Die Patenschaft der Volksschule Allershausen mit dem Kinderkrankenhaus San Gabriel in La Paz, Bolivien.

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1 Die Patenschaft der Volksschule Allershausen mit dem Kinderkrankenhaus San Gabriel in La Paz, Bolivien. Die Patenschaft der Schülerinnen und Schüler der Volksschule Allershausen für die kleinen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus San Gabriel in La Paz, Bolivien, besteht nun schon seit über 20 Jahren. Eine vorbildliches und erfolgreiches Projekt, durch das in den vergangen Jahren viel bewegt werden konnte und mit dem wir auch in Zukunft noch viel bewegen möchten. Das Krankenhaus San Gabriel in La Paz wurde im Jahre 1981 durch die Initiative von Frau Dr. Lieselotte de Barragán gegründet. Der Kontakt und damit auch die Patenschaftt zwischen dem Krankenhaus und der Volksschule Allershausen kam durch einen Brief von Frau Barragán an Frau Gohritz zustande. Dieser Brief, den Frau Barragàn am 2. Juni 1983 geschrieben hatte, war ein Hilfeaufruf, dem wir alle gefolgt sind. Zum Glück!

2 Liebe Schülerinnen und Schüler, durch Euer Engagement beim Kochen, Basteln, Backen, Malen und Verkaufen habt ihr auf den Weihnachtsbazaren der letzten Jahre beeindruckende Spenden erlöst! Mit diesem Geld konnten im Krankenhaus San Gabriel in La Paz, Bolivien, viele kleine Patientinnen und Patienten behandelt werden, die ohne Eure Unterstützung kaum mehr eine Chance gehabt hätten. Dafür im Namen der Kinder und deren Familien schon einmal ganz herzlichen Dank! Allershausen La Paz

3 Bolivien ist ein sehr schönes, aber auch ein sehr sehr armes Land. Obwohl es reich an Bodenschätzen wie z. B. Gold, Silber oder Zinn ist und über die größten freien Erdgasvorkommen Südamerikas verfügt, leben zwei Drittel der bolivianischen Bevölkerung in Armut. 40 Prozent sogar in extremer Armut, d.h. rund 4 Millionen Bolivianer haben pro Tag nicht einmal 2 zur Verfügung, um Nahrungsmittel oder Kleidung zu kaufen. Zu den ärmsten der Armen gehören insbesondere die Nachfahren der indianischen Ureinwohner, die auch Indios genannt werden. Die meisten von ihnen leben in kleinen Dörfern im Altiplano, der zentralen Hochebene der Anden, wo sie als campesinos (Kleinbauern) arbeiten und unter extremen klimatischen Bedingungen versuchen, den kargen Feldern zumindest das Lebensnotwendige abzutrotzen. In einer Höhe von bis Metern bedeutet dies körperliche Schwerstarbeit. Trotzdem reichen die kargen Parzellen der Kleinbauern meist nicht aus, um ihre Familien zu ernähren. Traditionelle Feldvorbereitung und Aussaat von Kartoffelm andenhochland Boliviens Andere, die kein Land besitzen, arbeiten als Hilfs- und Gelegenheitsarbeiter im Bergbau oder in Fabriken, wo sie auch für harte Arbeit nur sehr wenig Geld verdienen. Wenn sie krank werden oder ihre Kräfte nachlassen, werden sie einfach gekündigt. Eine Arbeitslosen- oder Krankenversicherung gibt es nicht und in den meisten Indiofamilien reicht der geringe Verdienst nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Kinder, Frauen und Männer müssen oft mit durchschnittlich Kalorien am Tag auskommen. Geld, um sich zusätzliche Nahrungsmittel zu kaufen, besitzt kaum jemand. Aus diesem Grund verlassen immer mehr Indios ihre Dörfer und ziehen in der Hoffnung auf eine einträglichere Arbeit in die Randgebiete der größeren Städte.

4 Dort leben sie in behelfsmäßig zusammen gezimmerten Hütten, ohne sauberes Wasser, ohne Strom oder Kanalisation und ohne medizinische Versorgung. Da ihre Eltern nicht genug verdienen, müssen viele Kinder schon sehr früh arbeiten und mit für den Lebensunterhalt sorgen, anstatt zur Schule zu gehen und etwas zu lernen. Und trotzdem reicht es bei den meisten Familien nur knapp zum Überleben.

5 Ohne Hilfe von außen wird sich an der hoffnungslosen Situation, in der diese Familien leben müssen, kaum etwas ändern, denn es fehlen ihnen jegliche Mittel, um sich auch nur mit kleinsten Schritten aus ihrer Not zu befreien. Not, schreibt die Gründerin des Krankenhauses San Gabriel, Dr. Lieselott de Barragán, ist immer eine Folge von Ungerechtigkeit. Und es ist schwer, nicht ungerecht zu sein, wenn alle um einen herum, wie z.b. bei Euch in Deutschland, so im Überfluss leben. Dann denkt man, weil man das immer so gesehen hat, dass es so sein muss und dass das normal ist. Hier in Bolivien hungern die meisten Kinder. Von allen, die geboren werden, stirbt ein Drittel noch bevor es in die Schule kommt. Das ist hier normal, und viele denken hier nicht darüber nach, dass das ungerecht ist. Nur wenn die Menschen überall anfangen, darüber nachzudenken was gerecht und was ungerecht ist und dass man daran Teil hat und etwas dafür tun kann, dann wird sich in der Welt etwas bessern. Wenn Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, Euch also Zeit genommen habt, um etwas zu basteln oder zu backen, um es dann auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen und den Erlös aus dem Verkauf an das Krankenhaus zu spenden, dann sagt Ihr damit, dass es ungerecht ist, dass andere Kinder nicht das haben, was Ihr habt und dass Ihr ihnen etwas abgeben wollt. Vielleicht denkt Ihr, es ist ja nicht viel, was wir geben können. Es ist aber sehr viel. Weil man nämlich im Leben die Dinge nicht danach messen soll, wieviel sie in Geld kosten, sondern wieviel sie bedeuten. In Opfer, in Liebe oder in Hoffnung. 1 Viele Kinder, die im Kinderkrankenhaus San Gabriel in La Paz behandelt werden, sind bei ihrer Ankunft im Krankenhaus in einem beinahe hoffnungslosen Zustand. Weil ihre Eltern kein Geld haben, um die Behandlung in einem Krankenhaus zu bezahlen und weil auch Medikamente für sie unerschwinglich sind, warten sie so lange es irgendwie geht. Manchmal, bis der Zustand der Kinder lebensbedrohlich ist. 1 Auszug aus einem Brief von Dr. Lieselotte de Barragán, Gründerin und Leiterin des Krankenhauses ( 2007)

6 Viele der Kinder, die ins Krankenhaus San Gabriel kommen, leiden an chronischer Unterernährung oder lebensgefährlicher Dehydrierung (Austrockung), viele haben schwere Magen-Darm-Infektionen, die in der Regel durch unsauberes Trinkwasser verursacht wurden. Andere haben böse Brandverletzungen durch heißes Wasser oder Kerosin; wieder andere kommen mit unbehandelten Knochenbrüchen oder Schnittwunden. Viele leiden an schweren Atemwegserkrankungen. Einige der kleinen Patientinnen und Patienten müssen sofort operiert werden. Andere werden geimpft, sauber verbunden oder gegipst. Und fast alle werden mit viel Sorgfalt und Liebe ein wenig aufgepäppelt, damit sie wieder zu Kräften kommen. Weil die Eltern der Kinder kaum Geld haben, können sie nur einen winzigen Bruchteil der Behandlungskosten tragen. Für den Rest kommt das Krankenhaus San Gabriel mit Hilfe der Spenden von Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und mit der Unterstützung von anderen lieben Menschen auf. Menschen, die wie Ihr, etwas tun, um unsere Welt ein wenig gerechter zu machen und um vielen Kindern in Bolivien wieder Lebensmut und Hoffnung zu schenken. Das ist großartig! Denn so kann z.b. der kleine Eddi, der chronisch unterernährt war, wieder auf eigenen Beinen stehen, Juan Carlos, der eine schwere Verbrennung hatte, wieder lachen oder die kleine Genara, die eine offene Kiefer-Gaumenspalte hatte, wieder normal essen. Eddi Juan Carlos Genara

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