ISPA-Arbeitspapier 2014

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1 ISPA-Arbeitspapier 2014 (1. Ausgabe 2009) Datenerhebung mit ISPA-Standardfragebogen Autor: Prof. Dr. Karl-Friedrich Ackermann Einladung zum Dialog Immer wieder werden an uns Fragen gestellt, die die Datenerhebung im Prozess der Mitarbeiterbefragung betreffen. Es sind viele Fragebogen im Umlauf. Im folgenden wird der ISPA-Standardfragebogen anhand von 13 ausgewählten Stichworten erläutert. Für notwendige Vertiefungen verweisen wir auf die umfangreiche Fachliteratur. Wir laden ein zum Dialog und bedanken uns schon jetzt bei unseren Lesern für Anregungen, Stellungnahmen und Kritik. Seite 1/13

2 Datenerhebung mit ISPA-Standardfragebogen (I) (1) Anwendung: Printbefragung, Online-Befragung oder auch beides (Hybrid-Befragung) für verschiedene Zielgruppen (2) Themengebiete: 15 Teilaspekte der Arbeitssituation, die aus Sicht der Unternehmen und/oder aus Sicht der MitarbeiterInnen wichtig sind von A = Arbeitszeit bis Z = Ziele Grundlage: sozialwissenschaftliche Wichtigkeitsforschung Visualisierung: das ISPA-Auge (= Wichtigkeitsdarstellung); vgl. Anlage 1 (3) Anzahl der Fragen: insg. 98; 3 bis 11 Einzelfragen je Themengebiet (nach Bedarf und Wunsch des Auftraggebers frei variierbar; vgl. Nr. (11)) (4) Art der Fragen: Einstellungsfragen Zufriedenheitsfragen Bedeutungs- / Wichtigkeitsfragen Meinungsfragen Zuordnungsfrage: Demographische Frage: (z.b.: Ich bin stolz darauf, für meine Firma zu arbeiten) (z.b.: Ich bin zufrieden mit Arbeitszeitregelung) (z.b.: Wie wichtig ist Zufriedenheit mit Arbeitszeit?) (z.b.: Ich sehe gute Möglichkeiten für mein berufliches Fortkommen ) (z.b.: Ich gehöre zur Auswertungseinheit xy) (z.b.: Ich gehöre zur Altersgruppe Jahre) Seite 2/13

3 Datenerhebung mit ISPA-Standardfragebogen (II) (5) Form der Fragen: Geschlossene Fragen + offene Fragen zur Ergänzung (6) Quantitative Messung: (geschlossene Fragen) Vierer-Skalen ( Stimme voll zu, stimme eher zu, stimme eher nicht zu, stimme gar nicht zu ); Umrechnung in Fünfer-Skalen möglich, auch umgekehrt (7) Auswertung offene Fragen: Qualitative und quantitative Inhaltsanalyse mit CAQDAS NVIVO; Ergebnisdarstellung in Form von Wortwolken, Säulendiagrammen und / oder Spinwebs (8) Anonymitätssicherung: Dokumentierte Maßnahmenplanung der ISPA consult zur Anonymitätssicherung gemäß Bundesdatenschutzgesetz für Print- und Online-Befragungen, geschlossene und offene Fragen (9) Qualitätssicherung: Prüfung des Fragebogen anhand standardisierter Qualitätskriterien wie z.b. Validität, Reliabilität, Objektivität u.a.; siehe dazu Nr. (11) (10) Mehrsprachigkeit: Standardfragebogen in Deutsch; Übersetzungen nach Bedarf für deutsche Unternehmen mit ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Englisch, Spanisch und / oder Landessprachen; bei Online-Befragungen freie Sprachenauswahl möglich (11) Flexibiltät ( Customizing ) Anpassung des Standardfragebogens nach Form und Inhalt in Abstimmung mit dem jeweiligen Auftraggeber. Dazu gehört auch die Übernahme von Einzelfragen aus früheren Mitarbeiterbefragungen des Unternehmens. Zusätzlich zu den generellen, unternehmensweiten Einzelfragen im Fragebogen können spezielle Fragen gestellt werden, die nur eine oder einige wenige Organisationseinheiten betreffen. Zum Abstimmungsprozess siehe Nr. (13) Seite 3/13

4 Datenerhebung mit ISPA-Standardfragebogen (III) (12) Qualitätskriterien zur Messung der Fragebogengüte Qualitätskriterien Erläuterungen Unterkriterien Ausprägung Validität Gibt an, ob der Fragebogen das Merkmal, das gemessen werden soll, auch tatsächlich misst Konstruktvalidität (Ähnlichkeit des zu untersuchen-den Merkmals zu anderen-ähnlichen-merkmalen) Inhaltliche Validität (Expertenurteile) Kriteriumsvalidität (Korrelationen zwischen Befragungsergebnis und daraus abgeleiteten Prognosen) sehr hoch sehr hoch n.e. Reliabilität Maß für die Zuverlässigkeit (Genauigkeit) der Messung, unabhängig von dem, was der Fragebogen messen soll Cronbach s Alpha (interne Konsistenz) Split Half Methode Test - Retest - Verfahren 0,851 bis 0,905 *0,797 bis 0,859 ** n.e. Objektivität Grad der Unabhängigkeit der Befragungsergebnisse von Rahmenbedingungen, z.b. von subjektiven Einflussnahmen des zuständigen Projektleiters für die Mitarbeiterbefragung, von einzelnen Vorgesetzen etc. Durchführungsobjektivität (während der Durchführung) Auswertungsobjektivität (während der Auswertung) sehr hoch sehr hoch Nebengütekriterien Weniger wichtige Gütekriterien im Vergleich mit den oben genannten Hauptgütekriterien Normiertheit Vergleichbarkeit Ökonomie Nützlichkeit Erfüllt * Für Cronbach s Alpha sind Werte zwischen - und 1,0 möglich. Gefordert: α 0,7; alle ermittelten α-werte für verschiedene MAB-Projekte der ISPA consult liegen deutlich darüber. * * Für verschiedene MAB-Projekte der ISPA consult ermittelt Seite 4/13

5 Datenerhebung mit ISPA-Standardfragebogen (IV) (13) Design des Fragebogens als interaktive Kunden-Lieferanten-Beziehung ISPA consult (Lieferant) Kommunikationsmodell Sender (Empfänger) Empfänger (Sender) Auftraggeber (Kunde) ISPA-Standardfragebogen als Diskussionsgrundlage Unternehmensspezifische Änderungswünsche (z.b. Zusatzfragen, Streichung von Fragen, Umformulierungen) Überarbeiteter Fragebogen Genehmigter Fragebogen Besondere Serviceleistungen nach Vereinbarung (z.b. Druck des Fragebogens) Typische Abweichungen vom Standardschema Mehrmaliger Austausch von Änderungswünschen und überarbeitete Fragebogen-Versionen zwischen Auftraggeber und ISPA consult; Vertretung ISPA consult im Projektteam des Auftraggebers mit der Folge, dass der Austausch von Änderungswünschen und Überarbeitungen mehr oder weniger nach innen verlagert wird; mehrstufige Genehmigung (Verabschiedung) des Fragebogens durch zuständiges Projektteam folgt Genehmigung durch Vorstand/ Geschäftsleitung und ggfs. die Zustimmung des Betriebsrates Seite 5/13

6 Anlagenverzeichnis Anlage 1: Darstellung der abgefragten Themengebiete in Form des ISPA Auges 7 Seite Anlage 2: Sicherstellung der Qualität des ISPA-Standardfragebogens 8 Anlage 3: Messen und alternative Skalenniveaus 9 Anlage 4: Korrelationen zwischen verschiedenen Merkmalen 10 Anlage 5: Signifikanztests 13 Seite 6/13

7 Anlage 1: Darstellung der abgefragten Themengebiete in Form des ISPA Auges Weiterbildung/ Karriere Unternehmens- Kultur Information Kommunikation Tätigkeit Arbeitszeit Sozialleistungen Abläufe/ Strukturen Vorgesetzter Entgelt Kollegen Verbundenheit Arbeitsbedingungen Visionen, Ziele u. Strategien Management Seite 7/13

8 Anlage 2: Sicherstellung der Qualität des ISPA-Standardfragebogens Schritte zur optimalen Fragebogenqualität: Klare Formulierung des Untersuchungsziels gemeinsam mit Auftraggeber Bereitstellung eines vielfach erprobten und gesicherten Standard-Fragebogens mit der Möglichkeit zur unternehmensspezifischen Anpassung (s. Nachweis für die Qualität des ISPA-Standardfragebogens) Neugestaltung eines Fragebogens auf Basis eines umfangreichen Fragenkatalogs mit erprobten Items inkl. Angebot zum Pretesting des Fragebogens zur Prüfung der Fragebogenqualität Berücksichtigung der Leitlinien zur Formulierung von Items: möglichst einfache Sprache und Ausdruckswiese der jeweiligen Organisation möglichst kurz und prägnant formulieren Sachverhalte möglichst eindeutig ansprechen und nicht gleich zwei oder mehr Inhalte kombinieren (ggf. lieber mehrere Fragen stellen) möglichst spezifisch sein keine Verneinungen einbauen nicht zu extrem formulieren modische Ausdrucksweisen vermeiden Berücksichtigung der Leitlinien zur Fragebogengestaltung: Titelblatt und Einleitung: Deckblatt mit Titel, Unternehmen/Geschäftsbereich; 2. Blatt mit Leitfaden und Erläuterungen zum Fragebogen Erhebung der demographischen Items: Eindeutige Kennzeichnung der statistischen Fragen, Items z.b. nach Etikettenmethode erheben Layout der inhaltlichen Itemblöcke: themenspezifische Item-Erhebung, Abschluss des Themenblocks mit Alles in allem -Frage Erstellung eines medienspezifischen Fragebogen-Designs mit hoher Benutzerfreundlichkeit zur Verringerung der Abbruchrate Qualitätskontrolle vor Anwendung des Fragebogens Seite 8/13

9 Anlage 3: Messen und alternative Skalenniveaus Seite 9/13

10 Anlage 4: Korrelationen zwischen verschiedenen Merkmalen ; Kendalls Tau) Seite 10/13

11 Anlage 4: Korrelationen zwischen verschiedenen Merkmalen Je größer x (z.b. Zufriedenheit mit Information/Kommunikation ), desto größer y (z.b. Zufriedenheit mit Vorgesetzten ) und umgekehrt; ebenso gilt: je kleiner x, desto kleiner y und umgekehrt Seite 11/13

12 Anlage 4: Korrelationen zwischen verschiedenen Merkmalen Seite 12/13

13 Anlage 5: Signifikanztests p < 0.05 = p < 0.01 = p = Seite 13/13

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