Editorial... Hallo liebe Leserinnen und Leser, ... dieser neuen Ausgabe der Rosigen Zeiten.

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2 Hallo liebe Leserinnen und Leser, Editorial dieser neuen Ausgabe der Rosigen Zeiten. Der Mai soll ja angeblich ein Wonnemonat sein dies hat er - zumindestens bis ich diese Zeilen hier fabriziert habe - nicht unter Beweis gestellt! Über Himmelfahrt war ich in Berlin bei deutlich herbstlichen Temperaturen die Frühlingsgefühle kamen da nur dank exquisiter Partys auf, zu denen meine Begleiter und mich ein lieber Freund aus Oldenburg, der zur Zeit in Berlin zu Ende studiert, ge- oder besser: verführt hat! Wer also mal prüfen will, was die da so in der Hauptstadt treiben: Nix wie hin, ich gebe gerne Tipps weiter, fern ab des Mainstreams. Nun aber endlich zu den Dingen, die hier vor Ort von Interesse sind, und zwar im Juni, Juli und August. Wie, August, da gibt s doch wieder eine neue Rosige Zeiten? Nein, dieses Jahr nicht, die fällt aus, weil wir unseren Erscheinungsrhythmus umstellen! Ab September 2010 werdet Ihr Eure neuen Rosigen Zeiten wieder erhalten und zwar dann immer im Rhythmus ungerader Monat/gerader Monat. Diese Umstellung hat seinen Grund in zeitlich technischen Abläufen bei unserer Hausdruckerei GEGENDRUCK, der wir uns vor allem durch unsere (Chef-) Redakteurin Maja besonders verpflichtet fühlen! Und da es im Sommer ja eh immer nicht sooo viel zu vermelden gibt, dachten wir uns: So klappt s hoffentlich - am besten. Was leider nicht so klappt, ist die personelle Stärke unserer Kernredaktion: Wären unsere sogenannten festen freien RedakteurInnen nicht, sähe es oftmals mau aus mit Artikeln etc. Unser Redakteur Achim wird in näherer Zeit (nur) noch die Anzeigenrechnungen bearbeiten und unsere Redakteurin Dani will im Herbst ganz aussteigen sie hat einfach zuviel beruflich um die Ohren. Und der Rest des Teams ist oft auch nicht immer vollzählig Beruf, ja, auch mal Urlaub oder eher weniger schön: Krankheit hemmen das Produzieren einer Ausgabe. Alle beteuern aber, dass es Ihnen weiter Spaß bringt, immer wieder auf s neue die Gemeinde mit ja, mit was eigentlich, zu versorgen. In dieser Ausgabe zum Beispiel mit dem neusten zum CSD 2010 in Oldenburg wehe, das Wetter spinnt wieder Buchkritiken, News, Politischem und dem gewohnten Serviceteil und dem Rätsel natürlich. Lösungswort des letzten war SCHERZKEKSE. Solche könnte man uns auch nennen, wenn wir in einer Ausgabe Artikel für die nächste ankündigen, sie aber nicht bringen. Wer weiß, von was ich spreche? Bitte gleich zur nächsten Redaktionssitzung kommen und uns sagen, denn das zeugt von journalistischem Gespür! Also: Wir suchen Dich mit Interesse, regelmäßig mitzuarbeiten in einem kleinen Team von Presse-machen-Fans. Einarbeitung ist selbstverständlich! Meldung auf allen Wegen siehe Impressum. Bis dahin habt einen tollen CSD Juni und Sommer, Euer christian RoZ. Juni Juli

3 Herausgeberin: NA UND presse e.v. für Lesben und Schwule in Oldenburg ISSN: Redaktionsanschrift: Rosige Zeiten, Ziegelhofstraße 83, Oldenburg, Fax / Homepage: Redaktionssitzung: jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat um 19 Uhr im NA UND Lesben- & Schwulenzentrum, Ziegelhofstraße 83, Oldenburg Bankverbindung: Kto , Raiffeisenbank Oldenburg, BLZ Erscheinungsweise: zweimonatlich zum letzten Samstag (zur Rosa Disco) Nächste Ausgabe: 27. August 2010 (RoZ Nr. 129 September Oktober 2010) Redaktionsschluß: Dienstag, der 10. August 2010 um Uhr Redaktion: achim (Finanzen), christian, conny (Fotos, Verteilung), daniela (News, Rätselpreisversand), ingmar (Kalender), maja (Anzeigen, Satz, Rosige Seiten), manuela (Kleinanzeigen), matthias (News) Titelbild: jutta Layout: christian, daniela, ingmar, maja, manuela, matthias Feste Freie: annie (LuST), christoph (Rosige Kinoseiten), eva (Rätselkaiserin), heinzi (Politartikel), maria (Buchkritiken), ralf (Politartikel), susanne (Abos/Versand) Redaktionelle Mitarbeit Nr. 128: salih, torsten Druck: Gegendruck, Bremer Straße 68a, Oldenburg, Abonnement: 18 für 6 Ausgaben Editorial 1 Impressum 2 Magazin CSD NordWest in Oldenburg 4 Der Na Und e.v. feiert 25jähriges 7 Die Männerfabrik macht weiter 13 Parlamentsnotizen III 14 Rückblick FrauenLesbenTransDemo Oldenburg 19 Homophobe & rassistische Diskriminierungen 25 Queerfeministische Ökonomiekritik? 36 News Rosa Prosa Fucking Germany 10 Diejenige welche 21 Lange Nächte Tag 33 Rätselkaiserin 28 Cinema Die Rosigen Kinoseiten 38 Die Rosigen DVD-Seiten 41 Kleinanzeigen 43 Kalender 45 Rosige Seiten 52 Die tanzt aus der Reihe Wir ändern den rozlichen Erscheinungsrhythmus. Von: Dezember Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Auf: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Deswegen pausieren wir im August Premieren-RoZ im neuen Rhythmus ist die Nr Die(se) September-/Oktober-Ausgabe der Rosigen Zeiten erscheint am Samstag, den 28. August Redaktionsschluss ist am Dienstag, den 10. August um 18:00 Uhr. 2

4 CSD Nordwest in Oldenburg Am 19. Juni startet der gefühlte Höhepunkt des homosexuellen Jahres Weltweit erinnern sich jedes Jahr Lesben, Schwule und Transgender an das Jahr 1969, als sich in New York die Gay Community zum ersten mal öffentlich gegen willkürliche Diskriminierung durch die Polizei zu Wehr setzten. In Oldenburg findet der Christopher Street Day zum 16. Mal statt: Demonstration, Gedenk- und Feiertag zugleich. Der CSD NordWest wird sich auch in diesem Jahr gewohnt politisch zeigen. Es werden zahlreiche Fußgruppen erwartet, ein Meer an Schildern, Regenbogenfahnen und wie immer phantasievoll geschmückte Wagen mit politischen Forderungen. Die Anliegen, auf die wir uns in diesem Jahr konzentrieren sind: Ergänzung des Artikel 3, Absatz 3 im Grundgesetz durch das Merkmal»sexuelle Identität«Gemeinsames Adoptionsrecht für LebenspartnerInnen Entschädigung der Geschädigten durch 175 StGB - BRD ( 151 StGB - DDR). Politischen und gesellschaftliche Veränderungen müssen immer wieder hartnäckig und selbstbewusst eingefordert werden. Die Demonstranten haben im letzten Jahr bewiesen, dass sie Durchhaltevermögen haben und gezeigt, dass ein bisschen Regen kein Grund ist, sich zu verstecken. Es ist längst noch nicht alles erreicht. Die letzten Schritte zu vollkommener Gleichstellung und Akzeptanz fehlen und diese Pseudotoleranz der Gesellschaft kann nur abgebaut werden, wenn wir uns als Betroffene auch zeigen. Falls ihr als Gruppe noch einen Wagen anmelden wollt, dann schickt eine Mail an de. Denkt daran, dieses Jahr erheben wir keine Startgebühr. Jeder der an dieser Demonstration Spenden Konto LuST e.v. Kto BLZ teilnehmen möchte, soll auch die Möglichkeit dazu haben. Durch die Farbenpracht des Demonstrationszuges kann bei manchem Beobachter der Eindruck eines Karnevalumzugs entstehen. Natürlich haben die Teilnehmer der Demonstration Spaß und vermitteln ihre Anliegen laut, bunt und extravagant. Es soll auch gefeiert werden, was Menschen wir erreicht haben, doch dieser Spaß ist an politische und ernst zu nehmende Inhalte gebunden. Glücklicherweise müssen wir uns heutzutage in Deutschland keine Straßenschlachten mehr liefern und können - stolz auf das was und wer wir sind - für unsere Rechte einstehen. Der CSD als Demonstration wird auch in den nächsten Jahren wichtig bleiben, um Solidarität in Gegenwart und Zukunft zu sichern. Die Aufstellung der Wagen und Fußgruppen ist am Samstag, den 19. Juni um 12 Uhr an der Ecke Bahnhofstraße / Rosenstraße. Und nachdem der Demonstrationszug ab 13 Uhr wie jedes Jahr durch die Oldenburger Innenstadt zieht, wird die Abschlusskundgebung und das Kulturfest ab 15 Uhr auf dem Parkplatz des Prinzenpalais stattfinden. Neben Reden des LuST e.v. und des Oberbürgermeisters Prof. Dr. Gerd Schwandner, wird auch Claudia Roth auf der Abschlusskundgebung auf der Bühne sprechen. Für das diesjährige Kulturfest sind Künstler, wie z. B. Zuperfly (Hamburg) gebucht. Leider kann nicht wie angekündigt AJ Shanti (NY) auftreten, da sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Europa-Tournee absagen musste. Der LuST e.v. bemüht sich natürlich um einen mehr als äquivalenten Ersatz. Die anschließende Night of the Pride wird in diesem Jahr wieder um 21 Uhr in der um- und ausgebauten Kulturetage steigen. Hier erwartet die Tanzwütigen ein All-in-One-Dancefloor, die Disco-Queens eine Karaoke-Ecke, die WM- Begeisterten ein Kickertisch und die Durstigen eine Cocktail-Lounge. Doch die Veranstaltungen rund um den CSD von vielen Gruppen und Vereinen findet ihr im aktuellen CSD Leporello. Besonders möchte ich nochmal zum Abend des ins Kulturzentrum PFL einladen. Dieser Abend steht bei uns unter dem Thema Homophobie trotz(t) Gesetzen. Um 19 Uhr wird dazu eine Talkrunde - moderiert von Uwe Schwarz - mit Vertretern aus Politik, Sport, Kirche und Szene stattfinden. Am wird es um 15 Uhr einen Rathausempfang geben, bei dem alle Gruppen und Vereine, die sich ehrenamtlich im Nordwesten für Les- BiSchwule Belange engagieren, geehrt werden. Die Einladung an die Gruppen ist bereits erfolgt und die Anmeldungen ihrer Vertreter ebenfalls. Im Anschluss findet die traditionelle Regenbogen-Beflaggung des Rathauses statt. Ganz besonders freuen wir uns auf die wiederbelebte Nacht der kleinen Künste. Der wird uns um Uhr beste Kleinkunst bieten. Wie z. B. Jan, der Zauberer, das Ensemble des theater k und die Highlight Musical Company mit einer Rocky Horror Revue. Tickets für die Nacht der kleinen Künste und für die Night of the Pride gibt es im VVK auf und bei Horizont Reisen. Bei der Besprechung der Route am Runden Tisch mit Vertretern des LuST e.v., der Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt wurde uns gesagt, dass der CSD eine Veranstaltung ist, die die Stadt gerne unterstützt. Darauf sind wir sehr stolz! Wir sehen uns am 19. Juni! Ich freu mich auf Euch, denn ihr seid der CSD! Biographische Notizen: Annie, 26 Jahre, lebt mit ihrer Frau in Oldenburg, ist freie Künstlerin, seit 2008 für den LuST e.v. aktiv - hauptsächlich für den Bereich der kulturellen Veranstaltungen - und ab jetzt im Vorstand UND die neue Pressetante. annie LuST e.v. Infos und Kontakt: Magazin Schwarzer Bär Fr 4. Juni 21-5 Uhr Rainbow-Party Sa 5. Juni 21-5 Uhr Rainbow-Party Sa 19. Juni 21 -?? Uhr CSD-Party Die definitiv längste CSD-Party der Szene Sa 19. Juni ab Uhr Ausschank auf dem CSD Platz beim Prinzenpalais, Ecke Damm /Huntestr. Sa 17. Juli 21-5 Uhr 70er/80er Party Das Bären-Team wünscht viel Spaß beim CSD NordWest 2010 Di - Do ab 21 Uhr Fr + Sa 21-5 Uhr Disco Donnerschweer Str Oldenburg Tel beginnen bereits einen Monat vorher: Konzerte, 4 Parties, Vorträge und viele Veranstaltungen mehr Juni Juli

5 Oldenburgische AIDS-Hilfe e.v. Bahnhofstraße Oldenburg Tel Fax: Spendenkonten: Landessparkasse zu Oldenburg BLZ Konto: Oldenburgische Landesbank (BLZ ) Konto: Beratung: nach tel. Vereinbarung Bürozeiten: Mo - Fr 9-12 Uhr Mo Uhr Mittwoch geschlossen Ja, ich unterstütze die Oldenburgische AIDS-Hilfe e. V. Name: Straße: PLZ / Ort: Telefon: Fax: Ich möchte aktiv mitarbeiten und bitte um Kontaktaufnahme Ich möchte ordentliches Mitglied werden, und bezahle den regulären Mitgliedsbeitrag von z. Z. jährlich 50,- ermäßigten Beitrag (Studenten, Rentner, Arbeitslose u. a.) von z. Z. jährlich 25,- freiwilligen Beitrag von jährlich Ich möchte Fördermitglied werden und die Oldenburgische AIDS-Hilfe e. V. finanziell unterstützen und bezahle einen freiwilligen Beitrag von monatlich jährlich Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar. Am Jahresende erhalte ich automatisch eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt. Um Verwaltungsaufwand und Kosten möglichst gering zu halten erteile ich die unten stehende Einzugsermächtigung. Mit der Speicherung meiner hier angegebenen Daten in der Vereinsdatei und der Buchhaltungs-EDV bin ich einverstanden (eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht!). Ort, Datum Einzugsermächtigung Unterschrift Hiermit ermächtige ich die Oldenburgische AIDS-Hilfe e. V. meinen Mitgliedsbeitrag in der oben genannten Höhe bei Fälligkeit zu Lasten meines Kontos durch Lastschrift einzuziehen. Bank: Konto-Nr: BLZ: Wenn mein Konto die erforderliche Deckung nicht aufweist, besteht seitens meiner Bank keine Verpflichtung zur Einlösung. Diese Einzugsermächtigung kann ich jederzeit widerrufen. Im Briefumschlag einsenden oder per Fax an Danke! Ort, Datum Unterschrift Magazin Der Na Und e.v. feiert 25jähriges Bestehen Oldenburger Lesben- und Schwulenzentrum einzigartig in Deutschland Mit Oldenburgische vollständigem Namen AIDS-Hilfe heißt der Verein e.v. Na Und Lesben und Schwule in Oldenburg e.v., dessen Bahnhofstraße Gründung am Oldenburg besiegelt wurde. Geschäftsstelle: Mit seinen Jahren hat kein anderes Zentrum für lesbisch-schwule Zusammenarbeit in Fax: Deutschland eine 0441 so - lange Tradition wie das Oldenburger und in keiner weiteren deutschen Stadt home: vergleichbarer Größe gibt es ein solches Zentrum überhaupt noch. Viele Zentren mussten in den letzten Jahren mangels finanzieller Mittel aber auch wegen personeller Engpässe schließen. Kein Beratung: anderes (nach bundesdeutsches telefonischer Vereinbarung) Lesben- und/oder Schwulenzentrum ist finanziell so unabhängig, wie das ausschließlich ehrenamtlich und selbstorganisiert betriebene Oldenburger Zentrum. Hierin Bürozeiten: liegt eine der größten Stärken des Vereins und das seit nunmehr 25 Jahren. Mo - Fr 9-12 Uhr Mo Uhr Am 15. Mai, also zwei Tage vor dem eigentlichen Geburtstag, Mittwoch geschlossen wurde bereits das Jubiläum schon etwas gefeiert anlässlich des jährlichen Zentrumsfestes. Zu den geladenen GästInnen zählten u.a. Hans Hengelein, Schwulenreferent vom niedersächsischen Spendenkonten: Sozialministerium. Er dankte dem Verein für das bisher geleistete Engagement in Oldenburg und ließ in seiner Rede die letzten 25 Konto: Jahre 018 schwulen Lebens in Deutschland aus seiner Oldenburgische Sicht Revue Landesbank passieren. Thomas (BLZ 280 Wilde 200 übermittelte 50) Konto: 144 die 907 Grußworte 0000 der Stiftung Akademie Waldschlösschen, für die das Oldenburger Zentrum ein wichtiger Partner für die Durchführung von Bildungsangeboten ist. Für sie ist der Na Und Landessparkasse zu Oldenburg (BLZ ) Oldenburgische AIDS-Hilfe e.v. ist ein gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein. Mitglied der Deutschen AIDS-Hilfe e.v. der Niedersächsischen AIDS-Hilfe Landesverband e.v. und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes V.l.n.r. Sebastian Beer (Ratsmitglied, Grüne); Thomas Wilde (Schwules Forum Niedersachsen), Hans Hengelein (Schwulenrefenrent nieders. Sozialministerium) Elke Twesten (MdL, Grüne), Martin (Na Und e.v.) Verein, bezogen auf das Bestehen, zwischenzeitlich erwachsen geworden und würdigten u.a. die Gründung der Michael-Sartorius-Stiftung im Jahre Thomas Wilde kam aber auch als Vertreter für das Schwule Forum Niedersachsen nach Oldenburg und hob in seinem Grußwort das Wohlfühlangebot für Lesben und Schwule hervor, dass der Na Und mit Rosa Disco, Hempels und Co. bereithält. Als langjähriges Na Und Mitglied hat Hermann Neemann die gute Zusammenarbeit von Lesben und Schwule gelobt. Dies sei woanders durchaus nicht üblich aber funktioniert in Oldenburg, sicher nicht immer ganz einfach, aber bereits seit Beginn. Vielleicht auch ein Grund, warum der Verein nun 25 Jahre bewegte Geschichte vorweisen kann. Am Montag darauf, dem eigentlichen Jubeltage, wurde im Hempels dann noch einmal gefeiert. 25 Jahre und kein bisschen leise. Na Und?! ingmar RoZ. Infos + Kontakt: Na Und e.v., Ziegelhofstraße 83, Oldenburg, Tel. 0441/ , Juni Juli

6 Homosexuelle Briefmarke (pm) Wien. Die diesjährige 15. Regenbogenparade (CSD) am Samstag, 3. Juli 2010 in Wien wird mit einer Weltsensation aufwarten. Die Österreichische Post AG wird der Jubiläumsparade eine Sonderbriefmarke widmen. Diese wird eine von knapp 60 Briefmarken sein, die das Ausgabeprogramm der Post für 2010 umfasst. Vermutlich ist es das erste Mal weltweit, dass eine Postverwaltung eine Sonderbriefmarke zu einem schwul/lesbischen Anlass herausgibt. Die Auflage der 55 Cent-Marke beträgt Stück und hat ab 3. Juli Gültigkeit. L-Sun Women Festival (pm) Mallorca. Einen heißen Herbstabschluss organisieren Angelica und Frauke mit viel Power, großem Angebot und Aufgebot auf Mallorca. Das L-Sun Women Festival findet vom 29. Oktober bis 01. November auf Mallorca statt. Durch die Zusammenarbeit mit TUI ist es Angelica und Frauke gelungen, für ein grandioses 3-Tage-Wochenende die Teilnehmerinnen-Kosten sehr niedrig zu halten. Näheres unter: Die September-/Oktober-Ausgabe der Rosigen Zeiten erscheint am Samstag, den 28. August Redaktionsschluss: Di. 10. August um 18:00 Uhr. Homo-Magazin in Marokko (qc) Rabat. In Marokko, einem Land das Homosexualität weiter unter Strafe stellt, ist mit Mithly (arabisch für schwul-lesbisch) erstmals ein Magazin für Homosexuelle erschienen. Vorerst wird das Magazin, von dem 200 Exemplare gedruckt wurden, nur in der Hauptstadt, Rabat, verkauft. Die Redaktion ist wegen des Verbots von Homosexualität formal in Madrid angestellt. Annie Lennox in Wien (pm) Wien. Tausende Menschen werden zum Menschenrechtsmarsch während der Internationalen AIDS-Konferenz am 20. Juli 2010 in Wien erwartet. Der Auftritt der international gefeierten Sängerin, Songwriterin und AIDS-Aktivistin Annie Lennox wird der Höhepunkt der Anschlussveranstaltung sein. Zu der öffentlichen Kundgebung wird es im Anschluss an einen Marsch kommen, der voraussichtlich mehr als Personen anziehen wird. Die 18. Internationale AIDS-Konferenz steht unter dem Motto: Rights Here, Right Now. Weitere Details über den Marsch und die Kundgebung sowie über die globale Kampagne Menschenrechte und HIV/AIDS: Heute mehr denn je findet ihr unter: HumanRightsNow.org Richard Chamberlain wieder solo (qc) Hawaii. Nach über 30 Jahren hat sich der Schauspieler Richard Chamberlain von seinem Lebenspartner, dem Produzenten Martin Rabbett, getrennt. Seit 1976 waren die zwei ein Paar, öffentlich darüber gesprochen hatte Chamberlain jedoch erst ab Das Kneipencafé im Lesben- und Schwulenzentrum Montags Uhr für nette Leute 1. Donnerstag im Monat Uhr für Lesben Freitags Uhr für Lesben & Schwule Europarat für Gleichstellung (qc) Straßburg. Der Europarat hat den europäischen Nationalstaaten empfohlen endlich gleichgeschlechtliche Paare rechtlich anzuerkennen und gegen Diskriminierung vorzugehen. Außerdem ruft der Rat dazu auf, dass Regenbogenfamilien geschützt werden sollten. Ziegelhofstraße Oldenburg Tel. (0441) Juni Juli

7 Sein ganzer Traum von Männlichkeit. Cem Yildiz sagt, wo es langgeht Cem Yildiz ist in Berlin- Schöneberg zu Hause, wo Trends für den schwulen Mainstream der Bundesrepublik gesetzt werden nur beruflich war er lange Zeit vom Outfit her eher Neukölln (S. 24). Heute ist er 31 und absolviert eine Ausbildung zum Heilpraktiker. Er bekundet, selbst nie ein Problem damit gehabt zu haben, auch auf Männer zu stehen, und sagt, er raste aus, wenn er mitbekomme, dass Homos zusammengeschlagen, bedroht und blöd angemacht werden (S. 39). Wenn es ungewollt geschieht, wäre hinzuzufügen. Denn mit seinem Bericht Fucking Germany. Das letzte Tabu oder Mein Leben als Escort bietet er eine gänzlich andere als die in den Medien gepflegte Perspektive auf das Thema Schwule als Opfer bzw. hypermaskuline Jugendliche nichtdeutscher Herkunft als Täter. Doch Yildiz kann auf zuverlässiges empirisches Material zurückgreifen: Über ein Jahrzehnt gab er der kein Akademikerkind ist, aber auch nicht aus einer Problemfamilie stammt (S. 216) auf Bestellung den authentischen knallharten Türkenmacker von der Straße (S. 13), in Berlin und auf Kurztrips auch andernorts im Land. Bezahlt wurde er dafür vor allem von homosexuellen Männern, und besonders gern buchten die ihn für die Ghetto-Nummer (S. 24) inszenierte Überfälle mit anschließender brutaler Vergewaltigung. Seine Erfahrung: Je krasser die Filme und Klischees, die sie im Kopf haben, desto höher die Nachfrage nach dem wilden, gewalttätigen Ali. (S. 64) Vom angesagten Porno zur politischen Kampagne kann es in Schöneberg ein kurzer Weg sein. So beginnt der LSVD Berlin jetzt, mit zusätzlichem Geld vom Staat einen Regenbogenschutzkreis um den Homokiez zu ziehen. ( Am Ende geht es eben bei diesem Geschäft wie bei allen anderen Geschäften auch um Geld, heißt es bei Cem Yildiz über das seine, das ein reelles ist [S. 19]). Bald werden wohl bunte Aufkleber an den Guckloch- Türen unserer bevorzugten Cruisingbars darauf hinweisen, dass hier verfolgte Schwule Zuflucht finden und damit eindrucksvoll von der gefühlten Gefahr zeugen. Doch wo inzwischen sogar die bekannt merkwürdigen statistischen Erhebungen des ortsansässigen Anti-Gewalt-Projekts Maneo nicht mehr hergeben als die interessierte Vermutung, es könnte aber zumindest die Dunkelziffer einschlägiger Vorfälle im Viertel gestiegen sein da belegt Yilidiz Buch, dass sich andererseits aus den Angst- und Bedrohungsszenarien, die gerade durch die Köpfe der Menschen geistern (S. 13) durchaus ganz konkrete Situationen machen lassen. Bleibt die Frage, wer dabei wirklich oben liegt. Jennifer Petzen stellte sie im Titel ihrer wegweisenden Studie über türkische und deutsche Maskulinitäten in der schwulen Szene (IFADE 2005). Cem Yildiz fand die Antwort früh in seinem Job als türkischer Stecher (S. 24 u. ö.): Nach einer Zwei-Stunden-Session mit einem Ober- Maso hatte er sich noch den Schwanz im Bad gewaschen und wollte gehen. Doch irgendwas ließ mich stutzen, vielleicht war es das aufmüpfige Grinsen des Typs, der eben noch unter mir gelegen hatte. Ey, Alter, sagte ich dann zu ihm, ich mache ja hier eigentlich die ganze Zeit nur, was du willst. (S. 78) Und genau das tat er, der bis heute nebenher gelegentlich als DJ in Technoclubs auflegt, nach seiner abgebrochenen Konditorlehre jahrelang mit Hilfe von reichlich Kokain, später auch Viagra, und innerhalb bestimmter Grenzen, um sich zu schützen. Denn Kunden wie dem Psychiater, der Biographische Notizen: Salih Alexander Wolter, geboren 1961 in Berlin-Schöneberg, lebt heute wieder dort und engagiert sich bei GLADT und lokalpolitisch. Seit 1980 auch homobewegt unterwegs, hat Salih u.a. als Musikjournalist und Lektor gearbeitet. begehrt, langsam, aber strukturiert vernichtet zu werden (S. 85), ist es egal, was aus Yildiz würde, sollte er darauf mit letzter Konsequenz eingehen. Aber befristet gewährte er die ersehnte Erlösung vom Ich. Der selbstbewusste Homo, der in einer Agentur oder so was arbeitet, kreativ ist, mag sie in der Tiefgarage gefunden haben, wo er sich gegen Bares demütigen, verprügeln und vor laufender Überwachungskamera nehmen ließ von einem aggressiven Heterotypen, also einem richtigen Mann, der ihn genauso behandelt, wie er sich fühlt, wie ein Stück Dreck (S. 31, 30). Von einem Türken, meint das in solcher Vorstellung. Wird doch die rohe Natur des Südländers, dem man vorwirft, nicht integriert zu sein, zugleich wie Petzen schrieb in der mehrheitsdeutschen Schwulen-Community als sexuell unwiderstehlich fetischisiert. Aber wenn er den weißen Mann auf Verlangen dominiert, dient seine Macht nur dazu, dessen koloniales Begehren zu befriedigen. Cem Yildiz ist sich dessen bewusst: Ich bin für sie nur eine Phantasie, die so drängend ist, dass sie unbedingt wahr werden muss. So dringend, dass sie bereit sind, hundert Euro dafür zu bezahlen. (S. 22f) Yildiz Buch ist mehr als ein kleiner Beitrag zur Wahrheit (S. 211). Es wirft aus einem Winkel, der weithin tabuisiert wird, helles Licht auf etwas, was auch in der Homoszene grundfalsch läuft und dort nur noch notdürftig mit der Regenbogenfahne drapiert und durch triefende Selbstgerechtigkeit kaschiert wird. Doch schon Marcel Proust (gest. 1922) fand ja, als er im letzten Band der Suche nach der verlorenen Zeit dem geheimen Leben seiner schwulen Hauptfigur nachging, offenbar weniger die sexuellen Exzesse im Pariser Männerbordell verwerflich als vielmehr das unerträglich, was sich ihm gerade dort von unserer gesellschaftlichen Normalität enthüllte. Sicher besteht heute mehr Reisefreiheit, was die erotische Grenzüberschreitung anbelangt (s. S. 117) und frei ist schließlich auch der 24jährige rumänische Papa, der sich als Stricher in Berliner Parks für zwanzig Euro einen blasen lässt, damit seine beiden kleinen Töchter daheim an der ungarischen Grenze etwas Warmes auf den Tisch bekommen (s. S. 10). Aber wenn es keine Verklemmungen mehr gäbe und statt der Lüge und der Angst nur noch Offenheit, Vertrauen und Mut herrschten, dann müsste niemand mehr für etwas so Menschliches Rosa Prosa.... wie Sex bezahlen (S. 213f). Bei Proust beschwor Monsieur de Charlus erst, während seine Augen wie gebannt einem auf der Straße vorbeigehenden Senegalesen folgten, der indes nicht zu bemerken geruhte, wie sehr er bewundert wurde, noch einmal den imaginierten Orient des französischen Klassizismus. Wenn er dann, ein paar Seiten weiter, in dem Etablissement darauf bestand, dass man ihm um Hände und Füße Eisenringe von erprobter Festigkeit legte, und er nach ausgesucht grausamen Instrumenten verlangte, so lag auf dem Grund von dem allem sein ganzer Traum von Männlichkeit. Dagegen taten die jungen Arbeiter und Soldaten, die dort anschafften, mit ihm sozusagen in aller Unschuld und für einen mittelmäßigen Lohn Dinge, die ihnen kein Vergnügen bereiteten. Doch sie machten sich seit langem nicht mehr klar, was an dem Leben, das sie führten, moralisch oder unmoralisch sein mochte, weil es gleichzeitig das der Menschen ihrer Umgebung war. So lenkt Proust den Blick von den Projektionen einer lüsternen und gewalttätigen Fremde auf die triste Wirklichkeit der Gesellschaft, die sie hervorbringt. Er schließt mit der Überlegung, es könnte jemandem, der in ferner Zukunft ihre Geschichte liest, so vorkommen, als tauche sie manche zarte und reine Gewissen in einen Lebensraum, der ungeheuerlich und verderblich erscheinen mag, in dem jene sich aber zurechtfanden. Cem Yildiz fand sich zurecht. Es scheint, dass er auch jenseits des Rollenspiels, das er verkaufte, einer ist, der weiß, wo es langgeht. salih alexander wolter Die Proust-Zitate entstammen der Frankfurter Ausgabe, Werke II. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 7: Die wiedergefundene Zeit, SuhrkampTaschenbuch, Frankfurt a.m Cem Yildiz: Fucking Germany. Das letzte Tabu oder Mein Leben als Escort, Frankfurt a. M. 2009:Westend Verlag, 219 Seiten, broschiert, 19, Juni Juli

8 Die MÄNNERfabrik macht weiter! Neustart schon im Mai Magazin Bis zum ALHAMBRA Plenum am 9. April die letzte RoZ war schon längst im Handel war s noch offen: Macht nun jemand die Männerfabrik weiter oder nicht? Aber dann wurde es verkündet: Es gibt sie weiter, die Party für Männer, Bären, Fetisch-Fans und eben alle die, die Lust auf dieses spezielle Szene-Angebot haben. Weiterhin jeden dritten Samstag im Monat im ALHAM- BRA! Prima, da verkraften wir doch problemlos die Falschmeldung in der letzten RoZ von dem eben damals sich nicht auf dem neuesten Stand befindenden Redakteur... der nun wieder zur Pressemitteilung greift, die uns das neue Team zugeleitet hat (Vielen Dank an Volker.) Oldenburg, 15. April 2010 MÄNNERfabrik produziert weiter Nach der für viele überraschenden Ankündigung, dass die MÄNNERfabrik durch den Rückzug des Organisationsteams im April letztmalig stattfinden wird, hat sich kurzfristig eine neue Gruppe gefunden, die diese Institution für Fetisch-Männer, Bären, Biker sowie den Mann von nebenan in bewährter Weise fortführen wird. Die MÄNNERfabrik ist eine Party für alle Altersklassen, bei der sich auch ältere Semester wohl fühlen werden. Die MÄNNERfabrik ist seit 18 Jahren weit über die Oldenburger Grenzen hinaus bekannt und freut sich regelmäßig über Gäste aus dem Raum Hamburg, Hannover, Osnabrück, Münster und Ostwestfalen, aber auch aus Berlin, Köln und Stuttgart, Dänemark sowie natürlich aus den Niederlanden kommen ihre Besucher. Durch die personelle Erneuerung wird auch das Konzept der Party neue Impulse gewinnen, die sich vor allem auf den Bereich Musik und Dekoration erstrecken werden. Das Team der neuen MÄNNERfabrik hofft weiterhin auf Eure Unterstützung und freut sich auf Euren Besuch. Kommt vorbei und lasst Euch überzeugen... Die Rosigen Zeiten wünschen viel Erfolg besonders hingewiesen sei auf die Party im Juni am 19. (CSD). christian RoZ Juni Juli

9 Parlamentsnotizen III Unregelmäßig wird an dieser Stelle über parlamentarische Aktivitäten in Landesparlamenten, im Bundestag und im Europäischen Parlament berichtet. Quellen dafür sind entsprechende Veröffentlichungen bspw. von Fraktionen in den Parlamenten, Drucksachen sowie die jeweiligen Parlamentsdatenbanken. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nachdem der Antrag zur Änderung von Artikel 3 des Grundgesetzes (Aufnahme der sexuellen Identität, siehe RoZ Nr. 125/126) im Bundesrat abgelehnt wurde, hat neben Bündnis 90/Grüne und SPD im Januar 2010 auch die Linkspartei einen Antrag zur Grundgesetzänderung in den Bundestag eingebracht. Am wurden alle 3 Anträge im Bundestag erstmalig diskutiert. Die Regierungsparteien CDU und FDP sehen keinen Handlungsbedarf, die Opposition verteidigte ihre Anträge. Am fand im Rechtsausschuss eine Expert_innen-Anhörung statt. Der von der FDP benannte Gutachter Prof. Dr. Bernd Grzeszick, Universität Heidelberg, warnte den Bundestag ausdrücklich, gegenüber Homosexuellen auf einen Spielraum für Differenzierung zu verzichten. Anders ausgedrückt: Der Staat soll sich ein Recht auf Diskriminierung reservieren, also keine entsprechende Klausel ins Grundgesetz aufnehmen (Quelle zum Zitat: Fraktion B90/Die Grünen). Bündnis 90/ Grüne haben in einer Kleinen Anfrage zur Menschenrechtslage in Honduras die Bundesregierung zur Situation von Lesben und Schwulen befragt. In der Antwort der Bundesregierung steht kurz gefasst, sie wisse von nichts. Die Abgeordnete Rawert (SPD) fragte zum Ausschluss schwuler Männer von der Blutspende. Die Bundesregierung sieht darin kein Problem, weder aus fachlicher noch aus diskriminierungsseitiger Sicht. Eine Argumentation findet sich in RoZ 88 (aus dem Jahr 2003; online: oldenburg.gay-web.de/roz/html/archiv88.html). Die Abgeordnete Werner (Die Linke) befragte die Bundesregierung zur Situation von sexuellen Minderheiten in Indonesien. Die Antwort: verbesserungswürdig. Im April reichte die Fraktion Die Linke eine Kleine Anfrage zur Aufnahme Wenn etwas fehlt, dann einfach eine an mich ich versuche es dann nachzureichen. Neben parlamentarischen Informationen soll an dieser Stelle auch über Gerichtsentscheidungen informiert werden. Sofern nicht anders beschrieben liegen alle benannten Aktivitäten im Zeitraum Januar bis Mai homosexueller Flüchtlinge aus dem Iran ein. Eine Antwort steht noch aus. B90/Grüne haben im März einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, welcher die Gleichstellung Beamter in eingetragener Lebenspartnerschaft mit denen in der Ehe vorsieht. Eine Behandlung und Entscheidung dazu steht noch aus. Im April wurde zudem beantragt, die Adoption auch für Paare in Eingetragener Lebenspartnerschaft zu ermöglichen. Am gab es eine Debatte zur Antidiskriminierungspolitik der Europäischen Union. Allerdings wurden die Reden - offensichtlich der Wichtigkeit des Themas angemessen - nicht gehalten, sondern nur protokollarisch hinterlegt. Rechtsanwalt Guido Diekhaus Bloherfelder Straße Oldenburg Tel.: 0441 / Fax: 0441 / Die Regierung in Sachsen-Anhalt brachte in ihren Landtag einen Gesetzentwurf zur Neufassung des Besoldungsrechtes der Landesbeamten ein. Darin werden die Regelungen für verlebenspartnerte Beamte mit denen für Verheiratete gleichgestellt. In Thüringen hat die Linksfraktion die Landesregierung in einem Antrag aufgefordert, Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung zu beenden und dafür einen konkreten Maßnahmeplan zu erarbeiten und einen Gesetzescheck durchzuführen. Der Antrag ist noch in der Beratung. In Hessen hat der Landtag am ein Gesetz zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften (Antrag von CDU und FDP) im Beamtenrecht angenommen. Gleichzeitig wurden die Anträge von B90/Grüne und SPD abgelehnt. In Schleswig-Holstein wurde ein Gesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften von der schwarz/gelben Landesregierung eingebracht und wird wohl Mitte Mai im Landtag beschlossen werden. Die Landesregierung zieht damit mit den meisten anderen Bundesländern gleich, die mit ähnlich gelagerten Gesetzen zur Gleichstellung verlebenspartnerter Beamter bereits Vollzug gemeldet haben. Eine rückwirkende Gleichstellung wird von der Landesregierung explizit abgelehnt. In Baden-Württemberg gab es eine Kleine Anfrage von B90/Grüne, in denen nach den Plänen der Landesregierung zur Gleichstellung im Beamtenrecht gefragt wurde. Die Landesregierung machte in ihrer Antwort deutlich, dass sie diese Frage im Rahmen einer Reform des Dienstrechtes thematisieren wolle, aber im Gegensatz zur Auslegung entsprechender Gesetzesurteile von Bundesgerichten durch andere Bundesländer, keinen Handlungsbedarf sieht. Das Land dürfte damit seinen Status als rückständigstes Bundesland weiter festigen. ralf Biographische Notizen: Ralf Buchterkirchen, 34 Jahre, in antimilitaristischen und queeren Initiativen aktiv, Magazin Juni Juli W U N D E R B A R Die etwas andere Bar Di - Sa ab Uhr Nadorster Straße 8 Tel

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