6. Kieler Armutskonferenz. Workshop 1

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1 6. Kieler Armutskonferenz 17. November 2015 Beschreibung der Präsentation und weitere Information zur Veranstaltung etc. Workshop 1 Welche Unterstützung brauchen Flüchtlingskinder?

2 Menschen auf der Flucht Fluchtgründe Krieg/ Bürgerkrieg Syrien Eritrea Hunger Verfolgung wegen der eigenen Religion Nigeria Irak Afghanistan Politische Verfolgung Iran Kosovo Sudan Armut Mauretanien Gewalt und Diskriminierung Mazedonien Pakistan Fehlende Perspektiven Somalia Serbien Palästina 2

3 Menschen auf der Flucht Flüchtling (gem. Genfer Flüchtlingskonvention): Jemand, der sich aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugung außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt. Asylbewerber (Asylbegehrender): Jemand, der Asyl beantragt Asylberechtigter: Wenn im Asylverfahren festgestellt wird, dass es sich um einen Flüchtling mit berechtigtem Schutzbedarf handelt Photo: 3

4 Menschen auf der Flucht Aktuelle Zahlen und Daten Legale Möglichkeiten nach Europa zu kommen gibt es kaum - Flüchtlinge sind immer auf Fluchthelfer ( Schlepper ) angewiesen Die Wege sind gefährlich und langwierig Oft kommt es zu Gewalt oder auch zu Todesfällen 4

5 Menschen auf der Flucht Aktuelle Zahlen und Daten Weltweit sind rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht Davon sind ca. 50 % Kinder Länder aus denen 2014 am meisten Menschen geflohen sind: Syrien, Afghanistan, Somalia Länder die 2014 am meisten Flüchtlinge aufnahmen: Türkei, Pakistan, und Libanon Ca. 80% leben nach ihrer Flucht in Nachbarstaaten der Krisengebiete Quelle: Global Trends UNCHR

6 Menschen auf der Flucht Aktuelle Zahlen und Daten von Januar bis Oktober 2015 haben insgesamt Personen in Deutschland Asyl beantragt (Vorjahr 158 T) Zum Vergleich: Über EASY (Erstverteilung von Asylbegehrenden) registriert wurden im gleichen Zeitraum knapp Menschen Hauptherkunftsländer: Syrien, Albanien, Kosovo, Afghanistan Quelle: BAMF 2015: Asylgeschäftsstatistik 10/2015 6

7 Menschen auf der Flucht Aktuelle Zahlen und Daten In Schleswig-Holstein sind von Januar bis November 2015 insgesamt knapp Schutzsuchende angekommen (Zum Vergleich: Anträge auf Asyl) Aufnahmeentwicklung 2015 November: (Stand ) Oktober: September: August: Aufnahmeentwicklung der Jahre : : : : : Quellen: ( ) BAMF 2015: Asylgeschäftsstatistik 10/2015 7

8 Der Weg zur Unterbringung Bundesweite Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel. In Schleswig-Holstein regelt die Ausländer- und Aufnahmeverordnung die Verteilung in die Kreise. Die Kreise verteilen die von ihnen aufzunehmenden Personen, die nicht in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, auf die amtsfreien Gemeinden und Ämter und weisen sie diesen je nach Einwohnerzahl zu. Aufnahme- und Betreuungsmöglichkeiten der Gemeinden und Ämter sind zu berücksichtigen 8

9 Der Weg zur Unterbringung Erstaufnahme in Schleswig-Holstein: Knapp Plätze stehen in 12 Einrichtungen (in Betrieb oder als Reserve) zur Verfügung. - Erstaufnahme in Kiel: 640 Plätze derzeit + Erweiterung in Planung Angebote in den EAEs: - Beratung u.a. beim Stellen von Asylanträgen - Freizeitangebote wie z. B. Sportmöglichkeiten, Deutschkurse, Frauenkaffee, Teestube, Handarbeitsangebote, Kinderkino, Kinderbetreuung - Kleiderausgabe - Unterricht für schulpflichtige Kinder - Medizinische Betreuung vor Ort Nach Asylantragstellung: Nach ca. 6 Wochen Umverteilung in die Kreise und kreisfreien Städte 9

10 Der Weg zur Unterbringung Gemeinschaftsunterkünfte: In Kiel gibt es derzeit 3 anerkannte Gemeinschaftsunterkünfte: Gaarden, Friedrichsort und in der Wik Die Unterbringung während des Asylverfahrens soll in der Regel in einer Gemeinschaftsunterkunft erfolgen. Anspruch auf eine eigene Wohnung besteht nur, wenn durch Gutachten belegt werden kann, dass es dem Asylbewerber unmöglich ist in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben 10

11 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Kinderspezifische Fluchtgründe können sein - Zwangsrekrutierung - Zwangsarbeit - Zwangsverheiratung - Entführungsängste - Krieg - Einer soll überleben - Einzige Chance auf ein besseres Leben Auf der Flucht - Weite Wege zu Fuß, im Auto, LKW etc zurücklegen müssen - Lange unterwegs sein müssen ohne ausreichend Verpflegung - Auf Erwachsene Helfer angewiesen sein Textausschnitt: Im Meer schwimmen Krokodile. Die Geschichte von Eniatollah Akbari Geda, Fabio: Im Meer schwimmen Krokodile. Eine wahre Geschichte. btb

12 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bundesweit wurden in 2014 rund unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen Hauptherkunftsländer Afghanistan - Eritrea - Somalia - Syrien Der Weg des jungen Flüchtlings - (vorl.) Inobhutnahme nach 42 SGB VIII und Bestellung einer Vormundschaft - Altersfeststellung - Unterbringung - NEU: Verteilung nach Königsteiner Schlüssel (sofern dies nicht dem Kindeswohl widerspricht) - NEU: unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelten ab 16 Jahre als asylmündig Quelle: BAMF 2015:Migration, Integration, Asyl. Politische Entwicklungen in Deutschland Jährlicher Bericht der deutschen nationalen Kontaktstelle für das Europäische Migrationsnetzwerk (EMN) 12

13 Das Leben als Flüchtlingskind Belastungsfaktoren Asyl und Lebensumfeld während des Asylverfahrens Fremde Sprache Willkommenskultur vs. Rassismus Fremde Umgebung Fremde Kultur Für Kinder ungeeignete Unterkunft Eigene Armut vs. Materieller Wohlstand Flüchtlingskind In einer Warteschleife sein/ Abschiebung als Bedrohung 13

14 Das Leben als Flüchtlingskind Belastungsfaktoren Kita und Schule Sprache Kita: Eingewöhnung Schule: Das Lernen lernen Kita: Überforderung Schule: Mobbing und Ausgrenzung durch Anderssein Kita: Verhaltensauffälligkeiten/ Traumatisierung Flüchtlingskind Schule: Verhaltensauffälligkeiten/ Traumatisierung 14

15 Das Leben als Flüchtlingskind Aber auch: Kita und Schule als Chance! Erste Ansätze Normalität herstellen Sprache als Schlüssel Ankommen lassen Eingewöhnung aktiv gestalten Sicherheit geben 15

16 Der Kinderschutzbund in Schleswig-Holstein Landesweites Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte zum Thema Traumatisierte Flüchtlingskinder Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.v. Sophienblatt 85, Kiel 0431/

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