12. Sitzung: Erziehen aus Sicht der Inklusion

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1 12. Sitzung: Erziehen aus Sicht der Inklusion Prof. Dr. Kerstin Ziemen Dr. Anke Langner Kim Müller-Florath Modul: Erziehen, 1. Semester

2 Inhalt 1. Blitzlicht 2. Fragebogen zur eigenen Perspektive auf Behinderung 3. Definition Behinderung 4. Das Bildnis eines behinderten Mannes Pause 5. Theoretische Auseinandersetzung mit Menschenbildern 6. Auswertung des Fragebogens 7. Begriffsklärung: Segregation/Separation, Integration und Inklusion Modul: Erziehen, 1. Semester

3 2. Fragebogen Bitte füllen Sie den Fragebogen ganz für sich alleine aus! Geben Sie bitte ein Kennwort an, welches nur Sie kennen! Damit sie nach der Auswertung des Fragebogens, den Fragebogen wieder erhalten und in ihr Portfolio einheften können. Sie haben 10 Minuten Zeit für die Aufgabe. Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

4 3. Definition Behinderung Als behindert gelten Personen, welche infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Funktionen soweit beeinträchtigt sind, daß ihre unmittelbaren Lebensverrichtungen oder die Teilnahme am Leben der Gesellschaft erschwert wird (Bleidick 1977). Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

5 3. Definition Behinderung Das bio-psycho-soziale Modell der Funktionsfähigkeit und Behinderung der WHO Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

6 3. Definition Behinderung Behinderung" verstehen wir als Ausdruck jener gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Prozesse, die auf einen Menschen hin zur Wirkung kommen, der durch psycho-soziale und/oder biologisch-organische Beeinträchtigungen gesellschaftlichen Minimalvorstellungen und Erwartungen hinsichtlich seiner individuellen Entwicklung, Leistungsfähigkeit und Verwertbarkeit in Produktions- und Konsumtionsprozessen nicht entspricht. Sie definiert folglich einen sozialen Prozess und ist in diesem selbst wiederum eine wesentlich Variable. Unter pädagogischen Aspekten kann "Be-Hinderung" als Ausdruck dessen verstanden werden, was ein Mensch mangels angemessener Möglichkeiten und Hilfen und durch vorurteils-belastete Vorenthaltung an Inhalten und sozialen Bezügen nicht lernen durfte und als Ausdruck unserer Art und Weise, ihn wahrzunehmen, mit ihm umzugehen. (Feuser 2002) Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

7 3. Definition Behinderung ADHD (Attention-Deficit/Hyperactive Disorder) oder ADS (Aufmerksamkeits- Defizit Störung) Merkmale des Syndroms (DSM-IV) Hyperaktivität bzw. Impulsivität Unaufmerksamkeit Ursachen familiärer Art pädagogische Unterstützung biologischer Art und Weise: Genetisch bedingte Hirnschädigungen in Form reduzierter Ausführungskontrolle von Handlungen durch das Frontalhirn verbunden mit Störungen der Neurotransmitterproduktion in subkortikalen Aufmerksamkeitsnetzwerken Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

8 3. Definition Behinderung Neurologische und neurophysiologische Befunde: Hirnstrukturen mit Dopamin unteraktiv Erhöhte Müdigkeit (Kern des Aufmerksamkeitsdefizit) Überaktivität (Kompensation) Quelle: Jantzen, Wolfgang (2001): Über die soziale Konstruktion von Verhaltensstörung Das Beispiel ADS Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

9 4. Das Bildnis eines behinderten Mannes Von welchen Blicken wird in dem Film gesprochen, A) mit denen auf Menschen mit Behinderung geschaut wird? B) wie Menschen mit Behinderung gesehen werden wollen? Modul: Erziehen, 1. Semester

10 Ich trage meine Identität mit Stolz, dazu gehört meine Behinderung. Wie tun mir Blicke weh. Wie gehe ich mit Blicken um. Darstellung von behinderten Menschen verwendet für Institutionen sie legitimiert Institutionen und deren Zwecke. ZITATE aus dem FILM Ausgeliefert sein, bedeutet im Alltag als Person mit Behinderung diesen Blicken begegnen, und das diese einen sehr beeinflussen können im Hinblick wie man sie selbst wahrnimmt dann auch. Behinderung ist nicht Behinderung, sondern ist ein Produkt von Verhandlungsprozessen Menschen mit Behinderung bewegen sich im Spannungsfeld zwischen unsichtbar gemacht werden und völlig hyperversibel zu sein sowas anstarren. Anstarren hat eine irrsinnige Macht Die Diagnose spielt keine Rolle, weil nur der jenige dahinter zählt behinderte Menschen so abgesondert und besondert gesehen werden Die Abgrenzung zwischen normalen und nicht normalen Körpern Kultur und Gesellschaft aus Perspektiven der Behinderten sehen das wäre ein anderer Ausgangspunkt einer anderen Normalität Ist es möglich einen behinderten Menschen ohne die Idee von Behinderung zu sehen? Die Definitionsmacht haben wir auf unsere Seite gelegt Menschen mit Behinderung müssen ihr Dasein rechtfertigen Bilder des Dialoges müssen entstehen

11 5. Menschenbilder bestimmen Bitte lesen Sie den Text und arbeiten Sie die Kernaussagen des jeweiligen Menschenbildes heraus! Was bedeutet Behinderung nach der jeweiligen Vorstellung des Menschsein? Sie haben 15 Minuten Zeit für die Aufgabe. Modul: Erziehen, 1. Semester 1. Semester

12 Auswertung Fragebogen: Was wird in Ihrem Umfeld (Familie) mit Behinderung verbunden? Bitte verwenden Sie bis zu drei Substantive zur Bestimmung! Top Begriffe in n Normalität 4 Anderssein 5 Einschränkung 12 Mitleid 3 Krankheit 4 Unterstützung 7 Schwer für Umfeld 3 Isolation Hilfebedürftig 2 2 Sonderpäd. Förderung 5 Modul: Erziehen, 1. Semester

13 Auswertung Fragebogen: Wird der Begriff Behinderung in Ihrem Umfeld verwendet? In % Immer fast immer oft selten nie 0 Modul: Erziehen, 1. Semester

14 Auswertung Fragebogen: Welcher Begriff für Behinderung wird in Ihrem Umfeld noch verwendet? Top Begriffe in n Spastis Downies 2 2 Benachteiligung Sop- Förderbedarf 5 5 Behinderungsart 8 Handicap 3 Störung 2 Modul: Erziehen, 1. Semester

15 Auswertung Fragebogen: Haben Sie selbst Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung? In % Sehr viel viel einige ein wenig gar keine Modul: Erziehen, 1. Semester

16 Auswertung Fragebogen: Wo haben sie Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung gemacht? In % Eigne Schulzeit/Kita über Freunde in der Familie In der Zivi/ Nachbarschaft Praktikum Beruf eigene Behinderung Sonstiges: Modul: Erziehen, 1. Semester

17 Auswertung Fragebogen: Wie sind Ihre Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung? In % Sehr positiv überwiegend positiv neutral überweigend negativ sehr negativ Modul: Erziehen, 1. Semester

18 Auswertung Fragebogen: Für wie wichtig beurteilen Sie die Integration von Menschen mit Behinderung? In % Sehr wichtig wichtig egal unwichtig nicht notwendig Modul: Erziehen, 1. Semester

19 7. Segregation/ Separation, Integration und Inklusion Separation/ Segregation Integration Inklusion Menschen mit Behinderung Menschen ohne Behinderung Modul: Erziehen, 1. Semester

20 9. Definition Erziehung aus Sicht der Inklusion Integrative/ Inklusive Pädagogik bedeutet: (in gleicher Weise für Kindergarten und Schule),dass alle Kinder und Schüler (ohne Ausschluss behinderter Kinder und Jugendlicher wegen Art und/oder Schweregrad einer vorliegenden Behinderung) in Kooperation miteinander auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau nach Maßgabe ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen an und mit einem "gemeinsamen Gegenstand" (Projekt/Vorhaben/ Inhalt/Thema) spielen, lernen und arbeiten. Integration [Inklusion] ist kooperative (dialogische, interaktive, kommunikative) Tätigkeit im Kollektiv. Quelle: Feuser, Georg. Thesen: Gemeinsame Erziehung, Bildung und Unterrichtung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher in Kindergarten und Schule (Integration). ( ). Modul: Erziehen, Semester

21 9. Definition Erziehung aus Sicht der Inklusion Das "Besondere" der Pädagogik, derer wir für Integration bedürfen, liegt nicht in der "Besonderung" der Kinder und Schüler, sondern im "allgemeinen" der Grundlagen menschlicher Entwicklung und menschlichen Lernens, im "allgemeinen" einer basalen, subjektorientierten Pädagogik. Dieses "Allgemeine" herauszuarbeiten, ist das Spezielle unserer Arbeit; es in der "Besonderung" (der Kinder und Schüler) zu suchen, ist ein Irrweg!" Quelle: Feuser, Georg. Thesen: Gemeinsame Erziehung, Bildung und Unterrichtung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher in Kindergarten und Schule (Integration). ( ). Modul: Erziehen, Semester

22 9. Definition Erziehung aus Sicht der Inklusion Quelle: Feuser, Georg. Allgemeine integrative Pädagogik und entwicklungslogische Didaktik. IN: BEHINDERTENPÄDAGOGIK, 28. Jg.,Heft 1/1989, Seite Modul: Modul: Erziehen, Erziehen, Semester Semester

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