Organisatorische Einbettung von E-Learning an deutschen Hochschulen

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1 Organisatorische Einbettung von E-Learning an deutschen Hochschulen Dr. Andreas Breiter Prof. Dr. Herbert Kubicek Arne Fischer Christian Wiedwald Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH Forschungs- und Beratungsinstitut an der Universität Bremen Am Fallturm Bremen Hamburg, Agenda Ausgangssituation und Auftrag Vorstellung eines Kriterienrasters zur Einordnung der Einbettung Kurzdarstellung von 6 Fallbeispielen Darstellung von 6 Thesen auf Basis eines Zukunftsszenarios 2

2 Ausgangssituation Verstärkte E-Learning-Initiativen an fast allen deutschen Hochschulen in den letzten Jahren Zahlreiche (oft) nicht zusammenhängende Einzelaktivitäten, die aus Forschungsprojekten entstanden sind Unterschiedliche Ausprägungen bei der Umsetzung und insbesondere bei der organisatorischen Einbettung Umfang des Gutachtens:! Kurzdarstellung verschiedener Beispiele deutscher Hochschulen! Schwerpunkt Verwaltungsintegration! Formulierung von Thesen! Synopsenhafte Darstellung der Ergebnisse 3 Grundidee: E-Learning braucht E-Administration E-Learning? E-Administration 4

3 Matrix für die Einordnung der verschiedenen Ansätze Organisationsform Ebenen der Einbettung studiengangsweit hochschulweit hochschulübergreifend hochschulintern extern Dienstleister / Kompetenzzentren Erweiterung bestehender Einrichtungen Vernetzung / Koordination bestehender Einrichtungen Neue Einrichtung Betrieb, techn. Service & Support Qualifiz. & Pädag. Support Content- Entwicklung Verwaltung Marketing QSE Aufgaben 6 Fallbeispiele 7

4 Selektionsprozess zur Auswahl der Fallbeispiele Universitäten und Hochschulen Experten- Interviews HIS Gutachten zu BMBF Projekten Grobfilter 30 Institutionen Desk Research (auf Basis der Einbettungskriterien) Experteninterviews Feinfilter Intensivere Analyse (Eignung als Beispiel bzw. Dopplung) 6 Fallbeispiele 8 Fallbeispiel 1: Hochschule Bremen, Multimedia-Kompetenzzentrum / AULIS Schwerpu Strategiee / Technikb Neue hochschulweite verstetigte Einrichtung zur Steuerung und Koordination des Einsatzes neuer Medien in der Lehre Schwerpunkte! Betrieb, technischer Service und Support! Qualifizierung & pädagogischer Support Projekt AULIS:! niedrigschwelliges Angebot! Schaffung eines Leitbildes für das E-Learning Angebot der HS- Bremen! Zentrale Bereitstellung einer Lernplattform! Neue Medien eröffnen Handlungsräume Infrastruktur Lernplattform MMCC Support Qualifizierung Information 9

5 Fallbeispiel 2: Universität Paderborn / Zentrum für IT-Dienste (ZIT) Erweiterung des Rechenzentrums zum Zentrum für IT-Dienste Angebot hochschulweiter Dienstleistungen Schwerpunkte:! Betrieb und technischer Service & Support! Pädagogischer Support! Verwaltungsintegration Modularer Aufbau einer Dienste-Infrastruktur, Schnittstellendefinition zur Integration in bestehende Systeme Niedrigschwelliges Angebot in Hinblick auf Alltagstauglichkeit Universität Paderborn E-Learning-Einbettung in Verwaltungsprozesse unbedingt erforderlich " erfordert aber Reorganisation der Hochschule 10 Fallbeispiel 3: Fernuniversität Hagen Besondere Stellung als Fernuniversität Erweiterung der Aufgaben des Rechenzentrums Schwerpunkte:! Betrieb und technischer Service & Support! Zentral organisierte, durchgehende Verwaltungsintegration (ab Immatrikulation papierlos ) Prüfungsverwaltung Veranstaltungsverwaltung Studierendenverwaltung Zentrale Datenbasis Schnittstelle Lernplattform 11

6 Fallbeispiel 4: Universität Freiburg / NewMediaNet Hochschulweite Vernetzung (Zusammenschluss verschiedener Institutionen + Koordinierungsstelle für neue Medien) Ziele:! zentraler Support für sämtliche E-Learning Aktivitäten! Integration in Hochschulgesamtstrategie Schwerpunkte:! Pädagogischer Support! Betrieb einer Lernplattform durch das NewMediaCenter! Verwaltungsintegration! Contententwicklung (Standardisierung und Wiederverwendbarkeit) Abbildung und Integration von Verwaltungsprozessen, z.b.! UniCard für Studierende mit PKI (teilweise realisiert)! Zugang zur Lernplattform und anderen Diensten! Studierendenportal (in Planung) Schwerpu Verwaltun 12 Fallbeispiel 5: Universität Basel / LearnTechNet (LTN) Integration von E-Learning in die Gesamtstrategie Vernetzung verschiedener Kompetenzzentren Schwerpunkte:! Qualifizierung und pädagogischer Support! Contenterstellung! Betrieb, technischer Service & Support! Planung und Durchführung von Evaluationen Vermarktung von E-Learning Dienstleistungen! Gestaffelte Verrechnung nach Kundentyp! Spektrum: Universitätsinterne # Wirtschaft Modernisierung + Qualitätssicherung der Lehre Hochschuldidaktik Curriculumentwicklung e-learning Evaluation Sollen wir noch stärk Ressort Lehre 14

7 Fallbeispiel 6: Multimedia Hochschulservice Berlin GmbH Hochschulübergreifend extern (Ausgründung von neun Berliner Hochschulen) Fullservice Dienstleistungsangebot Schwerpunkte:! Contenterstellung! Beratung! Betrieb und technischer Service & Support! Vermarktung in Kooperation mit externen Partnern Die 3 Säulen der MHSG [Quelle: Website MHSG] Schwerpu Erstellung 15 Einordnung in die Matrix hochschulintern extern Organisationsform Dienstleister / Kompetenzzentren Erweiterung bestehender Einrichtungen Vernetzung / Koordination bestehender Einrichtungen Neue Einrichtung Ebenen der Einbettung studiengangsweit hochschulweit B B B B PB HA PB PB hochschulübergreifend FR BS FR BS FR BS (FR) BS HA HSB HSB (HSB) Einordnun die Matrix Betrieb, techn. Service & Support Qualif. und pädag. Support Content- Entwicklung Verwaltung Marketing QSE Aufgaben 16

8 - 6 Thesen - 17 Kulturelle & organisatorische Entwicklung Diffusion Infrastrukturelle Einbettung Globale Öffentlichkeit Differenzierung & Formalisierung Kultivierung Teilöffentlichkeit Binnenöffentlichkeit Konzept Werkstatt Produkt Infrastrukturelle Einbettung Technische Entwicklung 18

9 Pädagogisch-organisatorische IT-Entwicklung Keine Steuerung Aktivitäten Einzelner Technikorientierte Steuerung (Einzelprojekte) Pädagogisch-didakt. orientierte Steuerung (MEP) Umfassende Steuerung (QSE, NSM) Nutzungsgrad Technikdominiert vereinzelte Nutzer/innen additiv Nachmacheffekt, Ausweitung der Nutzergemeinde ergänzend, teilintegriert Wiederholbare Nutzung und Ausbreitung Integraler Bestandteil von Lernen und Lehren Aktive Nutzung und volle Integration in Lehre und Verwaltung Initialisierung Ansteckung Steuerung Integration Zeit 19 Verstetigung der E-Learning Aktivitäten Nutzung von E-Learning: Von wenigen Einzelprojekten heute zu allen Lehrenden und Studierenden zukünftig. Szenario E-Learning 2010 : Mittelgroße Universität mit Studierenden und Lehrenden 30% des Lehrangebotes mit E-Learning Unterstützung Jedes Semester Veranstaltungen mit E-Learning Unterstützung ( einfache HTML-Seiten bis zu multimedialen Lerneinheiten ) $ Innerhalb weniger Jahre viele hunderttausend Verwaltungsvorgänge (Accountvergabe, Prüfungen, Veranstaltungen, ) $ Technische Infrastruktur für große Datenmengen und tausende paralleler Zugriffe $ Pädagogischer Support und Qualifizierung für Lehrende, technische Unterstützenden für alle Nutzenden $ Bereitstellung aller notwendigen Ressourcen! 20

10 These I: Vom Do-it-yourself zur professionellen Contententwicklung In vielen E-Learning Projekten findet bisher überwiegend eine Digitalisierung von offline-content statt. Die Entwicklung von hochwertigem E-Learning-Content kann sich nicht auf die Erstellung im Do-it-yourself Verfahren durch die Hochschullehrer beschränken. Es wird sich eine Mischung aus selbst und fremd erstellten Inhalten herausbilden. Dafür müssen neue Organisationsformen und Finanzierungsmodelle gefunden werden. Mögliche Ansätze: Hochschulübergreifend: Multimedia Hochschulservice GmbH Berlin Hochschulweit: Universität Basel / LearnTechNet 21 These II: Supportstrukturen sind nicht ausreichend für Skalierung Die für Erstellung und den Einsatz von E-Learning-Anwendungen notwendigen Kompetenzen sind nicht ausreichend vorhanden. Es müssen daher die Qualifizierungs- und Supportstrukturen für Dozenten und Studierende ausgebaut werden. Mögliche Ansätze: Hochschulübergreifend: Multimedia Hochschulservice GmbH Berlin Hochschulweit: Universität Freiburg / NewMediaNet 22

11 These III: E-Learning braucht E-Administration Durch E-Learning-Angebote wird zusätzlicher Verwaltungsaufwand entstehen. Um den Zusatzaufwand zu minimieren, müssen sie in die Verwaltungsprozesse integriert werden. Mögliche Ansätze: Fernuniversität Hagen Universität Freiburg / NewMediaNet Universität Paderborn / Zentrum für IT-Dienste 23 These IV: E-Learning Qualität wird zum bedeutenden Wettbewerbsfaktor Ein E-Learning-Einsatz kann nur erfolgreich sein, wenn dieser Teil der Gesamtstrategie zur Qualitätssicherung der Lehre wird. Dafür ist eine kontinuierliche Überprüfung der Wirksamkeit durch adäquate Verfahren zur Selbst- und Fremdevaluation zu etablieren. Mögliche Ansätze: Hochschulübergreifend: Multimedia Hochschulservice GmbH Berlin Hochschulweit: Universität Freiburg / NewMediaNet 24

12 These V: E-Learning verursacht Zusatzkosten Die Weiterverwertung und Vermarktung von selbst erstellten digitalen Lerninhalten / Lernmodulen ist noch am Anfang und es ist zu bezweifeln, ob sich daraus überhaupt ein lohnendes Geschäft für die Hochschulen ergibt. Mögliche Ansätze: Hochschulübergreifend: Multimedia Hochschulservice GmbH Berlin Hochschulweit: Hochschule Bremen / AULIS 25 These VI: E-Learning erfordert kulturelle Revolution in den Hochschulen Die genannten Ziele müssen Teil eines Gesamtkonzeptes werden, das seinerseits in der Hochschulentwicklungsstrategie verankert wird und einem gemeinsamen Leitbild entsprechen sollte. 26

13 Zusammenfassung der Thesen 1) Vom Do-it-yourself zur professionellen Contententwicklung 2) Supportstrukturen sind nicht ausreichend für Skalierung 3) E-Learning braucht E-Administration 4) E-Learning Qualität wird zum bedeutenden Wettbewerbsfaktor 5) E-Learning verursacht Zusatzkosten 6) E-Learning erfordert kulturelle Revolution in den Hochschulen 27

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