetenzen in einem internationalen Umfeld zu erproben (s. gesonderter Bericht zum Auslandspraktikum). Sabine Faust-Paech (Bildungsgangleiterin) VOLLZEITBILDUNGSGÄNGE Die Azubi-Seite der Continentale: Mit rund 3000 Innendienst-MitarbeiterInnen an zwölf Standorten und rund 8000 Partnern im Außendienst gehört Die Continentale zu den großen deutschen Versicherern. Versicherungen sind langweilig? Nicht bei uns... Die Ausbildung bei der Continentale ist abwechslungsreich und interessant. Wir setzen auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Probieren Sie es aus und bewerben Sie sich. Wir bilden in folgenden Bereichen aus: Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen Ausbildungsintegriertes Studium an der FH Köln, Versicherungswesen zum Bachelor of Arts und Kauffrau für Versicherungen und Finanzen Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung: Die Continentale, Frau Carola Putzien, Personal Köln Piusstraße 137, Köln, Telefon: oder: Alle Informationen rund um das Thema Ausbildung finden Sie unter 15

16 BERUFSSCHULE Arbeitsförderung/Sozialversicherung/Personaldienstleistung Die Kooperationstagung im AOK-Bildungszentrum Grevenbroich am 18. und 19. Februar 2010 stellte sicherlich einen der Höhepunkte des Bil dungs - ganges Sozialversicherung im vergangenen Schul - jahr dar. 14 Berufskollegs aus Nordrhein-Westfalen (darunter das Berufskolleg Südstadt) und die AOK Rheinland / Hamburg hatten sich zusammengetan, um diese Tagung gemeinsam zu organisieren und durchzuführen. Ziel dieser Veranstaltungen, die im zweijährigen Rhythmus ausgerichtet werden, ist es, Lehrerinnen und Lehrer aus dem Bereich der Sozialversicherung und die Ausbilder der verschiedenen Aus bil dungs - betriebe (Krankenkassen, Deutsche Renten ver siche - rung Rheinland) unter einem Thema zusammen zu bringen, das für beide Partner der dualen Berufs aus - bildung von Interesse ist. Zwei aktuelle Themen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung, nämlich die individuelle Förderung und die Gesundheit. Zu beiden Schwer - punkt themen konnten namhafte Referenten gewonnen werden. Am ersten Tag referierten Prof. Dr. Kersten Reich von der Universität Köln über neue Methoden des Lehrens und Lernens sowie Prof. Dr. Rainer Dollase von der Universität Bielefeld über die Frage guten Unterrichts. Der zweite Tag wurde mit einem Referat zum Thema Schülergesundheit von Dipl.-Psych. Tobias Rahm von der Universität Lüne - burg eröffnet. Diese überaus anregenden Vorträge gaben den Zuhörern einen Einblick in den Stand der Diskussion und führten aufgrund ihrer unterschiedlichen, zum Teil gegensätzlichen Thesen, zu anregenden Diskussionen unter den Teilnehmern. Im Schuljahr 2009/2010 ist es dem Bildungsgang Sozialversicherung gelungen, das Angebot an Zusatzqualifikationen für die Berufsschüler zu erweitern. Seitdem können wir für unsere Aus zu - bilden den das Modulstudium Ver siche rungs be - triebs lehre als Zertifikats- und Anerkennungskurs für die Fachschule für Finanzdienstleistung anbieten. Während der Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler einmal wöchentlich (jeweils vier Stunden) an diesem Modulstudium teilnehmen. Das Modulstudium dient als Vorbereitung und An er - kennung für den Besuch unserer Fachschule für Fi - nanz dienstleistung und wird auch als Zusatz qua - lifikation zertifiziert. Wir freuen uns über das rege Interesse unserer Schülerinnen und Schüler und gratulieren den ersten 17 Absolventen zu der erfolgreichen Teilnahme. Hoffentlich dürfen wir sie bald wieder als Stu die rende in unserer Fachschule begrüßen! Erfreulicherweise konnten im letzten Schuljahr auch wieder verschiedene Projekte und Studienfahrten mit den Auszubildenden durchgeführt werden. So konnten wir im Rahmen des Oberstufenmoduls Ge sund - heit und Sicherheit am Arbeitsplatz erneut eine Studienfahrt zur Deutschen Arbeits schutz aus stellung (DASA) nach Dortmund anbieten. Eine Be triebs be - Modulstudium Versicherungsbetreibslehre 16

17 Im Rahmen unseres Konzeptes Ausbilder kommen in die Schule hielten auch in diesem Jahr wieder zwei Ausbilder aus der Per sonal dienst leistung Vorträge vor den SchülerInnen. Klaus Pohlmann, Inhaber und Geschäftsführer von adevis, zeigte am 23. April 2010 den beiden Klassen der Mittelstufe zum Thema Marketing bei adevis das breite Spektrum an Maßnahmen, mit denen der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens bei potentiellen Kunden und Mitarbeitern gesteigert werden kann. Neben der Vielfalt an Werbemitteln wurde den SchülerInnen deutlich, dass all diese Maßnahmen nicht allein stehen können. Neben der Nachbearbeitung wird ein Betrieb immer am Service und an der Leistung der MitarbeiterInnen gemessen. Am 11. Mai besuchte uns Frau Julia Krieger, verantwortlich für das interne Recruitment der Firma Kienbaum. Frau Krieger informierte uns über die Personalsuche von Führungskräften. Dabei wurden den Schülern die unterschiedlichen Methoden der Direktansprache bzw. der anzeigengestützten Suche praxisbezogen erläutert. Die Besonderheiten eines Executive Search Projektes nahmen die Schüler mit großem Interesse auf, sodass im Anschluss an den Vortrag eine ausführliche Fragerunde folgte. sichti gung bei Ford vermittelte den Schü le rinnen und Schülern überaus interessante Ein blicke in einen industriellen Produktionsprozess. Auch das bildungsgangübergreifende Projekt zum Thema Gesundheit mit der Höheren Handels schule erwies sich als großer Erfolg. Hier konnten unserer Auszubildenden der Sozialversicherung ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Bereicht Ge sund heit in Vorträgen in allen Klassen der Höhe ren Handelsschule erfolgreich und interessant einbringen. Im Bereich der Arbeitsförderung kündigten sich im vergangenen Schuljahr große Veränderungen an. Der Ausbildungsberuf der/des Fachangestellten für Arbeitsförderung wird reformiert und der zugrunde liegende Rahmenlehrplan einer Überarbeitung un - ter zogen. Nordrhein-Westfalen fällt in diesem Zu - sammen hang als federführendes Bundesland eine Schlüsselrolle zu. Dem Berufskolleg Südstadt wurde in diesem Zusammenhang die Ehre zuteil, eine Kollegin (Frau Bub) in die Lehrplankommission entsenden zu dürfen. Der Bildungsgang freut sich über die damit verbundenen Möglichkeiten, auf die Neu - ge stal tung des Rahmenlehrplans im positiven Sinne Einfluss nehmen zu können. Einen weiteren Höhepunkt des vergangenen Jahres bildete die Regionalkonferenz der Arbeitsförderung am 5. und 6. Mai in Soest. Hier trafen sich Kolle gin - nen und Kollegen aus ganz Nordrhein-Westfalen, die im Bereich der Arbeitsförderung unterrichten, zu einem zweitägigen Arbeitstreffen im Landesinstitut. Im Mittelpunkt standen die Erarbeitung eines gemeinsamen Positionspapiers zum neuen Rahmen - lehr plan sowie die didaktische Arbeit. Azubis der Personaldienstleistung in London Die ersten vier Schülerinnen aus der Per sonal dienst - leistung haben im Frühjahr 2010 ein dreiwöchiges Praktikum in England absolviert. Mit einem Stipen - dien programm der IHK besuchten Sie eine Woche lang einen Sprachkurs und sammelten dann unterschiedliche Erfahrungen in der britischen Arbeits - welt. Dabei hatten alle vier mannigfache Ge le gen - heiten, ihre eigene Tatkraft und Durch setzungs fähig - keiten unter Beweis zu stellen. (s. Einzel be richte unter der Rubik Internationale Kontakte ) Die Stipendien der IHK zeigen, dass die Wirtschaft daran interessiert ist, in den kommenden Jahren ihre Auszubildenden aus dem dualen Bereich in den Vorzug eines Auslandaufenthaltes während der Ausbildung kommen zu lassen. Dabei variiert die Dauer der Aufenthalte zwischen 3 und 12 Wochen. Die Auszubildenden kehren mit neuen Eindrücken zurück, die Betriebe verstärken dadurch ihre Ko ope - ratio nen mit bereits vorhandenen Partnern oder bilden neue Netzwerke. Wir LehrerInnen der Europa - schule BK Südstadt unterstützen unsere Aus zu - bilden den gerne mit unserem Know-how und freuen uns auf viele weitere AuslandspraktikantInnen. Andra Mühlenkamp/Ulrich Grafe/Dr. Barbara Wolf 4 Personaler in England: Nina Sartor (Manpower), Sarah Forsbach (ips Liesche), Katharina Peetz (adevis), Eva Streit (Randstad) BERUFSSCHULE 17

18 BERUFSSCHULE Einzelhandel Unsere erste Abschlussfeier im Einzelhandel für unsere Absolvent/innen der Berufe Einzelhandelskaufmann/-frau und Verkäufer/in im Juli 2010 Wir lassen Bilder sprechen... Diese schöne Feier steht als krönender Abschluss gleichbedeutend für ein ereignisreiches und innovatives Schuljahr 2009/2010. Was ist nun intensiviert, was innoviert bzw. auf den Weg gebracht worden? Vor drei Jahren hatten wir als einer der ersten Bildungsgänge des BKS eine Selbstevaluation mit Hilfe eines von der Bertelsmann Stiftung erstellten Instruments, SEIS (Selbstevaluation in Schule), durchgeführt. Damals wurden Schüler/innen, Lehrer/innen und Ausbildungsbetriebe zu verschiedenen Themenschwerpunkten in Schule befragt. Aus den Ergebnissen haben wir Konsequenzen für die zukünftige Arbeit im Bildungsgang, insbesondere natürlich im Unterricht und mit unseren Schüler/ innen gezogen. Wichtige Aspekte sind Transparenz, wertschätzender Umgang miteinander und individuelle Förderung unser Schüler/innen. Schon in den letzten beiden Jahren haben wir viel in dieser Hinsicht auf den Weg gebracht, was in diesem Schuljahr noch weiter entwickelt werden konnte. Wir haben ein sog. Prüfungsmodul ausgearbeitet, in dem der Klassenverband aufgelöst wird und die Schüler/innen der Abschlussklassen die Möglichkeit haben, sich nach ihren Wahlqualifikationen intensiv auf die mündlichen Abschlussprüfungen vor der IHK vorzubereiten. Hier wurden wir in unserem Bemühen um eine optimale Prüfungsvorbereitung wie auch schon im vergangenen Jahr bestätigt, was die guten Abschlussleistungen unser Absolvent/ innen in diesem Jahr zeigen vor der IHK wurden allein 25 beste Schüler/innen mit der Note sehr gut ausgezeichnet! Für mehr Transparenz haben wir eine Handakte mit wichtigen Informationen für unsere Kolleg/innen im Bildungsgang als auch für die Schüler/innen entwikkelt, um eine reibungslose schulische Berufs aus - bildung zu sichern. Seit Juli 2010 gibt es nunmehr in regelmäßigen Abständen einen sog. Einzelhandel- Newsletter, der die Aus bildungs be triebe über Neue - rungen und wichtige Informationen im Bil dungs gang Einzelhandel auf dem Laufenden hält. Um die Unterrichtsarbeit zu optimieren und der individuellen Förderung unser Schüler/innen gerecht zu werden, haben wir die didaktische Jahresplanung als Grundlage für die Ausarbeitung binnendifferenzierter Lernsituationen aktualisiert und sind derzeit dabei, sukzessive Lernsituationen, die die Indi vi dua - li sie rung von Lernprozessen einbeziehen und mit kooperativen Lernmethoden einhergehen, zu erarbeiten. Dies wird auch für das kommende Schuljahr ein Schwerpunkt der Bildungsgangarbeit sein. In diesem Zusammenhang sei auch auf die in diesem Schuljahr sehr gute Kooperation mit dem Institut Lernen bohlscheid verwiesen, das im Namen der Bundesagentur für Arbeit Jugendlichen, die während der Ausbildung auf Lernschwierigkeiten stoßen, kostenlos ausbildungsbegleitende Hilfen anbietet (nähere Informationen hierzu auf unserer Home - page). Individuelle Förderung bedeutet auch, Stärken zu fördern. Daher arbeiten wir permanent unser Angebot an Zusatzqualifikationen/-bausteinen wei- 18

19 KMK 2010 London BERUFSSCHULE von links: M. Steinbeck, ehem. Praktikumsleiterin Liverpool, T. Kraemer, IB, G. Helling, IHK Liverpool, Frau S. v. Kirchbach, Dipl. Sozialpäd. IB, D. Neander, EU-Koordinatorin Projekt T391 ter aus. Hierzu haben wir beispielsweise im Schuljahr 2009/10 zwei Flyer zum einen für das Fremdsprachenzertifikat KMK zum anderen für die Zusatzqualifikation Handelsassistent/in zbb mit der Zielsetzung einer besseren Transparenz über die Inhalte entwickelt. In beiden Bereichen haben wir ebenfalls gute Ergebnisse zu verzeichnen. Ziel für das kommende Schuljahr wird es sein, ein sog. Schülerportfolio mit Modulbausteinen zur Profilstärkung in den Bereichen Textilzertifizierung, Fotoseminare, Datenverarbeitung (EuCoCo, ECDL und E-Commerce) u.a. zu entwickeln. Was wurde noch bewegt? London calling...- Mobilität in Europa zehn Ein zel - handels schüler/innen waren im Frühjahr 2010 für drei Wochen in verschiedenen Textil- und Foto- Einzelhandelsunternehmen in London. Finanziert wurde das Projekt durch EU-Mittel im Rahmen des sog. Leonardo-da-Vinci Projektes. Unser Ziel ist es, für besonders motivierte Schüler/innen, diese Möglichkeit im Bildungsgang zu implementieren. Initiiert durch unsere langjährigen Kontakte IHK Liverpool und Internationalen Bund (IB) - und unterstützt durch die Mobilitätsberatung der IHK hatten wir im März 2010 Besuch von Vertretern der IHKs Liverpool, Gewerkschaften sowie Bil dungs ein rich - tun gen und Stadtverwaltung. Schüler/innen des Einzelhandels wurden im Unterricht besucht und über ihre Erfahrungen mit dem dualen System auf Englisch befragt. (Näheres hierzu unter Int. Kontakte) Verschiedene Unterrichtsprojekte zu dem Themen - bereich Warenpräsentation in Form eines Stationen - lernens zur Unterstützung individuellen Lernens wurden durchgeführt und für unsere Homepage dokumentiert. Unser Bildungsgangraum wurde komplett neu gestaltet und bietet für Gespräche mit Ausbilder/ innen aber auch Schüler/innen Raum in angenehmer Atmosphäre. Wir konnten in diesem Schuljahr viele Neuerungen und interessante Projekte auf den Weg bringen. Es liegt auf der Hand, dass unsere Schwerpunkte für das kommende Schuljahr im Bereich der individuellen Förderung und des europäischen Gedankens liegen werden! Dorit Neander (Bildungsgangleiterin) 19

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