Berliner Intelligenzstrukturtest BIS 4 SS

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1 Berliner Intelligenzstrukturtest BIS 4 SS

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4 Eigenschaften des BIS 4 Ein kompliziertes (konstruktivistisches) Theorieverständnis Eine komplexe (multimodale, hierarchische) Intelligenztheorie Eine aufwändige, lange Testdurchführung Eine komplizierte Auswertung (mit Skalenwerten und Faktorwerten) Ein enger Anwendungsbereich (Gymnasiasten) SS

5 Konstruktivistisches Theorieverständnis Trennung in 2 Ebenen 1. Die Ebene der theoretischen Begriffe (Konstrukte), mit deren Hilfe die Verhaltens- und Leistungsdaten beschrieben und erklärt werden sollen. 2. Die Ebene des beobachtbaren Verhaltens, im Intelligenzbereich der messbaren intelligenten Leistungen. Das Netz von Konstrukten, die für einen Gegenstandsbereich entwickelt wurden, wird als Theorie, deren formalisierte Form als Modell bezeichnet. Theorien bilden nicht mehr die Realität ab SS

6 Validität von Konstrukten in 3 Aspekten Generalität die Geltung von Konstrukten erstreckt sich nur auf einen Aufgabentyp über Teilmengen von Aufgaben bis zur Geltung für alle Arten von Aufgaben. Universalität die Geltung von Konstrukten erstreckt sich von der Geltung für nur eine Person über Personengruppen bis zur Geltung für die Population aller Menschen. Zeitliche Stabilität die Geltung von Konstrukten erstreckt sich auf kurzfristige (Minuten) über mittelfristige (Wochen und Monate) bis zur langfristigen (Jahre) Aussagen SS

7 Multifaktoriell, multimodal, hierarchisch An jeder Intelligenzleistung sind, neben anderen Bedingungen alle intellektuellen Fähigkeiten beteiligt, allerdings mit deutlich unterschiedlichen Gewichten. Die Varianz jeder Leistung lässt sich in entsprechende Komponenten zerlegen. Intelligenzleistungen und Fähigkeitskonstrukte lassen sich unter verschiedenen hier Modalitäten genannten Aspekten klassifizieren. Vorerst wurde nur eine bimodale Klassifikation (nach Operationen und nach Inhalte) angewandt. Fähigkeitskonstrukte sind hierarchisch strukturiert, d.h. sie lassen sich unterschiedlichen Generalitätsebenen zuordnen. SS

8 Zwei Hierarchieebenen 1. Ebene: Allgemeine Intelligenz 2. Ebene: Inhalte und Operationen Inhalte: F: Anschauungsgebundenes Denken, figural-bildhaftes Denken V: Sprachgebundenes Denken N: Zahlengebundenes Denken Operationen: B: Bearbeitungsgeschwindigkeit: Arbeitstempo, Auffassungsgeschw. M: Merkfähigkeit: aktives Einprägen und kurzfristiges Wiedererkennen E: Einfallsreichtum: Flexible Ideenproduktion K: Verarbeitungskapazität: Verarbeitung komplexer Informationen SS

9 Das Berliner Intelligenzstrukturmodell von Jäger (1984) SS

10 INTELLIGENZTHEORIE- operative Komponenten B: Bearbeitungsgeschwindigkeit Arbeitstempo, Auffassungsleichtigkeit, Konzentrationskraft beim Lösen einfach strukturierter Aufgaben von geringem Schwierigkeitsniveau E: Einfallsreichtum Verfügbarkeit vielfältiger Information / Reichtum an Vorstellungen und das Sehen vieler verschiedener Seiten. M: Merkfähigkeit aktives Einprägen und kurzfristiges Wiedererkennen, die frühere Bezeichnung als Gedächtnis wurde geändert, da im Verlauf der Modellentwicklung nur noch kurzfristige Behaltensleistungen einbezogen werden konnten. K: Verarbeitungskapazität hier geht es um die Verarbeitung komplexer Informationen, bei Aufgaben, die nicht auf Anhieb zu lösen sind. Hier werden sachgerechtes Beurteilen von Informationen, vielfältiges Beziehungsstiften und formallogische exaktes Denken gefordert. SS

11 INTELLIGENZTHEORIE- inhaltsgebundene Fertigkeiten V: Verbale, sprachgebundene Fertigkeiten N: Numerisch, zahlengebundenes Denken F: Anschauungsgebundenes, figural bildhaftes Denken SS

12 Zuordnung der 45 Untertests des BIS 4 zu den 7 Hauptkomponenten und 2 Modalitäten SS

13 Bearbeitungsfolge der Untertests Abwechslungsreich, um die Aufmerksamkeit der Vpn zu erhalten Verminderung von mißerfolgsbedingten Frustrationen Stimulierung der Leistungsmotivation Zur Intelligenz gehört auch die erfolgreiche Bewältigung ständig wechselnder Anforderungen SS

14 Interkorrelationen der Skalenwerte auf den 7 Skalen (Hauptkomponenten) SS

15 Interkorrelationen der Faktorwerte auf den 7 Skalen: deutlich niedriger und besser geeignet für Profile SS

16 Korrelationen der Skalenwerte und der Faktorwerte (links) Korrelationen der Faktorwerte mit Allgemeiner Intelligenz (rechts) SS

17 Durchführungsbedingungen Vor Erstanwendung sollte der Test von jedem Untersuchungsleiter im Selbstversuch und in einem Vorversuch mit einer Gruppe vollständig durchgeführt werden Streng standardisierte Testdurchführung Folgende Rahmenbedingungen bei Gruppenuntersuchungen: Nach Möglichkeit 2 Untersuchungsleiter Einzeltische und gute Lichtverhältnisse für alle Probanden Gruppengröße bei ci. 30 Probanden Der Untersuchungsleiter sollte eine gute Übersicht über alle Teilnehmer haben, insbesondere muss der UL von allen Probanden gut gesehen und verstanden werden können SS

18 Komplexe Instruktionen Zu jedem der 3 Aufgabenhefte gibt es ein Instruktionsheft Instruktionsheft 1 enthält allgemeine Instruktionen, die den Probanden mitzuteilen sind Die Instruktionshefte enthalten außerdem zusätzliche Instruktionen zur Bearbeitung der Aufgaben, die vom UL mündlich zu ergänzen sind SS

19 Durchführung SS

20 Auszug aus der Instruktion SS

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23 Dauer der Testdurchführung Einführung ca. 10 Min Instruktionszeit insgesamt: gut 30 Min Bearbeitungszeit insgesamt: gut 1 ½ Stunden Gesamtzeit der Testvorgabe: knappe 2 ½ Stunden Gesamtzeit der Kurzform: gute ¾ Stunde SS

24 Bei den B-Aufgaben (Bearbeitungsgeschwindigkeit) handelt es sich um einfache Aufgaben mit geringen kognitiven Anforderungen, die bei Wegfall der Zeitbegrenzung von allen Testpersonen gelöst werden können. SS

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30 Bei den M-Aufgaben (Merkfähigkeit) handelt es sich um Kurzzeitgedächtnisaufgaben. Sinnvoller Text, Worte einer Phantasiesprache, Zahlen-Paare und grafische Embleme müssen nach einer kurzen Einprägephase wiedergegeben werden. SS

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32 Bei den E-Aufgaben (Einfallsreichtum) sind möglichst viele verschiedene Lösungen zu erbringen. Die Antwortformate sind offen, da die Zahl möglicher Lösungen nicht bestimmt werden kann. SS

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34 Zu den K-Aufgaben (Verarbeitungskapazität) gehören verbale und figurale Analogien, Zahlen- und Buchstabenreihen, logische Schlüsse SS

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36 Aufgabe TG Teil-Ganzes SS

37 Aufgabe WE Wege Erinnern SS

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39 Aufgabe TM Tatsache-Meinung SS

40 Kreativität Kreativität als mehrdimensionales Fähigkeitskonstrukt Differenzierbar sind mindistens drei Komponenten: (1) Ideenflüssigkeit (2) Einfallsreichtum bzw. Ideenflexibilität (3) Originalität BIS-4 erfasst Einfallsreichtum, aber auch Ideenflüssigkeit SS

41 E-Aufgabe: Markenzeichen SS

42 E-Aufgabe: Telefonnummern SS

43 E-Aufgabe: unusual uses SS

44 Auswertung der E-Aufgaben Bewertung der E-Aufgaben erfolgt nach zwei Modi: (1) Ideenflüssigkeit (U-Modus) = Menge der Lösungen (2) Ideenflexibilität (X-Modus) = Vielfalt der Lösungen Auswertung nach dem X-Modus: Als Rohwert gilt die Anzahl unterschiedlicher Kategorien, aus denen die Lösungen stammen. SS

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47 Gütekriterien Objektivität Einschränkungen bei den E- Aufgaben: - Bewertung der Verschiedenartigkeit von Einfällen Klassifikation von Lösungen nicht immer eindeutig - solange die mitgelieferten Kategorienlisten unverändert angewand werden ist auch hier die Objektivität hoch SS

48 Gütekriterien Reliabilität Interne Konsistenz: Cronbach alpha = zwischen.75 (für M) und.89 (für g) Bislang noch keine Paralleltestreliabilität Retest/ bzw. Stabilitätskoeffizienten nur für BIS 3 und 4: r=.56 (E), r=.89 (g) SS

49 Gütekriterien Konstruktvalidität Hoher Zusammenhang zwischen dem Arbeitsgedächtnis (Kapazität zum simultanen Speichern und Verarbeiten sowie Koordinieren von Information) und Verarbeitungskapazität (.81) Hebt die herausragende Bedeutung der Verarbeitungskapazität für die kognitive Leistungsfähigkeit hervor Sehr hohe Zusammenhänge konnten auch für Maße der mentalen Geschwindigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit aufgezeigt werden (r=.75) SS

50 Gütekriterien Kriteriumsvalidität gute Vorhersage von Schulnoten und Leistungen bei der Hochschuleingangsprüfung Schulnoten: beste Einzelprädiktoren für naturwissenschaftliche Fächer waren Verarbeitungskapazität und numerisch, zahlengebundenes Denken mit Korrelationen zwischen.40 und.60 Für sprachliche Fächer war der beste Prädiktor: Verbale sprachgebundene Kapazität Korrelationen mit Einfallsreichtum waren bisher gering Statistikwissen bei Psychologiestudenten: Verarbeitungskapazität gleich starker Prädiktor wie Vorwissen SS

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