DAS DORTMUNDER-ENTREPRENEURSHIP- MODELL - SELBSTORGANISATION IN GRÜNDUNGSPROZESSEN

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1 Univ.-Prof. Dr. Andreas Liening DIE INITIALE DAS DORTMUNDER-ENTREPRENEURSHIP- MODELL - SELBSTORGANISATION IN GRÜNDUNGSPROZESSEN 1

2 LEHRSTUHL-TEAM: 1 Universitätsprofessor 1 Sekretärin 1 Geschäftsführer (1 Privatdozent) 9 Wissenschaftliche Mitarbeiter 1 Lehrbeauftragte + x 2 Wissenschaftliche Hilfskräfte 5 Studentische Hilfskräfte FORSCHUNG & LEHRE: Entrepreneurship Ökonomisch e Bildung Theorien Komplexer Systeme 2

3 BETRIEBSWIRTSCHAFT IN ZEITEN DER KRISEN Die Schlagzeilen über Krisen, Katastrophen, Chaos und dramatische Veränderungen in unserer Welt scheinen zu explodieren: Börsenchaos, Demokratie-Krise, Euro-Krise, Finanzkrise, Globalisierung, Klima-Katastrophe, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise, etc Viele traditionelle ökonomische Erklärungsmuster verlieren aufgrund einer durch fortschreitende Komplexität gekennzeichneten Ökonomie zunehmend an Überzeugungskraft. Entwicklungen in der Wirtschaft als Ganzes oder auch in einzelnen Bereichen sind nicht immer durch fließende Übergänge gekennzeichnet, wie sie zahlreiche traditionelle Modelle suggerieren.. Häufig treten Diskontinuitäten, Sprünge und Turbulenzen auf. Wirtschaft und auf Wirtschaft bezogene Teilbereiche können somit als nicht-lineare, dynamische Systeme aufgefasst werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von komplexen Systemen. 3

4 ÜBER DIE AUFGABEN DES/DER MANAGERS/IN IN EINER KOMPLEXEN WELT Thesen: 1. Die Welt wird immer komplexer! 2. Daher werden andere Kompetenzen von Managerinnen und Managern als vor Jahren verlangt, egal ob sie eine Unternehmung im Gründungsprozess, der ersten Wachstumsphase, o. ä. begleiten/gestalten. den Blick dabei auf zwischenmenschliche Beziehungen, Abteilungen, der Unternehmung als Ganzes innerhalb oder in ihrer Umwelt richten. Manager/in Einschätzen, (Be)-Werten, Beurteilen (Werturteilsfähigkeit) Entscheidungen treffen (Entscheidungsfähigkeit) Handeln (Handlungsfähigkeit) 4

5 Präziser: ÜBER DIE AUFGABEN DES/DER MANAGERS/IN IN KOMPLEXEN SYSTEMEN 1. Vielzahl von Systemtheorien (verbunden mit Namen wie Koestler und Parsons; Maturana und Varela; Luhmann; Ashby; Tschacher, Kriz und Schiepek; Wiener; von Bertalanffy etc.) 2. Qualitative Theorien: systems thinking (Gharajedaghi) 1. Mathematische Theorien: Synergetik (Haken), fraktale Geometrie (Mandelbrot), Chaostheorie (zahlreiche Autoren...) Manager/in Einschätzen, (Be)-Werten, Beurteilen (Werturteilsfähigkeit) Entscheidungen treffen (Entscheidungsfähigkeit) Handeln (Handlungsfähigkeit) 5

6 Wesentliche VERTRETER DER GRUNDLAGEN EINER KOMPLEXITÄTSWISSENSCHAFT un Vorreiter zur terminologischen Präzisierung von Komplexität Aber halt... 6 Quelle: Henning Bandte (2007): Komplexität in Organisationen. Wiesbaden, S. 50..

7 Also: ÜBER DIE AUFGABEN DES/DER MANAGERS/IN IN KOMPLEXEN SYSTEMEN Manager/in Werturteilsfähigkeit Entscheidungsfähigkeit Handlungsfä -higkeit Situationen Prozesse Strukturen Einfach, auch im Sinne von kompliziert Nicht einfach Methoden Betriebswirtschaftliche Standardmethoden *) Komplex Emergente Prozesse, Nicht-Linearitäten, Phasenübergänge (Eruptive Veränderungen) Methoden aus der Komplexitätsforschung (Lyapunovberechnung, fraktale Dimension, Permutationsentropie, etc.) Zufall *) 7

8 EFFECTUATION VERSUS CAUSATION Linear-kausaler Zusammenhang eines Gründungsprozesses: Idea Analysing Deciding Planning Acquiring resources Acting Nach traditionellem Glauben läuft ein Gründungsprozess, folglich Entrepreneurship Education, nach einem linear-kausalen Prozess * ab. Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass Gründungsprozesse vergleichbar mit komplexen Systemen sind und viel mehr als rekursive Prozesse angesehen werden können. Anders jedoch... * Sarasvathy,

9 The effectuator s (given) set of means Who I am (t1, t2,...) Individual level: Traits, tastes, and abilities Firm level: Physical resources Level of economy: Demographics What I know (t1, t2,...) Individual level: Knowledge corridors Firm level: Human resources Level of economy: Technology regimes Whom I know (t1, t2,...) Individual level: Social networks Firm level: Organizational resources Level of economy: Sociopolitical institutions Affordable loss EFFECTUATION Effect 1 Effect 2 Effect 3 Effect... Effect k Effect... Effect... Effect... Effect n The effectuator s (given) set of means Human aspirations (t1...) Human aspirations (t1...) Human aspirations (t1...) Human aspirations (t1...) Human aspirations (t1...) Quelle: in Anlehnung an Sarasvathy 2001, S

10 EFFECTUATION VERSUS CAUSATION Sarasvathy liefert einen Ansatz in der Entrepreneurship Forschung, der dem mechanistischem Weltbild entgegensteht (Sarasavathy (2001)). Die grundlegenden Aspekte des Effectuation-Ansatzes werden von Saßmannshausen zurecht wie folgt zusammengefasst: Eine Anerkennung der Bedeutung des Unvorhergesehenen eine Ablehnung des Determinismus ein damit verbundener reduzierter Machbarkeitsglaube und die Anerkennung äußerer, nicht vorhersagbarer Ereignisse, sowie die Aufgabe der dominierenden Orientierung am statistischen Durchschnitt. (Saßmannshausen 2012: 196) Aber 10

11 EFFECTUATION VERSUS CAUSATION dem Effectuation-Ansatz fehlt ein überzeugendes quantifizierbares Modell, welches sowohl den Entrepreneurship-Ansatz erklären, empirisch bestätigen, sowie (im Sinne einer Homomorphie) zwischen Inhalt und Lernansatz, eine überzeugende Strategie für eine gelingendes Entrepreneurship-Education- Modell liefern kann. Eine potentielle Lösung im Sinne eines Komplexitätsmanagements stellt die Theorie der Selbstorganisation, der Synergetik dar. 11

12 SYNERGETIC MODEL Komplexe Systeme lassen sich nicht im traditionellen Sinne kontrollieren und steuern... (Beispiel Klatschen ) Strunk,

13 CONTROLLING COMPLEXITY - NUDGES... Phasenübergänge können als unerwartete Wendung (Krise) hereinbrechen Änderungen können aber auch gewollt sein... 13

14 FOUNDING LEVEL 14

15 MARKET LEVEL 15

16 INDIVIDUAL LEVEL 16

17 ENTREPRENEURSHIP SCHOOL (I) Der Umsetzungs- und Realisierungsprozess des Dortmunder Entrepreneurship-Modells erfolgt über die Entrepreneurship School. Die Entrepreneurship School bietet die Rahmenbedingungen und fungiert als Kontrollparameter über: Lernarrangements- und orte, Betreuung und Beratung, Lernwerkzeuge und Lernumgebungen. Diese unterschiedlichen Kontrollparameter gliedern sich in verschiedene Eckpfeiler des Bildungsportfolios: 17

18 ENTREPRENEURSHIP SCHOOL (I) Kontrollparameter 18

19 FAZIT Vieles bleibt noch zu tun, wie beispielsweise die Auswertung unseres Modells. Die Auswertung der vorausgesetzten Phasenübergänge, der auftretenden Prozesse, der dynamische Schleifen usw.. neue' statistische Methoden: Lyapunov-Exponenten, fraktale Dimension, Permutationsentropie usw. Natürlich müssen noch weitere Untersuchungen der zugrundeliegenden Theorie folgen. Durch die Realisierung der Aspekte der Theorie komplexer Systeme (hier: Synergetik) im Feld der Entrepreneurship Education, wurde ein interessanter und hilfreicher Schritt in Richtung der Entwicklung von Konzepten getätigt, welche besser geeignet sind als Traditionelle. 19

20 FAZIT Zu Recht stellen Nijkamp und Poot fest: Our economic world is highly dynamic and exhibits a wide variety of fluctuating patterns. This forms a sharp contrast with our current economic toolbox, which is largely filled with linear and comparative static instruments. (Nijkamp/Poot, 1993: 25) Ein erster Aufschlag ist gemacht... In einem Jahrhundert, in dem "unternehmerisches Denken" mehr als ein Schlagwort darstellt, traditionelle betriebswirtschaftliche Toolboxen aufgrund zahlreicher krisenhafter Situationen und wachsender Komplexität an Überzeugungskraft verlieren, werden neue Konzepte wie die vorgestellten dringend benötigt. 20

21 DIE INITIALE Univ.-Prof. Dr. Andreas Liening Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Entrepreneurship und Synergetik DAS DORTMUNDER ENTREPRENEURSHIP-MODELL 21

22 Literatur Nijkamp, Peter; Jaques Poot: Lessons from nonlinear dynamic economics. In: Peter Nijkamp und Aura Reggiani (Hrsg.): Nonlinear Evolution of spatial economic systems. Berlin, Heidelberg, New York 1993 Liening, A. /Kriedel, R. (2013): Enhancing students employability: Entrepreneurship & Synergetic the Dortmund Entrepreneurship Concept. DEE, Exeter. Liening, Andreas, et. al. (2013). "Transitions between lower and higher level management learning in times of crisis. Experimental study based on the theories of nonlinear dynamic systems within a business simulation game." Nonlinear Dynamics, Psychology, and Life Sciences. Liening, Andreas (2013). "Growth Theory and Endogenous Human Capital Development: A Contribution to the Theory of Complex Systems." Theoretical Economics Letters 3(2): Liening, Andreas (2013). "Econoplexity: About the breakdown of Laplace's world view and the pretence of knowledge in economics." Modern Economy 4(4): Liening, A. (2012). Synergetik - Die Theorie der Selbstorganisation und ihre Bedeutung für die Wirtschaftswissenschaft. C. Müller et. al. (Eds.). Soziale Marktwirtschaft und Ökonomische Bildung. Stuttgart, Lucius & Lucius. Sarasvathy, S. D. (2008). Effectuation - Elements of Entrepreneurial Expertise. Cheltenham, UK, Edward Elgar. Sarasvathy, S. D. (2001). Causation and Effectuation: Toward a Theoretical Shift from Economic Inevitability to Entrepreneurial Contingency. Academy of Management Review 26(2): Saßmannshausen, S. P. (2012). Entrepreneurship Forschung - Fach oder Modetrend? Köln, Josef Eul Verlag. 22

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