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1 Your partner for navigating the challenges in finance and risk management. Basel III Neue Liquiditätsvorschriften für Banken InCube Advisory Birkenstrasse 12 CH-6003 Lucerne Switzerland Kernpunkte des FINMA Rundschreibens 2013/06 «Liquidität Banken» Zürich, 5. März 2013

2 Agenda Hintergrund Regulatorische Entwicklungen Herausforderungen für Banken Regulierung in der Schweiz FINMA Rundschreiben 2013/06 «Liquidität Banken» Quantitative Anforderungen Qualitative Anforderungen Anhang 2

3 Hintergrund Während es im Rahmen des Liquiditätsmanagements darum geht, die verfügbare Liquidität möglichst effizient zu nutzen, wurde das Risikomanagement in Bezug auf Liquidität in vielen Banken vor dem Ausbruch der Krise teilweise stark vernachlässigt. Wohl fand eine Liquiditätsplanung statt. Doch wurden in deren Rahmen alle künftigen Zu- und Abflüsse häufig als sicher angenommen. Zusätzlich erhöhte sich die Komplexität vieler Institute durch Ausserbilanzgeschäfte wie Finanzierungsvehikel und Derivate stark. Dies rächte sich für viele Institute im Zuge der Subprime-Krise: Da Unklarheit über Risiken in den Bilanzen der Banken herrschte, begannen sich diese gegenseitig zu misstrauen und somit versiegte der Interbankenmarkt. Zusätzlich mussten Banken, welche als Sponsor von Finanzierungsvehikeln auftraten, die Anlagen dieser auf Grund von befürchteten Reputationsschäden übernehmen. Das Misstrauen schwappte auf die Realwirtschaft und die Öffentlichkeit über, was zu teils massiven Abflüssen an Einlagen führte (z.b. Bank-Run auf Northern Rock). Der Ausfall von Banken (z.b. Lehman Brothers) führte dazu, dass als sicher angenommene zukünftige Zahlungsströme nicht eintrafen, was die Liquiditätssituation weiter verschärfte. Banken sind auf Grund ihres Kerngeschäftes, der Fristentransformation, teils grossen Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Finanzkrise hat klar gezeigt, dass die Überwachung der Liquidität und das Liquiditätsrisikomanagement stark vernachlässigt wurden. 3

4 Regulatorische Entwicklungen Unabhängig vor der Finanzkrise wurde die Thematik des Liquiditätsrisikomanagements bereits früher auf internationaler Ebene vorangetrieben: Good Practice Paper: Sound Practices for Managing Liquidity in Banking Organisations (BIS, Februar 2000) Unter dem Eindruck der Subprime Krise wurden regulatorische Entwicklungen auf internationaler Ebene forciert: Basel II 2. Säule (Principles for Sound Liquidity Risk Management and Supervision, September 2008) Basel III (International Framework for Liquidity Risk Measurement, Standards and Monitoring, Dezember 2010) 4

5 Herausforderungen für Banken Banken müssen im Zuge der anstehenden Regulierung im Bereich der Liquidität den Weg vom Liquiditätsmanagement hin zum Liquiditätsrisikomanagement schaffen. Bevor man sich mit den verschiedenen Aspekten des Liquiditätsrisikomanagements auseinandersetzen kann, muss das Institut zuerst für sich die Frage klären, was Liquiditätsrisiko überhaupt ist und wie das Institut dies messen und quantifizierenwill. Dies ist nötig, da es keine international anerkannten Definitionen von Kenngrössen zum Liquiditätsrisiko gibt. Das Institut muss im Rahmen seiner Risikopolitik eine Aussage machen, wie es mit Liquiditätsrisiken umgehen will. Dies bildet die Basis für den operativen Umgang mit Liquiditätsrisiken. Da das Liquiditätsrisiko ein nachgelagertes Risiko ist und ein klassisches Event-Risiko darstellt, sind Szenario-Analysen im Rahmen von Stresstest unerlässlich, um das Risiko für das Institut zu analysieren. Diese bilden den Rahmen für eine operative Begrenzung der Liquiditätsrisiken in Form von Limiten. Wurde das Liquiditätsrisikomanagement als Teil des gesamten Risikomanagement etabliert, ist es wichtig, geeignete Prozesse zu definieren, welche die Grundlagen dessen regelmässig überprüfen. Dazu gehören die Überprüfung der Liquiditätsrisikodefinitionen, die Überprüfung der Risikopolitik in Bezug auf Liquiditätsrisikomanagement, die Überprüfung der Parameter der Stresstests sowie die Überprüfung der operativen Kontroll- und Steuerungsprozesse. 5

6 Regulatorische Entwicklung in der Schweiz Um den neu beschlossenen internationalen Vorschriften im Rahmen von Basel III Rechnung zu tragen, erliess der schweizerische Bundesrat am 30. November 2012 die «Verordnung über die Liquidität der Banken» (Liquiditätsverordnung, LiqV). Per 1. Januar 2013 trat das FINMA Rundschreiben 2013/06 «Liquidität Banken» in Kraft, welches die technischen Ausführungsbestimmungen zur Liquiditätsverordnung enthält. Das Rundschreiben gliedert sich in zwei Teile: Quantitative Anforderungen (Berichterstattung zur kurzfristigen Liquiditätsquote LCR) Qualitative Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement Das Rundschreiben wird in Zukunft weiter ergänzt werden, da beispielsweise die Umsetzung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) durch den Basler Ausschuss konkretisiert werden muss. Die bestehenden Gesamtliquiditätsanforderungen bleiben bis zur Einführung der Regulierung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) per 2015 bestehen. Der Zeitplan für die Umsetzung in der Schweiz sieht wie folgt aus: 1. Januar: Die LiqV und das FINMA RS 2013/06 treten in Kraft Mai: Veröffentlichung des Meldeformular LCR durch FINMA 30. Juni: Stichtag für erste Berichterstattung LCR (bis spätestens 31. Juli) Januar: Die qualitativen Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement sind zu erfüllen Januar: Inkrafttreten der LCR Regulierung

7 Rundschreiben «Liquidität Banken» Das FINMA Rundschreiben 2013/06 stellt an Banken und Finanzgruppen quantitative und qualitative Anforderungen: FINMA Rundschreiben Liquidität Banken Quantitative Anforderungen Qualitative Anforderungen Regeln die Berichterstattung der international harmonisierten, im Rahmen von Basel III entwickelten Messgrössen Liquiditätskennzahl ( Liquidity Coverage Ratio, LCR) und der langfristigen Strukturkennziffer ( Net Stable Funding Ratio, NSFR). Diese Kennzahlen dienen unter anderem der Überwachung der Institute durch die Aufsichtsbehörden. Enthalten Vorgaben an das Liquiditätsrisikomanagement, welche die Institute erfüllen müssen. Dabei geht es einerseits darum die Liquiditätsrisiken im laufenden Geschäft zu bewirtschaften und andererseits durch geeignete Analysen und Eventualplanungen das Institut auf mögliche Liquiditätskrisen vorzubereiten. Im weiteren werden die einzelnen Anforderungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für Institute, welche diese umsetzen müssen, aufgezeigt. 7

8 Quantitative Anforderungen im Überblick Kurzfristige Liquiditätsquote: Liquidity Coverage Ratio (LCR) Längerfristige, strukturelle Liquiditätsquote: Net Stable Funding Ratio (NSFR) Die LCR simuliert den kurzfristigen Abzug von Kundeneinlagen und stellt diese Mittelabflüsse einem Bestand an hochliquiden und unbelasteten Vermögenswerten gegenüber, wobei die Abflüsse nicht höher als die Anlagen sein dürfen. Die Annahmen für die Abflüsse bildet ein Stressszenario, welches die Abflussparameter für die unterschiedlichen Einlagenarten vorgibt. Die zur Deckung benannten Anlagen müssen liquide Aktiven von hoher Qualität sein und bestehen im Wesentlichen aus Barmitteln, Notenbankguthaben sowie erstklassigen Anleihen (bspw. von Staaten, Zentralbanken und internationalen Organisationen). Guthaben bei Banken, Bankanleihen sowie Handelsbestände sind nicht mehr anrechenbar. Verlangt von den Banken, dass sie in Abhängigkeit vom Fälligkeitsprofil ihrer Forderungen über langfristige Finanzierungsquellen verfügen. Details zur Einführung der strukturellen NSFR sind im vorliegenden Entwurf der Liquiditätsverordnung noch nicht enthalten. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert und bis spätestens anfangs 2018 in die Liquiditätsverordnung übernommen. Basel III: auf internationaler Ebene Einhaltung ab 2018 vorgesehen, auch auf nationaler Ebene angestrebt Vorerst monatliches Test-Reporting an FINMA ab Mitte 2013 durch alle Banken (innerhalb von 30 Tagen) Beobachtungsperiode bis Inkrafttreten per sollen die Bestimmungen zur LCR in die Liquiditätsverordnung übernommen und die bisherigen quantitativen Anforderungen zur Gesamtliquidität ersetzt werden. 8

9 Qualitative Anforderungen im Überblick Im Zentrum steht ein Gesamtrahmen, in welchem ausgehend von der Geschäftsstrategie die eingegangen Liquiditäts- und Funding- Risiken identifiziert und die entsprechenden Managementmassnahmen sukzessive in die Prozesse heruntergebrochen werden. Es gibt zwei fundamentale Grundsätze: Das Proportionalitätsprinzip postuliert, dass die qualitativen Anforderungen in Abhängigkeit von Grösse, Komplexität und Risikogehalt des Institutes umzusetzen sind. Die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit ist das übergeordnete Ziel des Liquiditätsrisikomanagement eines Institutes. Der Ausgangspunkt ist die Bestimmung der Risikotoleranz in Bezug auf Liquidität, welches die Aufgabe des Verwaltungsrates ist. Basierend darauf wird die Strategie zur Bewirtschaftung der Liquiditätsrisiken durch die Geschäftsleitung festgelegt. Die Liquiditätsrisiken müssen intern mittels Transfer Pricing den verschiedenen Geschäftsarten zugeordnet werden, um Fehlanreize zu vermeiden. Es müssen Prozesse und Systeme zur laufenden Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken vorhanden sein. Die Definition von Limiten, die Diversifikation der Finanzierungsstruktur sowie eine Anforderung an das Halten von Liquiditätsreserven dienen der Minderung der Liquiditätsrisiken. Umfangreiche und regelmässige Stresstests in Verbindung mit einem Notfallkonzept stellen die Eventualplanung für eine unvorhergesehene Krisensituation dar und sollen helfen, bereits vorab Defizite im Risikomanagement festzustellen. 9

10 Proportionalitätsprinzip Gemäss dem Proportionalitätsprinzip sind die qualitativen Anforderungen in Abhängigkeit der Grösse, sowie der Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten umzusetzen. Kleine Banken sind von gewissen Anforderungen ausgenommen (Öffnungsklauseln). Gemäss FINMA sind kleine Banken alle Kategorie 5 Banken. Des weiteren können Kategorie 4 Banken diese Öffnungsklauseln für sich beanspruchen, wenn sie die jeweiligen Bedingungen erfüllen und dies klar begründen können. Kategorie 3 Kategorie 4 Kategorie 5 Bilanzsumme: 15 Mrd CHF Verwaltete Vermögen: 20 Mrd CHF Privilegierte Einlagen: 0.5 Mrd CHF Erforderliche Eigenmittel: 0.25 Mrd CHF Bilanzsumme: 1 Mrd CHF Verwaltete Vermögen: 2 Mrd CHF Privilegierte Einlagen: 0.1 Mrd CHF Erforderliche Eigenmittel: 0.05 Mrd CHF Bilanzsumme: < 1 Mrd CHF Verwaltete Vermögen: < 2 Mrd CHF Privilegierte Einlagen: < 0.1 Mrd CHF Erforderliche Eigenmittel: < 0.05 Mrd CHF 10

11 Qualitative Anforderungen Die qualitativen Anforderungen lassen sich in mehrere Teilbereiche unterteilen: FINMA Rundschreiben Liquidität Banken Quantitative Anforderungen Qualitative Anforderungen Transfer Pricing Risikomessund Steuersysteme Begrenzung und Minderung der Risiken Stresstests Notfallkonzept In jedem einzelnen dieser Teilbereiche ergeben sich unterschiedliche Problemfelder welche es zu bewältigen gilt 11

12 Zuordnung der Liquiditätsrisiken (Transfer Pricing) Anforderungen Die Bank muss in Abhängigkeit von ihrer Finanzierungsstruktur ein Transferpreissystem für Liquidität implementieren, damit Liquiditätsrisiken verursachungsgerecht zugeordnet werden können, um Fehlanreize zu vermeiden. Haltedauer und Marktliquidität sind bei der Ermittlung der Preise angemessen zu berücksichtigen. Das System ist unabhängig von der Markt- und Handelsabteilung zu steuern und zu überwachen. Kleine Banken ohne substantielles Firmenkundengeschäft oder Kapitalmarktaktivitäten können auf ein Transferpreissystem verzichten; dies ist klar und nachvollziehbar zu begründen. Problemfelder Es muss ein konsistentes System für Preise von Liquiditätsrisiken entwickelt werden, welches transparent und nachvollziehbar sein soll. Das System darf keine Fehlanreize zum übermässigen Aufbau von Liquiditätsrisiken setzen. Die grosse Herausforderung besteht in der Quantifizierung des Liquiditätsrisikos. Ansätze Marginal Funding Approach: Dieser Ansatz weist zusätzlichen Aktiven die Kosten der dafür notwendigen Finanzierung zu. Dieser Ansatz berücksichtigt jedoch nicht die Fristigkeitenstruktur. Matched-Maturity Marginal Cost Approach: Dieser Ansatz sucht den Anteil der Liquiditätskosten durch eine hypothetische, fristenkongruente Finanzierung darzustellen. 12

13 Risikomess- und Steuerungssysteme Anforderungen Die Bank muss Prozesse und Systeme implementieren, welche es ihr erlauben, Liquiditätsrisiken zu identifizieren, zu quantifizieren, zu überwachen und zu begrenzen. Die Prozesse und Systeme sind eine direkte Konsequenz aus der formulierten Strategie und sind auch auf das Notfallkonzept abgestimmt. Ein Liquiditätsforecasting unterstützt in der Planung und hilft frühzeitig durch die Berücksichtigung gewisser Schwankungen in den Annahmen mögliche Risiken und Liquiditätsengpässe zu erkennen. Problemfelder Um die zusätzlichen Prozesse möglichst nahtlos zu integrieren, müssen die Kernapplikationen entsprechend erweitert werden. Es muss ein Einvernehmen über die Art und Weise der Liquiditäts- und Liquiditätsrisikomessung herrschen. Um eine aussagekräftige Übersicht der Liquidität im Zeitverlauf zu erhalten, müssen alle Aktiven und Passiven auf ihre Liquidität hin untersucht werden; dies muss entsprechend in den Systemen hinterlegt werden. Es sind Annahmen für die verschiedenen Aktiven und Passiven bezüglich ihrer Liquidität zu treffen. Ansätze Die Art der Liquiditäts- und Liquiditätsrisikomessung sowie die Annahmen zur Liquidität einzelner Bilanzpositionen sind klar zu dokumentieren, da diese auch die Basis für Stresstests bilden. Berechnung verschiedener Kennzahlen zur Liquidität, um verschiedene Betrachtungsweisen zu ermöglichen. 13

14 Begrenzung und Minderung des Liquiditätsrisikos Anforderungen Einführung eines Limitensystems für Liquidität. Die Limiten sind auf die Ergebnisse der Stresstests abzustimmen und so zu kalibrieren, dass sie ein Steuerungsinstrument für die operative Führung darstellen. Das Limitensystem wiederspiegelt die Liquiditätsrisikotoleranz; die Limiten werden durch eine unabhängige Instanz überwacht. Die Konzentration bestimmter Finanzierungsquellen und -laufzeiten ist zu begrenzen und zu überwachen. Es muss eine Liquiditätsreserve gegen kurzfristig eintretende Liquiditätsengpässe gehalten werden. Problemfelder Da die Limiten auf die Stresstests abzustimmen sind, müssen diese dementsprechend frühzeitig durchgeführt werden. Die Finanzierungsstrategie der Bank muss durch Vorgaben für die Konzentration, deren Messung und deren Begrenzung ergänzt werden. Alternative Finanzierungsquellen eignen sich nur bedingt in Krisenzeiten, wenn sie zuvor nicht benutzt wurden. Die Liquiditätsreserve muss unter konservativen Annahmen für sehr negative Szenarien überwacht und bewertet werden. Ansätze Wenn Finanzierungsquellen als Alternative in Krisenzeiten vorgesehen sind, müssen diese frühzeitig erschlossen werden. Im Idealfall werden diese Quellen von Zeit zu Zeit benutzt, um das entsprechende Know-How im Umgang damit aufzubauen. Die Annahmen für die Stresstests spielen eine zentrale Rolle beim Liquiditätsrisikomanagement. Daher sind Anreizkonflikte zu vermeiden. 14

15 Stresstests Anforderungen Stresstests sind regelmässig durchzuführen, um den Einfluss von extremen Ereignissen auf die Liquiditätssituation zu analysieren. Die Parameter der Stresstests sind angemessen festzulegen. Die Stresstests und die Wahl der Parameter sind zu begründen und zu dokumentieren. Kleine Institute können sich bei den Stress Tests am internationalen Szenario orientieren, wie dies durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ausgearbeitet wurde. Problemfelder Die Stresstests müssen auch Szenarios testen die unter den gegebenen Umständen als nahezu unmöglich erscheinen. Annahmen für die Stresstests müssen sich innerhalb desselben Rahmens bewegen wie die Ausgestaltung der Steuerungs- und Überwachungssysteme. Ansätze Um die Stresstests möglichst zeitnah und ohne grossen manuellen Aufwand durchführen zu können, müssen die bilanziellen Stammdaten durch entsprechende Daten zu den Annahmen für die Liquiditätsstresstests ergänzt werden. 15

16 Notfallkonzept Anforderungen Die Bank erstellt ein umfassendes Notfallkonzept für akute Liquiditätskrisen. Das Notfallkonzept enthält Frühwarnindikatoren, Notfallauslöser, ein strukturiertes mehrstufiges Eskalationsverfahren, Handlungsoptionen für verschiedene Szenarien, Prozesse zu Liquiditätstransfers, eine spezielle Kompetenzenordnung, Prozesse zur Sicherstellung des Informationsflusses sowie eine klar definierte Kommunikationsstrategie. Das Notfallkonzept ist in die bestehenden BCM Prozesse zu integrieren. Problemfelder Liquiditätsrisiken hängen zu einem bedeutenden Teil von der Aussenwahrnehmung der Bank ab; daher ist die Kommunikationsstrategie von sehr grosser Bedeutung. Die Prozesse müssen regelmässig durchgespielt und überprüft werden. Regelmässige Schulungen der Schlüsselmitarbeiter sind unerlässlich, um das Notfallkonzept innerhalb der Unternehmung zu verankern. Ansätze Definition einer allgemeinen Kommunikationsstrategie. Dies beinhaltet auch die Erarbeitung von diversen Szenarien, damit die Reaktionszeit entscheidend verkürzt werden kann. 16

17 Best Practices im Liquiditätsrisikomanagement Schaffen einer Risikokultur, in welcher das Bewusstsein für Liquiditätsrisiken gefördert wird Schaffen der organisatorischen Grundlagen, damit Liquiditätsrisiken durch die gesamte Organisation gemessen, überwacht und bewirtschaftet werden können Regelung der Verantwortlichkeiten zwischen Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Treasury und Risk Control Schaffen eines einheitlichen, klar verständlichen Systems zur Überwachung der Liquiditätsrisiken und der Datenqualität Entwicklung von verschiedenen Stressszenarien und darauf basierend eines Limitensystems Überwachung der Limiten und regelmässige Berichterstattung an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat Regelmässige Überprüfung der organisatorischen Grundlagen wie Weisungen und Konzepte und Durchführung von Stresstests 17

18 Erich Felder CFA, lic. oec. HSG Mark Gustafson CFA, CAIA, lic. oec. InCube Advisory Birkenstrasse 12 CH-6003 Lucerne 18

19 This publication has been written in general terms and therefore cannot be relied on to cover specific situations; application of the principles set out will depend upon the particular circumstances involved and we recommend that you obtain professional advice before acting or refraining from acting on any of the contents of this publication. InCube Advisory GmbH would be pleased to advise readers on how to apply the principles set out in this publication to their specific circumstances. InCube Advisory GmbH accepts no duty of care or liability for any loss occasioned to any person acting or refraining from action as a result of any material in this publication. March 2013 InCube Advisory GmbH. All rights reserved. 19

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