Vermögensverwalter. PolyReg attestierte auch ohne Kenntnis der Geldflüsse, dass IPCO die Vorgaben des Geldwäschegesetzes voll und ganz erfüllte...

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1 PolyReg attestierte auch ohne Kenntnis der Geldflüsse, dass IPCO die Vorgaben des Geldwäschegesetzes voll und ganz erfüllte... PolyReg trat im Fall IPCO nicht zufällig als Selbstregulierungs-Organisation (SRO) auf, mit Betonung auf selbst. In grob fahrlässiger Weise hatte sie alles so reguliert, was das Geldwäschegesetz GwG gerade verletzt: PolyReg stellte IPCO zwar stets Alles-Okay-Atteste aus, hatte sich aber nie für Rechenschafts- oder gar für Revisionsberichte interessiert. Der Clou: IPCO hatte über solche auch gar nicht verfügt. Die IPCO-Revisorin (mal die Stauffacher Treuhand AG mal die Interfundus AG an gleichem Glarner Domizil) hatte trotz der hohen Geldtransfers von IPCO pro Geschäftsjahr nur ein einziges Blatt als Revisionsbericht produziert und dieses jeweils Bericht der Revisionsstelle genannt. Die Millio nen-transfers zwischen IPCO und Madrid waren der Revisorin nämlich nicht bekannt (vgl. Seiten 52-55). Laut Akte hatte die Interfundus AG nur die Kontenverbindungen, nicht aber die Transaktionen gekannt (vgl. Seite 51). Eine ordentliche Buchhaltung bei IPCO wurde durch die Bankauszüge der Glarner Kantonalbank ersetzt. Diese wurden durch die IPCO-Geschäftsleitung kurzum zum Bankgeheimnis erklärt. Um selber ahnungslos zu bleiben, eignete sich die Revisorin diese Haltung ebenfalls an. Den fehlenden Revisor regulierte PolyReg auch gleich selbst (vgl. Seite 29), indem sich eine Kurt Metz Treuhand und Revisions AG noch 2003 irreführend und missbräuchlich als Revisor (der PolyReg) ausgab. Im Jahr davor hatte Metz die PolyReg-zertifizierte IPCO noch als Revisor einer TBO Revisions AG geprüft. Die Metz sche Revisions AG stempelte mit Revisor, obwohl sie nur kontrollierte, ob das IPCO-Personal auch tatsächlich über eigene Ausweise verfügt. Der fragwürdige Prüfungsstandard von PolyReg hatte von IPCO nur folgende Papiere verlangt: Wohnsitzbescheinigungen des Personals / Kopie Niederlassungsbewilligung des Personal / nicht beglaubigte Kopie Reisepass oder Identitätskarte des Personals / selbst verfasster Lebenslauf / allfällige Diplome (z.b. einer amerikanischen University, vgl. Seite 4), und weiteren, in Sachen Einhaltung des GwG irrelevanten Kram. Metz führte 2002 und 2003 zwei ausserordentlich anspruchslose Prüfungen auftrags PolyReg durch. Wo nicht kontrolliert werden konnte (wie z.b. der zuletzt ca. 100 Mio. umfassende Kapitalabfluss an den Broker Tages Anzeiger in Madrid) verliess sich Metz auf mündliche Auskünfte von Geschäftsführer REINA. Anlässlich seines Aufenthalts im Kaffeeraum von IPCO vom 24. April 2002 (vgl. Seiten 19-27) und 15. Mai 2003 (vgl. Seiten 29-37) hatte Widmer-Schlumpf sich nur für Formales, aber nicht verärgert für die Finanz-Transfers via Madrid und Liechtenstein interessiert. Vermögensverwalter Fragen und Antworten glichen sich bei den PolyReg-Prüfungen von 2002 und 2003 fast aufs Haar. Einzig bei Der Bundesrat will einen griffigeren Anlegerschutz durchsetzen. Die unabhängigen der Frage nach der sicheren Verwahrung lautete die Antwort einmal Ja, ISO 9001 zertifiziert (vgl. Seite Vermögensverwalter und ihre Selbstregulierungsorganisationen befürchten höhere Kosten und 23) weniger und Kompetenzen. einmal Ja, feuerfester Tresor (vgl. Seite 33). Obwohl es sich bei IPCO nach Auffassung von Poly- Reg um einen Finanz-Intermediär handelte, hatten die Verschiebungen der Kundengelder im Umfang von rund 125 Mio. bei PolyReg niemanden interessiert. Bundeshausredaktor Es reichte der Selbst- Regulierungs- Von Andreas Valda um die Sache bezüglich IPCO auf den Punkt zu bringen wenn der Start- Stichworte Coupon beim Papierabroller im Gäste-WC ordentlich Finanzkrise zu einem Dreieck gefaltet war. Eveline Widmer Schlumpf Banken Es mag sein, dass die PolyReg SRO inzwischen Finanzpolitik seriöser Finma vorgeht und einen Nonvaleur wie IPCO schon an fehlenden Rechenschaftsund Revisionsberichten erkennt. Nur bringt dies den IPCO-Gläubigern nicht viel. Eine Lösung ist aber vielleicht schon bald im Gange. Interessen-Gemeinschaft IPCO Mit der Finanzkrise kamen viele Anleger zu Schaden. Milliarden von Franken Vermögen lösten sich wegen Betrugsfällen und verheimlichten Risiken auch in der Der Tages-Anzeiger publizierte Ende März 2014 in Sachen SRO einen Übersichts-Artikel, vgl. Seiten Das Märchen vom Devisenhandel 1 Die «Kleeblatt» Reform von Eveline Widmer Schlumpf. (Für eine grössere Ansicht klicken Sie auf das Bild.)

2 PolyReg Allg. Selbstregulierungsverein Florastrasse 44, 8008 Zürich, Tel Fax / PolyReg Services GmbH, in Z ü r i c h, CH , Schulen von Finanzintermediären, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (SHAB Nr. 81 vom , S. 17, Publ ). Ausgeschiedene Personen und erloschene Unterschriften: Sidler, Raoul Charles, von Küssnacht SZ, in Zürich, Gesellschafter und Geschäftsführer, mit Einzelunterschrift, mit einer Stammeinlage von CHF Eingetragene Personen neu oder mutierend: Spahni, Thomas, von Winterthur und Köniz, in Zollikon, Gesellschafter und Geschäftsführer, mit Einzelunterschrift, mit einer Stammeinlage von CHF Tagebuch Nr vom ( / CH )...residiert ebenfalls an der Florastrasse 44, 8008 Zürich Raoul Charles Sidler Aktuell tätig für: LGT Bank (Switzerland) Ltd. Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 2 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 7

3 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 3 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 17

4 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 4 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 18

5 Mit solchem Gschmäus gab sich PolyReg bereits zufrieden. Rechenschafts- oder gar Revisionsberichte benötigte sie für die Erteilung ihrer Unbedenklichkeits-Atteste nicht. Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 5 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 19

6 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das und Märchen andere vom Zertifikate Devisenhandel 20 6

7 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das und Märchen andere vom Zertifikate Devisenhandel 21 7

8 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO Das ISO- Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 22 8

9 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das und Märchen andere vom Zertifikate Devisenhandel 23 9

10 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 10 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 24

11 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 11 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 25

12 IPCO wurde von Poly-Reg und der EBK/ FINMA als blütenweiss seriöses Unternehmen geführt. Um dies zu erreichen, reichten moderate Anwaltskosten aus. Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 26 12

13 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das ISO- Märchen und andere vom Devisenhandel Zertifikate 33 13

14 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 14 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 34

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18 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 18 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 38

19 TBO Revisions AG, Kurt Metz Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 19

20 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 20

21 Mit Ausnahme der Kapitalabflüsse nach Madrid hatte Meister Metz alles im Griff... Auf Basis dieser Auslassungen rapportierte Kurt Metz die hier hervorgehobene Märchenstunde. Ginge es nicht um grob fahrlässige Handlungen zum Nachteil der IPCO- Anleger, so wäre jede seiner Zeilen ein Lacher Unterschrift REINA Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 21

22 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 22

23 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 23

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25 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 25

26 Hier ging Herr Metz ebenfalls grandios fehl: Reina = gelernter Sanitärinstallateur Garcia = keinen Beruf erlernt Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 26

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28 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 28 teressen-gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 40

29 Kurt Metz Treuhand und Revisions AG, Zürich ging laut HR am in Liquidation. Zu diesem Zweck zog die AG per Oktober 2014 noch kurz an die Pfingstweidstrasse 102B um. Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 29

30 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 30

31 2003 Unterschrift REINA Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 31

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38 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 59 38

39 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 60 39

40 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 61 40

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44 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 65 44

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47 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 47 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 68

48 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 48 Interessen-Gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 69

49 essen-gemeinschaft IPCO ISO- und andere Zertifikate 39 Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 49

50 Interessen-Gemeinschaft IPCO IPCO ISO- Das Märchen und andere vom Zertifikate Devisenhandel 70 50

51 Die Revisoren kannten nur die IPCO-Kontenverbindungen, mehr nicht... Interessen-Gemeinschaft IPCO SGS zog Das IPCO-Revisionsberichte Märchen vom Devisenhandel nicht bei 51 7

52 Interessen-Gemeinschaft IPCO SGS zog Das IPCO-Revisionsberichte Märchen vom Devisenhandel nicht bei 52 4

53 Zentner zeichnete ab als Verwaltungsratspräsident von IPCO Interessen-Gemeinschaft IPCO SGS zog Das IPCO-Revisionsberichte Märchen vom Devisenhandel nicht bei 53 5

54 Die Revisoren - Stauffacher Treuhand AG - Interfundus AG (beide Hauptstr. 49, 8750 Glarus) kannten nur die Saldi nicht aber den Zahlungsverkehr... Interessen-Gemeinschaft IPCO SGS zog Das IPCO-Revisionsberichte Märchen vom Devisenhandel nicht bei 54 8

55 Der Kassensaldo wurde allerdings auch früher nicht auf seine Richtigkeit geprüft die Kassenbuchführung war dafür viel zu kriminell... Freunde der gepflegten Kassenbuchführung lassen sich die bestimmt unübertrefflichen Meriten unter der Rubrik Spendable IPCO-Kasse zu Gemüte führen, auf Interessen-Gemeinschaft IPCO Strafanzeige gegen SGS IPCO-Revisions- zog Das IPCO-Revisionsberichte Märchen & vom Treuhand-Firmen Devisenhandel nicht bei 55 93

56 Wie IPCO und Polyreg zwischen März 2000 und September 2004 zusammen kamen Interessen-Gemeinschaft IPCO Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 56 Zu den Eskapaden von IPCO-Anwalt Bertisch 17

57 Interessen-Gemeinschaft IPCO Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden von IPCO-Anwalt Bertisch 18 Das Märchen vom Devisenhandel 57

58 Garcia stand demnach in einem Klienten-Verhältnis zum IPCO-Anwalt wie auch Reina und Niggli... Interessen-Gemeinschaft IPCO Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden von IPCO-Anwalt Bertisch 19 Das Märchen vom Devisenhandel 58

59 Nach den guten Erfahrungen mit SGS, Polyreg und dem GwG-Büro (diese hatten ihr eine Swiss Quality Flagge angedient) wollte IPCO mit fiktivem Devisenhandel auch nach Südamerika expandieren... Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden Das Märchen von IPCO-Anwalt vom Devisenhandel Bertisch 59 20

60 Von Nov.98 Aug.2005 hatte IPCO- Für die IPCO-Gläubiger blieb noch ein Überschuss von Fr übrig. Anwalt Dr. Bertisch Fr Diesen sonderte er freundlicherweise zugunsten der Konkursmasse ab. an Kundengeldern verbraucht. Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden Das Märchen von IPCO-Anwalt vom Devisenhandel Bertisch Interessen-Gemeinschaft IPCO

61 Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden von IPCO-Anwalt Bertisch 35 Das Märchen vom Devisenhandel 61 Interessen-Gemeinschaft IPCO

62 Interessen-Gemeinschaft IPCO Zu den Eskapaden Das Märchen von IPCO-Anwalt vom Devisenhandel Bertisch 6236 Interessen-Gemeinschaft IPCO

63 Tages Anzeiger Widmer-Schlumpf verärgert Vermögensverwalter Der Bundesrat will einen griffigeren Anlegerschutz durchsetzen. Die unabhängigen Vermögensverwalter und ihre Selbstregulierungsorganisationen befürchten höhere Kosten und weniger Kompetenzen. Von Andreas Valda Stichworte Finanzkrise Eveline Widmer Schlumpf Banken Finanzpolitik Finma Mit der Finanzkrise kamen viele Anleger zu Schaden. Milliarden von Franken Vermögen lösten sich wegen Betrugsfällen und verheimlichten Risiken auch in der Schweiz in Luft auf empfahl die Finanzmarktaufsicht (Finma), einen griffigeren Anlegerschutz einzuführen. Der Bundesrat bestellte bei Finanzministerin Eveline Widmer Schlumpf ein Gesetz, das Fidleg. Der Entwurf soll im Juni publiziert werden. Doch bereits wird im Hintergrund heftig darüber gefochten, wer diesen Anlegerschutz überwachen soll: die Finma oder die unabhängigen Vermögensverwalter selbst? Schätzungen zufolge gibt es 3000 bis 8000 Vermögensverwalter. Laut Insidern sind das häufig Einzelpersonen oder zwei, drei Leute in einer Kleinfirma, die nach einer Bankkarriere Kunden «mitgenommen» haben und deren Vermögen investieren. Heute unterstehen sie der Sorgfaltspflicht des Geldwäschereigesetzes. Je nach Geschäftsmodell kommen weitere Regeln dazu etwa, wenn die Verwalter Fonds vermitteln. Die «Kleeblatt» Reform von Eveline Widmer Schlumpf. (Für eine grössere Ansicht klicken Sie auf das Bild.) Die Redaktion auf Twitter Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem folgen «Upgrade» oder abschaffen? Im Kampf gegen die Geldwäscherei entschied sich die Politik 1997 für ein duales Überwachungssystem: Die Banken wurden der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) unterstellt die unabhängigen Vermögensverwalter der Selbstregulierung. Es entstanden die Selbstregulierungsorganisationen (SRO). Heute gibt es elf davon, acht gehören zu Branchenverbänden wie die der Anwälte und Notare. Drei SRO sind allen Finanzvermittlern zugänglich. Der grösste ist der Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen (VQF) mit 1500 Mitgliedern, sein politisches Aushängeschild ist der Bündner FDP Ständerat Martin Schmid. Die zweitgrösste SRO ist Polyreg mit 1100 Mitgliedern. Ihr Bannerträger ist der frühere SVP Nationalrat Hans Kaufmann. Interessen-Gemeinschaft Die SRO üben heftig IPCO Kritik an den Plänen in Bundesbern. Sie wollen keine Das Märchen vom Devisenhandel 63

64 Die SRO üben heftig Kritik an den Plänen in Bundesbern. Sie wollen keine Unterstellung und keine Änderungen. Die Steuerungsgruppe im Finanzdepartement (EFD) unter der Leitung des Chefjuristen Daniel Roth skizzierte hingegen zwei Varianten: Ausbau oder Abschaffung. Entweder sollen die SRO ein «Upgrade» erhalten und zu «Aufsichtsorganisationen» werden «in Form einer gesteuerten Selbstregulierung», sagt Roth, oder die Vermögensverwalter werden der Finma direkt unterstellt wie Banken. Das EFD bevorzugt die erste Variante. «Degradierung» Die Erhaltung des Status quo scheint ausgeschlossen, denn Widmer Schlumpf ist entschlossen, im Anlegerschutz «alle Finanzintermediäre» den neuen Regeln zu unterstellen auch die unabhängigen Vermögensverwalter. «Das Ziel ist, gleich lange Spiesse für alle Finanzmarktteilnehmer zu schaffen und damit auch den Wettbewerb zu fördern», so Roth. Gleichzeitig arbeitet das EFD an einem vom Fachleuten als «Kleeblatt Reform» bezeichneten Vorhaben, die Aufsicht neu zu organisieren. «Künftig sollen vier Gesetze den Finanzmarkt regeln: das Finanzmarktaufsichtsgesetz, das Finanzinfrastrukturgesetz, das Finanzinstitutsgesetz und das Finanzdienstleistungsgesetz. Dabei könnte das Bankengesetz im Finanzinstitutsgesetz aufgehen», bestätigt Roth. Zum Chef-Juristen des EFD, Daniel Roth, siehe auch unter die_finma/persoenlichkeiten_ rund_um_die_finma.pdf und die_finma/wie_die_finma_ den_fall_nicstic_umging.pdf Am heftigsten opponiert Polyreg. Das vom EFD geplante «Upgrade» der SRO sei «sehr zu hinterfragen», sagt Polyreg Geschäftsführer Matthias Schaad. «Eine SRO verkäme zu einer reinen Vollzugsstelle der Finma. Die neue Aufsichtsorganisation käme einer Degradierung der heutigen SRO gleich.» Überhaupt seien neue Aufsichtsorganisationen unnötig. «Die SRO in der heutigen Form wären ohne weiteres befähigt, auch Regeln des Anlegerschutzes zu überwachen, zumal sie dies heute bereits tun.» Wie arbeitet eine SRO? Ihre Mitgliedsfirmen werden jährlich von Experten auf die Einhaltung der Geldwäschereinormen überprüft. Vermögensverwalter müssen zudem seit 2009 Standesregeln einhalten, die den Mindestregeln der Finma entsprechen. Ein Beispiel ist die Erstellung eines Kundenprofils, das definiert, wie risikofähig ein Anleger ist. Die Polyreg sammelt jährlich rund 900 Prüfatteste, die ihre zehn Mitarbeiter auswerten. Bis zu Franken Busse Leuchten die Warnlampen, muss sie nachhaken und bei Verstössen Sanktionen aussprechen mit Bussen von 300 bis Franken. Im Schnitt sind es Franken pro Fall. «Zuletzt wurden rund 120 Sanktionsverfahren geführt. Die Abschlussrate beträgt über 80 Prozent die Verfahrensdauer im Schnitt 55 Tage», sagt Schaad. Die Finma kontrolliert die Polyreg jährlich vor Ort mit vier Leuten. Sie schauen stichprobenweise in Dossiers hinein und erstellen einen Bericht mit Empfehlungen. Einigen Empfehlungen hat sich Polyreg widersetzt, indem sie auf ihre gesetzliche Autonomie pochte. Wenn die Finma regulieren wolle, solle sie dies mit gerichtlich anfechtbaren Rundschreiben tun, sagt Schaad. Der Trumpf der SRO sei die Zugänglichkeit, die Geschwindigkeit, die Kontinuität und die tiefen Kosten, sagt Schaad, der die Polyreg seit 7 Jahren führt: «Wir bieten Kontinuität, während bei der Finma die für uns zuständigen Personen fast jedes Jahr wechseln.» Seit 2009, als die Finma Nachfolgerin der EBK wurde, sind die Fronten verhärtet. «Die frühere Aufsicht der SRO durch die Kontrollstelle für Geldwäscherei erfolgte im kooperativen Geist einer Aufsichtspartnerschaft. Mit der Finma ist die Zusammenarbeit hierarchischer geworden. Das bedauern wir.» Sie ist auch viel aufwendiger. «Wer schon mit der Finma zu tun hatte, weiss, dass der Aufwand mit ihr wesentlich grösser ist als mit einer SRO», bestätigt der Berner Rechtsprofessor Peter V. Kunz, der Aufsichtsrecht lehrt. Sollten die SRO zu Aufsichtsorganisationen werden, wie es Widmer Schlumpf plant, könnte das für viele Vermögensverwalter das Ende sein, weil der Aufwand einer jährlichen Prüfung zu gross wäre. Interessen-Gemeinschaft Die direkte Aufsicht IPCO bei der Finma kostet laut Polyreg im besten Fall rund 7000 bis Das Märchen vom Devisenhandel 64

65 Die direkte Aufsicht bei der Finma kostet laut Polyreg im besten Fall rund 7000 bis Franken jährlich, bei Polyreg 3000 bis 5000 Franken. Die Aufnahmegebühren der Finma betragen Franken bei Polyreg rund 2000 Franken. Ihre 31 externen Prüfer, «allesamt mittelständische Betriebe» und anerkannte Wirtschaftsprüfer oder Anwälte, arbeiten verbindlich für rund 200 Franken pro Stunde, während die Finma meist mit grossen Prüfgesellschaften bei Stundentarifen von 400 bis 600 Franken kooperiert. Zudem schult die SRO jährlich 1200 Personen in Pflichtschulungen. Die Finma tut das nicht. «Sollten die SRO in Aufsichtsorganisationen umgewandelt werden, verlieren sie die Vorteile, die sie heute auszeichnen», sagt Kunz, «sonst könnte man sie geradeso gut in die Finma integrieren.» Im Grossen und Ganzen habe sich «die Selbstregulierung bewährt». Besser Finma Unterstellung? Eine solche Integration fordert Monika Roth, Basler Anwältin und Professorin für Compliance und Finanzmarktrecht an der Hochschule Luzern: «In der künftigen Aufsicht ist eine direkte Unterstellung aller Finanzintermediäre unter die Finma vorzuziehen. Damit wäre eine einheitliche Aufsicht fachlich wie regulatorisch sichergestellt. Einheitliche Regeln und eine einheitliche Durchsetzung das ist zentral.» Die Finma müsste wachsen, aber wohl «nur im Umfang des Bestandes der heutigen SRO». Roth sagt, das System der SRO habe sich nicht bewährt, weil die Qualität der SRO sehr unterschiedlich sei. Die Finma habe den gesetzlichen Auftrag, eine einheitliche, kohärente Aufsicht durchzusetzen. Sich der Finma zu widersetzen, das gehe gar nicht. Dies gelte auch für künftige Bestimmungen. «Es ist zweifelhaft, ob die SRO auch künftige Bestimmungen des Anlegerschutzes so überwachen könnten, dass ein gleichmässiger Standard garantiert wird. Die Reibungsverluste zwischen der Finma und den SRO wären wohl zu gross.» Recht gibt sie Polyreg in Bezug auf die Kosten. Doch dieses Problem sei lösbar. «Die bisherigen externen Prüfpersonen der SRO aus Klein und Mittelbetrieben könnten auch von der Finma zur externen Prüfung herangezogen werden. Honoraransätze zur externen Prüfung könnte die Finma ebenso vorgeben, wie es heute beispielsweise die SRO Polyreg tut», erklärt Roth. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet) (Erstellt: , 07:13 Uhr) Interessen-Gemeinschaft IPCO Das Märchen vom Devisenhandel 65

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