Wiesbadener Qualitätsstandards für Paten- und Mentorenprojekte

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1 LANDESHAUPTSTADT Wiesbadener Qualitätsstandards für Paten- und Mentorenprojekte für Kinder, Jugendliche und Eltern/Familien Amt für Soziale Arbeit

2 Inhalt Vorwort Arno Goßmann, Bürgermeister 5 Einführung 6 Teil I Anforderungen an den Träger 10 Teil II Notwendige professionelle Begleitung der Patinnen und Paten 12 Teil III Anforderungen an Patinnen und Paten sowie deren Auswahl und Qualifizierung 14 Teil IV Kooperation mit Institutionen, Erreichen der Zielgruppe Kinder, Jugendliche, Eltern 18 Teil V Kontaktdaten Patenprojekte in Wiesbaden 19 Weiterführende Literatur/Links 22 Impressum

3 Im afrikanischen Sprichwort es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen wird deutlich, dass neben der Familie des Kindes auch andere Erwachsene eine wesentliche Rolle spielen. Förderliche Beziehungen zu verlässlichen, verständnisvollen Erwachsenen sind ein wesentlicher Schutzfaktor für ein gesundes Aufwachsen. Kinder haben gute Entwicklungschancen, wenn sie Menschen auch außerhalb ihrer Familie kennen, die ihnen Anerkennung und Unterstützung geben können. Fachkräfte und Politik des 2013 ins Leben gerufenen Fachbeirates zur Umsetzung des Handlungsprogrammes herkunftsbedingter Bildungsbenachteiligung in Wiesbaden sind sich darin einig, dass neben den professionellen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe der Bereich des freiwilligen bzw. ehrenamtlichen Engagements für Kinder und Jugendliche gestärkt werden sollte. Insbesondere im Bereich der (Bildungs-)Patenschaften für Kinder, Jugendlichen und Familien wurde Entwicklungsbedarf gesehen. Eine trägerübergreifende Arbeitsgruppe beschreibt in dieser Broschüre die notwendigen Voraussetzungen bzw. Standards für das Gelingen solcher Projekte. Ich freue mich sehr, dass die Broschüre stark nachgefragt wurde, so dass nun die 3. Auflage erscheint. Vorwort Einiges ist seit der Erstauflage schon geschehen: im Bereich der (Bildungs-) Patenschaften entwickeln sich kontinuierlich neue Projekte in Wiesbaden. Träger von Patenschafts- und Mentoringprojekten haben inzwischen wesentliche Schritte zur systematischen Vernetzung unternommen, mit dem Ziel, die Arbeit fachlich abzustimmen und gewonnene Kenntnisse auszutauschen. Unterstützt werden wir in dieser Arbeit durch das Modellprojekt zum Aufbau eines kommunalen Netzwerkes zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Mentoring- und Bildungspatenschaften des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Arno Goßmann Bürgermeister 4 5

4 Einführung Einführung Welche Projekte meinen wir? Definition und Ziele von Patenschaften/Mentoring 1 für Kinder, Jugendliche und Eltern Eine Patenschaft ist eine zeitlich begrenzte Beziehung zwischen zwei Menschen, in der eine ältere, erfahrenere Person eine jüngere begleitet und unterstützt. Eine solche Beziehung kann als allgemeine Hilfestellung im Leben des Patenkindes angelegt sein oder sich auf bestimmte Themen beschränken. 2 Viele der Patenschaften, um die es uns bei der Entwicklung dieser Qualitätsstandards ging, konzentrieren sich auf den Bereich Bildung. So unterschiedlich Patenschaftsprojekte auch scheinen mögen, haben sie doch vieles gemeinsam. Die Merkmale von Patenschaften sind: 3 Patenschaften wirken langfristig und eher präventiv als kompensatorisch: Erwachsene stärken Kinder, Jugendliche oder andere Hilfebedürftige durch Zuwendung in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer seelischen Widerstandsfähigkeit, was ihnen langfristig hilft. Insofern tragen Patenschaften eher dazu bei, Fehlentwicklungen vorzubeugen, als kurzfristig Probleme aufzufangen, die über lange Zeit gewachsen sind. Es geht in der Regel um 1:1-Beziehungen. Dabei steht der Beziehungsaufbau zwischen einer einzelnen freiwillig engagierten Person (der Patin bzw. dem Paten) und einem Kind oder Jugendlichen oder auch Eltern im Zentrum des Engagements. Das Engagement ist auf eine mittel- bis langfristige Dauer und Regelmäßigkeit ausgerichtet, und zwar meist auf mindestens ein Jahr, mit Varianten zwischen wöchentlichen und monatlichen Treffen. Die Tätigkeit der Patinnen und Paten findet im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements statt. Eine solche Patenschaft ist eine verbindliche und verlässliche Beziehung. Die Patin/der Pate investiert Zeit, Wissen und Engagement, um die (schulische und/oder berufliche) Entwicklung des Patenkindes positiv zu beeinflussen. Durch regelmäßige Treffen (bei jüngeren Patenkindern spielerisch gestaltet) und gemeinsame Aktivitäten entsteht ein Vertrauensverhältnis, das auf gegenseitigem Respekt, Wohlwollen und echtem Interesse basiert. Kinder und Jugendliche gewinnen mit ihrer Patin/ihrem Paten eine Vertrauensperson, die sie begleitet und ihnen neue Perspektiven aufzeigen kann. 1 Der besseren Lesbarkeit halber werden wir im Folgenden immer nur von Patenprojekten, Patenschaften, Patinnen und Paten etc. sprechen. Mentorenprojekte, Mentor/-innen etc. sind dabei jedoch immer mitgedacht. 2 Diese Definition ist dem Leitfaden für Patenschaften der Aktion Zusammenwachsen der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ent nommen (vgl. S. 9). Der umfangreiche Leitfaden (53 Seiten) sei allen weitergehend Interessierten ans Herz gelegt. Download unter: 3 In Anlehnung an Patenschaftsprojekte ein Modell für Freiwilligenagenturen? Ein Leitfaden für die Praxis der bagfa (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.v), S. 7. Auch diese Broschüre ist sehr empfehlenswert. Download unter: 6 7

5 Einführung Einführung Die Rolle der ehrenamtlichen Patenprojekte im Gesamtsystem der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien Es gibt eine Vielzahl von öffentlich finanzierten, institutionellen Angeboten, die ebenfalls dazu dienen, die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Dies fängt mit Angeboten der Elternbildung und der Betreuung, Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten an und setzt sich über Schule, Hausaufgabenhilfen, Förderkurse, Betreuungs- und Bildungsangebote für Schulkinder und Schulsozialarbeit sowie Jugendarbeit fort (um nur die Wichtigsten zu nennen). Keines dieser Angebote kann aus unserer Sicht durch Patenschaften ersetzt werden. Gleichzeitig hat keines dieser institutionellen Angebote die Qualität von Patenschaften als längerfristige und sehr persönliche, i. d. R. 1:1-Begleitung, die sich ganz gezielt daran orientiert, was das einzelne Patenkind braucht. Patenschafts projekte werden vor diesem Hintergrund von uns als Ergänzung zum institutionellen System der Schule und Jugendhilfe angesehen, das insbesondere sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit helfen kann. Warum diese Broschüre zu Qualitätsstandards? Patenprojekte können ihre oben beschriebene, wichtige Funktion nur dann erfüllen, wenn bestimmte Kriterien in punkto Qualität erfüllt werden. Ohne eine Reihe von Qualitätsstandards droht die Gefahr, dass sich an erster Stelle die Organisatoren dieser Projekte, aber auch die Patinnen und Paten sowie die Patenkinder nach kurzer Zeit frustriert abwenden und das Ziel der Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen nicht erreicht wird. Wir möchten deshalb mit dieser Broschüre eine Hilfestellung geben, um nachhaltige und für alle Beteiligten befriedigende Projekte zu befördern. Zur Broschüre Wir haben die Qualitätskriterien im Rahmen eines Workshops im Februar 2011 mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus dem weiten Feld der Jugendhilfe und des ehrenamt lichen Engagements zusammen getragen und dessen Inhalte anhand vorhandener Publikationen überprüft. Unser Ziel war es, in möglichst knapper Form wesentliche Standards zu benennen. Auf weiterführende Literatur verweisen wir wie schon in diesem Vorspann an den entsprechenden Stellen. Die Broschüre, gerade in dieser knappen Form, ersetzt natürlich nicht den persönlichen Austausch und die Beratung durch erfahrene Akteurinnen und Akteuren. Sie kann diesen Dialog aber leiten und strukturieren. Die Broschüre richtet sich sowohl an schon existierende Projekte im Sinne der Weiterentwicklung deren Qualität, als auch an Projekte in der Gründungsphase. 4 Die Einhaltung der hier formulierten Standards ist aus unserer Sicht eine not wendige Voraussetzung einer möglichen öffentlichen Finanzierung. Die Themenblöcke, die aus unserer Sicht relevant sind und nach denen die Bro schüre gegliedert ist, sind folgende: Anforderungen an den Träger eines Patenprojektes, Notwendige professionelle Begleitung des Projektes und der Patinnen und Paten, Anforderungen an die Patinnen und Paten sowie deren Auswahl und Qualifizierung, Anforderungen an die Kooperation mit Institutionen sowie das Erreichen der Zielgruppe Kinder, Jugendliche bzw. Eltern. Die Anforderungen sind jeweils in Form einer Checkliste aufgeführt, die Ihnen und evtl. Dritten die Prüfung der Standards erleichtern sollen. 4 Ein Leitfaden für die Gründung von Paten-/Mentorenprojekten ist zu finden unter: 8 9

6 Teil I Anforderungen an den Träger Die Erfahrung zeigt: Das vor allem nachhaltige Funktionieren von Patenprojekten steht und fällt mit der Frage, ob im Hintergrund des konkreten einzelnen Projektes ein Träger steht, der bestimmte Qualitäten mitbringt bzw. gewährleisten kann. Die wichtigsten Qualitäten bzw. Anforderungen finden Sie in folgender Checkliste. Wichtige Anforderungen Erfüllt? Anmerkung zum Status Der Träger verfügt über eine funktionierende Organisationsstruktur u. a. mit Blick auf Finanzen/ Ressourcensicherung/-schöpfung und einer geeigneten Infrastruktur inkl. Räumlichkeiten. Es gibt beim Träger mehrere Personen, die die verschiedenen Funktionen repräsentieren. Der Träger arbeitet regelmäßig in einem oder mehreren projektübergreifenden Netzwerken mit. Der Träger sieht das Paten-/Mentorenprojekt eher als längerfristige Strategie und ist nicht auf kurzfristige Erfolge angewiesen ( langer Atem ). Der Träger hat für das Patenprojekt ein klares, überprüfbares Konzept formuliert. Die Begleitung und Führung durch eine Projektleitung kann sichergestellt werden. Der Träger sorgt für die Qualifizierung der Projektleitung und bei Bedarf auch der Patinnen und Paten. Der Träger verweist nicht passende ehrenamtliche Bewerber/-innen bei Bedarf an die zentrale Anlaufstelle für Freiwillige. Die Finanzierung des Projektes ist soweit sichergestellt, dass keine Zugangsschwellen durch einen eventuell zu hohen Teilnehmerbeitrag entstehen

7 Teil II Notwendige professionelle Begleitung (der Partinnen und Paten durch Träger/Projektleitung) Notwendige professionelle Begleitung (der Partinnen und Paten durch Träger/Projektleitung) Teil II Patenprojekte brauchen noch viel stärker als andere Projekte mit ehrenamtlichem Engagement eine professionelle Begleitung. Unzureichende Rahmenbedingungen und fehlende Begleitung führen u. a. zu vorzeitigen Abbrüchen, die sowohl den Kindern und Jugendlichen als auch den Patinnen und Paten nicht zumutbar sind. 5 In der Regel wird eine Projektleitung für notwendig erachtet. 6 Wichtige Anforderungen Erfüllt? Anmerkung zum Status Projektleitung/Träger verfügen über die relevanten fachlichen Kompetenzen bzw. Erfahrungen im Bereich der Arbeit mit Freiwilligen, über Wissen bezüglich der Lebenswelt der Zielgruppe (Kinder, Jugendliche, Familien), über das für das Projekt relevante Systemwissen z. B. zum Stadtteil, zum professionellen (Hilfe-/Bildungs-)System (Schule, Ausbildungsmarkt etc.), über die relevanten fachlichen Kompetenzen bzw. Erfahrungen im Bereich der Erwachsenenbildung, Der Träger/die Projektleitung hat das Konzept inkl. Ziele und Grenzen des Patenprojektes den Patinnen/Paten klar kommuniziert. Es gibt klare Ansprechpartner/-innen für die Patinnen/Paten selbst, die Teilnehmer/-innen am Projekt (Kinder, Jugendliche, Eltern) sowie die beteiligten Institutionen (Schule, Kindertagesstätte, etc.). Wichtige Anforderungen Erfüllt? Anmerkung zum Status Es wird ein regelmäßiger Austausch zwischen den Patinnen/Paten organisiert (Stammtisch, Supervision ). Es erfolgt über den Träger/die Projektleitung oder Kooperationspartner eine passgenaue Zuordnung zwischen Patinnen/Paten und Teilnehmenden (Kindern, Jugendlichen, Eltern). Die kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation des Projektes wird sichergestellt. 5 Vgl. Patenschaftsprojekte ein Modell für Freiwilligenagenturen? Ein Leitfaden für die Praxis der bagfa (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.v), S. 7. Download unter: 6 Vgl. Leitfaden für die Begleitung von Patinnen und Paten der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, S. 4. Download unter:

8 Teil III Anforderungen an Paten/Patenauswahl und Qualifizierung von Paten Anforderungen an Paten/Patenauswahl und Qualifizierung von Paten Teil III Unter Experten ist unstrittig: Nicht jede/r potentielle Freiwillige ist für die Übernahme einer Patenschaft geeignet. In allen Leitfäden zu Patenprojekten werden eine Vielzahl von persönlichen Voraussetzungen formuliert und zum Teil sogar ein Beurteilungs bogen für Auswahlverfahren zur Verfügung gestellt. 7 Die untenstehende Checkliste ver sammelt im oberen Teil zunächst die wesentlichen Anforderungen an die Auswahl von Patinnen/Paten. Im unteren Teil werden wichtige Punkte zur Qualifizierung von Patinnen/ Paten benannt. Wichtige Anforderungen an die Patenauswahl Erfüllt? Anmerkung zum Status Vor den Gesprächen mit potentiellen Patinnen/Paten werden die für das Projekt notwendigen Eigenschaften /Merkmale von Seiten der Projektleitung/des Trägers möglichst genau bestimmt. Die auswählende(n) Person(en) ist/sind hierfür gut qualifiziert ( Profis ). Es findet eine Motivationsprüfung statt, um z. B. potentielle Freiwillige mit Helfersyndrom, aber auch Personen, die das freiwillige Engagement eher als Eigentherapie betreiben, schon vorab herauszufiltern ( Mut zum Ablehnen, gesundes Misstrauen ). Wichtige Anforderungen an die Patenauswahl Erfüllt? Anmerkung zum Status Auf die (potentiellen) Patinnen/Paten treffen je nach Aufgabe möglichst viele der folgenden Merkmale zu: Zuverlässigkeit Selbständigkeit Geduld (Fähigkeit zur) Eigenreflexion Interesse/Offenheit Respekt/Wertschätzung (besonders für fremde Lebenswelten) Empathiefähigkeit Interkulturelle Kompetenz Gutes Allgemeinwissen Gute Deutschkenntnisse Gute kommunikative Kompetenzen Erfahrung mit der Zielgruppe (d. h. je nachdem mit Kindern, Jugendlichen, Eltern) Bereitschaft zu Austausch und Fortbildung Klarheit über den gewünschten Umfang und die Dauer des Engagements sich an begrenzten Auftrag halten können Von den ausgewählten Patinnen und Paten wird vor dem Einsatz eine Selbstauskunft eingeholt. Mit dem öffentlichen Jugendhilfeträger ist geklärt, ob für die Patinnen und Paten des Projektes darüber hinaus auch ein erweitertes polizei - liches Füh rungszeugnis eingeholt werden muss. So notwendig, liegt auch dies vor dem ersten Einsatz vor. 8 7 Vgl. Leitfaden für Patenschaften der Aktion Zusammenwachsen der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entnommen, S. 34. Download unter: 8 Vgl. zu dieser Anforderung u. a. das Kinderschutzgesetz aus dem Jahr

9 Teil III Anforderungen an Paten/Patenauswahl und Qualifizierung von Paten Wichtige Anforderungen an die Qualifizierung der Patinnen/Paten Folgende Fragen sind geklärt: Braucht es (vorab) eine Qualifizierung der Patinnen/ Paten? Wenn ja: Standardmäßig, d. h. für jede/n gleich oder individuell? Eine Einführung zu relevanten rechtlichen Themen wie z. B. Versicherungsschutz, Jugendschutz, 8a SGB VIII u. ä. findet statt. Im Rahmen von Austauschrunden bzw. -gelegenheiten (vgl. hierzu Teil II) wird erfragt, was die Patinnen/Paten aus ihrer Sicht brauchen. Fachliche Themen werden in Form von attraktiven Angeboten an die Patinnen/Paten gebracht (z. B. im Rahmen der regelmäßigen Austauschrunden). Nach Qualifizierungsangeboten werden Rückmeldeschleifen eingebaut, um zu erfahren was gut war und was verbesserungs- bzw. ergänzungsbedürftig ist. Erfüllt? Anmerkung zum Status 16 17

10 Teil IV Kooperation mit Institutionen und Erreichen der Zielgruppe Eltern, Kinder, Jugendliche Kontaktdaten Patenprojekte in Wiesbaden Teil V Ohne die Vernetzung des Trägers mit relevanten Institutionen wie z. B. Kindertagesstätten und Schulen funktioniert erfahrungsgemäß kein Patenprojekt. Denn in der Regel wissen die Fachkräfte dieser Regelinstitutionen sehr gut, welche ihrer Kinder/Jugendlichen/Eltern Bedarf an zusätzlicher Unterstützung z. B. durch ein Patenprojekt haben und können so passgenau Kinder, Jugendliche und Eltern vermitteln und damit die Zugänge zur Zielgruppe schaffen. Die wichtigsten Anforderungen sind aus unserer Sicht: Wichtige Anforderungen Erfüllt? Anmerkung zum Status Die Zugänge erfolgen in der Regel über Institutionen (z. B. Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Schulen) und Schlüsselpersonen. Es bestehen Kooperationsvereinbarungen mit den für das Projekt relevanten Institutionen, in denen u. a. die Rollenverteilung festgelegt ist. Es gibt eine klare Definition der Zielgruppe und eine klare Beschreibung des Patenprojektes in schriftlicher Form für die Kooperationspartner ( Multiplikatoren ), das auf Wunsch/nach Bedarf auch mündlich vorgestellt wird. Eltern, deren Kinder für das Patenprojekt vorgesehen sind, werden über das Projekt vorab informiert und je nach Konzept auch für die Mitwirkung gewonnen. Nach der Anmeldung von Kindern, Jugendlichen bzw. Eltern wird geprüft, ob das Angebot wirklich passt. Wenn dies nicht der Fall ist, wird auf andere Angebote hingewiesen. Es sind klare Kriterien festgelegt, nach denen bei zu hoher Nachfrage die Auswahl erfolgt (z. B. Wartezeit, Dringlichkeit, gute Passung Pate/Patenkind). Diese werden auch nach außen vermittelt. Kinder, Jugendliche bzw. Eltern auf der Warteliste werden auch auf andere Angebote hingewiesen. In Wiesbaden bestehen bereits vielfältige Patenprojekte bei unterschiedlichen Trägern und mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Um potentiellen Anbietern von Patenprojekten, aber auch schon existierenden Patenprojekten die Möglichkeit zu bieten, sich gegenseitig auszutauschen, haben wir in diesem letzten Teil einige Kontaktdaten von Trägern gesammelt, die derzeit Patenprojekte in Wiesbaden durchführen. Die folgende Liste ist weder abschließend, noch vollständig. Wir haben einige Beispiele ausgewählt, die aus unserer Sicht nahe an dem in dieser Broschüre formulierten Standard arbeiten. Um die Orientierung zu erleichtern, haben wir die Projekte nach Zielgruppen/Altersgruppen sortiert. Weitere Projekte in Wiesbaden finden Sie unter Familienpaten Wellcome praktische Hilfen für Familien Lies mit mir! Ein Projekt zur Leseförderung von Kindern Projekte für (junge) Eltern Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Platter Straße Wiesbaden Tel.: Fax: Evangelische Familienbildungsstätte Schlossplatz Wiesbaden Tel.: oder Internet: Projekte für Vorschulkinder MitInitiative e. V. Grabenstraße Wiesbaden Tel.: Fax: Internet:

11 Teil V Kontaktdaten Patenprojekte in Wiesbaden Kontaktdaten Patenprojekte in Wiesbaden Teil V Grundschulpaten Bildungspaten Patenprojekt Gemeinsam Stark LerntrainerInnen Projekte für Grundschulkinder Kubis e. V. Verein für Kultur, Bildung und Sozialmanagement Wellritzstraße Wiesbaden Tel.: Internet: Xenia interkulturelle Projekte ggmbh KinderElternZentrum Bergkirchenviertel Adlerstraße Wiesbaden Tel.: Fax: Internet: Katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth Ratsherrenweg Mainz-Kastel Tel.: od Fax: Internet: Zentrum für Beratung und Therapie Kaiser-Friedrich-Ring Wiesbaden Tel.: Internet: WiesPaten* *hier sind die Paten keine Einzelpersonen, sondern Firmen. Jugend stärken: Junge Wirtschaft macht mit! Zeit für Dich Ausbildungslotsen Projekte für ältere Kinder und Jugendliche (Sekundarstufe I inkl. Übergang Schule Ausbildung/Beruf) UPJ-Servicebüro Stadt Wiesbaden Amt für Soziale Arbeit Abteilung Jugendarbeit Konradinerallee Wiesbaden Tel.: Fax: Internet: Wirtschaftsjunioren Wiesbaden (bei der IHK Wiesbaden) Wilhelmstraße Wiesbaden Tel.: Internet: Startblock-RheinMain e. V. Brunnenweg Wiesbaden Tel.: Internet: Katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth Ratsherrenweg Mainz-Kastel Tel.: oder Internet:

12 Weiterführende Literatur/Links Impressum bagfa (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V.) (2010): Patenschaftsprojekte ein Modell für Freiwilligenagenturen? Ein Leit faden für die Praxis download unter: Leitfaden_K5_Doppelseiten.pdf. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration/ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2009): Leitfaden für Patenschaften; Aktion Zusammenwachsen download unter: Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration/ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2009): Leitfaden für die Gründung von Paten-/Mentorenprojekten; Aktion Zusammenwachsen download unter: webseiten/rz_gruendungsleitfaden_web.pdf. Ramm, Beate (2009): Das Tandem-Prinzip, Mentoring für Kinder und Jugendliche, edition Körber-Stiftung. Verantwortlich: Projektgruppe AG Patenprojekte bestehend aus: Amt für Soziale Arbeit Abteilung Grundsatz: Frau Hock, seit 10/2013: Frau Herrmann (Redaktion und Koordination) Abteilung Schulsozialarbeit: Herr Goldmann, Frau Winter Abteilung Sozialdienst: Frau Enders, Frau Junk Amt für Zuwanderung und Integration Abteilung Integration: Frau Lecke Freiwilligenzentrum e. V. Geschäftsführung: Frau Rutschmann Xenia interkulturelle Projekte ggmbh Geschäftsführung: Dagmar Hansen (Redaktion) Amt für Soziale Arbeit Veröffentlichung unterstützt durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Arbeitsgemeinschaft der Behördlichen und Freien Wohlfahrtspflege: Amt für Zuwanderung und Integration Wondratschek, Kerstin (Hg.) (2010). Freiwillige an Schulen. Grundlagen und Perspektiven für die Arbeit mit regionalen Bildungsnetzwerken, Juventa-Verlag. Amt für Soziale Arbeit Kontakt: Amt für Soziale Arbeit, Grundsatz und Planung, Weitere Informationen und Materialien sind zu finden unter: Gestaltung: Wiesbaden Marketing GmbH Druck: Druck-Center der Landeshauptstadt Wiesbaden Fotos: Xenia - interkulturelle Projekte ggmbh UPJ Servicebüro, Stadt Wiesbaden 3. Auflage: 200 Erscheinungsjahr: 2011 (3. aktualisierte Auflage: 2014) 22 23

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