Durchschnittssatzbesteuerung Regelbesteuerung in der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Buchführungsdienst

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1 Abgrenzung Durchschnittssatzbesteuerung Regelbesteuerung in der Landwirtschaft Landwirtschaftlicher

2 Umsatzsteuerlicher Unternehmer/Unternehmen Alle Unternehmensteile eines einheitlich nach außen auftretenden Unternehmers bilden sein Unternehmen: Grenzbereich AKTIVER Betrieb Luf - Pauschalierung mit i. d. R. 10,7 % Urproduktion des landwirtschaftlichen Erzeugungsprozesses Wechsel Regelbesteuerung Regelsteuersatz derzeit 19 % Ermäßigter Steuersatz 7 % Steuerfreiheit 4 UStG Vorteil: Vorsteuerabzug gem. 15 UStG Seite 2

3 Änderungen bei der Abgrenzung zwischen Durchschnittssatz- und Regelbesteuerung Der Regelbesteuerung unterliegen ab folgende Umsätze: Einnahmen aus der Grüngutkompostierung (für die Zeit bis besteht in Bayern eine Übergangsregelung, dass diese Umsätze noch zur Durchschnittssatzbesteuerung gehören) Seite 3

4 Einnahmen aus der Abnahme von Klärschlamm (Die Finanzverwaltung will dies sogar rückwirkend anwenden, für die Zeit bis ist daher für Bayern eine Übergangsregelung angestrebt) Neu: Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom Das Abholen von Klärschlamm für die eigenen Felder gehört zur Durchschnittssatzbesteuerung Seite 4

5 Einnahmen aus dem Verkauf gebrauchter Wirtschaftsgüter, wenn diese zu mehr als 5 % in Bereichen, die nicht zur Durchschnittssatzbesteuerung gehören, eingesetzt wurden (z.b. Schlepper zum Schneeräumen). Der Einsatz der Wirtschaftsgüter in der Regelbesteuerung aufgrund eines Optionsantrages zählt nicht zu den 5%. Beispiel Seite 5

6 I. Rechtslage bei Verkauf bis einschl Verkauf eines sechs Jahre eingesetzten Schleppers an den gewerblichen Landmaschinenhändler für netto + USt 10,7 % = Die konnte er im vollen Umfang behalten. II. Rechtslage bei Verkauf ab Nettoverkaufspreis USt 19 % = Dieser Betrag muss an das Finanzamt abgeführt werden. Ob eine Vorsteuerberichtigung i. S. 15 a UStG innerhalb des 5-jährigen Korrekturzeitraums möglich ist, muss geprüft werden. Umsatzsteuerlicher Nachteil 3.210

7 Substanzbetriebe Verkauf von Sand, Kies, usw., wenn im Rahmen eines LuF-Betriebes Einnahmen aus der Veräußerung von Milchquoten wenn diese vorher verpachtet waren Die Veräußerung von Zahlungsansprüchen Einnahmen aus der Lohntierhaltung, wenn der Auftraggeber kein Landwirt ist (z.b. Hähnchenmast) Seite 7

8 Dienstleistungen für Landwirte von mehr als ,00 Bis normaler Maschinenbestand = Pauschalierung Bei der Grenze werden Umsätze an Nichtlandwirte dazugerechnet Bei Überschreitung spricht eine widerlegbare Vermutung dafür, dass diese Leistung nicht mit dem normalen Maschinenbestand ausgeführt wurde. Die Beweislast liegt beim Landwirt. - Was ist ein normaler Maschinenbestand? - Streitfälle mit dem Finanzamt sind vorprogrammiert - De facto muss sich der Landwirt doch an die Grenze halten, damit er keine Abgrenzungsschwierigkeiten mit dem Finanzamt bekommt.

9 Zuckerrübentransport Einsatz der Personen auch im eigenen Betrieb - Umsatzsteuer (Neuregelung ab ) Die Pauschalierung der Umsatzsteuer im Rahmen der landw. Dienstleistung ist nur möglich, wenn die angestellten Arbeitskräfte auch im eigenen Betrieb eingesetzt werden (vgl. Abschnitt Abs. 1 ff UStAE). Folge: - Der angestellte Fahrer ist auch im Betrieb des Landwirtes tätig -> Einnahmen aus der landwirtschaftliche Dienstleistung können mit derzeit 10,7 % USt pauschaliert werden.

10 Zuckerrübentransport Einsatz der Personen ausschließlich zum Zuckerrübentransport - Der beim Landwirt angestellte Fahrer ist im Rahmen der landw. Dienstleistung ausschließlich tätig -> der Landwirt hat aus den Einnahmen der landw. Dienstleistung 19 % Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen (vgl. Abschnitt Abs. 4 UStAE). Was ist normaler Personalbestand für den Einsatz im eigenen Betrieb? Wie viel muss zur Vermeidung der Ausschließlichkeit das Personal im eigenen Betrieb für die Erzeugertätigkeit eingesetzt werden? Klare Abgrenzung nicht von der Verwaltung vorgegeben!

11 Verkauf zugekaufter Produkte Als zugekaufte Produkte gelten die zum Zwecke der Weiterveräußerung erworbenen Erzeugnisse. Beispiel: Einkauf Dünger netto Für eigene Feldbestellung Warenwert netto Restmenge wird für brutto an Berufskollegen verkauft! Lösung: In verkaufter Restmenge sind 19 % USt enthalten = Vorsteuerabzug (ordnungsgemäße Rechnung) = = Zahlung an das Finanzamt 206

12 Einnahmen aus dem Verkauf von selbst erzeugten Produkten, wenn diese untrennbar mit zugekauften Produkten vermischt werden und die Beimischung des zugekauften Produkts mehr als 25% beträgt Die Erzeugung von Biogas seit Verkauf von selbsterzeugten Produkten der 2. Verarbeitungsstufe vom 1. an (z.b. Dosenfleisch, Wurst, Schinken, usw.) Verkauf von Trinkbranntweinen/Schnaps Seite 12

13 Einnahmen aus der Veräußerung von Erzeugnissen, wenn die zugekauften Vorprodukte z.b. Stecklinge, Pflanzen, Ferkel, Kälber, usw.) nicht mehr als 3 Monate oder nicht bis zur Verkaufsreife gehalten werden Einnahmen aus im Zusammenhang mit Pflanzenlieferungen erbrachten Dienstleistungen (z.b. Pflege- Planungsleistungen, Gartengestaltung), da diese regelmäßig eine einheitliche sonstige Leistung darstellen Einnahmen aus Grabpflegeleistungen Seite 13

14 Einnahmen aus der Abgabe von Speisen und Getränken in Straußen- und Besenwirtschaften Die Unterbringung und Verpflegung von Arbeitnehmern des landwirtschaftlichen Betriebes Einnahmen aus der Gestattung der Teilnahme an Treibjagden und der Gestattung von Einzelabschüssen von Wildtieren Seite 14

15 Bisher unterlag bereits der Regelbesteuerung: Verpachtungen ü Ganzer LuF-Betrieb ü Teilbetrieb ü Gebäude mit Inventar ü Grundstücke Vermietungen an Nichtlandwirte generell Vermietungen an Landwirte von mehr als 12 Monaten Pensionstierhaltung für Reitpferde Seite 15

16 - Dienstleistungen für Nichtlandwirte, die auch nicht der landwirtschaftlichen Produktion dienen Klassiker = Schneeräumen über MR-Tochter GmbH Mögliche Kennzeichnung, dass der Auftraggeber kein Nichtlandwirt sondern ein Landwirt ist, bei dem Urproduktion vorliegt! a) Bestätigung durch Finanzamt Luf-Einkünfte b) Bestätigung durch Steuerberater Luf-Einkünfte c) Mitglied bei der Landw. Berufsgenossenschaft d) Registrierung beim Amt für Landwirtschaft mit eigener Betriebsnummer è Anspruch Förderung = Zahlungsansprüche e) LAK + LKK Pflichtversicherung

17 Ferien auf dem Bauernhof Vermietung einer Dachfläche für eine Photovoltaikanlage Vermietung von Standorten für Mobilfunk Seite 17

18 Vereinfachungsregelung Wenn durchschnittsbesteuernde Landwirte nach dem BMF Schreiben auch regelbesteuernde Umsätze ausführen, braucht trotzdem keine Umsatzsteuer-Erklärung abgegeben und keine Umsatzsteuer gezahlt werden, wenn die Umsätze, die der Regelbesteuerung unterliegen, voraussichtlich im laufenden Kalenderjahr die Umsatzgrenze von 4.000,00 nicht überschreitet. Dies gilt aber nur, wenn der Unternehmer nicht neben dem landwirtschaftlichen Betrieb noch andere der Regelbesteuerung unterliegende Umsätze ausführt (z.b. Gastwirtschaft, Photovoltaikanlage, u.a.). Seite 18

19 Allgemeines zur Umsatzsteuer bei landwirtschaftlichen Betrieben Seite 19

20 Vorsteuerabzug direkt zuordenbare Kosten wie z. B. - Reparaturrechnung für Unfallschaden durch Dienstleistung - Getrennt ermittelter Treibstoffverbrauch 100 % Abzug der Vorsteuer lt. Rechnung Gemeinsame Kosten wie z. B. - Reparaturen wg. allgem. Verschleiss an Maschinen - Treibstoffverbrauch - Ursprüngl. VSt aus Anschaffungskosten der Maschine Aufteilung der VSt im Verhältnis der Umsätze 15 Abs 4 UStG

21 Korrektur der Vorsteuer nach 15a UStG bei Betriebsvorrichtungen Der Vorsteuerberichtigungszeitraum beträgt für Gebäude 10 Jahre und für Betriebsvorrichtungen 5 Jahre. Der BFH hat in seinem Gerichtsbescheid vom entschieden, dass Stalleinrichtungen wesentliche Bestandteile des Grundstücks sind und somit einen Berichtigungszeitraum von 10 Jahren haben. Das Gleiche gilt für fest mit dem Grundstück verbundene Silos, Güllegruben, Fermenter bei Biogasanlagen, u.a.

22 Korrektur der Vorsteuer nach 15a UStG bei Betriebsvorrichtungen - Beispiel Der Landwirt Schlau hatte für seinen landwirtschaftlichen Betrieb optiert und wendet bis zum die Regelbesteuerung an. Zum wurde ein neuer Stall fertiggestellt (Vorsteuer auf die Stalleinrichtung EUR). Bisher war der Berichtigungszeitraum für die Stalleinrichtung zum abgelaufen, sodass Herr Schlau ab 2011 keine Vorsteuerkorrektur durchführen musste. Nun aber muss Herr Schlau ab 2011 noch 5 Jahre je 1/10 von EUR = EUR x 5 Jahre = EUR an das Finanzamt zurückzahlen. Vorteil: Das Gleiche gilt auch andersherum, nämlich bei Beginn der Option.

23 Geschäftsveräußerung im Ganzen bei verpachteten Betrieben Beim Übergang von ganzen Betrieben, z.b. durch Verkauf oder Betriebsübergabe, fällt keine Umsatzsteuer an (sog. Geschäftsveräußerung im Ganzen). Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Erwerber den Betrieb in unveränderter Form fortführt. War jedoch der Betrieb im Zeitpunkt des Übergangs verpachtet, muss ihn auch der Erwerber wieder als verpachteten Betrieb fortführen und nicht selbst betreiben. Sonst liegt keine Geschäftsveräußerung im Ganzen vor.

24 Geschäftsveräußerung im Ganzen bei verpachteten Betrieben Dies hat zur Folge, dass bei der Übergabe des Betriebes an den bisherigen Pächter eine erhebliche Umsatzsteuerzahllast anfallen kann, wenn der Übergeber kein Kleinunternehmer ist. Um dies zu vermeiden, wurde eine Änderung des Gesetzes angestrebt. Bisher ohne Erfolg Ausweg Option beim Übernehmer

25 Innergemeinschaftlicher Erwerb 1 a UStG Pauschalierender Landwirt unterliegt im Grunde nicht dem Innergemeinschaftlichen Erwerb è Voraussetzung: I. Gesamtbetrag der Entgelte im Vorjahr < II. Voraussichtliche Entgelte im lfd. Kj. < Wenn Grenzen überschritten werden, zahlt der pauschalierende Landwirt die ausländischen Umsatzsteuersätze. Diese kann nicht als Vorsteuer abgezogen werden.

26 Innergemeinschaftlicher Erwerb 1 a UStG Verzicht auf die Anwendung der Erwerbsschwelle I. Zuteilung Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vom Bundeszentralamt II. Vorlage der Nummer beim EU-Lieferanten = steuerfreie Lieferung d. h. ohne ausländische Steuerbelastung III. Zahlung der deutschen Umsatzsteuer Macht das einen Sinn? Ja, wenn ausländische Umsatzteuer höher ist als die Deutsche. Bindung der Option mindestens zwei Kalenderjahre 1 a Abs. 4 UStG

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